heftig
Erscheinungsbild
Heft-ig Adj. ‘stark, wild, ungestüm, aufbrausend, leidenschaftlich’,
- Wf
- mhd. heftec, heftic ‘festbleibend, mit Beschlag belegt’, übertragen ‘ernst, wichtig’ (so noch im 17. Jh.),
- frühnhd. heftig ‘ausdauernd, beharrlich’,
- mnd. heftich ‘dringlich, beharrlich, stark, eifrig’ (erst seit 15. Jh.; aus dem Hd.?)
- ist von dem unter -haft (s. d.) angeführten Verbaladjektiv
- ahd. mhd. haft ‘gebunden, gefangen’ abgeleitet.
- Daneben steht (nicht verwandtes)
- ahd. heifti (Hs. 12. Jh.),
- mhd. heifte ‘ungestüm, sehr’
- mit der Adverbialableitung
- mhd. heifteclīchen ‘ungestüm, sehr’,
- das sich mit
- anord. heifst, auch (mit anderem Suffix) heift, heipt,
- got. haifsts ‘Zank, Streit’
- und den westgerm. (in der Konsonantenhäufung vereinfachten) Formen
- langobard. haistan Adv. ‘gewaltsam’,
- ahd. heistīgo Adv. ‘ungestüm, sehr’ (9. Jh.),
- aengl. hǣst ‘ungestüm; Heftigkeit’
- sowie vielleicht auch mit
- aind. sī́bham ‘rasch, schnell’
- auf ie.*k̑ēibh- ‘schnell, heftig’ zurückführen läßt.
- Die beiden lautähnlichen Wörter werden besonders im adverbialen Gebrauch
- (vgl. mhd. hefteclīchen und heifteclīchen)
- miteinander vermischt,
- und vom 16. Jh. an steht heftig, heftiglich sowohl für ‘anhaltend, ausdauernd’ (Luther) als auch für ‘ungestüm, sehr’.