wägen
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▷ wäg ahd.-deu., Nebenwortform zu wag, wāg, weg, wieg, wog;
wägen (zu Waage, Weg s. wegen);
- früher für wiegen, heute eher in Wortbildungen wie abwägen, erwägen erhalten;
- ‘vorsichtig bedenken, überlegend prüfen’, fachsprachlich (älteren Gebrauch fortsetzend) ‘auf die Waage legen und das Gewicht bestimmen’ (wofür sonst wiegen2 gesagt wird);
- Auszugehen ist von dem starken Verb
- ahd. wegan ‘wiegen, wägen, einschätzen, bewegen’ (8. Jh.),
- mhd. wegen ‘in Bewegung setzen, (sich) bewegen, wiegen, wägen, einschätzen, Gewicht, Zahl, Wert haben’;
- asächs. wegan ‘(er)wägen’,
- mnd. wēgen ‘wiegen, schwer sein, wägen’,
- mnl. wēghen ‘wägen, schätzen’,
- nl. wegen,
- aengl. wegan ‘wägen, messen’,
- anord. vega ‘schwingen, heben, wägen, schätzen’.
- Dazu gehört das schwache Kausativum
- ahd. weggen (8. Jh.),
- mhd. wegen ‘bewegen, schwingen, schütteln’;
- zu Verwandtschaft und Herkunft siehe bewegen.
- Beide Verben fallen im Nhd. in der oben genannten verengten Bedeutung zusammen.
- Der Vokalismus der starken Präteritalformen
- mhd. wac, wāgen (Prät.), gewegen (Part. Prät.)
- wird vom 15. Jh. an nach -o- ausgeglichen,
- vgl. mhd. wuoc (neben wac),
- frühnhd. wug, dann wog (ab 16. Jh.) und
- frühnhd. gewogen (15. Jh.).
- Aber auch dem schwachen Verb folgende Präteritalformen (nhd. wägte, selten auch gewägt) bleiben vereinzelt erhalten.
- Die Schreibung mit -ä- (im 15. Jh. auftretend) wird im Hinblick auf Waage durch die Wörterbücher und Grammatiken des 17. Jhs. verbreitet.
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