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„-lich“ – Versionsunterschied

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oft erfolgte im 17. Jh. formale Angleichung von -lich an die mit der Endung&nbsp;<span class="etymwb-mentioned">[[-ig|-''ig'']]</span> gebildeten Egsw..
[[-l]][[-ich]], [[Sprachstufe::ger.-deu.]] als Endsilbe "Erscheinung, Gestalt wie ...";
 
{{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=Anm. KF/-lich}}
* -lich
** Das adjektivbildende Kompositionssufix
*** ahd. -līh, mhd. -lich,
*** asächs. mnd. -līk,
*** mnl. -lijc, nl. -lijk,
*** aengl. -līc,
*** engl. -ly,
*** anord. -līkr,
**** daraus (wohl nach dem Muster der Adjektive auf -igr) frühzeitig umgestaltetes -ligr,
*** swed. -lig,
*** got. -leiks
** führt auf germ. *-līka-,
*** das mit dem in ''[[Leiche]]'', ''[[gleich]]'' (s. d.) enthaltenen Substantiv germ. *līka- ‘Körper, Gestalt’ identisch ist.
** Dieses Kompositionselement bildet im Germ.
*** mit Adjektiven, Adverbien, Partikeln und persönlichen Substantiven Possessivkomposita
*** im Sinne von ‘die Gestalt, die Beschaffenheit habend’,
*** vgl. got. waíraleikō Adv. ‘männlich’,
**** eigentlich ‘den Körper, die Gestalt, die Beschaffenheit eines Mannes habend’,
*** ahd. wīblīh ‘weiblich’, eigentlich ‘die Gestalt einer Frau habend’.
** ¦√¦ uig. ''*[[leyg-]]'';
 
 
 
From Middle High German ''-lich'', from Old High German ''-līh'', from Proto-Germanic ''*-līkaz''. Cognate with English ''-ly''and Dutch ''-lijk''.
 
From ''*līką'', originally with the sense of 'having the body or form of'.
 
body
 
corpse, dead body
 
From Proto-Indo-European ''*leyg-'' (“image, likeness; similar, like”). Cognate with Lithuanian ''lýgus'' (“equal, level, flat, even, like”).
 
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<div class="zenoCOMain">
== -lich<ref>Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 2045-2048. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000298212; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei], Faksimiles: [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-02-2045 2045]&nbsp;| [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-02-2046 2046]&nbsp;| [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-02-2047 2047]&nbsp;| [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-02-2048 2048]; Kategorien: [http://www.zeno.org/Kategorien/T/Lexikalischer+Artikel Lexikalischer Artikel]</ref> ==
<div class="zenoCOAdRight">'''-lich'''<ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-02-2045 [2045]]</ref>, eine im Deutschen sehr fruchtbare Ableitungssylbe Bey- und Nebenwörter zu bilden,
 
* wovon die erstern, wenn es anders die Sache selbst leidet,
** nach der ordentlichen Regel compariret werden; Compar. -licher, Superl. -lichste.
* Diejenigen Wörter, welche diese Sylbe annehmen können, sind,</div>
 
=== I. Zeitwörter, welche insgesammt, einige wenige ausgenommen, ===
 
* die Sylbe [[-en]],
** und wenn sie sich auf [[-ern]]
** oder [[-eln]] endigen,
** nur allein das [[-n]], vorher wegwerfen.
* Sie sind,
 
# Neutra,
#* da denn die daraus gebildeten Bey- und Nebenwörter,
#*# die wirkliche Anwesenheit desjenigen Zustandes bezeichnen, welchen das Zeitwort ausdruckt,
#*#* und mit dem Mittelworte der gegenwärtigen Zeit oft einerley Bedeutung haben.
#*#** Tauglich, was wirklich taugt, untauglich,
#*#** behaglich, was behaget,
#*#** beharrlich, beharrend,
#*#** ersprießlich, dienlich, schicklich, sehnlich, hinlänglich, schmerzlich, einträglich,
#*#** ziemlich, sich ziemend,
#*#** gebührlich, sehr begehrlich seyn.
#*#* Einige, besonders Oberdeutsche Wörter dieser Art
#*#** werden nur allein als Nebenwörter gebraucht.
#*#*** Bittlich einkommen, bittend,
#*#*** beschwerlich vorbringen, beschwerend.
#*#*** Es ist mir erinnerlich.
#*#** Hierher gehören auch die Nebenwörter,
#*#*** welche von den Desiderativis auf [[-ern]] gebildet werden,
#*#*** aber größten Theils eben so niedrig sind, als die Zeitwörter selbst.
#*#**** Es ist mir nicht esserlich, es essert mich nicht, ich habe keine Lust zu essen.
#*#**** So auch speyerlich, kotzerlich, tanzerlich u.s.f.
#*#**** Lächerlich und weinerlich sind von ihnen nur allein in der anständigen Sprechart aufgenommen, haben aber auch noch einige Nebenbedeutungen.
#*# In einigen
#*#* bezeichnet es bloß die Möglichkeit, in denjenigen Zustand zu gerathen,
#*#** welchen das Zeitwort ausdruckt.
#*#** Ein sterblicher Mensch, der sterben kann und muß, die unsterblichen Götter,
#*#** einer Sache empfänglich seyn, sie empfangen können, das ist mir nicht dienlich, kann mir nicht dienen.
<p class="zenoPLm4n0">2. Activa. </p>
 
* Die davon gebildeten Bey- und Nebenwörter werden so wohl im thätigen als leidendlichen Verstande gebraucht.
*# Im thätigen.
*#* (a) Die Handlung, welche das Zeitwort bezeichnet,
*#** wirklich verrichtend, so wie die Mittelwörter der gegenwärtigen Zeit.
*#*** Erbaulich, beförderlich,
*#*** eine bewegliche Rede,
*#*** einem hinderlich seyn,
*#*** ein verächtliches Kopfnicken,
*#*** ein verderblicher Krieg,
*#*** ein betrieglicher Mensch,
*#*** gedeihlich, vergeßlich, verkleinerlich, schrecklich, erfreulich, befremdlich, schädlich
*#*** u.s.f.
*#** Viele Sprachlehrer haben diese thätige Bedeutung getadelt,
*#*** und sie ganz auszumerzen angerathen,
*#*** aber ohne einen triftigen Grund anzuführen.
*#*** Über dieß sind sie zu zahlreich, und zu allgemein eigeführet,
*#**** als daß man an eine Abschaffung derselben sollte denken können,
*#**** wenn auch die Zweydeutigkeit mit den folgenden passiven Bedeutungen dazu Bewegungsgrundes genug wäre.
*#* (b) Was die Handlung des Zeitwortes thun,
*#** dessen Wirkung hervor bringen kann,
*#*** in welchem Verstande auch viele der schon angeführten gebraucht werden.
*#*** Erbaulich, was erbauen kann.
*#*** So auch schmerzlich, erquicklich, ergetzlich
*#*** u.s.f.
*# Im leidendlichen Verstande.
*#* (a) Was wirklich gethan wird.
*#** Merklich, was bemerket wird.
*#** Üblich, gebräuchlich, erforderlich, was geübt, gebraucht, erfordert wird,
*#** und andere mehr.
*#* (b) Was gethan zu werden verdienet.
*#** Eine bedenkliche<ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-02-2045 [2045]]</ref> Sache,
*#** ein verächtlicher Mensch,
*#** ein bedauerliches Unglück, ein anmerklicher Umstand,
*#** eine besorgliche Gefahr,
*#** ein erbärmlicher Anblick
*#** u.s.f.
*#* (c) Noch häufiger aber, was gethan werden kann,
*#** so wie die Beywörter auf [[-bar]].
*#*** Verdaulich, erweislich, ersinnlich, beweglich, glaublich, begreiflich, erdenklich, thunlich, erhörlich bethen, baulich, wohnbar, besorglich
*#*** u.s.f.
*#** Welche in den meisten Fällen im Gegensatze auch das [[un-]] vor sich leiden;
*#*** unverdaulich, unerweislich, unbeweglich
*#*** u.s.f.
*#** Ja man kann nach dieser Form auch verneinende Bey- und Nebenwörter machen,
*#*** wenn gleich ihr Gegensatz in der bejahenden Form nicht üblich ist.
*#**** Unverbesserlich, unermeßlich, unverletzlich, unaussprechlich, unerbittlich,
*#**** untadelich, (eigentlich untadellich,)
*#**** unerforschlich, unergründlich,
*#**** und tausend andere mehr,
*#**** deren bejahende Gegensätze
*#***** verbesserlich, ermeßlich
*#***** u.s.f.
*#***** entweder gar nicht, oder doch nur selten vorkommen.
 
==== Anm. ====
<p class="zenoPLm4n0">Einige wenige Wörter dieser Art </p>
 
* scheinen von dem Mittelworte der gegenwärtigen Zeit gebildet zu seyn;
** flehentlich, hoffentlich, [[wissentlich]], vermessentlich,
*** von flehend, hoffend u.s.f.
* in welchem Falle man sie auch richtiger mit einem [[-d]] schreiben würde.
** Allein da sich dieses [[-t]] auch im öffentlich und ordentlich findet,
*** ersteres von dem Nebenworte offen, und letzteres vermuthlich von Ordnung,
*** wir auch ein eigenes [[-t]] [[euphonisch|euphonicum]] haben,
**** welches gerne dem [[-n]] nachgesetzet wird, S. [[t]]:
*** so scheinen sie vielmehr von dem vollständigen Infinitiv gemacht zu seyn,
**** obgleich auch diese Beybehaltung des [[-en]] eine Ausnahme von der Regel ist.
<p class="zenoPLm4n0">Leserlich und fürchterlich, was gelesen werden kann, was fürchten macht, </p>
 
* sind vielleicht die einzigen, welche,
** vielleicht auch um des Wohllautes willen, noch ein müßiges [[-er]] annehmen,
*** für leslich, fürchtlich,
*** wenn nicht dieses letzte vielmehr von dem Hauptworte Furcht gemacht ist.
* Lächerlich, weinerlich, grauerlich, u.a.m.
** sind nach der Regel von den Desiderativis lächern, weinern, grauern gebildet.
 
=== II.&nbsp;Hauptwörter. Die davon vermittelst dieser Ableitungssylbe gebildeten Bey- und Nebenwörter bezeichnen, ===
 
# Eine Ähnlichkeit,
#* welches die erste und eigentlichste Bedeutung dieses Wortes ist,
#* und figürlich auch eine in dieser Ähnlichkeit gegründete Sache.
#** Fürstlich leben, wie ein Fürst, königlich speisen, ein herrliches Gastmahl, gräfliche Güter haben, ein männliches Betragen, der kindliche Gehorsam, eine jugendliche Freude, ein väterliches Herz, sehr bürgerlich thun.
#** So auch feyerlich, spöttlich, wunderlich, göttlich, herbstlich, jämmerlich, menschlich, schmerzlich, meisterlich, ehrlich, weltlich u.s.f. Wohin,
# Auch diejenigen gehören,
#* welche eine Art und Weise bezeichnen,
#* keine Comparation leiden,
#* und zum Theil nur als Nebenwörter üblich sind.
#** Bildlich, in Gestalt eines Bildes,
#** käuflich, eidlich,
#** nahmentlich, mit Nahmen,
#** das Oberdeutsche nachrichtlich, in Gestalt einer Nachricht,
#** augenblicklich, im Augenblicke,
#** wörtlich, mit Worten, mündlich, mit dem Munde,
#** schriftlich, persönlich
#** u.s.f.
#** Ingleichen jährlich, täglich, monathlich, wöchentlich und stündlich,
#*** für alle Jahre, alle Tage, alle Monathe, alle Wochen, alle Stunden,
#*** gleichsam jahrweise
#** u.s.f.
# Ein Eigenthum,
#* und zuweilen figürlich auch einen darin gegründeten Zustand;
#** gleichfalls ohne Comparation.
#*** Die bischöflichen Güter,
#*** die fürstliche Würde,
#*** die königliche Krone,
#*** das gräfliche Wapen,
#*** die göttlichen Eigenschaften,
#*** die weiblichen Vorrechte,
#*** die menschlichen Schwachheiten,
#*** häusliche Angelegenheiten,
#*** die mitternächtlichen Länder, welche gegen Mitternacht liegen
#*** u.s.f.
#* Ohne Zweifel wird diese Ableitungssylbe<ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-02-2046 [2046]]</ref> gemißbraucht,
#** wenn man die damit gebildeten Wörter anstatt des Genitivs eines Hauptwortes gebraucht,
#*** so gemein solches auch in vielen Fällen ist.
#**** Die churfürstliche Frau Mutter, für, die Frau Mutter des Churfürsten,
#**** die fürstlichen Herren Brüder, die Herren Brüder des Fürsten.
#*** Oder wohl gar, wenn eine Apposition Statt finden sollte,
#**** der königliche Liebhaber, der ein König ist, oder der mit der königlichen Würde begabte Liebhaber. S. [[königlich]].
# Einen Besitz und eine darin gegründete Eigenschaft;
#* anstatt der Sylbe [[-ig]].
#** Unglücklich, glücklich, Glück, Unglück habend, Holländ. ''gelukkig,''
#** körperlich, einen Körper habend,
#** füglich, räumlich, ehrlich, gefährlich, zuversichtlich
#** u.s.f.
# Eine wirkende Ursache, eine Verursachung.
#* Nützlich, rühmlich, löblich, schändlich, schädlich, schimpflich,
#** was Nutzen, Ruhm, Lob u.s.f. bringt,
#* bedenklich, Bedenken verursachend,
#* gefährlich, Gefahr bringend,
#* abscheulich, Abscheu erweckend,
#* erstaunlich
#* u.s.f.
 
=== III.&nbsp;Beywörter, wo diese Sylbe vornehmlich eine doppelte Bedeutung hat. ===
 
# Bedeutet sie eine Ähnlichkeit,
#* einen dem Begriffe des Beywortes nahe kommenden aber doch geringern Grad.
#** Bräunlich, bläulich, röthlich, schwärzlich, weißlich u.s.f.
#*** dem Braunen, Blauen, ähnlich, in diese Farben fallend.
#** Kältlich, ein wenig kalt,
#** kärglich, ein wenig karg,
#** etwas gröblich zerstoßen.
#** So auch süßlich, bitterlich, härtlich, kränklich, länglich, laulich, ältlich, dicklich, breitlich, weichlich, fälschlich, schwächlich,
#** und hundert andere mehr.
#* In vielen Gegenden lautet diese Sylbe,
#** besonders wenn von Farben die Rede ist, [[-licht]],
#** und im Oberdeutschen mit Ausstoßung des Hauches [[-let]];
#*** röthlet, weißlet, schwärzlet u.s.f.  
#*** Die Schweden sagen auf eben dieselbe Art
#**** ''rödlett, hwitlett,'' für röthlich, weißlich,
#**** welche Ihre von dem noch in dieser Sprache gangbaren Hauptworte ''Let, Lit,'' die Farbe, ableitet,
#**** und es kann seyn, daß im Deutschen ehedem eben ein solches Hauptwort üblich gewesen,
#***** von welchem die gedachten Oberdeutschen Beywörter ihr [[let]], [[leicht]] und [[licht]] entlehnet haben.
#***** Im Hochdeutschen werden sie am häufigsten auf -lich gemacht,
#****** welches einen eben so guten Verstand gibt.
#***** In den Niederdeutschen Mundarten setzet man dafür die Sylbe [[an-]] voran,
#****** anroot, röthlich, ansöt, süßlich, anhart, härtlich [[u.s.f.]] [[s.]] [[ähnlich]].
# Hat diese Sylbe
#* auch die Kraft, Nebenwörter aus Beywörtern zu bilden,
#** und zwar solche,
#*** welche als eine Figur der vorigen Bedeutung,
#*** eigentlich eine Art und Weise bedeuten,
#*** aber hernach auch sehr häufig für die adverbische Form des Beywortes selbst gebraucht werden.
#**** Klärlich, auf eine klare Art, und hernach auch klar, [[d.i.]] deutlich, selbst.
#**** So auch höchlich, gütlich, sichtbarlich, bitterlich weinen, treulich, gänzlich, erstlich, wahrlich, säuberlich, sicherlich, mißlich, freylich, kühnlich, leichtlich, schwerlich
#**** u.s.f.
#*** Wo denn dieses ''-lich'' zuweilen auch solchen Beywörtern angehänget wird,
#**** welche vermittelst der Endungen [[-ig]], [[-bar]], [[-sam]] und [[-haft]] zu Beywörtern gebildet worden;
#***** gleichfalls in der Absicht, Nebenwörter daraus zu bilden.
#****** Ewiglich, inniglich, gnädiglich, listiglich, gehorsamlich, dankbarlich, sichtbarlich
#****** u.s.f.
#**** Im Hochdeutschen sind diese Nebenwörter
#***** größten Theils veraltet,
#***** wenigstens in der edlern Schreibart,
#***** weil man dafür lieber das Beywort in der adverbischen Form selbst gebraucht;
#****** ewig, gnädig, listig,
#****** u.s.f.
#**** Die Oberdeutsche Mundart,
#***** welche die Begriffe und Sylben so gern auf eine unnöthige Art häuft,
#***** gebraucht sie noch ohne alle Einschränkung,
#****** selbst als Beywörter;
#****** ein meineidigliches Betragen, für ein meineidiges,
#****** mächtiglich, fleißiglich,<ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-02-2047 [2047]]</ref> brünstiglich
#****** u.s.f.
#***** Da man denn auch den Beywörtern, welche eigentlich kein [[-ig]] am Ende haben,
#****** vor der Bildung noch ein unnöthiges [[-ig]] aufzudringen,
#****** und an dem ''-lich'' in der adverbischen Gestalt noch ein ''[[-en]]'' zu hängen pflegt;
#******* jämmerlichen, herziglichen, wonniglichen, trauriglichen [[u.s.f.]]
 
=== IV.&nbsp;Partikeln, deren doch nur wenige sind. ===
<p class="zenoPLm4n0">Öffentlich, von offen, widerlich, innerlich, äußerlich, </p>
 
* und vielleicht noch einige andere,
** welche zum Theil aber auch von den gleichlautenden Beywörtern
*** offen, innere, äußere,
*** herkommen können.
 
==== Anm. ====
<p class="zenoPLm4n0">Man muß die mit dieser Sylbe gemachten Wörter </p>
 
* nicht mit denjenigen verwechseln,
** wo einem mit [[-l]] sich endigenden Worte das [[-ig]] angehänget wird.
*** Adelig, kitzelig, billig, selig, hügelig
**** u.s.f.
** kommen von
*** Adel, Kitzel, Bill, Sal und Hügel her,
*** und müßten,
**** wenn sie mit dieser Sylbe zusammen gesetzet werden sollten,
***** adellich, kitzellich, hügellich u.s.f. heißen.
*** Indessen gibt es doch auch Fälle,
**** wo bey einem zusammen kommenden doppelten [[-l]] ([[-ll]])
***** das eine weggeworfen wird,
****** wie in untadelich.
**** In den Hauptwörtern [[Zwillich]] und Drillich
***** ist die letzte Sylbe ein eigenes Hauptwort,
***** welches zu dem Geschlechte des Lat. ''[[licium|Licium]]'' gehöret.
<p class="zenoPLm4n0">Die mit dieser Sylbe verbundenen Wörter </p>
 
* verwandeln die Vocale a, o und u der zweyten und dritten Sylbe vom Ende
* in den meisten Fällen in die verwandten Laute ä, ö, und ü.
** Erträglich, sträflich, nützlich, körperlich
** u.s.f.
* Dagegen viele dieselben unverändert behalten;
** erbaulich, laulich, wunderlich, sonderlich, ordentlich.
<p class="zenoPLm4n0">In sehr vielen Fällen </p>
 
* lassen sich aus diesen Beywörtern vermittelst der Ableitungssylbe [[-keit]] Hauptwörter bilden;
** Höflichkeit, Seligkeit, Beharrlichkeit
** u.s.f. s. [[-keit]].
* Ehedem hängte man nur ein [[-e]] daran, ähnliche Abstracta daraus zu bilden;
** ''Armlichi,'' Notk. Ärmlichkeit,
** Armuth, Elend, ''Sangleiche,'' Melodie, Willeram;
*** welche Form aber veraltet ist.
* Auch Zeitwörter wußte man aus solchen Bey- und Nebenwörtern zu machen.
** ''Guoudlichan, guotlichen,'' gefallen, bey dem Willeram und Notker,
** ''mislichen,'' mißfallen, bey dem Willeram.
** Auch diese sind größten Theils veraltet;
*** doch hat man noch die Zeitwörter
**** ehelichen, verherrlichen,
**** und vielleicht noch einige andere.
<div class="zenoCOAdRight">Es gilt auch von dieser Ableitungssylbe, was von den meisten übrigen gilt,
 
* nehmlich, daß es nicht in unsrer Willkühr stehet,
** nach eigenem Gefallen neue Wörter vermittelst derselben zu bilden,
** obgleich in einigen Fällen, welche aber doch der Analogie sehr genau angemessen seyn müssen, dieses Recht erlaubt ist.
</div><p class="zenoPLm4n0">Diese Ableitungssylbe, </p>
 
* welche bey den ältern Schriftstellern oft [[-leich]], [[-licho]], lautet,
** ist sehr alt,
** und fast in allen Europäischen Sprachen anzutreffen.
* Im Angelsächsischen lautet sie [[-lic]],
** im Engl. [[-ly|-''ly'']]'',''
** im Schwed. und Dän. [[-lig|-''lig'']]'','' und
** im Lat. [[-lis|-''lis'']]'',''
*** ''regalis, puerilis''
*** u.s.f.
* Es ist wohl gewiß,
** daß es eben dasselbe Wort ist,
*** welches mit dem vorgesetzten Gaumenlaute jetzt bey uns gleich lautet,
*** und in vielen der vorhin angezeigten Fälle
**** ist die erste und eigentliche Bedeutung dieses Wortes noch vorhanden,
**** von welcher die übrigen bloß Figuren sind.
**** S. [[gleich]].
* Die Fürwörter
** solch, ''talis,'' und welch, ''qualis,''
** sind mit Ausstoßung des [[-i]] gleichfalls daraus gebildet.
** S. diese Wörter.
* In jähling und vielleicht noch einigen andern
** hat sich ein [[-n]] mit eingeschlichen,
** S. [[-ling]].
</div><div class="zenoCOFooter"><div class="zenoCOFooterLine"><div class="zenoCOFooterLineRight"></div></div></div>

Aktuelle Version vom 8. Dezember 2025, 16:36 Uhr

-l-ich, ger.-deu. als Endsilbe "Erscheinung, Gestalt wie ...";

  • -lich
    • Das adjektivbildende Kompositionssufix
      • ahd. -līh, mhd. -lich,
      • asächs. mnd. -līk,
      • mnl. -lijc, nl. -lijk,
      • aengl. -līc,
      • engl. -ly,
      • anord. -līkr,
        • daraus (wohl nach dem Muster der Adjektive auf -igr) frühzeitig umgestaltetes -ligr,
      • swed. -lig,
      • got. -leiks
    • führt auf germ. *-līka-,
      • das mit dem in Leiche, gleich (s. d.) enthaltenen Substantiv germ. *līka- ‘Körper, Gestalt’ identisch ist.
    • Dieses Kompositionselement bildet im Germ.
      • mit Adjektiven, Adverbien, Partikeln und persönlichen Substantiven Possessivkomposita
      • im Sinne von ‘die Gestalt, die Beschaffenheit habend’,
      • vgl. got. waíraleikō Adv. ‘männlich’,
        • eigentlich ‘den Körper, die Gestalt, die Beschaffenheit eines Mannes habend’,
      • ahd. wīblīh ‘weiblich’, eigentlich ‘die Gestalt einer Frau habend’.
    • ¦√¦ uig. *leyg-;


From Middle High German -lich, from Old High German -līh, from Proto-Germanic *-līkaz. Cognate with English -lyand Dutch -lijk.

From *līką, originally with the sense of 'having the body or form of'.

body

corpse, dead body

From Proto-Indo-European *leyg- (“image, likeness; similar, like”). Cognate with Lithuanian lýgus (“equal, level, flat, even, like”).

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-lich[1]

-lich[2], eine im Deutschen sehr fruchtbare Ableitungssylbe Bey- und Nebenwörter zu bilden,
  • wovon die erstern, wenn es anders die Sache selbst leidet,
    • nach der ordentlichen Regel compariret werden; Compar. -licher, Superl. -lichste.
  • Diejenigen Wörter, welche diese Sylbe annehmen können, sind,

I. Zeitwörter, welche insgesammt, einige wenige ausgenommen,

  • die Sylbe -en,
    • und wenn sie sich auf -ern
    • oder -eln endigen,
    • nur allein das -n, vorher wegwerfen.
  • Sie sind,
  1. Neutra,
    • da denn die daraus gebildeten Bey- und Nebenwörter,
      1. die wirkliche Anwesenheit desjenigen Zustandes bezeichnen, welchen das Zeitwort ausdruckt,
        • und mit dem Mittelworte der gegenwärtigen Zeit oft einerley Bedeutung haben.
          • Tauglich, was wirklich taugt, untauglich,
          • behaglich, was behaget,
          • beharrlich, beharrend,
          • ersprießlich, dienlich, schicklich, sehnlich, hinlänglich, schmerzlich, einträglich,
          • ziemlich, sich ziemend,
          • gebührlich, sehr begehrlich seyn.
        • Einige, besonders Oberdeutsche Wörter dieser Art
          • werden nur allein als Nebenwörter gebraucht.
            • Bittlich einkommen, bittend,
            • beschwerlich vorbringen, beschwerend.
            • Es ist mir erinnerlich.
          • Hierher gehören auch die Nebenwörter,
            • welche von den Desiderativis auf -ern gebildet werden,
            • aber größten Theils eben so niedrig sind, als die Zeitwörter selbst.
              • Es ist mir nicht esserlich, es essert mich nicht, ich habe keine Lust zu essen.
              • So auch speyerlich, kotzerlich, tanzerlich u.s.f.
              • Lächerlich und weinerlich sind von ihnen nur allein in der anständigen Sprechart aufgenommen, haben aber auch noch einige Nebenbedeutungen.
      2. In einigen
        • bezeichnet es bloß die Möglichkeit, in denjenigen Zustand zu gerathen,
          • welchen das Zeitwort ausdruckt.
          • Ein sterblicher Mensch, der sterben kann und muß, die unsterblichen Götter,
          • einer Sache empfänglich seyn, sie empfangen können, das ist mir nicht dienlich, kann mir nicht dienen.

2. Activa.

  • Die davon gebildeten Bey- und Nebenwörter werden so wohl im thätigen als leidendlichen Verstande gebraucht.
    1. Im thätigen.
      • (a) Die Handlung, welche das Zeitwort bezeichnet,
        • wirklich verrichtend, so wie die Mittelwörter der gegenwärtigen Zeit.
          • Erbaulich, beförderlich,
          • eine bewegliche Rede,
          • einem hinderlich seyn,
          • ein verächtliches Kopfnicken,
          • ein verderblicher Krieg,
          • ein betrieglicher Mensch,
          • gedeihlich, vergeßlich, verkleinerlich, schrecklich, erfreulich, befremdlich, schädlich
          • u.s.f.
        • Viele Sprachlehrer haben diese thätige Bedeutung getadelt,
          • und sie ganz auszumerzen angerathen,
          • aber ohne einen triftigen Grund anzuführen.
          • Über dieß sind sie zu zahlreich, und zu allgemein eigeführet,
            • als daß man an eine Abschaffung derselben sollte denken können,
            • wenn auch die Zweydeutigkeit mit den folgenden passiven Bedeutungen dazu Bewegungsgrundes genug wäre.
      • (b) Was die Handlung des Zeitwortes thun,
        • dessen Wirkung hervor bringen kann,
          • in welchem Verstande auch viele der schon angeführten gebraucht werden.
          • Erbaulich, was erbauen kann.
          • So auch schmerzlich, erquicklich, ergetzlich
          • u.s.f.
    2. Im leidendlichen Verstande.
      • (a) Was wirklich gethan wird.
        • Merklich, was bemerket wird.
        • Üblich, gebräuchlich, erforderlich, was geübt, gebraucht, erfordert wird,
        • und andere mehr.
      • (b) Was gethan zu werden verdienet.
        • Eine bedenkliche[3] Sache,
        • ein verächtlicher Mensch,
        • ein bedauerliches Unglück, ein anmerklicher Umstand,
        • eine besorgliche Gefahr,
        • ein erbärmlicher Anblick
        • u.s.f.
      • (c) Noch häufiger aber, was gethan werden kann,
        • so wie die Beywörter auf -bar.
          • Verdaulich, erweislich, ersinnlich, beweglich, glaublich, begreiflich, erdenklich, thunlich, erhörlich bethen, baulich, wohnbar, besorglich
          • u.s.f.
        • Welche in den meisten Fällen im Gegensatze auch das un- vor sich leiden;
          • unverdaulich, unerweislich, unbeweglich
          • u.s.f.
        • Ja man kann nach dieser Form auch verneinende Bey- und Nebenwörter machen,
          • wenn gleich ihr Gegensatz in der bejahenden Form nicht üblich ist.
            • Unverbesserlich, unermeßlich, unverletzlich, unaussprechlich, unerbittlich,
            • untadelich, (eigentlich untadellich,)
            • unerforschlich, unergründlich,
            • und tausend andere mehr,
            • deren bejahende Gegensätze
              • verbesserlich, ermeßlich
              • u.s.f.
              • entweder gar nicht, oder doch nur selten vorkommen.

Anm.

Einige wenige Wörter dieser Art

  • scheinen von dem Mittelworte der gegenwärtigen Zeit gebildet zu seyn;
    • flehentlich, hoffentlich, wissentlich, vermessentlich,
      • von flehend, hoffend u.s.f.
  • in welchem Falle man sie auch richtiger mit einem -d schreiben würde.
    • Allein da sich dieses -t auch im öffentlich und ordentlich findet,
      • ersteres von dem Nebenworte offen, und letzteres vermuthlich von Ordnung,
      • wir auch ein eigenes -t euphonicum haben,
        • welches gerne dem -n nachgesetzet wird, S. t:
      • so scheinen sie vielmehr von dem vollständigen Infinitiv gemacht zu seyn,
        • obgleich auch diese Beybehaltung des -en eine Ausnahme von der Regel ist.

Leserlich und fürchterlich, was gelesen werden kann, was fürchten macht,

  • sind vielleicht die einzigen, welche,
    • vielleicht auch um des Wohllautes willen, noch ein müßiges -er annehmen,
      • für leslich, fürchtlich,
      • wenn nicht dieses letzte vielmehr von dem Hauptworte Furcht gemacht ist.
  • Lächerlich, weinerlich, grauerlich, u.a.m.
    • sind nach der Regel von den Desiderativis lächern, weinern, grauern gebildet.

II. Hauptwörter. Die davon vermittelst dieser Ableitungssylbe gebildeten Bey- und Nebenwörter bezeichnen,

  1. Eine Ähnlichkeit,
    • welches die erste und eigentlichste Bedeutung dieses Wortes ist,
    • und figürlich auch eine in dieser Ähnlichkeit gegründete Sache.
      • Fürstlich leben, wie ein Fürst, königlich speisen, ein herrliches Gastmahl, gräfliche Güter haben, ein männliches Betragen, der kindliche Gehorsam, eine jugendliche Freude, ein väterliches Herz, sehr bürgerlich thun.
      • So auch feyerlich, spöttlich, wunderlich, göttlich, herbstlich, jämmerlich, menschlich, schmerzlich, meisterlich, ehrlich, weltlich u.s.f. Wohin,
  2. Auch diejenigen gehören,
    • welche eine Art und Weise bezeichnen,
    • keine Comparation leiden,
    • und zum Theil nur als Nebenwörter üblich sind.
      • Bildlich, in Gestalt eines Bildes,
      • käuflich, eidlich,
      • nahmentlich, mit Nahmen,
      • das Oberdeutsche nachrichtlich, in Gestalt einer Nachricht,
      • augenblicklich, im Augenblicke,
      • wörtlich, mit Worten, mündlich, mit dem Munde,
      • schriftlich, persönlich
      • u.s.f.
      • Ingleichen jährlich, täglich, monathlich, wöchentlich und stündlich,
        • für alle Jahre, alle Tage, alle Monathe, alle Wochen, alle Stunden,
        • gleichsam jahrweise
      • u.s.f.
  3. Ein Eigenthum,
    • und zuweilen figürlich auch einen darin gegründeten Zustand;
      • gleichfalls ohne Comparation.
        • Die bischöflichen Güter,
        • die fürstliche Würde,
        • die königliche Krone,
        • das gräfliche Wapen,
        • die göttlichen Eigenschaften,
        • die weiblichen Vorrechte,
        • die menschlichen Schwachheiten,
        • häusliche Angelegenheiten,
        • die mitternächtlichen Länder, welche gegen Mitternacht liegen
        • u.s.f.
    • Ohne Zweifel wird diese Ableitungssylbe[4] gemißbraucht,
      • wenn man die damit gebildeten Wörter anstatt des Genitivs eines Hauptwortes gebraucht,
        • so gemein solches auch in vielen Fällen ist.
          • Die churfürstliche Frau Mutter, für, die Frau Mutter des Churfürsten,
          • die fürstlichen Herren Brüder, die Herren Brüder des Fürsten.
        • Oder wohl gar, wenn eine Apposition Statt finden sollte,
          • der königliche Liebhaber, der ein König ist, oder der mit der königlichen Würde begabte Liebhaber. S. königlich.
  4. Einen Besitz und eine darin gegründete Eigenschaft;
    • anstatt der Sylbe -ig.
      • Unglücklich, glücklich, Glück, Unglück habend, Holländ. gelukkig,
      • körperlich, einen Körper habend,
      • füglich, räumlich, ehrlich, gefährlich, zuversichtlich
      • u.s.f.
  5. Eine wirkende Ursache, eine Verursachung.
    • Nützlich, rühmlich, löblich, schändlich, schädlich, schimpflich,
      • was Nutzen, Ruhm, Lob u.s.f. bringt,
    • bedenklich, Bedenken verursachend,
    • gefährlich, Gefahr bringend,
    • abscheulich, Abscheu erweckend,
    • erstaunlich
    • u.s.f.

III. Beywörter, wo diese Sylbe vornehmlich eine doppelte Bedeutung hat.

  1. Bedeutet sie eine Ähnlichkeit,
    • einen dem Begriffe des Beywortes nahe kommenden aber doch geringern Grad.
      • Bräunlich, bläulich, röthlich, schwärzlich, weißlich u.s.f.
        • dem Braunen, Blauen, ähnlich, in diese Farben fallend.
      • Kältlich, ein wenig kalt,
      • kärglich, ein wenig karg,
      • etwas gröblich zerstoßen.
      • So auch süßlich, bitterlich, härtlich, kränklich, länglich, laulich, ältlich, dicklich, breitlich, weichlich, fälschlich, schwächlich,
      • und hundert andere mehr.
    • In vielen Gegenden lautet diese Sylbe,
      • besonders wenn von Farben die Rede ist, -licht,
      • und im Oberdeutschen mit Ausstoßung des Hauches -let;
        • röthlet, weißlet, schwärzlet u.s.f.
        • Die Schweden sagen auf eben dieselbe Art
          • rödlett, hwitlett, für röthlich, weißlich,
          • welche Ihre von dem noch in dieser Sprache gangbaren Hauptworte Let, Lit, die Farbe, ableitet,
          • und es kann seyn, daß im Deutschen ehedem eben ein solches Hauptwort üblich gewesen,
            • von welchem die gedachten Oberdeutschen Beywörter ihr let, leicht und licht entlehnet haben.
            • Im Hochdeutschen werden sie am häufigsten auf -lich gemacht,
              • welches einen eben so guten Verstand gibt.
            • In den Niederdeutschen Mundarten setzet man dafür die Sylbe an- voran,
  2. Hat diese Sylbe
    • auch die Kraft, Nebenwörter aus Beywörtern zu bilden,
      • und zwar solche,
        • welche als eine Figur der vorigen Bedeutung,
        • eigentlich eine Art und Weise bedeuten,
        • aber hernach auch sehr häufig für die adverbische Form des Beywortes selbst gebraucht werden.
          • Klärlich, auf eine klare Art, und hernach auch klar, d.i. deutlich, selbst.
          • So auch höchlich, gütlich, sichtbarlich, bitterlich weinen, treulich, gänzlich, erstlich, wahrlich, säuberlich, sicherlich, mißlich, freylich, kühnlich, leichtlich, schwerlich
          • u.s.f.
        • Wo denn dieses -lich zuweilen auch solchen Beywörtern angehänget wird,
          • welche vermittelst der Endungen -ig, -bar, -sam und -haft zu Beywörtern gebildet worden;
            • gleichfalls in der Absicht, Nebenwörter daraus zu bilden.
              • Ewiglich, inniglich, gnädiglich, listiglich, gehorsamlich, dankbarlich, sichtbarlich
              • u.s.f.
          • Im Hochdeutschen sind diese Nebenwörter
            • größten Theils veraltet,
            • wenigstens in der edlern Schreibart,
            • weil man dafür lieber das Beywort in der adverbischen Form selbst gebraucht;
              • ewig, gnädig, listig,
              • u.s.f.
          • Die Oberdeutsche Mundart,
            • welche die Begriffe und Sylben so gern auf eine unnöthige Art häuft,
            • gebraucht sie noch ohne alle Einschränkung,
              • selbst als Beywörter;
              • ein meineidigliches Betragen, für ein meineidiges,
              • mächtiglich, fleißiglich,[5] brünstiglich
              • u.s.f.
            • Da man denn auch den Beywörtern, welche eigentlich kein -ig am Ende haben,
              • vor der Bildung noch ein unnöthiges -ig aufzudringen,
              • und an dem -lich in der adverbischen Gestalt noch ein -en zu hängen pflegt;
                • jämmerlichen, herziglichen, wonniglichen, trauriglichen u.s.f.

IV. Partikeln, deren doch nur wenige sind.

Öffentlich, von offen, widerlich, innerlich, äußerlich,

  • und vielleicht noch einige andere,
    • welche zum Theil aber auch von den gleichlautenden Beywörtern
      • offen, innere, äußere,
      • herkommen können.

Anm.

Man muß die mit dieser Sylbe gemachten Wörter

  • nicht mit denjenigen verwechseln,
    • wo einem mit -l sich endigenden Worte das -ig angehänget wird.
      • Adelig, kitzelig, billig, selig, hügelig
        • u.s.f.
    • kommen von
      • Adel, Kitzel, Bill, Sal und Hügel her,
      • und müßten,
        • wenn sie mit dieser Sylbe zusammen gesetzet werden sollten,
          • adellich, kitzellich, hügellich u.s.f. heißen.
      • Indessen gibt es doch auch Fälle,
        • wo bey einem zusammen kommenden doppelten -l (-ll)
          • das eine weggeworfen wird,
            • wie in untadelich.
        • In den Hauptwörtern Zwillich und Drillich
          • ist die letzte Sylbe ein eigenes Hauptwort,
          • welches zu dem Geschlechte des Lat. Licium gehöret.

Die mit dieser Sylbe verbundenen Wörter

  • verwandeln die Vocale a, o und u der zweyten und dritten Sylbe vom Ende
  • in den meisten Fällen in die verwandten Laute ä, ö, und ü.
    • Erträglich, sträflich, nützlich, körperlich
    • u.s.f.
  • Dagegen viele dieselben unverändert behalten;
    • erbaulich, laulich, wunderlich, sonderlich, ordentlich.

In sehr vielen Fällen

  • lassen sich aus diesen Beywörtern vermittelst der Ableitungssylbe -keit Hauptwörter bilden;
    • Höflichkeit, Seligkeit, Beharrlichkeit
    • u.s.f. s. -keit.
  • Ehedem hängte man nur ein -e daran, ähnliche Abstracta daraus zu bilden;
    • Armlichi, Notk. Ärmlichkeit,
    • Armuth, Elend, Sangleiche, Melodie, Willeram;
      • welche Form aber veraltet ist.
  • Auch Zeitwörter wußte man aus solchen Bey- und Nebenwörtern zu machen.
    • Guoudlichan, guotlichen, gefallen, bey dem Willeram und Notker,
    • mislichen, mißfallen, bey dem Willeram.
    • Auch diese sind größten Theils veraltet;
      • doch hat man noch die Zeitwörter
        • ehelichen, verherrlichen,
        • und vielleicht noch einige andere.
Es gilt auch von dieser Ableitungssylbe, was von den meisten übrigen gilt,
  • nehmlich, daß es nicht in unsrer Willkühr stehet,
    • nach eigenem Gefallen neue Wörter vermittelst derselben zu bilden,
    • obgleich in einigen Fällen, welche aber doch der Analogie sehr genau angemessen seyn müssen, dieses Recht erlaubt ist.

Diese Ableitungssylbe,

  • welche bey den ältern Schriftstellern oft -leich, -licho, lautet,
    • ist sehr alt,
    • und fast in allen Europäischen Sprachen anzutreffen.
  • Im Angelsächsischen lautet sie -lic,
    • im Engl. -ly,
    • im Schwed. und Dän. -lig, und
    • im Lat. -lis,
      • regalis, puerilis
      • u.s.f.
  • Es ist wohl gewiß,
    • daß es eben dasselbe Wort ist,
      • welches mit dem vorgesetzten Gaumenlaute jetzt bey uns gleich lautet,
      • und in vielen der vorhin angezeigten Fälle
        • ist die erste und eigentliche Bedeutung dieses Wortes noch vorhanden,
        • von welcher die übrigen bloß Figuren sind.
        • S. gleich.
  • Die Fürwörter
    • solch, talis, und welch, qualis,
    • sind mit Ausstoßung des -i gleichfalls daraus gebildet.
    • S. diese Wörter.
  • In jähling und vielleicht noch einigen andern
    • hat sich ein -n mit eingeschlichen,
    • S. -ling.
  1. ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 2045-2048. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000298212; Lizenz: Gemeinfrei, Faksimiles: 2045 | 2046 | 2047 | 2048; Kategorien: Lexikalischer Artikel
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