„Inhalt“ – Versionsunterschied
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[[in]]{{–}}[[halt]] {{fnhdt.-dt.}} m. ‘von einer Form Umschlossenes, Dargestelltes’, 'inne halten, innehalt' | |||
* ist seit dem 15. Jh. belegt neben älterem ''in(ne)haltung(e), innehaltung, inhaltung, innehaltunge, innehaltung'' | |||
** und vielleicht aus diesem rückgebildet (mit Ersatz von ''inne'' durch ''in''), | |||
** vgl. auch ''innehalten'' (von Urkunden und Schriftstücken) ‘enthalten’, s. ''[[in]]''. | |||
* ''Inhalt'' bezeichnet ursprünglich das in einem Schriftstück, einer Aussage, einem Wort (als Bedeutung) Enthaltene, | |||
** seit dem 15. Jh. auch schon als mathematischer Ausdruck die als ''[[Raummaß]]'' oder ''[[Flächenmaß]]'' ermittelte Größe. | |||
= Inhalt = | |||
Ein '''Inhalt''' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Englische_Sprache englisch] content) ist etwas, das sich entweder in einem füllbaren [https://de.wikipedia.org/wiki/Beh%C3%A4ltnis Behältnis] befindet oder von einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Formgebung Form] umschlossen bzw. in ihr enthalten ist. Der Begriff umfasst sowohl [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rper_(Physik) physische] Inhalte (beispielsweise der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wein Wein] in einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Weinflasche Weinflasche]), [https://de.wikipedia.org/wiki/Messbarkeit_(Messtechnik) messbare] Eigenschaften (beispielsweise die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kubatur Kubatur] eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Bauwerk Bauwerks]) als auch nicht physische (abstrakte) Inhalte (beispielsweise der Inhalt eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Buch Buches], eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Schriftst%C3%BCck Schriftstücks] oder eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Datenspeicher Datenspeichers]). Physische Inhalte sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Materielles_Gut materielle Güter], die sich in einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Beh%C3%A4lter Behälter] befinden, etwa zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Lagerhaltung Lagerung] oder für den [https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCterverkehr Transport]. | |||
Bei nicht-physischen Inhalten handelt es sich meist um [https://de.wikipedia.org/wiki/Daten Daten], [https://de.wikipedia.org/wiki/Information Informationen] oder um [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissen Wissen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Erfahrung Erfahrungen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Meinung Meinungen]. Sie können beispielsweise in einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Datei Datei], [https://de.wikipedia.org/wiki/Nachricht Nachricht] oder einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Bild_(Fotografie) Bild] enthalten sein oder auch durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Literatur Literatur] oder ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Kunstwerk Kunstwerk] vermittelt werden. [https://de.wikipedia.org/wiki/Medieninhalt Medieninhalte], insbesondere die der [https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Medien Neuen Medien], erfassen den Informationsgehalt, für den auch der [https://de.wikipedia.org/wiki/Anglizismus Anglizismus] „[https://de.wikipedia.org/wiki/Webinhalt Content]“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Englische_Sprache englisch] für „Inhalt, Gehalt“) benutzt wird. | |||
== Wortherkunft == | |||
Das Wort ''Inhalt'' existierte im Mittelhochdeutschen noch nicht, sondern kann erst im [https://de.wikipedia.org/wiki/14._Jahrhundert 14. Jahrhundert] nachgewiesen werden, als es am 30. Januar 1393 „nach inhaldung diesz brieffes“ vorkam.<ref><span class="reference-text">Preußische Archivverwaltung: ''Publikationen aus den preußischen Staatsarchiven.'' Band 69, 1965, S. 562.</span></ref> Danach erschien es als „innehalt“ in einer Verkaufsurkunde des [https://de.wikipedia.org/wiki/Riedesel Riedesel] [https://de.wikipedia.org/wiki/Bellersheim_(Adelsgeschlecht) Bellersheim] aus dem Jahre 1440.<ref><span class="reference-text"><cite>Inhalt</cite>. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Jacob_Grimm Jacob Grimm], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Grimm Wilhelm Grimm] (Hrsg.): <cite>[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_W%C3%B6rterbuch Deutsches Wörterbuch]</cite>. Band 10: ''H, I, J'' – (IV, 2. Abteilung). S. Hirzel, Leipzig 1877, Sp. 2118–2119 ([https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=Inhalt woerterbuchnetz.de]).</span></ref> In einer Urkunde aus 1448 des Kurfürsten [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_II._(Sachsen) Friedrich II.] ist von „Inhaldung“ die Rede.<ref><span class="reference-text">Eduard Fidicin: ''Berlinische Urkunden von 1261 bis 1550.'' 1837, S. 202.</span></ref> Im Ostfriesischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Urkundenbuch Urkundenbuch] von 1492 wird es als Urkundeninhalt erwähnt („des in orkonde … synt hyrup gemaket 2 nottulen gelicks inneholdes“).<ref><span class="reference-text">''Ostfriesisches Urkundenbuch.'' Band II, 1492, S. 373.</span></ref> Der „jnhalt“ eines Vertrags kam erstmals 1499 in den Urkunden zur Geschichte des [https://de.wikipedia.org/wiki/Schw%C3%A4bischer_Bund Schwäbischen Bundes] vor.<ref><span class="reference-text">Karl Klüpfel (Hrsg.): ''Urkunden zur Geschichte des Schwäbischen Bundes.'' Band 1, 1846, S. 394.</span></ref> Zunächst schien sich der Begriff mit seinen verschiedenen Wortformen ''inhalt, inhald, innehaldt, innehold, inholde'' in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtssprache Rechtssprache] für den Inhalt eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Brief Briefes] oder einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Urkunde Urkunde] zu spezialisieren, wobei diese Wortformen auf eine gemeinsame Wurzel mit dem Ausdruck „inne halten“ hindeuten.<p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Esaias_Pufendorf Friedrich Esaias Pufendorf] erwähnte 1770 den „inhold“ im Zusammenhang mit der Renovierung der Religion durch die Reformation.<ref><span class="reference-text">Friedrich Esaias Pufendorf: ''Observationes Jvris Vniversi: quibus praecipue res iudicatae summi tribunalis regii et electoralis continentur.'' 1770, S. 114.</span></ref> Ersichtlich erwähnte erstmals der [https://de.wikipedia.org/wiki/Lexikografie Lexikograf] [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Christoph_Adelung Johann Christoph Adelung] im Jahre 1775 die verschiedenen Bedeutungsvarianten.<ref><span class="reference-text">Johann Christoph Adelung: ''Versuch eines vollständigen grammatisch-kritischen Wörterbuchs der Hochdeutschen Mundart.'' Band 2, 1775, Sp. 1379 f.</span></ref></p> | |||
== Heutige Begriffsbedeutung und Begriffsverwendung == | |||
<p>Der Inhalt ist ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Abstrakter_Begriff abstrakter], [https://de.wikipedia.org/wiki/Polysemie polysemer] Begriff mit verschiedenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Mehrdeutigkeit mehrdeutigen] Bedeutungsvarianten. Neben seinen physischen, messbaren oder nicht physischen Varianten kann auch der [https://de.wikipedia.org/wiki/Qualit%C3%A4t qualitative] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantit%C3%A4t quantitative] Aspekt eine Rolle spielen. Beim qualitativen Aspekt ist die Frage nach dem wesentlichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Zweck zweckbestimmten] Inhalt zu beantworten ([[Rangordnung]]), beim quantitativen steht die Frage der [https://de.wikipedia.org/wiki/Menge_(Mathematik) Inhaltsmenge] im Vordergrund. Inhalte sind für Interessenten unzureichend, wenn die Qualität und/oder Quantität nicht den [https://de.wikipedia.org/wiki/Anforderung_(Heuristik) Anforderungen] entspricht, und überflüssig, wenn sie entsprechend die Anforderungen übersteigen.</p><p>Häufig ist mit dem Inhalt die [[Bedeutung]] im Gegensatz zur äußerlichen [[Form]] gemeint. Diese ideelle Art von Inhalt wird unter Umständen auch als [[Aussage]], [[Gegenstand]] oder [[Diskussion#Themen und Arten der Diskussion|Thema]] bezeichnet. Die Reduktion des Inhalts auf seinen wesentlichen Kern führt zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles aristotelischen] Begriff der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wesen_(Philosophie) Essenz] und insbesondere der [https://de.wikipedia.org/wiki/Quintessenz_(Philosophie) Quintessenz] („Kernaussage“). Die Frage, welches der wesentliche Inhalt ist, hängt stark vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Kontext_(Sprachwissenschaft) Kontext], speziell dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Interesse_(Psychologie) Interesse] und Vorwissen des Fragenden ab. Die Frage nach dem ''eigentlichen'' Inhalt im Allgemeinfall ist unter anderem Gegenstand der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie Philosophie]. Die Antwort ist eng verbunden mit der Frage nach der Bedeutung und [https://de.wikipedia.org/wiki/Wertung Bewertung] des Inhalts. In der [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84sthetik Ästhetik] stellt sich beispielsweise die Frage nach dem Verhältnis zwischen Inhalt und Form:</p><blockquote><p>„kommt bei dem Werte eines Kunstwerkes als solchen etwas wesentlich auf die Beschaffenheit des Inhaltes, den es darstellt, den Wert der Idee, die sich darin ausspricht, nicht vielmehr Alles auf die Form an, in welcher der Inhalt sich darstellt“</p><p>– <cite>[https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Theodor_Fechner Gustav Theodor Fechner]: [https://psychologie.lw.uni-leipzig.de/wundt/opera/fechner/vrschul2/VAesth21.htm ''Vorschule der Ästhetik.''] Verlag von Breitkopf & Härtel, 1876, Kapitel XXI.</cite></p></blockquote><p>Gelegentlich sind mit dem Inhalt auch ein [[Fassungsvermögen]] (etwa die [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrische_Kapazit%C3%A4t elektrische Kapazität]), eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Physikalische_Gr%C3%B6%C3%9Fe Größe] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Umfang_(Geometrie) Umfang]) oder ein Anteil gemeint. Diese Inhalte lassen sich exakt definieren, der entsprechende Zweig in der Mathematik ist die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ma%C3%9Ftheorie Maßtheorie]. In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Geometrie Geometrie] steht ''Inhalt'' oft kurz für den [https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%A4cheninhalt Flächeninhalt] (die Fläche) einer ebenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Geometrische_Figur Figur] oder den [https://de.wikipedia.org/wiki/Rauminhalt Rauminhalt] (das [https://de.wikipedia.org/wiki/Volumen Volumen]) eines Körpers. In der mathematischen Fachsprache unterscheidet man in diesem Zusammenhang zwischen dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Jordansche_Regel Jordanschen Inhalt] (siehe auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Riemann-Integral Riemann-Integral]) und dem allgemeiner anwendbaren [https://de.wikipedia.org/wiki/Lebesgue-Integral Lebesgue-Integral].</p><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Adjektiv adjektivische] Verwendung ''[[inhaltlich]]'' zielt auf eine Unterscheidung zur äußeren Form ab ''([[formal]]'' oder ''[[äußerlich]])''. Als ''inhaltslos'' oder ''inhaltsleer'' wird etwas Bedeutungsloses ohne wesentliche Aussage bezeichnet, ''inhaltsschwer'' sind dagegen die mit (zu) viel Inhalt versehenen [[Texte]].</p><div class="mw-heading mw-heading2"> | |||
== Beschreibung von Begriffen == | |||
</div>{{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=Beschreibung von Begriffen}} | |||
== Inhalt im Recht == | |||
{{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=Inhalt im Recht}} | |||
== Kontrolle von Inhalten == | |||
Insbesondere bei Stoffen, die auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheit Gesundheit] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Umwelt Umwelt] schädlich sein können, ist sicherzustellen, dass Inhalte nicht unkontrolliert entweichen. Beim Transport von [https://de.wikipedia.org/wiki/Gefahrgut Gefahrgut] müssen dafür besondere Vorkehrungen getroffen werden. Ist die Verpackung beispielsweise durch ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Hohlraum Loch] beschädigt oder durchlässig, so dass der Inhalt austreten kann, spricht man bei größeren Systemen auch von einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Leck Leck]. Die Abgabe von Inhaltsstoffen kann allerdings zum Beispiel bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittel Arzneimitteln] auch gewollt erfolgen. | |||
Auch bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Information Informationen] kann eine Kontrolle der Inhalte gewollt ([https://de.wikipedia.org/wiki/Zensur_(Informationskontrolle) Zensur], [https://de.wikipedia.org/wiki/Datenschutz Datenschutz]) oder nicht gewollt ([https://de.wikipedia.org/wiki/Informationsfreiheit Informationsfreiheit], [https://de.wikipedia.org/wiki/Auskunftspflicht Auskunftspflicht]) sein. Vor allem bei nicht-physischen Inhalten lässt sich die Frage stellen, ob [https://de.wikipedia.org/wiki/Eigentum Eigentumsrecht] in Form von immateriellen Monopolrechten ([https://de.wikipedia.org/wiki/Geistiges_Eigentum geistiges Eigentum]) an ihnen geltend gemacht werden können oder nicht. Dort, wo Inhalte in allgemeiner Form Teil der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsprechung Rechtsprechung] sein können, muss in [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz Gesetzen] klar geregelt werden, was als Inhalt zu verstehen ist und was nicht. Im bundesdeutschen [https://de.wikipedia.org/wiki/Teledienstegesetz Gesetz über die Nutzung von Telediensten] (TDG) werden unter Inhalten beispielsweise alle [https://de.wikipedia.org/wiki/Daten Daten] verstanden, die beim [https://de.wikipedia.org/wiki/Nutzer Nutzer] eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Teledienst Teledienstes] ankommen, außer denen, die mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Daten%C3%BCbertragung Übertragungsvorgang] an sich zusammenhängen. | |||
== Inhaltsanalyse und -kennzeichnung == | |||
[https://de.wikipedia.org/wiki/Inhaltsanalyse Inhaltsanalysen] sind eine wissenschaftliche Forschungsmethode und helfen bei der Auswertung von mehr oder weniger komplexen [https://de.wikipedia.org/wiki/Sachverhalt Sachverhalten]. Es handelt sich um eine empirische Methode zur systematischen, intersubjektiv nachvollziehbaren Beschreibung inhaltlicher und formaler Merkmale von Informationen.<ref><span class="reference-text">Werner Früh: ''Inhaltsanalyse: Theorie und Praxis.'' 2015, S. 29 ([https://books.google.de/books?id=bp-eDQAAQBAJ&pg=PA5&dq=inhalt+inhaltsanalyse&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=inhalt%20inhaltsanalyse&f=false books.google.de]).</span></ref> Insbesondere in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunikationswissenschaft Kommunikations-] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Medienwissenschaft Medienwissenschaften] bedient man sich der Inhaltsanalyse, aber auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologie Psychologie] (Auswertung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Test Testprotokollen]), [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychiatrie Psychiatrie] (Analyse von [https://de.wikipedia.org/wiki/Interview Patienteninterviews]) oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpsychologie Sozialpsychologie] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Lesbarkeit Lesbarkeit]) wenden sie an.<ref><span class="reference-text">Werner Früh: ''Inhaltsanalyse: Theorie und Praxis.'' 2015, S. 14.</span></ref> | |||
Teilweise lassen sich bereits Schlüsse von der äußeren Form eines Behälters (z. B. einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Verpackung Verpackung]) oder von einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Bezeichnung Bezeichnung] auf den eigentlichen Inhalt ziehen. Dies kann allerdings auch zu Fehlschlüssen führen. Beispielsweise soll mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Mogelpackung Mogelpackungen] ein anderer Inhalt vorgegaukelt werden. | |||
Zur Kennzeichnung von Inhalten dienen [https://de.wikipedia.org/wiki/Metadaten Metadaten], also Informationen über den Inhalt. Beispiele hierfür sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Packungsbeilage Beipackzettel]und [https://de.wikipedia.org/wiki/Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnisse], die die einzelnen [https://de.wikipedia.org/wiki/Bestandteil Bestandteile] eines Stoffes auflisten. Inhaltsstoffe können [https://de.wikipedia.org/wiki/Wirkstoff Wirkstoffe] sein, also [https://de.wikipedia.org/wiki/Substanz Substanzen], die auf einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Organismus Organismus] eine spezifische [https://de.wikipedia.org/wiki/Wirkung_(Pharmakologie) Wirkung] ausüben. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Nomenklatur_f%C3%BCr_kosmetische_Inhaltsstoffe Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe] regelt die korrekte Angabe der Inhaltsstoffe bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmetik Kosmetika]. | |||
=== Lebensmittel === | |||
Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensmittelchemie Lebensmittelchemie] befasst sich unter anderem mit der stofflichen Inhaltsanalyse von [https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensmittel Lebensmitteln], um deren [https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensmittel#Inhaltsstoffe Inhaltsstoffe] zu ermitteln. | |||
Angabepflichten durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Hersteller Hersteller] ergeben sich für Lebensmittel aus der [https://de.wikipedia.org/wiki/EU-Lebensmittelinformationsverordnung EU-Lebensmittelinformationsverordnung]. Als Inhaltsstoffe gelten im Lebensmittelrecht jene [https://de.wikipedia.org/wiki/Zutat Zutaten], die gemäß Art. 2 Abs. 2f <span class="plainlinks-print">[https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32011R1169 Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2011]</span> in einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Zutatenliste Zutatenliste] aufzuführen sind. | |||
<span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%A4hrwertkennzeichnung Nährwertkennzeichnung] | |||
== Lit. == | |||
* Daniel Alder u. a. (Hrsg.): ''Inhalt. Perspektiven einer categoria non grata im philologischen Diskurs.'' Königshausen & Neumann, Würzburg 2015, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783826056567 ISBN 978-3-8260-5656-7]. | |||
== Webl. == | |||
'''[https://de.wikiquote.org/wiki/Inhalt Wikiquote: Inhalt]''' – Zitate | |||
'''[https://de.wiktionary.org/wiki/Inhalt Wiktionary: Inhalt]''' – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen | |||
* [https://www.dwds.de/wb/Inhalt ''Inhalt.''] In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Digitales_W%C3%B6rterbuch_der_deutschen_Sprache Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache].''<div class="mw-heading mw-heading2">{{Anmrkng Enzlnchws}}</div> | |||
Aktuelle Version vom 8. Dezember 2025, 17:05 Uhr
in–halt fnhdt.-dt. m. ‘von einer Form Umschlossenes, Dargestelltes’, 'inne halten, innehalt'
- ist seit dem 15. Jh. belegt neben älterem in(ne)haltung(e), innehaltung, inhaltung, innehaltunge, innehaltung
- und vielleicht aus diesem rückgebildet (mit Ersatz von inne durch in),
- vgl. auch innehalten (von Urkunden und Schriftstücken) ‘enthalten’, s. in.
- Inhalt bezeichnet ursprünglich das in einem Schriftstück, einer Aussage, einem Wort (als Bedeutung) Enthaltene,
- seit dem 15. Jh. auch schon als mathematischer Ausdruck die als Raummaß oder Flächenmaß ermittelte Größe.
Inhalt
Ein Inhalt (englisch content) ist etwas, das sich entweder in einem füllbaren Behältnis befindet oder von einer Form umschlossen bzw. in ihr enthalten ist. Der Begriff umfasst sowohl physische Inhalte (beispielsweise der Wein in einer Weinflasche), messbare Eigenschaften (beispielsweise die Kubatur eines Bauwerks) als auch nicht physische (abstrakte) Inhalte (beispielsweise der Inhalt eines Buches, eines Schriftstücks oder eines Datenspeichers). Physische Inhalte sind materielle Güter, die sich in einem Behälter befinden, etwa zur Lagerung oder für den Transport.
Bei nicht-physischen Inhalten handelt es sich meist um Daten, Informationen oder um Wissen, Erfahrungen und Meinungen. Sie können beispielsweise in einer Datei, Nachricht oder einem Bild enthalten sein oder auch durch Literatur oder ein Kunstwerk vermittelt werden. Medieninhalte, insbesondere die der Neuen Medien, erfassen den Informationsgehalt, für den auch der Anglizismus „Content“ (englisch für „Inhalt, Gehalt“) benutzt wird.
Wortherkunft
Das Wort Inhalt existierte im Mittelhochdeutschen noch nicht, sondern kann erst im 14. Jahrhundert nachgewiesen werden, als es am 30. Januar 1393 „nach inhaldung diesz brieffes“ vorkam.[1] Danach erschien es als „innehalt“ in einer Verkaufsurkunde des Riedesel Bellersheim aus dem Jahre 1440.[2] In einer Urkunde aus 1448 des Kurfürsten Friedrich II. ist von „Inhaldung“ die Rede.[3] Im Ostfriesischen Urkundenbuch von 1492 wird es als Urkundeninhalt erwähnt („des in orkonde … synt hyrup gemaket 2 nottulen gelicks inneholdes“).[4] Der „jnhalt“ eines Vertrags kam erstmals 1499 in den Urkunden zur Geschichte des Schwäbischen Bundes vor.[5] Zunächst schien sich der Begriff mit seinen verschiedenen Wortformen inhalt, inhald, innehaldt, innehold, inholde in der Rechtssprache für den Inhalt eines Briefes oder einer Urkunde zu spezialisieren, wobei diese Wortformen auf eine gemeinsame Wurzel mit dem Ausdruck „inne halten“ hindeuten.
Friedrich Esaias Pufendorf erwähnte 1770 den „inhold“ im Zusammenhang mit der Renovierung der Religion durch die Reformation.[6] Ersichtlich erwähnte erstmals der Lexikograf Johann Christoph Adelung im Jahre 1775 die verschiedenen Bedeutungsvarianten.[7]
Heutige Begriffsbedeutung und Begriffsverwendung
Der Inhalt ist ein abstrakter, polysemer Begriff mit verschiedenen mehrdeutigen Bedeutungsvarianten. Neben seinen physischen, messbaren oder nicht physischen Varianten kann auch der qualitative und der quantitative Aspekt eine Rolle spielen. Beim qualitativen Aspekt ist die Frage nach dem wesentlichen zweckbestimmten Inhalt zu beantworten (Rangordnung), beim quantitativen steht die Frage der Inhaltsmenge im Vordergrund. Inhalte sind für Interessenten unzureichend, wenn die Qualität und/oder Quantität nicht den Anforderungen entspricht, und überflüssig, wenn sie entsprechend die Anforderungen übersteigen.
Häufig ist mit dem Inhalt die Bedeutung im Gegensatz zur äußerlichen Form gemeint. Diese ideelle Art von Inhalt wird unter Umständen auch als Aussage, Gegenstand oder Thema bezeichnet. Die Reduktion des Inhalts auf seinen wesentlichen Kern führt zum aristotelischen Begriff der Essenz und insbesondere der Quintessenz („Kernaussage“). Die Frage, welches der wesentliche Inhalt ist, hängt stark vom Kontext, speziell dem Interesse und Vorwissen des Fragenden ab. Die Frage nach dem eigentlichen Inhalt im Allgemeinfall ist unter anderem Gegenstand der Philosophie. Die Antwort ist eng verbunden mit der Frage nach der Bedeutung und Bewertung des Inhalts. In der Ästhetik stellt sich beispielsweise die Frage nach dem Verhältnis zwischen Inhalt und Form:
„kommt bei dem Werte eines Kunstwerkes als solchen etwas wesentlich auf die Beschaffenheit des Inhaltes, den es darstellt, den Wert der Idee, die sich darin ausspricht, nicht vielmehr Alles auf die Form an, in welcher der Inhalt sich darstellt“
– Gustav Theodor Fechner: Vorschule der Ästhetik. Verlag von Breitkopf & Härtel, 1876, Kapitel XXI.
Gelegentlich sind mit dem Inhalt auch ein Fassungsvermögen (etwa die elektrische Kapazität), eine Größe (Umfang) oder ein Anteil gemeint. Diese Inhalte lassen sich exakt definieren, der entsprechende Zweig in der Mathematik ist die Maßtheorie. In der Geometrie steht Inhalt oft kurz für den Flächeninhalt (die Fläche) einer ebenen Figur oder den Rauminhalt (das Volumen) eines Körpers. In der mathematischen Fachsprache unterscheidet man in diesem Zusammenhang zwischen dem Jordanschen Inhalt (siehe auch Riemann-Integral) und dem allgemeiner anwendbaren Lebesgue-Integral.
Die adjektivische Verwendung inhaltlich zielt auf eine Unterscheidung zur äußeren Form ab (formal oder äußerlich). Als inhaltslos oder inhaltsleer wird etwas Bedeutungsloses ohne wesentliche Aussage bezeichnet, inhaltsschwer sind dagegen die mit (zu) viel Inhalt versehenen Texte.
Beschreibung von Begriffen
Inhalt im Recht
Kontrolle von Inhalten
Insbesondere bei Stoffen, die auf Gesundheit oder Umwelt schädlich sein können, ist sicherzustellen, dass Inhalte nicht unkontrolliert entweichen. Beim Transport von Gefahrgut müssen dafür besondere Vorkehrungen getroffen werden. Ist die Verpackung beispielsweise durch ein Loch beschädigt oder durchlässig, so dass der Inhalt austreten kann, spricht man bei größeren Systemen auch von einem Leck. Die Abgabe von Inhaltsstoffen kann allerdings zum Beispiel bei Arzneimitteln auch gewollt erfolgen.
Auch bei Informationen kann eine Kontrolle der Inhalte gewollt (Zensur, Datenschutz) oder nicht gewollt (Informationsfreiheit, Auskunftspflicht) sein. Vor allem bei nicht-physischen Inhalten lässt sich die Frage stellen, ob Eigentumsrecht in Form von immateriellen Monopolrechten (geistiges Eigentum) an ihnen geltend gemacht werden können oder nicht. Dort, wo Inhalte in allgemeiner Form Teil der Rechtsprechung sein können, muss in Gesetzen klar geregelt werden, was als Inhalt zu verstehen ist und was nicht. Im bundesdeutschen Gesetz über die Nutzung von Telediensten (TDG) werden unter Inhalten beispielsweise alle Daten verstanden, die beim Nutzer eines Teledienstes ankommen, außer denen, die mit dem Übertragungsvorgang an sich zusammenhängen.
Inhaltsanalyse und -kennzeichnung
Inhaltsanalysen sind eine wissenschaftliche Forschungsmethode und helfen bei der Auswertung von mehr oder weniger komplexen Sachverhalten. Es handelt sich um eine empirische Methode zur systematischen, intersubjektiv nachvollziehbaren Beschreibung inhaltlicher und formaler Merkmale von Informationen.[1] Insbesondere in den Kommunikations- und Medienwissenschaften bedient man sich der Inhaltsanalyse, aber auch die Psychologie (Auswertung von Testprotokollen), Psychiatrie (Analyse von Patienteninterviews) oder Sozialpsychologie (Lesbarkeit) wenden sie an.[2]
Teilweise lassen sich bereits Schlüsse von der äußeren Form eines Behälters (z. B. einer Verpackung) oder von einer Bezeichnung auf den eigentlichen Inhalt ziehen. Dies kann allerdings auch zu Fehlschlüssen führen. Beispielsweise soll mit Mogelpackungen ein anderer Inhalt vorgegaukelt werden.
Zur Kennzeichnung von Inhalten dienen Metadaten, also Informationen über den Inhalt. Beispiele hierfür sind Beipackzettelund Inhaltsverzeichnisse, die die einzelnen Bestandteile eines Stoffes auflisten. Inhaltsstoffe können Wirkstoffe sein, also Substanzen, die auf einen Organismus eine spezifische Wirkung ausüben. Die Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe regelt die korrekte Angabe der Inhaltsstoffe bei Kosmetika.
Lebensmittel
Die Lebensmittelchemie befasst sich unter anderem mit der stofflichen Inhaltsanalyse von Lebensmitteln, um deren Inhaltsstoffe zu ermitteln.
Angabepflichten durch die Hersteller ergeben sich für Lebensmittel aus der EU-Lebensmittelinformationsverordnung. Als Inhaltsstoffe gelten im Lebensmittelrecht jene Zutaten, die gemäß Art. 2 Abs. 2f Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2011 in einer Zutatenliste aufzuführen sind.
Siehe auch: Nährwertkennzeichnung
Lit.
- Daniel Alder u. a. (Hrsg.): Inhalt. Perspektiven einer categoria non grata im philologischen Diskurs. Königshausen & Neumann, Würzburg 2015, ISBN 978-3-8260-5656-7.
Webl.
Wikiquote: Inhalt – Zitate
Wiktionary: Inhalt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
- Inhalt. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.== Einzelnachweise ==
- ↑ Werner Früh: Inhaltsanalyse: Theorie und Praxis. 2015, S. 29 (books.google.de).
- ↑ Werner Früh: Inhaltsanalyse: Theorie und Praxis. 2015, S. 14.