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„WTH/Die ideale Sprechsituation“ – Versionsunterschied

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Aktuelle Version vom 17. August 2026, 08:22 Uhr

  1. ↑ Ich verwende hier den Ausdruck "theoretische Erklärung" extensiv; er soll ebenso die Erklärung von Phänomenen mit Hilfe von beobachteten Regelmäßigkeiten, einzelnen Hypothesen oder geschlossenen Theorien, wie auch die Erklärung von theoretischen Sätzen und Theorien mit Hilfe anderer Theorien umfassen, solange es sich um Argumente innerhalb eines gegebenen Sprachsystems handelt.
  2. ↑ Der systematische Zusammenhang von Theorie der Wissenschaften und theoretischer Wissenschaftsgeschichte stellt sich in den Diskussionen zwischen Kuhn und Popper und anderen Beteiligten (wie vor allem Lakatos und Toulmin) immer deutlicher heraus. Vgl. dazu auch die interessanren Bemerkungen von R. Bubner, Dialektische Elemente einer Forschungslogik, in: Dialektik und Wissenschaft, Frankfurt a. M. 1972, S. 129 ff.
  3. ↑ Vgl. O. Schwemmer, Philosophie der Praxis, Frankfurt a.M. 1971.
  4. ↑ W. Schulz schließt sich (Philosophie in der veränderten Welt, a. a. O., S. 173 ff.) Bedenken gegen die "erschreckende Irrealität" der Unterstellungen der idealen Sprechsituation (oder des reinen kommunikativen Handelns) an. Wenn dieser Einwand prinzipiell gemeint ist, drückt er den Zweifel daran aus, ob ich die Beweislast für den quasitranszendentalen Charakter, den ich dem universalpragmatischen Regelsystem zuschreibe, auch tragen kann. Um zu zeigen, daß wir, indem wir in einen Diskurs eintreten, jene zugleich unvermeidlichen und allgemeinen Präsuppositionen vornehmen, die ideale Sprechsituationen erfüllen müssen, wähle ich in dem vorliegenden Aufsatz den Weg der Verteidigung einer Konsenstheorie der Wahrheit. Gewisse Parallelen ergeben sich übrigens zwischen idealer Sprechsituation und der Struktur der "original position", die John Rawls (A Theory of Justice, Oxford 1972, S. 118 ff.) für seine vertragstheoretische Begründung der Ethik in Anspruch nimmt. Soweit der Einwand von Schulz aber pragmatisch gemeint ist, she ich meinerseits keinen Grund zum Widerspruch: die Institutionalisierung von Diskursen gehört offensichtlich zu den schwierigsten und gefährdetsten Innovationen der Menschheitsgeschichte. Vgl. meine Einleitung zur Neuausgabe von "Theorie und Praxis", Frankfurt/Main 1971, S. 31 ff. und meine Replik auf R. Spaemann, jetzt in der Aufsatzsammlung "Kritik und Kultur", Frankfurt/Main 1973, S. 378 ff.
  5. ↑ Nämlich eine kommunikative Lebensform, die dadurch charakrerisiert ist, daß die Gcltung aller politisch folgenreichen Handlungsnormen von diskursiven Willensbildungsprozessen abhängig gemacht werden kann. Zusatz 1983: vgl. dagegen oben S. 126, Fußnote 94.
  6. ↑ Vgl. Erkenntnis und Interesse. Kap. 10 und 11 und die Einleitung zur Neuausgabe von "Theorie und Praxis" Frankfurt a.M. 1971.