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klein

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 8. Juni 2025 um 13:33 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge) (Textersetzung - „{{ahdt.-dt.}}“ durch „Sprachstufe::ahd.-deu.“).
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k-lein Adj. ahd.-deu. 'winzig, wenig, lütt'

  • ‘von geringem Ausmaß,
  • von geringer Größe (an Raum und Zeit, Gewicht, Zahl und Wert),
  • jung, nicht erwachsen, unbedeutend’,
    • ahd. kleini ‘glänzend, glatt, sauber, sorgfältig, zierlich, dünn, gering’ (9. Jh.),
      • Anm. KF: vgl. kleinī* 39, ahd., st. F. (ī): nhd. Schönheit, Schönheitssinn, Erfahrung, Beweis, Beweiskraft, Schlauheit, Scharfsinn, Kenntnis, Geschicklichkeit, feiner Sinn, tiefer Sinn, Arglist;
    • mhd. klein(e) ‘rein, niedlich, zierlich, fein, hübsch, scharfsinnig, klug, unansehnlich, gering, schwach’,
    • asächs. klēni ‘zart, schlank, klug, scharfsinnig’,
    • mnd. klēne ‘dünn, zierlich, wenig’,
    • mnl. cleine, clēne,
    • nl. klein ‘klein, gering, wenig’,
    • aengl. clǣne ‘rein, keusch, unschuldig, klar, offen, treu’,
    • engl. clean ‘rein, sauber’
  • führen auf den nur im Westgerm. auftretenden ja-Stamm
    • germ. *klainja-,
  • der sich außergerm. mit
    • griech. glainó͞i (γλαινοί) Plur. ‘Schmuck (an der Kopfbedeckung, am Helm)’
  • vergleicht und mit ableitendem Nasal zu uig. *g̑ləi-,
    • einer erweiterten Form der Wurzel uig. *g̑el(ə)- ‘hell, heiter glänzen, heiter sein, lächeln, lachen’, gehören kann, vgl.
      • armen. całr ‘Gelächter’,
      • griech. gelā́n (γελᾶν) ‘lachen’, aglaós (ἀγλαός) ‘glänzend, herrlich’, glḗnos (γλῆνος) ‘Prachtstück’.
    • ‘Glänzend’ geht im Westgerm. über zu ‘rein, sauber’ (wie noch in engl. clean),
      • woraus sich im Dt. die zahlreichen weiteren Bedeutungen entwickeln.
    • Anm. KF: zu uig. *gleh₁y- „spalten, kleben“;
    • Aber auch Anschluß an unter kleben (s. d.) angeführtes uig. *glei- ‘kleben, schmieren’
      • bei Verwandtschaft mit den Nasalableitungen
        • griech. glínē (γλίνη) ‘Leim’,
        • aslaw. glinьnъ ‘tönern, irden’,
        • russ. (landschaftlich) glína (глина) ‘Lehm, Ton’
      • wird erwogen, wobei ein Bedeutungsübergang von ‘geschmiert, verschmiert, verputzt’ zu ‘glänzend (vor Fettigkeit), glatt, rein’ vorauszusetzen wäre.
  • Aus ‘fein, zierlich, niedlich’ (mhd.) entwickelt sich klein zum Gegenwort von groß.

Anmewrkung Adelung z. klein

Anm. Bey dem Notker und Willeram chlein, im Schwabenspiegel clain, im Nieders. kleen, im Schwed. klen. Das k ist ein Vorsatz oder vielmehr ein bloßer müßiger Vorschlag. Das Stammwort ist noch in dem Nieders. leen, Angels. laene, hlaene, Engl. lean, mager, und in der Hochdeutschen verkleinernden Endung lein vorhanden. S. -Lein. In den Mundarten gibt es noch verschiedene andere Wörter den Begriff des klein in dessen eigentlichen Bedeutung auszudrucken. Dahin gehören das Oberdeutsche winzig, (S. Wenig,) das Baierische putzlich, klein und dick, Lat. pusillus, das Nieders. vöge, im Tatian fohe, im Angels. fea, im Engl. few, und das gleichfalls Nieders. lütt, lüttje, lüttik, bey dem Ulphilas leitil, bey den ältern Oberdeutschen lutzel, lüzzel, im Angels. lyt, im Griech. λιτος.

Es kann dieses Beywort in der eigentlichen Bedeutung, so wie groß, mit allen Beschaffenheitswörtern zusammen gesetzet werden, in welchen die Sache es verstattet, selbst mit solchen, welche außer der Zusammensetzung nicht üblich sind; kleinährig, kleine Ähren habend, kleinblümig, kleine Blumen habend, kleinblätterig, kleinsamig, kleinäugig, kleinfüßig, kleinköpfig, und tausend andere mehr, deren Anführung hier wohl niemand erwarten wird.

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