Francesco Patrizi da Cherso/Werke
Die meisten Schriften Patrizis sind in italienischer Sprache abgefasst, die übrigen lateinisch. Zum lateinischen Teil des Œuvres zählen vor allem zwei monumentale Werke: die Discussiones peripateticae, eine umfangreiche Kampfschrift gegen den Aristotelismus, und die Nova de universis philosophia, die unvollendet gebliebene Gesamtdarstellung seiner Lehre.
Der Kampf gegen den Aristotelismus war ein zentrales Anliegen Patrizis, das allenthalben in seinen Texten hervortritt. Er wollte nicht nur einzelne Lehren des antiken Denkers widerlegen, sondern dessen gesamtes System zum Einsturz bringen. Eigens zu diesem Zweck verfasste er eine polemische Schrift, die er Discussiones peripateticae (Peripatetische Untersuchungen) nannte, womit er auf den Peripatos, die Philosophenschule des Aristoteles, Bezug nahm. Den ersten Impuls dazu gab ihm ein Wunsch seines Schülers Zaccaria Mocenigo, der ihn bat, eine Geschichte des Aristoteles zu schreiben. Diese Bitte erfüllte Patrizi mit der Urfassung der Discussiones, einer kritischen Untersuchung des Lebens und der Werke des griechischen Philosophen, die er 1571 in Venedig publizierte. Später griff er nach langer Unterbrechung die systematische Analyse des Aristotelismus erneut auf und erweiterte seinen ursprünglichen Text zu einer umfassenden Kritik an der peripatetischen Weltdeutung. Bei diesem Ausbau des Projekts wurden die 1571 gedruckten Discussiones als erster Band in ein vierbändiges Gesamtwerk übernommen, das Patrizi 1581 in Basel bei Pietro Perna im Folioformat drucken ließ. Damit legte er eine polemische Schrift vor, die zugleich als Handbuch des Aristotelismus angelegt war.[1]
Der erste Band besteht aus dreizehn Büchern. Das erste Buch bietet eine ausführliche Lebensbeschreibung des Aristoteles, das zweite ein Werkverzeichnis. Die folgenden sieben Bücher enthalten philologische Untersuchungen. Dort geht es um die Klärung der Fragen, welche der traditionell Aristoteles zugeschriebenen Schriften tatsächlich von ihm stammen, welche Werktitel authentisch sind und wie die Schriften systematisch zu ordnen sind. Für die Unterscheidung der echten von den unechten Schriften legt Patrizi eine Reihe von stilistischen, inhaltlichen und historischen Kriterien fest.[2] Besonderes Augenmerk gilt den Fragmenten aus verlorenen Werken des griechischen Denkers, die in späterer antiker Literatur überliefert sind. Sie sind in großer Zahl zusammengestellt. Das zehnte Buch behandelt die Rezeptionsgeschichte. Die letzten drei Bücher sind den verschiedenen Methoden gewidmet, die für die Auslegung der Lehre und für ein aristotelisches Philosophieren in Betracht kommen.[3]
Im zweiten Band vergleicht Patrizi die peripatetische Philosophie mit älteren Lehren, vor allem dem Platonismus. Seine Absicht ist, Aristoteles als Plagiator und Kompilator zu diskreditieren. Dabei drückt er sich aber vorsichtig aus, denn dieser Band ist seinem Freund und Kollegen Antonio Montecatino gewidmet, dem Inhaber des Lehrstuhls für aristotelische Philosophie in Ferrara. Einen Kontrast dazu bietet die offene, heftige Polemik in den letzten beiden Bänden, in denen der Autor seine Zurückhaltung aufgibt. Der dritte Band stellt die peripatetischen Lehren als unvereinbar mit denen der Vorsokratiker und Platons dar. Patrizi bespricht die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Autoritäten anhand einer Fülle von gegensätzlichen Aussagen, wobei er stets die Ansicht des Aristoteles für falsch erklärt. Aus seiner Sicht ist der Aristotelismus eine geistesgeschichtliche Verfallserscheinung, eine Verfälschung und Zerstörung der Erkenntnisse früherer Denker. Das vierte Buch dient dem Nachweis von Irrtümern in der aristotelischen Naturphilosophie.[4]
Bei der Auseinandersetzung mit dem peripatetischen Denken legt Patrizi Wert darauf, die Lehrmeinungen des Aristoteles unmittelbar dessen eigenen Worten zu entnehmen und sich nicht – wie seit dem Mittelalter üblich – von den Interpretationen der zahlreichen Kommentatoren beeinflussen zu lassen.[5] Überdies fordert er, die jeweilige Auffassung des Aristoteles nicht, wie bisher üblich, nur durch eine einzige Aussage zu belegen, sondern möglichst alle einschlägigen Äußerungen des Philosophen heranzuziehen.[6] In den Discussiones peripateticae geht Patrizi nicht konsequent von einem platonischen Alternativsystem zum Aristotelismus aus, sondern macht sich auch Argumente zunutze, die auf nichtplatonischem, eher nominalistischem und empiristischem Gedankengut fußen.[7] Philosophiegeschichtlich sieht er eine verhängnisvolle Entwicklung: Die ersten Schüler des Aristoteles hätten noch selbstständig gedacht und ihrem Lehrer auch widersprochen; später habe sich jedoch Alexander von Aphrodisias vorbehaltlos dem Schulgründer hingegeben und damit auf freies Denken verzichtet. Die ersten mittelalterlichen arabischsprachigen Interpreten, Avicenna, Avempace und Alfarabi, seien noch relativ unbefangen gewesen, doch dann habe Averroes die absolute Autorität des Aristoteles proklamiert und damit dem unfruchtbaren scholastischen Aristotelismus den Weg gewiesen.[8]
Das vernichtende Urteil über die aristotelische Philosophie in den Discussiones peripateticae führte zu einer Kontroverse mit dem Aristoteliker Teodoro Angelucci. Dieser reagierte auf die Discussiones mit einer Gegenschrift, in der er Patrizis Darlegungen zur Metaphysik und Naturlehre scharf kritisierte. Darauf antwortete der Angegriffene mit der Apologia contra calumnias Theodori Angelutii (Verteidigung gegen die Verleumdungen Teodoro Angeluccis), die er 1584 drucken ließ. Im folgenden Jahr setzte Angelucci den Streit mit einer weiteren Kampfschrift, den Exercitationes (Übungen), fort.[9]
In den 1580er Jahren befasste sich Patrizi mit Vorarbeiten zu einer Gesamtdarstellung seines philosophischen Systems, das er als Alternative zum Aristotelismus konzipierte. Zunächst stellte er einschlägiges Material bereit. Er übersetzte den Kommentar des Pseudo-Johannes Philoponos zur Metaphysik des Aristoteles sowie die Elementatio physica und die Elementatio theologica des spätantiken Neuplatonikers Proklos ins Lateinische. Beide Übersetzungen wurden 1583 gedruckt.[10] Dann arbeitete Patrizi seine Theorie des Raumes aus. In der 1586 abgeschlossenen[11] Abhandlung Della nuova geometria, die er Herzog Karl Emanuel I. von Savoyen widmete, legte er eine neue Grundlage für die Geometrie vor, die er den euklidischen Definitionen vorzog. Im Jahr 1587 erschien eine lateinische Darstellung seines Verständnisses der Räumlichkeit als erster Teil einer Philosophia de rerum natura (Philosophie über die Natur der Dinge). Diese Publikation besteht aus den beiden Büchern De spacio physico (Über den physischen Raum) und De spacio mathematico (Über den mathematischen Raum). Dort präsentierte er seine Alternative zur aristotelischen Kosmologie und Physik.[12]
Im Rahmen dieser Vorarbeiten entstand auch Patrizis Werk Zoroaster et eius CCCXX oracula Chaldaica (Zarathustra und seine 320 chaldäischen Orakel), die erste eigenständige neuzeitliche Sammlung von Fragmenten der Chaldäischen Orakel. Er glaubte, es handle sich um authentische Lehren Zarathustras und die Orakel seien das älteste Zeugnis der Geschichte des philosophischen Denkens. Daher war es ihm wichtig, den Textbestand zu sichern. Die Stellen entnahm er Werken der spätantiken Autoren Proklos, Damaskios, Simplikios, Olympiodoros und Synesios. Seine Sammlung, die 318 Orakelverse umfasst, war eine starke Erweiterung der zuvor maßgeblichen Zusammenstellung des Georgios Gemistos Plethon, die nur sechzig Hexameter enthält.[13]
Von Zahlensymbolik gemäß der pythagoräischen Zahlenlehre handelt die Schrift De numerorum mysteriis (Über die Geheimnisse der Zahlen), die Patrizi 1594 im Auftrag des Kardinals Federico Borromeo verfasste. Sie ist handschriftlich überliefert, aber unediert geblieben.[22]
La città felice (Die glückliche Stadt) ist ein Jugendwerk des Philosophen, das er als Student verfasste, 1551 vollendete und 1553 in Venedig drucken ließ. Die Abhandlung soll die Bedingungen für ein gelungenes Leben in einer idealen staatlichen Gemeinschaft aufzeigen. Die Ausgangsbasis bilden die einschlägigen Überlegungen in der Politik des Aristoteles, dessen Ansichten der junge Humanist hier noch weitgehend folgt.[23] Daneben ist aber schon der Einfluss des Platonismus erkennbar. In dem Staatsmodell ist auch Material aus stoischer Literatur verwertet, und die Einwirkung Niccolò Machiavellis macht sich ebenfalls bemerkbar.[24]
Patrizi war einer der Pioniere der Geschichtstheorie, eines damals noch jungen Forschungszweigs. Von den Grundlagen der Geschichtsphilosophie und den Methoden der Geschichtsforschung handeln zehn Dialoge des venezianischen Gelehrten, die er 1560 unter dem Titel Della historia diece dialoghi veröffentlichte. Die fiktiven Dialoge spielen sich in Venedig unter Freunden und Bekannten des Verfassers ab, er selbst ist immer dabei. Die Gesprächsteilnehmer vertreten in Rede und Gegenrede unterschiedliche Auffassungen. Ihre Ausführungen werden so dargeboten, wie es einem natürlichen Gesprächsverlauf entspricht, mit häufigen Unterbrechungen und Abschweifungen, mit Ironie, Zweifel, Spott und einer Fülle von geistreichen Bemerkungen.[25]

Die Abhandlung La militia romana di Polibio, di Tito Livio, e di Dionigi Alicarnaseo (Das römische Kriegswesen nach Polybios, Titus Livius und Dionysios von Halikarnassos), die Patrizi 1573 schrieb, wurde erst zehn Jahre später gedruckt. Sie ist stark von Ideen Machiavellis inspiriert. Den Ausgangspunkt bildet die These, die Kriegskunst sei die Grundlage des Friedens und eine Voraussetzung für das menschliche Glück. Maßgeblich sei die Kriegsführung der antiken Römer, die allen anderen, insbesondere der türkischen, überlegen sei. An dieses Vorbild habe man sich zu halten, denn wenn es gelinge, die alte römische Schlagkraft wieder zu erreichen, brauche man die Türken nicht mehr zu fürchten. Der einzige, dem dies bisher annähernd gelungen sei, sei Herzog Alfonso I. d’Este, der als Feldherr ebenso wie in der Belagerungstechnik und im Festungsbau das unerreichte Vorbild aller anderen Herrscher sei. Mit dieser Schmeichelei wollte Patrizi den damals in Ferrara regierenden Herzog Alfonso II. d’Este, den Enkel Alfonsos I., beeindrucken. Ihm widmete er seine Schrift.[26]
Die Paralleli militari (Militärische Vergleiche), in zwei Teilen 1594 und 1595 gedruckt, sind Patrizis letzte Veröffentlichung. Sie enthalten die Bilanz seiner Überlegungen angesichts der politischen und militärischen Krise Italiens im späten 16. Jahrhundert. Er erhob den Anspruch, mit seiner Theorie des Kriegswesens die Militärs auf ihrem eigenen Gebiet belehren zu können. Zu diesem Zweck übersandte er seine Schrift den namhaften Truppenbefehlshabern Ferrante Gonzaga, Francesco Maria II. della Rovere und Alfonso II. d’Este.[27]
Der Discorso della diversità de’ furori poetici (Abhandlung über die Verschiedenartigkeit der dichterischen Ergriffenheiten), ein 1553 gedrucktes Jugendwerk Patrizis, behandelt den Ursprung und die unterschiedlichen Erzeugnisse der dichterischen Inspiration. Dabei befasst sich der Autor mit dem umstrittenen Verhältnis von inspiriertem Schaffen im Zustand der Ergriffenheit und erlernter, auf traditionellen Normen und Mustern beruhender Verstechnik. Nach dem Konzept des Discorso ist der inspirierte Dichter ein Schöpfer, der seinen Eingebungen folgt, ohne sich an Regeln zu binden; seine Kunst ist nicht erlernbar, sondern ein göttliches Geschenk. An die Poetik des römischen Lyrikers Horaz anknüpfend nimmt der humanistische Theoretiker ein Zusammenwirken von ingegno und furore bei der poetischen Produktion an. Unter ingegno versteht er individuelle Neigung, Talent und hier speziell geistige Beweglichkeit, unter furore die Inspiration durch die göttlichen Musen. Dank dem Zusammenspiel dieser Faktoren erlange der Dichter eine privilegierte Beziehung zur Gottheit, die ihn aus der Perspektive verständnisloser Menschen als krank und verrückt erscheinen lasse.[28] Allerdings räumt Patrizi ein, dass daneben auch die Rezeption fremder Werke, Gelehrsamkeit und Übung einen Beitrag zum Gelingen leisten könnten.[29]
Auch diese Schrift zählt zu den schon 1553 gedruckten Jugendwerken Patrizis. Hier analysiert er aus philosophischer Perspektive das Sonett La gola, e’l sonno, e l’ociose piume des berühmten Dichters Francesco Petrarca, wobei er ihm eine symbolische Bedeutung im Kontext der platonischen Seelenlehre unterlegt.[30]
Patrizis zehn Dialoge über die Rhetorik wurden 1562 in Venedig gedruckt. Sie sind dem Kardinal Niccolò Sfondrati, dem späteren Papst Gregor XIV., gewidmet. Jeder Dialog ist nach einem der jeweiligen Gesprächsteilnehmer benannt. Der Autor selbst ist an allen Diskussionen beteiligt. Die Schrift wendet sich gegen die in Humanistenkreisen verbreitete, auf der Auffassung des Aristoteles und Ciceros fußende Meinung, die Rhetorik sei eine für jede Wissensvermittlung benötigte Überzeugungskunst. Darin sieht Patrizi eine Überschätzung dieser Disziplin, die er für ein Täuschungsmittel hält und skeptisch beurteilt. Er beschreibt sie als bloße Technik des Umgangs mit den sprachlichen Ausdrucksmitteln ohne inneren Bezug zur Wahrheit und zur Wirklichkeit. Da das Prinzip der Rhetorik unbekannt sei und da sie sich mit dem Wahrscheinlichen und nicht mit dem Wahren befasse, könne sie beim gegenwärtigen Kenntnisstand nicht als Wissenschaft bezeichnet werden, wenngleich die Möglichkeit einer künftigen wissenschaftlichen Rhetorik offen bleibe.[31]
Weitere Themen der Rhetorikschrift sind die Entstehung der Sprache und die Macht der Worte. Der Autor glaubt, dass das gesprochene Wort in einer mythischen Vergangenheit eine magische Kraft besessen habe. Die später eingeführte Lenkung der Gemüter mit der Überzeugungskunst sei nur ein schwacher Nachklang dieser ursprünglichen Macht, denn die einstige Verbindung mit der Wahrheit sei der Menschheit abhandengekommen.[32] Patrizi zeichnet ein kulturpessimistisches Bild der Menschheitsgeschichte, wobei er die Furcht als maßgeblichen Faktor hervorhebt, der zum beklagenswerten Zustand der Zivilisation in seiner Zeit geführt habe und das soziale Leben dominiere. In den Zusammenhang dieses Niedergangs ordnet er die Entstehung und Geschichte der Rhetorik ein.[33]
Das Erscheinen der endgültigen Fassung von Torquato Tassos Epos La Gerusalemme liberata im Jahr 1581 löste in Ferrara eine lebhafte Kontroverse aus. Dabei standen Bewunderer Tassos einer Gruppe von Literaturkritikern gegenüber, für die Ariosts Orlando furioso das maßgebliche Muster darstellte. Nachdem sich der Dichter Camillo Pellegrino abwertend über Ariosts Stoffbehandlung geäußert hatte, griff Patrizi 1585 mit einer Streitschrift in die Debatte ein. In seiner Stellungnahme, betitelt Parere in difesa dell’Ariosto, lobte er die Unabhängigkeit Ariosts, der weder die Epen Homers nachgeahmt noch die Regeln der Poetik des Aristoteles befolgt habe. Anhand der aktuellen Kontroverse wollte Patrizi die Unbrauchbarkeit der etablierten aristotelischen Dichtungslehre zeigen. Dabei machte er unter anderem geltend, schon Homer habe sich ebenso wie Ariost nicht an die Regeln dieser Poetik gehalten. Darauf reagierte Tasso umgehend mit einer Entgegnung, in der er die herkömmlichen Grundsätze verteidigte.[34]

Die Poetica ist eine großangelegte Darstellung von Patrizis Dichtungstheorie, ein Gegenentwurf zur Poetik des Aristoteles. Sie umfasst sieben Bände, die Dekaden genannt werden, weil sie aus jeweils zehn Büchern bestehen. Die beiden ersten Dekaden, die Deca istoriale und die Deca disputata, wurden 1586 gedruckt. Die Deca istoriale bietet eine eingehende Beschreibung der poetischen Erzeugnisse des Altertums und der Formen von deren öffentlicher Rezeption. Auf die Bestandsaufnahme folgen die Klassifizierung, die Untersuchung der Metrik und die Darstellung der Präsentation von Dichtung im kulturellen Leben. Eine hier vorgetragene These lautet, bei den Tragödienaufführungen im antiken Griechenland hätten die Schauspieler stets gesungen.[35] Die zweite Dekade behandelt die Theorie. Ihren Abschluss bildet eine Auseinandersetzung mit Torquato Tassos Verständnis von poetischer Qualität. Diesen Teil seines Werks nannte Patrizi Trimerone (Dreitagewerk), da die Abfassung drei Tage in Anspruch genommen hatte. Die restlichen fünf Dekaden, die in der Frühen Neuzeit verschollen waren, wurden erst 1949 entdeckt und 1969/1971 herausgegeben.[36]
Eine intensive Auseinandersetzung führte Patrizi mit dem Gelehrten Jacopo Mazzoni, der ihm in einer philologischen Frage widersprach. Es ging um das verlorene Werk Daphnis oder Lityerses des hellenistischen Dichters Sositheos, das wohl ein Satyrspiel war. Patrizi glaubte zu Unrecht, Daphnis und Lityerses seien die Titel zweier Tragödien des Sositheos, während Mazzoni – ebenfalls fälschlich – annahm, es handle sich um eine Ekloge mit dem Titel Daphnis und Lityerses. Patrizi reagierte 1587 auf Mazzonis Kritik an seiner Hypothese mit einer Entgegnung, der Risposta di Francesco Patrizi a due opposizioni fattegli dal Signor Giacopo Mazzoni (Antwort auf zwei Einwände des Herrn Jacopo Mazzoni), worauf Mazzoni eine Erwiderung veröffentlichte, auf die wiederum Patrizi mit einer neuen Replik antwortete, der Difesa di Francesco Patrizi dalle cento accuse dategli dal Signor Iacopo Mazzoni (Verteidigung Francesco Patrizis gegen die hundert gegen ihn erhobenen Beschuldigungen des Herrn Jacopo Mazzoni).[37]
Patrizi war mit dem Dichter Luca Contile befreundet. Als er 1560 in Venedig eine Ausgabe der gesammelten poetischen Werke seines Freundes herausbrachte, fügte er ihr seine discorsi et argomenti bei, einführende und erläuternde Texte, in denen er eine philosophische Basis für die Liebeslyrik vorlegte. Dabei knüpfte er an die Behandlung der Erosthematik in Platons Dialog Symposion an und übertrug seiner verehrten Freundin Tarquinia Molza die Rolle von Platons berühmter literarischer Figur Diotima, die das wesentliche Wissen über die Liebe vermittelt. Er verglich die antike Liebesdichtung mit derjenigen der Renaissance. Nach der Behandlung der Theorie ging er auf die poetische Umsetzung der philosophischen Gedanken ein und kommentierte fünfzig Sonette Contiles.[38]
Wann Patrizi den Dialog Il Delfino overo Del bacio (Delfino oder Über den Kuss) verfasste, ist umstritten.[39] Veröffentlicht hat er ihn nicht; das Werk wurde erst 1975, als die kritische Erstedition erschien, im Druck zugänglich gemacht. Die Gesprächspartner sind der Autor und ein nicht mit Sicherheit identifizierbarer Angelo Delfino, nach dem das Werk benannt ist. Wahrscheinlich handelt es sich bei Delfino um einen Angehörigen des bedeutenden venezianischen Adelsgeschlechts der Dolfin.[40] Den Ausgangspunkt bildet eine Frage, die der junge Delfino dem zurückgezogen lebenden Patrizi stellt: Er möchte erfahren, was die Ursache der „Süßigkeit“ des Kusses ist. In der Liebesliteratur hat er nichts darüber gefunden; sie übergeht den Kuss, als wäre er für die Liebe belanglos. Die beiden Männer besprechen die verschiedenen Arten des Küssens und ihre Wirkungen, und Patrizi gibt eine ausführliche physiologische Erklärung, die den Fragesteller befriedigt. Dabei geht er auf die unterschiedliche erotische Sensibilität einzelner Körperteile ein und rehabilitiert den von Marsilio Ficino abschätzig beurteilten Tastsinn. Abschließend richtet der dankbare Delfino ein Gebet an den „überaus mächtigen“ Liebesgott Amor.[41]

L’amorosa filosofia zählt zur Gattung der im 16. Jahrhundert in Italien äußerst beliebten Liebesabhandlungen, der trattati d’amore. Es handelt sich um eine Schrift über weibliche Attraktivität und über die Liebe, die Patrizi 1577 in Modena verfasste, aber nicht veröffentlichte. Das unvollständig überlieferte, offenbar unvollendet gebliebene Werk wurde erst 1963 anhand des eigenhändigen Manuskripts des Autors ediert. Es besteht aus vier Dialogen. Gesprächsteilnehmer sind eine Reihe von Personen, darunter neben dem Verfasser und Bernardino Telesio als zentrale Figur Tarquinia Molza. Im ersten Dialog, der etwa die Hälfte des Textes ausmacht, tritt Tarquinia nicht selbst auf, steht aber im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, denn die Gesprächsteilnehmer schildern und preisen ihre intellektuellen, künstlerischen und körperlichen Vorzüge. Nach dieser Darstellung verkörpert sie in einzigartiger Vollkommenheit das Frauenideal ihrer Zeit, das dem Renaissance-Ideal des Universalmenschen nachgebildet ist. Sie entstammt einer edlen Familie, ist musikalisch und literarisch hervorragend gebildet und eine ausgezeichnete Lyrikerin, verfügt über eine rasche Auffassungsgabe und ein vorzügliches Gedächtnis und ist von leidenschaftlicher Wissbegier beseelt. Ihr Charakter ist vorbildlich, ihre Stimme engelhaft, ihre Schönheit macht sie göttergleich. In den übrigen drei Dialogen kommt Tarquinia selbst zu Wort und legt im Gespräch mit hoher Autorität ihre Ansicht dar. Hier treten die traditionellen Vorstellungen, die den Konzepten der platonischen, der höfischen und der christlichen Liebe entstammen, in den Hintergrund; betont wird die Selbstliebe als Basis aller anderen Erscheinungsformen von Liebe.[42]
Mit einer wasserwirtschaftlichen und zugleich politischen Frage setzte sich Patrizi 1578/1579 auseinander. Der Anlass war eine gravierende Problematik am Unterlauf des Po, an dessen Ufer Ferrara liegt. Nach einer verheerenden Überschwemmung des Flusses Reno war dieser 1442 kanalisiert und in den Po geleitet worden. Die Meliorationsmaßnahme lag im Interesse der von der Überschwemmung geschädigten Stadt Bologna, an welcher der Reno vorbeifließt. Sie war aber nach der Meinung der Ferraresen die Ursache der Anlandung, die in ihrem Gebiet den Schiffsverkehr auf dem Po schwer beeinträchtigte. Deshalb stimmten die Herrscher von Ferrara im 15. und 16. Jahrhundert nur widerwillig der Einleitung des Renowassers in den Po zu oder verweigerten die Genehmigung. In den 1570er Jahren kam es aus diesem Grund zu einem neuen Konflikt zwischen den beiden Städten, in dem Papst Gregor XIII. die Vermittlung übernahm.[43]
Der Papst setzte eine Untersuchungskommission ein, in der Scipione di Castro, ein politischer Ratgeber ohne ingenieurwissenschaftliche Kompetenz, tonangebend war. Di Castro schrieb 1578 ein Gutachten, in dem er zum Ergebnis kam, die Anlandung sei nicht vom Reno verursacht. Dies erzürnte die Ferraresen, für die Patrizi nach eingehenden Studien das Wort ergriff. Er formulierte und begründete seine Auffassung zunächst in einem 1579 erstellten Gutachten für Herzog Alfonso II. d’Este, dem Discorso sopra lo stato del Po di Ferrara (Abhandlung über den Zustand des Po von Ferrara), und dann in einer vernichtenden Stellungnahme zum Schriftstück di Castros, der Risposta alla scrittura di D. Scipio di Castro sopra l’arrenamento del Po di Ferrara. Sein Ansprechpartner seitens der Kurie war der Bischof Tommaso Sanfelice, mit dem er sich gut verständigen konnte. Im Jahr 1580 schrieb Patrizi einen Bericht über seine Verhandlungen mit Sanfelice. Seine kühnen Vorschläge für den Bau neuer Kanäle wurden jedoch vom Herzog nicht aufgegriffen.[44]
Ein ethisches Thema behandelt Patrizis 1553 in der Sammlung der Frühwerke veröffentlichter Dialogo dell’honore (Dialog über die Ehre), den er Il Barignano benannte. Der Namensgeber ist Fabio Barignano, ein zeitgenössischer, damals noch sehr junger Dichter aus Pesaro, der als einer der beiden Teilnehmer der fiktiven Diskussion auftritt. Sein Gesprächspartner ist ebenfalls eine historische Gestalt, der Graf Giovan Giacomo Leonardi, ein Diplomat im Dienst des Herzogs von Urbino. Im Widmungsbrief bemerkt Patrizi, auf die Ehre lege jeder großen Wert. Auch der schlechteste Mensch wolle überall Ansehen genießen und für ehrenwert gehalten werden und räche sich für Beleidigung und üble Nachrede. Dennoch habe noch nie jemand der Ehre eine eigene Schrift gewidmet und philosophisch untersucht, worin sie eigentlich bestehe. Nur ein Sonderaspekt, das Duell, sei bisher in der Literatur erörtert worden. Diesem Mangel soll der Barignano abhelfen. Im Lauf des Gesprächs vermittelt Leonardi seinem jungen Dialogpartner sein Verständnis der wahren Ehre. Diese besteht nach seinen Ausführungen nicht im Ansehen, sondern in einer unerschütterlichen tugendhaften Grundeinstellung. Daher könne man die wahre Ehre, die nicht von den Urteilen anderer abhänge, niemals einbüßen, im Gegensatz zur Scheinehre, einem vergänglichen Ansehen, das auf äußerlichen Werten und fragwürdigen Vorstellungen beruhe.[45]
Von Patrizi stammen zwei Lobgedichte aus den späten 1550er Jahren. Außerdem verherrlichte er 1559 die Malerin Irene di Spilimbergo nach ihrem frühen Tod in zwei Sonetten.[46]
Das erste der beiden Lobgedichte, L’Eridano (Der Po), entstand, als sich der Philosoph vergeblich um eine Anstellung am Hof des Herzogs von Ferrara, Ercole II. d’Este, bemühte. Es sollte dem Herrscherhaus die humanistische Qualifikation des Autors zeigen und zugleich mit der üblichen Schmeichelei Eindruck machen. Patrizi widmete das Gedicht, in dem er das regierende Geschlecht rühmte, einem Bruder des Herzogs, dem Kardinal Ippolito d’Este. Er ließ es 1557 drucken und fügte eine Erläuterung zur Versform bei, die Sostentamenti del nuovo verso heroico. Wie auf anderen Gebieten trat er auch hier als Neuerer auf: Er behauptete, er führe ein neues heroisches Versmaß in die italienische Dichtung ein, das zum heroischen Inhalt eines Epos passe. Dabei handelt es sich um Dreizehnsilbler mit einer Zäsur nach der sechsten Silbe, eine dem klassischen Hexameter nachgestaltete Form. In Wirklichkeit war dieses wohl auf den Alexandriner zurückgehende Versmaß nicht neu, es wurde schon im 14. Jahrhundert verwendet.[47]

Das zweite Lobgedicht, der Badoaro, entstand im Jahr 1558 und ist ebenfalls im „neuen“ heroischen Versmaß abgefasst. Patrizi rühmt darin den venezianischen Humanisten, Politiker und Diplomaten Federico Badoer. Der lange verschollene Text wurde erst 1981 veröffentlicht.[48]
Es sind rund hundert Briefe Patrizis erhalten geblieben, darunter ein als Quelle besonders wichtiger Brief vom 26. Juni 1572 an Bernardino Telesio, in dem er dessen philosophische Prinzipien kritisch untersucht, und ein autobiographischer Brief an seinen Freund Baccio Valori vom 12. Januar 1587.[49] Sie machen nur einen bescheidenen Teil seiner Korrespondenz aus und stammen größtenteils aus den Jahren in Ferrara und Rom; alle Briefe aus der Jugendzeit sind verloren. Der Stil ist sachlich und trocken, ohne literarischen Schmuck. Dieses Quellenmaterial zeigt den Gelehrten als bedeutende Figur im Kulturleben seiner Epoche.[50]
Nach einer Hypothese von John-Theophanes Papademetriou, die als plausibel gilt,[51] hat Patrizi die 1583 in Ferrara gedruckte italienische Übersetzung einer orientalischen Märchensammlung unter dem Titel Del governo de’ regni angefertigt. Die Vorlage war eine griechische Fassung dieses ursprünglich in Indien entstandenen Werks, das als Fabeln des Bidpai oder Kalīla wa Dimna bekannt ist.[52]
- ↑ Maria Muccillo: La vita e le opere di Aristotele nelle «Discussiones peripateticae» di Francesco Patrizi da Cherso. In: Rinascimento 21, 1981, S. 53–119, hier: S. 53 und Anm. 2, S. 57–61.
- ↑ Zvonko Pandžić (Hrsg.): Franciscus Patricius: Discussiones Peripateticae, Köln 1999, S. XXV f.; Maria Muccillo: Platonismo, ermetismo e «prisca theologia», Florenz 1996, S. 154–176.
- ↑ Attilio Luigi Crespi: La vita e le opere di Francesco Patricio, Mailand 1931, S. 36–39, Friedrich Walkhoff: Francesco Patrizis Leben und Werk, Bonn 1920, S. 25 f.
- ↑ Zu Patrizis Vorgehensweise siehe Kurt Flasch: Kampfplätze der Philosophie, Frankfurt 2008, S. 280–288. Vgl. Cesare Vasoli: Aristotele e i filosofi «antiquiores» nelle «Discussiones peripateticae» di Francesco Patrizi. In: Atti e Memorie della Accademia Petrarca di Lettere, Arti e Scienze 44, 1981, S. 205–233, hier: 212–233.
- ↑ Thomas Sören Hoffmann: Philosophie in Italien, Wiesbaden 2007, S. 297.
- ↑ Zvonko Pandžić (Hrsg.): Franciscus Patricius: Discussiones Peripateticae, Köln 1999, S. XXIV f.
- ↑ Kurt Flasch: Kampfplätze der Philosophie, Frankfurt 2008, S. 286–288.
- ↑ Giuseppe Saitta: Il pensiero italiano nell’ Umanesimo e nel Rinascimento, Bd. 2, 2. Auflage, Florenz 1961, S. 536–538; Maria Muccillo: Platonismo, ermetismo e «prisca theologia», Florenz 1996, S. 181–189; Cesare Vasoli: Aristotele e i filosofi «antiquiores» nelle «Discussiones peripateticae» di Francesco Patrizi. In: Atti e Memorie della Accademia Petrarca di Lettere, Arti e Scienze 44, 1981, S. 205–233, hier: 210 f.
- ↑ Siehe dazu Maria Muccillo: Un dibattito sui libri metafisici di Aristotele fra platonici, aristotelici e telesiani (con qualche complicazione ermetica). In: Medioevo 34, 2009, S. 221–304, hier: 223, 259–290; Frederick Purnell: Francesco Patrizi and the critics of Hermes Trismegistus. In: The Journal of Medieval and Renaissance Studies 6, 1976, S. 155–178, hier: 156–159.
- ↑ Ausgaben: Procli Lycii Diadochi (…) elementa theologica et physica (…), quae Franciscus Patricius de Graecis fecit Latina, Ferrara 1583; Zvonko Pandžić (Hrsg.): Die ΣΤΟΙΧΕΙΩΣΙΣ ΦΥΣΙΚΗ des Proclus in der lateinischen Übersetzung von Franciscus Patricius (F. Petrić). In: Elisabeth von Erdmann-Pandžić (Hrsg.): Regiones Paeninsulae Balcanicae et proximi orientis, Bamberg 1988, S. 199–237; Charles Lohr (Hrsg.): Pseudo-Johannis Philoponi Expositiones In Omnes XIV Aristotelis Libros Metaphysicos. Übersetzt von Franciscus Patritius (= Commentaria in Aristotelem Graeca. Versiones latinae temporis resuscitatarum litterarum, Bd. 2), Stuttgart-Bad Cannstatt 1991 (Nachdruck der Ausgabe Ferrara 1583 mit Einleitung des Herausgebers).
- ↑ Zur Datierung siehe Vincenzo De Risi: Francesco Patrizi e la nuova geometria dello spazio. In: Delfina Giovannozzi, Marco Veneziani (Hrsg.): Locus-Spatium, Florenz 2014, S. 269–327, hier: 276.
- ↑ Siehe dazu Hélène Védrine (Hrsg.): Patrizi: De spacio physico et mathematico, Paris 1996, S. 23, 28–37.
- ↑ Michael Stausberg: Faszination Zarathustra, Berlin 1998, Teil 1, S. 321–323; vgl. S. 328–330, 336–338; Udo Reinhold Jeck: Platonica orientalia, Frankfurt 2004, S. 307–310.
- ↑ Maria Muccillo: Il «De humana philosophia» di Francesco Patrizi da Cherso nel codice Barberiniano greco 180. In: Miscellanea Bibliothecae Apostolicae Vaticanae 4, Città del Vaticano 1990, S. 281–307, hier: 281–288; Anna Laura Puliafito Bleuel (Hrsg.): Francesco Patrizi da Cherso: Nova de universis philosophia. Materiali per un’edizione emendata, Florenz 1993, S. X–XII.
- ↑ Siehe zu Patrizis Hermetikrezeption Udo Reinhold Jeck: Platonica orientalia, Frankfurt 2004, S. 334–343.
- ↑ Siehe dazu Udo Reinhold Jeck: Platonica orientalia, Frankfurt 2004, S. 343, 345–365.
- ↑ Siehe zu diesen Ausführungen Patrizis Kurt Flasch: Kampfplätze der Philosophie, Frankfurt 2008, S. 288–291; Michael Stausberg: Faszination Zarathustra, Berlin 1998, Teil 1, S. 339–345.
- ↑ Michael Stausberg: Faszination Zarathustra, Berlin 1998, Teil 1, S. 343 f., 366 f.; Kurt Flasch: Kampfplätze der Philosophie, Frankfurt 2008, S. 289–291.
- ↑ Eine Inhaltszusammenfassung bietet Paul Oskar Kristeller: Acht Philosophen der italienischen Renaissance, Weinheim 1986, S. 102–107.
- ↑ Thomas Leinkauf: Platon in der Renaissance: Marsilio Ficino und Francesco Patrizi. In: Ada Neschke-Hentschke (Hrsg.): Argumenta in dialogos Platonis, Teil 1, Basel 2010, S. 285–300, hier: 289–298.
- ↑ Karl Schuhmann: Francesco Patrizi und die hermetische Philosophie. In: Schuhmann: Selected papers on Renaissance philosophy and on Thomas Hobbes, Dordrecht 2004, S. 157–170, hier: 163 f.
- ↑ Anne Eusterschulte: Monadologische Wissenschaft. In: Hanns-Peter Neumann (Hrsg.): Der Monadenbegriff zwischen Spätrenaissance und Aufklärung, Berlin 2009, S. 25–63, hier: 45.
- ↑ Siehe dazu Patrizia Castelli: Le fonti de La Città felice. In: Patrizia Castelli (Hrsg.): Francesco Patrizi, filosofo platonico nel crepuscolo del Rinascimento, Florenz 2002, S. 3–30, hier: 12–15.
- ↑ Maria Muccillo: Aristotelismo, platonismo ed ermetismo ne «La città felice» di Francesco Patrizi da Cherso. In: Giuseppa Saccaro Del Buffa, Arthur O. Lewis (Hrsg.): Utopie per gli anni ottanta, Rom 1986, S. 553–577, hier: 553–555, 562; Thomas Leinkauf: Grundriss Philosophie des Humanismus und der Renaissance (1350–1600), Bd. 1, Hamburg 2017, S. 905.
- ↑ Friedrich Walkhoff: Francesco Patrizis Leben und Werk, Bonn 1920, S. 50–52. Eine Inhaltsübersicht und Analyse bietet Stephan Otto: Materialien zur Theorie der Geistesgeschichte, München 1979, S. 143–164.
- ↑ Cesare Vasoli: Francesco Patrizi da Cherso, Rom 1989, S. 229–233; Friedrich Walkhoff: Francesco Patrizis Leben und Werk, Bonn 1920, S. 47 f.
- ↑ Cesare Vasoli: Francesco Patrizi da Cherso, Rom 1989, S. 234–240.
- ↑ Marie-Dominique Couzinet: Mythe, fureur et mélancolie. In: Nouvelle Revue du XVIe siècle 19/1, 2001, S. 21–35, hier: 28–30; Liane Nebes: Der „furor poeticus“ im italienischen Renaissanceplatonismus, Marburg 2001, S. 183 f.
- ↑ Carolin Hennig: Francesco Patrizis Della Poetica, Berlin 2016, S. 150 f., 154.
- ↑ Anna Laura Puliafito: Petrarca filosofo platonico. Francesco Patrizi commentatore di un sonetto petrarchesco (RVF VII). In: Bernhard Huss u. a. (Hrsg.): Para/Textuelle Verhandlungen zwischen Dichtung und Philosophie in der Frühen Neuzeit, Berlin 2011, S. 379–398, hier: 383–392.
- ↑ Benedetto Croce: Problemi di estetica e contributi alla storia dell’estetica italiana, 6. Auflage, Bari 1966, S. 299–310; Hanna-Barbara Gerl: Einführung in die Philosophie der Renaissance, 2. Auflage, Darmstadt 1995, S. 142, 145–150.
- ↑ Siehe zu diesem Mythos Maria Muccillo: Età dell’oro e tempo ciclico in Francesco Patrizi. In: Giuseppa Saccaro Del Buffa, Arthur O. Lewis (Hrsg.): Utopia e modernità, Bd. 2, Rom 1989, S. 785–825, hier: 792–802.
- ↑ Eugenio Garin: Aneddoti di storia della cultura del Cinquecento. In: Umanesimo e Rinascimento. Studi offerti a Paul Oskar Kristeller, Florenz 1980, S. 155–171, hier: 160–164; Cesare Vasoli: Francesco Patrizi da Cherso, Rom 1989, S. 93–103.
- ↑ Klaus Werner: Die Gattung des Epos nach italienischen und französischen Poetiken des 16. Jahrhunderts, Bern 1977, S. 143–155; Micaela Rinaldi: Torquato Tasso e Francesco Patrizi, Ravenna 2001, S. 33 f., 37–44; Bernard Weinberg: A History of Literary Criticism in the Italian Renaissance, Bd. 1, Chicago 1961, S. 600–603 und Bd. 2, Chicago 1961, S. 997–1000. Vgl. Lina Bolzoni: L’universo dei poemi possibili, Rom 1980, S. 196.
- ↑ Eine Inhaltsübersicht bietet Adele Spedicati: Sulle prime deche della poetica di Francesco Patrizi. In: Bollettino di storia della filosofia dell’Università degli Studi di Lecce 9, 1986/89, S. 263–288, hier: 265–272.
- ↑ Danilo Aguzzi Barbagli (Hrsg.): Francesco Patrizi da Cherso: Della poetica, Bd. 1, Florenz 1969, S. XVI; Eugene E. Ryan: Torquato Tasso e Francesco Patrizi nella controversia cinquecentesca sulla poesia. In: Walter Moretti, Luigi Pepe (Hrsg.): Torquato Tasso e l’Università, Florenz 1997, S. 213–226, hier: 221–223.
- ↑ Maria Muccillo: Il platonismo all’Università di Roma: Francesco Patrizi. In: Roma e lo Studium Urbis, Rom 1992, S. 200–247, hier: S. 235 Anm. 90; Danilo Aguzzi Barbagli (Hrsg.): Francesco Patrizi da Cherso: Lettere ed opuscoli inediti, Florenz 1975, S. 54 f. und Anm. 2.
- ↑ Erna Banić-Pajnić: Marsilio Ficino and Franciscus Patricius on Love. In: Tomáš Nejeschleba, Paul Richard Blum (Hrsg.): Francesco Patrizi. Philosopher of the Renaissance, Olomouc 2014, S. 213–231, hier: 220–223; Carolin Hennig: Francesco Patrizis Della Poetica, Berlin 2016, S. 220–225; Riccardo Scrivano: Il manierismo nella letteratura del Cinquecento, Padua 1959, S. 64.
- ↑ Siehe zur Datierungsfrage Lina Bolzoni: A proposito di una recente edizione di inediti patriziani. In: Rinascimento 16, 1976, S. 133–156, hier: 148 f.
- ↑ Danilo Aguzzi Barbagli (Hrsg.): Francesco Patrizi da Cherso: Lettere ed opuscoli inediti, Florenz 1975, S. XXIII und S. 135 Anm. 1.
- ↑ Pierre Laurens: Petite introduction à la philosophie du baiser. In: Francesco Patrizi: Du baiser, Paris 2002, S. 17–26, hier: 20–26; Sabrina Ebbersmeyer: Sinnlichkeit und Vernunft, München 2002, S. 232 f.
- ↑ John Charles Nelson (Hrsg.): Francesco Patrizi: L’amorosa filosofia, Florenz 1963, S. VII–IX, XVI; Cesare Vasoli: Francesco Patrizi da Cherso, Rom 1989, S. 187–194.
- ↑ Danilo Aguzzi Barbagli (Hrsg.): Francesco Patrizi da Cherso: Lettere ed opuscoli inediti, Florenz 1975, S. XXVI f.
- ↑ Danilo Aguzzi Barbagli (Hrsg.): Francesco Patrizi da Cherso: Lettere ed opuscoli inediti, Florenz 1975, S. XXVII–XXX; Alessandra Fiocca: Francesco Patrizi e la questione del Reno nella seconda metà del Cinquecento: tre lettere inedite. In: Patrizia Castelli (Hrsg.): Francesco Patrizi, filosofo platonico nel crepuscolo del Rinascimento, Florenz 2002, S. 253–285, hier: 259–267.
- ↑ Isabella Fedozzi: Il Barignano: Francesco Patrizi ed il dibattito sull’onore nella cultura del Cinquecento. In: Patrizia Castelli (Hrsg.): Francesco Patrizi, filosofo platonico nel crepuscolo del Rinascimento, Florenz 2002, S. 115–125; Maria Muccillo: Dal volgare al latino. In: Arturo Calzona u. a. (Hrsg.): Il volgare come lingua di cultura dal Trecento al Cinquecento, Florenz 2003, S. 243–282, hier: 250–257; Paola Maria Arcari: Il pensiero politico di Francesco Patrizi da Cherso, Rom 1935, S. 155–170.
- ↑ Ivana Skuhala Karasman, Luka Boršić: Patrizi and His Women. In: Tomáš Nejeschleba, Paul Richard Blum (Hrsg.): Francesco Patrizi. Philosopher of the Renaissance, Olomouc 2014, S. 162–184, hier: 167–169.
- ↑ Lina Bolzoni: L’universo dei poemi possibili, Rom 1980, S. 47–52; Friedrich Walkhoff: Francesco Patrizis Leben und Werk, Bonn 1920, S. 37 f. Vgl. Lina Bolzoni (Hrsg.): Il «Badoaro» di Francesco Patrizi e l’Accademia Veneziana della Fama. In: Giornale storico della letteratura italiana 158, 1981, S. 71–101, hier: 89–94; Danilo Aguzzi-Barbagli: Francesco Patrizi e l’Umanesimo musicale del Cinquecento. In: Vittore Branca, Sante Graciotti (Hrsg.): L’Umanesimo in Istria, Florenz 1983, S. 63–90, hier: 69–72.
- ↑ Lina Bolzoni (Hrsg.): Il «Badoaro» di Francesco Patrizi e l’Accademia Veneziana della Fama. In: Giornale storico della letteratura italiana 18, 1981, S. 71–101, hier: 71–73, 99–101.
- ↑ Siehe zum Bestand Silvano Cavazza (Hrsg.): Una lettera inedita di Francesco Patrizi da Cherso. In: Centro di Ricerche Storiche – Rovigno: Atti 9, 1978/1979, S. 377–396, hier: 379.
- ↑ Danilo Aguzzi Barbagli (Hrsg.): Francesco Patrizi da Cherso: Lettere ed opuscoli inediti, Florenz 1975, S. XVII–XXII.
- ↑ Paul Oskar Kristeller: Acht Philosophen der italienischen Renaissance, Weinheim 1986, S. 98; Manuela Anton: Stephanites und Ichnelates. In: Rolf Wilhelm Brednich (Hrsg.): Enzyklopädie des Märchens. Band 12, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, ISBN 978-3-11-019936-9, Sp. 1240–1243, hier Sp. 1241.
- ↑ John-Theophanes Papademetriou: The Sources and the Character of Del governo de’ regni. In: Transactions and Proceedings of the American Philological Association 92, 1961, S. 422–439, hier: 434–437.