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DG1G/Exkurs über Germanisch und Deutsch/05

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Ob die Goten ihr þiudisk bereits von der Sprache, und ihrer eignen Sprache in jener umfassenden Bedeutung gebrauchten, wissen wir nicht; doch steht zu erwarten, wenn sie das gemeinsame zwischen ihrer und z. b. der fränkischen Zunge hätten ausdrücken wollen, daß ihnen gerecht gewesen wäre zu sagen: wir Goten und die Franken reden 'þiudiskō'. Nannten sie sich selbst doch gutþiuda. Sonst mangelt bei lateinischen Schriftstellern der Goten, Angelsachsen und Franken im 6. 7 und 8 Jh. ein thiudisce, theodisce, wo es hätte stehn können. Jornandes, von den Gepiden handelnd, sagt cap. 17: 'nam lingua eorum pigra gepanta dicitur'[1] und 'commanebant in insula Visclae amnis vadis circumacta, quam pro patrio sermone dicebant Gepidos'[2][3]. Nicht anders benimmt sich Paulus Diaconus bei Erläuterungen langobardicher Wörter: 'juxta illorum linguam lang longam, bart barbam significat'[4] 1, 9; 'de piscina, quae eorum lingua lama dicitur'[5] 1, 15; 'in campis patentibus, qui sermone barbarico feld appellantur'[6] 1, 20; 'hi omnes adalingi fuerunt, sic enim apud eos quaedam nobilis prosapia vocabatur'[7] 1, 21; 'Langobardorum faras, hoc est generationes vel lineas'[8] 2, 9; 'strator, quem lingua proprio marpahis appellant'[9] 2, 9. Gregor von Tours: 'cultris validis, quos vulgo scramasaxos vocant'[10] 4, 51; pateris ligneis, quas vulgo bacchinon vocant'[11] 9, 28. Kembles ch. ags. 1, 253: 'fretum quod nominatur nostra propria lingua marcfleot'[12] (a. 814); 1,238: 'in loco celeberrimo qui a vulgo vocatur tomevorðig[13] (a. 808.) Beda (ed. Stevenson): 'quod ab ipsis condttum Laestingaeu cognominatur'[14] 4, 19; 'quae nunc a gente Anglurum Verlamacaestir sive Vaetlingacaestir appellatur'[15] 22,18; 'quam gens Anglorum cognominat Hrofaes caestrae'[16] 104, 25; 'a loco, qui vocatur Vilfaraesdun id est mons Vilfari'[17] 188, 9 ; 'in castro quodam quod lingua Anglorum Cnobheresburg id est urbs Cnobheri vocatur'[18] 198, 20; 'qui dicitur Rendlaesham id est mansio Rendili'[19] 210, 22; 'quod nuncupatur Heruteu id est insula cervi'[20] 216, 1; 'quod dicitur Strenaeshalch, quod interpretatur sinus phari'[21] 221, 18; 'in loco qui vocatur Hreutford id est vadum arundinis'[22] 284, 13; 'vocabulo Selaeseu, quod dicitur latine insula vituli marini'[23] 278, 12; 'ad tuifyrdi quod significat duplex vadum'[24] 322, 36. man sieht, Beda erklärt nicht, wie Gregor, das lat. Wort durch das vulgäre, sondern das vulgäre durch das lateinische; die alten Volksgesetze tun bald dies, bald jenes, bedienen sich aber, wo sie die Formel hoc est, id est[25] nicht gebrauchen, gern des bestimmteren: 'quod Alamanni dicunt, quod Bajuvarii dicunt'[26][27], wie vorhin ein paarmal Beda die Angeln ausdrücklich nannte. In lat. Urkunden wird man öfter auf Bezeichnungen stoßen, wie z. B. in einer von 793: 'curtelocum id est hovestat. juxta locum, qui illorum civium vel totius vulgarici sermonis dictu nuncupatur ad Hrachatom'[28] (Scbannat trad. fuld. no 103.) die vita Bonifacii hat cap. II (Pertz 2, 350) 'in conſinibus eorum, qui rustica dicuntur lingua Ostor et Westeraeche'[29] und dann: 'patria admonens voce.'[30]

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  1. ↑ "denn ihre Zunge soll faul und labernd sein"
  2. ↑ 'Sie lebten auf der Insel Visclae, umgeben von einem flachen Bach, den sie als ihr Heimatland Gepiden nannten' Sie lebten auf der Insel Visclae, umgeben von flachen Bächen, die sie als ihre Muttersprache Gepiden nannten
  3. ↑ 4) ôs, ostium fluminis, wie altn., und lat. ōs, ōris; ob nicht in gêpid etwas Ähnliches liegt? vgl. altn. gap (hiatus, ōs, vorago.)
  4. ↑ "bei ihrer Sprache lang- bedeutet lang, bard- bedeutet Bart" (Langbärte)
  5. ↑ des Teiches, die in ihrer Sprache "lama" (lang. 'Lache (Teich)' genannt wird.
  6. ↑ auf den offenen Weiten, die in der barbarischen Sprache Feld genannt werden
  7. ↑ "Alle diese waren Adlige, denn so wurde unter ihnen eine bestimmte Adelslinie genannt."
  8. ↑ "Die Sippen der Langobarden, also Generationen oder Linien"
  9. ↑ "ein strātor, den sie in ihrer eigenen Sprache marpahis nennen"
  10. ↑ mit starken Messern, die allgemein Scramasaxes genannt werden
  11. ↑ Holzschalen, die allgemein bakkhinon (gall. "Schalen") genannt werden
  12. ↑ "„die Meerenge, die in unserer eigenen Sprache Marcfleot genannt wird.“"
  13. ↑ "an einem sehr berühmten Ort, der allgemein Tomevorðig genannt wird"
  14. ↑ das von ihnen als Laestingaeus bekannt ist und von ihnen gegründet wurde
  15. ↑ das heute von den Engländern Verlamacaestir oder Vaetlingacaestir genannt wird
  16. ↑ was die Rasse der Engländer Hrofaes caestrae nennt
  17. ↑ von einem Ort namens Vilfaraesdun, das heißt dem Berg Vilfari
  18. ↑ in einer bestimmten Burg, die in der englischen Sprache Cnobheresburg heißt, das heißt die Stadt Cnobhere
  19. ↑ "welches Rendlaesham genannt wird, das heißt das Herrenhaus von Rendil"
  20. ↑ die Heruteu heißt, das heißt die Insel der Hirsche
  21. ↑ die Strenaeshalch genannt wird, was als Bucht des Leuchtturms interpretiert wird
  22. ↑ an einem Ort namens Hreutford, das heißt einer Furt aus Schilf
  23. ↑ "mit dem Begriff Selaeseu, der auf Lateinisch die Insel des Meereskalbs genannt wird"
  24. ↑ "zu tuifyrdi, was eine doppelte Furt bedeutet"
  25. ↑ dies ist, das ist
  26. ↑ was die Alamannen sagen, was die Bajuvaris sagen
  27. ↑ 1) Belege gesammelt RA. 2. 3.
  28. ↑ "das heißt, streicheln. in der Nähe des Ortes, der nach der Rede dieser Bürger oder der gesamten Volkssprache Hrachatom genannt wird"
  29. ↑ "im Land derer, die in der ländlichen Sprache von Ostor Westeraeche genannt werden"
  30. ↑ "Land erinnernde Stimme"