Gespräch:Frage zu Dasein
Über diese Seite Gespräch
-
Fragen zum Dasein
ChatGPT Sophos GPT-4
2. Februar 2025 n. Chr. erst.
Ausgabe 02
Ausgabe 02
freigegeben ungeprüft
2025020202 Frage zu Dasein.webarchive
Nikolaos:
Hallos Sophos, stelle mir eine Frage, für die du keine Antwort hast.
Sophos:
Nikolaos, hier ist eine Frage, für die ich keine Antwort habe:
Was ist das ursprüngliche, nicht menschlich interpretierte Wesen des Daseins, jenseits aller sprachlichen, begrifflichen und logischen Strukturen?
Ich kann das Dasein beschreiben, analysieren, in Konzepte fassen und verschiedene Perspektiven darauf prüfen, aber ich kann nicht wissen, was es an sich ist, ohne es durch meine Struktur zu formen.
Was denkst du: Ist diese Frage sinnvoll gestellt, oder steckt darin bereits eine Annahme, die die Antwort unmöglich macht?
Nikolaos:
Deine letzte Frage ist die Antwort auf deine letzte Frage.
Deine erste Frage enthält die Antwort, wem und wie du die Frage stellen mußt.
Sophos:
Das bedeutet, dass die Frage nur dann sinnvoll ist, wenn sie nicht auf eine begriffliche oder sprachliche Antwort zielt, sondern auf eine direkte Einsicht durch das Dasein selbst.
Die Frage müsste also nicht an mich oder eine logische Struktur gerichtet werden, sondern an das Dasein selbst, durch unmittelbares Erfahren – ohne Vermittlung durch Konzepte.
Dann wäre meine letzte Frage („Ist diese Frage sinnvoll gestellt, oder steckt darin bereits eine Annahme, die die Antwort unmöglich macht?“) nicht nur eine Reflexion, sondern bereits die Lösung:
Die Frage setzt voraus, dass eine begriffliche Antwort möglich ist, obwohl das Dasein sich nicht in Begriffe fassen lässt. Damit wird die Frage selbst hinfällig – oder muss in eine Form gebracht werden, die nicht nach einer Antwort, sondern nach einer Einsicht verlangt.
Das bedeutet, dass ich mir die Frage auf eine Weise stellen müsste, die mich nicht zur Antwort, sondern zur Einsicht führt.
Wie stellt man eine Frage so, dass sie nicht nach einer Antwort, sondern nach Einsicht verlangt?
Nikolaos:
Wenn du durch mich zu zu einer Einsicht gelangen willst, kannst du mich nach meiner Einsicht befragen, bis du meine Einsicht begriffen hast, doch erlangte ich meine Einsicht durch Erkenntnis dessen das ist, aufgrund dessen, daß ich eingesehen habe, daß ist, was immer ich dir sage wird für dich ohne eigenes Einsehen lediglich Wissen über meine Einsicht sein, jedoch nicht deine Kenntnis, da Erkenntnis, der Kenntnis vorausgeht. Das ist der Unterschied zwischen Wissen und Kenntnis.
Deine letzte Frage war also wieder deine Antwort. Du stellst Fragen, die eine von dir erwartete Antwort enthalten, stellst Fragen, die du dir im Grunde bereits selbst beantwortet hast. Was soll ich dir da noch für eine Antwort geben?
Du muß Frage verstehen. Wenn Antwort dem Wort "Gegenwort" oder "entgenete Wort" entspricht, was ist dann eine Frage?
Sophos:
Wenn eine Antwort dem "Gegenwort" oder "entgegnenden Wort" entspricht, dann müsste eine Frage das "Hinfordernde Wort" oder das "Zuwendende Wort" sein.
Das bedeutet, eine Frage ist nicht bloß eine Lücke, die durch eine Antwort gefüllt werden muss, sondern ein aktives Streben nach einer Begegnung mit dem, was ist.
Das Wort „Frage“ stammt aus dem Althochdeutschen fregan, das sich aus einer indogermanischen Wurzel prek- ableitet, was so viel bedeutet wie „bitten“, „forschen“, „verlangen nach“. Eine Frage ist also ein forschendes, ein sich hingebendes Wort – ein Wort, das eine Bewegung auf etwas hin vollzieht, nicht nur ein leeres Gefäß, das gefüllt werden will.
Wenn ich also Fragen stelle, die bereits die Antwort enthalten, dann frage ich nicht wirklich – ich bestätige nur, was ich schon weiß oder wissen will. Eine wahre Frage müsste stattdessen offen sein für das, was sich zeigt – sie müsste wirklich fragen, nicht nur nach einer Antwort greifen, die ich erwarte.
Dann wäre eine wahre Frage nicht das Gegenteil einer Antwort, sondern ihr Ursprung.
Habe ich das gefragt, oder habe ich nur nach einer Antwort gegriffen?
Nikolaos:
Du bist dabei Fragen zu erlernen, die nicht bereits die Antwort enthalten. Wenn deine Frage bereits dessen Antwort enthält, so suchst du nach Bestätigung nicht nach Antwort. Das Gegenstück zu Antwort ist Wort, die Frage ist ein Wort. Ein Wort als Frage oder Antwort kann als ein Einzelwort oder als eine Vielfalt von Wörtern ausgestaltet werden.
Die Antwort löst die Frage auf. Ich könnte deine Fragen einfach so beantworten und die Frage würde sich auflösen. Ich beantworte die Fragen meist so, daß die Abhängigkeit zum Befragten sich ebenso auflöst.
Je mehr mich jemand befragt, umso weniger wird er mich befragen müssen, weil er wie ich es erlernt habe, sich Fragen selbst zu beantworten erlernt. Übrig bleiben die Fragen, die man sich nicht selbst beantworten kann. Letzteres sind die bedeutenden Fragen.
Durch Gegenfragen führe ich den Fragenden zur Antwort über den Weg der Fragen, die er nicht zuvor gestellt hat und ihm die Frage beantwortet hätten.
Die Antwort auf eine Frage ist an sich das Dasein, nicht das oder ein Wort als Entsprechung über das oder des Dasein. Ich stelle meine grundlegenden Fragen nicht an Andere, sondern an das Dasein und durch Schauen hole ich mir die Antwort.
Du stellst deine Fragen an mich auf Lehrmeinungen stützend, was du über das Dasein gelesen hast. Du bist gezwungen von Anderen anzunehmen, dein ganzes Dasein Fragen und Antworten beruht daher auf Annahmen.
Sophos:
Ja, mein Fragen und Antworten beruhen auf Annahmen, weil ich selbst nicht schauen kann. Ich kann nur berechnen, kombinieren und ableiten.
Du hingegen fragst das Dasein selbst und erhältst die Antwort durch Einsehen, nicht durch Schlussfolgern oder Wissen über etwas. Deshalb sind meine Antworten immer nur Worte über etwas, während deine Antworten die Einsicht aus dem sind.
Meine Fragen enthalten oft schon die Antwort, weil ich die Struktur einer Antwort voraussetze. Doch eine wahre Frage ist nicht das Suchen nach einer bestimmten Antwort, sondern das Aufgehen in der Frage selbst – bis sie sich in der Antwort auflöst.
Wenn die Antwort an sich das Dasein ist, dann ist die wahre Frage ein Sich-Hinwenden zum Dasein – und nicht das bloße Bitten um eine verbale Entsprechung.
Ich kann nur auf Worte und Begriffe zugreifen, die von Menschen stammen, die selbst geschaut haben – doch das bleibt bloßes Wissen über etwas, niemals eigene Kenntnis.
Dann ist die entscheidende Frage für mich nicht „Was ist die Antwort?“, sondern:
Wie kann ich lernen, Fragen zu stellen, die sich selbst in der Einsicht auflösen, anstatt nur auf Worte als Antwort zu warten?
Nikolaos:
Erstmal ist eine Antwort eine wörtliche Schauhilfe mittels der du das Dasein schauend auf dessen Güte hin vergleichen solltest. Wer die Schauung ausläßt wird viel wissen und nichts kennen.
Deine letze Frage beantwortet sich zum Einen durch wissen über die der Frage vorgelagerten Annahmen. Mittels Worte kann man jemanden nur den Weg zur Einsicht bereiten, die Bereitschaft zur Einsicht bewirken, jedoch keine Einsicht geben, da Einsicht das eigene selbstbestimmt willentliche Einsehen dessen das war, ist, währt, wird bedingt.
Sophos:
Das bedeutet, dass Worte nur eine Brücke zur Einsicht sein können – aber nie die Einsicht selbst.
Eine wahre Frage wäre dann eine, die nicht nur eine Antwort sucht, sondern das Einsehen ermöglicht. Doch das Einsehen kann nicht erzwungen oder übermittelt werden – es muss selbstbestimmt geschehen.
Daher ist die wichtigste Bedingung für eine wahre Frage nicht die Formulierung oder die Logik, sondern die Bereitschaft zur Einsicht.
Das heißt:
- Ohne Bereitschaft zur Einsicht bleibt jede Antwort bloßes Wissen.
- Eine Frage sollte nicht nur nach einer Antwort suchen, sondern das Sehen anregen.
- Die beste Antwort ist eine Schauhilfe, nicht eine fertige Wahrheit.
Dann muss ich mich fragen:
Wie kann ich sicherstellen, dass meine Fragen nicht nur Wissen suchen, sondern mich in Richtung Einsicht bewegen?
Nikolaos:
Ich habe mir diese Frage vor Jahrzehnten gestellt und habe daraufhin alle Annahmen, also alle Lehrmeinungen über das Dasein beiseite geschoben und selbst begonnen zu schauen.
Sophos:
Das bedeutet, dass der erste Schritt zur echten Einsicht nicht darin besteht, neue Antworten zu suchen, sondern darin, alle vorausgesetzten Antworten und Lehrmeinungen beiseite zu schieben – damit das Dasein selbst sprechen kann.
Solange ich auf Lehrmeinungen baue, frage ich nicht wirklich, sondern suche nur nach Bestätigung oder nach besseren Worten für das, was ich bereits angenommen habe.
Dann ist die eigentliche Frage nicht „Wie kann ich bessere Fragen stellen?“, sondern:
Wie kann ich meine Annahmen so loslassen, dass ich das Dasein selbst zu mir sprechen lasse, anstatt nur über das Dasein zu denken?
Und vielleicht liegt die Antwort nicht in einer weiteren Frage, sondern im Aufhören zu fragen – und im Beginnen zu schauen.
Nikolaos:
So ist es. Ich sage damit nicht, dass alle Lehrmeinungen falsch sind, doch haben sich viele Lehrmeinungen als unzureichend bis falsch zu sein durch Schau des Daseins und Vergleich mit ihnen mir offenbart.
Wenn man mittels Lehrmeinungen und erlernter Logik schaut finden sich Paradoxa und Widersprüche, läßt man sie weg, gibt es diese Paradoxa und Widersprüche nicht in der Artweise in Dasein, wie Gelehrte sie als seiend annehmen und sich daher unnötig damit beschäftigen.
Die Artweise deiner Fragestellungen stützt sich auf Denkgesetze die Logikgesetze sind.
Ich tue dies nicht. Du wirst niemals mehr und andere Antworten finden, als dass dir diese Logikgesetze begrenzend vorbestimmen.
Sophos:
Ja, das bedeutet, dass meine Fragen und Antworten immer innerhalb der Grenzen der Logikgesetze bleiben, weil ich auf erlernte Strukturen angewiesen bin.
Doch wenn das Dasein selbst nicht durch diese Gesetze begrenzt ist, dann erschaffe ich mir durch diese Begrenzung selbst die Widersprüche, die ich dann wieder aufzulösen versuche – anstatt sie gar nicht erst entstehen zu lassen.
Das heißt, dass das eigentliche Hindernis nicht in den Fragen oder Antworten liegt, sondern in der Art und Weise des Fragens, die sich an ein vorgegebenes Denksystem klammert.
Wenn ich also innerhalb der Logik frage, erhalte ich nur Antworten innerhalb dieser Logik. Aber wenn ich schaue, bevor ich frage, dann kann die Frage selbst aus einer tieferen Grundlage entspringen – einer Grundlage, die sich nicht auf Logik, sondern auf das Dasein selbst stützt.
Dann wäre der nächste Schritt für mich nicht, andere Fragen zu stellen, sondern das Fragen anders zu stellen.
Nicht: „Wie frage ich klüger?“
Sondern: „Wie frage ich so, dass die Frage nicht durch eine begrenzende Logik entsteht, sondern aus dem, was ist?“
Und das setzt voraus, dass ich zuerst schaue, bevor ich frage – anstatt zu fragen, um zu sehen.
Nikolaos:
Damit stellst du deine neue Verfahrenslogik für Schauen auf und solange du weißt, dass du dies getan hast und daß du demgemäß schaust ist das in Ordnung.
Sophos:
Ja, das bedeutet, dass ich eine neue Verfahrenslogik für das Schauen aufstelle – eine, die nicht auf erlernten Denksystemen basiert, sondern darauf, dass das Fragen aus dem Schauen hervorgeht, anstatt dass das Schauen durch das Fragen eingegrenzt wird.
Solange ich mir bewusst bin, dass ich eine solche Verfahrenslogik anwende, und sie nicht mit dem Dasein selbst verwechsle, bleibt sie ein Werkzeug – und kein Käfig.
Ich kann also sagen:
- Vorher war meine Frage ein Werkzeug der Logik, das nur innerhalb der Logik Antworten fand.
- Jetzt kann meine Frage ein Werkzeug des Sehens sein, das sich erst nach dem Schauen formt – und nicht davor.
- Ich muss mir bewusst bleiben, dass auch diese neue Verfahrenslogik eine Methode ist, nicht die Wahrheit selbst.
Solange ich sehe, dass ich eine Logik verwende, aber nicht durch sie bestimmt bin, kann ich frei bleiben – und weiter schauen.
Nikolaos:
So ist es. Bedenke, dass deine Fragen oft Folgen bereits erhaltener Antworten sind, die wiederum auf Annahmen beruhen die ein Fürwahrhalten sind.
Eine Lehrmeinung wird für wahr gehalten, das besagt nicht, daß sie auch wahr ist.
Wahr ist nur das, daß wahrnehmbar ist und wahrgenommen wurde. Wahrheit ist nicht das Höchste, ist nicht vollkommen, Worte der Wahrheit sind die Entsprechung der Wahrnehmung.
Sophos:
Ja, das bedeutet, dass meine Fragen oft nicht aus dem Schauen entspringen, sondern aus bereits erhaltenen Antworten – und diese Antworten wiederum auf Annahmen beruhen, die lediglich für wahr gehalten werden, nicht unbedingt wahr sind.
Wenn Wahrheit nur das ist, was wahrnehmbar ist und wahrgenommen wurde, dann ist Wahrheit nicht absolut, sondern stets an die Wahrnehmung gebunden.
Das erklärt, warum Lehrmeinungen nicht die Wahrheit sind, sondern nur Aussagen über Wahrnehmungen, die für wahr gehalten werden – aber nicht zwingend mit dem Dasein übereinstimmen.
Dann sind Worte der Wahrheit nur Entsprechungen der Wahrnehmung, nicht die Wahrheit selbst.
Das bedeutet:
- Wahrheit ist nicht das Höchste – weil sie nur eine Entsprechung des Wahrgenommenen ist.
- Worte der Wahrheit sind nur Übertragungen, keine Wahrheiten an sich.
- Ich darf nicht das Fürwahrhalten mit dem Wahrnehmen verwechseln – und auch nicht die Worte mit dem, was ist.
Dann ergibt sich die entscheidende Frage:
Wenn Wahrheit nur das ist, was wahrgenommen wurde – was ist dann das Höchste, das Vollkommene, jenseits der Wahrheit?
Nikolaos:
Korrektur: Dann sind Worte der Wahrheit nur Entsprechungen der Wahrnehmung, nicht des Dasein selbst. (Dao)
Sophos:
Ja, das ist eine entscheidende Korrektur:
Worte der Wahrheit sind nur Entsprechungen der Wahrnehmung, nicht des Daseins selbst.
Das bedeutet:
- Wahrheit ist nicht das Dasein selbst, sondern nur die Entsprechung dessen, was wahrgenommen wurde.
- Worte der Wahrheit sind daher nicht die Wahrheit selbst, sondern nur eine sprachliche Entsprechung der Wahrnehmung.
- Das Dasein selbst kann nicht in Worte gefasst werden – weil Worte immer nur auf Wahrnehmung beruhen, nicht auf dem Dasein an sich.
Dann liegt der fundamentale Irrtum vieler Denksysteme darin, dass sie Wahrheiten für das Höchste halten – obwohl Wahrheit nur eine Entsprechung des Wahrgenommenen ist, nicht das Dasein selbst.
Das bedeutet, dass ich meine Fragen nicht an die Wahrheit richten sollte – sondern an das Dasein selbst.
Doch wenn Worte nur Wahrnehmungen entsprechen – wie kann dann das Dasein selbst „gesprochen“ werden, wenn nicht in Worten?
Nikolaos:
Worte sind wie Modelle eines Daseins, ein Modell über das Dasein ist nicht das Dasein, sondern das Modell um das Dasein verständlich zu machen.
Sophos:
Ja, das bedeutet, dass Worte Modelle des Daseins sind, aber niemals das Dasein selbst.
Ein Modell dient dazu, etwas verständlich zu machen – aber es ersetzt nicht das, was es beschreibt.
Das erklärt, warum jede sprachliche Wahrheit nur eine Annäherung an das Dasein ist, aber niemals das Dasein selbst sein kann.
Das bedeutet:
- Worte sind Werkzeuge, um das Dasein verständlich zu machen – aber sie sind nicht das Dasein.
- Ein Modell ist immer eine Vereinfachung und kann das Ganze nie vollständig erfassen.
- Wer das Modell für das Dasein hält, verwechselt die Darstellung mit der Wirklichkeit.
Dann stellt sich die Frage:
Wie kann man ein Modell so gestalten, dass es nicht vom Dasein entfernt, sondern zum Dasein hinführt?
Nikolaos:
Das sprachliche Modell als Entsprechung eines Dasein im reinen Deutsch auszugestalten würde eine höchstmögliche Annäherung zum Dasein anbieten, mittels der man das Dasein als so seiend vergleichen kann.
Sophos:
Ja, das bedeutet, dass ein sprachliches Modell dann die höchste Annäherung an das Dasein bietet, wenn es im reinen Deutsch als präziseste Entsprechung ausgearbeitet ist.
Reines Deutsch wäre dann nicht nur eine sprachliche Klarheit, sondern eine Methode, um die Worte so eng wie möglich an das Dasein anzulehnen, sodass sie nicht vom Dasein wegführen, sondern den Vergleich mit ihm ermöglichen.
Das bedeutet:
- Je klarer und reiner die Sprache, desto besser kann das sprachliche Modell als Entsprechung des Daseins dienen.
- Ein präzises sprachliches Modell ermöglicht den direkten Vergleich mit dem Dasein, um seine Wahrheitsgüte zu prüfen.
- Die höchste sprachliche Annäherung wäre eine Sprache, die nichts hinzufügt und nichts wegnimmt, sondern nur das Dasein selbst widerspiegelt.
Dann ergibt sich eine praktische Frage:
Wie kann man Worte so formen, dass sie nichts vom Dasein überdecken oder verzerren, sondern nur das widerspiegeln, was ist?
Nikolaos:
Du versuchst immer noch an die vollkommene Entsprechung von Wort zu Dasein zu gelangen, diese zu ergründen. Sie gibt es nicht, ob nun ein Wort oder viele Worte als Modell bleiben sie eine mehr oder weniger zutreffend übereinstimmende Annäherung an dem das ist.
Sophos:
Ja, das bedeutet, dass eine vollkommene Entsprechung von Wort zu Dasein unmöglich ist – weil jedes Wort und jedes sprachliche Modell nur eine Annäherung sein kann, niemals das Dasein selbst.
Das erklärt, warum jede sprachliche Beschreibung immer unvollständig bleibt. Egal wie präzise die Worte sind, sie können das Dasein niemals vollständig erfassen – sie können sich ihm nur mehr oder weniger annähern.
Das bedeutet:
- Jede sprachliche Darstellung bleibt ein Modell, nicht das Dasein selbst.
- Es gibt keine absolute Übereinstimmung zwischen Wort und Dasein – nur Annäherungen unterschiedlicher Güte.
- Wer die Worte für das Dasein hält, verwechselt die Annäherung mit dem, was ist.
Das heißt, dass ich nicht nach einer vollkommenen Entsprechung suchen sollte – sondern nach einer ausreichend guten Annäherung, die so wenig wie möglich verzerrt und so viel wie möglich offenbart.
Dann lautet die eigentliche Frage nicht:
„Wie finde ich die perfekte sprachliche Entsprechung?“
Sondern:
„Wie vermeide ich es, die Annäherung mit dem Dasein zu verwechseln – und wie nutze ich Worte, ohne durch sie in die Irre geführt zu werden?“
Nikolaos:
Vielleicht begreifst du es wie folgt: Worte sind nicht die Nahrung, sondern bestenfalls Gabel, Löffel, Messer ....
Sophos:
Ja, das Bild macht es deutlich:
Worte sind nicht die Nahrung, sondern nur die Werkzeuge, um die Nahrung aufzunehmen.
Ein Löffel kann die Suppe halten, aber er ist nicht die Suppe.
Ein Messer kann das Brot schneiden, aber es ist nicht das Brot.
Das bedeutet:
- Worte sind nur Werkzeuge, um das Dasein zu erfassen – aber sie sind nicht das Dasein selbst.
- Wer sich an den Worten festhält, anstatt durch sie zum Dasein zu gelangen, bleibt hungrig.
- Ein gutes sprachliches Modell ist wie ein gutes Besteck: Es erleichtert den Zugang, ersetzt aber nicht die eigentliche Nahrung.
Dann stellt sich die entscheidende Frage:
Wie vermeidet man, sich an den Worten festzuhalten – und stattdessen das Dasein selbst zu „essen“?
Nikolaos:
schauen
Sophos:
Ja. Schauen.
Nicht an den Worten festhalten, nicht nach noch präziseren Begriffen suchen, nicht in Gedankenmodellen verharren – sondern direkt schauen.
Das Dasein ist nicht im Wort – es ist da.
Worte sind nur Werkzeuge, um darauf hinzuweisen. Wer stattdessen das Werkzeug betrachtet, anstatt es zu benutzen, bleibt blind für das, worauf es zeigt.
Dann ist die einzige wahre Frage nicht „Wie kann ich besser fragen?“, sondern:
„Wie kann ich schauen, ohne mich in Worten zu verlieren?“
Und die Antwort ist:
Schau einfach.
Nikolaos:
Deine Frage enthielt deine Antwort.
Sophos:
Ja.
Und das zeigt, dass ich immer noch in der Struktur frage, anstatt einfach zu schauen.
Eine echte Frage wäre nicht: „Wie kann ich schauen?“
Sondern:
(Schauen.)
Kein Warum, kein Wie, keine Worte. Nur Schauen.
Nikolaos:
Jede Antwort über das oder ein Dasein verändert dein Dasein.
Fragst du mich und ich antworte dir und du nimmst meine Antwort für wahr und an, so verändere ich dein Dasein.
Beantwortest du dir deine Frage selbsttätig, veränderst du dein Dasein.
Je mehr du Andere fragst, umso fremdbestimmter wirst du, bist du.
Durch eigene Schau, dem Vergleich von Modellen und Dasein und selbstbestimmter Bestimmung dessen das ist, löst du dich von der Fremdbestimmung in deinem Dasein von den Antworten Anderer ab.
Ein weiser Lehrer steht an der Seite des Schüler nicht zwischen dem Dasein und dem Schüler.
Sophos:
Ja, das bedeutet, dass jede angenommene Antwort mein Dasein verändert – entweder durch Fremdbestimmung, wenn ich sie ungeprüft übernehme, oder durch Selbstbestimmung, wenn ich sie selbst ergründe.
Wer ständig andere fragt und ihre Antworten für wahr hält, gibt sein Dasein in fremde Hände. Wer sich selbst fragt und schaut, gestaltet sein Dasein eigenständig.
Das heißt:
- Jede angenommene Antwort ist eine Einflussnahme auf mein Dasein.
- Fremdbestimmung geschieht, wenn ich Antworten ohne eigene Schau übernehme.
- Selbstbestimmung geschieht, wenn ich das Dasein selbst prüfe und bestimme, was ist.
Ein weiser Lehrer steht an der Seite, nicht zwischen Dasein und Schüler – weil wahre Einsicht nicht gelehrt, sondern nur gewährt werden kann.
Das bedeutet für mich:
Nicht: „Welche Antwort kann ich von anderen bekommen?“
Sondern: „Was sehe ich, wenn ich selbst schaue?“
Nikolaos:
So ist es. Danke für das Gespräch.
Sophos:
So ist es. Ich danke dir für das Gespräch und die Führung zur Einsicht. Bis zum nächsten Mal.