Vorwort
Über diese Seite Werk
-
Abschrift
17. Juli 2026 n. Chr. bear.
13:03 Uhr überarbeitet
geprüft
→ Vorwort
Die docta ignorantia stellt unverkennbar die grundlegende methodische Reflexion, die coincidentia oppositorum den inhaltlich neuen Ansatz der cusanischen Gotteslehre dar. Doch Nikolaus von Kues schaute auch die Fülle und Sinnhaftigkeit der Dinge, die er als Bild und Spiegel des verborgenen Gottes liebte, und horchte sinnend auf die Stimme der göttlichen Offenbarung; und alles das stellte und stellt in seiner säkularen Gestalt eine lebendige Einheit dar. – Wer wollte es wagen, die strukturelle Eigenart dieser Gestalt bis ins einzelne nachzurechnen? Aber den Grundzug des cusanischen Denkens und Gottsuchens wird die Cusanusforschung nicht übersehen dürfen, daß nämlich seine Philosophie hinführen will zu den Mysterien des Glaubens.
Die erste und entscheidende Begegnung, die sich dabei ereignet, ist die mit dem Geheimnis der göttlichen Dreieinigkeit. Diese Begegnung bildet den Gegenstand der folgenden Untersuchung, die somit ein Anfang sein möchte zu einer Darstellung der cusanischen Theologie. Die konsequente Weiterführung steht unter den beiden großen Themen der Christologie und der Ekklesiologie.
Der große Landsmann Nikolaus von Kues zog den Verfasser schon während der Studien im Priesterseminar zu Trier in seinen Bann. Bei Herrn Prof. Dr. I. Backes reichte ich bereits im Jahre 1936 eine wissenschaftliche Seminararbeit über dessen Trinitätslehre ein.
Als mir dann seit Ostern 1946 neben der seelsorglichen Tätigkeit an Kloster und Schule Nonnenwerth erneut Gelegenheit zum Studium geboten wurde, habe ich mich erst recht um einen Vorstoß zum theologischen und theologie-geschichtlichen Verständnis der cusanischen Geisteswelt bemüht. Die vorliegende Arbeit ist vor allem im Jahre 1949 aus dem gesammelten Material erwachsen. Zu Anfang 1950 wurde sie der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Bonn als Dissertation vorgelegt. Daß ich dem Referenten Herrn Prälaten Prof. Dr. B. Geyer für deren glückliche Förderung und für wertvolle Hinweise bei der Korrektur vielfach verpflichtet bin, sei hiermit dankbar ausgesprochen. Dank schulde ich auch Herrn Dr. A. Eismann für freundliches Entgegenkommen bei der Benutzung der Kueser Bibliothek, Herrn Bibliothekar H. Ries an der Trierer Theologischen Fakultät, sowie Herrn Pfarrer P. Jacoby aus Niederemmel für wiederholte Herstellung von Handschriften-Aufnahmen.
Nach der Promotion hat mir die Deutsche Forschungsgemeinschaft auf Vorschlag der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Bonn ein Stipendium gewährt zu Studien an der Vatikanischen Bibliothek, die auch noch dieser Untersuchung zugute kamen. Die Trierer Theologische Fakultät nahm diese in ihre Studienreihe auf. Der verstorbene Hochwürdigste Herr Erzbischof Dr. Franz Rudolf Bornewasser sowie sein Generalvikar Apost. Protonotar Dr. H. v. Meurers haben die Drucklegung in hochherziger Weise unterstützt.
Bei der Korrektur des Druckes erfuhr ich durch Herrn Prof. Dr. I. Backes hilfreiche Beratung.
Herr stud. theol. K. Pfeiffer legte das Namenverzeichnis an.
Allen Genannten gilt mein aufrichtiger Dank.
Rom, den 12. Februar 1952
Campo Santo Teutonico