Werk:De docta ignorantia/128
Oportet acute ista advertere. Nam in divinis tanta est perfectio unitatis, quae est Trinitas, quod Pater est actu Deus, Filius actu Deus, Spiritus sanctus actu Deus; Filius et Spiritus sanctus actu in Patre, Filius et Pater in Spiritu sancto, Pater et Spiritus sanctus in Filio.
[1] Ita quidem in contracto esse nequit. Nam correlationes non sunt subsistentes per se nisi copulate; neque quaelibet propterea potest esse universum, sed simul omnes; neque una est in aliis actu, sed sunt eo modo, quo hoc patitur conditio contractionis, perfectissime ad invicem contractae, ut sit ex ipsis unum universum, quod sine illa trinitate [2] esse non posset unum. Non potest enim contractio esse sine contrahibili, contrahente et nexu, qui per communem actum utriusque perficitur.
Contrahibilitas vero dicit quandam possibilitatem, et illa ab unitate gignente in divinis descendit, sicut alteritas ab unitate. Dicit [3] enim mutabilitatem et alteritatem, | cum in consideratione principii. [4] Nihil enim praecedere videtur posse. Quomodo enim quid esset, si non potuisset esse? Possibilitas igitur ab aeterna unitate descendit.
Das ist genau zu beachten. Im Göttlichen ist nämlich die Vollkommenheit der Einheit, die die Dreiheit ist, so groß, daß der Vater wirklich Gott, der Sohn wirklich Gott und der Heilige Geist auch wirklich Gott ist; daß der Sohn und der Heilige Geist wirklich im Vater, der Sohn und der Vater wirklich im Heiligen Geist und der Vater und der Heilige Geist wirklich im Sohn sind. So kann es im Verschränkten gewiß nicht sein, denn die Korrelation besteht nicht durch sich selbst, sondern nur in Verbindung, weshalb auch keine allein, sondern nur alle zusammen das Gesamt sein können. Auch ist die eine nicht wirklich in den andern, sondern sie sind, soweit es der Zustand der Verschränkung erlaubt, auf das vollkommenste ineinander verschränkt, so daß aus ihnen das eine Gesamt entsteht, das ohne diese Dreiheit nicht eines sein könnte.
Die Verschränkung kann nämlich nicht ohne Verschränkbares, Verschränkendes und die Verknüpfung, die durch die gemeinsame Wirkung beider zustande kommt, bestehen. Die Verschränkbarkeit bezeichnet eine bestimmte Möglichkeit. Von der im Göttlichen zeugenden Einheit steigt sie herab wie die Andersheit aus der Einheit. Nach der Betrachtung des Ursprungs bedeutet sie Veränderlichkeit und Andersheit. Dem Können scheint nichts vorauszugehen. Denn wäre etwas, wenn es nicht hätte sein können? Die Möglichkeit geht also aus der ewigen Einheit hervor.== Einzelnachweise ==