Werk:De docta ignorantia/131
[1] Tres modi essendi ultimi sunt in una universitate, quae est maximum contractum; ex quibus est unus universalis modus essendi, quoniam nihil sine ipsis esse potest. Dico essendi modos, quoniam non est universalis essendi modus quasi ex tribus illis ut partibus taliter compositus, sicut domus ex tecto, fundamento et pariete; sed [2] ex essendi modis, quoniam rosa, quae est in rosario in potentia in hieme et in actu in aestate, transivit de uno modo essendi possibilitatis ad determinatum actu. Ex quo videmus alium esse essendi modum possibilitatis, alium necessitatis et alium actualis determinationis, ex quibus est unus universalis modus essendi, quoniam sine illis nihil [3] est; neque est unus sine alio actu.
Die drei letzten Weisen der Wirklichkeit sind in einer Gesamtheit, die das verschränkt Größte ist. Auf Grund von ihnen entsteht ein allgemeiner Modus des Seins, da nichts ohne sie sein kann. Ich nenne sie nicht deshalb Weisen des Seins, weil die gesamte Art des Seins aus ihnen, wie aus drei Teilen zusammengesetzt wäre, wie ein Haus aus Dach, Fundament und Mauern, sondern, weil es sich bei den Arten des Seins wie bei der Rose verhält, die während des Winters im Rosenstock als Möglichkeit und im Sommer in der Wirklichkeit ist und von dem Modus der Möglichkeit in den als Wirklichkeit bestimmten übergegangen ist. Daraus ersehen wir, daß der Seinsmodus der Möglichkeit, der Notwendigkeit und der tatsächlichen Bestimmung jeweils ein anderer ist. Aus diesen besteht der eine allgemeine Modus der Wirklichkeit, ohne sie ist nichts und keiner ist ohne den andern wirklich.== Einzelnachweise ==