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Werk:De docta ignorantia/158

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Praeterea, non sunt in caelo poli immobiles atque fixi, quamvis etiam caelum stellarum fixarum videatur per motum describere graduales in magnitudine circulos, minores <circulos minores> quam coluros [1] <aut> aequinoctialem; et ita de intermediis. Sed necesse est omnem caeli partem moveri, licet inaequaliter comparatione circulorum per motum stellarum descriptorum. Unde, sicut quaedam stellae videntur maximum circulum describere, ita quaedam minimum; sed non reperitur stella, quae nullum describat. Quoniam igitur non est [2] polus in sphaera fixus, manifestum est neque aequale medium reperiri quasi aequedistanter a polis. Non est igitur stella in octava sphaera, quae per revolutionem describat maximum circulum, quoniam illam aequedistare a polis necesse esset, qui non sunt; et per consequens non est, quae minimum circulum describat.

Ferner gibt es am Himmel keine unbeweglich festen Pole, obwohl auch der Fixsternhimmel seiner Bewegung nach verschieden große Kreise zu beschreiben scheint, die kleinere Himmelskreise sind als der Kreis der Nachtgleiche. Dasselbe gilt von den übrigen Sphären.

Jeder Teil des Himmels muß sich bewegen, wenn auch im Vergleich zu den durch die Sternenbewegung umschriebenen Kreisen ungleich. Wie gewisse Sterne einen größten Kreis zu umschreiben scheinen, so andere einen kleinsten. Doch ein Stern, der gar keinen beschriebe, findet sich nicht. Da es keinen festen Pol am Himmel gibt, ist es offenbar, daß man auch keine Mitte finden kann, die von den Polen gleichweit entfernt wäre. Es gibt also in der achten Sphäre keinen Stern, der durch seine Umdrehung einen größten Kreis beschriebe, da er von den Polen, die es nicht gibt, gleichen Abstand halten müßte. Folglich gibt es auch keinen Stern, der den kleinsten Kreis umschriebe.== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 101.15
  2. ↑ 101.20