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Werk:De docta ignorantia/173

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Dixerunt quidam tot esse rerum species in terra, quot sunt stellae.

Si igitur terra omnium stellarum influentiam ita ad singulares species [1] contrahit, quare similiter non fit in regionibus aliarum stellarum influentias aliarum recipientium? Et quis scire poterit, an omnes influentiae, contractae prius in compositione, in dissolutione redeant, ut animal nunc existens individuum alicuius speciei in regione terrae contractum ex omni stellarum influentia resolvatur, ita ut ad [2] principia redeat, forma tantum ad propriam stellam redeunte, a qua illa species actuale esse in terra matre recepit? Vel an forma tantum redeat ad exemplar sive animam mundi – ut dicunt Platonici – et | materia ad possibilitatem, remanente spiritu unionis in motu [3] stellarum, qui spiritus dum cessat unire, se retrahens ob organorum [4] indispositionem vel alias, ut ex diversitate motus separationem inducat, tunc quasi ad astra rediens, forma supra astrorum influentiam ascendente et materia infra descendente? Aut an formae cuiuslibet regionis in altiori quidem forma, puta intellectuali, quiescant, et per illam illum finem attingant, qui est finis mundi?

Einige sagten, es gäbe auf Erden so viele Eigengestalten der Dinge, wie es Sterne gibt. Wenn die Erde den Einfluß aller Sterne so zu den einzelnen Eigengestalten verschränkt, warum sollte es dann in den Bereichen anderer Sterne, die den Einfluß der andern empfangen, nicht ähnlich geschehen?

Und wer kann wissen, ob alle Einflüsse, die zuvor in der Zusammensetzung verschränkt waren, in der Auflösung [p.409] zurückkehren, so daß ein Lebewesen, das jetzt im Bereich der Erde als Einzelwesen einer bestimmten Eigengestalt verschränkt existiert, von jedem Einfluß der Sterne befreit wird, und zu seinen Ursprüngen zurückkehrt, wobei nur die Gestalt zu dem ihm eigenen Stern kehrt, von dem diese Eigengestalt ihr tatsächliches Sein auf der Muttererde empfing? Oder geht nur die Gestalt zum Urbild oder zur Weltseele zurück – wie die Platoniker sagen – und die Materie zur Möglichkeit, während der einende Geist in der Bewegung der Sterne verbleibt? Wenn dieser Geist aufhört, zu vereinen, indem er sich wegen der Untauglichkeit der Organe oder aus anderen Gründen zurückzieht, so daß er auf Grund der Verschiedenheit der Bewegung die Trennung herbeiführt, kehrt er gleichsam zu den Gestirnen zurück, indem die Gestalt jenseits des Einflusses der Gestirne emporsteigt und die Materie innerhalb herabsinkt. Oder wer kann wissen, ob die Gestalten irgendeiner Region in einer Art höherer Gestalt, wie zum Beispiel der geistigen, ruhen und durch diese jenes Ziel erreichen, das das Ziel der Welt ist?== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 109.10
  2. ↑ 109.15
  3. ↑ fol.23r
  4. ↑ 109.20