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Werk:De docta ignorantia/174

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Et quomodo hic finis [1] attingitur per inferiores formas in Deo per illam, et quomodo illa ad circumferentiam, quae Deus est, ascendat corpore descendente versus centrum, ubi etiam Deus est, ut omnium motus sit ad Deum; in quo aliquando, sicut centrum et circumferentia sunt unum in Deo, corpus [2] etiam quamvis visum sit quasi ad centrum descendere et anima ad circumferentiam, iterum in Deo unientur, cessante non omni motu, sed eo, qui ad generationem est; tamquam partes illae mundi essentiales necessario redeant tunc successiva generatione cessante, sine [3] quibus mundus esse non possit, redeunte etiam spiritu unionis et connectente possibilitatem ad suam formam.

Haec quidem nemo hominum ex se, nisi singularius a Deo habuerit, scire poterit. Licet non dubitet quisquam Deum optimum ad se omnia creasse et non velle quidquam perire eorum, quae fecit, sciatque [4] eum remuneratorem largissimum omnium ipsum colentium, modum tamen divinae operationis praesentis et futurae remunerationis Deus ipse solum scit, qui est sua operatio. Dicam tamen inferius iuxta inspiratam divinitus veritatem pauca circa hoc, de quibus nunc sufficit in ignorantia taliter tetigisse.

Und wie kann jemand wissen, wie die niederen Gestalten dieses Ziel in Gott durch jene erreichen, und wie jene Gestalt zum Umkreis, der Gott ist, emporsteigt, während der Körper zum Mittelpunkt hinsinkt, wo ebenfalls Gott ist? Denn die Bewegung aller ist auf Gott gerichtet. Wie Mittelpunkt und Umfang in Gott eines sind, so werden einmal auch der Körper und die Seele, obwohl er zum Mittelpunkt hinab- und sie zum Umkreis emporzusteigen scheint, in Gott wiederum vereint werden; dabei endet nicht jede Bewegung, sondern nur jene, die zur Fortpflanzung führt. Die wesenhaften Teile der Welt müssen zurückkehren; die aufeinanderfolgende Fortpflanzung, ohne die die Welt nicht bestehen kann, endet. Auch der Geist der Einheit kehrt zurück und verknüpft die Möglichkeit mit ihrer Gestalt.

Dies jedoch wird kein Mensch von sich aus wissen können, wenn nicht Gott es ihm unmittelbar offenbart hat. Mag auch niemand zweifeln, daß der beste Gott alles auf sich hin geschaffen hat und nicht will, daß etwas des von ihm Geschaffenen verloren geht; weiß man auch, daß Gott allen, [p.411] die ihn verehren, überreich vergilt – die Art seines gegenwärtigen Tuns und seiner zukünftigen Vergeltung weiß nur er, der sein eigenes Tun ist.

Später werde ich trotzdem einiges diesbezüglich sagen, soweit mir die Eingebung göttlicher Wahrheit zuteil wird; für jetzt soll es genügen, dies in unserer Unwissenheit berührt zu haben.== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 109.25
  2. ↑ [p.110]
  3. ↑ 110.5
  4. ↑ 110.10