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Werk:De docta ignorantia/196

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Si enim ipsa inferiorum natura consideratur, et aliquid talium entium ad maximitatem elevetur, erit tale Deus et ipsum, ut in linea [1] maxima exemplum datur. Nam ipsa cum sit infinita per infinitatem absolutam et maxima per maximitatem, cui necessario unitur, si maxima est, Deus erit per maximitatem, et remanet linea per contractionem; et ita erit actu omne id, quod ex linea fieri potest. Linea autem non includit neque vitam neque intellectum. Quomodo ergo [2] linea ad ipsum maximum gradum poterit assumi, si plenitudinem naturarum non attingit? Esset enim maximum, quod maius esse posset, et perfectionibus careret.

Wenn man nämlich die Natur der niederen Dinge betrachtet und irgendeines von ihnen zur Größe erhebt, wird dieses als es selbst auch Gott; das zeigt das Beispiel der größten Linie. Diese wird durch die absolute Unendlichkeit unendlich und durch die Größe, der sie, wenn sie die größte ist, notwendig vereint wird, die größte; durch die Größe wird sie Gott und infolge der Verschränkung bleibt sie Linie. So wird sie als Wirklichkeit alles, was aus der Linie entstehen kann. Die Linie schließt aber weder Leben noch Geist ein. Wie könnte sie also zu jener höchsten Stufe gelangen, wenn sie die Fülle der Naturen nicht erreicht? Sie wäre ein Größtes, das größer sein könnte und der Vollkommenheiten entbehrte.== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 126.10
  2. ↑ 126.15