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Werk:De docta ignorantia/221

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Capitulum VII.

De mysterio resurrectionis.

Christus homo passibilis et mortalis non aliter ad gloriam Patris pervenire potuit, qui est ipsa immortalitas, quoniam absoluta vita, nisi mortale immortalitatem indueret. Quod fieri nequaquam potuit [2] praeter mortem; quomodo enim mortale aliter induere posset immortalitatem, nisi spoliaretur mortalitate? Quomodo ab illa absolveretur, nisi soluto debito mortis? Propter quod ait ipsa Veritas stultos et tardi cordis eos esse, qui non intelligunt Christum oportere mori et ita in gloriam intrare.

[3] Quoniam autem in prioribus ostendimus Christum propter nos mortuum morte quidem crudelissima, dicendum consequenter: Quoniam aliter humanam naturam ad immortalitatis triumphum quam per mortis victoriam transduci non conveniebat, hinc mortem subiit, ut secum resurgeret humana natura ad vitam perpetuam, et [4] animale mortale corpus fieret spirituale incorruptibile. Non potuit verus homo esse nisi mortalis, et non potuit ad immortalitatem mortalem naturam vehere nisi spoliata mortalitate per mortem.

Kapitel VII.

Das Geheimnis der Auferstehung

Christus als leidensfähiger und sterblicher Mensch konnte in die Herrlichkeit des Vaters, der die Unsterblichkeit selbst und das absolute Leben ist, nur eingehen, wenn das Sterbliche die Unsterblichkeit anzog.

Dies konnte nur durch den Tod geschehen, denn wie könnte das Sterbliche anders die Unsterblichkeit anziehen, wenn es nicht der Sterblichkeit entkleidet würde? Wie sollte es von dieser losgelöst werden, wenn nicht durch die eingelöste [p.467] Todesschuld? Deshalb sagt die Wahrheit selbst, daß die Törichten und Herzensträgen jene seien, die nicht einsehen, daß Christus sterben mußte, um in die Herrlichkeit einzugehen.

Da wir im vorhergehenden gezeigt haben, daß Christus unseretwegen den grausamsten Tod gestorben ist, so muß folgerichtig gesagt werden: Da die menschliche Natur nur durch den Sieg des Todes zum Triumphe der Unsterblichkeit geführt werden konnte, unterwarf er sich dem Tode, auf daß die menschliche Natur mit ihm zum ewigen Leben auferstehe und der sterbliche und tierische Körper ein unvergänglicher und geistiger werde. Er konnte nur dann wahrer Mensch sein, wenn er sterblich war, und er konnte die sterbliche Natur nur dann zur Unsterblichkeit führen, wenn er sie durch den Tod von der Sterblichkeit löste.== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 139.5
  2. ↑ 139.10
  3. ↑ 139.15
  4. ↑ 139.20