Werk:De docta ignorantia/231
Obcaecati itaque sunt omnes resurrectionem credentes et Christum medium possibilitatis ipsius defitentes, cum resurrectionis fides sit divinitatis et humanitatis Christi et ipsius mortis ac resurrectionis affirmatio, qui primogenitus est ex mortuis secundum praemissa. [1] Resurrexit enim, ut ita intraret in gloriam per ascensionem ad caelos. Quem quidem ascensum supra omnem corruptibilitatis motum et influentiam caelorum arbitror intelligendum; nam cum secundum divinitatem sit ubique, ibi tamen proprius eius locus dicitur, ubi non est ulla umquam mutatio, passio, tristitia et cetera, quae temporalitati [2] accidunt. Et hunc quidem locum aeterni gaudii et pacis supra caelos esse nominamus, licet loco nec apprehensibilis nec descriptibilis aut diffinibilis existat.
Da der Glaube an die Auferstehung zugleich auch die Bezeugung der Gottheit und Menschheit Christi, die Bejahung seines Todes und seiner Auferstehung ist – Christus ist ja, wie wir gesagt haben, der Erstgeborene von den Toten – sind alle mit Blindheit geschlagen, die an die Auferstehung glauben, Christus jedoch, der sie allein möglich macht, leugnen. Er ist nämlich erstanden, damit er so durch die Himmelfahrt in die Herrlichkeit eintrete. Dieser Aufstieg, glaube ich, muß jenseits aller vergänglichen Bewegung und jenseits von allem Einfluß der Himmelskörper verstanden werden, denn, obwohl Christus seiner Gottheit entsprechend überall ist, so ist sein Ort dort, wo es keine Veränderung, Leiden, Traurigkeit und alles übrige, das der Zeitlichkeit eigen ist, gibt. Von diesem Ort ewiger Freude und ewigen Friedens sagen wir, daß er über den Himmeln sei, wenn er sich auch in Wirklichkeit an einem Ort befindet, der weder begreiflich noch beschreibbar oder begrenzbar ist.== Einzelnachweise ==