Werk:De docta ignorantia/240
Intellectualis natura, quae supra tempus est et corruptioni temporali non subdita, ex sui natura intra se formas incorruptibiles complectens, ut puta mathematicas suo modo abstractas, et etiam naturales, quae [1] in ipsa intellectuali absconduntur et transformantur de facili, quae sunt nobis manuductiva signa incorruptibilitatis eius, quia locus incorruptibilium incorruptibilis, naturali motu ad veritatem movetur abstractissimam, quasi ad finem desideriorum suorum ac ad ultimum [2] obiectum delectabilissimum. Et quoniam hoc tale obiectum est omnia, quia Deus, insatiabilis intellectus quousque attingat ipsum, immortalis et incorruptibilis est, cum non satietur nisi in obiecto aeterno.
Die geistige, über die Zeit erhabene und der zeitlichen Vergänglichkeit nicht unterworfene Natur umfaßt in sich aus [p.489] sich selbst die unvergänglichen Formen, z. B. die mathematischen, die auf ihre Weise abstrakt sind, und auch die natürlichen, die in der geistigen Natur selbst verborgen sind und leicht umgewandelt werden; diese sind für uns Hilfszeichen ihrer Unvergänglichkeit, weil sie der unvergängliche Ort des Unvergänglichen ist; durch natürliche Bewegung wird die geistige Natur zu der von allem befreiten Wahrheit bewegt, zu dem Ziel ihres Begehrens und dem letzten wundervollsten Gegenstand. Wenn dieser Gegenstand – Gott – alles ist, ist der Geist, der nicht eher gestillt werden kann, als bis er ihn erreicht, unsterblich und unvergänglich, denn nur im ewigen Gegenüber findet er Sättigung.== Einzelnachweise ==