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Werk:De docta ignorantia/256

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Quare haec unio est ecclesia sive congregatio multorum in uno, [1] quemadmodum multa membra in uno corpore et quodlibet in gradu suo; ubi unum non est aliud, et quodlibet in corpore uno, mediante quo cum quolibet unitur; ubi nullum sine corpore vitam et subsistentiam habere potest, licet in corpore unum non sit omnia nisi mediante corpore. Quapropter veritas fidei nostrae, dum hic [2] peregrinamur, non potest nisi in spiritu Christi subsistere, remanente ordine credentium, ut sit diversitas in concordantia in uno Iesu. Et dum absolvimur ex hac militanti ecclesia, quando resurgemus, non aliter quam in Christo resurgere poterimus, ut sic etiam sit una triumphantium ecclesia, et quisque in ordine suo. Et tunc veritas [3] carnis nostrae non erit in se, sed in veritate carnis Christi, et veritas [4] corporis nostri in veritate corporis Christi, et veritas spiritus nostri in veritate spiritus Christi Iesu ut palmites in vite, ut sit una Christi humanitas in omnibus hominibus, et unus Christi spiritus in omnibus spiritibus; ita ut quodlibet in eo sit, ut sit unus Christus ex omnibus. [5] Et tunc qui unum ex omnibus, qui Christi sunt, in hac vita recipit, Christum recipit, et quod uni ex minimis fit, Christo fit; sicut laedens manum Platonis Platonem laedit, et qui minimam pedicam offendit, totum hominem offendit, et qui in patria de minimo gaudet, de Christo gaudet et in quolibet videt Iesum, per quem Deum benedictum. [6] Sic erit Deus noster per Filium suum omnia in omnibus, et quisque in Filio, et per ipsum cum Deo et omnibus, ut sit gaudium plenum absque omni invidia et defectu.

Diese Einung ist die Kirche, die Sammlung der Vielen im Einen. Wie in einem Körper viele Glieder sind und jedes an seinem Ort, so ist es auch hier. Hier ist das eine kein anderes und jedes ist mit jedem durch den einen Körper vereint; nichts kann hier ohne ihn leben und Bestand haben, wenn auch im Körper das Eine nur vermittels des Körpers das Ganze sein kann. Daher kann auch während unserer Pilgerschaft auf Erden die Wahrheit unseres Glaubens nur im Geiste Christi Grundbestand haben, wobei die Ordnung der Gläubigen bestehenbleibt, so daß in dem einen Jesus Verschiedenheit in Einheit ist.

Wenn wir bei der Auferstehung von der streitenden Kirche gelöst werden, so können wir nicht anders als in Christus auferstehen, damit wir, jeder an seinem Ort, auch eine einzige Kirche der Verherrlichten seien. Und dann wird die Wahrheit unseres Fleisches nicht in sich, sondern in der Wahrheit des Fleisches Christi, und die Wahrheit unseres Leibes in der Wahrheit des Leibes Christi, und die Wahrheit unseres Geistes in der Wahrheit des Geistes Christi sein wie die Zweige am Weinstock, auf daß die eine Menschheit Christi in allen Menschen, und der eine Geist Christi in allen Geistern sei; so, daß jedes in ihm sei, und ein Christus aus allen. Darum hat auch jener, der in diesem Leben einen von denen, die Christus angehören, aufgenommen hat, Christus aufgenommen und darum geschieht, was einem der Geringsten geschieht, Christus selbst. Wer die Hand Platons verwundet, verwundet Platon, wer den kleinsten Teil beleidigt, beleidigt den ganzen Menschen, wer sich aber im Vaterland über den Geringsten freut, freut sich über Christus und sieht in jedem Jesus und durch ihn Gott, gepriesen sei er. So wird unser Gott durch seinen Sohn alles in allem sein und jeder wird im Sohn und durch ihn mit Gott und allen verbunden werden, so daß volle Freude ohne jeden Neid und Mangel herrscht.== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 158.20
  2. ↑ 158.25
  3. ↑ 158.30
  4. ↑ [p.159]
  5. ↑ 159.5
  6. ↑ 159.10