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Werk:De docta ignorantia/44

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Et ad hoc concordanter ait Rabbi Salomon omnes sapientes convenisse, «quod scientiae non apprehendunt creatorem; et non [1] apprehendit, quid est, nisi ipse; et apprehensio nostra respectu ipsius est defectus appropinquandi apprehensioni eius». Et propterea idem alibi concludens dicit: «Laudetur creator, in cuius essentiae comprehensione inquisitio scientiarum abbreviatur et sapientia ignorantia reputatur et elegantia verborum fatuitas.» Et ista est illa docta [2] ignorantia, quam inquirimus; per quam Dionysius ipsum solum inveniri posse, non alio arbitror principio quam praefato, multipliciter ostendere nisus est.

Übereinstimmend sagt auch Rabbi Salomon, alle Weisen seien darin einig, «daß die Vernunftwesen den Schöpfer nicht begreifen. Und außer ihm selbst begreift niemand, wer er ist; in Hinblick auf ihn ist unser Begreifen die Unfähigkeit, seinem Begreifen nahezukommen». Deshalb schließt er andern Orts und sagt: «Gelobt sei der Schöpfer! Im Begreifen seiner Wesenheit wird das Forschen der Wissenschaften verkürzt, Weisheit als Unwissenheit betrachtet, die Gewähltheit der Worte ist Albernheit.»

Das ist jene wissende Unwissenheit, die wir suchen. Vielfältig hat Dionysius zu zeigen versucht, daß Gott nur durch sie gefunden werden könne und, wie auch ich glaube, durch kein anderes Prinzip als das zuvor genannte.

Einzelnachweise

  1. ↑ 31.15
  2. ↑ 31.20