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Werk:De docta ignorantia/84

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Templa etiam, Pacis scilicet et Aeternitatis ac Concordiae, Pantheon, in quo erat altare Termini infiniti, cuius non est terminus, in medio sub divo, et consimilia nos instruunt paganos Deum secundum [1] respectum ad creaturas varie nominasse. Quae quidem omnia nomina unius ineffabilis nominis complicationem sunt explicantia; et secundum quod nomen proprium est infinitum, ita infinita nomina talia particularium perfectionum complicat. Quare et explicantia possent [2] esse multa et numquam tot et tanta, quin possent esse plura; quorum quodlibet se habet ad proprium et ineffabile, ut finitum ad infinitum.

Deridebant veteres pagani Iudaeos, qui Deum unum infinitum, quem ignorabant, adorarunt; quem tamen ipsi in explicationibus venerabantur, ipsum scilicet ibi venerantes, ubi divina sua opera [3] conspiciebant. Et ista inter omnes homines differentia tunc fuit, ut omnes Deum unum maximum, quo maius esse non posset, crederent, quem alii, ut Iudaei et Sissennii, in sua simplicissima unitate, ut est rerum omnium complicatio, colebant; alii vero in hiis colebant, ubi explicationem divinitatis reperiebant, recipiendo notum sensibiliter [4] pro manuductione ad causam et principium. Et in hac ultima via seducti sunt simplices populares, qui non sunt usi explicatione ut imagine, sed ut veritate. Ex qua re idolatria introducta est in vulgum, sapientibus ut plurimum de unitate Dei recte credentibus, uti haec nota cuique esse possunt, qui Tullium De deorum natura ac [5] philosophos veteres diligenter perspexerit.

Auch die Tempel, wie die des Friedens, der Ewigkeit, der Eintracht und das Pantheon, in dessen Mitte unter freiem Himmel ein Altar des unendlichen Terminus, der keine Grenze hat, stand, und ähnliches unterrichten uns, daß die Heiden Gott in bezug auf die Geschöpfe entsprechend verschieden benannten.

All diese Namen entfalten die Einfaltung des einen, unaussprechlichen Namens. Und sofern diesem Namen die Unendlichkeit eigentümlich ist, schließt er unendlich viele solcher Namen von dieser teilweisen Vollkommenheit in sich ein. Daher auch können der Ausfaltungen noch so viele sein, es sind doch niemals so viele und große, daß es nicht noch mehr sein können. Jede von ihnen verhält sich zum eigentlichen und unaussprechlichen Namen wie das Endliche zum Unendlichen. Die alten Heiden verlachten die Juden, die den einen, unendlichen Gott, den sie nicht kannten, anbeteten, und dennoch verehrten sie selbst ihn in seinen Entfaltungen, indem sie nämlich ihn dort anbeteten, wo sie seine göttlichen Werke erblickten.

Alle Menschen glaubten an Gott, den einen Größten, über den hinaus es nichts Größeres geben kann; der Unterschied zwischen ihnen war aber der, daß die einen, wie die Juden und Sissenier, ihn in seiner einfachsten Einheit als die Einfaltung aller Dinge, die andern ihn aber dort verehrten, wo sie die Entfaltung der Göttlichkeit fanden, indem sie das auf sinnliche Weise Bekannte als Hilfsmittel benutzten, zum Grund und Ursprung zu gelangen. Auf diesem letzten Weg wurden die einfachen Leute verführt, welche die Entfaltung nicht als Abbild, sondern als Wahrheit nahmen. Von dorther ist der Götzendienst in das Volk eingedrungen, während die Weisen meistens an die Einheit Gottes glaubten, wie dies jeder, der Ciceros Schrift «De natura deorum» und die alten Philosophen sorgfältig durchgesehen hat, wissen kann.== Einzelnachweise ==

  1. ↑ [p.53]
  2. ↑ 53.5
  3. ↑ 53.10
  4. ↑ 53.15
  5. ↑ 53.20