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Werk:De ven. sap./121

aus AufEinWort, der freien Forschung

121▷Poteris etiam ex his venari ordinem prioritatis et posterioritatis. Nam ‘per se’ omnia participantia praecedit, sicut per se calidum, puta ignitum, aërem calidum, aquam calidam et terram calidam et omne posse fieri calidum antecedit. Et ideo nec ignis humidus aut [1] frigidus aut terreus seu siccus fieri potest; illa enim praecedit. Et quia aqua est per se frigida, ipsa est ante terram, quae frigida fieri potest. Ita et non est post aërem, quia aër similiter frigidus fieri potest. Sic aër est ante terram, quia per se humidus; et terra potest fieri humida et non est post aquam, quae similiter humida fieri potest. [2] Sic terra est inter elementa ultimum et ignis primum. Aër vero et aqua simul medium tenent, et unum non est prius alio in ordine, sed simul cum alio. Ideo, si|cut aqua conectitur terrae sine medio, [3] ita et aër aridae terrae, licet maior sit amicitia ignis cum aëre et aquae cum terra. Et quia aqua in aërem et aër in aquam convertitur [4] et varie misceri possunt et ignis calorem participare et in terra solidari, haec quae generantur ex illis esse oportet.

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Übs. Sg.

Diese Überlegungen werden dich auch bei der Jagd nach der Ordnung des Früher- und Später-Seins leiten. Denn das An- Sich geht allem, was an ihm teilhat, voraus, z.B. das an sich Warme, nämlich das Feuerflammende, geht der warmen Luft, dem warmen Wasser, der warmen Erde und allem Warm-werden-Können voraus. Darum kann das Feuer nicht feucht oder kalt oder erdartig oder trocken werden. Es geht ja allen diesen Bestimmungen voraus. Da ferner das Wasser an sich kalt ist, deshalb ist es vor der Erde, die kalt werden kann. Aus demsel- ben Grunde ist es nicht nach der Luft, da die Luft in ähnlicher Weise kalt werden kann. So ist die Luft vor der Erde, da sie an sich feucht ist. Die Erde aber kann feucht werden und ist nicht später als das Wasser, das in ähnlicher Weise feucht werden kann. So ist die Erde unter den Elementen das letzte und das Feuer das erste. Die Luft aber und das Wasser halten zusammen den Platz in der Mitte, von ihnen ist keines dem anderen vorgeordnet, sondern gleichzeitig mit dem anderen. Daraus ergibt sich, daß, so wie das Wasser sich mit der Erde verbindet, ohne eines Bindemittels zu bedürfen, ebenso die Luft sich mit der trockenen Erde verbindet, obschon die Zuneigung zwischen Feuer und Luft sowie zwischen Wasser und Erde größer ist. Da ferner Wasser in Luft und Luft in Wasser sich verwandelt und sie mannigfache Mischungen eingehen können, da sie außerdem an der Wärme des Feuers teilzunehmen und in der Erde feste Formen anzunehmen vermögen, so müssen Dinge, welche entstehen, aus ihnen bestehen.

Übs. Dp.

Man könnte daraus auch die Reihenfolge des Früheren und Späteren verstehen lernen. Denn das Durch-Sich geht jedem Teilhabenden voraus, wie das durch sich Warme, z. B. dem Feurigen, der warmen Luft, dem warmen Wasser, der warmen Erde und jedem Warm-Werden-Können vorangeht. Und so kann das Feuer auch nicht feucht oder erdig bzw. trocken werden; diesem geht es voraus. Und weil das Wasser Kaltes durch sich ist, steht es vor der Erde, die kalt werden kann. Ebenso kommt es auch nicht nach der Luft, weil diese ähnlich kalt werden kann. So ist die Luft vor der Erde, da sie durch sich feucht ist und die Erde feucht werden kann. Auch ist sie nicht nach dem Wasser, das ähnlich feucht werden kann. So ist die Erde unter den Elementen das letzte und das Feuer das erste.

Die Luft aber und das Wasser halten miteinander die Mitte und das eine ist in der Reihenfolge nicht früher als das andere, sondern mit ihm gleichzeitig. Wie daher das Wasser der Erde ohne Zwischenglied verknüpft wird, so auch die Luft der trockenen Erde, wenngleich die Freundschaft des Feuers mit der Luft und die des Wassers mit der Erde jeweils eine größere ist. Und weil das Wasser in Luft und die Luft in Wasser umgewandelt wird und beide verschiedenartig gemischt werden können, weil beide ferner an der Wärme des Feuers teilzuhaben und in der Erde fest begründet zu werden fähig sind, müssen die Dinge, die aus diesen gezeugt werden, aus ihnen bestehen;


  1. ↑ Z.5
  2. ↑ Z.10
  3. ↑ fol.218v
  4. ↑ Z.15