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Werk:De ven. sap./29

aus AufEinWort, der freien Forschung

29▷Patet satis istos et eorum sequaces de hoc sensibili terrestrique mundo locutos esse ac quod in ipso non reperiantur simplicia elementa, sed permixta, ut unum ex altero et ex omnibus cuncta etiam viventia fieri possent. Si enim elementum simplex et purum[1] esset, cum id esset quod fieri posset, non foret in potentia ad aliud, sicuti Dionysius in Caelesti hierarchia ignem inalterabilem asserit, immo alibi, libro De divinis nominibus in capitulo de malo, affirmat nihil secundum naturam et substantiam corrumpi, licet aliqua secundum alia eis accidentia corrumpantur. Stoici vero[2] partes huius terreni mundi corruptibiles affirmarunt; hinc concluserunt hunc mundum et genitum et corruptibilem. Peripatetici vero restaurari ipsum per circulationem astruunt; ideo numquam posse deficere, motu circulari semper perseverante, ingenitumque esse dicunt; hoc tamen certissimum universum mundum numquam[3] deficere posse. Intelligibilia enim, quae sunt principales eius partes, id sunt quod fieri possunt, ut supra diximus.

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Übs. Sg.

Es ist hinlänglich klar, daß diese Männer und ihre Schüler von dieser wahrnehmbaren irdischen Welt sprachen und daß sich nach ihrer Ansicht hier keine einfachen Urstoffe finden, sondern nur Mischung, so daß eines aus dem anderen und aus allen auch alle lebenden Wesen werden konnten.

Wäre nämlich ein Urstoff einfach und rein, dann wäre er nicht in Möglichkeit zu etwas anderem, da er das wäre, was er werden kann. So bezeichnet Dionysius in der Himmlischen Hierarchie[4] das Feuer als unveränderlich, ja er behauptet anderswo, im Buch von den Göttlichen Namen im Kapitel vom Bösen, daß nichts seiner Natur und Substanz nach vergehe, mag auch einiges nach anderen ihm anhaftenden Akzidentien dem Vergehen anheimfallen. Die Stoiker[5] jedoch haben die Teile dieser Erdenwelt als vergänglich bezeichnet. Daraus schlossen sie auf die Entstehung und Vergänglichkeit dieser Welt. Die Peripatetiker[6] indes lassen sie durch Kreislauf sich wiederherstellen. Deshalb kann sie nach ihrer Ansicht niemals vergehen und ist ungeworden, da die Kreisbewegung ewig dauert. Die Tatsache indes steht unverrückbar fest, daß die gesamte Welt niemals vergehen kann. Die geistigen Wesen, die ihre wichtigsten Teile sind, sind das, was sie werden können, wie oben gesagt.[7]

Übs. Dp.

Es ist offenbar, daß diese und ihre Anhänger über die sinnliche und irdische Welt gesprochen haben, in der keine einfachen Elemente, sondern nur vermischte gefunden werden, da so das eine aus dem andern und auch aus allen alles Lebende werden konnte.

Denn wenn es ein einfaches und reines Element gäbe, dann wäre in ihm, wenn es das wäre, was es werden kann, keine Möglichkeit zu etwas anderem, wie es bei jenem Feuer der Fall ist, das Dionysius in dem Buch «De caelesti hierarchia» unveränderlich nennt. Und an anderer Stelle, im Buch «De divinis nominibus» im Kapitel über das Böse, versichert er, daß nichts hinsichtlich seiner Natur und Substanz zugrunde gehe, wenn auch manches in bezug auf seine Akzidentien zugrunde gehe. Die Stoiker aber waren überzeugt, daß Teile der Welt vergänglich seien, und schlössen daraus, daß diese Welt sowohl entstanden sei als auch vergehen werde. Die Peripatetiker dagegen behaupteten, daß sie sich vermittels eines Kreislaufes selbst erneuere. Weil diese Kreisbewegung stets anhalte, könne sie nie aufhören und sei auch ohne Anfang. Jedenfalls ist sicher, daß die ganze Welt niemals aufhören kann. Denn die geistigen Dinge, ihre Hauptbestandteile, sind das, was sie werden können, wie oben gesagt wurde.

  1. ↑ Z.5
  2. ↑ Z.10
  3. ↑ Z.15
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  7. ↑