Werk:De ven. sap./52
52▷Sunt igitur omnia ex dei laudibus et benedictionibus id quod sunt. Ideo propheta David ad omnia respiciens dei opera canebat: «Benedicite omnia opera domini domino, laudate et superexaltate eum in saecula!»[1] Et singulariter enumerat angelos, caelos et terram, [2] aquam et cetera cuncta creata, quae laudant deum. Nihil enim sunt omnia nisi decora dei iocundaque laudatio. Nam attestante Dionysio divina sola participatione noscuntur. Quomodo enim «in suo principio et sua sede sint»[3], nullus intellectus attingit. Porro, sive «supersubstantiale illud occultum lucem aut vitam sive verbum appellamus, nihil [4] intelligimus aliud quam ex eo in nos emanantes participationes atque virtutes, quibus assumamur in deum et quae nobis vel substantiam vel vitam vel sapientiam largiantur»[5]. Haec Dionysius.
Merito igitur quaelibet | dei factura deum laudat, quia bonus, quia [6] ipsa se fatetur bonam et laudabilem ipsius dono; sic magnam, sic [7] veram et reliqua.
Übs. Sg.
Es ist also alles infolge der Lobpreisungen und Seligpreisungen Gottes das, was es ist. Deshalb sang der Prophet David[8] im Hinblick auf alle Werke Gottes: »Lobpreist den Herrn, ihr Werke des Herren alle, lobet und erhebt ihn in Ewigkeit.« Und er zählt einzeln auf die Engel, die Himmel und die Erde, das Wasser und alle übrigen Geschöpfe, die Gott preisen. Sie alle sind nichts als anmutiger und froher Lobpreis Gottes; denn nach dem Zeugnis des Dionysius[9] wird das Göttliche nur durch Teilhabe faßbar. Wie es in seinem Ursprung und seinem Ursitz ist, daran rührt kein Geist. Wenn wir also jenes verbor- gene Überseiende als Licht, als Leben oder als Wort bezeichnen, »erkennen wir nur seine aus ihm in uns sich ergießenden Parti- zipationen und Kräfte, die uns zu Gott führen und uns Dasein, Leben oder Weisheit spenden mögen«, Soweit Dionysius.
Jedes Geschöpf Gottes preist also mit Recht Gott, weil er gut ist; bekennt es doch von sich selbst, daß es durch sein Gnadengeschenk gut und lobenswürdig ist; ebenso, daß es groß, daß es wahr ist usw.
Übs. Dp.
Sie sind folglich alle auf Grund des Gotteslobes und der Lobpreisungen das, was sie sind.
Daher sang der Prophet Daniel beim Anblick der Werke Gottes: Preiset den Herrn, alle Werke des Herrn, lobt und erhebt ihn in Ewigkeit. Und einzeln nennt er die Engel, die Himmel, die Erde, das Wasser und alle übrigen Geschöpfe, die Gott loben. Denn sie sind nichts anderes als ein geziemendes und freudiges Lob Gottes, da, wie Dionysius bezeugt, das Göttliche nur auf Grund der Teilhabe erkannt wird. Auf welche Weise es aber in seinem Ursprung und an seiner eigentlichen Stätte ist, erreicht kein verstehendes Denken. Ferner erkennen wir – ob wir jetzt das verborgene Übersubstantiale Licht oder Leben oder Wort nennen – nichts anderes von ihm als die von ihm zu uns ausgehende Teilhabe und die Kräfte, durch die wir in Gott aufgenommen und mit ihm verbunden werden, und die uns Substanz, Leben und Weisheit spenden. So Dionysius.
Mit Recht lobt jedes Geschöpf Gottes seinen Gott, weil er gut ist; denn es bekennt, daß es selbst durch sein Geschenk gut und lobenswert, groß und wahr usw. ist.