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Werk:De ven. sap./53

aus AufEinWort, der freien Forschung

53▷In campo laudis fecerunt suas devotissimas venationes omnes prophetae seu videntes et elevatiores intellectus, quod attestantur sacrae litterae et scripta sanctorum, in quibus omnia ad laudem dei referuntur. Cum enim Dionysius de divinis tractaret nominibus, [1] nomina illa dei laudes appellavit et deum per ipsa laudans in eius laudem ipsa exposuit, ut in capitulo de sapientia laudatur intellectus et ratio, et dicit quod «ex substantiis omnibus laudatur»[2].

Deprehendi igitur in hoc laudis campo sapidissimam scientiam consistere in laude dei, quae omnia ex suis laudibus ad sui laudem [3] constituit. Sicut enim hymni laudum varii varias continent harmonicas combinationes, sic quaelibet species, humana scilicet, leonina, aquilina, et ita de omnibus, est specialis quidam hymnus ex laudibus dei et in laudem eius conditus.

Caelici hymni magis festivi et fecundi sunt laudibus quam [4] terrestres. Sol enim mirabilis est laudum dei combinatio, et quilibet hymnus in hoc pulcher et singularis, quia habet in sua singularitate aliquid, quo alii hymni carent. Ideo deo cuncti accepti, qui omnia quae creavit participatione laudis suae bona dixit eisque benedixit.

Ex his elicui hominem, vivum quendam et intelligentem laudum [5] dei hymnum optime compositum, plus cunctis visibilibus de dei laudibus habere, ut deum prae ceteris indesinenter laudet; et in hoc solo consistere vitam suam, ut id reddat deo, quod ut esset accepit. Laudes scilicet tunc ad finem properat et immortalium laudum felicissima merita consequetur.

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Übs. Sg.

Auf dem Felde des Lobes veranstalteten ihre tieffrommen Jagden alle Propheten oder die seherischen und erhabeneren Geister, wovon die heilige Schrift und die Schriften der Heiligen Zeugnis ablegen, in denen alles auf das Lob Gottes bezogen ist. Als nämlich Dionysius[6] von den Göttlichen Namen handelte, da nannte er diese Namen Lobpreisungen Gottes, und, Gott durch sie preisend, hat er sie zum Lob Gottes interpretiert. So findet sich mi Kapitel Von der Weisheit[7] das Lob der Vernunft und des Verstandes, und er bemerkt, daß Gott von allen Substanzen gepriesen wird.[8]

Ich begriff also auf diesem Felde des Lobes, daß eine hoch- weise Wissenschaft im Lobpreis Gottes besteht, der alles aus seinen Lobpreisungen zu seinem Lobpreis gebildet hat. Wie die mannigfachen Lobgesänge mannigfache harmonische Verbindungen enthalten, so ist jede Art – des Menschen, des Löwen, des Adlers und so bei allen – ein besonderer Lobgesang, gestaltet aus den Lobpreisungen Gottes und zu seinem Lobpreis.

Die himmlischen Lobgesänge sind festlicher und überquellender an Lobpreisungen als die irdischen. Die Sonne ist eine wunderbare Verbindung von Lobpreisungen Gottes, und jeder ihrer Lobgesänge ist insofern schön und einzigartig, da sie in ihrer Einzigartigkeit etwas hat, was anderen Lobgesängen fehlt. Darum sind sie alle von Gott angenommen, der alles, was er schuf, kraft der Teilhabe an seinem Lob für gut befand und segnete.

Aus solchen Überlegungen gewann ich die Einsicht, daß der Mensch, ein lebendiger und geistiger Lobgesang der Lobpreisungen Gottes in vortrefflicher Verbindung, mehr als ale sichtbaren Dinge von den Lobpreisungen Gottes an sich trage, um Gott vor allen Wesen ohne Unterlaß zu preisen. Und nur darin beruhe sein Leben, das Gott zurückzuerstatten, was er zu seinem Sein empfing, die Lobpreisungen; dann eilt er zu seinem Ziel und wird der glückseligen Verdienste unsterblicher Lobpreisungen teilhaftig.

Übs. Dp.

Daß alle Propheten, Seher und erhabenen Geister voll Ehrfurcht und Hingabe auf dem Feld des Lobes ihre Jagdzüge machten, bezeugen die Heilige Schrift und die Werke der Heiligen, in denen alles auf das Lob Gottes hinzielt.

In der Untersuchung über die göttlichen Namen nennt Dionysius jene Namen Lobpreisungen Gottes; indem er Gott durch sie preist, stellt er sie zu dessen Lob dar. So werden im Kapitel über die Weisheit Geist und Denken gelobt. Und er sagt, daß Gott von allem, was besteht, gelobt wird.

Ich erfaßte also, daß in diesem Feld des Lobes das genußreichste Wissen im Gotteslob besteht, welches alles aus Gottes Lob zum Lob Gottes aufbaut. So wie die verschiedenen Lobgesänge unterschiedliche Harmonien und Akkorde enthalten, so stellt jegliche geschöpfliche Eigengestalt wie Mensch, Löwe, Adler usw. ein besonderes Lied zum Lobpreis Gottes dar und ist in diesem Lob begründet.

Die himmlischen Gesänge sind festlicher und reicher an Lob als die irdischen. Denn die Sonne ist ein wunderbarer Akkord im Gotteslob, und jeglicher Hymnus ist in sich schön und einzigartig, weil er in seiner Einmaligkeit etwas hat, dessen die andern entbehren. Daher sind sie Gott, der alles, was er schuf, durch die Teilhabe an seinem Lobe guthieß und segnete, alle angenehm und willkommen.

Daraus schloß ich, daß ein lebender und denkender Mensch, der herrlichste aller Lobgesänge Gottes, mehr als alle andern sichtbaren Dinge am Gotteslob Anteil habe, auf daß er Gott mehr als die andern unaufhörlich preise, und daß darin allein sein Leben bestehe, daß er Gott das zurückgäbe, was er, um zu sein, empfangen hat, nämlich den Lobgesang. Wenn er das tut, eilt er auf sein Ziel zu und erlangt die wunderbare Erfüllung unsterblichen Gotteslobes.


  1. ↑ Z.5
  2. ↑ Dionysius Areopagita De div. nom. VII 3 (PG 3 872A; Dionysiaca I 405).
  3. ↑ Z.10
  4. ↑ Z.15
  5. ↑ Z.20
  6. ↑
  7. ↑
  8. ↑