Werk:De ven. sap./71
71▷Nunc in campo nexus venationem facientes attendimus ante omnem divisionem nexum constitui. Hunc igitur indivisibilem [1] videmus aeternitatem id esse, quod esse potest, posse fieri praecedentem, rectissime ab aeterna unitate et eius aequalitate procedentem. Sicut enim divisio procedit a pluralitate et inaequalitate, sic amorosus nexus ab unitate et aequalitate. Quae cum sint ante pluralitatem in indivisibili simplicissima aeternitate, erit similiter et ipsorum nexus [2] aeternus. Sunt igitur unitas et ab ipsa genita aequalitas atque utriusque nexus ante posse fieri et pluralitatem divisivam simplex aeternitas. Aeterna enim unitas, aeterna ipsius aequalitas aeternusque utriusque nexus non sunt plura divisa aeterna, sed ipsa aeternitas implu|rificabilis et penitus indivisibilis et inalterabilis. [3][4]
Et licet unitas generans non sit aequalitas ab ea genita nec nexus ab eo procedens, tamen non est aliud unitas, aliud aequalitas, aliud nexus, cum sint non aliud, quod aliud antecedit. Sicut igitur aeterna unitas, quae id est quod esse potest, uniter in se omnia complicat et aequalitas omnia aequaliter, ita et nexus utriusque omnia in se [5] nectit.
Übs. Sg.
Wenn wir jetzt die Jagd mi Felde der Verbindung durchführen, so achten wir darauf, daß vor aller Teilung die Verbindung ins Sein tritt. Von dieser, der unteilbaren Ewigkeit stellen wir fest, daß sie das ist, was sie sein kann, daß sie dem Werden-Können voraufgeht, daß sie geradewegs aus der ewigen Einheit und ihrer Gleichheit hervorgeht. Wie nämlich die Teilung aus der Vielheit und der Ungleichheit hervorgeht, so die liebende Ver- bindung aus der Einheit und Gleichheit. Da diese vor der Viel- heit in unteilbarer, absolut einfacher Ewigkeit sind, so ist ebenso auch ihre Verbindung ewig. Es sind also die Einheit und die von ihr gezeugte Gleichheit und beider Verbindung vor dem Werden-Können und vor der die Teilung bewirkenden Vielheit einfache Ewigkeit. Die ewige Einheit, ihre ewige Gleichheit und beider ewige Verbindung sind nämlich nicht eine getrennte Mehrheit von ewigen Wesen, sondern sind die nicht zu vervielfachende und gänzlich unteilbare und unveränderliche Ewigkeit selbst.
Und wenn auch die zeugende Einheit nicht die von ihr gezeugte Gleichheit noch die daraus hervorgehende Verbindung ist, so ist dennoch die Einheit nicht ein anderes, ein anderes die Gleichheit, ein anderes die Verbindung, da sie das Nicht- Andere sind, das dem Anderen vorausgeht. Wie also die ewige Einheit, die das ist, was sie sein kann, in Einheit in sich alles einfaltet und die Gleichheit alles in gleicher Weise, so verbindet die Verbindung von beiden alles in sich.
Übs. Dp.
Nun, da wir unsere Jagd auf dem Feld der Verknüpfung beginnen, bemerken wir, daß vor jeder Trennung die Verknüpfung steht.
Von hier sehen wir, daß die unteilbare Ewigkeit das ist, was sie sein kann, daß sie dem Werden-Können vorangeht und unmittelbar aus der ewigen Einheit und deren Gleichheit hervorgeht. Denn so wie Trennung von der Vielheit und Ungleichheit ausgeht, so geht die Liebesverknüpfung von der Einheit und Gleichheit aus. Da diese vor der Vielheit in der unteilbaren, einfachsten Ewigkeit sind, muß zugleich auch ihre Verknüpfung ewig sein. Die Einheit, die von ihr gezeugte Gleichheit und die Verknüpfung beider sind daher vor dem Werden-Können und der teilbewirkenden Vielheit die einfache Ewigkeit.
Denn die ewige Einheit, ihre ewige Gleichheit und die ewige Verknüpfung beider sind nicht mehrere, geteilte Ewige, sondern selbst die unwiederholbare Ewigkeit, die nicht geteilt und nicht geändert werden kann; und wenn auch die zeugende Ewigkeit nicht die von ihr gezeugte Gleichheit und die davon ausgehende Verknüpfung ist, so sind dennoch Einheit, Gleichheit, Verknüpfung kein Anderes, da sie das Nicht-Andere sind, das dem Andern vorangeht. Wie daher die ewige Einheit, die das ist, was sie sein kann, alles auf einende Weise in sich einschließt und die Gleichheit alles auf gleichende Weise, verknüpft die Verbindung beider alles in sich.