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Werk:De ven. sap./99

aus AufEinWort, der freien Forschung

99▷Distinctiones etiam, quae per venatores fiunt, qui vocabula interpretantur, sunt diligenter attendendae; puta, uti sanctus Thomas in Commentariis libri Dionysii De divinis nominibus tria innuit consideranda circa exsistentium substantias: Primum singulare, quod [1] est Plato, «in se actu complectitur principia»[2] ultima et individualia. «Secundum est species vel genus, ut homo vel animal, in quibus comprehenduntur ultima principia in actu, singularia vero in potentia. Homo enim dicitur, qui habet humanitatem absque praecisione individualium principiorum.»[3] Tertia «est ipsa essentia»[4], ut [5] est humanitas, «in quo vocabulo solum comprehenduntur principia speciei. Nihil enim individualium principiorum pertinet ad rationem humanitatis, cum humanitas praecise significat hoc quo homo est homo. Nullum individualium principiorum est huiusmodi. Unde in nomine humanitatis non concluditur neque actu neque potentia [6] aliquod individuale principium; et quantum ad hoc, dicitur natura.»[7]

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Übs. Sg.

Auch die Unterscheidungen, welche die Jäger bei der Ausdeutung der Worte machen, müssen sorgfältig beachtet werden. Der heilige Thomas zum Beispiel bemerkt[8] in seinem Kommentar zu dem Buch des Dionysius Über die göttlichen Namen, man müsse bei den Substanzen der seienden Dinge dreierlei beachten: Erstens das Einzelding, das etwa Platon ist. »Es um- faßt in sich aktuell die letzten und individuellen Grundlagen.« »Das Zweite ist die Art oder die Gattung, etwa der Mensch oder das Sinnenwesen. In ihr werden die letzten Grundlagen aktuell begriffen, die individuellen aber nur der Möglichkeit nach. Mensch heißt nämlich, wer das Mensch-Sein besitzt, ohne daß dabei die genauere Bestimmung der individuellen Grundlagen eine Rolle spielt.« Das Dritte »ist die Wesenheit selbst«, etwa das Mensch-Sein. »In diesem Wort werden nur die Grundlagen der Art gefaßt. Denn keine von den individuellen Grundlagen gehört zum Wesensbegriff des Mensch-Seins, da Mensch-Sein genau das bezeichnet, wodurch der Mensch Mensch ist. Keine von den individuellen Grundlagen ist von solcher Art. Darum ist im Namen Mensch-Sein weder der Wirklichkeit noch der Möglichkeit nach irgendeine individuelle Grundlage eingeschlos- sen, und insofern spricht man von der Natur« ›des Menschen‹.

Übs. Dp.

Die Unterscheidungen, welche die Jäger bei der Erklärung der Bedeutungen machen, müssen genau beachtet werden. Zum Beispiel macht der heilige Thomas im Kommentar zu Dionysius' De divinis nominibus darauf aufmerksam, daß drei Substanzen des Existierenden zu bedenken sind. Die erste, die des Einzelnen, z. B. wie Platon in sich wirklich ist, erfaßt die Prinzipien des Äußersten und Individuellen. Die zweite ist die Eigengestalt oder die Gattung, wie z. B. der Mensch oder das Tier, in denen die letzten Prinzipien als Wirklichkeit, das Einzelne aber in der Möglichkeit erfaßt werden. Ein Mensch wird der genannt, der die Menschheit ohne genaue Bestimmung der Individual-Prinzipien innehat. Die dritte Substanz ist die Wesenheit selbst, wie z. B. Menschheit; in diesem Wort werden allein die Prinzipien der Eigengestalt begriffen. Nichts von den Individualprinzipien erstreckt sich bis zum Wesenssinn der Menschheit, da diese genau das bezeichnet, durch das der Mensch Mensch ist. Keines der Individualprinzipien ist so geartet. Daher ist in der Bezeichnung Menschheit weder der Wirklichkeit noch der Möglichkeit nach irgendein Individualprinzip eingeschlossen. Und insofern sagt man dazu Natur.


  1. ↑ Z.5
  2. ↑ Thomas de Aquino In l. De div. nom. cap. 5 lect. 1 n. 626 (233sq.).
  3. ↑ Thomas de Aquino In l. De div. nom. cap. 5 lect. 1 n. 626 (233sq.).
  4. ↑ Thomas de Aquino In l. De div. nom. cap. 5 lect. 1 n. 626 (233sq.).
  5. ↑ Z.10
  6. ↑ Z.15
  7. ↑ Thomas de Aquino In l. De div. nom. cap. 5 lect. 1 n. 626 (233sq.).
  8. ↑