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„Person“ – Versionsunterschied

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[[per-]][[son-]] [[Sprachstufe::lat.-deu.]] ursprgl. ‘Maske des Schauspielers’ 'Mensch als Individuum, als lebendes Wesen, als Träger bestimmter Eigenschaften',  
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{{Begriffsklärungshinweis}}
Eine '''Person''' ist in der [[Umgangssprache]] ein durch seine [[Individuum|individuellen]] [[Eigenschaft]]en und [[Merkmal|Eigenarten]] gekennzeichneter Ausdruck und Erscheinungsbild eines [[Mensch]]en. Verschiedene [[Wissenschaft#Einteilung der Wissenschaften|Wissenschaften]] haben ein spezifisches [[Begriff]]sverständnis.<!--Wo bleibt hier die ZUSAMMENFASSUNG ?-->
Der Begriff der Person ist in nahezu allen kulturellen und wissenschaftlichen Kontexten (Umgangssprache, [[Literatur]], [[Kunst]], [[Recht]], [[Philosophie]], [[Theologie]] oder [[Ethik]]) präsent.<ref>[https://books.google.de/books?id=CmM8X_BxeGsC&pg=PA87&dq=prosopon+person&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwi1msu247naAhWFiywKHY66Bh84ChDoAQgmMAA#v=onepage&q=prosopon%20person&f=false Günter Rager, Adrian Holderegger (Hrsg.): ''Bewusstsein und Person'', 2000, S. 87]</ref> Er wird dabei nicht einheitlich, sondern in den verschiedenen [[Fachgebiet]]en und auch innerhalb einer einzigen Disziplin unterschiedlich definiert, je nach spezifischem Verständnis des [[Erkenntnisobjekt]]es bzw. je nach spezifischer Fragestellung. Das aus Person gebildete [[Nomen Agentis]] ist das [[Personal]], die [[Belegschaft]] von [[Organisation]]en. Es bildet das in [[Komposition (Grammatik)|Komposita]] wie [[Personalabteilung]], [[Personalakte]], [[Personalbeurteilung]] oder [[Personalbedarfsplanung]] vorkommende Bestimmungswort. Damit nicht zusammenhängende Begriffe wie [[Personalausweis]], [[Personalien]] oder [[Personalkredit]] weisen auf die Person als Adressat hin. [[Personengesellschaft]], [[Einpersonengesellschaft]], [[Personenkult]], [[Personenname]], [[Personenstand]] oder [[Personenverkehr]] wiederum sind Komposita, die durch ihr Bestimmungswort den Bezug zu Personen herstellen.


Eine '''Person''' ist in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Umgangssprache Umgangssprache] ein durch seine [https://de.wikipedia.org/wiki/Individuum individuellen] [https://de.wikipedia.org/wiki/Eigenschaft Eigenschaften] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Merkmal Eigenarten] gekennzeichneter Ausdruck und Erscheinungsbild eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Mensch Menschen]. Verschiedene [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaft#Einteilung_der_Wissenschaften Wissenschaften] haben ein spezifisches [https://de.wikipedia.org/wiki/Begriff Begriffsverständnis].<div class="mw-heading mw-heading2">
== Allgemeines ==
</div><p>Der Begriff der Person ist in nahezu allen kulturellen und wissenschaftlichen Kontexten (Umgangssprache, [https://de.wikipedia.org/wiki/Literatur Literatur], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kunst Kunst], [https://de.wikipedia.org/wiki/Recht Recht], [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie Philosophie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Theologie Theologie] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Ethik Ethik]) präsent.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-1 <span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Er wird dabei nicht einheitlich, sondern in den verschiedenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Fachgebiet Fachgebieten] und auch innerhalb einer einzigen Disziplin unterschiedlich definiert, je nach spezifischem Verständnis des [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnisobjekt Erkenntnisobjektes] bzw. je nach spezifischer Fragestellung. Das aus Person gebildete [https://de.wikipedia.org/wiki/Nomen_Agentis Nomen Agentis] ist das [https://de.wikipedia.org/wiki/Personal Personal], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Belegschaft Belegschaft] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation Organisationen]. Es bildet das in [https://de.wikipedia.org/wiki/Komposition_(Grammatik) Komposita] wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Personalabteilung Personalabteilung], [https://de.wikipedia.org/wiki/Personalakte Personalakte], [https://de.wikipedia.org/wiki/Personalbeurteilung Personalbeurteilung] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Personalbedarfsplanung Personalbedarfsplanung] vorkommende Bestimmungswort. Damit nicht zusammenhängende Begriffe wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Personalausweis Personalausweis], [https://de.wikipedia.org/wiki/Personalien Personalien] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Personalkredit Personalkredit] weisen auf die Person als Adressat hin. [https://de.wikipedia.org/wiki/Personengesellschaft Personengesellschaft], [https://de.wikipedia.org/wiki/Einpersonengesellschaft Einpersonengesellschaft], [https://de.wikipedia.org/wiki/Personenkult Personenkult], [https://de.wikipedia.org/wiki/Personenname Personenname], [https://de.wikipedia.org/wiki/Personenstand Personenstand] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Personenverkehr Personenverkehr] wiederum sind Komposita, die durch ihr Bestimmungswort den Bezug zu Personen herstellen.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
== Etymologie ==
== Etymologie ==
</div><p>Die Herkunft des Wortes ''Person'' ist nicht vollständig geklärt; es existieren hierzu verschiedene Theorien.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-2 <span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Das [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehnwort Lehnwort] Person stammt vermutlich aus dem altgriechischen Wort für das „was man sehen kann“, also Gesicht, Antlitz oder sichtbare Gestalt des Menschen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Altgriechische_Sprache altgriechisch] <span class="Grek" lang="grc-Grek">πρόσωπον</span> <span class="Latn" lang="grc-Latn">prosopon</span>), wo die Einheit des [https://de.wikipedia.org/wiki/Bewusstsein Bewusstseins], des [https://de.wikipedia.org/wiki/Denken Denkens], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wollen Wollens] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Handeln Handelns] ihren Ausdruck findet. Auch die Herkunft aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Etrusker etruskischen] „<span class="Ital" lang="ett-Ital">phersu</span>“, das als Beschriftung einer Darstellung eines Zuges Maskierter gefunden wurde, gilt als möglich.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-3 <span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Die Ableitung aus dem Etruskischen (mit der Bedeutung „Maske“, „maskierte Figur“ oder „Maskierter“) wurde unter anderem von der [https://de.wikipedia.org/wiki/Duden Duden]-Redaktion übernommen.<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-4 <span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> [https://de.wikipedia.org/wiki/Phersu Phersu] war der Eigenname einer Gestalt aus der Unterwelt, die bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Leichenspiele Leichenspielen] auftrat und sich in einer für sie typischen Verkleidung zu erkennen gab<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-5 <span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> (siehe auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Persephone Persephone]). Eine weitere Version leitet sich aus dem lateinischen Wort für „Maske des Schauspielers, Bühnenrolle“ ab ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] personare, „durch und durch ertönen, laut erschallen“; beim Schauspiel durch den Mund der Maske sprechen).<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-6 <span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2">
Die Herkunft des Wortes ''Person'' ist nicht vollständig geklärt; es existieren hierzu verschiedene Theorien.<ref>[[Alois Walde]]: ''Lateinisches etymologisches Wörterbuch.'' 3. Auflage (neubearbeitet von [[Johann Baptist Hofmann]]). I–II. Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1938–1954 (= ''Indogermanische Bibliothek'', Erste Abteilung, II. Reihe, 1), ergänzt um einen Registerband von Elsbeth Berger, 1956, Band 2, S. 291 f.</ref> Das [[Lehnwort]] Person stammt vermutlich aus dem altgriechischen Wort für das „was man sehen kann“, also Gesicht, Antlitz oder sichtbare Gestalt des Menschen ({{grcS|πρόσωπον|prosopon}}), wo die Einheit des [[Bewusstsein]]s, des [[Denken]]s, [[Wollen]]s und [[Handeln]]s ihren Ausdruck findet. Auch die Herkunft aus dem [[Etrusker|etruskischen]] „{{lang|ett|phersu}}“, das als Beschriftung einer Darstellung eines Zuges Maskierter gefunden wurde, gilt als möglich.<ref>Franz Altheim: ''Persona.'' In: ''Archiv für Religionswissenschaft.'' Band 27, 1929, S. 35 ff.</ref> Die Ableitung aus dem Etruskischen (mit der Bedeutung „Maske“, „maskierte Figur“ oder „Maskierter“) wurde unter anderem von der [[Duden]]-Redaktion übernommen.<ref>Dudenredaktion, Der Duden 7, ''Das Herkunftswörterbuch'', 1989, S. 521.</ref> [[Phersu]] war der Eigenname einer Gestalt aus der Unterwelt, die bei [[Leichenspiele]]n auftrat und sich in einer für sie typischen Verkleidung zu erkennen gab<ref>[https://books.google.de/books?id=2FDSqfrN0KkC&pg=PA53#v=onepage&q&f=true Martin Brasser: ''In der Rolle des Individuums. Die Bedeutung von ‚Person‘ und die Etymologie von ‚persona‘.'' 2008, S. 54 und 59]</ref> (siehe auch [[Persephone]]). Eine weitere Version leitet sich aus dem lateinischen Wort für „Maske des Schauspielers, Bühnenrolle“ ab ({{laS|personare}}, „durch und durch ertönen, laut erschallen“; beim Schauspiel durch den Mund der Maske sprechen).<ref>Ursula Hermann, ''Knaurs etymologisches Lexikon'', 1983, S. 370; ISBN 3-426-26074-3</ref>
 
== Geschichte ==
== Geschichte ==
</div><p>Der Begriff der Person besitzt eine bewegte Geschichte. Ganze Personenkreise waren im [https://de.wikipedia.org/wiki/Altertum Altertum] von den [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerrecht Bürgerrechten] ausgeschlossen. [https://de.wikipedia.org/wiki/Fremde Fremden], [https://de.wikipedia.org/wiki/Frau Frauen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kind Kindern] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Sklave Sklaven]war der volle Personenstatus im Sinn uneingeschränkter [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsf%C3%A4higkeit Rechtsfähigkeit] verwehrt.</p><p>Zurückverfolgen lässt sich der Ausdruck „persona“ bis zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Homer Homer], wo er als Bezeichnung für das Gesicht eines Menschen oder gelegentlich eines Gottes, nie jedoch für das Gesicht eines Tieres Verwendung fand.<sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-7 <span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Die Person fand sich seitdem vor allem im Kontext des Theaters, wo sie eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Rolle_(Theater) Rolle] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Maske Maske] beschrieb. Das [https://de.wikipedia.org/wiki/Altes_Testament Alte Testament] beinhaltet eine Vielzahl von Personenzitaten, wobei oft die [https://de.wikipedia.org/wiki/Richter Richter] ohne Rücksichtnahme auf die Person urteilen sollen. So heißt es im [https://de.wikipedia.org/wiki/5._Buch_Mose 5. Buch Mose] über Richter: „Du sollst das Recht nicht beugen und sollst auch die Person nicht ansehen und keine Geschenke nehmen“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Deuteronomium Dtn] 16,19&nbsp;<small>[https://www.bibleserver.com/EU/Dtn16%2C19 EU]</small>). Auch das [https://de.wikipedia.org/wiki/Buch_der_Sprichw%C3%B6rter Buch der Sprichwörter] lehnt die Rücksichtnahme im Gerichtsprozess ab: „Auch dies sind Worte der Weisen: Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Buch_der_Sprichw%C3%B6rter Spr] 24,23&nbsp;<small>[https://www.bibleserver.com/EU/Spr24%2C23 EU]</small>). [https://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_Sirach Jesus Sirach] sagte: „Verlass dich nicht auf ein ungerechtes Opfer; denn der Herr ist ein Richter, und vor ihm gilt kein Ansehen der Person“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_Sirach Sir] 35,15&nbsp;<small>[https://www.bibleserver.com/EU/Sir35%2C15 EU]</small>). Der Begriff Person entfaltete sich während der [https://de.wikipedia.org/wiki/Trinitarisch trinitarischen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Christologie christologischen Diskussionen] des 4. und 5. Jahrhunderts. Während dieser theologischen Auseinandersetzungen waren einige philosophische Begriffe nötig, damit die Diskussionen auf einer allen theologischen Schulen gemeinsamen Basis geführt werden konnten. Das Ziel der Diskussion war, die Beziehung, Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Logos Logos] Λóγος/''Verbum'' und [https://de.wikipedia.org/wiki/Gott_Vater Gott Vater]festzulegen. Der philosophische Begriff von Person ergab sich aus dem Wort „prosopon“ (πρόσωπον) des griechischen Theaters. Daher wurden [https://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_Christus Christus] (der Λóγος/''Verbum)'' und Gott Vater als verschiedene „göttliche Personen“ definiert. Dieser Begriff wurde später auf den [https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliger_Geist Heiligen Geist], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Engel Engel] und alle menschliche Wesen angewendet.</p><p>Das [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Recht römische Recht] des Altertums unterschied [https://de.wikipedia.org/wiki/Freie Freie] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''homines liberi'') und [https://de.wikipedia.org/wiki/Sklave Sklaven] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''servi''). Freie Bürger und freigelassene Sklaven, sofern beide nicht zu den Fremden gehörten, verfügten über alle [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_B%C3%BCrgerrecht Bürgerrechte] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''status civitatis''). Der Sklave war dagegen rechtsunfähig und stand als [https://de.wikipedia.org/wiki/Sache_(Recht) Sache]<sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-8 <span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> im Eigentum seines Herrn ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch]''dominus''), auf ihn fanden die Grundsätze des [https://de.wikipedia.org/wiki/Sachenrecht_(Deutschland) Sachenrechts] Anwendung.<sup id="cite_ref-9" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-9 <span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Er galt mithin nicht als [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtssubjekt Rechtssubjekt], sondern als [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsobjekt Rechtsobjekt], das im Rahmen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Sklavenhandel Sklavenhandels]veräußert werden konnte. Der Sklave besaß somit auch keine Rechtsfähigkeit, vielmehr unterstand er mit den untergeordneten Mitgliedern der zugehörigen Familie ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch]''familia'') der Außenvertretung des Oberhauptes des Hauses ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Pater_familias pater familias]''). Eine zweite Einteilung gab es zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_B%C3%BCrgerrecht Bürgern] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''cives'') und Fremden ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch]''[https://de.wikipedia.org/wiki/Peregrinus_(Recht) peregrini]''), letztere waren von sämtlichen Bürgerrechten ausgeschlossen. Nur als Gast ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''hospes'') römischer Bürger konnte er über diese am Rechtsleben teilnehmen.<sup id="cite_ref-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-10 <span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>Rechtlos war der Fremde als [https://de.wikipedia.org/wiki/Feind Feind] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''hostis''). An der Rechtlosigkeit der Sklaven änderte sich bis [https://de.wikipedia.org/wiki/Justinian_I. Justinian I.] nichts, im Lauf der Kaiserzeit wurden Bestimmungen zum Schutz der Sklaven erlassen, die sie vor grundloser Tötung, grausamer Misshandlung, die Sklavinnen auch vor Prostitution schützen sollten.<sup id="cite_ref-11" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-11 <span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Frauen besaßen keine öffentlichen Pflichten und Aufgaben ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''officia''), sie durften deshalb kein [https://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_Amt politisches Amt] bekleiden, verfügten über kein (aktives oder passives) [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahlrecht Wahlrecht], durften nicht [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrge Bürge] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Vormundschaft Vormund] (eingeschränkt auf eigene Kinder) sein und besaßen keine [https://de.wikipedia.org/wiki/Parteif%C3%A4higkeit Parteifähigkeit].<sup id="cite_ref-12" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-12 <span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Institutiones_Gai Institutionen] des [https://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_(Jurist) Gaius] von etwa 160 [https://de.wikipedia.org/wiki/Nach_Christus nach Christus]benutzten die Personen als Abgrenzung zu den drei [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsgebiet Rechtsgebieten] Personen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''personae''), [https://de.wikipedia.org/wiki/Sache Sachen] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''res'') und [https://de.wikipedia.org/wiki/Klage Klagemöglichkeiten] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''actiones''), was noch heute in vielen [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsordnung Rechtsordnungen] gilt. Er kannte bereits ein besonderes Personenrecht ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''ius personarum''),<sup id="cite_ref-13" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-13 <span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> das er noch vor den „res“ und „actiones“ an erster Stelle behandelte.</p><p>Erst mit der Entwicklung des Personenbegriffs im [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter Mittelalter] entstand in Deutschland ein sich hierauf gründendes Personenrecht,<sup id="cite_ref-14" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-14 <span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> so beispielsweise im Jahre 1610.<sup id="cite_ref-15" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-15 <span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> [https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspar_Stieler Kaspar Stieler] nahm 1691 das Wort Personenrecht in sein Wörterbuch auf.<sup id="cite_ref-16" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-16 <span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Codex_Maximilianeus_Bavaricus_Civilis Codex Maximilianeus Bavaricus Civilis] vom Januar 1756 behandelte das „Recht der Personen“ ausführlich.<sup id="cite_ref-17" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-17 <span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Das [https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_Preu%C3%9Fisches_Landrecht Allgemeine Preußische Landrecht] (APL) vom Juni 1794 überschrieb seine 45 Paragrafen umfassenden Regelungen als „Von Personen und deren Rechten überhaupt“. Es definierte: „Der Mensch wird, insofern er gewisse Rechte in der bürgerlichen Gesellschaft genießt, eine Person genannt“ (I 1, §§&nbsp;1 ff., APL).<sup id="cite_ref-18" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-18 <span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Das im Januar 1812 in Kraft getretene [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreich österreichische] [https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_b%C3%BCrgerliches_Gesetzbuch ABGB] legt in §&nbsp;15 ABGB fest, dass sich die Personenrechte teils auf persönliche Eigenschaften und Verhältnisse, teils auf Familienverhältnisse gründen. Auch das seit Januar 1900 geltende [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland deutsche] [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerliches_Gesetzbuch BGB] behandelt die Personen bereits in seinem [https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeiner_Teil_des_B%C3%BCrgerlichen_Rechts_(Deutschland) Buch 1], dessen Abschnitt 1 mit „Personen“ überschrieben ist. Das vom Januar 1912 stammende [https://de.wikipedia.org/wiki/Zivilgesetzbuch Zivilgesetzbuch] (ZGB) der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schweiz Schweiz] regelt in den §§&nbsp;11–51 ZGB die natürlichen sowie in den §§&nbsp;52–89c ZGB die juristischen Personen.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
Der Begriff der Person besitzt eine bewegte Geschichte. Ganze Personenkreise waren im [[Altertum]] von den [[Bürgerrecht]]en ausgeschlossen. [[Fremde]]n, [[Frau]]en, [[Kind]]ern und [[Sklave]]n war der volle Personenstatus im Sinn uneingeschränkter [[Rechtsfähigkeit]] verwehrt.
 
Zurückverfolgen lässt sich der Ausdruck „persona“ bis zu [[Homer]], wo er als Bezeichnung für das Gesicht eines Menschen oder gelegentlich eines Gottes, nie jedoch für das Gesicht eines Tieres Verwendung fand.<ref>[https://books.google.de/books?id=3viKaAwEbNkC&pg=PA14&dq=prosopon+person&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwi1msu247naAhWFiywKHY66Bh84ChDoAQg3MAM#v=onepage&q=prosopon%20person&f=false Katja Wagner-Westerhausen, ''Die Statusfrage in der Bioethik'', 2008, S. 14]</ref> Die Person fand sich seitdem vor allem im Kontext des Theaters, wo sie eine [[Rolle (Theater)|Rolle]] oder [[Maske]] beschrieb. Das [[Altes Testament|Alte Testament]] beinhaltet eine Vielzahl von Personenzitaten, wobei oft die [[Richter]] ohne Rücksichtnahme auf die Person urteilen sollen. So heißt es im [[5. Buch Mose]] über Richter: „Du sollst das Recht nicht beugen und sollst auch die Person nicht ansehen und keine Geschenke nehmen“ {{Bibel|Dtn|16|19|EU}}. Auch das [[Buch der Sprichwörter]] lehnt die Rücksichtnahme im Gerichtsprozess ab: „Auch dies sind Worte der Weisen: Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut“ {{Bibel|Spr|24|23}}. [[Jesus Sirach]] sagte: „Verlass dich nicht auf ein ungerechtes Opfer; denn der Herr ist ein Richter, und vor ihm gilt kein Ansehen der Person“ {{Bibel|Sir|35|15}}. Der Begriff Person entfaltete sich während der [[trinitarisch]]en und [[Christologie|christologischen Diskussionen]] des 4. und 5. Jahrhunderts. Während dieser theologischen Auseinandersetzungen waren einige philosophische Begriffe nötig, damit die Diskussionen auf einer allen theologischen Schulen gemeinsamen Basis geführt werden konnten. Das Ziel der Diskussion war, die Beziehung, Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen dem [[Logos]] Λóγος/''Verbum'' und [[Gott Vater]] festzulegen. Der philosophische Begriff von Person ergab sich aus dem Wort „prosopon“ (πρόσωπον) des griechischen Theaters. Daher wurden [[Jesus Christus|Christus]] (der Λóγος/''Verbum)'' und Gott Vater als verschiedene „göttliche Personen“ definiert. Dieser Begriff wurde später auf den [[Heiliger Geist|Heiligen Geist]], die [[Engel]] und alle menschliche Wesen angewendet.
 
Das [[römisches Recht|römische Recht]] des Altertums unterschied [[Freie]] ({{laS|''homines liberi''}}) und [[Sklave]]n ({{laS|''servi''}}). Freie Bürger und freigelassene Sklaven, sofern beide nicht zu den Fremden gehörten, verfügten über alle [[Römisches Bürgerrecht|Bürgerrechte]] ({{laS|''status civitatis''}}). Der Sklave war dagegen rechtsunfähig und stand als [[Sache (Recht)|Sache]]<ref>[[Digesten]] 4, 5, 3, 1</ref> im Eigentum seines Herrn ({{laS|''dominus''}}), auf ihn fanden die Grundsätze des [[Sachenrecht (Deutschland)|Sachenrechts]] Anwendung.<ref>[https://books.google.de/books?id=mCZACQAAQBAJ&pg=PA23&dq=nat%C3%BCrliche+Person+sklave&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiNicmX9bbaAhXjB5oKHdUtD2cQ6AEIQDAF#v=onepage&q=nat%C3%BCrliche%20Person%20sklave&f=false Heinrich Honsell, ''Römisches Recht'', 2015, S. 23]</ref> Er galt mithin nicht als [[Rechtssubjekt]], sondern als [[Rechtsobjekt]], das im Rahmen des [[Sklavenhandel]]s veräußert werden konnte. Der Sklave besaß somit auch keine Rechtsfähigkeit, vielmehr unterstand er mit den untergeordneten Mitgliedern der zugehörigen Familie ({{laS|''familia''}}) der Außenvertretung des Oberhauptes des Hauses ({{laS|''[[pater familias]]''}}). Eine zweite Einteilung gab es zwischen [[Römisches Bürgerrecht|Bürgern]] ({{laS|''cives''}}) und Fremden ({{laS|''[[Peregrinus (Recht)|peregrini]]''}}), letztere waren von sämtlichen Bürgerrechten ausgeschlossen. Nur als Gast ({{laS|''hospes''}}) römischer Bürger konnte er über diese am Rechtsleben teilnehmen.<ref>[https://books.google.de/books?id=FXdvwGTh9IIC&pg=PA73&dq=r%C3%B6misches+recht+sklave&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiWq5Cf-bbaAhXLDpoKHfQHBp44ChDoAQg2MAM#v=onepage&q=r%C3%B6misches%20recht%20sklave&f=false Herbert Hausmaninger/Walter Selb, ''Römisches Privatrecht'', 2001, S. 74]</ref> Rechtlos war der Fremde als [[Feind]] ({{laS|''hostis''}}). An der Rechtlosigkeit der Sklaven änderte sich bis [[Justinian I.]] nichts, im Lauf der Kaiserzeit wurden Bestimmungen zum Schutz der Sklaven erlassen, die sie vor grundloser Tötung, grausamer Misshandlung, die Sklavinnen auch vor Prostitution schützen sollten.<ref>[[Gaius (Jurist)|Gaius]], ''[[Institutiones Gai|Institutiones]]'', 1, 53</ref>
 
Frauen besaßen keine öffentlichen Pflichten und Aufgaben ({{laS|''officia''}}), sie durften deshalb kein [[politisches Amt]] bekleiden, verfügten über kein (aktives oder passives) [[Wahlrecht]], durften nicht [[Bürge]] oder [[Vormundschaft|Vormund]] (eingeschränkt auf eigene Kinder) sein und besaßen keine [[Parteifähigkeit]].<ref>[https://books.google.de/books?id=B1OGdFNmOZMC&pg=PA236&dq=r%C3%B6misches+Recht+frauen&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjmia6hybnaAhUBHSwKHdC5BVQQ6AEIJzAA#v=onepage&q=r%C3%B6misches%20Recht%20frauen&f=false Philipp Charwath, ''Römisches Recht'', 2011, S. 237 f.]</ref> Die [[Institutiones Gai|Institutionen]] des [[Gaius (Jurist)|Gaius]] von etwa 160 [[nach Christus]] benutzten die Personen als Abgrenzung zu den drei [[Rechtsgebiet]]en Personen ({{laS|''personae''}}), [[Sache]]n ({{laS|''res''}}) und [[Klage]]möglichkeiten ({{laS|''actiones''}}), was noch heute in vielen [[Rechtsordnung]]en gilt. Er kannte bereits ein besonderes Personenrecht ({{laS|''ius personarum''}}),<ref>Gaius, ''Institutiones'', 1, 48</ref> das er noch vor den „res“ und „actiones“ an erster Stelle behandelte.
 
Erst mit der Entwicklung des Personenbegriffs im [[Mittelalter]] entstand in Deutschland ein sich hierauf gründendes Personenrecht,<ref>[[Helmut Coing]], ''Zur Geschichte des Privatrechtssystems'', in: Wissenschaft und Gegenwart, Heft 22, 1963, S. 63</ref> so beispielsweise im Jahre 1610.<ref>Johannes Barter/Christoph Crusius, ''Disputatio Ex tit. 5. 6. & 7. Lib. I. Pandectarum'', De Statu et Iure Persoarum, 1610</ref> [[Kaspar Stieler]] nahm 1691 das Wort Personenrecht in sein Wörterbuch auf.<ref>Kaspar Stieler, ''Der Teutschen Sprache Stammbaum und Fortwachs'', Band 2, 1691, Sp. 1551</ref> Der [[Codex Maximilianeus Bavaricus Civilis]] vom Januar 1756 behandelte das „Recht der Personen“ ausführlich.<ref>Codex Maximilianeus Bavaricus Civilis, Teil I, Kapitel 3, §§&nbsp;1 ff. CMBC</ref> Das [[Allgemeines Preußisches Landrecht|Allgemeine Preußische Landrecht]] (APL) vom Juni 1794 überschrieb seine 45 Paragrafen umfassenden Regelungen als „Von Personen und deren Rechten überhaupt“. Es definierte: „Der Mensch wird, insofern er gewisse Rechte in der bürgerlichen Gesellschaft genießt, eine Person genannt“ (I 1, §§&nbsp;1 ff., APL).<ref>[https://books.google.de/books?id=h8VLAAAAcAAJ&pg=PA179&dq=Allgemeines+Preu%C3%9Fisches+Landrecht&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjz1O7T177aAhXM2ywKHWk8CscQ6AEIOjAD#v=onepage&q=Personen&f=false Adolph Julius Mannkopff (Hrsg.), ''Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten'', 1837, S. 117]</ref> Das im Januar 1812 in Kraft getretene [[österreich]]ische [[Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch|ABGB]] legt in §&nbsp;15 ABGB fest, dass sich die Personenrechte teils auf persönliche Eigenschaften und Verhältnisse, teils auf Familienverhältnisse gründen. Auch das seit Januar 1900 geltende [[Deutschland|deutsche]] [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]] behandelt die Personen bereits in seinem [[Allgemeiner Teil des Bürgerlichen Rechts (Deutschland)|Buch 1]], dessen Abschnitt 1 mit „Personen“ überschrieben ist. Das im Januar 1912 in Kraft getretene [[Zivilgesetzbuch (Schweiz)|Zivilgesetzbuch]] (ZGB) der [[Schweiz]] regelt in den §§&nbsp;11–51 ZGB die natürlichen sowie in den §§&nbsp;52–89c ZGB die juristischen Personen.
 
== Recht ==
== Recht ==
</div><p>Person ist im BGB der Oberbegriff für [https://de.wikipedia.org/wiki/Nat%C3%BCrliche_Person natürliche Personen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Juristische_Person juristische Personen], je nachdem, ob ein menschliches Wesen oder eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Personenvereinigung Personenvereinigung] als [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtssubjekt Rechtssubjekt] mit eigenen Rechten und Pflichten gemeint ist.</p><p>Neben dem Menschen als natürliche Personen erkennt das BGB die juristischen Personen als Rechtssubjekte an. Natürliche Personen besitzen [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsf%C3%A4higkeit_(Deutschland) Rechtsfähigkeit] seit ihrer [https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt Geburt]und sind dadurch Träger von [https://de.wikipedia.org/wiki/Recht Rechten] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Pflicht_(Recht) Pflichten]. Juristische Personen erwerben ihre Rechtsfähigkeit regelmäßig durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Eintragung Eintragung] in eines der bei den [https://de.wikipedia.org/wiki/Amtsgericht Amtsgerichten] geführten öffentlichen Register ([https://de.wikipedia.org/wiki/Verein Verein]: <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__21.html § 21]</span> BGB, [https://de.wikipedia.org/wiki/Aktiengesellschaft_(Deutschland) Aktiengesellschaft]: <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/aktg/__41.html § 41]</span> Abs. 1 [https://de.wikipedia.org/wiki/Aktiengesetz_(Deutschland) AktG], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_mit_beschr%C3%A4nkter_Haftung_(Deutschland) Gesellschaft mit beschränkter Haftung]: <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__11.html § 11]</span> Abs. 1 [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_betreffend_die_Gesellschaften_mit_beschr%C3%A4nkter_Haftung GmbHG], [https://de.wikipedia.org/wiki/Genossenschaft Genossenschaft]: <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/geng/__21.html § 21]</span> [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_betreffend_die_Erwerbs-_und_Wirtschaftsgenossenschaften GenG]).<sup id="cite_ref-19" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-19 <span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Aus der Natur der juristischen Person ergeben sich für ihre Rechtsfähigkeit bestimmte Einschränkungen. Während juristische Personen im [https://de.wikipedia.org/wiki/Zivilrecht Zivilrechtsverkehr] rechtsfähig sind, bestimmt sich ihre [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundrechtsf%C3%A4higkeit Grundrechtsfähigkeit] nach <span class="plainlinks-print">[https://dejure.org/gesetze/GG/19.html Art. 19]</span> Abs.&nbsp;3 [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundgesetz_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland GG]. Demzufolge können juristische Personen Träger von [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundrechte_(Deutschland) Grundrechten] sein, sofern sie auf diese ihrem Wesen nach anwendbar sind, was bei gewissen Grundrechten wie <span class="plainlinks-print">[https://dejure.org/gesetze/GG/6.html Art. 6]</span> (Ehe, Familie, Erziehung) oder <span class="plainlinks-print">[https://dejure.org/gesetze/GG/2.html Art. 2]</span> Abs.&nbsp;2 GG (körperliche Unversehrtheit) ausgeschlossen ist.<sup id="cite_ref-20" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-20 <span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass den natürlichen Personen uneingeschränkte Grundrechtsfähigkeit zukommt.</p><p>Die rechtliche Einordnung [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektronische_Person elektronischer Personen] ''(E-Person)'' ist noch ungeklärt. Es wird diskutiert, ob so genannte autonome Maschinen einen eigenen rechtlichen Status bekommen sollen.<sup id="cite_ref-21" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-21 <span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Autonome Maschinen sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Maschine Maschinen], die selbstständig agieren und dabei flexibel auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Daten Umgebungsdaten] reagieren. Es gibt autonome Maschinen mit Körper (etwa [https://de.wikipedia.org/wiki/Roboter Roboter]) und autonome Maschinen ohne Körper, so genannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Bot Software-Bots].<sup id="cite_ref-22" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-22 <span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Ein solcher Schritt hätte unter Umständen zur Folge, dass solche Maschinen Rechte und Pflichten hätten und somit haftbar wären sowie sanktioniert und bestraft werden können müssen.<sup id="cite_ref-23" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-23 <span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Ferner wäre es möglicherweise illegal, solche Maschinen abzuschalten; vgl. dazu auch die Debatten um die [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz Künstliche Intelligenz] (KI). Als Ausweg ist in der Diskussion, solche Maschinen nicht als [https://de.wikipedia.org/wiki/Autonom autonom], sondern als [https://de.wikipedia.org/wiki/Automat (voll-)automatisch] oder zumindest nur als teilautonom zu bezeichnen.</p><p>Mit spezifischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsfrage Rechtsfragen] befassen sich [https://de.wikipedia.org/wiki/Personenbezogene_Daten personenbezogene Daten] oder das [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6chstpers%C3%B6nliches_Recht höchstpersönliche Recht].</p><div class="mw-heading mw-heading2">
Person ist im BGB der Oberbegriff für [[natürliche Person]]en und [[juristische Person]]en, je nachdem, ob ein menschliches Wesen oder eine [[Personenvereinigung]] als [[Rechtssubjekt]] mit eigenen Rechten und Pflichten gemeint ist.
 
Neben dem Menschen als natürliche Personen erkennt das BGB die juristischen Personen als Rechtssubjekte an. Natürliche Personen besitzen [[Rechtsfähigkeit (Deutschland)|Rechtsfähigkeit]] seit ihrer [[Geburt]] und sind dadurch Träger von [[Recht]]en und [[Pflicht (Recht)|Pflichten]]. Juristische Personen erwerben ihre Rechtsfähigkeit regelmäßig durch [[Eintragung]] in eines der bei den [[Amtsgericht]]en geführten öffentlichen Register ([[Verein]]: {{§|21|bgb|juris}} BGB, [[Aktiengesellschaft (Deutschland)|Aktiengesellschaft]]: {{§|41|aktg|juris}} Abs. 1 [[Aktiengesetz (Deutschland)|AktG]], [[Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Deutschland)|Gesellschaft mit beschränkter Haftung]]: {{§|11|gmbhg|juris}} Abs. 1 [[Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung|GmbHG]], [[Genossenschaft]]: {{§|21|geng|juris}} [[Gesetz betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften|GenG]]).<ref>{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=EGMbCn53TNQC |Seite=79 }} |Autor=Reinhard Bork |Titel=Allgemeiner Teil des Bürgerlichen Gesetzbuchs |Datum=2006 |Seiten=79 }}</ref> Aus der Natur der juristischen Person ergeben sich für ihre Rechtsfähigkeit bestimmte Einschränkungen. Während juristische Personen im [[Zivilrecht]]sverkehr rechtsfähig sind, bestimmt sich ihre [[Grundrechtsfähigkeit]] nach {{Art.|19|GG|dejure}} Abs.&nbsp;3 [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|GG]]. Demzufolge können juristische Personen Träger von [[Grundrechte (Deutschland)|Grundrechten]] sein, sofern sie auf diese ihrem Wesen nach anwendbar sind, was bei gewissen Grundrechten wie {{Art.|6|GG|dejure}} (Ehe, Familie, Erziehung) oder {{Art.|2|GG|dejure}} Abs.&nbsp;2 GG (körperliche Unversehrtheit) ausgeschlossen ist.<ref>{{Literatur|Autor=Gerhard Baumgartner|Titel=Allgemeines Verwaltungsrecht|Datum=2003|Seiten=42|ISBN=978-3-211-40370-9|Verlag=[[Springer-Verlag (Wien und New York)]]}}</ref> Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass den natürlichen Personen uneingeschränkte Grundrechtsfähigkeit zukommt.
 
Die rechtliche Einordnung [[Elektronische Person|elektronischer Personen]] ''(E-Person)'' ist noch ungeklärt. Es wird diskutiert, ob so genannte autonome Maschinen einen eigenen rechtlichen Status bekommen sollen.<ref>[https://www.heise.de/tp/features/Recht-Maschinen-und-die-Idee-des-Posthumanen-3365376.html Eric Hilgendorf, ''Recht, Maschinen und die Idee des Posthumanen''], [[heise.de]] vom 24. Mai 2014, abgerufen am 22. Juni 2017</ref> Autonome Maschinen sind [[Maschine]]n, die selbstständig agieren und dabei flexibel auf [[Daten|Umgebungsdaten]] reagieren. Es gibt autonome Maschinen mit Körper (etwa [[Roboter]]) und autonome Maschinen ohne Körper, so genannte [[Bot|Software-Bots]].<ref>Gunter Laßmann, ''Asimovs Robotergesetze (Telepolis): Was leisten sie wirklich?'', 2017, o. S.</ref> Ein solcher Schritt hätte unter Umständen zur Folge, dass solche Maschinen Rechte und Pflichten hätten und somit haftbar wären sowie sanktioniert und bestraft werden können müssen.<ref>[http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/strafrecht-fuer-roboter-maschinen-sollen-fuer-eigene-fehler-haften-a-569004.html ''Maschinen sollen für eigene Fehler haften''], [[spiegel.de]] vom 1. August 2008, abgerufen am 22. Juni 2017</ref> Ferner wäre es möglicherweise illegal, solche Maschinen abzuschalten; vgl. dazu auch die Debatten um die [[Künstliche Intelligenz]] (KI). Als Ausweg ist in der Diskussion, solche Maschinen nicht als [[autonom]], sondern als [[Automat|(voll-)automatisch]] oder zumindest nur als teilautonom zu bezeichnen.
 
Mit spezifischen [[Rechtsfrage]]n befassen sich [[personenbezogene Daten]] oder das [[höchstpersönliches Recht|höchstpersönliche Recht]].
 
== Wirtschaft ==
== Wirtschaft ==
</div><p>Das [https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftssubjekt Wirtschaftssubjekt] [https://de.wikipedia.org/wiki/Privathaushalt Privathaushalt] besteht aus mindestens einer Person. Zur Ermittlung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Lebenshaltungskosten Lebenshaltungskosten] verwenden Statistiker einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Warenkorb Warenkorb], der die Konsumgewohnheiten eines Durchschnittshaushalts mit bis zu vier Personen enthält. Hieraus kann unter anderem die [https://de.wikipedia.org/wiki/Inflationsrate Inflationsrate] oder das [https://de.wikipedia.org/wiki/Durchschnittseinkommen Durchschnittseinkommen] pro Person ermittelt werden. Personen treten im Wirtschaftsleben als [https://de.wikipedia.org/wiki/Verbraucher Verbraucher], [https://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmer Unternehmer] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Marktteilnehmer Marktteilnehmer] auf.</p><p>Personal ist der von der [https://de.wikipedia.org/wiki/Betriebswirtschaftslehre Betriebswirtschaftslehre] benutzte zusammenfassende Begriff für alle [https://de.wikipedia.org/wiki/Besch%C3%A4ftigter Beschäftigten], die zugewiesene [https://de.wikipedia.org/wiki/Aufgabe_(Pflicht) Arbeitsaufgaben] erfüllen und durch ihre [https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsleistung Arbeitsleistung][https://de.wikipedia.org/wiki/Personalkosten Personalkosten] verursachen. Mit dem Begriff der [https://de.wikipedia.org/wiki/Privatperson Privatperson] wird klargestellt, dass eine Person ein Eigeninteresse verfolgt und nicht im [https://de.wikipedia.org/wiki/Auftrag Auftrag] oder als [https://de.wikipedia.org/wiki/Stellvertreter Stellvertreter] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmen Unternehmen] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Beh%C3%B6rde Behörden] im Fremdinteresse oder als Unternehmer handelt.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
Das [[Wirtschaftssubjekt]] [[Privathaushalt]] besteht aus mindestens einer Person. Zur Ermittlung der [[Lebenshaltungskosten]] verwenden Statistiker einen [[Warenkorb]], der die Konsumgewohnheiten eines Durchschnittshaushalts mit bis zu vier Personen enthält. Hieraus kann unter anderem die [[Inflationsrate]] oder das [[Durchschnittseinkommen]] pro Person ermittelt werden. Personen treten im Wirtschaftsleben als [[Verbraucher]], [[Unternehmer]] oder [[Marktteilnehmer]] auf.
 
Personal ist der von der [[Betriebswirtschaftslehre]] benutzte zusammenfassende Begriff für alle [[Beschäftigter|Beschäftigten]], die zugewiesene [[Aufgabe (Pflicht)|Arbeitsaufgaben]] erfüllen und durch ihre [[Arbeitsleistung]] [[Personalkosten]] verursachen. Mit dem Begriff der [[Privatperson]] wird klargestellt, dass eine Person ein Eigeninteresse verfolgt und nicht im [[Auftrag]] oder als [[Stellvertreter]] von [[Unternehmen]] oder [[Behörde]]n im Fremdinteresse oder als Unternehmer handelt.
 
== Philosophie ==
== Philosophie ==
</div><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Überblick ===
=== Überblick ===
</div><p>Jörg Noller in ''Online Encyclopedia Philosophy of Nature:''</p><p>„In der Geschichte der Philosophie lassen sich drei Paradigmen [der Bestimmung einer Person] unterscheiden: (1) Die ontologische Bestimmung der Person als ‚einer vernünftigen Natur individuelle Substanz‘ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Boethius Boethius]). (2) Die selbstbewusstseinstheoretische Bestimmung der Person als ein Wesen, das ‚sich selbst als sich selbst betrachten kann‘ ([https://de.wikipedia.org/wiki/John_Locke John Locke]). (3) Die moralphilosophische Bestimmung der Person als ‚Zweck an sich selbst‘ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Immanuel Kant]). In der gegenwärtigen analytischen Debatte hat sich der Fokus auf den Zusammenhang von Körperorganismus und Person verschoben. [4] Die Theorie des Animalismus (Eric T. Olson) besagt, dass Personen wesentlich Tiere sind und für ihre Identität geistige bzw. psychologische Eigenschaften keine Rolle spielen. [5] Die Konstitutionstheorie ([https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Lynne_Baker&action=edit&redlink=1 Lynne Baker]) hingegen versucht, die Person als ein natürliches und zugleich selbstbewusstes Wesen zu bestimmen: Der Körperorganismus konstituiert die Person, ohne dass diese mit ihm identisch ist. Sie bildet vielmehr mit ihm eine ‚Einheit ohne Identität‘. [6] Als aussichtsreicher Kandidat, die natürlich-vernünftige Einheit der Person zu denken, hat sich in der jüngsten Debatte der Begriff der personalen Lebensform herausgestellt ([https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Marya_Schechtman&action=edit&redlink=1 Marya Schechtman]).“<sup id="cite_ref-24" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-24 <span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
Jörg Noller in ''Online Encyclopedia Philosophy of Nature:''
 
„In der [[Geschichte der Philosophie]] lassen sich drei Paradigmen [der Bestimmung einer Person] unterscheiden: (1) Die ontologische Bestimmung der Person als ‚einer vernünftigen Natur individuelle Substanz‘ ([[Boethius]]). (2) Die selbstbewusstseinstheoretische Bestimmung der Person als ein Wesen, das ‚sich selbst als sich selbst betrachten kann‘ ([[John Locke]]). (3) Die moralphilosophische Bestimmung der Person als ‚Zweck an sich selbst‘ ([[Immanuel Kant]]). In der gegenwärtigen analytischen Debatte hat sich der Fokus auf den Zusammenhang von Körperorganismus und Person verschoben. [4] Die Theorie des Animalismus (Eric T. Olson) besagt, dass Personen wesentlich Tiere sind und für ihre Identität geistige bzw. psychologische Eigenschaften keine Rolle spielen. [5] Die Konstitutionstheorie ([[Lynne Baker]]) hingegen versucht, die Person als ein natürliches und zugleich selbstbewusstes Wesen zu bestimmen: Der Körperorganismus konstituiert die Person, ohne dass diese mit ihm identisch ist. Sie bildet vielmehr mit ihm eine ‚Einheit ohne Identität‘. [6] Als aussichtsreicher Kandidat, die natürlich-vernünftige Einheit der Person zu denken, hat sich in der jüngsten Debatte der Begriff der personalen Lebensform herausgestellt ([[Marya Schechtman]]).“<ref>Noller, Jörg (2019): [https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/oepn/article/view/65542 Person]. In: Kirchhoff, Thomas (Hg.): Online Encyclopedia Philosophy of Nature / Online-Lexikon Naturphilosophie. Heidelberg, Universitätsbibliothek Heidelberg: {{DOI|10.11588/oepn.2019.0.65542}}.</ref>
 
=== Einzelne Bestimmungen ===
=== Einzelne Bestimmungen ===
</div><p>''Person'' im ''philosophischen Sinn'' wird von manchen als das Wesen des Menschseins vor dem Hintergrund des [https://de.wikipedia.org/wiki/Abendl%C3%A4ndisch abendländischen] Denkhorizonts gesehen: Dem Menschen als Person wird eine gewisse [https://de.wikipedia.org/wiki/Freiheit Freiheit] der Entscheidung und Verantwortlichkeit für sein Handeln zugeschrieben. Andere philosophische Strömungen sehen den Personenbegriff nicht beschränkt auf Menschen.</p><p>In der klassischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie Philosophie] ist die Definition des [https://de.wikipedia.org/wiki/Boethius Boethius] der Ausgangspunkt des Verständnisses vom Menschen als Person: Sie ist die unteilbare („individuelle“) [https://de.wikipedia.org/wiki/Substanz Substanz]rationaler (vernünftiger) Natur ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] ''Persona est rationalis naturae individua substantia''). Danach liegt der Erscheinung des Menschen als denkendem Lebewesen ein sinnlich nicht wahrnehmbarer, d.&nbsp;h. [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik metaphysischer] Wesenskern zugrunde. Seine Definition wird jedoch in der Philosophie als unzureichend angesehen, weil sie den kategorialen Person-Begriff und seinen [https://de.wikipedia.org/wiki/Ontologie ontologischen] Status nicht betrachte.<sup id="cite_ref-25" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-25 <span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>„Person“ in diesem Sinne wurde in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalterliche_Philosophie mittelalterlichen Philosophie] dann öfter mit dem Begriff „[https://de.wikipedia.org/wiki/Seele#Christentum unsterbliche Seele]“ identifiziert. In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Christentum christlichen Religion] beispielsweise steht der Begriff der Person sogar für eines der zentralen Wesensmerkmale [https://de.wikipedia.org/wiki/Gott Gottes].<sup id="cite_ref-26" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-26 <span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> In der Philosophie der Neuzeit ([https://de.wikipedia.org/wiki/Aufkl%C3%A4rung Aufklärung]) wurde der Begriff Person als einer substanziellen Realität vielfältig kritisiert und seine metaphysische Dimension argumentativ bestritten. Seit dem 20. Jahrhundert ist überwiegend nicht mehr von einer Substanz die Rede, sondern von Personalität im Sinne eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Existenzphilosophie Existenzials].</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Immanuel Kant] unterschied deutlich zwischen dem Begriff der Person als [https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ#Endliches_Vernunftwesen Vernunftwesen] und der „unsterblichen Seele“ als [https://de.wikipedia.org/wiki/Vernunft reiner Vernunftbegriff]. „Person ist dasjenige Subjekt, dessen Handlungen einer Zurechnung fähig sind.“ Eine Person ist „keinen anderen Gesetzen, als denen, die sie (entweder allein oder wenigstens zugleich mit anderen) sich selbst gibt, unterworfen […].“<sup id="cite_ref-27" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-27 <span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>In modernen philosophischen Strömungen sind Personen die Subjekte der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ethik Ethik]. Manche Ethiker, so [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Singer Peter Singer], unterscheiden zwischen Mensch und Person. [https://de.wikipedia.org/wiki/Diskursethik Diskursethisch]lasse sich dies so begründen, dass nur der Mensch als Person gelten kann, der in der Lage ist, sich im Diskurs zu äußern. Kritiker wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Spaemann Robert Spaemann] stellen Singers Unterscheidung zwischen Mensch und Person in Frage, besonders wegen der Graduierungsunmöglichkeit zwischen ‚etwas‘ und ‚jemandem‘; ihnen gilt die biologische Zugehörigkeit zur Gattung Mensch als alleiniges Kriterium für Personalität. Auch Vertreter des [https://de.wikipedia.org/wiki/Naturrecht Naturrechts] argumentieren, dass dem Menschen – durch seinen Geist – von Anfang an und in allen Situationen (also etwa auch im Koma) das Personsein und damit seine besondere [https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrde Würde] zukomme.</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Romano_Guardini Romano Guardini] definierte: »Person ist sich selbst besitzender [https://de.wikipedia.org/wiki/Geist Geist]. Sich selbst besitzend in der Eigengehörigkeit des Bewußtseins und der Freiheit; in der Eigengehörigkeit des einmaligen Soseins«.</p><p>In besonderem Maße hat die Philosophie des [https://de.wikipedia.org/wiki/Personalismus Personalismus] den Begriff Person definiert, nämlich nicht als Bewusstsein des [https://de.wikipedia.org/wiki/Individuum Individuums] von sich selbst, sondern als „aktive [https://de.wikipedia.org/wiki/Subjektivit%C3%A4t Subjektivität]“ des Einzelnen, durch die er sich selbst hervorbringt. Dieser Status wird prinzipiell jedem Menschen zugesprochen; da es ein ethisch-moralisches Prinzip ist, kann es nicht veräußert werden: Der Mensch ist an sich immer Person und soll es zugleich werden, indem er immer mehr von seiner Freiheit Gebrauch macht und sich selbst bestimmt. Die Unterscheidung zwischen Person als Wesensbegriff und [https://de.wikipedia.org/wiki/Pers%C3%B6nlichkeit Persönlichkeit] als Individuation ist unbedingt zu beachten; die Person des Menschen steht in der Hierarchie der innerweltlichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Wert_(Philosophie) Werte] über allen anderen Werten, sei es die Persönlichkeit, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Rolle soziale Rolle], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft Gemeinschaft] oder das [https://de.wikipedia.org/wiki/Individuum biologische Individuum].</p><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Christliche_Soziallehre Christliche Soziallehre] sieht in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Personalit%C3%A4t Personalität] neben der [https://de.wikipedia.org/wiki/Solidarit%C3%A4t Solidarität], [https://de.wikipedia.org/wiki/Subsidiarit%C3%A4t Subsidiarität] sowie dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinwohl Gemeinwohl] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtigkeit Gerechtigkeit] eines der Prinzipien für ein gelingendes menschliches Zusammenleben in Gesellschaft und Staat. Besonders in den 1950er und 1960er Jahren entstand daraus eine personale Pädagogik im katholischen Raum, die auch auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Buber Martin Buber] zurückgriff.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
''Person'' im ''philosophischen Sinn'' wird von manchen als das Wesen des Menschseins vor dem Hintergrund des [[Abendland|abendländischen]] Denkhorizonts gesehen: Dem Menschen als Person wird eine gewisse [[Freiheit]] der Entscheidung und Verantwortlichkeit für sein Handeln zugeschrieben. Andere philosophische Strömungen sehen den Personenbegriff nicht beschränkt auf Menschen.
 
In der klassischen [[Philosophie]] ist die Definition des [[Boethius]] der Ausgangspunkt des Verständnisses vom Menschen als Person: Sie ist die unteilbare („individuelle“) [[Substanz]] rationaler (vernünftiger) Natur ({{laS|''Persona est rationalis naturae individua substantia''}}). Danach liegt der Erscheinung des Menschen als denkendem Lebewesen ein sinnlich nicht wahrnehmbarer, d.&nbsp;h. [[Metaphysik|metaphysischer]] Wesenskern zugrunde. Seine Definition wird jedoch in der Philosophie als unzureichend angesehen, weil sie den kategorialen Person-Begriff und seinen [[Ontologie|ontologischen]] Status nicht betrachte.<ref>vgl. hierzu {{Literatur|Online=[http://books.google.de/books?id=mK1FfySByX0C&pg=PA210#v=onepage&f=true Auszug online] von Google|Autor=[[Christoph Schwöbel]]|Titel=Gott in Beziehung: Studien zur Dogmatik|Datum=2002|Seiten=210|Verlag=[[Mohr Siebeck Verlag]]|ISBN=3-16-147846-0}}</ref>
 
„Person“ in diesem Sinne wurde in der [[mittelalterliche Philosophie|mittelalterlichen Philosophie]] dann öfter mit dem Begriff „[[Seele#Christentum|unsterbliche Seele]]“ identifiziert. In der [[Christentum|christlichen Religion]] beispielsweise steht der Begriff der Person sogar für eines der zentralen Wesensmerkmale [[Gott]]es.<ref>{{Literatur|Online=[http://books.google.de/books?id=G7QRFdMCz78C&pg=PA4#v=onepage&f=true Auszug online] von Google|Autor=Michael Quante|Titel=Person|Datum=2007|Seiten=4|ISBN=978-3-11-018190-6|Verlag=[[Verlag Walter de Gruyter]]}}</ref> In der Philosophie der Neuzeit ([[Aufklärung]]) wurde der Begriff Person als einer substanziellen Realität vielfältig kritisiert und seine metaphysische Dimension argumentativ bestritten. Seit dem 20. Jahrhundert ist überwiegend nicht mehr von einer Substanz die Rede, sondern von Personalität im Sinne eines [[Existenzphilosophie|Existenzials]].
 
[[Immanuel Kant]] unterschied deutlich zwischen dem Begriff der Person als [[Kategorischer Imperativ#Endliches Vernunftwesen|Vernunftwesen]] und der „unsterblichen Seele“ als [[Vernunft|reiner Vernunftbegriff]]. „Person ist dasjenige Subjekt, dessen Handlungen einer Zurechnung fähig sind.“ Eine Person ist „keinen anderen Gesetzen, als denen, die sie (entweder allein oder wenigstens zugleich mit anderen) sich selbst gibt, unterworfen […].“<ref>{{Literatur|Online=[http://books.google.de/books?id=biUchjNfWh4C&pg=PA200#v=onepage&f=true Auszug online] von Google|Sammelwerk=Kant und die Berliner Aufklärung: Akten des IX. Internationalen Kant-Kongresses|Datum=2001|Seiten=200|Band=Band 4|Autor=Jean-Christophe Merle|Titel=Eine kantische Alternative zu Generalprävention und Wiedervergeltung|Verlag=Verlag Walter de Gruyter|ISBN=3-11-016979-7}}</ref>
 
In modernen philosophischen Strömungen sind Personen die Subjekte der [[Ethik]]. Manche Ethiker, so [[Peter Singer]], unterscheiden zwischen Mensch und Person. [[Diskursethik|Diskursethisch]] lasse sich dies so begründen, dass nur der Mensch als Person gelten kann, der in der Lage ist, sich im Diskurs zu äußern. Kritiker wie [[Robert Spaemann]] stellen Singers Unterscheidung zwischen Mensch und Person in Frage, besonders wegen der Graduierungsunmöglichkeit zwischen ‚etwas‘ und ‚jemandem‘; ihnen gilt die biologische Zugehörigkeit zur Gattung Mensch als alleiniges Kriterium für Personalität. Auch Vertreter des [[Naturrecht]]s argumentieren, dass dem Menschen – durch seinen Geist – von Anfang an und in allen Situationen (also etwa auch im Koma) das Personsein und damit seine besondere [[Würde]] zukomme.
 
[[Romano Guardini]] definierte: »Person ist sich selbst besitzender [[Geist]]. Sich selbst besitzend in der Eigengehörigkeit des Bewußtseins und der Freiheit; in der Eigengehörigkeit des einmaligen Soseins«.
 
In besonderem Maße hat die Philosophie des [[Personalismus]] den Begriff Person definiert, nämlich nicht als Bewusstsein des [[Individuum]]s von sich selbst, sondern als „aktive [[Subjektivität]]“ des Einzelnen, durch die er sich selbst hervorbringt. Dieser Status wird prinzipiell jedem Menschen zugesprochen; da es ein ethisch-moralisches Prinzip ist, kann es nicht veräußert werden: Der Mensch ist an sich immer Person und soll es zugleich werden, indem er immer mehr von seiner Freiheit Gebrauch macht und sich selbst bestimmt. Die Unterscheidung zwischen Person als Wesensbegriff und [[Persönlichkeit]] als Individuation ist unbedingt zu beachten; die Person des Menschen steht in der Hierarchie der innerweltlichen [[Wert (Philosophie)|Werte]] über allen anderen Werten, sei es die Persönlichkeit, die [[soziale Rolle]], die [[Gemeinschaft]] oder das [[Individuum|biologische Individuum]].
 
Die [[Christliche Soziallehre]] sieht in der [[Personalität]] neben der [[Solidarität]], [[Subsidiarität]] sowie dem [[Gemeinwohl]] und der [[Gerechtigkeit]] eines der Prinzipien für ein gelingendes menschliches Zusammenleben in Gesellschaft und Staat. Besonders in den 1950er und 1960er Jahren entstand daraus eine personale Pädagogik im katholischen Raum, die auch auf [[Martin Buber]] zurückgriff.
 
== Psychologie ==
== Psychologie ==
</div><p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologie Psychologie] wird ''Person'' synonym zu dem Begriff ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Individuum Individuum]'' verwendet und ist somit Gegenstand jeglicher psychologischer Forschung ([https://de.wikipedia.org/wiki/Differentielle_Psychologie Differentielle Psychologie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Pers%C3%B6nlichkeit Persönlichkeit], [https://de.wikipedia.org/wiki/Einzelpsychologie Einzelpsychologie]), da Individuen selbe Merkmale aufweisen. Nach [https://de.wikipedia.org/wiki/C._G._Jung C. G. Jung] ist die Person im Sinne der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialektik Dialektik] „ein psychisches System, welches, im Falle der Einwirkung auf eine andere Person, mit einem anderen psychischen System in Wechselwirkung tritt.“<sup id="cite_ref-28" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-28 <span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2">
In der [[Psychologie]] wird ''Person'' synonym zu dem Begriff ''[[Individuum]]'' verwendet und ist somit Gegenstand jeglicher psychologischer Forschung ([[Differentielle Psychologie]], [[Persönlichkeit]], [[Einzelpsychologie]]), da Individuen dieselben Merkmale aufweisen. Nach [[C. G. Jung]] ist die Person im Sinne der [[Dialektik]] „ein psychisches System, welches, im Falle der Einwirkung auf eine andere Person, mit einem anderen psychischen System in Wechselwirkung tritt.“<ref>{{Literatur|Autor=C. G. Jung|Titel=Grundsätzliches zur praktischen Therapie|Datum=1935}} Zitiert über {{Literatur|Online=[http://books.google.de/books?id=AK9XvFNhbjwC&pg=PA149#v=onepage&f=true Auszug online] von Google|Autor=[[Toni Wolff]]|Titel=Studien zu C. G. Jungs Psychologie|Datum=1959|Seiten=149}}</ref>
 
== Soziologie ==
== Soziologie ==
</div><p>''Person'' im ''soziologischen Sinn'' bezeichnet ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Individuum Individuum], einen Menschen, der [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie soziologisch] verschiedene [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Rolle Rollen] einnimmt, so z.&nbsp;B. als Eltern- und Geschwisterteil, ein [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentliches_Amt Amt] (z.&nbsp;B. als Beamter, Richter), einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Beruf Beruf], eine Herkunft (z.&nbsp;B. Volksgruppenzugehörigkeit, [https://de.wikipedia.org/wiki/Ethnie Ethnie] wie z.&nbsp;B. Kurde, Same, Baske usw.).</p><p>In der klassischen Studie [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_T%C3%B6nnies Ferdinand Tönnies]’ von 1887 ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft_und_Gesellschaft Gemeinschaft und Gesellschaft]''<sup id="cite_ref-29" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-29 <span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> ist „Person“ der Träger [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Rolle sozialer Rollen], insofern dieser die „Gesellschaft“ mit anderen ''zu eigenem Vorteil'' [https://de.wikipedia.org/wiki/Wille#In_der_Soziologie willentlich] sucht; der Begriff nähert sich damit [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Marx Marx’] „[https://de.wikipedia.org/wiki/Charaktermaske Charaktermaske]“ an. Tönnies hierzu:<sup id="cite_ref-30" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Person#cite_note-30 <span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> „Zum Begriff der Person kann von keinen anderen empirischen Subjekten abgezogen werden, außer von den einzelnen Menschen, welche begriffen werden, insofern als jeder ein […] in Gedanken wollender ist, folglich gibt es insoweit wirkliche und natürliche Personen, als Menschen vorhanden sind, welche sich als solche vorstellen, diese 'Rolle' übernehmen und spielen, oder den 'Charakter' einer Person wie eine Maske vor ihr Antlitz halten.“</p><p>Der Begriff „Person“ steht bei Tönnies dem Begriff „[https://de.wikipedia.org/wiki/Selbst#Selbst_als_Begriff_sozialer_Unterordnung_oder_Orientierung Selbst]“ gegenüber: Letzteres benennt das Selbstbild des Einzelnen, insofern er die „Gemeinschaft“ mit anderen sucht, um sich ihr willentlich einzuordnen.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
''Person'' im ''soziologischen Sinn'' bezeichnet ein [[Individuum]], einen Menschen, der [[Soziologie|soziologisch]] verschiedene [[Soziale Rolle|Rollen]] einnimmt, so z.&nbsp;B. als Eltern- und Geschwisterteil, ein [[Öffentliches Amt|Amt]] (z.&nbsp;B. als Beamter, Richter), einen [[Beruf]], eine Herkunft (z.&nbsp;B. Volksgruppenzugehörigkeit, [[Ethnie]] wie z.&nbsp;B. Kurde, Same, Baske usw.).
 
In der klassischen Studie [[Ferdinand Tönnies]]’ von 1887 ''[[Gemeinschaft und Gesellschaft]]''<ref>{{Literatur|Kapitel=3. Buch, §§&nbsp;2 + 7|Online=[https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/toennies_gemeinschaft_1887?p=18 online] im [[Deutsches Textarchiv|Deutschen Textarchiv]]|Autor=Ferdinand Tönnies|Titel=Gemeinschaft und Gesellschaft|Ort=Berlin|Datum=1887}}</ref> ist „Person“ der Träger [[Soziale Rolle|sozialer Rollen]], insofern dieser die „Gesellschaft“ mit anderen ''zu eigenem Vorteil'' [[Wille#In der Soziologie|willentlich]] sucht; der Begriff nähert sich damit [[Karl Marx|Marx’]] „[[Charaktermaske]]“ an. Tönnies hierzu:<ref>Ferdinand Tönnies, ''Gemeinschaft und Gesellschaft''. Berlin 1887, 3. Buch, Darmstadt 2005, S. 151</ref> „Zum Begriff der Person kann von keinen anderen empirischen Subjekten abgezogen werden, außer von den einzelnen Menschen, welche begriffen werden, insofern als jeder ein […] in Gedanken wollender ist, folglich gibt es insoweit wirkliche und natürliche Personen, als Menschen vorhanden sind, welche sich als solche vorstellen, diese 'Rolle' übernehmen und spielen, oder den 'Charakter' einer Person wie eine Maske vor ihr Antlitz halten.“
 
Der Begriff „Person“ steht bei Tönnies dem Begriff „[[Selbst#Selbst als Begriff sozialer Unterordnung oder Orientierung|Selbst]]“ gegenüber: Letzteres benennt das Selbstbild des Einzelnen, insofern er die „Gemeinschaft“ mit anderen sucht, um sich ihr willentlich einzuordnen.
 
== Literatur ==
== Literatur ==
</div>
* {{Literatur |Autor=Martin Brasser |Titel=Person. Philosophische Texte von der Antike bis zur Gegenwart |Verlag=Reclam |Ort=Ditzingen |Datum=1999 |ISBN=3-15-018024-4 }}
*Martin Brasser: <cite>Person. Philosophische Texte von der Antike bis zur Gegenwart</cite>. Reclam, Ditzingen 1999, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3150180244 ISBN 3-15-018024-4].
* {{Literatur |Autor=Clemens Breuer |Titel=Person von Anfang an? Der Mensch aus der Retorte und die Frage nach dem Beginn des menschlichen Lebens |Auflage=2. |Verlag=Schöningh |Ort=Paderborn, Wien, München, Zürich |Datum=2003 |ISBN=3-506-70236-X }}
*Clemens Breuer: <cite>Person von Anfang an? Der Mensch aus der Retorte und die Frage nach dem Beginn des menschlichen Lebens</cite>. 2. Auflage. Schöningh, Paderborn, Wien, München, Zürich 2003, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/350670236X ISBN 3-506-70236-X].
* {{Literatur |Autor=[[Michael B. Buchholz]] |Titel=Identität |TitelErg=Kleiner Literaturrundflug |Hrsg=[[Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie|DGPT]] |Sammelwerk=Psycho-News-Letter |Nummer=92 |Datum=2012 |Online=https://dgpt.de/fileadmin/download/psychonewsletters/PNL-92.pdf |Format=PDF |KBytes=834 |Abruf=2018-10-25 }}
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_B._Buchholz Michael B. Buchholz]: <cite>Identität</cite>. Kleiner Literaturrundflug. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Gesellschaft_f%C3%BCr_Psychoanalyse,_Psychotherapie,_Psychosomatik_und_Tiefenpsychologie DGPT] (Hrsg.): <cite>Psycho-News-Letter</cite>. Nr.&nbsp;92, 2012 ([https://dgpt.de/fileadmin/download/psychonewsletters/PNL-92.pdf dgpt.de] [PDF; 834&nbsp;kB; abgerufen am 25.&nbsp;Oktober 2018]).
* {{Literatur |Autor=[[Roland Harweg]] |Titel=Ein Mensch, eine Person und jemand |Sammelwerk=Deutsche Sprache |Band=27 |Datum=1971 |Seiten=101–112 |ISSN=0340-9341 }}
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Roland_Harweg Roland Harweg]: <cite>Ein Mensch, eine Person und jemand</cite>. In: <cite>Deutsche Sprache</cite>. Band&nbsp;27, 1971, [https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN]&nbsp;[https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220340-9341%22&key=cql 0340-9341], S.&nbsp;101–112.
* {{Literatur |Titel=Schlüsselwerke der Identitätsforschung. Ein Lehrbuch |Hrsg=[[Benjamin Jörissen]], [[Jörg Zirfas]] |Verlag=VS Verlag für Sozialwissenschaften |Ort=Wiesbaden |Datum=2010 |ISBN=978-3-531-15806-8 }}
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Benjamin_J%C3%B6rissen Benjamin Jörissen], [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Zirfas Jörg Zirfas] (Hrsg.): <cite>Schlüsselwerke der Identitätsforschung. Ein Lehrbuch</cite>. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783531158068 ISBN 978-3-531-15806-8].
* {{Literatur |Autor=Roland Kipke |Titel=Mensch und Person. Der Begriff der Person in der Bioethik und die Frage nach dem Lebensrecht aller Menschen |Verlag=Logos |Ort=Berlin |Datum=2001 |ISBN=978-3-89722-692-0 }}
*Roland Kipke: <cite>Mensch und Person. Der Begriff der Person in der Bioethik und die Frage nach dem Lebensrecht aller Menschen</cite>. Logos, Berlin 2001, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783897226920 ISBN 978-3-89722-692-0].
* {{Literatur |Autor=Klaus Robra |Titel=Und weil der Mensch Person ist … Person-Begriff und Personalismus im Zeitalter der (Welt-)Krisen |Verlag=Die Blaue Eule |Ort=Essen |Datum=2003 |ISBN=3-89924-069-3 }}
*Klaus Robra: <cite>Und weil der Mensch Person ist … Person-Begriff und Personalismus im Zeitalter der (Welt-)Krisen</cite>. Die Blaue Eule, Essen 2003, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3899240693 ISBN 3-89924-069-3].
* {{Literatur |Autor=[[Robert Spaemann]] |Titel=Personen. Versuche über den Unterschied zwischen ‚etwas‘ und ‚jemand‘ |Auflage=3. |Verlag=Klett-Cotta |Ort=Stuttgart |Datum=1996 |ISBN=978-3-608-91813-7 }}
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Spaemann Robert Spaemann]: <cite>Personen. Versuche über den Unterschied zwischen ‚etwas‘ und ‚jemand‘</cite>. 3. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 1996, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783608918137 ISBN 978-3-608-91813-7].
* {{Literatur |Titel=Die Idee der Person als römisches Erbe? |Hrsg=[[Hans-Dieter Spengler (Rechtswissenschaftler)|Hans-Dieter Spengler]], Benedikt Forschner, Michael Mirschberger |Verlag=Verlag der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg |Ort=Erlangen |Datum=2016 |ISBN=978-3-944057-53-8 }}
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Dieter_Spengler_(Rechtswissenschaftler) Hans-Dieter Spengler], Benedikt Forschner, Michael Mirschberger (Hrsg.): <cite>Die Idee der Person als römisches Erbe?</cite> Verlag der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen 2016, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783944057538 ISBN 978-3-944057-53-8].
* {{Literatur |Titel=Person. Philosophiegeschichte. Theoretische Philosophie. Praktische Philosophie |Hrsg=[[Dieter Sturma]] |Verlag=Mentis |Ort=Paderborn |Datum=2001 |ISBN=3-89785-301-9 }}
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Sturma Dieter Sturma] (Hrsg.): <cite>Person. Philosophiegeschichte. Theoretische Philosophie. Praktische Philosophie</cite>. Mentis, Paderborn 2001, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3897853019 ISBN 3-89785-301-9].
* {{Literatur |Autor=[[Dieter Teichert]] |Titel=Personen und Identitäten |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin |Datum=1999 |ISBN=978-3-11-016405-3 }}
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Teichert Dieter Teichert]: <cite>Personen und Identitäten</cite>. De Gruyter, Berlin 1999, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783110164053 ISBN 978-3-11-016405-3].
* {{Literatur |Autor=[[Joachim Wiesner]] |Titel=Der Person-Begriff als sprachwissenschaftliches Problem. Voraussetzungen – Methoden – Forschungsziele |Sammelwerk=Deutsche Sprache |Band=25 |Datum=1969 |Seiten=49–64 |ISSN=0340-9341}}
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Wiesner Joachim Wiesner]: <cite>Der Person-Begriff als sprachwissenschaftliches Problem. Voraussetzungen – Methoden – Forschungsziele</cite>. In: <cite>Deutsche Sprache</cite>. Band&nbsp;25, 1969, [https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN]&nbsp;[https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220340-9341%22&key=cql 0340-9341], S.&nbsp;49–64.
 
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== Weblinks ==
== Weblinks ==
[[Kategorie:Wikipedia.de Artikel]]
{{Commonscat|People|Person}}
</div><div class="sisterproject"><span class="noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span class="mw-default-size"><span title="Wiktionary">[[file:16px-Wiktfavicon_en.svg.png|16x16px]]</span></span></span>'''[https://de.wiktionary.org/wiki/Person Wiktionary: Person]'''&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div><div class="sisterproject"><div class="noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span class="mw-default-size skin-invert-image"><span title="Wikiquote">[[file:13px-Wikiquote-logo.svg.png|13x16px]]</span></span></div>'''[https://de.wikiquote.org/wiki/Person Wikiquote: Person]'''&nbsp;– Zitate</div>
{{Wiktionary|Person}}
*[http://www.theologie-systematisch.de/anthropologie/1grundbegriffe.html theologie-systematisch.de] Aktuelle Literatur zum Person-Verständnis des Menschen
{{Wikiquote}}
*[http://www.textlog.de/1913.html Person] im Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe von Friedrich Kirchner (1907)
* [http://www.theologie-systematisch.de/anthropologie/1grundbegriffe.html theologie-systematisch.de] Aktuelle Literatur zum Person-Verständnis des Menschen
*[https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=4134819-9 Literatur von und über Person] im Katalog der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Nationalbibliothek Deutschen Nationalbibliothek]
* [https://www.textlog.de/1913.html Person] im Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe von Friedrich Kirchner (1907)
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* {{DNB-Portal|4134819-9}}
 
== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
</div>
<references />
#<span class="reference-text">[https://books.google.de/books?id=CmM8X_BxeGsC&pg=PA87&dq=prosopon+person&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwi1msu247naAhWFiywKHY66Bh84ChDoAQgmMAA#v=onepage&q=prosopon%20person&f=false Günter Rager, Adrian Holderegger (Hrsg.): ''Bewusstsein und Person'', 2000, S. 87]</span>
 
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Alois_Walde Alois Walde]: ''Lateinisches etymologisches Wörterbuch.'' 3. Auflage (neubearbeitet von [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Baptist_Hofmann Johann Baptist Hofmann]). I–II. Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1938–1954 (= ''Indogermanische Bibliothek'', Erste Abteilung, II. Reihe, 1), ergänzt um einen Registerband von Elsbeth Berger, 1956, Band 2, S. 291 f.</span>
{{Rechtshinweis}}
#<span class="reference-text">Franz Altheim: ''Persona.'' In: ''Archiv für Religionswissenschaft.'' Band 27, 1929, S. 35 ff.</span>
{{Normdaten|TYP=s|GND=4134819-9}}
#<span class="reference-text">Dudenredaktion, Der Duden 7, ''Das Herkunftswörterbuch'', 1989, S. 521.</span>
 
#<span class="reference-text">[https://books.google.de/books?id=2FDSqfrN0KkC&pg=PA53#v=onepage&q&f=true Martin Brasser: ''In der Rolle des Individuums. Die Bedeutung von ‚Person‘ und die Etymologie von ‚persona‘.'' 2008, S. 54 und 59]</span>
<!-- Leerzeichen, weil das das Thema der Kategorie ist. -->
#<span class="reference-text">Ursula Hermann, ''Knaurs etymologisches Lexikon'', 1983, S. 370; [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3426260743 ISBN 3-426-26074-3]</span>
 
#<span class="reference-text">[https://books.google.de/books?id=3viKaAwEbNkC&pg=PA14&dq=prosopon+person&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwi1msu247naAhWFiywKHY66Bh84ChDoAQg3MAM#v=onepage&q=prosopon%20person&f=false Katja Wagner-Westerhausen, ''Die Statusfrage in der Bioethik'', 2008, S. 14]</span>
[[Kategorie:Personen| ]]
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Digesten Digesten] 4, 5, 3, 1</span>
[[Kategorie:Recht]]
#<span class="reference-text">[https://books.google.de/books?id=mCZACQAAQBAJ&pg=PA23&dq=nat%C3%BCrliche+Person+sklave&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiNicmX9bbaAhXjB5oKHdUtD2cQ6AEIQDAF#v=onepage&q=nat%C3%BCrliche%20Person%20sklave&f=false Heinrich Honsell, ''Römisches Recht'', 2015, S. 23]</span>
[[Kategorie:Mikroökonomie]]
#<span class="reference-text">[https://books.google.de/books?id=FXdvwGTh9IIC&pg=PA73&dq=r%C3%B6misches+recht+sklave&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiWq5Cf-bbaAhXLDpoKHfQHBp44ChDoAQg2MAM#v=onepage&q=r%C3%B6misches%20recht%20sklave&f=false Herbert Hausmaninger/Walter Selb, ''Römisches Privatrecht'', 2001, S. 74]</span>
[[Kategorie:Soziologie]]
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_(Jurist) Gaius], ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Institutiones_Gai Institutiones]'', 1, 53</span>
[[Kategorie:Philosophie]]
#<span class="reference-text">[https://books.google.de/books?id=B1OGdFNmOZMC&pg=PA236&dq=r%C3%B6misches+Recht+frauen&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjmia6hybnaAhUBHSwKHdC5BVQQ6AEIJzAA#v=onepage&q=r%C3%B6misches%20Recht%20frauen&f=false Philipp Charwath, ''Römisches Recht'', 2011, S. 237 f.]</span>
[[Kategorie:Sozialphilosophie]]
#<span class="reference-text">Gaius, ''Institutiones'', 1, 48</span>
[[Kategorie:Differentielle und Persönlichkeitspsychologie]]
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Coing Helmut Coing], ''Zur Geschichte des Privatrechtssystems'', in: Wissenschaft und Gegenwart, Heft 22, 1963, S. 63</span>
#<span class="reference-text">Johannes Barter/Christoph Crusius, ''Disputatio Ex tit. 5. 6. & 7. Lib. I. Pandectarum'', De Statu et Iure Persoarum, 1610</span>
#<span class="reference-text">Kaspar Stieler, ''Der Teutschen Sprache Stammbaum und Fortwachs'', Band 2, 1691, Sp. 1551</span>
#<span class="reference-text">Codex Maximilianeus Bavaricus Civilis, Teil I, Kapitel 3, §§&nbsp;1 ff. CMBC</span>
#<span class="reference-text">[https://books.google.de/books?id=h8VLAAAAcAAJ&pg=PA179&dq=Allgemeines+Preu%C3%9Fisches+Landrecht&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjz1O7T177aAhXM2ywKHWk8CscQ6AEIOjAD#v=onepage&q=Personen&f=false Adolph Julius Mannkopff (Hrsg.), ''Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten'', 1837, S. 117]</span>
#<span class="reference-text">Reinhard Bork: <cite>Allgemeiner Teil des Bürgerlichen Gesetzbuchs</cite>. 2006, S.&nbsp;79 ([https://books.google.de/books?id=EGMbCn53TNQC&pg=PA79#v=onepage eingeschränkte Vorschau] in der Google-Buchsuche).</span>
#<span class="reference-text">Gerhard Baumgartner: <cite>Allgemeines Verwaltungsrecht</cite>. [https://de.wikipedia.org/wiki/Springer-Verlag_(Wien_und_New_York) Springer-Verlag (Wien und New York)], 2003, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783211403709 ISBN 978-3-211-40370-9], S.&nbsp;42.</span>
#<span class="reference-text">[https://www.heise.de/tp/features/Recht-Maschinen-und-die-Idee-des-Posthumanen-3365376.html Eric Hilgendorf, ''Recht, Maschinen und die Idee des Posthumanen''], [https://de.wikipedia.org/wiki/Heise.de heise.de] vom 24. Mai 2014, abgerufen am 22. Juni 2017</span>
#<span class="reference-text">Gunter Laßmann, ''Asimovs Robotergesetze (Telepolis): Was leisten sie wirklich?'', 2017, o. S.</span>
#<span class="reference-text">[http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/strafrecht-fuer-roboter-maschinen-sollen-fuer-eigene-fehler-haften-a-569004.html ''Maschinen sollen für eigene Fehler haften''], [https://de.wikipedia.org/wiki/Spiegel.de spiegel.de] vom 1. August 2008, abgerufen am 22. Juni 2017</span>
#<span class="reference-text">Noller, Jörg (2019): [https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/oepn/article/view/65542 Person]. In: Kirchhoff, Thomas (Hg.): Online Encyclopedia Philosophy of Nature / Online-Lexikon Naturphilosophie. Heidelberg, Universitätsbibliothek Heidelberg: [https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Object_Identifier doi]:<span class="uri-handle">[https://doi.org/10.11588/oepn.2019.0.65542 10.11588/oepn.2019.0.65542]</span>.</span>
#<span class="reference-text">vgl. hierzu [https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Schw%C3%B6bel Christoph Schwöbel]: <cite>Gott in Beziehung: Studien zur Dogmatik</cite>. [https://de.wikipedia.org/wiki/Mohr_Siebeck_Verlag Mohr Siebeck Verlag], 2002, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3161478460 ISBN 3-16-147846-0], S.&nbsp;210 ([http://books.google.de/books?id=mK1FfySByX0C&pg=PA210#v=onepage&f=true Auszug online] von Google).</span>
#<span class="reference-text">Michael Quante: <cite>Person</cite>. [https://de.wikipedia.org/wiki/Verlag_Walter_de_Gruyter Verlag Walter de Gruyter], 2007, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783110181906 ISBN 978-3-11-018190-6], S.&nbsp;4 ([http://books.google.de/books?id=G7QRFdMCz78C&pg=PA4#v=onepage&f=true Auszug online] von Google).</span>
#<span class="reference-text">Jean-Christophe Merle: <cite>Eine kantische Alternative zu Generalprävention und Wiedervergeltung</cite>. In: <cite>Kant und die Berliner Aufklärung: Akten des IX. Internationalen Kant-Kongresses</cite>. Band&nbsp;4. Verlag Walter de Gruyter, 2001, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3110169797 ISBN 3-11-016979-7], S.&nbsp;200 ([http://books.google.de/books?id=biUchjNfWh4C&pg=PA200#v=onepage&f=true Auszug online] von Google).</span>
#<span class="reference-text">C. G. Jung: <cite>Grundsätzliches zur praktischen Therapie</cite>. 1935. Zitiert über [https://de.wikipedia.org/wiki/Toni_Wolff Toni Wolff]: <cite>Studien zu C. G. Jungs Psychologie</cite>. 1959, S.&nbsp;149 ([http://books.google.de/books?id=AK9XvFNhbjwC&pg=PA149#v=onepage&f=true Auszug online] von Google).</span>
#<span class="reference-text">Ferdinand Tönnies: <cite>Gemeinschaft und Gesellschaft</cite>. Berlin 1887, 3. Buch, §§&nbsp;2 + 7 ([http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/toennies_gemeinschaft_1887?p=18 online] im [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Textarchiv Deutschen Textarchiv]).</span>
#<span class="reference-text">Ferdinand Tönnies, ''Gemeinschaft und Gesellschaft''. Berlin 1887, 3. Buch, Darmstadt 2005, S. 151</span>

Aktuelle Version vom 4. Oktober 2026, 06:06 Uhr

WP per-son- lat.-deu. ursprgl. ‘Maske des Schauspielers’ 'Mensch als Individuum, als lebendes Wesen, als Träger bestimmter Eigenschaften',

  • dann der durch diese Maske dargestellte ‘Charakter, die Rolle, die Person im Drama’,
  • mhd. persōn, persōne,
    • Entlehnung aus lat. persōna "Maske, Rolle", auch Charakter (… eines Schauspielers).
      • dann der durch diese Maske dargestellte ‘Charakter, die Rolle, die Person im Drama’,
        • schließlich ‘das Wesentliche im Menschen, Individualität, Mensch (als Träger dieses Wesentlichen)’;
  • Die ebenfalls im Lat. bei den Grammatikern ausgeprägte Bedeutung ‘Handlungsträger des Verbs’ wird im 15. Jh. ins Dt. aufgenommen.
    • es gibt noch die Verknüpfung zur Wortherkunft über lat. sōnāre "tönen", die Person, die sehend, den anderen beachtend, durch ihren Ton im sprechen beobachtet (achtend) und dadurch im Denken in eine vorbestimmte Richtung fördert;
  • von agr. prósōpon πρόσωπον "durch des Menschen Augen Sehende"
    • (zu griech. prós, “zugewendet” +‎ ṓps, “Auge”, prósōpon, “Maske, Character”;
  • uig. *h₃ekʷ- “sehe” +‎ *-s. "Auge"; etruskisch persuh Maske, oder lateinisch per durch und sōnāre "tönen";

Person

Eine Person ist in der Umgangssprache ein durch seine individuellen Eigenschaften und Eigenarten gekennzeichneter Ausdruck und Erscheinungsbild eines Menschen. Verschiedene Wissenschaften haben ein spezifisches Begriffsverständnis.

Der Begriff der Person ist in nahezu allen kulturellen und wissenschaftlichen Kontexten (Umgangssprache, Literatur, Kunst, Recht, Philosophie, Theologie oder Ethik) präsent.[1] Er wird dabei nicht einheitlich, sondern in den verschiedenen Fachgebieten und auch innerhalb einer einzigen Disziplin unterschiedlich definiert, je nach spezifischem Verständnis des Erkenntnisobjektes bzw. je nach spezifischer Fragestellung. Das aus Person gebildete Nomen Agentis ist das Personal, die Belegschaft von Organisationen. Es bildet das in Komposita wie Personalabteilung, Personalakte, Personalbeurteilung oder Personalbedarfsplanung vorkommende Bestimmungswort. Damit nicht zusammenhängende Begriffe wie Personalausweis, Personalien oder Personalkredit weisen auf die Person als Adressat hin. Personengesellschaft, Einpersonengesellschaft, Personenkult, Personenname, Personenstand oder Personenverkehr wiederum sind Komposita, die durch ihr Bestimmungswort den Bezug zu Personen herstellen.

Etymologie

Die Herkunft des Wortes Person ist nicht vollständig geklärt; es existieren hierzu verschiedene Theorien.[2] Das Lehnwort Person stammt vermutlich aus dem altgriechischen Wort für das „was man sehen kann“, also Gesicht, Antlitz oder sichtbare Gestalt des Menschen (altgriechisch πρόσωπον prosopon), wo die Einheit des Bewusstseins, des Denkens, Wollens und Handelns ihren Ausdruck findet. Auch die Herkunft aus dem etruskischen „phersu“, das als Beschriftung einer Darstellung eines Zuges Maskierter gefunden wurde, gilt als möglich.[3] Die Ableitung aus dem Etruskischen (mit der Bedeutung „Maske“, „maskierte Figur“ oder „Maskierter“) wurde unter anderem von der Duden-Redaktion übernommen.[4] Phersu war der Eigenname einer Gestalt aus der Unterwelt, die bei Leichenspielen auftrat und sich in einer für sie typischen Verkleidung zu erkennen gab[5] (siehe auch Persephone). Eine weitere Version leitet sich aus dem lateinischen Wort für „Maske des Schauspielers, Bühnenrolle“ ab (lat. personare, „durch und durch ertönen, laut erschallen“; beim Schauspiel durch den Mund der Maske sprechen).[6]

Geschichte

Der Begriff der Person besitzt eine bewegte Geschichte. Ganze Personenkreise waren im Altertum von den Bürgerrechten ausgeschlossen. Fremden, Frauen, Kindern und Sklaven war der volle Personenstatus im Sinn uneingeschränkter Rechtsfähigkeit verwehrt.

Zurückverfolgen lässt sich der Ausdruck „persona“ bis zu Homer, wo er als Bezeichnung für das Gesicht eines Menschen oder gelegentlich eines Gottes, nie jedoch für das Gesicht eines Tieres Verwendung fand.[7] Die Person fand sich seitdem vor allem im Kontext des Theaters, wo sie eine Rolle oder Maske beschrieb. Das Alte Testament beinhaltet eine Vielzahl von Personenzitaten, wobei oft die Richter ohne Rücksichtnahme auf die Person urteilen sollen. So heißt es im 5. Buch Mose über Richter: „Du sollst das Recht nicht beugen und sollst auch die Person nicht ansehen und keine Geschenke nehmen“ (Dtn 16,19 EU). Auch das Buch der Sprichwörter lehnt die Rücksichtnahme im Gerichtsprozess ab: „Auch dies sind Worte der Weisen: Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut“ (Spr 24,23 EU). Jesus Sirach sagte: „Verlass dich nicht auf ein ungerechtes Opfer; denn der Herr ist ein Richter, und vor ihm gilt kein Ansehen der Person“ (Sir 35,15 EU). Der Begriff Person entfaltete sich während der trinitarischen und christologischen Diskussionen des 4. und 5. Jahrhunderts. Während dieser theologischen Auseinandersetzungen waren einige philosophische Begriffe nötig, damit die Diskussionen auf einer allen theologischen Schulen gemeinsamen Basis geführt werden konnten. Das Ziel der Diskussion war, die Beziehung, Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen dem Logos Λóγος/Verbum und Gott Vater festzulegen. Der philosophische Begriff von Person ergab sich aus dem Wort „prosopon“ (πρόσωπον) des griechischen Theaters. Daher wurden Christus (der Λóγος/Verbum) und Gott Vater als verschiedene „göttliche Personen“ definiert. Dieser Begriff wurde später auf den Heiligen Geist, die Engel und alle menschliche Wesen angewendet.

Das römische Recht des Altertums unterschied Freie (lat. homines liberi) und Sklaven (lat. servi). Freie Bürger und freigelassene Sklaven, sofern beide nicht zu den Fremden gehörten, verfügten über alle Bürgerrechte (lat. status civitatis). Der Sklave war dagegen rechtsunfähig und stand als Sache[8] im Eigentum seines Herrn (lat. dominus), auf ihn fanden die Grundsätze des Sachenrechts Anwendung.[9] Er galt mithin nicht als Rechtssubjekt, sondern als Rechtsobjekt, das im Rahmen des Sklavenhandels veräußert werden konnte. Der Sklave besaß somit auch keine Rechtsfähigkeit, vielmehr unterstand er mit den untergeordneten Mitgliedern der zugehörigen Familie (lat. familia) der Außenvertretung des Oberhauptes des Hauses (lat. pater familias). Eine zweite Einteilung gab es zwischen Bürgern (lat. cives) und Fremden (lat. peregrini), letztere waren von sämtlichen Bürgerrechten ausgeschlossen. Nur als Gast (lat. hospes) römischer Bürger konnte er über diese am Rechtsleben teilnehmen.[10] Rechtlos war der Fremde als Feind (lat. hostis). An der Rechtlosigkeit der Sklaven änderte sich bis Justinian I. nichts, im Lauf der Kaiserzeit wurden Bestimmungen zum Schutz der Sklaven erlassen, die sie vor grundloser Tötung, grausamer Misshandlung, die Sklavinnen auch vor Prostitution schützen sollten.[11]

Frauen besaßen keine öffentlichen Pflichten und Aufgaben (lat. officia), sie durften deshalb kein politisches Amt bekleiden, verfügten über kein (aktives oder passives) Wahlrecht, durften nicht Bürge oder Vormund (eingeschränkt auf eigene Kinder) sein und besaßen keine Parteifähigkeit.[12] Die Institutionen des Gaius von etwa 160 nach Christus benutzten die Personen als Abgrenzung zu den drei Rechtsgebieten Personen (lat. personae), Sachen (lat. res) und Klagemöglichkeiten (lat. actiones), was noch heute in vielen Rechtsordnungen gilt. Er kannte bereits ein besonderes Personenrecht (lat. ius personarum),[13] das er noch vor den „res“ und „actiones“ an erster Stelle behandelte.

Erst mit der Entwicklung des Personenbegriffs im Mittelalter entstand in Deutschland ein sich hierauf gründendes Personenrecht,[14] so beispielsweise im Jahre 1610.[15] Kaspar Stieler nahm 1691 das Wort Personenrecht in sein Wörterbuch auf.[16] Der Codex Maximilianeus Bavaricus Civilis vom Januar 1756 behandelte das „Recht der Personen“ ausführlich.[17] Das Allgemeine Preußische Landrecht (APL) vom Juni 1794 überschrieb seine 45 Paragrafen umfassenden Regelungen als „Von Personen und deren Rechten überhaupt“. Es definierte: „Der Mensch wird, insofern er gewisse Rechte in der bürgerlichen Gesellschaft genießt, eine Person genannt“ (I 1, §§ 1 ff., APL).[18] Das im Januar 1812 in Kraft getretene österreichische ABGB legt in § 15 ABGB fest, dass sich die Personenrechte teils auf persönliche Eigenschaften und Verhältnisse, teils auf Familienverhältnisse gründen. Auch das seit Januar 1900 geltende deutsche BGB behandelt die Personen bereits in seinem Buch 1, dessen Abschnitt 1 mit „Personen“ überschrieben ist. Das im Januar 1912 in Kraft getretene Zivilgesetzbuch (ZGB) der Schweiz regelt in den §§ 11–51 ZGB die natürlichen sowie in den §§ 52–89c ZGB die juristischen Personen.

Recht

Person ist im BGB der Oberbegriff für natürliche Personen und juristische Personen, je nachdem, ob ein menschliches Wesen oder eine Personenvereinigung als Rechtssubjekt mit eigenen Rechten und Pflichten gemeint ist.

Neben dem Menschen als natürliche Personen erkennt das BGB die juristischen Personen als Rechtssubjekte an. Natürliche Personen besitzen Rechtsfähigkeit seit ihrer Geburt und sind dadurch Träger von Rechten und Pflichten. Juristische Personen erwerben ihre Rechtsfähigkeit regelmäßig durch Eintragung in eines der bei den Amtsgerichten geführten öffentlichen Register (Verein: § 21 BGB, Aktiengesellschaft: § 41 Abs. 1 AktG, Gesellschaft mit beschränkter Haftung: § 11 Abs. 1 GmbHG, Genossenschaft: § 21 GenG).[19] Aus der Natur der juristischen Person ergeben sich für ihre Rechtsfähigkeit bestimmte Einschränkungen. Während juristische Personen im Zivilrechtsverkehr rechtsfähig sind, bestimmt sich ihre Grundrechtsfähigkeit nach Art. 19 Abs. 3 GG. Demzufolge können juristische Personen Träger von Grundrechten sein, sofern sie auf diese ihrem Wesen nach anwendbar sind, was bei gewissen Grundrechten wie Art. 6 (Ehe, Familie, Erziehung) oder Art. 2 Abs. 2 GG (körperliche Unversehrtheit) ausgeschlossen ist.[20] Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass den natürlichen Personen uneingeschränkte Grundrechtsfähigkeit zukommt.

Die rechtliche Einordnung elektronischer Personen (E-Person) ist noch ungeklärt. Es wird diskutiert, ob so genannte autonome Maschinen einen eigenen rechtlichen Status bekommen sollen.[21] Autonome Maschinen sind Maschinen, die selbstständig agieren und dabei flexibel auf Umgebungsdaten reagieren. Es gibt autonome Maschinen mit Körper (etwa Roboter) und autonome Maschinen ohne Körper, so genannte Software-Bots.[22] Ein solcher Schritt hätte unter Umständen zur Folge, dass solche Maschinen Rechte und Pflichten hätten und somit haftbar wären sowie sanktioniert und bestraft werden können müssen.[23] Ferner wäre es möglicherweise illegal, solche Maschinen abzuschalten; vgl. dazu auch die Debatten um die Künstliche Intelligenz (KI). Als Ausweg ist in der Diskussion, solche Maschinen nicht als autonom, sondern als (voll-)automatisch oder zumindest nur als teilautonom zu bezeichnen.

Mit spezifischen Rechtsfragen befassen sich personenbezogene Daten oder das höchstpersönliche Recht.

Wirtschaft

Das Wirtschaftssubjekt Privathaushalt besteht aus mindestens einer Person. Zur Ermittlung der Lebenshaltungskosten verwenden Statistiker einen Warenkorb, der die Konsumgewohnheiten eines Durchschnittshaushalts mit bis zu vier Personen enthält. Hieraus kann unter anderem die Inflationsrate oder das Durchschnittseinkommen pro Person ermittelt werden. Personen treten im Wirtschaftsleben als Verbraucher, Unternehmer oder Marktteilnehmer auf.

Personal ist der von der Betriebswirtschaftslehre benutzte zusammenfassende Begriff für alle Beschäftigten, die zugewiesene Arbeitsaufgaben erfüllen und durch ihre Arbeitsleistung Personalkosten verursachen. Mit dem Begriff der Privatperson wird klargestellt, dass eine Person ein Eigeninteresse verfolgt und nicht im Auftrag oder als Stellvertreter von Unternehmen oder Behörden im Fremdinteresse oder als Unternehmer handelt.

Philosophie

Überblick

Jörg Noller in Online Encyclopedia Philosophy of Nature:

„In der Geschichte der Philosophie lassen sich drei Paradigmen [der Bestimmung einer Person] unterscheiden: (1) Die ontologische Bestimmung der Person als ‚einer vernünftigen Natur individuelle Substanz‘ (Boethius). (2) Die selbstbewusstseinstheoretische Bestimmung der Person als ein Wesen, das ‚sich selbst als sich selbst betrachten kann‘ (John Locke). (3) Die moralphilosophische Bestimmung der Person als ‚Zweck an sich selbst‘ (Immanuel Kant). In der gegenwärtigen analytischen Debatte hat sich der Fokus auf den Zusammenhang von Körperorganismus und Person verschoben. [4] Die Theorie des Animalismus (Eric T. Olson) besagt, dass Personen wesentlich Tiere sind und für ihre Identität geistige bzw. psychologische Eigenschaften keine Rolle spielen. [5] Die Konstitutionstheorie (Lynne Baker) hingegen versucht, die Person als ein natürliches und zugleich selbstbewusstes Wesen zu bestimmen: Der Körperorganismus konstituiert die Person, ohne dass diese mit ihm identisch ist. Sie bildet vielmehr mit ihm eine ‚Einheit ohne Identität‘. [6] Als aussichtsreicher Kandidat, die natürlich-vernünftige Einheit der Person zu denken, hat sich in der jüngsten Debatte der Begriff der personalen Lebensform herausgestellt (Marya Schechtman).“[24]

Einzelne Bestimmungen

Person im philosophischen Sinn wird von manchen als das Wesen des Menschseins vor dem Hintergrund des abendländischen Denkhorizonts gesehen: Dem Menschen als Person wird eine gewisse Freiheit der Entscheidung und Verantwortlichkeit für sein Handeln zugeschrieben. Andere philosophische Strömungen sehen den Personenbegriff nicht beschränkt auf Menschen.

In der klassischen Philosophie ist die Definition des Boethius der Ausgangspunkt des Verständnisses vom Menschen als Person: Sie ist die unteilbare („individuelle“) Substanz rationaler (vernünftiger) Natur (lat. Persona est rationalis naturae individua substantia). Danach liegt der Erscheinung des Menschen als denkendem Lebewesen ein sinnlich nicht wahrnehmbarer, d. h. metaphysischer Wesenskern zugrunde. Seine Definition wird jedoch in der Philosophie als unzureichend angesehen, weil sie den kategorialen Person-Begriff und seinen ontologischen Status nicht betrachte.[25]

„Person“ in diesem Sinne wurde in der mittelalterlichen Philosophie dann öfter mit dem Begriff „unsterbliche Seele“ identifiziert. In der christlichen Religion beispielsweise steht der Begriff der Person sogar für eines der zentralen Wesensmerkmale Gottes.[26] In der Philosophie der Neuzeit (Aufklärung) wurde der Begriff Person als einer substanziellen Realität vielfältig kritisiert und seine metaphysische Dimension argumentativ bestritten. Seit dem 20. Jahrhundert ist überwiegend nicht mehr von einer Substanz die Rede, sondern von Personalität im Sinne eines Existenzials.

Immanuel Kant unterschied deutlich zwischen dem Begriff der Person als Vernunftwesen und der „unsterblichen Seele“ als reiner Vernunftbegriff. „Person ist dasjenige Subjekt, dessen Handlungen einer Zurechnung fähig sind.“ Eine Person ist „keinen anderen Gesetzen, als denen, die sie (entweder allein oder wenigstens zugleich mit anderen) sich selbst gibt, unterworfen […].“[27]

In modernen philosophischen Strömungen sind Personen die Subjekte der Ethik. Manche Ethiker, so Peter Singer, unterscheiden zwischen Mensch und Person. Diskursethisch lasse sich dies so begründen, dass nur der Mensch als Person gelten kann, der in der Lage ist, sich im Diskurs zu äußern. Kritiker wie Robert Spaemann stellen Singers Unterscheidung zwischen Mensch und Person in Frage, besonders wegen der Graduierungsunmöglichkeit zwischen ‚etwas‘ und ‚jemandem‘; ihnen gilt die biologische Zugehörigkeit zur Gattung Mensch als alleiniges Kriterium für Personalität. Auch Vertreter des Naturrechts argumentieren, dass dem Menschen – durch seinen Geist – von Anfang an und in allen Situationen (also etwa auch im Koma) das Personsein und damit seine besondere Würde zukomme.

Romano Guardini definierte: »Person ist sich selbst besitzender Geist. Sich selbst besitzend in der Eigengehörigkeit des Bewußtseins und der Freiheit; in der Eigengehörigkeit des einmaligen Soseins«.

In besonderem Maße hat die Philosophie des Personalismus den Begriff Person definiert, nämlich nicht als Bewusstsein des Individuums von sich selbst, sondern als „aktive Subjektivität“ des Einzelnen, durch die er sich selbst hervorbringt. Dieser Status wird prinzipiell jedem Menschen zugesprochen; da es ein ethisch-moralisches Prinzip ist, kann es nicht veräußert werden: Der Mensch ist an sich immer Person und soll es zugleich werden, indem er immer mehr von seiner Freiheit Gebrauch macht und sich selbst bestimmt. Die Unterscheidung zwischen Person als Wesensbegriff und Persönlichkeit als Individuation ist unbedingt zu beachten; die Person des Menschen steht in der Hierarchie der innerweltlichen Werte über allen anderen Werten, sei es die Persönlichkeit, die soziale Rolle, die Gemeinschaft oder das biologische Individuum.

Die Christliche Soziallehre sieht in der Personalität neben der Solidarität, Subsidiarität sowie dem Gemeinwohl und der Gerechtigkeit eines der Prinzipien für ein gelingendes menschliches Zusammenleben in Gesellschaft und Staat. Besonders in den 1950er und 1960er Jahren entstand daraus eine personale Pädagogik im katholischen Raum, die auch auf Martin Buber zurückgriff.

Psychologie

In der Psychologie wird Person synonym zu dem Begriff Individuum verwendet und ist somit Gegenstand jeglicher psychologischer Forschung (Differentielle Psychologie, Persönlichkeit, Einzelpsychologie), da Individuen dieselben Merkmale aufweisen. Nach C. G. Jung ist die Person im Sinne der Dialektik „ein psychisches System, welches, im Falle der Einwirkung auf eine andere Person, mit einem anderen psychischen System in Wechselwirkung tritt.“[28]

Soziologie

Person im soziologischen Sinn bezeichnet ein Individuum, einen Menschen, der soziologisch verschiedene Rollen einnimmt, so z. B. als Eltern- und Geschwisterteil, ein Amt (z. B. als Beamter, Richter), einen Beruf, eine Herkunft (z. B. Volksgruppenzugehörigkeit, Ethnie wie z. B. Kurde, Same, Baske usw.).

In der klassischen Studie Ferdinand Tönnies’ von 1887 Gemeinschaft und Gesellschaft[29] ist „Person“ der Träger sozialer Rollen, insofern dieser die „Gesellschaft“ mit anderen zu eigenem Vorteil willentlich sucht; der Begriff nähert sich damit Marx’ „Charaktermaske“ an. Tönnies hierzu:[30] „Zum Begriff der Person kann von keinen anderen empirischen Subjekten abgezogen werden, außer von den einzelnen Menschen, welche begriffen werden, insofern als jeder ein […] in Gedanken wollender ist, folglich gibt es insoweit wirkliche und natürliche Personen, als Menschen vorhanden sind, welche sich als solche vorstellen, diese 'Rolle' übernehmen und spielen, oder den 'Charakter' einer Person wie eine Maske vor ihr Antlitz halten.“

Der Begriff „Person“ steht bei Tönnies dem Begriff „Selbst“ gegenüber: Letzteres benennt das Selbstbild des Einzelnen, insofern er die „Gemeinschaft“ mit anderen sucht, um sich ihr willentlich einzuordnen.

Literatur

  • Martin Brasser: Person. Philosophische Texte von der Antike bis zur Gegenwart. Reclam, Ditzingen 1999, ISBN 3-15-018024-4.
  • Clemens Breuer: Person von Anfang an? Der Mensch aus der Retorte und die Frage nach dem Beginn des menschlichen Lebens. 2. Auflage. Schöningh, Paderborn, Wien, München, Zürich 2003, ISBN 3-506-70236-X.
  • Michael B. Buchholz: Identität. Kleiner Literaturrundflug. In: DGPT (Hrsg.): Psycho-News-Letter. Nr. 92, 2012 (dgpt.de [PDF; 834 kB; abgerufen am 25. Oktober 2018]).
  • Roland Harweg: Ein Mensch, eine Person und jemand. In: Deutsche Sprache. Band 27, 1971, ISSN 0340-9341, S. 101–112.
  • Benjamin Jörissen, Jörg Zirfas (Hrsg.): Schlüsselwerke der Identitätsforschung. Ein Lehrbuch. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-15806-8.
  • Roland Kipke: Mensch und Person. Der Begriff der Person in der Bioethik und die Frage nach dem Lebensrecht aller Menschen. Logos, Berlin 2001, ISBN 978-3-89722-692-0.
  • Klaus Robra: Und weil der Mensch Person ist … Person-Begriff und Personalismus im Zeitalter der (Welt-)Krisen. Die Blaue Eule, Essen 2003, ISBN 3-89924-069-3.
  • Robert Spaemann: Personen. Versuche über den Unterschied zwischen ‚etwas‘ und ‚jemand‘. 3. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 1996, ISBN 978-3-608-91813-7.
  • Hans-Dieter Spengler, Benedikt Forschner, Michael Mirschberger (Hrsg.): Die Idee der Person als römisches Erbe? Verlag der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen 2016, ISBN 978-3-944057-53-8.
  • Dieter Sturma (Hrsg.): Person. Philosophiegeschichte. Theoretische Philosophie. Praktische Philosophie. Mentis, Paderborn 2001, ISBN 3-89785-301-9.
  • Dieter Teichert: Personen und Identitäten. De Gruyter, Berlin 1999, ISBN 978-3-11-016405-3.
  • Joachim Wiesner: Der Person-Begriff als sprachwissenschaftliches Problem. Voraussetzungen – Methoden – Forschungsziele. In: Deutsche Sprache. Band 25, 1969, ISSN 0340-9341, S. 49–64.
Commons: Person – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Person – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiquote: Person – Zitate

Einzelnachweise

  1. ↑ Günter Rager, Adrian Holderegger (Hrsg.): Bewusstsein und Person, 2000, S. 87
  2. ↑ Alois Walde: Lateinisches etymologisches Wörterbuch. 3. Auflage (neubearbeitet von Johann Baptist Hofmann). I–II. Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1938–1954 (= Indogermanische Bibliothek, Erste Abteilung, II. Reihe, 1), ergänzt um einen Registerband von Elsbeth Berger, 1956, Band 2, S. 291 f.
  3. ↑ Franz Altheim: Persona. In: Archiv für Religionswissenschaft. Band 27, 1929, S. 35 ff.
  4. ↑ Dudenredaktion, Der Duden 7, Das Herkunftswörterbuch, 1989, S. 521.
  5. ↑ Martin Brasser: In der Rolle des Individuums. Die Bedeutung von ‚Person‘ und die Etymologie von ‚persona‘. 2008, S. 54 und 59
  6. ↑ Ursula Hermann, Knaurs etymologisches Lexikon, 1983, S. 370; ISBN 3-426-26074-3
  7. ↑ Katja Wagner-Westerhausen, Die Statusfrage in der Bioethik, 2008, S. 14
  8. ↑ Digesten 4, 5, 3, 1
  9. ↑ Heinrich Honsell, Römisches Recht, 2015, S. 23
  10. ↑ Herbert Hausmaninger/Walter Selb, Römisches Privatrecht, 2001, S. 74
  11. ↑ Gaius, Institutiones, 1, 53
  12. ↑ Philipp Charwath, Römisches Recht, 2011, S. 237 f.
  13. ↑ Gaius, Institutiones, 1, 48
  14. ↑ Helmut Coing, Zur Geschichte des Privatrechtssystems, in: Wissenschaft und Gegenwart, Heft 22, 1963, S. 63
  15. ↑ Johannes Barter/Christoph Crusius, Disputatio Ex tit. 5. 6. & 7. Lib. I. Pandectarum, De Statu et Iure Persoarum, 1610
  16. ↑ Kaspar Stieler, Der Teutschen Sprache Stammbaum und Fortwachs, Band 2, 1691, Sp. 1551
  17. ↑ Codex Maximilianeus Bavaricus Civilis, Teil I, Kapitel 3, §§ 1 ff. CMBC
  18. ↑ Adolph Julius Mannkopff (Hrsg.), Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten, 1837, S. 117
  19. ↑ Reinhard Bork: Allgemeiner Teil des Bürgerlichen Gesetzbuchs. 2006, S. 79 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  20. ↑ Gerhard Baumgartner: Allgemeines Verwaltungsrecht. Springer-Verlag (Wien und New York), 2003, ISBN 978-3-211-40370-9, S. 42.
  21. ↑ Eric Hilgendorf, Recht, Maschinen und die Idee des Posthumanen, heise.de vom 24. Mai 2014, abgerufen am 22. Juni 2017
  22. ↑ Gunter Laßmann, Asimovs Robotergesetze (Telepolis): Was leisten sie wirklich?, 2017, o. S.
  23. ↑ Maschinen sollen für eigene Fehler haften, spiegel.de vom 1. August 2008, abgerufen am 22. Juni 2017
  24. ↑ Noller, Jörg (2019): Person. In: Kirchhoff, Thomas (Hg.): Online Encyclopedia Philosophy of Nature / Online-Lexikon Naturphilosophie. Heidelberg, Universitätsbibliothek Heidelberg: doi:10.11588/oepn.2019.0.65542.
  25. ↑ vgl. hierzu Christoph Schwöbel: Gott in Beziehung: Studien zur Dogmatik. Mohr Siebeck Verlag, 2002, ISBN 3-16-147846-0, S. 210 (Auszug online von Google).
  26. ↑ Michael Quante: Person. Verlag Walter de Gruyter, 2007, ISBN 978-3-11-018190-6, S. 4 (Auszug online von Google).
  27. ↑ Jean-Christophe Merle: Eine kantische Alternative zu Generalprävention und Wiedervergeltung. In: Kant und die Berliner Aufklärung: Akten des IX. Internationalen Kant-Kongresses. Band 4. Verlag Walter de Gruyter, 2001, ISBN 3-11-016979-7, S. 200 (Auszug online von Google).
  28. ↑ C. G. Jung: Grundsätzliches zur praktischen Therapie. 1935. Zitiert über Toni Wolff: Studien zu C. G. Jungs Psychologie. 1959, S. 149 (Auszug online von Google).
  29. ↑ Ferdinand Tönnies: Gemeinschaft und Gesellschaft. Berlin 1887, 3. Buch, §§ 2 + 7 (online im Deutschen Textarchiv).
  30. ↑ Ferdinand Tönnies, Gemeinschaft und Gesellschaft. Berlin 1887, 3. Buch, Darmstadt 2005, S. 151