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AKHM/Hermeneutik Einleitungen des Herausgebers

aus AufEinWort, der freien Forschung

Hermeneutik (De interpretatione) oder Vom sprachlichen Ausdruck

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Mit der Hermeneutik wird kein Rezipient so schnell fertig. – Das hat, wie immer, zwei Seiten; zunächst muß es auf die negative gesetzt werden:

Ausgewiesene Kenner der Schrift gelangen zu Urteilen wie »a crude theory«,[1] halten diese paar Seiten Text entweder für ein erstes Konzept oder eine füchtige Nachschrift;[2] der Gedankengang wird als »gedrängt und sehr dunkel«[3] charakterisiert, »die Schrift bietet auf engem Raume dem Verständnis viele Schwierigkeiten«;[4] wenn ein Promovend am Ende seiner langen, intensiven Mühe mit dem Text zu dem Resultat gelangt: »Die Schrift entzieht sich noch weitgehend dem Verständnis«,[5] so ist das ein ehrlicher Offenbarungseid. Auch einfühlsame, wohlmeinende Interpretationen schlagen in offene Kritik um; die Anstrengung, überhaupt zu verstehen, was der Verfasser sagen will, muß oft außerordentlich sein, die Hermeneutik bereitet Kopfzerbrechen. Keiner der Versuche, bestimmtes Sprachmaterial, mit dem Aristoteles herumexperimentiert, in der eindeutigen Sprache moderner Logistik zu formalisieren, ließ sich widerspruchsfrei durchhalten.[6]

Die Teile im einzelnen erscheinen auch disparat; entsprechend auseinandergehende Gliederungsversuche liegen vor. Z. B. ist die Frage: Wie weit geht der Einleitungspassus? Bis Kapitel 4 oder 5 oder 6 inclusive? Wie hängt überhaupt der Einstieg mit dem Hauptteil zusammen? Wie folgt in diesem selbst ein Stück dem anderen? »Es fehlt eine plausible Theorie für die Anlage. Bei höchster Sorgfalt im einzelnen« – worüber in jedem Fall Rechenschaft zu geben wäre – »scheint die Abfolge der Kapitel eher zufällig als notwendig.«[7] Die berüchtigten contingentia futura (Kapitel 9) bilden einen viel diskutierten Anstoß und haben in der mittelalterlichen lateinischen und arabischen Rezeption zu weitreichenden theologischen Spekulationen geführt. Kapitel 10 scheint eine Sammlung von lauter kleinen, unverbundenen Fetzen zu sein. Die Sonderstellung des Kapitel 14 erscheint evident.

Kaum verwunderlich, daß man unter diesen Umständen an der Echtheit der Hermeneutik Zweifel gäußert hat;[8] manches an ihren Intentionen, sofern sich solche überhaupt ermitteln lassen, scheint quer zur Richtung der übrigen Schriften des Organon zu stehen. Gehört sie überhaupt in diese Reihe? – Seitdem die traditionelle Zuordnung, die alles so »logisch« zu machen schien –

Lehre vom Begriff – Kategorienschrift

Lehre vom Urteil – Hermeneutik

Lehre vom Schluß – Analytika Priora, mit dem Annex

Lehre vom Trugschluß – Sophistikoi Elenchoi

Lehre von der Erkenntnis durch Beweis – Analytika Posteriora –,[Anm. KF 1]

seitdem sie also als weder systematisch noch entwicklungsgeschichtlich haltbar erkannt und nachgewiesen ist, stellen sich hier alle Fragen neu, .z B. die nach der Datierung: Ist die Hermeneutik ein früher Versuch oder ein Spätprodukt? Beide Ansetzungen sind mit Nachdruck und guten Argumenten vertreten worden: Die Schrift wird bei Aristoteles nie zitiert, sie selbst zitiert De anima (16 a 8f.); das spricht für späte Entstehung.[9] Dies hat allerdings die Schwierigkeit, daß, besonders im letzten Drittel, die Argumentation auf einem Topik-ähnlichen Niveau bleibt, was doch in der Syllogistik, die nebenbei zitiert wird, wenn auch mit einer entlegenen Stelle,[10] überwunden scheint. Setzt man sie andererseits früh an,65 so muß man die Hinweise - zumindest - auf De an. und Anal.pr. für spätere Zusätze erklären.[11]

Gibt es Motive, sachliche Erfordernisse für die Abfassung der Schrift in dieser vorliegenden Form? Denn die Antwort auf die Frage, warum Aristoteles neben der Syllogistik auch noch eine Logik oder – je nachdem – Psychologie des Urteils aufgestellt habe, – dies sei eben erfolgt, weil Platon eine solche aufgestellt hatte, die zu bedeutend war, um übersehen werden zu können[12] –: sie stellt doch auch niemanden zufrieden. Wovon handelt die Hermeneutik eigentlich? Von Grammatik, Psychologie, Logik, speziell Antithetik? – Es ist von allem etwas, von einigem auch etwas mehr darin zu finden.

Hier könnte man zum ersten Male fester zugreifen, denn Aristoteles legt sich da fest; hätte der Hersteller des Titels der Schrift nicht andere Vorstellungen im Kopf gehabt, sondern, wie in solchen Fällen üblich und wie bei Theophrast auch geschehen, den Text selbst sprechen lassen, so müßte es heißen: Sie handelt vom logos apophantikos,[13] noch etwas präzisiert, von der ersten, einfachsten Form von Satz, die etwas aussagt. Nur, leider, der Zugriff gleitet fürs erste ab: Was so grundsätzlich schien, erweist sich, zumindest in der terminologischen Praxis, als bloß inzidentell,[14] wie übrigens so mancherlei bei Aristoteles.

Und dann erst die Beispiele, mit denen er arbeitet: sie stellen nicht nur für Adepten eine Herausforderung, sondern auch für Ideologen ein gefundenes Fressen dar. Hätte er's doch formalisieren können zu A ist b, A ist-nicht b, A ist nicht-b usw., aber genau der Weg war vom Ansatz her verschlossen: Aristoteles betrachtet nicht Sätze, sondern Sätze über Sachverhalte. Also müssen diese Sätze einen Inhalt haben. Was sagen aber Sätze wie: »Jeder Mensch ist weiß«, »kein Mensch ist nicht-weiß«, »nicht jeder Mensch ist weiß«, »es gibt nicht-weiße Nicht-Menschen«, »jeder Nicht-Mensch ist nicht-weiß« usf.?[15] Sie scheinen entweder gar nichts zu sagen oder möglicherweise sehr Böses … – Bevor das »gar nichts« zugelassen wird, was für den gesamten Ansatz der Hermeneutik vernichtend wäre, sei an das Böseste gedacht, um dann doch eine bessere, dem Autor gerechter werdende Lösung zu versuchen.

Ja, man hat nicht ganz zu Unrecht von ihm gesagt, er sei »in nationalgriechischen Vorurteilen befangen« gewesen;[16] dieser Mann von so ungeheurem wissenschaftlichen Impetus war kein lauer Kosmopolit, seine Politik zeigt es an mehreren Stellen.[17] Im IX. Buch d e r Topik (167 a 7 ff.) zählt er zwei offenbar gängige Witze über Inder und Afrikaner her, die mit deren dunkler Hautfarbe und weißen Zähnen spielen; und wenn er in Fortsetzung der Linie der Politik an den welterobernden Alexander den Rat gesandt haben soll, er möge mit den Griechen wie ein Führer, mit den Barbaren aber wie ein Herrscher umgehen, für die einen als Freunde und Verwandte sorgend, den anderen wie Tieren und unvernünftigen Geschöpfen Nahrung gebend,[18] so kann das keiner auf »reine Theorie« hinausbringen, sondern dies war in Hinsicht auf Praxis gesprochen. – Holt also die Dialektik der Aufklärung auch diese Logik ein? Und, schimmert so etwas durch wie The White Man's Burden? –

Spätestens an dieser tiefsten Stelle der »negativen« Dialektik ist die Peripetie nicht nur notwendig, sondern auch möglich. Das Allermeiste ist nochmal aufzunehmen, und zunächst ist festzuhalten, daß Aristoteles mit leichtfertig herbeigeschafften Reizworten und -motiven nicht einzufangen ist.

Mit den Beispielen zu beginnen, so war die o. g. Liste eine bewußt einseitig getroffene Auswahl; Aristoteles arbeitet auch mit völlig »neutralen« Sätzen, also solchen ohne Ideologieverdacht, wie: Jeder Mensch ist gerecht, kein Mensch ist gerecht usf. Daß moderne Voreingenommenheiten streng außen vor bleiben müssen, läßt sich auch von der anderen Seite aus zeigen: Die aristotelischen Beispiele ganz generell stammen aus einem Lehrzusammenhang, den man sich nicht nur in seinem geistigen Horizont, sondern auch in seinen räumlichen Gegebenheiten vergegenwärtigen muß und kann: Zwanzig Jahre (367-347) nahm Aristoteles am Lehrbetrieb der Akademie, zuerst als nur Lernender, bald aber auch als Vortragender, teil; der Hörsaal war, so hat man aus bestimmten Angaben klug erschlossen, ausgeschmückt mit zwei Wandbildern, die Szenen aus zwei platonischen Dialogen darstellten, einmal Sokrates, im Gefängnis sitzend (daher des öfteren: Sokrates sitzt; auch: Sokrates ist stupsnasig), nach dem Phaidon, ein andermal aus Protagoras, wo Kallias vermittelnd eingreift, um das Gespräch nicht unter unerfreulichen Umständen abbrechen zu lassen (daher oft: Kallias ist gebildet).[19] Die Beispiele sind, wie man sagt, deiktisch, d. h. von einer hinweisenden Geste des Vortragenden begleitet. Jeder Dozent kennt diesen psychologischen Vorgang: Man will etwas an einem Beispiel konkretisieren und sagt, etwa kurz hinausschauend: Dieser Baum da vor dem Fenster etc.[20] Ganz nebenbei ist dies auch ein kleiner Hinweis auf Entstehung der Schrift in der Akademiezeit, aber dies allein würde für einen Ansatz noch nicht reichen.

Es gibt einen weiteren, der aber auch nicht überbelastet werden darf: Der in der Akademie Vortragende hat eine weiße Tafel zur Verfügung, auf die er Tabellen, Übersichten etc. schreibt;[21] Aristoteles weist des öfteren auf solche Schemata hin, in der Hermeneutik mindestens zweimal (19 b 12f.; 22 a 22). –

Um nun zu Thema, Ziel und Aufbau der Hermeneutik zu kommen, sei eine kurze Reflexion über den – nichtaristotelischen – Titel vorausgeschickt. Wer immer ihn der Schrift gegeben hat, er hat sich leiten lassen von dem Beziehungsgeflecht, in dem ihr erster Teil steht, nämlich dem Spannungsfeld zwischen Psychologie und verbaler Expression des Empfundenen und Gemeinten; aristotelisch bedeutet das: De anima auf der einen und Rhetorik und Poetik auf der anderen Seite. Genau die werden in Kapitel 1 und 4 zitiert, und der Zufall – oder ist es doch keiner? – bringt es mit sich, daß man ziemlich genau in diesen Schriften die Belege dafür findet, was ὲρμηνεία, das man gewöhnlich mit »sprachlicher Ausdruck« übersetzt, bei Aristoteles heißen soll.[22] „Die Natur be- nutzt die Zunge sowohl für den Geschmack wie auch zum Sprechen (διάλεκτον), davon gehört das Schmecken zum Notwendigen, das Sprechvermögen ist um des Guten willen da.«[23] Und: »Ich verstehe unter Stil (λέξις) die Fähigkeit, sich mithilfe von Worten auszudrücken.«[24] Das ist die eine Spur; sie würde die Hermeneutik fortführen von der Logik hin zu einer Philosophie der Sprache und ihrer vielen Formen. Aber nun hat sie ja auch einen Hauptteil, der gehört eindeutig zur Logik, und hier zitiert er die Topik.[25] Wieder – ist es ein Zufall? – stellt diese in ihrem ersten Definitionsbuch fest,[26] daß man u. a. dann eine schlechte Definition abliefert, »wenn man sich einer undeutlichen Ausdrucksweise – ἑρμηνεία – bedient.«

Damit ist die Sonderstellung der Hermeneutik umrissen:

Psychologie Rhetorik Poetik
\ /
Hermeneutik
/ \
Logik[27] Metaphysik

In diesem Punkte kann man dem Namengeber folgen, in einem anderen aber nicht. Woran er sich allein orientiert hat, das ist nur der Elementarteil der Schrift; sie hat daneben einen viel umfangreicheren analytischen oder, wenn man so will, experimentellen; beide begegnen sich in den Kapiteln 5 und 6, nachdem der letzte Satz des Kapitels 4 gesagt hat, worum es hier geht: den aussagenden Satz (17 a 6f.).

Damit ist eine äußerst intrikate Argumentationssituation gegeben: Die Hermeneutik ist eine Rede (logos), die über sich selbst geht. Das zieht extreme Dialektik der Bestimmungen und Reflexivität der Sprache nach sich; ihre Formen, Begriffe und Inhalte sind eine Menge von Elementen, die ständig auf sich selbst angewandt werden; Worte wie »möglich«, »notwendig«, »wahr«, »falsch« etc. begegnen als Objekt und als Instrument der Deskription.[28] Was es nach einem berühmten Satz Heideggers heißt, »die Sprache als die Sprache zur Sprache bringen«, das erfolgt auch hier, freilich von einem ganz anderen Reflexionsniveau aus; man könnte das besonders gut an den Kenntnissen, Fertigkeiten und Auffassungen im Gebiet der Grammatik aufzeigen.

Die Kapitel 1–4 liefern also die Elemente und Strukturen zum einfachen Aussagesatz. Sie gelten in ihrer präzisen Knappheit, die im 1. Kapitel fast bis zur Unverständlichkeit führt, als die aristotelische Sprachphilosophie.[29] Entsprechend haben sich die großen Kommentatoren alle dazu eingefunden: Aspasios, Herminos, Alexander v. Aphr., Porphyrios, Iamblich, Syrian, Ammonios Hermeiou, Ioannes Philoponos, Olympiodor, Elias, Stephanos, Iohannes Damascenus und Michael Psellos.[30] Für das Lateinische Mittelalter haben moderne Gelehrte mehr als hundert Werke nachgewiesen, die sich mit De interpretatione (z. T. u. a.) befassen,[31] und auf die Sprachanalyse hat die kleine Schrift bis ins 19. Jahrhundert großen Einfluß ausgeübt.

Aristoteles kann es sich hier deshalb leisten, so knapp zu sein, weil er in dem Punkte nur einen bekannten Stand der Diskussion summiert. Seit Anbeginn hatten die Griechen ihre Sprache nicht nur zu Mitteilung, Kult, Poesie usw. gebraucht, sondern nebenbei einen Blick auf dies flexible Instrument selbst geworfen. Es beginnt mit Wortspielen;[32] Lyriker deklinieren in polemischer Absicht Eigennamen durch, bilden also eine Art Schema von Nominalflexion aus (Archilochos, Frg.115 West; Anakreon, Frg. 303 Page); berüchtigt werden um die Zeit (Hipponax) erstmalig die Einwohner von Soloi ihrer »Solözismen« wegen, also hat sich doch eine bestimmtere Vorstellung von sprachlicher Richtigkeit herausgebildet. Die Komödie ist selbstverständlich ein Ort des Sprachwitzes, und mit der Einsicht, daß Worte in verschiedenem Sinn gebraucht werden, was je zu kodifizieren ist,[33] hört das Nachdenken über Sprache nicht auf, sondern fängt das, was man später Grammatik nennen wird, erst an; denn Aristoteles selbst hat im Grunde ia nur Ansätze dazu: Man kann sie in den sog. Lexiskapiteln (19–21) der Poetik greifen, die zeigen, wie auf reflektiertem Niveau Einteilungen und Unterscheidungen in bunter Mischung auftreten, die man heute streng von einander differenziert hat oder die auch fortgefallen sind: An Arten des Sprechens unterscheidet er Auftrag, Bitte, Erzählung, Drohung, Frage, Antwort etc. (ausdrücklich) und kritisiert bei der Gelegenheit den Sophisten Protagoras (s. u.); bei den »Teilen« der Sprache gehen Phoneme, Morpheme, Lexeme und Syntagmata zusammen: Buchstabe, Silbe, »Konjunktion«, Nomen, Verb, Artikel (? der Text ist an der Stelle korrupt), Flexion (nominal und verbal), Satz, aber in einem Wort (λόγος) auch Text. Nomen, Verb, »Fall« und »Rede« (Satz, Text) definiert er genau wie in der Hermeneutik, es ist also Standard; zu »Konjunktionen« nimmt er Partikeln, Interjektionen und Präpositionen (nach alexandrinischem Stand der Terminologie); bei Lauten weiß er Vokale, Spirantes und Liquidae und Konsonanten als drei Gruppen zu unterscheiden und die Tonlagen, was dann später die griechischen Akzente sein werden und worum sich die Prosodie als Hilfsdisziplin der Metrik kümmern wird; daß er von Silben eine andere Vorstellung hat als heute üblich, war zu erwarten; die Genera maskulin, feminin und »mittel« unterscheidet er wie Protagoras und versucht sich an einer Systematik der Nominativausgänge; von besonderem Reiz ist der genusübergreifenden Vielfalt wegen seine Unterscheidung von Wort»arten«: Geläutfig (das spricht jeder selbst), Glosse (Dialektformen anderer), Metapher (nach verschiedenen Arten der Übertragung), »Schmuck«, Neologismus, Erweiterung (worunter die quantitative Metathese fällt), Verkürzung und Abwandlung (so bei epischen Formen begegnend). – Man sieht, das meiste ist noch im Fluß, und der Weg zur Systematisierung bei Dionysius Thrax ist weit.

Was er voraussetzen kann, sind einige philosophische oder sophistische Sprach- bzw. Sprachentstehungstheorien: Parmenides gerät erstmalig in die Situation, daß vor dem, was er sagen will, die Sprache versagt; seine einzige »Weg-Kunde« ist, »daß IST«[34] also IST, nichts weiter, nicht einmal ein Subjekt auf die Frage: Was? Konsequenterweise ist ihm die gegebene Sprache nur ein leerer Schall: »Daher wird alles bloßer Name sein, was alles die Sterblichen so aufgestellt haben, in der Überzeugung, es sei wahr, so: Werden und Vergehen... usw.[35] Heraklit geht von der genau anderen Seite her an die Grenzen des sprachlich Möglichen; wenn wir »in die gleichen Flüsse steigen und auch wieder nicht, sind und auch wieder nicht sind«,[36] dann schwemmt derlei paradoxale Dialektik alles mit sich fort einschließlich der Sprache, die das formulieren soll; einige Herakliteer haben eine Sprachtheorie entworfen, wonach die Sprachlaute in innerer Verwandtschaft rauschenden, schallenden, knarrenden usf. Bewegungsphänomenen der Natur nachgebildet seien; radikalere zogen die Konsequenz, da doch alles im Fluß sei, nichts mehr zu benennen, sondern nur noch mit dem Finger auf etwas zu zeigen. –Dieser »Natur«-Theorie stellten andere eine ebenso rigide »Gesellschafts-« oder »Vertrags«-Theorie entgegen; von Demokrit ist es bezeugt,[37] von der Älteren Sophistik, deren »aller Dinge Maß« doch der Mensch war und die sich offenbar eingehend mit Synonymik befaßte,[38] ist es mit großer Sicherheit anzunehmen, zumal eine ihrer Parolen war, »den schwächeren logos zum stärkeren zu machen«; das geht nämlich nur, wenn er Menschenwerk ist.[39]

Von Protagoras speziell kann man aus guten Zeugnissen Genaueres ermitteln, und die späteren fügen sich dem bruchlos ein: Sein besonderes Bemühen ging um die nun ausdrücklich so bezeichnete sprachliche Richtigkeit (Platon, Phdr., 267 c = VS 80 A 26), und zu ihrer Beurteilung stand ihm ein bemerkenswertes Instrumentarium zur Verfügung: Vier »Wurzeln der logoi« wußte er zu unterscheiden, Bitte, Frage, Antwort, Anweisung, also vier Satztypen oder Modi des Verbs (A 1 = VS II, 254,13 ff.); von da aus wagte er es, den Anfang der Ilias zu kritisieren (A 29, Quelle: Aristoteles, Poetik); ebenso ordnete er die Substantive nach masc., fem. und »Gerät« – also sächlich – ein (A 27; 28, Quelle wieder Aristoteles, Rhet. und Top., IX) und versuchte von dieser Basis aus, das Genus einiger Nomina zu ändern, was ihm, z. B. mit »Hähnin« den Spott des Aristophanes (Nub., 658 f. = VS 80 C 3) eingebracht hat; auch scheint er über die Kongruenz zwischen Nomen und Epitheton Klarheit gewonnen zu haben.

Dies alles ist bei Platon, Kratylos zusammengeflossen, somit für Aristoteles Stand der Dinge;[40] er ergreift eindeutig Partei für die Konventionstheorie;[41] das ist so klar wie trivial. Viel mehr zum Verständnis tragen zwei andere Linien bei:

1. In offensichtlicher Auseinandersetzung mit dem »spätbelehrten Alten«, also Antisthenes,[42] versucht Platon im Theaitet, von den Elementen aus eine Theorie der Prädikation zu entwickeln. Denn dieser hatte offenbar die Dinge bis in ihre Grundbestandteile zerlegen wollen und sich dabei des Vergleichs mit den Worten bedient, die aus Silben und Buchstaben bestehen, um dann zu eristischen Behauptungen zu gelangen, erstens, daß die Elemente nie zu definieren seien und eine Definition zusammengesetzter Gegenstände, als eine Mehrzahl hergezählter Wörter, nie eine Einheit werden könne; zweitens, daß Widerspruch gar nicht möglich sei, weil es, drittens, immer nur identische Urteile gebe. Daher, viertens, gebe es kein strenges, beweisbares Wissen, sondern nur eine Meinung mit einem Begründungszusammenhang (λόγος) für sie.[43] Die Behauptungen 1 und 2 tauchen nun direkt in der Hermeneutik auf: Die Andersartigkeit der Definition, die trotz Aufzählung mehrerer Merkmale eine Einheit bleibe, hebt er zweimal hervor.[44] Und daß es Widerspruch gibt, ist die zentrale Eingangsbehauptung des analytischen Teils der Hermeneutik,[45] und der ganze Rest der Abhandlung füllt sie aus.

2. Das führt hinüber zur anderen Linie, die ich die topische Situation nennen möchte. Er beschreibt es in der Hermeneutik genau,[46] setzt es in der Topik als Standardsituation voraus: Die dialektische Frage ist die Forderung nach einer Antwort, bei der man entweder den eingegebenen Satz bejahen soll oder die andere Seite des Widerspruchs – Voraussetzung ist dabei nämlich, daß die Eingabe die eine Seite einer Antithese ist. Damit erhebt sich die scheinbar banale, in Wirklichkeit aber fundamentale Frage: Wann, unter welchen Umständen, bei welcher Form, mit welchem Inhalt bedeutet ein Satz das genaue Gegenteil eines anderen Satzes und nur dieses Satzes allein? Diese Frage ist ganz offenkundig der Leitfaden aller Überlegungen in der Hermeneutik ab Kapitel 7, und sie wird in aller Gründlichkeit abgehandelt.

Man könnte also den inneren Aufbau der Hermeneutik folgendermaßen skizzieren: Nach einer präliminaren Themenstellung,[47] die in etwa Kapitel 2-5 abdeckt - denn hier beginnt schon das Übergangsfeld –, liefert der Verfasser zunächst eine psychologische Grundlegung von Sprache überhaupt, die sich mit ganz wenigen Strichen begnügt (Kapitel 1); danach setzt er aus dem »nominalen« und »verbalen« Bestandteil den Aussagesatz zusammen (Kapitel 2-4); andere Satzformen werden ausdrücklich ausgeschlossen.[48] Dieser aussagende Satz, das Urteil, hat folgende Charakteristika: Er sagt etwas über etwas aus, in der einfachsten Form: b liegt an A vor, A ist b (Affirmation); diesem Zusprechen steht ein Absprechen gegenüber: b liegt an A nicht vor, A ist nicht b (Negation); soweit ist das trivial. Nun will ein Satz, der eine affirmative oder negative Aussage macht, einen Sachverhalt treffen; tut er das, so ist er wahr, wo nicht, falsch. Der Satz ist also der erste Ort, in welchem Wahrheit und Falschheit sich ereignen; auf diesen Unterschied zwischen Worten und Satz weist er in den Kapiteln 1–5 mehrfach hin: Ein Wort zeigt auf etwas hin, ein Satz sagt, daß etwas ist oder nicht ist.

Die Seite der Tatbestände und die der Aussagen begegnen einander im Kapitel 6 in einer einfachen Zuordnung.[49] Im Sinne des Vorhabens der Hermeneutik ergeben sich als deren Resultat zwei Thesen: (1) Alles, was behauptet werden kann, kann auch verneint werden und umgekehrt. (2) Es ist jeder einzelnen Behauptung je eine Verneinung so entgegengesetzt, daß sie genau ihr und nur ihr widerspricht, und umgekehrt. Das Behaupten und Verneinen muß sich somit auf denselben Satzgegenstand, auf dieselbe Aussage und auf denselben Aussagemodus beziehen, sonst ist es Eristik.

Dies ist das Programm für den Rest der Schrift: Welche Satztypen, wann, unter welchen Umständen einander widersprechend ausschließen, und welche das nicht tun, wird in vielen Variationen geprüft. – Welches sind nun diese Varianten? Gibt es da überhaupt viel zu untersuchen? Da eine logische Analyse es beim gesunden Menschenverstand, für den dies vielleicht kein großes Problem darstellt, nicht belassen kann, so ergibt sich hier ein mächtiger Untersuchungsbedarf; die Analyse war doch eben durch die immer wieder auftretende dialektische Lage angestoßen, daß behaupteter Widerspruch sich als nur scheinbarer Widerspruch erwies: Einmal war es bloße Verschiedenheit, ein andermal Implikation, ein andermal wurde der Aussagenraum durch die Widersprüche nicht exhauriert, wieder ein anderes Mal war die eine Behauptung nur stärker und zog in Folge die schwächere nach, und so weiter. Auf diesem weiten Feld will die Hermeneutik die Marken setzen. Daß Aristoteles angesichts der schwierigen Aufgabe nicht immer alles für heutige Begriffe zufriedenstellend gelöst hat, auch für seine eigenen vermutlich nicht, wenn doch vieles, was er hier sagt, in den Analytiken in vertiefter und besser formulierter Form wiederkehrt, ist nicht zu verurteilen, zumal dann nicht, wenn moderne Rezipienten sich des ungeheuren Abstands bewußt bleiben, der uns von ihm trennt und es manchmal sehr schwer macht, ihm bis in die letzten Feinheiten seiner Muttersprache Griechisch zu folgen, in die er, mit sehr einfachem Instrumentar zur Beschreibung, für dies Vorhaben hineinhorchen muß.

Daß er die Sätze, mit denen er arbeitet, anders klassifiziert, als man es vielleicht gern hätte, war zu erwarten, daß er aus seiner Sprache Sätze bildet, die in anderen Sprachen kein formales, genau kongruentes Aquivalent haben, muß man hinnehmen. Das erste ist, er bringt alle Sätze auf die »ist«- Form:[50]

A ist b, negiert, A ist nicht b.

Dabei ist die Negationspartikel als zu »ist« gehörig gedacht, denn »ist nicht-b« ist bei ihm davon unterschieden, es ist in seinem Verständnis eine Affirmation. Im übrigen formalisiert er nicht und setzt auch keine Variablen; da diese Sätze einen Inhalt haben müssen, um einander widersprechen zu können, wenn es auch sehr belanglose Inhalte sind, da es auf sie selbst weniger ankommt als auf ihr Verhältnis zueinander, so variiert er die Form, solange der Inhalt davon nicht tangiert wird: Das »ist« kann weggelassen werden, Subjekt und Prädikat genügen also, auch können die Worte umgestellt und das ganze kann in den aci gesetzt werden; dagegen, wo andere Form anderen Inhalt bedeutete, wird sie streng gewahrt.

Bei der Klassifikation geht er vom Inhalt des Subjekts aus: Steht unter A ein Allgemeinbegriff, eine »Zweite Substanz«, in der Terminologie der Kategorienschrift zu reden, z.B. »Mensch«, so ist das ein anderer Fall, als wenn von »Sokrates« die Rede ist: generell – singulär. Die Singulärfälle gehen ihren eigenen Weg, interessanter sind die generellen: Man kann sie behaupten und/oder verneinen (a) in allgemeiner Form (»alle – kein«), (b) in partikulärer (»einige – einige nicht« oder auch: »mindestens ein – mindestens eines nicht«); und man kann das auch unbestimmt lassen – das ist für das heutige Verständnis der schwierigste Fal.[51] Diese Variationen am Subjektterm, die sich daraus ergebenden Widerspruchs- und Nicht-Widerspruchsfälle, sind das Thema der Kapitel 7 und 8.

Kapitel 9 fokussiert die Betrachtung auf die Kopula, die doch in der Hermeneutik stets etwas mehr bedeutet als eine bloße Junktur, schon deswegen, weil er doch immer vom Sein der Dinge ausgeht, um von da zu unseren Aussagen über sie und es zu gelangen, nicht umgekehrt. Also, Dinge, Tatbestände, Ereignisse, Sachverhalte sind entweder immer (und waren nie anders),[52] oder sie sind gerade jetzt (und morgen vielleicht schon nicht mehr), oder sie sind vorbei, waren gestern oder vor tausend Jahren: Für Aussagen, die derlei abzubilden oder zu »bezeichnen« haben, gelten der Satz vom Widerspruch und der Satz vom ausgeschlossenen Dritten, d. h., sie können eindeutig als wahr oder falsch gewertet werden.[53] Das bringt sie in Antithese zu prognostischen Sätzen, denen vom »wird sein«-Typus;[54] bei denen gilt Letzteres nämlich nicht: Der Vesuv wird in den nächsten tausend Jahren ausbrechen – der Vesuv wird innerhalb der nächsten tau-send Jahre nicht ausbrechen –, einer dieser beiden Sätze ist jetzt schon wahr, der andere dann falsch, nur, erstens weiß kein Mensch, welcher, und zweitens wird der Vesuv nicht dies oder das tun oder lassen, weil der oder der Satz richtig oder falsch war. Die aristotelischen Überlegungen dazu sind nach diesen Prämissen lucide und eindeutig, nur ist seine Dialektik für das Falsche auch so gut, daß sie den Tatbestand der Parodie erfüllte, die so gelungen war, daß man sie für das Original hielt. Und dies hatte seine Faszination für Ausleger, die daran ein göttliches All-Wissen festmachen konnten, säkularisiert noch vorhanden im Laplaceschen Dämon, einer umfassenden Intelligenz, der nicht nur alle vergangenen Zustände des Universums sowie der gegenwärtige komplett, sondern auch alle zukünftigen in allen Einzelheiten gemäß ihrem Auseinander-Hervorgehen bekannt sind. In Wirklichkeit aber bringt es weiter, wenn man in die Betrachtung die Annahme einbezieht, daß Aristoteles hier wie auch im Buch Theta der Metaphysik (Kapitel 3 und 4) sich mit den Fangschlüssen der megarischen Schule (ob nun der älteren oder der jüngeren) über Möglichkeit und Wirklichkeit auseinandersetzt, deren berühmtester der sog. »Meisterschluß« des Diodoros Kronos gewesen ist, wonach es überhaupt unmöglich sein sollte, daß irgendetwas geschehe, was nicht wirklich geschieht (Epiktet, Diss., II, 19, 1).

Bei Sätzen von der Form »A ist b« stehen links und rechts der Seins-Form Nomina. Wie man die Verbalaussage negieren kann, »ist – ist nicht«, so geht das auch mit den Nomina,[55] z. B. »Nicht-Mensch«, »nicht-gerecht«. Ein Satz mit diesen beiden »unbestimmten« Nomina links und rechts von »ist« wäre eine Affirmation. Nach dem semantischen und logischen Sinn solcher »Lochbegriffe«[56] wäre füglich zu fragen; es sei immerhin daran erinnert, daß der aristotelische Ortsbegriff genau so einen Negativraum im Materiekontinuum bezeichnet. Aristoteles verwendet in diesem Zusammenhang nur Allgemeinbegriffe, und da man solche allgemein und partikulär behaupten und negieren und dies auch unbestimmt lassen kann, ergibt sich eine weitere Fülle von Sätzen, deren Ausschließungs- und sonstige Relationen man betrachten kann (Kapitel 10). An den Grundaxiomen wird dabei durchgehend festgehalten: Eine Behauptung steht einer Verneinung gegenüber, u. .z so, daß, wenn die eine wahr ist, dann die andere falsch sein muß.

Das 1. Kapitel ist das einzige, das sich in die Linie von 7–14 nicht fügen will. Es steht gewissermaßen parenthetisch und handelt von Fragen, deren Beantwortung dem hermeneutischen Vorhaben eigentlich vorausliegen; anscheinend wird, auf einem fortentwickelten Niveau, die prinzipielle Frage des platonischen Sophistes[57] wieder aufgenommen und in die andere transformiert, wann eine Addition von Worten im Satz den bezeichneten Gegenstand zu einer Einheit macht, wann nicht. Die antisthenische Frage nach der Möglichkeit der Verknüpfung von Worten zu Urteilen überhaupt liegt hier besonders nahe; vielleicht versteht man die vertrackten, anscheinend überflüssigen Begriffsverschnitte und Wortdiffusionen, die irgendwie an den berühmten »Dritten Menschen« erinnern,[58] besser, wenn man sie in eine Polemik gegen ihn einordnen könnte. Auch die topische Situation ist bis zum Zitat gegenwärtig (20 b 22–20). Die Lösungsstrategie geht dahin, einerseits die Sonderstellung der Definitionsaussage herauszuarbeiten, in Folge davon andererseits Wesensattribute von nur akzidentellen zu unterscheiden – die einen stiften Einheit des Gegenstandes, die anderen nicht –, und schließlich darauf zu bestehen, daß eine contradictio in adiecto einen Satz »falsch« macht – dies muß ein anderes »falsch« sein, denn es meint: in sich widersprüchlich, sinnlos. Letzteres wird aber eher nur angedeutet, es fehlt an Klarheit der Position, wie denn der Schluß des Kapitels für heutige Begriffe verwirrt wirkt.

Demgegenüber ist man in den Kapiteln 12 und 13 wieder auf griffigem Boden: Am »ist« kann noch einmal variiert werden durch Zusätze wie: »möglicherweise« oder »notwendig« u. a. m.; auf die Worte kommt es dabei nicht an, er unterscheidet ganz offenbar drei Satztypen: »ist« einfach so, ohne jeden Zusatz, »kann sein«, »muß so sein«, also das nachmals so genannte assertorische, problematische und apodiktische Urteil; – und deren jeweilige Kontradiktionsfälle, denn das ist der Punkt der Behandlung; und diese muß gesondert und ausführlich sein, denn hier stellen sich die Verhältnisse anders, indem nämlich »sein« und »nicht sein« auf die Subjektseite zu setzen ist. Nähme man die Möglichkeiten rein abstrakt, so müßte man sein Satzmaterial noch einmal mit dem Faktor 3 multiplizieren. Aber Aristoteles bleibt immer beim Verstehbaren; Aussagen haben einen Inhalt, und wenn der »möglich« oder »notwendig« sagt, ist somit die Rede von Gegenständen und/oder Sachverhalten, die so sind. So nimmt es nicht wunder, wenn das zwei Seinsmodi sind, nicht bloße Aussagemodi, daß sie an Ontologie gebunden bleiben und Kapitel 13 in einen ontologischen Aufschwung ausklingt.

Das wäre ein schönes Ende, doch in aristotelischen Texten, wie sie eben überliefert sind, folgt oft das Supplement. Daß Kapitel 14 mit dem Rest der Abhandlung in Zusammenhang steht, ist unbestreitbar, von der Thematik und der Anknüpfung her: Dieser kleine, in sich geschlossene Ring greift an seinem Anfang wie am Schluß auf die Psychologie des Kapitels 1 zurück; und er stellt die Frage nach Opposition, nur von einer die Grundlage der Hermeneutik relativierenden Fragestellung aus. Seit Kapitel 6 war nämlich vorausgesetzt, daß Sätze nur dann in Widerspruch zu einander geraten können, wenn der eine etwas von etwas behauptet, während der andere genau dieses an genau dem gleichen leugnet; das kann man problematisieren, also dem den Versuch entgegenstellen, einmal Behauptung gegen Behauptung (und Verneinung gegen Verneinung, – aber das spielt er, aus gutem Grunde, nicht durch) in eine Opposition zu bringen. Der Vorgang wird bearbeitet durch Rekurs auf das mittels der bloßen Ausdrucksform des Satzes Gemeinte, den Aussageinhalt, den der potentielle Sprecher, bevor er es über die dazu bestimmten Organe »herausläßt«, und auch noch in Form grammatischer Richtigkeit, schon im Kopfe oder auf dem Herzen, wie man so sagt – die Griechen sagten: in der Seele –, gehabt haben muß. Die aristotelische Argumentation führt über einige Umwegigkeiten und Figuren, wie man sie in der Topik aufgeführt findet – z. B. die Steigerung von »wahr« und »falsch« (als ob es ein wenig mehr und ein wenig weniger Wahrheit geben könne) –, zu dem zu erwartenden Resultat, daß widersprechende Entgegensetzung an eine affirmative und eine negierte Aussage gebunden ist. Viel Aufwand für so dürftige Ernte, will es scheinen. Aber bevor man so wertet, sollte man ehrlicherweise daran erinnern, daß wir das Problem, an dem er sich da abarbeitet, nicht genau genug kennen. –

Das Vorgetragene ist sicher noch keine »plausible Theorie für die Anlage«.[59] Aber es gibt doch Approximationen des Verständnisses an diese, eingestandenermaßen, zu Teilen sehr schwierige kleine Schrift. Sie gehört ganz sicher in die Reihe der aristotelischen Schriften zur Philosophie des logos, wenn man nur nicht voreilig darunter dasselbe vermutet, was traditionelle und moderne Logik betreiben.

Die Hermeneutik ist eine markante Station auf dem langen, mühevollen Wege der Erhellung des schwierigsten Wortes, das es in den Sprachen, die dies sein, dasein, vorhanden sein, existieren und es gibt erfunden haben, gibt, des «ist«. Dieser Weg hat vom emphatisch als wahr erschauten und erlebten metaphysischen SEIN, seiner ganzen Strenge, Unnahbarkeit und Starrheit, dessen man sich in bloßer »Sage« vergewissern konnte, fortgeführt hinüber zu Pluralität des Seienden, bewegtem Umgang derer miteinander, Sein des Nichtseienden, Temporalität des größten Teils der Welt, gedanklicher Stimmigkeit bloßer Setzung, Identifikation, Definition und Prädikation, einer deskripten und kategorialen Grammatik des Worts, ausführlicher Unterscheidung seiner verschiedenen Bedeutungen, schließlich bis hin zu bloß kopulativer Funktion eines rein formalen Operators. Er führte von Wahrheit über Gewißheit, Vertrauen, Sicherheit, Hypothese, Geltung bis hin zu bloßer Richtigkeit.

Vermutlich hat Aristoteles sich für die Logik von alltagssprachlichen Sätzen abgewandt; jedenfalls in den Analytiken hat er sich eine Kunstsprache zugelegt, die Sätze von der Form A ist b meidet. Das Seiende, qua seiend hat er ausdrücklich einer anderen, erst noch zu gründenden Disziplin zugeordnet, die er, mit guten Gründen und einer geglückten Wortwahl, »Erste Philosophie« nennt.

So ist und bleibt das intrikate Faszinosum der Hermeneutik dies: Es werden Sätze über Sätze, Aussagen von Aussagen gebildet, Urteile über Urteile ausgesprochen, kurz und gut, dies ist ein logos, der über sich selber geht. Eindrucksvoller kann eine dialektische Verschlingung nicht sein; hier wird mithilfe von Sprache über Sprache gesprochen. Aber in diesem reflexivsten aller Diskurse bleibt die Reflexivität gewissermaßen außen vor, sie wird nicht zum Begriff aufgenommen: Der lo- gos behandelt sich hier wie sein eigenes Objekt, als ob es über Steine und Bäume ginge. So bleibt die Hermeneutik eine Herausforderung der Interpretation und wird es bleiben, solange Philosophie betrieben werden wird. –== Einzelnachweise ==

  1. ↑ Ross, Aristotle's De anima (1961), S. 8: »the De interpretatione advances a rather crude theory of the judgement.«
  2. ↑ Für das erste: H. Maier, Die Echtheit der aristotel. Herm.; für das zweite: Zeller, Philosophie der Griechen, II, 2, 69, 1.
  3. ↑ Schol. anon., 94 b 2 Brandis. Boethius hat es genauso empfunden (Anfang seines 2. Kommentars, II, 4, 1 ff.): »hic tamen ante omnia liber nimis et acumine sententiarum et verborum brevitate constrictus est ...«* Er berichtet auch (II, 293, 27 ff.), daß es z.Zt. des Porphyrios (3. Jh. n. Chr.) Gelehrte gab, denen es unmöglich schien, mit der Hermeneutik interpretatorisch widerspruchsfrei fertig zu werden.
    • "Hier wird das Buch jedoch vor allem durch zu viel und die Schärfe der Sätze und die Kürze der Worte eingeschränkt..."
  4. ↑ Rolfes, PhB 9 (1920), S. 93.
  5. ↑ R. Brandt (1965), S. 116.
  6. ↑ R. Brandt, S. 98 ff.
  7. ↑ GI R. Brandt, S. 116. Die Kapiteleinteilung in der heute gebräuchlichen Form stammt sehr wahrscheinlich erst von der Organon-Ausgabe des lulius Pacius her (Morges 1584, später oft verbessert nachgedruckt). In der Antike war eine Einteilung in fünf »Hauptstücke« oder »Schnitte« üblich (Ammonios, 1,17): 1(= cap. 1-6), I (= 7-10, 19 b 19), III (= 10, 19 b 20-11), VI (= 12-13), V (= 14).
  8. ↑ Der erste hierin war bereits Andronikos, aber er blieb in der Antike allein. Das ältere Material bei Zeller, a. a. O.; er selbst urteilt, »daß die Schrift zwar ihrem Inhalt nach mit der aristotelischen Lehre durchaus übereinstimmt, aber sich vielfach über Sätze der elementarsten Art in schulmäßigen Erörterungen verbreitet, wie sie Aristoteles, sollte man glauben, in der Zeit, in welche ihre Abfassung fallen müßte, nicht mehr nötig gefunden hätte.« Er vermutet in ihr die Schülernachschrift eines Aristoteles-Vortrags. Ähnlich Prantl, Bd. I, S. 91: Der Inhalt sei »unzweifelhaft ächt «, »aber die Anordnung und die Form der Darstellung läßt […] außerordentlich viel zu wünschen übrig«, so daß er denn Zweifel äußert, ob dies »von Aristoteles selbst sei niedergeschrieben worden.« Für die Echtheit neuerdings Ross, Anal., S. 421 f.; Bochenski (1962), S. 50; Kneale (1964), S. 61. Das beste Argument für die Echtheit ist zweifellos die Tatsache, daß bereits Theophrast in einer »Parallelschrift« mit dem Titel »Über Bejahung und Verneinung‹ die Hermeneutik in seiner charakteristischen Weise bearbeitet hat, nämlich so, daß sie »sich eng an die Lehre, zum Theil an die Worte des Meisters anschloß« (Maier, Echtheit, S. 71; vgl. Frgte. 1-12 Graeser). Kap. 14, aber auch der Schluß von 13 (23 a 21–26), werden von Weidemann (1994), S. 46 wieder angezweifelt.
  9. ↑ Nach Maier, a. a. O., wäre sie sein spätestes Werk und unvollendet geblieben. Auch R. Brandt, S. 5: »Die Hermeneutik gibt sich selbst als Spätwerk.« – Die Zitate von Poet. und Rhet. (17 a 5 f.) sind nicht so signifikant, ordnen sich dann aber gut ein.
  10. ↑ 19 b31 geht auf Anal. pr., A46; das Zitat der Top. (20 b26) kann man in beiden Richtungen anwenden, es gibt also nichts aus. Das »fachtechnische Niveau des Denkens« (Bochenski, S. 50) divergiert innerhalb der Texte des Organonbekanntlich sehr stark. Wendet man das Kriterium an: »Je höher und formaler die Technik der Analyse und des Beweises, desto später das Werk« (Bochenski, S. 49 f.), dann kann die Hermeneutik kein Spätwerk sein.
  11. ↑ So Düring, Arist. (1966), S. 55; Ross, Anal., 1 c.: »The De Interpretatione as a whole seems to be an earlier work than the Prior Analytics.« Der Frühansatz wird mehr und mehr zur communis opinio. Vgl. den neusten Überblick über den Stand der Forschung bei Zanatta (1992), S. 7–10.
  12. ↑ Kapp (1962), S. 70.
  13. ↑ 68 17 a 6 f. Gadamer hat sehr schön das Gesamtvorhaben charakterisiert als »eine Art logischer Grammatik, die die logischen Strukturen des apophantischen Logos (des Urteils) untersucht.« (In: Hist. Wörterb. d. Philos., III (1974), Spalte 1062)
  14. ↑ Der Wortgebrauch von λόγος ἀποφαντικός ist auf die Partie 17 a 2–15 beschränkt und wird bis Ende Kap. 5 noch kurz ausgeführt. Was er damit meint, nämlich einen Aussagesatz, ein Urteil, wird beim Transfer in die Syllogistik – und hatte diesen Namen schon in der Topik – αρότασις (Vorspann, Eingabe, Vorlage o. ä.) heißen.
  15. ↑ Nur nebenbei sei bemerkt, daß man als Übersetzer bei solcherlei Sprachgestalten ans Äußerste gerät; man kann nur hoffen, daß man entlang dem Geländer der Tradition das wiedergibt, was der Sprecher wohl gemeint haben mag.
  16. ↑ Düring, RE »Aristoteles«, 179, 58 f.
  17. ↑ Gleich zu Anfang, an grundlegender Stelle, bei der gedanklichen Konstruktion des »von Natur aus Herrschenden« (Pol., A 2, 1252 a 30 ff) zitiert er zustimmend ein Dichterwort: »recht ist's, daß Griechen herrschen ob Barbaren« und interpretiert es so, daß damit gesagt sein solle, »barbarisches und Sklavenwesen sei das gleiche« (1252 b 8). N. b., die griechische Sprache hat ihm hier eine leere apophasis vorgefertigt: Barbarisch ist alles, was nicht griechisch ist, oder, jeder Nicht-Grieche ist ein Barbar. Bei der Betrachtung der Monarchie (Γ 14) führt er im eigenen Namen und feiner differenzierend aus (1285 a 19ff.): Weil die Barbaren von Natur sklavischeren Sinnes sind als die Griechen, und unter ihnen wieder die in Asien mehr als die in Europa, so ertragen sie despotische Herrschaft ohne Murren. – Und weil es also die geborenen Knechte gibt, so darf man auch Jagd auf sie machen (1256 b 23–26): Die Jagdkunst, als ein Teil der Kriegskunst, kommt gegen solche Menschen zur Anwendung, die, von Natur zum Beherrschtwerden bestimmt, das aber nicht wollen; und so ein Krieg ist dann gerecht ...
  18. ↑ Erhalten in zwei Fassungen, Frg. 658 Rose. Die bei Strabon ist eine Polemik des Eratosthenes gegen diesen Rat. Er will diese Zweiteilung der Menschheit in Griechen – Nicht-Griechen, hier Freund, da Feind, nicht hinnehmen; besser wäre es, dies nach Tugend und Schlechtigkeit einzuteilen.
  19. ↑ Prot., 335 c–e. Direkt darauf Bezug nimmt Anal. pr., A 27, 43 a 35 f.: »Wir sagen ja, das Weiße da ist Sokrates, und was da hinzutritt ist Kallias.« Also wird Sokrates vom Akzidentellen, der Farbe seines Gewandes, her aufgesucht, so wie man auf einem Ball von einer »roten« oder •schwarzen« Dame sprechen mag. Daß es offensichtlich so äußerlich gemeint ist, zeigt Metaph., Ι 10, 1058 b 3 f.: »Auch ein einzelner Mensch kann weiß und schwarz sein, nur nicht zugleich.« Wechselt da jemand seine Hautfarbe? So hat man es als den Wechsel von »blaß und sonnverbrannt« verstehen wollen (R. Brandt, S. 67); leichter ist es doch, an Darstellungen zu denken, und bekanntlich werden auf Tausenden attischer Vasen die Menschen schwarz, rot und weiß dargestellt. Daß schließlich keins der vielen griechischen Adjektive für Farben mit entsprechenden Bezeichnungen anderer Sprachen kongruent ist, weiß man spätestens, seit es Gelehrte gab, die Homer für farbenblind erklären wollten, und man kann es bei Platon, Tim., 67 c–68 d mit Händen greifen.
  20. ↑ So ist vermutlich genau das Beispiel mit dem Gewand, 19 a 12ff., zu verstehen.
  21. ↑ Schon die Dihairesen des platonischen Sophistes setzen derartige Darstellung offenbar voraus.
  22. ↑ Man muß es nur ein wenig auf den Namengeber hin ausrichten, der die an Alexander gerichtete pseudoaristotelische Rhetorik für echt gehalten haben mag; deren Belegstellen (1428 a 10; 1435 a 3; 1436 a 21) geben für die Wortbedeutung nicht sehr viel her; man hört nur so etwas mit wie: die Ausdrucksweise aufs schönste gestalten …; Top., Ζ 1, 139 b 13 f. ist allerdings eine wichtige Spur; und bei De part. an., 660 a 35, ist es eine schöne Metapher: Gewisse Vögel benutzen die Zunge zur Mitteilung untereinander […], so daß es bei einigen offenbar ein Voneinander-Lernen gibt.
  23. ↑ De an., 420 b 19; ähnlich De resp., 476 a 19. Das genaue Vorbild dazu bei Platon, Tim., 75 de.
  24. ↑ Poet., 1450 b 14.
  25. ↑ Vgl. o. Anm. 10.
  26. ↑ 8 Top., Ζ 1, 139 b 13 f.
  27. ↑ Neben dem Inhalt ab Kap. 6 und dem Hinweis auf die Topik, dem eine viel tiefere Verwandtschaft zugrundeliegt (s. u.), zitiert er ja auch noch die Analytica priora (o. Anm. 10), sie zu recht an einer entlegenen Stelle aufnehmend. Eine spezielle Linie scheint auch zu Anal. post., B 19 zu führen. Und wie viele Fäden zwischen den Diskursen der Metaphysikund der Hermeneutik laufen, zeigen die Anmerkungen zum Text auf Schritt und Tritt.
  28. ↑ Nur ein Beispiel aus vielen: 22 b 10.
  29. ↑ Vgl. auch Anm. 2 zum Text.
  30. ↑ Also ein ganzes griechisches Jahrtausend. Das meiste ist verloren, außer Fragmenten des Herminos, CAG, VIII, dem Kommentar des Ammonios, CAG, IV, 3-6, des Elias, CAG, XVIII, 1, dem Überblick des Stephanos, CAG, XVIII, 3, und der Paraphrase des Michael Psellos (bei Ammonios).
  31. ↑ C. H. Mohr, Medieval Latin Aristotle Commentaries. In: Traditio 23, 24, 26, 27-30 (1967–74).
  32. ↑ Z. B. Odyss., A, 62, wo Athene mit dem Namen Odysseus und einem ähnlich lautenden Verbum spielt. Hesiod etymologisiert (falsch) den Namen Aphrodite als die *Schaum-Erwachsene«, Theog., 195–198.
  33. ↑ In aller Breiteim Metaph., Delta.
  34. ↑ VS 28 B8.1 f.
  35. ↑ B8, 38–41.
  36. ↑ VS 22 B49 a.
  37. ↑ VS 68 B26.
  38. ↑ Vgl. die Prodikos-Parodie bei Platon, Prot., 337 aff.
  39. ↑ Wie eifrig und allseitig schon in vorplatonischer Zeit über den Gegensatz: Natur contra Menschensatzung debattiert wurde, zeigen Antiphon, der Sophist, VS 80 B44, und die pseudohippokratische Schrift De arte.
  40. ↑ Einige Belege dazu in Anm. 2 zum Text.
  41. ↑ Z. B. 16 a 19; 17 a 1f.
  42. ↑ Die Charakterisierung bei Platon, Soph., 251 b. Wenn man Tht., 201 dff., mit Aristoteles, Metaph., 1043 b 23 ff. vergleicht, wird die Zuordnung klar.
  43. ↑ Aristoteles, Metaph., A29, 1024 b32. Die Auseinandersetzung Platons mit Antisthenes geht von Tht., 201 d bis praktisch zum Schluß; die Ausführungen über logos bei 206 c. – Ist es Zufall, daß in diesem Diskurs (209 a) der Terminus ὲρμηνεία wiederbegegnet? Da hält er fest: Logos ist die sprachliche Formulierung des spezifischen Unterschieds einer Sache. – Um den Hintergrund zu vervollständigen, sei noch darauf hingewiesen, daß Platon die reifste Fassung seiner Satztheorie im Sophistes, 261 c-264 b, vorträgt. Die Hermeneutik geht bis Kap. 5 kaum darüber hinaus, dann aber findet sie ihr eigenes Thema.
  44. ↑ 17 a 13f.; 20 b 17; auch b 26.
  45. ↑ Kap. 6, 17 a 26–31.
  46. ↑ 20 b 22 ff.
  47. ↑ 16 a 1f. Dem »zuerst entspricht ja im Gedanken ein »und dann«, hier etwa: kommen wir zur Hauptsache.
  48. ↑ 17 a 3f. Schon deswegen ist es viel zu allgemein, die Hermeneutik als eine »Abhandlung über Tragweite und richtige Behandlung von Sätzen« (Düring) zu charakterisieren. Sie ist genauer eine Theorie der verschiedenen Antithesen im Bereich des aussagenden Satzes (logos apophantikos)
  49. ↑ Vgl. Anm. 23 zum Text.
  50. ↑ Mehrfach betont er, daß man Sätze anderer Form auf solche zurückbringen kann und dann mutatis mutandis das gleiche gilt.
  51. ↑ Es ist daran zu erinnern, daß es unter den bekannten a-, e-, i-, o- Fällen der drei Schlußfiguren in Anal. pr., A 4-6 auch unbestimmte Fälle gibt (insgesamt 5), die man immer schon deswegen vernachlässigen konnte, weil sie nicht schlüssig sind; aber Aristoteles hat sie nicht eliminiert.
  52. ↑ Es ist für die logische Betrachtung von »ist«-Urteilen unerheblich, ob es solche Gegenstände gibt; Aristoteles war allerdings dieser Auffassung.
  53. ↑ Über den Wahrheitswert von Sätzen wie: Die Schlacht bei Marathon hat nicht stattgefunden, und: a2 + b2 = c2 gibt es keinen Streit.
  54. ↑ Würde man es entgegen der Linie, die Aristoteles bei der Anordnung verfolgt, summieren, so hätte man mittlerweile: Vier Variationsfälle beim Subjekt, zwei bei der Kopula (affirmativ – negiert), also acht; das nun noch in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, wären vierundzwanzig. Das ist der abstrakte Fundus, aus dem er sich die für ihn relevanten Fälle nimmt.
  55. ↑ Nach Kap. 2, 16 a 30–32, zögerlich zwar, aber nicht ausgeschlossen.
  56. ↑ Nach der bekannten kabarettistischen Definition ist ein Loch »da, wo etwas nicht ist«. Zur ernsten Sache vgl. Anm. 10 zum Text.
  57. ↑ 261 d; vgl. Anm. 2 zum Text.
  58. ↑ Platon, Prm., 131 eff. und die ausführlichen Folgen davon, z. B. in dem aristotelischen Dialog Über die Ideen, Frg. 188 Rose.
  59. ↑ Vgl. o. Anm. 61.

Anm. KF

  1. ↑ Zusammengenommen die Termlogik