Gründliche Anleitung zu nützlichen Wissenschafften, absonderlich zu der Mathesi und Physica
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Gründliche Anleitung Zu nützlichen Wissenschafften, absonderlich Zu der Mathesi Und Physica
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Derweilen von mir inständig verlanget worden, daß der studirenden Jugend in dem Studio Mathematico und Mechanico an die Hand zu geben, meine Gedancken eröffnen wolte: Als habe so wenig als es mir auch die Zeit zu gelassen, solche Gelegenheit nicht verabsäumen wollen, dem Publico nach meinem mir von Göttlicher Gnade verliechenem talent hiermit zu diesen, und solches alles ordentlich im gewisse positiones oder kurtze aphorismo zu bringen. Worüber wann etwa ferner weitere Erklärung von mir erfordert würde, nach Gelegenheit der Zeit willigst soll mehrere Erleuterung folgen.
I.
Aller Studiorum Zweck muß seyn die Ehre GOttes auff alle Weise zu befördern, daß ist, die unendliche Macht unaussprechliche Weißheit, und unveränderliche Liebe GOttes, und also die Erkäntniß des vollkommenen Wesens den Menschen wohl bekant zu machen, und so viel möglich auszubreiten, damit das Reich der Finsterniß oder Unwissenheit ie mehr und mehr abnehme, und das Reich des Lichts oder der Erkäntniß der Warheit mehr und mehr zunehme.
§. I.
Aller Studien Zweck muß sein die Ehre Gottes auf alle Weise zu befördern, das ist, die unendliche Macht unaussprechliche Weisheit, und unveränderliche Liebe Gottes, und also die Erkenntniß des vollkommenen Wesen den Menschen wohl bekannt zu machen, und so viel möglich auszubreiten, damit das Reich der Finsterniß oder Unwissenheit je mehr und mehr abnehme, und das Reich des Lichts oder der Erkenntniß der Wahrheit mehr und mehr zunehme.II.
Das aber der Mensch einer solchen herrlichen Erkäntniß des unendlichen vollkommenen Wesens wohl fähig werden könne, ist nöthig, daß ihm keine Gaben des Gemüths, Leibes, und derer beyder Kräfte, auffs beste zu excoliren angewiesen werde, das ist, solchem die größte perfection, welche in dieser Zeitigkeit nur möglich zu erhalten ist, zu setzen.
§. II.
Das aber der Mensch einer solchen herrlichen Erkenntniß des unendlichen vollkommenen Wesens wohl fähig werden könne, ist nötig, daß ihm keine Gaben des Gemüt, Leib, und derer beider Kräfte, aufs beste zu entwickeln angewiesen werde, das ist, solchem die größte Verfertigung, welche in dieser Zeitigkeit nur möglich zu erhalten ist, zu setzen.III.
Diesen Zweck ferner zu erhalten, muß man bald anfangs recht sissen, alle Schein-Güter und Ubel von dem wahren oder falschen Recht zu unterscheiden; Wovon pag. 259 Medicin. Mentis diese Worte zu mercken: Sunt autem meo judico bona realia, quæ propter se expetenda, nulla alia quam sapientia, sive acquisitio per seipsum, seu per proprias meditationes juxta genuinam methodum institutas: Virtus seu naturæ nostræ ad acquisitæ veritas leges directa perfectio realis, seu melioratio: ac tandem mentis tranquillitas, seu ex hisce duabus, sapientiâ & virtute, exoriens in nobis status quietus. Unde simul haud difficulter conjicies, quid per mala realia intelligam: Mala nimirum fisce directe opposita, minirum ignorantiam. vitium, & statum mentis inquetum. Bona vero apparentia sunt honor, divitiæ, & delectationes sensuales, quæ so bonorum realium acquisitioni adjumento sunt, ex apparentibus siunt ralia bona: si autem iisdem impedimento, prout sæpisimè accidit, hæc revera non nisi realia mala sunt, licet alii secus judicent. Hint quoque facile colligitur, quænam econtra mala apparentia sint:status nempe obscurus seu non adeo illustris in mundo, paupertas & absentia delectationum sensualium. Et hæc quidem, quamvis pauci hæc capitant: si autem impedimento, es apparentibus malis in realia mala degenerant.—AbvrschrftngAber meiner Meinung nach gibt es wirkliche Güter, die um ihrer selbst willen gesucht werden müssen, nichts anderes als Weisheit, die man entweder selbst erworben oder durch eigene Meditationen nach einer echten Methode etabliert hat: Tugend oder die Gesetze unserer Natur, die auf die gerichtet sind erworbene Wahrheit, wirkliche Vollkommenheit oder Verbesserung: und schließlich Ruhe des Geistes oder aus diesen beiden Weisheit und Tugend, die in uns einen Zustand der Ruhe entstehen lassen. Daraus können Sie gleichzeitig leicht ableiten, was ich unter echten Übeln verstehe: Übel sind natürlich das direkte Gegenteil, die Unkenntnis von Bedrohungen. Behinderung und ein unruhiger Geisteszustand. Aber das scheinbare Gute sind Ehre, Reichtum und sinnliche Freuden, die so zum Erwerb wirklicher Güter verwendet werden, aus dem scheinbaren heraus senden sie wirkliches Gutes; Es lässt sich auch leicht ein Hinweis auf das Gegenteil des bösen Scheins finden: das heißt, ein unbekannter oder in der Welt nicht so berühmter Zustand, Armut und das Fehlen sinnlicher Freuden. Und zwar, obwohl diese Dinge nur wenigen passieren; wenn sie aber verhindert werden, degenerieren sie von scheinbaren Übeln zu wirklichen Übeln.
§. III.
Diesen Zweck ferner zu erhalten, muß man bald anfangs recht sissen, alle Schein-Güter und Ubel von dem wahren oder falschen Recht zu unterscheiden; Wovon pag. 259 Medicin. Mentis diese Worte zu mercken: Aber meiner Meinung nach gibt es wirkliche Güter, die um ihrer selbst willen gesucht werden müssen, nichts anderes als Weisheit, die man entweder selbst erworben oder durch eigene Meditationen nach einer echten Methode etabliert hat: Tugend oder die Gesetze unserer Natur, die auf die gerichtet sind erworbene Wahrheit, wirkliche Vollkommenheit oder Verbesserung: und schließlich Ruhe des Geistes oder aus diesen beiden Weisheit und Tugend, die in uns einen Zustand der Ruhe entstehen lassen. Daraus können Sie gleichzeitig leicht ableiten, was ich unter echten Übeln verstehe: Übel sind natürlich das direkte Gegenteil, die Unkenntnis von Bedrohungen. Behinderung und ein unruhiger Geisteszustand. Aber das scheinbare Gute sind Ehre, Reichtum und sinnliche Freuden, die so zum Erwerb wirklicher Güter verwendet werden, aus dem scheinbaren heraus senden sie wirkliches Gutes; Es lässt sich auch leicht ein Hinweis auf das Gegenteil des bösen Scheins finden: das heißt, ein unbekannter oder in der Welt nicht so berühmter Zustand, Armut und das Fehlen sinnlicher Freuden. Und zwar, obwohl diese Dinge nur wenigen passieren; wenn sie aber verhindert werden, degenerieren sie von scheinbaren Übeln zu wirklichen Übeln.IV.
Alle realia bona haben nur einzig und allein ihr Absehen auff die Seele des Menschen, bey welcher selbige ein stetes Wachsthum in der Vereinigung derselben mit dem vollkommenen Wesen verursachen. Daß also die Seele eine vollkommenere Herschaft über den Leib erhält, und heidurch in eine grössere Freyheit und perfection gesetzt wird. Alle bona apparentia hergegen zielen nur einzig und allein auff den Leib, bey welchem die ein stetes zunehmen, in der Vereinigung desselben mit der Welt, oder den äussern vergänglichen Sachen, zu wegen bringen, das der Leib eine vollkommene Herrschaft über die Seele erhalte, und also hierdurch solche in die größte Sclaverey und Unvollständigheit gebracht werde.
§. IV.
Alle wirklichen Güter haben nur einzig und allein ihr Absehen auf die Seele des Menschen, bei welcher selbige ein stetes Wachstum in der Vereinigung derselben mit dem vollkommenen Wesen verursachen. Daß also die Seele eine vollkommenere Herschaft über den Leib erhält, und hierdurch in eine grö0ere Freiheit und Verfertigung gesetzt wird. Alle Scheingüter hergegen zielen nur einzig und allein auf den Leib, bei welchem die ein stetes zunehmen, in der Vereinigung desselben mit der Welt, oder den äußern vergänglichen Sachen, zu wegen bringen, das der Leib eine vollkommene Herrschaft über die Seele erhalte, und also hierdurch solche in die größte Leibeigenschaft und Unvollständigkeit gebracht werde.V.
Dieweil aber nach dem 3ten paragrapho keine andere realia bona, als Weißheit und Tugend, und die Vergnügung des Gemüths zu finden, und durch solche, nach dem 1ten paragrapho, der Mensch in die höchste perfection gesetzt wird; umb nun zu dergleichen realen Gütern würcklichen Besitz zu gelangen, so muß man hier wohl erwegen, wie solche auseinander folgen, und also recht gründlich einem andern können beygebracht werden.
§. V.
Dieweil aber nach dem 3ten Paragraph keine andere wirklichen Güter, als Weisheit und Tugend, und die Vergnügung des Gemüt zu finden, und durch solche, nach dem 1ten Paragraph, der Mensch in die höchste Verfertigung gesetzt wird; um nun zu dergleichen realen Gütern wirklichen Besitz zu gelangen, so muß man hier wohl erwegen, wie solche auseinander folgen, und also recht gründlich einem andern können beigebracht werden.VI.
Wie solche außeinander folgen, wird also erkandt; Aller Menschen Actiones zeigen klar an, daß man nichts anders damit intendire, als den Leib ohne Schmerzen, und daß Gemüth ohne Unruhe zu erhalten: Uno verbo, die tranquillitatem mentis sich zu procuriren. Die Mittel, die nun ordinair hierzu gebraucht werden, sind also beschaffen, das sie fast stets das contrarium, und also den Menschen in die höchste Unruhe setzen. Aber hierzu nun, nehmlich der Vergnügung oder Ruhe des Gemüths zu gelangen, ist kein ander Weg , als der Tugend sich auffrichtig und ernstlich zu ergeben, welche nichts anders ist, als eine stete Verbesserung unserer Natur nach den rechten Gesetzen der unveränderlichen Wahrheit. Hieraus folgert von sich selbst, daß gleich wie ein Mensch im finstern ohne Anstoß nicht hurtig fort kommen kann, wann er kein Licht bey sich hat; Also müßte auch die Erkänntniß der Warheit das rechte Licht seyn, daraus unsere Actiones, und also die rechte Tugend hergeleitet wird.
§. VI.
Wie solche außeinander folgen, wird also erkannt; Aller Menschen Handlungen zeigen klar an, daß man nichts anders damit beabsichtige, als den Leib ohne Schmerzen, und daß Gemüt ohne Unruhe zu erhalten: Mit einem Wort, die Beruhigung des Verstand sich zu verschreiben. Die Mittel, die nun gewöhnlich hierzu gebraucht werden, sind also beschaffen, das sie fast stets der Gegensatz, und also den Menschen in die höchste Unruhe setzen. Aber hierzu nun, nemlich der Vergnügung oder Ruhe des Gemüt zu gelangen, ist kein ander Weg , als der Tugend sich aufrichtig und ernstlich zu ergeben, welche nichts anders ist, als eine stete Verbesserung unserer Natur nach den rechten Gesetzen der unveränderlichen Wahrheit. Hieraus folgert von sich selbst, daß gleich wie ein Mensch im finstern ohne Anstoß nicht hurtig fort kommen kann, wann er kein Licht bei sich hat; Also müßte auch die Erkenntniß der Wahrheit das rechte Licht sein, daraus unsere Handlungen, und also die rechte Tugend hergeleitet wird.VII.
Die Warheit zu erkennen, haben wir drey Media: Vorerst die Sensus; Wo diese auffhören, da gehet der Intellectus an; Und wo dieser nicht ferner kan fort kommen Fides. Diese müssen nun zwar in ihrer Ordnung, aber alle insgesamt gebrauchet werden. Denn oft in unseren actionibus alle 3 concurriren müssen: Vielmals auch eines nur allein, wofern wir solche recht dirigiren wollen. Und irren diejenigen so sehr, die ermeinen, daß wir per solum Intellectum alle Warheiten erkennen können, als dieselbe, so vermeinen, es könne per solam Scripturam alle uns nützliche Wahrheit in Physicis und andere scientiis entdecket werden. Und wann dis geschicht, das der Mensch Tugend-hafftig gedenckt zu leben, und gehet nicht allezeit auff richtiger Erkänntniß, und bey der Erkänntniß der Wahrheit nicht alle Mittel brauchet, so im GOtt gegeben, so entstehet hieraus die Superstition, welche nur einen Weg der Wahrheit annimmt, und aus demselbigen alle Wahrheit leiten will, die andern aber alle negligiret oder gar verachtet.
§. VII.
Die Wahrheit zu erkennen, haben wir drei Media: Vorerst die Sensus; Wo diese auffhören, da gehet der Intellectus an; Und wo dieser nicht ferner kan fort kommen Fides. Diese müssen nun zwar in ihrer Ordnung, aber alle insgesamt gebrauchet werden. Denn oft in unseren actionibus alle 3 concurriren müssen: Vielmals auch eines nur allein, wofern wir solche recht dirigiren wollen. Und irren diejenigen so sehr, die ermeinen, daß wir per solum Intellectum alle Warheiten erkennen können, als dieselbe, so vermeinen, es könne per solam Scripturam alle uns nützliche Wahrheit in Physicis und andere scientiis entdecket werden. Und wann dis geschicht, das der Mensch Tugend-hafftig gedenckt zu leben, und gehet nicht allezeit auff richtiger Erkänntniß, und bey der Erkänntniß der Wahrheit nicht alle Mittel brauchet, so im GOtt gegeben, so entstehet hieraus die Superstition, welche nur einen Weg der Wahrheit annimmt, und aus demselbigen alle Wahrheit leiten will, die andern aber alle negligiret oder gar verachtet.VIII.
Was den Weg betrifft, die Wahrheit per Fidem zu erlangen, so ist selbiges per Revelationem Divinam inSacris Sripturis und offenbahet: und diesem nach scheinet wohl allen Menschen die heylsame Gnade GOttes unauffhörlich, und treibet sie auf rechtem Wege einher zu gehen; Besonders dieselbigen, welche mit ihm einen Bund in der Tauffe gemacht, der an GOttes Seiten unzertrennlich, aber von Seiten der Menschen oft getrennet wird; massen der Mensch so sehr auff die äussere Sachen gerathen, daß er selten bey sich zu Hause ist, und auff sich wohl acht hat, und also wenig die Göttlichen Operationes bey sich verspüret, sondern vielmehr denselben fast meistens e diametro widerstehet, daß sie also fruchtlos geschehen. Und sind hier recht wie zweyn alliancen zu verspüren, dadurch die eine GOtt den Menschen unauffhörlich zu sich ziehet, und durch die andere die Welt denselben mit grosser Gewalt zu sich zuressen trachtet. Dieweil aber hiervon ex professo zu tractiren nicht eine intention vorietzo, und welches die rechten Mittel, den unveränderlichen Gnaden-Trieb GOttes bey sich stets zu erkennen, demselben zu folgen, und in keinerley Weise zu hindern, oder demselbigen zu widerstreben; Massen die fleißige Lesung der heiligen Schrifft, insonderheit des Neuen Testaments, und in selbigem die Reden und Lehren Christi wohl erwogen, solches uns reichlich lehren kan. Und haben wir auch geistreicher Leute Schrifften, GOtt Lob, in grosser Menge, als des Gerhardi, Arndii, Lükemanni, Scirverii & c. Da besonders des umb die Kirche Christi hochverdienten Theol. Herr D. Epeners geistreiche Schrifften, vornehmlich seine Lehr-Früchte und Schätze des Glaubens, so in 3 à parten Jahrgängen gehalten, hier zu recommendiren, in welchen ein attenter Leser viel antreffen wird, was man in viel andern Büchern, mit Mühe und Arbeit umbsonst suchet, und man von demselbigen Glauben, wovon insonderheit allhier rede, nicht bald so eine ausführliche und klare Nachricht beysammen finden wird.
§. VIII.
Was den Weg betrifft, die Wahrheit per Fidem zu erlangen, so ist selbiges per Revelationem Divinam inSacris Sripturis und offenbahet: und diesem nach scheinet wohl allen Menschen die heylsame Gnade GOttes unauffhörlich, und treibet sie auf rechtem Wege einher zu gehen; Besonders dieselbigen, welche mit ihm einen Bund in der Tauffe gemacht, der an GOttes Seiten unzertrennlich, aber von Seiten der Menschen oft getrennet wird; massen der Mensch so sehr auff die äussere Sachen gerathen, daß er selten bey sich zu Hause ist, und auff sich wohl acht hat, und also wenig die Göttlichen Operationes bey sich verspüret, sondern vielmehr denselben fast meistens e diametro widerstehet, daß sie also fruchtlos geschehen. Und sind hier recht wie zweyn alliancen zu verspüren, dadurch die eine GOtt den Menschen unauffhörlich zu sich ziehet, und durch die andere die Welt denselben mit grosser Gewalt zu sich zuressen trachtet. Dieweil aber hiervon ex professo zu tractiren nicht eine intention vorietzo, und welches die rechten Mittel, den unveränderlichen Gnaden-Trieb GOttes bey sich stets zu erkennen, demselben zu folgen, und in keinerley Weise zu hindern, oder demselbigen zu widerstreben; Massen die fleißige Lesung der heiligen Schrifft, insonderheit des Neuen Testaments, und in selbigem die Reden und Lehren Christi wohl erwogen, solches uns reichlich lehren kan. Und haben wir auch geistreicher Leute Schrifften, GOtt Lob, in grosser Menge, als des Gerhardi, Arndii, Lükemanni, Scirverii & c. Da besonders des umb die Kirche Christi hochverdienten Theol. Herr D. Epeners geistreiche Schrifften, vornehmlich seine Lehr-Früchte und Schätze des Glaubens, so in 3 à parten Jahrgängen gehalten, hier zu recommendiren, in welchen ein attenter Leser viel antreffen wird, was man in viel andern Büchern, mit Mühe und Arbeit umbsonst suchet, und man von demselbigen Glauben, wovon insonderheit allhier rede, nicht bald so eine ausführliche und klare Nachricht beysammen finden wird.IX.
Weiln also voritzo mein intent ist, wie bey der Tugend ope sensum und præcipue intellectus die Wahrheit zu erkennen, und selbige auff die beste Weise excoliren: So ist vorerst höchstnöthig, die Hinderniß dieser Sache zu entdecken, und was bißhero in denen Schulen die allgemeinesten und grösten Irrthümer, so circa hunc passum begangen werden. Welche darinn bestehen: Weil man verspüret, daß Theologi, Juristen, Medici und Politici, besonders sich in der Welt in grosse Renommée setzen, und also am besten fort kommen, wann sie wohl reden können, ob sie gleich taliter qualiter Sprachen, und gute und reale Wissenschaften besitzen, und also in der That ihr Thun, ob es gleich unwissende blendet, vor andern, denen die Augen der Wahrheit recht auffgethan sind. nicht anders ist, als ein bloß leeres Geschwätz, oder Hüllen ohne Kern: So hat man sich dennoch in den Schulen am meisten beflissen, die Jugen nicht zur rechten Rede-Kunst, welches hoch zu heben wäre, besondersbey Leuten die vor andern eine sonderbahre inclination hierzu haben, sondern vielmerh zur Schwätz-Kunst angehalten, dadurch sie nur viel von allen Sachen, ob sie selbige gleich nicht vollkommen verstehen, reden können, und alle andere real gute Sachen sind nur zu diesen Zweck abgeleitet worden. Denn, hat man nützliche Sprachen wohl ecoliret, zum Exempel, die Lateinische, so hat man ihnen in derselbigen nicht eine puram latinitatembeygebracht, sondern vielmehr allen ohne Unterscheid eine Stylum Oratorium: hat man sie nütuzliche Wissenschaften lernen lassen, so hat man keinen andern Zweck damit gehabt, als daß sie durch dieselbige oder von denselbigen ein grosses und weitläufiges Geschwätz (So doch meistens ohne alles judicium) data occasione führen könnten. Sind Wissenschaften, welche gantz nichts zur Schwätz-Kunst dienen, ob sie gleich von unglaublichem Nutzen, so hat man solche gäntzlich ausgebannet, oder doch, weñ der Nutzen davon allzugroß ist, etwas davon, und nur superficialiter lassen treiben. Was hernach vor Schaden hieraus entstehet, wenn solche Leute in Aempter kommen, da dem gemeinen Wesen wohl vorzustehen, ist nicht genung zu exprimiren, wird auch unmöglich wohl von andern affequiret werden, als der solches recht erkandt, und durch lebendige Erfahrung in vielen Exempeln wohl gesehen hart. Wer dieses alles ohne ein præocupirt Bemüthe ansiehet , wird sich nicht wundern, daß fast die gantze Philosophia bey dergleichen Leuten zu einer Verbali Philosophia worden, und wenn es hoch kommt, zu einer Philosophia Historica wird, da man viel weiß von anderer Leuten unterschiedenen Optionibus, die sie gehäget, wenig aber, welchen zu folgen oder nicht. Aber von der real Philosophia, dadurch die Wahrheit durch sich selbst entdecket wird, ist wenig oder nichts vorhanden. Dieweil aber hiervon meine Gedancken in der Præfation der Medicinæ Mentis weitläuffiger erwehnet, so will mich dahin voritzo bezogen haben.
§. IX.
Weiln also voritzo mein intent ist, wie bey der Tugend ope sensum und præcipue intellectus die Wahrheit zu erkennen, und selbige auff die beste Weise excoliren: So ist vorerst höchstnöthig, die Hinderniß dieser Sache zu entdecken, und was bißhero in denen Schulen die allgemeinesten und grösten Irrthümer, so circa hunc passum begangen werden. Welche darinn bestehen: Weil man verspüret, daß Theologi, Juristen, Medici und Politici, besonders sich in der Welt in grosse Renommée setzen, und also am besten fort kommen, wann sie wohl reden können, ob sie gleich taliter qualiter Sprachen, und gute und reale Wissenschaften besitzen, und also in der That ihr Thun, ob es gleich unwissende blendet, vor andern, denen die Augen der Wahrheit recht auffgethan sind. nicht anders ist, als ein bloß leeres Geschwätz, oder Hüllen ohne Kern: So hat man sich dennoch in den Schulen am meisten beflissen, die Jugen nicht zur rechten Rede-Kunst, welches hoch zu heben wäre, besondersbey Leuten die vor andern eine sonderbahre inclination hierzu haben, sondern vielmerh zur Schwätz-Kunst angehalten, dadurch sie nur viel von allen Sachen, ob sie selbige gleich nicht vollkommen verstehen, reden können, und alle andere real gute Sachen sind nur zu diesen Zweck abgeleitet worden. Denn, hat man nützliche Sprachen wohl ecoliret, zum Exempel, die Lateinische, so hat man ihnen in derselbigen nicht eine puram latinitatembeygebracht, sondern vielmehr allen ohne Unterscheid eine Stylum Oratorium: hat man sie nütuzliche Wissenschaften lernen lassen, so hat man keinen andern Zweck damit gehabt, als daß sie durch dieselbige oder von denselbigen ein grosses und weitläufiges Geschwätz (So doch meistens ohne alles judicium) data occasione führen könnten. Sind Wissenschaften, welche gantz nichts zur Schwätz-Kunst dienen, ob sie gleich von unglaublichem Nutzen, so hat man solche gäntzlich ausgebannet, oder doch, weñ der Nutzen davon allzugroß ist, etwas davon, und nur superficialiter lassen treiben. Was hernach vor Schaden hieraus entstehet, wenn solche Leute in Aempter kommen, da dem gemeinen Wesen wohl vorzustehen, ist nicht genung zu exprimiren, wird auch unmöglich wohl von andern affequiret werden, als der solches recht erkandt, und durch lebendige Erfahrung in vielen Exempeln wohl gesehen hart. Wer dieses alles ohne ein præocupirt Bemüthe ansiehet , wird sich nicht wundern, daß fast die gantze Philosophia bey dergleichen Leuten zu einer Verbali Philosophia worden, und wenn es hoch kommt, zu einer Philosophia Historica wird, da man viel weiß von anderer Leuten unterschiedenen Optionibus, die sie gehäget, wenig aber, welchen zu folgen oder nicht. Aber von der real Philosophia, dadurch die Wahrheit durch sich selbst entdecket wird, ist wenig oder nichts vorhanden. Dieweil aber hiervon meine Gedancken in der Præfation der Medicinæ Mentis weitläuffiger erwehnet, so will mich dahin voritzo bezogen haben.X.
Wie nun lso vielmehr an statt der eitelen Schätz-Kunst, die viele Worte ohne einige realia, daß ist gründliche rationes, von dem, was sie meldet, vorbringt, der Tugend vornehmlich solte beygebracht werden die Erkänntniß der Warheit, daß ist, wie solche recht zu erkennen, durch sich selbst zu erfinden, und hernach andern bekandt zu machen, wie hieraus hernach die wahre Tugend geleitet wird, daß ist, wie alle unsere Actiones aus richtiger Erkänntniß sliessen müssen, und also die unschätzbare Tranquillität des Gemüths endlich erhalten wird; Damit sie also hernach, wenn sie die rechten Güter würklich genossen, und derer Werth bey sich empfunden, alle andere Begierden gegen Schein-Güter (so paragrapho 3 specificiret) viel leichter zu subjugiren wüßte. Dieses alles ist hier mein intent nicht weitläufftiger auszuführen, weil hiervon an andern Orten in etwas, ob schon nicht in der Vollkommenheit, als es sein solte (weil solches auf andere Zeit und commodität reservirt muß bleiben) gehandelt. Nur will voritzo entdecken, was sonderlich die beste Mittel sind, hierzu auffs leichteste zu gelangen, und welches die Wissenschafften, so hierzu den Weg bahenn können. Welches umbständlicher mir vorgenommen zu remonstriren, weil man insgeheim hierbey sehr schädliche Gedancken häget.
§. X.
Wie nun lso vielmehr an statt der eitelen Schätz-Kunst, die viele Worte ohne einige realia, daß ist gründliche rationes, von dem, was sie meldet, vorbringt, der Tugend vornehmlich solte beygebracht werden die Erkänntniß der Warheit, daß ist, wie solche recht zu erkennen, durch sich selbst zu erfinden, und hernach andern bekandt zu machen, wie hieraus hernach die wahre Tugend geleitet wird, daß ist, wie alle unsere Actiones aus richtiger Erkänntniß sliessen müssen, und also die unschätzbare Tranquillität des Gemüths endlich erhalten wird; Damit sie also hernach, wenn sie die rechten Güter würklich genossen, und derer Werth bey sich empfunden, alle andere Begierden gegen Schein-Güter (so paragrapho 3 specificiret) viel leichter zu subjugiren wüßte. Dieses alles ist hier mein intent nicht weitläufftiger auszuführen, weil hiervon an andern Orten in etwas, ob schon nicht in der Vollkommenheit, als es sein solte (weil solches auf andere Zeit und commodität reservirt muß bleiben) gehandelt. Nur will voritzo entdecken, was sonderlich die beste Mittel sind, hierzu auffs leichteste zu gelangen, und welches die Wissenschafften, so hierzu den Weg bahenn können. Welches umbständlicher mir vorgenommen zu remonstriren, weil man insgeheim hierbey sehr schädliche Gedancken häget.XI.
Wan nun also amlanget die Erkänntniß der Wahrheit per vias sensus & intellectus, so ist bevoraus zu mercken, daß wer was rechtschaffendes hierin gedenckt zu thun, drey Sachen hierzu erfordert werden. Das erste ist, daß man in sich eine beständige Liebe zur Warheit erwecke. Zum 2. einen richtigen Weg, dieselbe gewiß zu erkennen, und andern vorzutragē, erhalte. Endlich 3tens eine Wissenschaft besonders treibe, dadurch alle præjudica wohl abzulegen. Hierzu sind drey Sachen besonders förderlich: Erstlich, daß man die Tugend so führe und leite durch sensuale experienzien, die sie in Verwunderung bringē, aber zu gleich von solchem Nutzen, daß sie die fundamenta der realen Wissenschafften in sich includiren, damit ihre grösseste pasion werde, der Bekänntniß der Warheit sincere obzuliegen.. Vors 2. das studium Mathematicum ihnen bald bey erster Jugend bey zu bringen. Denn hierdurch werden sie in kurzer Zeit viel richtiger die Warheit lernen erkennen, als wenn sie, ich weiß nicht woe voeö Logicken durchgiengen. Das Studium physicum, wie es von den Neotericis tractiret wird, da man alles durch verständliche conceptus erkläret. Denn hierdurch werden die Irrthümer, die uns allen anhangen, und fast durch keine rationinia zu redressiren, gäntzlich gehoben.
§. XI.
Wan nun also amlanget die Erkänntniß der Wahrheit per vias sensus & intellectus, so ist bevoraus zu mercken, daß wer was rechtschaffendes hierin gedenckt zu thun, drey Sachen hierzu erfordert werden. Das erste ist, daß man in sich eine beständige Liebe zur Warheit erwecke. Zum 2. einen richtigen Weg, dieselbe gewiß zu erkennen, und andern vorzutragē, erhalte. Endlich 3tens eine Wissenschaft besonders treibe, dadurch alle præjudica wohl abzulegen. Hierzu sind drey Sachen besonders förderlich: Erstlich, daß man die Tugend so führe und leite durch sensuale experienzien, die sie in Verwunderung bringē, aber zu gleich von solchem Nutzen, daß sie die fundamenta der realen Wissenschafften in sich includiren, damit ihre grösseste pasion werde, der Bekänntniß der Warheit sincere obzuliegen.. Vors 2. das studium Mathematicum ihnen bald bey erster Jugend bey zu bringen. Denn hierdurch werden sie in kurzer Zeit viel richtiger die Warheit lernen erkennen, als wenn sie, ich weiß nicht woe voeö Logicken durchgiengen. Das Studium physicum, wie es von den Neotericis tractiret wird, da man alles durch verständliche conceptus erkläret. Denn hierdurch werden die Irrthümer, die uns allen anhangen, und fast durch keine rationinia zu redressiren, gäntzlich gehoben.XII.
Was nun das erste betrifft, wie nehmlich bey der Tugend eine beständige Liebe zur Warheit erwecket werden muß, so ist zu mercken, daß an einem andern Orte gedacht, daß habile Leute aus ihnen zu machen, nöthig sey, ihnen 3 notiones bey zu bringen: Die notiones nehmlich conveientiæ & inconvenientiæ, oder des decori; Zum andern, die notiones Veri und falsi, seu sapientiæ; und dann dirttens, die notiones boni & mali, seu virtutis. Ich bin auch noch der Meinung, und will mich hierauff bezogen haben, was con der pag. 238. Medic. Ment. an weitläuffig gedacht, Weil aber die notiones Veri allen andern notionen gemein sind, und so zu sagen, wie selbige transcendiren (denn was anst#ndig , oder nicht: Was gut oder böse ist, muß ich wissen, ob es in der Warheit gut oder böse sey) so muß besonders die Liebe zur Warheit die erste und vornehmlichste notion seyn, die ihnen wohl imprimiret werde. Nun geschichts, das wohl vornehmlich, wenn man sie von der ersten Tugend an, keine falsche rationes hören läßt, und wenn sie selbst etwas unwarhafftes vorbringen, ernstlich hierumb bestraffet. Aber hierzu müssen sensuale experienzien kommen, die eine Verwunderung exitiren, und also die natürliche Begierde so bey allen Menschen ist zu der Warheit, (obgleich selbige bey vielen wie eingeschlaffen zu seyn scheinet) exitiren), und zu gleich von solchen Nutzen sind, daß sie die Fundamenta aller nützlichen Wissenschafften, welche meistens von pag. 132. bis 151. in der Medicana Mentis vortrage, includiren. Weil aber dergleichen bey dem studio Mathematico und Physico zu acquiriren solches specialiter anweisen werde, so will solches dahin verfahren. Voritzo nur diesem Einwurff begegnen, daß, vielleicht nicht alle Leute eine rechte inclination zur Warheit haben, und daß solches also (will es nicht universal) nicht eben von großen Nutzen, der Jugend solche passion beyzubringen; Denen selbigen will nur diß vor gewiß vermeiden, das ingenia von allerhand Art versucht, indem ingenia gesehen, die tardissima gewesen; andere, die keine inclination zum studiren gewiesen; Ja es haben Rectores und Informatores selbst zu erkennen gegeben, daß sie nichts aus ihnen wüßten zu machen. Nachdem ich meiner Methode gefolget, und wenige Zeit ihnen an die Hand (wie itzo gedacht und ferner intimiren werde) gestanden, sie hernach so eine grosse Begierde gezeiget, daß sie frühe auffgestanden, und nicht können vom studiren gebracht werden. Scheinet also, daß wie ein ieder Mensch, der guten appetit hat, wohl sich zum ersten hält, wenn ihm rechte Speisen vorgesetzt werden; auch die Jugend bey denen allen die Begierde von Natur zu wissen eingepflantzet, wohl sich dazu von sich selbst halten würde, wenn man nur wüßte die rechte Speisen wüßte vorzusetzen. Nun hat hat man zwar insgemein gar wohl bemercket, daß bey der Jugend nicht viel grosses auszurichten, wofern man nicht einen eigenen Trieb bey ihnen excitirte, und so zu sagen wie eine passionem dominantem, dadurch alle andere schädliche passiones, als von einer stärckeren, müssen unterdrucket werden. Das man aber vermeinet, solchen eigenen Trieb bei der Jugend zu erwecken, sey keine Passion nützlicher als die Ehrfurcht, oder Begierde nach grosen Ruhm in der Welt, und nicht vielmehr die große Liebe zur Warheit, wie ich allhier statuire; hat man gewiß in alle Wege sehr gefehlet, massen diß eine höchst schädliche passion vor junge Gemüther ist, indem, hieraus nicht allein hernach zancksüchtige Leute entstehen. die sich wenig selbst von der rechten Wahrheit leiten lassen, und andern die was rechtes in Außbreitung der Wahrheit zu præstiren suchen, amallermeisten hinderlich seyn, und also an alle, grossen Tumult und Unruhe in der Welt die meiste Ursache sind: Da hergegen wann bey der Jugend, so bald es sich thun lasset, eine beständige Liege zur Warheit erwecket wird, selbige hernach reisonablen Leuten viel geschwinder Gehör zu allen Guten geben, hiedurch aber ein solcher starcker innerlicher Trieb zum studiren excitiret wird, als keine äusserliche persuasion, Antreibung, oder auch Straffen auszurichten vermögend sind, alle andere schädliche passiones aber (indem das Gemüth stets und mit andern Sachen viel occupar ist) nach und nach nieder gedrückt werden.
§. XII.
Was nun das erste betrifft, wie nemlich bei der Tugend eine beständige Liebe zur Wahrheit erweckt werden muß, so ist zu merken, daß an einem andern Orte gedacht, daß habile Leute aus ihnen zu machen, nöthig sei, ihnen 3 notiones bey zu bringen: Die notiones nemlich conveientiæ & inconvenientiæ, oder des decori; Zum andern, die notiones Veri und falsi, seu sapientiæ; und dann dirttens, die notiones boni & mali, seu virtutis. Ich bin auch noch der Meinung, und will mich hierauff bezogen haben, was von der pag. 238. Medic. Ment. an weitläuffig gedacht, Weil aber die notiones Veri allen andern notionen gemein sind, und so zu sagen, wie selbige transcendiren (denn was anständig , oder nicht: Was gut oder böse ist, muß ich wissen, ob es in der Wahrheit gut oder böse sei) so muß besonders die Liebe zur Wahrheit die erste und vornemlichste notion seyn, die ihnen wohl imprimiret werde. Nun geschichts, das wohl vornemlich, wenn man sie von der ersten Tugend an, keine falsche rationes hören läßt, und wenn sie selbst etwas unwarhafftes vorbringen, ernstlich hierum bestraft. Aber hierzu müssen sensuale experienzien kommen, die eine Verwunderung exitiren, und also die natürliche Begierde so bei allen Menschen ist zu der Wahrheit, (obgleich selbige bei vielen wie eingeschlafen zu sein scheint) exitiren), und zu gleich von solchen Nutzen sind, daß sie die Fundamenta aller nützlichen Wissenschafften, welche meistens von pag. 132. bis 151. in der Medicana Mentis vortrage, includiren. Weil aber dergleichen bei dem studio Mathematico und Physico zu acquiriren solches specialiter anweisen werde, so will solches dahin verfahren. Voritzo nur diesem Einwurf begegnen, daß, vielleicht nicht alle Leute eine rechte inclination zur Wahrheit haben, und daß solches also (will es nicht universal) nicht eben von großen Nutzen, der Jugend solche passion beizubringen; Denen selbigen will nur dis vor gewiß vermeiden, das ingenia von allerhand Art versucht, indem ingenia gesehen, die tardissima gewesen; andere, die keine inclination zum studiren gewiesen; Ja es haben Rectores und Informatores selbst zu erkennen gegeben, daß sie nichts aus ihnen wüßten zu machen. Nachdem ich meiner Methode gefolget, und wenige Zeit ihnen an die Hand (wie itzo gedacht und ferner intimiren werde) gestanden, sie hernach so eine grosse Begierde gezeigt, daß sie frühe aufgestanden, und nicht können vom studiren gebracht werden. Scheint also, daß wie ein jeder Mensch, der guten Appetit hat, wohl sich zum ersten hält, wenn ihm rechte Speisen vorgesetzt werden; auch die Jugend bei denen allen die Begierde von Natur zu wissen eingepflanzt, wohl sich dazu von sich selbst halten würde, wenn man nur wüßte die rechte Speisen wüßte vorzusetzen. Nun hat hat man zwar insgemein gar wohl bemerkt, daß bei der Jugend nicht viel großes auszurichten, wofern man nicht einen eigenen Trieb bei ihnen excitirte, und so zu sagen wie eine passionem dominantem, dadurch alle andere schädliche passiones, als von einer stärckeren, müssen unterdruckt werde. Das man aber vermeint, solchen eigenen Trieb bei der Jugend zu erwecken, sei keine Passion nützlicher als die Ehrfurcht, oder Begierde nach großen Ruhm in der Welt, und nicht vielmehr die große Liebe zur Wahrheit, wie ich allhier statuire; hat man gewiß in alle Wege sehr gefehlt, müssen dii eine höchst schädliche passion vor junge Gemüter ist, indem, hieraus nicht allein hernach zanksüchtige Leute entstehen. die sich wenig selbst von der rechten Wahrheit leiten lassen, und andern die was rechtes in Ausbreitung der Wahrheit zu præstiren suchen, amallermeisten hinderlich sein, und also an alle, grossen Tumult und Unruhe in der Welt die meiste Ursache sind: Da hergegen wann bei der Jugend, so bald es sich tun laßt, eine beständige Liege zur Wahrheit erweckt wird, selbige hernach reisonablen Leuten viel geschwinder Gehör zu allen Guten geben, hierdurch aber ein solcher starker innerlicher Trieb zum studiren excitiret wird, als keine äußerliche persuasion, Antreibung, oder auch Strafen auszurichten vermögend sind, alle andere schädliche passiones aber (indem das Gemüt stets und mit andern Sachen viel occupar ist) nach und nach nieder gedrückt werden.