„ent-“ – Versionsunterschied
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*zeigt die Beziehung von etwas zu etwas an; | |||
**Hinwendung zu einem Gegenüber, den aufhebenden Gegensatz einer Handlung sowie ein Entfernen ausdrückend; | |||
<div id="mwCQ" data-ve-attributes="{"style":"text-align: justify;"}"><p id="mwCg">Die [[gger.]] Vorsilbe </p> | |||
# [[ger.]] *anda-, *and-, <abbr title="germanisch">[[wikt:Reconstruction:Proto-Germanic/andi-|*andi-]], [https://en.wiktionary.org/w/index.php?title=Reconstruction:Proto-Germanic/an%C3%BEi-&action=edit&redlink=1 *anþi-],</abbr> | |||
# [[ahd.]] ant- (8. Jh.), mhd. ant-, | |||
# [[asächs.]] ant ‘bis zu’, | |||
# [[mndt.]] [[mnl.]] [[wikt:ont-#Middle_Dutch|ont-]] | |||
# [[nl.]] ant-, [[wikt:ont-#Dutch|ont-]], | |||
# [[aen.]] [[wikt:and-#Old_English|and-]], [[wikt:ond-#Old_English|ond-]], | |||
# [[eng.]] [[wikt:un-#English|un-]], | |||
# [[anord.]] [[wikt:and-#Old_Norse|and-]], | |||
# [[got.]] anda-, <span lang="got-Latn">[[wikt:and-#Gothic|and-]], </span> | |||
# <span lang="got-Latn">[[dän.]] [[wikt:und-#Danish|und-]] </span> | |||
# [[swed.]] [[wikt:an-#Swedish|an-]], | |||
(selbständige Fürwort sind noch | |||
* [[got.]] and ‘entlang, über … hin, auf … hin’, | |||
* [[asächs.]] ant ‘bis zu’), | |||
* die bei Namen unter dem Hauptton ihren Selbstlaut bewahrt (s. [[Antlitz]], [[Antwort]] und [[anheischig]]), | |||
ergibt unbetont bei [[Esw./Verben]] | |||
* [[ahd.]] [[int-]], [[in-]] (8. Jh.), | |||
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* [[nhdt.]] ent-;<p data-ve-attributes="{"style":"padding-left: 40px;"}">in einigen Fällen </p> | |||
* steht im [[Nhdt.]] vor einem mit [[f-]] anlautenden Grundwort die assimilierte Form [[emp-]] (s. ''[[empfangen]]'', ''[[empfehlen]]'', ''[[empfinden]]'').<p data-ve-attributes="{"style":"padding-left: 40px;"}">Das vorauszusetzende </p> | |||
* [[ger.]] *anda-, *and-, [[wikt:Reconstruction:Proto-Germanic/andi-|*andi-]], *anþi-, | |||
* gehört mit | |||
** [[aind.]] [[ánti]] {{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=ánti/dt.}} | |||
** [[grie.]] [[antí]] {{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=antí/dt.}}, | |||
** [[lat.]] [[ante]] {{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=ante/dt.}} | |||
* und | |||
** [[lit.]] añt ‘auf, zu, gegen’ (älter anta) | |||
* zu [[uig.]] *[[énti]] {{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=énti/dt.}}, *[[ant-]] [[wikt:Reconstruction:Proto-Indo-European/h₂énti|*énti]], *[[ant-]] ‘Vorderseite, Stirn’ | |||
** (ebenfalls verwandt ist [[deu.]] [[end]], [[Ende]]). | |||
<p>Die ursprüngliche Bedeutung </p> | |||
* ‘gegen, entgegen’ | |||
** (vgl. <abbr title="gotisch">[[got.]]</abbr> andstandan ‘entgegenstehen, widerstreiten’) | |||
* ist heute im [[Dt.]] nur noch in wenigen Fällen erkennbar | |||
** (z. B. [[entbieten]], [[entsprechen]]) | |||
** {{Anm. KF}} jedoch ist diese Grundbedeutung mit vererbt, somit auch in anderen Wortbildungen "mitschwingend". | |||
<p>Häufiger sind übertragende Wortbildungen mit ent- </p> | |||
* zur Bezeichnung einer Handlung, die das mit dem einfachen Worte Ausgesagte rückgängig macht | |||
** (z. B. [[entfalten]], [[entladen]], [[entspannen]], [[enttäuschen]]), | |||
** wobei ein Wort auch eine Ableitung von einem Hauptwort sein kann (z. B. [[entadeln]], [[entehren]], [[entwaffnen]], [[entwürdigen]]). | |||
<p>Solchen Vorbildern Wortbildungen, </p> | |||
* die unmittelbar auf ein Hauptwort | |||
** wie [[entlarven]], [[entrinden]], [[entseelen]], [[entvölkern]], | |||
* oder ein Eigenschaftswort | |||
** wie [[entmündigen]], [[entsittlichen]] | |||
* zurückgehen.<p>Schließlich weist ''ent-'' </p> | |||
* bei bei transitiven und intransitiven [[Esw./Verben]] eine Trennung, | |||
** einen vom Ausgangspunkt wegführenden Vorgang hin | |||
*** z. B. [[entfernen]], [[entnehmen]], [[entreißen]], [[entfliehen]], [[entgehen]], [[entweichen]], | |||
** gelegentlich im Sinne eines Hervortretens, Sichtbarwerdens, | |||
*** z. B. [[entsprießen]], [[entspringen]]. | |||
Wahrscheinlich | |||
* anderer Herkunft als in den bisher genannten Bildungen | |||
* und mit deren [[Esw./Präfix]] erst durch formalen Ausgleich zusammengefallen | |||
** ist <abbr>[[nhdt.]]</abbr> ''ent-'' in Verben, | |||
*** die das Eintreten in einen Zustand angeben | |||
**** (Inchoativa oder Ingressiva, | |||
**** z. B. ''[[entbrennen]]'', ''[[entflammen]]'', ''[[entzünden]]''); | |||
* hier kann | |||
** <abbr>[[ahd.]]</abbr> ''[[in-]]'', | |||
** <abbr>[[mhdt.]]</abbr> ''in-'', ''en-'' ‘in, ein’ | |||
** als Vorstufe angenommen werden | |||
*** (vgl. den [[Lautwandel]] der [[Esw./Präpostion]] <abbr>[[ahd.]]</abbr> <abbr>[[mhdt.]]</abbr> ''[[in]]'' bei ''[[entgegen]]'', ''[[entzwei]]'', ''[[entlang]]''). | |||
Auf Sonderentwicklungen beruht ''ent-'' ''in'' ''[[entbehren]]'' (s. d.) und in ''[[entweder]]'' (s. d.). | |||
*drückt in Wortbildungen mit Tw. den Gegensatz zu diesen Tw. aus | *drückt in Wortbildungen mit Tw. den Gegensatz zu diesen Tw. aus | ||
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Aktuelle Version vom 2. April 2026, 17:18 Uhr
en + t |
Esw./Vorsilbe ‘entlang, über … hin, auf … hin’;
- zeigt die Beziehung von etwas zu etwas an;
- Hinwendung zu einem Gegenüber, den aufhebenden Gegensatz einer Handlung sowie ein Entfernen ausdrückend;
Die gger. Vorsilbe
- ger. *anda-, *and-, *andi-, *anþi-,
- ahd. ant- (8. Jh.), mhd. ant-,
- asächs. ant ‘bis zu’,
- mndt. mnl. ont-
- nl. ant-, ont-,
- aen. and-, ond-,
- eng. un-,
- anord. and-,
- got. anda-, and-,
- dän. und-
- swed. an-,
(selbständige Fürwort sind noch
- got. and ‘entlang, über … hin, auf … hin’,
- asächs. ant ‘bis zu’),
- die bei Namen unter dem Hauptton ihren Selbstlaut bewahrt (s. Antlitz, Antwort und anheischig),
ergibt unbetont bei Esw./Verben
- steht im Nhdt. vor einem mit f- anlautenden Grundwort die assimilierte Form emp- (s. empfangen, empfehlen, empfinden).
Das vorauszusetzende
- ger. *anda-, *and-, *andi-, *anþi-,
- gehört mit
- und
- lit. añt ‘auf, zu, gegen’ (älter anta)
- zu uig. *énti , *ant- *énti, *ant- ‘Vorderseite, Stirn’
Die ursprüngliche Bedeutung
- ‘gegen, entgegen’
- (vgl. got. andstandan ‘entgegenstehen, widerstreiten’)
- ist heute im Dt. nur noch in wenigen Fällen erkennbar
- (z. B. entbieten, entsprechen)
- Anm. KF: jedoch ist diese Grundbedeutung mit vererbt, somit auch in anderen Wortbildungen "mitschwingend".
Häufiger sind übertragende Wortbildungen mit ent-
- zur Bezeichnung einer Handlung, die das mit dem einfachen Worte Ausgesagte rückgängig macht
- (z. B. entfalten, entladen, entspannen, enttäuschen),
- wobei ein Wort auch eine Ableitung von einem Hauptwort sein kann (z. B. entadeln, entehren, entwaffnen, entwürdigen).
Solchen Vorbildern Wortbildungen,
- die unmittelbar auf ein Hauptwort
- wie entlarven, entrinden, entseelen, entvölkern,
- oder ein Eigenschaftswort
- wie entmündigen, entsittlichen
- zurückgehen.
Schließlich weist ent-
- bei bei transitiven und intransitiven Esw./Verben eine Trennung,
- einen vom Ausgangspunkt wegführenden Vorgang hin
- z. B. entfernen, entnehmen, entreißen, entfliehen, entgehen, entweichen,
- gelegentlich im Sinne eines Hervortretens, Sichtbarwerdens,
- z. B. entsprießen, entspringen.
- einen vom Ausgangspunkt wegführenden Vorgang hin
Wahrscheinlich
- anderer Herkunft als in den bisher genannten Bildungen
- und mit deren Esw./Präfix erst durch formalen Ausgleich zusammengefallen
- ist nhdt. ent- in Verben,
- die das Eintreten in einen Zustand angeben
- (Inchoativa oder Ingressiva,
- z. B. entbrennen, entflammen, entzünden);
- die das Eintreten in einen Zustand angeben
- ist nhdt. ent- in Verben,
- hier kann
Auf Sonderentwicklungen beruht ent- in entbehren (s. d.) und in entweder (s. d.).
- drückt in Wortbildungen mit Tw. den Gegensatz zu diesen Tw. aus
- drückt den Gegensatz zu Tw. mit dem Vorsilbe be- aus
- drückt den Gegensatz zu Tw. mit dem Vorsilbe ver- aus