ent-
Erscheinungsbild
en + t |
Esw./Vorsilbe ‘entlang, über … hin, auf … hin’;
- zeigt die Beziehung von etwas zu etwas an;
- Hinwendung zu einem Gegenüber, den aufhebenden Gegensatz einer Handlung sowie ein Entfernen ausdrückend;
Die gger. Vorsilbe
- ger. *anda-, *and-, *andi-, *anþi-,
- ahd. ant- (8. Jh.), mhd. ant-,
- asächs. ant ‘bis zu’,
- mndt. mnl. ont-
- nl. ant-, ont-,
- aen. and-, ond-,
- eng. un-,
- anord. and-,
- got. anda-, and-,
- dän. und-
- swed. an-,
(selbständige Fürwort sind noch
- got. and ‘entlang, über … hin, auf … hin’,
- asächs. ant ‘bis zu’),
- die bei Namen unter dem Hauptton ihren Selbstlaut bewahrt (s. Antlitz, Antwort und anheischig),
ergibt unbetont bei Esw./Verben
- steht im Nhdt. vor einem mit f- anlautenden Grundwort die assimilierte Form emp- (s. empfangen, empfehlen, empfinden).
Das vorauszusetzende
- ger. *anda-, *and-, *andi-, *anþi-,
- gehört mit
- und
- lit. añt ‘auf, zu, gegen’ (älter anta)
- zu uig. *énti , *ant- *énti, *ant- ‘Vorderseite, Stirn’
Die ursprüngliche Bedeutung
- ‘gegen, entgegen’
- (vgl. got. andstandan ‘entgegenstehen, widerstreiten’)
- ist heute im Dt. nur noch in wenigen Fällen erkennbar
- (z. B. entbieten, entsprechen)
- Anm. KF: jedoch ist diese Grundbedeutung mit vererbt, somit auch in anderen Wortbildungen "mitschwingend".
Häufiger sind übertragende Wortbildungen mit ent-
- zur Bezeichnung einer Handlung, die das mit dem einfachen Worte Ausgesagte rückgängig macht
- (z. B. entfalten, entladen, entspannen, enttäuschen),
- wobei ein Wort auch eine Ableitung von einem Hauptwort sein kann (z. B. entadeln, entehren, entwaffnen, entwürdigen).
Solchen Vorbildern Wortbildungen,
- die unmittelbar auf ein Hauptwort
- wie entlarven, entrinden, entseelen, entvölkern,
- oder ein Eigenschaftswort
- wie entmündigen, entsittlichen
- zurückgehen.
Schließlich weist ent-
- bei bei transitiven und intransitiven Esw./Verben eine Trennung,
- einen vom Ausgangspunkt wegführenden Vorgang hin
- z. B. entfernen, entnehmen, entreißen, entfliehen, entgehen, entweichen,
- gelegentlich im Sinne eines Hervortretens, Sichtbarwerdens,
- z. B. entsprießen, entspringen.
- einen vom Ausgangspunkt wegführenden Vorgang hin
Wahrscheinlich
- anderer Herkunft als in den bisher genannten Bildungen
- und mit deren Esw./Präfix erst durch formalen Ausgleich zusammengefallen
- ist nhdt. ent- in Verben,
- die das Eintreten in einen Zustand angeben
- (Inchoativa oder Ingressiva,
- z. B. entbrennen, entflammen, entzünden);
- die das Eintreten in einen Zustand angeben
- ist nhdt. ent- in Verben,
- hier kann
Auf Sonderentwicklungen beruht ent- in entbehren (s. d.) und in entweder (s. d.).
- drückt in Wortbildungen mit Tw. den Gegensatz zu diesen Tw. aus
- drückt den Gegensatz zu Tw. mit dem Vorsilbe be- aus
- drückt den Gegensatz zu Tw. mit dem Vorsilbe ver- aus