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„Altgriechisch“ – Versionsunterschied

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Eigenbezeichnung: ἡ ἑλληνικὴ (γλῶσσα [attisch: γλῶττα]), hē hellēnikḗ (glṓssa [attisch: glṓtta]), „die griechische Sprache“) ist die antike Sprachstufeder griechischen Sprache, einer indogermanischen Sprache im östlichen Mittelmeerraum, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt, möglicherweise über eine balkanindogermanische Zwischenstufe. (siehe Wikipedia Altgriechische Sprache)
{{Lückenhaft|Wortschatz (indogermanischer Erbwortschatz, »[[Pelasgisch]]«/»Vorgriechisch«, Lehnwörter etc.)}}
{{Infobox Sprache
|Sprache = Altgriechisch
|Länder = zunächst südliche [[Balkanhalbinsel]], dann östlicher Mittelmeerraum und [[Griechische Kolonisation|griechische Kolonien]]
|Zeitraum = etwa 800 bis 300 v. Chr. (literarisch bis 600 n. Chr.)
|Klassifikation = [[indogermanische Sprachen]], vielleicht [[Balkanindogermanisch]] (mit Armenisch und Albanisch)
|KSprache = Altgriechisch
|ISO1 = –
|ISO2 = ''grc'' (historische griechische Sprache bis 1453)
|ISO3 = ''grc'' (historische griechische Sprache bis 1453)
}}


'''Altgriechisch''' (altgriechische Eigenbezeichnung: {{lang|grc|ἡ ἑλληνική [γλῶσσα]|hē hellēnikḗ [glṓssa]}}{{FN|(Anm.)}} „die griechische Sprache“; [[Neugriechische Sprache|neugriechisch]] {{lang|el|αρχαία ελληνική [γλώσσα]|archéa ellinikí [glóssa]}}) ist die antike [[Sprachstufe]] der [[Griechische Sprache|griechischen Sprache]], einer [[Indogermanische Sprachen|indogermanischen Sprache]] im östlichen [[Mittelmeerraum]], die einen eigenen Zweig dieser [[Sprachfamilie]] darstellt, möglicherweise über eine [[balkanindogermanisch]]e Zwischenstufe.


Die '''Komposition''' (zu lateinisch ''compositio'' ‚Zusammensetzung‘) oder '''Wortzusammensetzung''' ist in der [[Grammatik]] ein Verfahren zur Bildung eines neuen [[Wort]]es durch die Verbindung bereits vorhandener Wörter, oder eigentlich [[Wortstamm|Wortstämme]]. Das '''zusammengesetzte Wort''' als Ergebnis dieses Verfahrens wird meist '''Kompositum''' genannt ([[Plural]]: ''Komposita''), sonst auch '''Doppelwort''' oder ebenfalls '''(Wort-)Zusammensetzung'''.
Unter dem Begriff Altgriechisch werden Sprachformen und [[Dialekt]]e zusammengefasst, die zwischen der Einführung der [[Griechisches Alphabet|griechischen Schrift]] (etwa 800&nbsp;v.&nbsp;Chr.) und dem Beginn der [[Hellenismus|hellenistischen]] Ära (etwa 300&nbsp;v.&nbsp;Chr.)<ref>[[Norbert Fries]], Jessica Ammer: ''Altgriechisch.'' In: [[Helmut Glück]], [[Michael Rödel]] (Hrsg.): ''Metzler Lexikon Sprache.'' 6. Auflage. Metzler, Stuttgart 2024, S. 31.</ref> und zumindest in der Literatur noch sehr viel länger, nämlich bis zum [[Ende der Antike]] (um 600&nbsp;n.&nbsp;Chr.), verwendet wurden. Als Norm für das klassische Altgriechisch gilt der literarische [[Attisches Griechisch|attische Dialekt]] des 5.&nbsp;und 4.&nbsp;Jahrhunderts vor Christus, die Sprache von [[Sophokles]], [[Platon]] und [[Demosthenes]]. Die Sprachstufe vor dem Altgriechischen war das [[Mykenisches Griechisch|mykenische Griechisch]], das zwischen 1600 und 1100 v.&nbsp;Chr. belegt ist, die Sprachstufe nach dem Altgriechischen, zwischen etwa 600 und 1453 ([[Eroberung von Konstantinopel (1453)|Eroberung Konstantinopels]] durch die [[Osmanisches Reich|Osmanen]]), wird gemeinhin als [[Mittelgriechische Sprache|Mittelgriechisch]] oder byzantinisches Griechisch bezeichnet; das darauf folgende [[Neugriechische Sprache|Neugriechische]], die Amtssprache des modernen Griechenland und der [[Republik Zypern]], hat sich nachvollziehbar kontinuierlich aus dem Alt- beziehungsweise Mittelgriechischen entwickelt.


Ein Kompositum, das als Ganzes ein [[Nomen]] (im Sinne von [[Substantiv]]) ergibt, wird ''zusammengesetztes Nomen'' oder ''[[Nominalkompositum]]'' genannt, in der Schulgrammatik ''zusammengesetztes Hauptwort.'' Dies ist im Deutschen der häufigste Typ; allerdings ist das Verfahren der Komposition als solches nicht auf eine bestimmte Wortart eingeschränkt.
Die altgriechische Sprache hat einerseits durch die Vermittlung durch das [[Latein]]ische, die wesentlichste [[Bildungssprache]] im westlichen Europa bis ins 19.&nbsp;Jahrhundert, andererseits durch die exemplarische erhaltene Literatur vor allem in den Bereichen Philosophie, Naturwissenschaft, Geschichtsschreibung, Dichtung, Musik und Theater eine herausragende Bedeutung für das gesamte [[Abendland]]. Hinzu kommt ihre Bedeutung als Sprache des [[Neues Testament|Neuen Testaments]] für Religion und Theologie des [[Christentum]]s. Auch hat sie durch diesen Einfluss die anderen europäischen Sprachen geprägt: Eine Vielzahl von [[Lehnübersetzung]]en, [[Lehnwort|Lehn-]] und [[Fremdwort|Fremdwörtern]] hat in europäische Sprachen Eingang gefunden und wird in diversen [[Fachsprache]]n verwendet.


Die Komposition ist neben der [[Derivation (Linguistik)|Derivation]] (Ableitung) die wichtigste Art der [[Wortbildung]]. Sie ist neben der [[Entlehnung]] – die allerdings nicht als Wortbildungsart gilt – das wichtigste Mittel, um bei Bedarf den bestehenden [[Wortschatz]] zu erweitern. Die Bildung von Komposita führt zu Informationsverdichtung, da eine Bedeutung, die sonst eine [[Syntax|syntaktische]] Konstruktion ([[Syntagma]]) aus mehreren Wörtern erfordern würde, in einem einzigen Wort ausgedrückt werden kann. Die genaue Interpretation eines Kompositums aus seinen Bestandteilen hat prinzipiell großen Spielraum, so dass Komposita oft mehrdeutig sind. Häufig erwerben sie dann im Sprachgebrauch auch verengte Spezialbedeutungen oder die Bedeutung verschiebt sich insgesamt auf einen anderen Bereich, z.&nbsp;B. bei dem Wort „Kindergarten“ (dies sind Fälle der [[Lexikalisierung]]).
Der Sprachcode nach [[ISO 639]] für Alt- und Mittelgriechisch (bis 1453) ist ''grc''.<ref>[[Library of Congress]]: [https://www.loc.gov/standards/iso639-2/php/code_list.php ''ISO 639-2'' Language Code List]; [[SIL International]]: [https://iso639-3.sil.org/code/grc ''639 Identifier Documentation: grc'']; [[Ethnologue]]: [https://www.ethnologue.com/language/grc ''Ancient Greek'']</ref>


Verschiedene Sprachen unterscheiden sich darin, wie die Struktur von Komposita aussieht und in welchem Ausmaß sie Komposition überhaupt benutzen. Deutsch und [[Sanskrit]] sind Beispiele für sehr kompositionsfreudige Sprachen. Alternativen zur Komposition mit gleichwertiger Bedeutung können feste syntaktische Verbindungen sein (wie oft im Französischen, etwa ''pomme de terre'' „Erdapfel“ = Kartoffel) oder Adjektivkonstruktionen (typisch für die slawischen Sprachen).
{{FNBox|
  {{FNZ|(Anm.)|[[Attisches Griechisch|attisch]]: {{lang|grc|γλῶττα|glṓtta}} statt {{lang|grc|γλῶσσα|glṓssa}}}}}}


== Begriff ==
== Textprobe ==
{| class="wikitable"
|(1) ''Originaltext:''
|{{lang|grc|πεπεισμένος}}
|{{lang|grc|δὲ}}
|{{lang|grc|πειρῶμαι}}
|{{lang|grc|καὶ}}
|{{lang|grc|τοὺς}}
|{{lang|grc|ἄλλους}}
|{{lang|grc|πείθειν}}
|{{lang|grc|ὅτι}}
|{{lang|grc|τούτου}}
|{{lang|grc|τοῦ}}
|{{lang|grc|κτήματος}}
|-
|(2) ''Transkription:''
|{{lang|grc-Latn|pepeisménos}}
|{{lang|grc-Latn|dè}}
|{{lang|grc-Latn|peirōmai}}
|{{lang|grc-Latn|kaì}}
|{{lang|grc-Latn|toùs}}
|{{lang|grc-Latn|állous}}
|{{lang|grc-Latn|peíthein}}
|{{lang|grc-Latn|hóti}}
|{{lang|grc-Latn|toútou}}
|{{lang|grc-Latn|toū}}
|{{lang|grc-Latn|ktḗmatos}}
|-
|(3) ''[[Internationales Phonetisches Alphabet|IPA]]:''
|{{IPA-Text|pepeːzménos}}
|{{IPA-Text|dè}}
|{{IPA-Text|peːrɔ̂ːmai̯}}
|{{IPA-Text|kaì̯}}
|{{IPA-Text|tùːs}}
|{{IPA-Text|álːuːs}}
|{{IPA-Text|péːtʰeːn}}
|{{IPA-Text|hóti}}
|{{IPA-Text|túːtuː}}
|{{IPA-Text|tûː}}
|{{IPA-Text|ktɛː́matos}}
|-
|(4) ''Interlinear:''
|überzeugt
|also
|versuche-ich
|auch
|die
|anderen
|zu-überzeugen
|dass
|dieses
|des
|Besitzes
|}


=== Die Begriffe „Grundwort“ und „Bestimmungswort“ ===
{| class="wikitable"
In manchen Darstellungen wird für eine Komposition verlangt, dass die miteinander verbundenen Elemente [[Wort|Wörter]] sein sollen, also sonst selbständig vorkommen können.<ref>So z.&nbsp;B. [[Duden]]: ''Rechtschreibung und Grammatik – leicht gemacht.'' 2007, S. 126.</ref> Beispiele:
|(1)
* ''der Fußball'' (Substantiv) + ''das Stadion'' (Substantiv) ''→ das Fußballstadion'' (Substantiv).
|{{lang|grc|τῇ}}
* ''die Abfahrt'' (Substantiv) + ''die Zeit'' (Substantiv) ''→ die Abfahrtszeit'' (Substantiv).
|{{lang|grc|ἀνθρωπείᾳ}}
* ''fahr(-en)'' (Verb) ''+ der Gast'' (Substantiv) ''→ der Fahrgast'' (Substantiv).
|{{lang|grc|φύσει}}
|{{lang|grc|συνεργὸν}}
|{{lang|grc|ἀμείνω}}
|{{lang|grc|Ἔρωτος}}
|{{lang|grc|οὐκ}}
|{{lang|grc|ἄν τις}}
|{{lang|grc|ῥᾳδίως}}
|{{lang|grc|λάβοι.}}
|-
|(2)
|{{lang|grc-Latn|tē}}
|{{lang|grc-Latn|anthrōpeia}}
|{{lang|grc-Latn|physei}}
|{{lang|grc-Latn|synergon}}
|{{lang|grc-Latn|ameinō}}
|{{lang|grc-Latn|Erōtos}}
|{{lang|grc-Latn|ouk}}
|{{lang|grc-Latn|an tis}}
|{{lang|grc-Latn|rhadiōs}}
|{{lang|grc-Latn|laboi}}.
|-
|(3)
|{{IPA-Text|tɛ̂ː(i̯)}}
|{{IPA-Text|antʰrɔːpéːaː(i̯)}}
|{{IPA-Text|pʰýseː}}
|{{IPA-Text|synergòn}}
|{{IPA-Text|améːnɔː}}
|{{IPA-Text|érɔːtos}}
|{{IPA-Text|uːk}}
|{{IPA-Text|án tis}}
|{{IPA-Text|rʰaː(i̯)díɔːs}}
|{{IPA-Text|láboi̯}}
|-
|(4)
|für-die
|menschliche
|Natur
|Helfer
|besseren
|(als-die)-Liebe
|nicht
|wer
|mühelos
|bekommen-kann
|}


Das Rechtsglied wird dann auch als das ''Grundwort'' ([[Determinatum]]) des Kompositums bezeichnet, das Erstglied als sein ''Bestimmungswort'' ([[Determinans (Wortbildung)|Determinans]]).<ref name=":0">{{Literatur |Autor=Alja Lipavic Oštir, Beat Siebenhaar, Elke Hentschel, Gabriela Perrig, Jeroen Van Pottelberge, Korakoch Attaviriyanupap, Klaus Peter, Michael Schümann, Petra Maria Vogel, Rolf Thieroff, Stefan Bogner, Sibylle Reichel |Titel=Deutsche Grammatik |Hrsg=Elke Hentschel |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin |Datum=2010 |ISBN=978-3-11-022902-8}}</ref> Eine solche Einteilung, die sich auf „Wörter“ bezieht, erfasst die typischen Fälle, jedoch verengt sie den Begriff der Komposition und schließt nicht alle infrage kommenden Fälle ein. Eine allgemeine Definition der Komposition wird sich daher auf Wortstämme beziehen (siehe den folgenden Abschnitt).
''Übersetzung:'' „Selbst überzeugt, versuche ich, auch die anderen zu überzeugen, dass man zur Erlangung dieses Guts einen besseren Helfer für die menschliche Natur als die Liebe schwerlich finden kann.“
: (Platon: [[Symposion (Platon)|''Symposion'']] 212B)<ref name="Wendt">Heinz F. Wendt: ''Das Fischer Lexikon – Sprachen.'' Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-596-24561-3.</ref>


=== Komposition als Verbindung zweier Wortstämme ===
== Klassifikation ==
Üblicherweise werden unter dem Begriff der Komposition alle Verbindungen einbezogen, deren Teile den gleichen Status wie der Wortstamm eines Inhaltsworts haben – auch wenn sie nicht selbständig als Wörter benutzbar sein sollten. Als Komposita zählen somit auch Bildungen, die sogenannte [[Konfix]]e verwenden<ref>So auch Duden, ''Die Grammatik.'' 7. Auflage. 2005, Rn. 1002.</ref> wie in ''Biblio-thek'' oder ''Video-thek''. Hier ist das Element ''-thek'' ein Konfix, d.&nbsp;h. kommt nicht frei vor, bildet aber einen Stamm für die Anfügung von Flexionsendungen, wie in ''Videothek-en''. Im Gegensatz zu einem Affix trägt es auch inhaltliche Bedeutung bei (hier etwa: „Verwahrungs- und Benutzungseinrichtung für Medien“), es ist also ein ''[[Morphem|lexikalisches Morphem]].'' Konfixe als Erstglied eines Kompositums sind schwieriger nachzuweisen, aber beispielsweise das Erstglied in ''Schwieger-vater'' wird ebenfalls als Konfix, also nicht-freier Wortstamm, angesehen (wie auch in dem Wort ''verschwiegert''; es ist allerdings kein fremdsprachliches Element wie die typischen Beispiele für Konfixe).<ref>Zu Konfixkomposita insgesamt Fleischer & Barz 2012, S. 111ff. und S. 172ff.</ref> Ebenso ergibt sich dann ''Brombeere'' als Kompositum, wegen der Analogie zu ''Stachel-beere'', auch wenn ''Brom-'' als Bezeichnung einer Pflanzenart weder frei noch irgendwo sonst gebunden vorkommt (ein „[[unikales Morphem]]“).
Das Altgriechische lässt sich als [[Indogermanische Sprachen|indogermanische Sprache]] klassifizieren, leitet sich also vom [[Indogermanische Ursprache|Ur-Indogermanischen]] ab, das sich wahrscheinlich im 4.&nbsp;Jahrtausend v.&nbsp;Chr. in verschiedene Primärzweige aufspaltete. Einer davon wird oft als [[Balkanindogermanisch]] bezeichnet, aus dem sich später unter anderem das Altgriechische und das [[Phrygische Sprache|Phrygische]] entwickelt haben. Lautbestand und Vokabular des Altgriechischen weichen jedoch von allen anderen Sprachen der indogermanischen Sprachfamilie so erheblich ab, dass man von einer starken [[Substrat (Linguistik)|Substratwirkung]] der „vorgriechischen“ Sprachstufen auf die griechischen Idiome ausgeht.<ref name="Karvounis">{{Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens |Titel=Griechisch (Altgriechisch, Mittelgriechisch, Neugriechisch) |Autor=[[Christos Karvounis]] |Seiten=21–46 |KBytes=977 |pdf=Griechisch}}</ref>


Komposition lässt sich somit allgemein definieren als die Verbindung zweier [[Wortstamm|Wortstämme]], nicht zweier Wörter.<ref>Siehe z.&nbsp;B. Martin Haspelmath: ''Understanding Morphology.'' First Edition. Arnold, London 2002, S. 86f.</ref><ref>So auch: ''Verzeichnis grundlegender grammatischer Fachausdrücke.'' (Handreichung für die Kultusministerkonferenz). Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim 2020, [[doi:10.14618/kmk gra fachausdruecke 2020]], S.&nbsp;25: „6.1 Komposition“.</ref> Diese Definition ist aus zwei Gründen präziser: Zum einen sind, wie gesehen, unselbständige Wortstämme zugelassen, wogegen Wörter immer frei stehen können. Zum anderen kann als Wort eine Einheit bezeichnet werden, die eine Flexionsform trägt; flektierte Wortformen sind jedoch innerhalb von Komposita normalerweise nicht möglich. Man sieht dies im obigen Beispiel ''fahr(-en) + Gast → Fahrgast'': Das Kompositum kann nicht die Infinitivform benutzen wie: ''* Fahrengast.''
Den Ursprung vieler nicht-indogermanischer Wörter des Griechischen (etwa {{lang|grc|θάλασσα|thalassa}} „Meer“ und {{lang|grc|νῆσος|nēsos}} „Insel“) vermuten Forscher in der Sprache oder den Sprachen der Bewohner Griechenlands vor Ankunft der indogermanischen Völker um 2000&nbsp;v.&nbsp;Chr., die auch als [[ägäische Sprachen]] bezeichnet werden. Die vorgriechische Bevölkerung hieß im Altgriechischen unter anderem {{lang|grc|Πελασγοί|Pelasgoi}} „[[Pelasger]]“.<ref>Fritz Schachermeyer: ''Die vorgriechischen Sprachreste.'' In: ''[[Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft]].'' Band XXII, 1494&nbsp;ff.; F. Lochner-Hüttenbach: ''Die Pelasger.'' Arbeiten aus dem Institut für vergleichende Sprachwissenschaft in Graz, Wien 1960.</ref> Sicher haben auch das [[Minoische Sprache|Minoische]] und [[Eteokretische Sprache|Eteokretische]], vorgriechische Sprachen auf Kreta, das Vokabular des frühen Griechisch beeinflusst.<ref name="Wendt" />
– Ein Wortstamm kann ebenso wie ein Wort in sich zusammengesetzt sein. Komplexe Zusammensetzungen wie ''Fahrgast+befragung'' sind also mit abgedeckt, wenn der Begriff der Komposition auf Wortstämme aufbaut. (Mehr dazu siehe im Abschnitt [[#Der innere Aufbau von Komposita]]).


Nicht korrekt ist daher eine Definition der Komposition als „Verbindung von zwei lexikalischen Morphemen“, auch wenn sich solche Formulierungen in der Lehrbuchliteratur öfters finden.<ref>Fälschlich so auf S.&nbsp;23 und S.&nbsp;25 in E.&nbsp;Hentschel & H.&nbsp;Weydt: ''Handbuch der deutschen Grammatik.'' 5., überarbeitete Auflage. De Gruyter, Berlin 2021. Anders wiederum auf S.&nbsp;184: „ein zusammengesetztes Substantiv besteht aus zwei lexikalischen Bestandteilen (die ihrerseits wiederum zusammengesetzt sein können)“.</ref><ref>Albert Busch, Oliver Stenschke: ''Germanistische Linguistik. Eine Einführung.'' 3. Auflage. Narr, Tübingen 2014, S.&nbsp;95: „Bei der Komposition werden zwei lexikalische Morpheme miteinander verbunden“.</ref><ref>Unklar ist in dieser Hinsicht die Definition der Komposition als „Verknüpfung von mindestens zwei Morphemen zu einem Wort“ (während auf der nachfolgenden Seite die Möglichkeit komplexer Bestandteile genannt wird) in Sascha Michel: ''Morphologie.'' (=&nbsp;Narr starter). Narr/Francke/Attempto, Tübingen 2020, S.&nbsp;60f.</ref> Beide Bestandteile, die bei einer Komposition zusammengefügt werden, können immer auch komplex sein, anstatt Morpheme zu sein. (Beispiel: Das Kompositum „Fahrgast-befragung“ verbindet einen Stamm aus 2 lexikalischen Morphemen mit einem Stamm aus 1 lexikalischen Morphem (''frag-'') plus 2 grammatischen Morphemen). Zutreffend ist hingegen, dass Komposita daran erkannt werden können, dass zwei (oder mehr) lexikalische Morpheme irgendwo in ihrem Inneren zu sehen sind – dies sagt jedoch nichts darüber, welche Einheiten auf welche Weise zu einem Kompositum verbunden worden sind.
== Geschichte ==
{{Hauptartikel|Griechische Sprache}}


== Die Abgrenzung zwischen Komposition und Derivation ==
Die ältesten Schriftzeugnisse des Griechischen sind in [[Linearschrift B|Linear&nbsp;B]] abgefasst und stammen aus dem 14.&nbsp;Jahrhundert bis frühen 12.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr.<ref>Jan Driessen: ''Chronology of the Linear B-Texts.'' In: [[Yves Duhoux]], [[Anna Morpurgo Davies]] (Hrsg.): ''A Companion to Linear B.'' Band 1, Dudley, Louvain-la-Neuve 2008, S. 69–79, bes. S. 75 f.</ref> Die damit in der [[Mykenische Kultur|mykenischen Kultur]] (1600–1050 v.&nbsp;Chr.) geschriebene Sprache wird als [[mykenisches Griechisch]] bezeichnet und als frühgriechischer Dialekt, nicht jedoch als direkter „Vorgänger“ des klassischen Griechisch gesehen.<ref name="Karvounis" /> Aus der Zeit zwischen ca.&nbsp;1200 und 800&nbsp;v.&nbsp;Chr. gibt es keine schriftlichen Quellen des Griechischen; mit den [[Epos|Epen]] [[Homer]]s, die vermutlich zwischen 850 und 700&nbsp;v.&nbsp;Chr. entstanden, begegnet uns erstmals ein literarisches Werk in altgriechischer Sprache. Die Sprache Homers ist eine künstlich gebildete Literatursprache, die vorwiegend aus ionischen und äolischen Elementen besteht. Zu dieser Zeit muss das Altgriechische in verschiedenen Dialekten im südlichen Balkan und um die [[Ägäis]] weit verbreitet gewesen sein.
Zur Wortbildung zählen sowohl Komposition als auch [[Derivation (Linguistik)|Derivation]] (Wortableitung). Während Komposition als Verbindung aus zwei Stämmen definiert wurde, ist die Derivation eine Verbindung aus einem Stamm und einem [[Affix (Linguistik)|Affix]], wobei Affixe als grammatische, nicht lexikalische Elemente zählen. In der Bezeichnung abgeleiteter Begriffe können aber manchmal beide Verfahren mit ähnlichem Ergebnis benutzt werden, z.&nbsp;B. ist die Wortableitung ''Empfänger'' in einer Lesart bedeutungsgleich mit ''Empfangsgerät'' (einem Kompositum).


Die Unterscheidung zwischen Komposition und Derivation weist jedoch auch einen Übergangsbereich auf, und zwar sowohl was die Sprachgeschichte betrifft als auch die gegenwärtige deutsche Grammatik.<ref name="bußmann_2002_komposition">Hadumod Bußmann (Hrsg.): ''Lexikon der Sprachwissenschaft.'' 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-45203-0 (Komposition).</ref> Dies liegt daran, dass ehemals selbständige Wörter, die in Komposita vorkommen, verblassen können und später als Derivationsaffixe aufgefasst werden.
[[Datei:AncientGreekDialects (Woodard) de.svg|mini|hochkant=1.4|Die griechischen Dialekte im Kern des griechischen Siedlungsgebiets]]
[[Datei:Magna Graecia ancient colonies and dialects-de.svg|mini|hochkant=1.4|Dialekte der [[Magna Graecia]], dem sogenannten Großgriechenland]]
Nach und nach wurde mit der steigenden kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung der [[Polis|Poleis]] und ihrer Kolonien im gesamten Mittelmeerraum das Griechische zu einer [[Weltsprache]] der Antike. Man schätzt die Zahl der Griechisch-Sprecher zu Beginn des 4.&nbsp;Jahrhunderts v.&nbsp;Chr. auf sieben Millionen Menschen, zur Zeit [[Alexander der Große|Alexanders des Großen]] auf neun Millionen.<ref name="Karvounis" /> Als [[Staatssprache]] des Reichs Alexanders und seiner [[Diadochen|Nachfolger]] verbreitete es sich bis Ägypten und Mittelasien, als Zweitsprache der Oberschichten des [[Römisches Reich|Römischen Reiches]] bis Großbritannien, Spanien und Nordafrika.


Ein Beispiel für einen historischen Übergang ist das heutige Wortbildungs-Affix ''lich,'' wie in ''feind-lich''. Es geht zurück auf das [[althochdeutsch]]e Wort ''lich'' = Körper, Gestalt (vgl. im heutigen Deutsch das Substantiv ''Leiche''). Auf dieser Stufe wären Konstruktionen mit ''lich'' demnach als Komposita aufzufassen. Im heutigen Deutsch besitzt ''-lich'' keinen Wortstatus mehr und ist vielmehr ein Affix. Es bildet keine Substantive wie das Ausgangswort ''Leiche'', sondern Adjektive. Die inhaltliche Entwicklung verlief entsprechend von einer Bedeutung „Gestalt (wie&nbsp;…)“ hin zu einer abstrakteren Funktion, etwa: „mit der Eigenschaft von&nbsp;…“.<ref>Nübling & al.: ''Historische Sprachwissenschaft des Deutschen.'' 2017, S.&nbsp;93.</ref>
Altgriechisch wird in vier Dialektgruppen gegliedert, das [[Ionisches Griechisch|Ionisch]]-[[Attisches Griechisch|Attische]], das [[Arkadisch-kyprisches Griechisch|Arkadisch-Kyprische]], das [[Aiolisches Griechisch|Äolische]] sowie Westgriechisch, das aus [[Dorisches Griechisch|dorischen]] und nordwestgriechischen Dialekten bestand. Neben diesen ''epichorisch'' gesprochenen&nbsp;– also „lokalen“ oder „einheimischen“, d.&nbsp;h. regional verteilten,&nbsp;– Dialekten entwickelten sich auch sogenannte literarische Dialekte: Verschiedene Gattungen der Versdichtung bedienten sich hauptsächlich vierer Varianten der epichorischen Dialekte (Ionisch, Äolisch, Dorisch und Attisch). Die literarische Prosa war zu Beginn von ionisch schreibenden Autoren bestimmt (den ''Naturphilosophen'' [[Thales]], [[Anaximander]] und [[Anaximenes]]; [[Herodot]]), doch setzte sich im 5.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr. das Attische als vorherrschender literarischer Dialekt durch und wurde durch Autoren wie [[Thukydides]], [[Xenophon]] und [[Platon]] zum klassischen literarischen Vorbild für die gesamte griechische Literatur. Diese Sprachform wurde fortan von den meisten Autoren der Antike als Literatursprache verwendet und gilt bis in die Gegenwart als Norm für das Altgriechische.<ref name="Karvounis" />


Im Gegenwartsdeutsch gibt es ebenfalls Fälle von unsicherem Status zwischen Grundwort eines Kompositums oder Affix. Zum Beispiel wird in dem Handbuch von Fleischer & Barz<ref>Fleischer & Barz (2012), S.&nbsp;231 (siehe Literaturliste).</ref> das Element ''-wesen'' wie in ''Finanzwesen, Hochschulwesen, Gesundheitswesen'' als Suffix eingestuft, die genannten Bildungen seien also keine Komposition, jedoch ist das Substantiv ''Wesen'' in einer Bedeutung ähnlich wie „Organismus“ darin noch erkennbar.
Schon zur Zeit des [[Hellenismus]], als Griechisch im Gebiet zwischen Adria und Euphrat zur ''[[lingua franca]]'' avancierte, begann allerdings ein langsamer Wandel in Hinsicht auf Aussprache, Betonung und Grammatik, der bis zum Ende der [[Spätantike]] weitgehend abgeschlossen war. In Abgrenzung zum [[Byzantinisches Griechisch|Mittelgriechischen]] (ca. 600 bis 1500) und [[Neugriechische Sprache|Neugriechischen]] werden aber auch die hellenistischen (''[[Koine]]'', etwa 300&nbsp;v.&nbsp;Chr. bis 300&nbsp;n.&nbsp;Chr.) und spätantiken (etwa 300&nbsp;bis 600&nbsp;n.&nbsp;Chr.) Sprachformen noch zum Altgriechischen gezählt. Die einflussreichsten in der ''Koine'' verfassten Werke sind dabei fraglos die im [[Neues Testament|Neuen Testament]] versammelten Texte.


Ein häufiger Fall sind auch Wortbildungen, in denen der erste Teil eines Kompositums eine Bedeutungsveränderung erfährt, die in Richtung einer reinen Bewertung führt (eine expressive Bedeutung). Beispiele sind: ''Riesenproblem, Bombenerfolg, Traumurlaub.'' Sie werden teilweise Halbaffixe, meist aber '''Affixoide''' genannt. Diese Bildungen beziehen sich nicht wörtlich auf Riesen, Bomben oder Träume, wenngleich Metaphern, die auf diesen Wörtern basieren, beteiligt sind.''<ref>{{Literatur |Autor=Kristel van Goethem |Titel=Affixation in Morphology |Sammelwerk=Oxford Research Encyclopedia of Linguistics |Datum=2020 |DOI=10.1093/acrefore/9780199384655.013.678 |Seiten=25}}</ref>'' Affixoide sehen aus wie Wörter, verhalten sich aber wie Affixe. Sie treten vorn an ein Nomen oder Adjektiv und haben eine verstärkende, intensivierende Funktion, meist stilistisch-emotional (Präfixoide: ''Affentheater, Bombenstimmung, Sauwut, saumüde, schweineteuer''), teilweise lediglich steigernd (''Hauptmahlzeit, übereifrig, hochmodern''). In dieser Bedeutung kommen sie nur gebunden vor. Sie unterscheiden sich von Komposita aufgrund dieser Semantik und weil sie den Wortakzent verlieren, gleichzeitig aber reihenbildend auftreten''.'' Sie treten hinten an ein Nomen mit meist kollektiver Bedeutung (Suffixoide: ''Ölzeug, Flechtwerk, Fach''kraft) oder an ein Adjektiv (''salzarm, scheinfrei, familienfreundlich''). Der Begriff ist nach einigen Jahren intensiver Diskussion mittlerweile gut etabliert, teils weil es für zahlreiche Sprachen Dokumentationen gibt,<ref>{{Literatur |Autor=Malte Battlefeld |Titel=Konstruktionsmorphologie sprachübergreifend. Perspektiven eines Vergleichs von „Affixoiden“ im Deutschen, Niederländischen und Schwedischen |Sammelwerk=Germanistische Mitteilungen |Band=40 |Nummer=1 |Datum=2014 |Seiten=15–29}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Hilke Elsen |Titel=Affixoide. Nur was benannt wird, kann auch verstanden werden |Sammelwerk=Deutsche Sprache |Band=37 |Nummer=4 |Datum=2009 |Seiten=316–333}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Torsten Leuschner |Titel=Ausnahmepianist fettgeschreckt – inbleich! Deutsche, niederländische und schwedische Präfixoide im Spannungsfeld von Genealogie, Kreativität und Norm |Hrsg=Antje Dammel et al. |Sammelwerk=Kontrastive Germanistische Linguistik |Verlag=Olms |Ort=Hildesheim |Datum=2010 |ISBN=978-3-487-14420-7 |Seiten=863–892}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Torsten Leuschner, Eline Wante |Titel=Personale Suffixoide im Deutschen und Niederländischen. Methode und Ergebnisse einer vergleichenden Korpusstudie |Sammelwerk=Germanistische Mitteilungen |Band=70 |Datum=2009 |Seiten=59–73}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Petra Szatmári |Titel=Affixoide – pro und kontra |Sammelwerk=Jahrbuch der ungarischen Germanistik |Band=2011 |Datum=2011 |Seiten=156–175}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Josef Ruppenhofer, Michael Wiegand, Rebecca Wilm, Katja Markert |Titel=Distinguishing affixoid formation from compounds |Sammelwerk=Proceedings of the 27th International Conference on Computational Linguistics |Datum=2018 |Seiten=3853–3865.}}</ref> teils weil im Rahmen neuerer Ansätze wie der Konstruktionsgrammatik eine Entscheidung zwischen Derivation oder Komposition obsolet geworden ist.<ref>{{Literatur |Autor=Geert Booij |Titel=Construction Morphology |Hrsg=Andrew Hippisley, Gregory Stump |Sammelwerk=The Cambridge Handbook of Morphology |Verlag=CUP |Ort=Cambridge |Datum=2016 |ISBN=978-1-107-03827-1 |Seiten=424–448}}</ref>
In der weltlichen Literatur bildete hingegen das „klassische“ attische Griechisch in dieser Zeit den Standard, dem sich noch spätantike Autoren wie [[Libanios]] ([[4.&nbsp;Jahrhundert]]) oder [[Agathias]] (um 580) verpflichtet fühlten: Seit dem 1.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr. hatte sich in der Oberschicht die Ansicht durchgesetzt, die ''Koine'' sei als vulgär abzulehnen. Da sich die Sprache der gebildeten Stände, die sich am attischen Dialekt der Jahrzehnte um 400&nbsp;v.&nbsp;Chr. orientierte (''Attizismus''), immer mehr von der der restlichen Bevölkerung zu unterscheiden begann, spricht man ab dieser Zeit von einer ausgeprägten [[Diglossie]] im Griechischen. Am [[Ende der Antike]] ging aber die Elite, welche die attizistische Sprachform pflegte, unter. Das mittelalterliche Griechisch (etwa 600–1453) des [[Byzantinisches Reich|Byzantinischen Reiches]] wird dann meist als [[Mittelgriechische Sprache|Mittelgriechisch]] bezeichnet.


== Endozentrische und Exozentrische Komposita ==
== Schrift ==
Kompositionen können rekursiv aufgebaut werden. Dabei kann ein Kompositum selbst auch wieder ein Teil eines neueren noch komplexeren Kompositums werden. Wenn beispielsweise die zwei Nomen „Dampf“ und „Schiff“ miteinander durch Komposition verbunden werden, entsteht das Wort „Dampfschiff“. Dieses kann in einem weiteren Kompositionsprozess durch das Nomen „Fahrt“ ergänzt werden, sodass „Dampfschifffahrt“ entsteht.
{{Hauptartikel|Griechisches Alphabet}}
[[Datei:Beginning Odyssey.svg|mini|hochkant=1.4|Anfangverse der ''[[Odyssee]]'', eines der ältesten literarischen Zeugnisse des Altgriechischen. [[s:el:Οδύσσεια|Volltext]] auf Wikisource.]]
Das heute für die alt- und neugriechische Sprache verwendete [[Alphabet]] wurde vermutlich in der Zeit vom späten 9. bis zum mittleren 8.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr. vom [[Phönizische Schrift|Phönizischen Alphabet]] abgeleitet. Anfangs gab es mehrere Varianten des Alphabets in Griechenland, aber das [[Ionien|ionische]] (auch „milesische“, nach der Stadt [[Milet]]) setzte sich allmählich fast im gesamten griechischsprachigen Raum durch. Dabei wurden ungebräuchliche Buchstaben wie [[Digamma]], [[Sampi]], [[Qoppa]] und [[San (Buchstabe)|San]] aufgegeben. Als Fixpunkt für die Übernahme des ionischen Alphabets wird das Jahr 403&nbsp;v.&nbsp;Chr. angesehen, als die Stadt Athen es offiziell einführte, da Athen sich zu dieser Zeit zum Zentrum der literarischen Kultur Griechenlands entwickelte. Die griechischen Alphabete wurden bis in klassische Zeit mit den 24&nbsp;[[Majuskel]]n ohne Wortzwischenräume und Satzzeichen geschrieben ([[scriptio continua]]), zunächst von rechts nach links, dann [[Bustrophedon|furchenwendig]], mit der Einführung des milesischen Alphabets in Athen schließlich rechtsläufig, also von links nach rechts. Seit diesem Datum hat sich das griechische Alphabet bis heute nicht verändert, wenn man von der Einführung der [[Diakritika]] und [[Minuskel]]n absieht.


=== Typen von Komposita und deren Bedeutung ===
Das [[Lateinisches Alphabet|lateinische Alphabet]] leitete sich nicht vom milesischen, sondern von einem westgriechischen Alphabet ab, in dem beispielsweise {{lang|grc|χ}} für [{{IPA|ks}}] stand, und nicht wie im milesischen für [{{IPA|kʰ}}], was auch die anderen Unterschiede zwischen beiden Schriften erklärt.
Komposita können anhand des [[Frege-Prinzip]]s unterschieden werden: Falls die Bedeutung des Gesamtwortes sich vollständig aus seinen Einzelteilen ergibt, handelt es sich um ein endozentrisches Kompositum, sonst um ein exozentrisches Kompositum.


==== Endozentrisches Kompositum ====
Mit den phonologischen Veränderungen in der Zeit des Hellenismus wurden verschiedene [[Diakritisches Zeichen|diakritische Zeichen]] eingeführt, um den schwindenden Lautbestand des Griechischen und den tonalen Akzent, die für das Verständnis der klassischen Dichtung entscheidend sind, zu konservieren. Es handelt sich um die drei Akzente [[Akut]] ({{lang|grc|ἡ ὀξεῖα|hē oxeia}} „die Schärfe“), [[Gravis (Typografie)|Gravis]] ({{lang|grc|ἡ βαρεῖα|hē bareia}} „die Schwere“) und [[Zirkumflex]] ({{lang|grc|ἡ περισπωμένη|hē perispōmenē}} „die Umgebogene“), die den [[Tonsprache|tonalen Akzent]] des Altgriechischen wiedergeben, sowie die beiden Spiritūs&nbsp;– [[Spiritus asper]] ({{lang|grc|ἡ δασεῖα|hē daseia}} „die Raue“) und [[Spiritus lenis]] ({{lang|grc|ἡ ψιλή|hē psilē}} „die Leichte“)&nbsp;– die bei mit Vokal oder /r/ beginnenden Wörtern die Behauchung bzw. das Fehlen einer solchen anzeigen. Näheres zu den Diakritika siehe unter [[Polytonische Orthographie]].
Die Bedeutung eines endozentrischen Kompositums lässt sich aus der Bedeutung seiner Bestandteile errechnen. Es hat einen semantischen Kopf: Eines der beiden freien Morpheme, aus denen das Kompositum besteht, vererbt seine semantischen Merkmale an das Kompositum weiter. Das Kompositum trägt also die Gesamtbedeutung in sich.


Beispiele für endozentrische Komposita sind „Küchenstuhl“, „Buchladen“ und „Wasserflasche“.
In byzantinischer Zeit kam das [[Iota subscriptum]] („untergeschriebenes Iota“) hinzu, das ursprünglich der zweite Buchstabe der Langdiphthonge {{lang|grc|ηι}}, {{lang|grc|ωι}} und {{lang|grc|ᾱι}} war, aber schon im 8.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr. verstummt war. Da aber die Kennzeichnung dieser Langvokale zur Distinktion grammatischer Kategorien nötig ist, wurde das Iota ''unter'' den übrigen Vokal gesetzt. Bei Majuskeln wird es als [[Iota adscriptum]] ''neben'' den Vokal gesetzt ({{lang|la|''adscriptum''}}: „daneben geschrieben“, Beispiel: {{lang|grc|῾Άιδης|Hadēs}}).


Der semantische Kopf steht im Deutschen immer rechts. Somit handelt es sich bei dem Kompositum „Buchladen“ um einen Laden, nicht um ein Buch.
Die griechischen Minuskeln wurden vermutlich in Syrien im 9.&nbsp;Jahrhundert n.&nbsp;Chr. entwickelt. Die heute für das Altgriechische gebrauchten [[Satzzeichen]] wurden zur selben Zeit eingeführt: [[Komma]], [[Punkt (Satzzeichen)|Punkt]] und [[Doppelpunkt|Kolon]] ('':'') werden wie im Deutschen gebraucht. Das [[Semikolon]] ('';'') schließt anders als in der lateinischen Schrift einen Fragesatz ab, die Funktion des Semikolons erfüllt der [[Hochpunkt (Interpunktion)|Hochpunkt]] (''·'').


Endozentrische Komposita lassen sich auch noch in ihrer Rolle des Erstgliedes in Bezug auf das Zweitglied unterscheiden.
Die [[Gräzistik]] der Neuzeit verwendet zur Kennzeichnung der langen und kurzen [[Phonem]]e von {{lang|grc|α, ι}} und {{lang|grc|υ}} auch die diakritischen Zeichen [[Breve (Zeichen)|Breve]] und [[Makron]] ({{lang|grc|ᾰ/ᾱ&nbsp;– ῐ/ῑ&nbsp;– ῠ/ῡ}}). Außerhalb der Fachliteratur werden sie jedoch kaum verwendet.


''Kopf-Modifikator-Komposita'': Bei diesen Komposita wird der Kopf, also das rechtsstehende Glied, durch das erste modifiziert, also näher beschrieben. Das Erstglied ist somit sozusagen eine Unterart des Zweitglieds. Ein Beispiel hierfür wäre die Katzentoilette. Dieses Kompositum hat den Kopf Toilette und wird durch das erst Glied Katze näher beschrieben. Bei dieser Komposition handelt es sich also um eine Unterart von Toiletten, welche speziell für Katzen ist.
== Phonologie ==
{{Hauptartikel|Altgriechische Phonologie}}


''Kopulative Komposita'': Bei diesen Komposita ist das Kompositum eine Schnittmenge, die von den beiden Gliedern beschrieben werden. Ein Beispiel für solch ein Kopulatives Kompositum ist taubstumm. Jemand, der die Eigenschaft hat taubstumm zu sein, ist somit gleichermaßen taub als auch stumm.
=== Unterschiede zur indogermanischen Ursprache ===
Das Altgriechische unterscheidet sich im Lautbestand von der indogermanischen Ursprache und anderen Sprachen der Familie erheblich. So kann ein Wort im Altgriechischen beispielsweise nur mit einem Vokal oder den Konsonanten /n/, /r/, und /s/ enden; dies betrifft sowohl griechische [[Suffix]]e als auch beispielsweise suffixlose Nominativformen, vergleiche {{lang|grc|ἔφερον|epheron}} („sie trugen“) gegenüber lateinisch ''{{lang|la|ferebant}}'' oder den Nominativ {{lang|grc|γάλα|gala}} mit dem Genitiv {{lang|grc|γάλακτος|galaktos}} („Milch“). Weitere Lautentwicklungen aus dem Indogermanischen sind insbesondere:
* Indogermanisch /j/ im [[Anlaut]] entspricht griechisch /h/ oder /z(d)/: lateinisch ''{{lang|la|iugum}}'', deutsch ''Joch'', griechisch {{lang|grc|ζυγόν|z(d)ygon}}. Im Wortinnern fällt /j/ ganz weg.
* Indogermanisch /s/ im Anlaut entspricht griechisch /h/: lateinisch ''{{lang|la|sex}}'', deutsch ''sechs'', griechisch {{lang|grc|ἕξ|hex}}.
* Wegfall des indogermanischen und frühaltgriechischen Lautes /w/ (und des entsprechenden [[Graphem]]s [[Digamma]]): alte Form {{lang|grc|ϝεργον|wergon}} wurde zu attisch {{lang|grc|ἔργον|ergon}}, vergleiche deutsch ''Werk''.
* Die indogermanischen [[Labiovelar]]e, noch im [[Mykenisches Griechisch|mykenischen Griechisch]] erhalten, gehen verloren; so wird das [[Phonem]] /kʷ/, das im Lateinischen /qu/ und im Althochdeutschen /(h)w/ entspricht, im Griechischen der klassischen Zeit zu /p/ oder /t/: lateinisch ''{{lang|la|quo}}'', deutsch ''wo'', griechisch {{lang|grc|πού|pou}}.
* Den indogermanischen behauchten stimmhaften [[Plosiv]]en /bh/, /dh/ und /gh/, die sich in den modernen indoarischen Sprachen erhalten haben, entsprechen die griechischen Laute {{IPA-Text|[pʰ]}} ({{lang|grc|φ}}), {{IPA-Text|[tʰ]}} ({{lang|grc|θ}}) und {{IPA-Text|[kʰ]}} ({{lang|grc|χ}}).<ref name="Wendt" />


''Synthetische Komposita'': Bei diesen Komposita ist das Zweitglied ein Nomen, welches aus einem Verb abgeleitet wurde. Dieses bezeichnet man als man deverbales Nomen. Es kann zum Beispiel ein Nomen wie „Fahrer“ aus dem Kompositum „Taxifahrer“ sein, welches aus dem Verb „fahren“ abgeleitet wurde und das Zweitglied des Kompositums bildet. Das Erstglied solcher Komposita verhält sich wie ein Argument des Verbes, das im Zweitglied enthalten ist.<ref>{{Internetquelle |autor=Jonathan David Bobaljik, Mark C. Baker |url=https://eclass.uoa.gr/modules/document/file.php/GS468/Baker%20%26%20Bobaljik%202002%20Introduction%20to%20Morphology/Chapter3%20Compounding.pdf |titel=3. COMPOUNDING |hrsg=Rutgers and McGill |datum=2002 |abruf=2022-03-01}}</ref>
=== Vokale ===
Das Altgriechische kennt sieben Vokale, deren Länge bedeutungsunterscheidend ist. Zwei Vokale kommen jedoch nur in Langform vor, so dass insgesamt zwölf [[Phonem]]e bestehen. Bei [{{IPA-Text|a}}], [{{IPA-Text|i}}] und [{{IPA-Text|y}}] wird die Länge nicht bezeichnet, lässt sich aber in ''betonten'' Silben (ab etwa 300&nbsp;v.&nbsp;Chr.) durch die Akzente erschließen. Die neuzeitliche Gräzistik kennzeichnet in Wörterbüchern und Grammatiken den Unterschied durch [[Breve (Zeichen)|Breve]] (˘) für kurze und [[Makron]] (¯) für lange Vokale.


==== Exozentrisches Kompositum ====
{| class="wikitable"
Die Bedeutung exozentrischer Komposita ergibt sich nicht aus seinen Teilen (Morphemen). Exozentrische Komposita erhalten ihre Gesamtbedeutung also von außen. Sehr häufig ist dies bei der Bezeichnung von Personen der Fall.<ref name=":1">{{Literatur |Autor=Ralf Methling |Titel=Warum die Wörter im Deutschen so lang sind Von Bandwurmwörtern und skurrilen Wortschöpfungen |Verlag=Dudenverlag |Ort=Berlin |Datum=2022 |ISBN=978-3-411-77182-0 |Seiten=78}}</ref>
|'''Phonem'''
|[{{IPA-Text|[[Ungerundeter offener Vorderzungenvokal|a]]}}]
|[{{IPA-Text|[[Ungerundeter offener Vorderzungenvokal|aː]]}}]
|[{{IPA-Text|[[Gerundeter halbgeschlossener Hinterzungenvokal|o]]}}]
|[{{IPA-Text|[[Gerundeter halbgeschlossener Hinterzungenvokal|oː]]}}]
|[{{IPA-Text|[[Gerundeter halboffener Hinterzungenvokal|ɔː]]}}]
|[{{IPA-Text|[[Ungerundeter halbgeschlossener Vorderzungenvokal|e]]}}]
|[{{IPA-Text|[[Ungerundeter halbgeschlossener Vorderzungenvokal|eː]]}}]
|[{{IPA-Text|[[Ungerundeter halboffener Vorderzungenvokal|ɛː]]}}]
|[{{IPA-Text|[[Ungerundeter geschlossener Vorderzungenvokal|i]]}}]
|[{{IPA-Text|[[Ungerundeter geschlossener Vorderzungenvokal|iː]]}}]
|[{{IPA-Text|[[Gerundeter geschlossener Vorderzungenvokal|y]]}}]
|[{{IPA-Text|[[Gerundeter geschlossener Vorderzungenvokal|yː]]}}]
|-
|'''Graphem'''
| {{lang|grc|α}}&nbsp;/ {{lang|grc|ᾰ}}
| {{lang|grc|α}}&nbsp;/ {{lang|grc|ᾱ}}
| {{lang|grc|ο}}
| {{lang|grc|ου}}
| {{lang|grc|ω}}
| {{lang|grc|ε}}
| {{lang|grc|ει}}
| {{lang|grc|η}}
| {{lang|grc|ι}}&nbsp;/ {{lang|grc|ῐ}}
| {{lang|grc|ι}}&nbsp;/ {{lang|grc|ῑ}}
| {{lang|grc|υ}}&nbsp;/ {{lang|grc|ῠ}}
| {{lang|grc|υ}}&nbsp;/ {{lang|grc|ῡ}}
|}


Beispiele für exozentrische Komposita sind „Angsthase“, „Hoffnungsträger“ und „Jammerlappen“.
Aus den Vokalen bilden sich zahlreiche [[Diphthong]]e, die stets in [{{IPA-Text|i̯}}] oder [{{IPA-Text|u̯}}] enden, wobei letzteres aus einer früheren Sprachform durch das {{lang|grc|υ}} wiedergegeben wird: [{{IPA-Text|ai̯}}] ({{lang|grc|αι}}), [{{IPA-Text|oi̯}}] ({{lang|grc|οι}}), [{{IPA-Text|yi̯}}] ({{lang|grc|υι}}), [{{IPA-Text|au̯}}] ({{lang|grc|αυ}}), [{{IPA-Text|eu̯}}] ({{lang|grc|ευ}}), [{{IPA-Text|ɛːu̯}}] ({{lang|grc|ηυ}}). Bei den drei i̯-Diphthongen mit langem Anlaut ([{{IPA-Text|aːi̯}}], [{{IPA-Text|ɛːi̯}}], [{{IPA-Text|ɔːi̯}}]) schwand ungefähr zu klassischer Zeit der [{{IPA-Text|i̯}}]-Laut, die Herkunft dieser Vokale aus Diphthongen wird seit byzantinischer Zeit jedoch durch das sogenannte [[Iota subscriptum]] angezeigt: ({{lang|grc|ᾳ, ῃ, ῳ}}).


Ein „Angsthase“ müsste dem Kopf nach ein „Hase“ sein. Dass es sich stattdessen um einen ängstlichen Menschen handelt, ergibt sich nur „von außen“ durch Weltwissen.
=== Konsonanten ===
Die [[Plosiv]]e erscheinen, wie noch heute im [[Armenische Sprache|Armenischen]], in Dreierreihen (stimmhaft, stimmlos, stimmlos-behaucht). Hinzu kommen drei [[Affrikate]]n aus den stimmlosen Plosiva und /s/, die auch in der Flexion (etwa {{lang|grc|π}}&nbsp;[[Vergleichszeichen#Linguistik|>]] {{lang|grc|ψ}}) eine Rolle spielen. Die Aussprache des {{lang|grc|ζ}} ([[Zeta]]) in klassischer Zeit ist nicht vollständig geklärt, sie war jedenfalls nicht [{{IPA|ts}}]. [[Dionysios Thrax]] beschreibt es als eine Verbindung von {{lang|grc|σ}} und {{lang|grc|δ}}, was die Aussprache sd (beides stimmhaft, also [{{IPA|zd}}]) nahelegt; die beiden Laute könnten aber auch umgekehrt (also ds, [{{IPA|dz}}]) angeordnet gewesen sein.


== Der innere Aufbau von Komposita ==
{| class="wikitable" style="text-align:center"
! Traditioneller Name
! Phonetische Beschreibung
! [[Bilabial]]
! [[Alveolar]]
! [[Velar]]
|-
| style="text-align:left" | {{lang|grc|Ψιλά|Psilá}}, Tenues
| style="text-align:left" | [[Stimmlosigkeit|stimmlos]]
| [{{IPA-Text|[[Stimmloser bilabialer Plosiv|p]]}}] '''[[Pi (Buchstabe)|π]]'''
| [{{IPA-Text|[[Stimmloser alveolarer Plosiv|t]]}}] '''[[Tau (Buchstabe)|τ]]'''
| [{{IPA-Text|[[Stimmloser velarer Plosiv|k]]}}] '''[[Kappa|κ]]'''
|-
| style="text-align:left" | {{lang|grc|Μέσα|Mésa}}, Mediae
| style="text-align:left" | [[Stimmhaftigkeit|stimmhaft]]
| [{{IPA-Text|[[Stimmhafter bilabialer Plosiv|b]]}}] '''[[Beta|β]]'''
| [{{IPA-Text|[[Stimmhafter alveolarer Plosiv|d]]}}] '''[[Delta|δ]]'''
| [{{IPA-Text|[[Stimmhafter velarer Plosiv|ɡ]]}}] '''[[Gamma|γ]]'''
|-
| style="text-align:left" | {{lang|grc|Δασέα|Daséa}}, Aspirata
| style="text-align:left" | [[Aspiration (Phonetik)|aspiriert]] und [[Stimmlosigkeit|stimmlos]]
| [{{IPA-Text|pʰ}}] '''[[Phi|φ]]'''
| [{{IPA-Text|tʰ}}] '''[[Theta|θ]]'''
| [{{IPA-Text|kʰ}}] '''[[Chi|χ]]'''
|-
| style="text-align:left" | {{lang|grc|Διπλά|Diplá}}, Affrikata
| style="text-align:left" | [[Stimmlosigkeit|stimmlos]] + /s/
| [{{IPA-Text|ps}}] '''[[Psi (Buchstabe)|ψ]]'''
| ([{{IPA-Text|dz}}] '''[[Zeta|ζ]]''')
| [{{IPA-Text|ks}}] '''[[Xi|ξ]]'''
|}


=== „Kopf“ und „Kern“ bei der Komposition ===
Erst in nachklassischer Zeit wandelte sich die Aussprache der [[Aspirata]] {{lang|grc|&lt;φ&gt; &lt;θ&gt;, &lt;χ&gt;}} hin zu stimmlosen [[Frikativ]]en ([{{IPA-Text|[[Stimmloser labiodentaler Frikativ|f]]}}], [{{IPA-Text|[[Stimmloser dentaler Frikativ|θ]]}}], [{{IPA-Text|[[Stimmloser velarer Frikativ|x]]}}]). So transkribierte man in den griechischen Lehnwörtern des [[Latein]]ischen das [[Phi]] zunächst mit &lt;ph&gt;. Erst seit dem ersten Jahrhundert findet sich auch die Transkribierung mit &lt;f&gt;, wodurch „Philippus“ zu „Filippus“ werden konnte. Gewissermaßen in Fortschreibung dieser Entwicklung haben griechische Fremdwörter im Italienischen, die auf Wörter mit {{lang|grc|&lt;φ&gt;}} zurückgehen, durchgehend &lt;f&gt;, etwa in {{lang|it|''la fisica''}} „Physik“ oder {{lang|it|''sfera''}} „Sphäre“; gleiches gilt für das Spanische. Im [[Französische Sprache|Französischen]], [[Englische Sprache|Englischen]] und [[Neuhochdeutsch|Deutschen]] blieb man demgegenüber&nbsp;– bis auf individuelle Ausnahmen&nbsp;– bei der konservativen Schreibweise (z.&nbsp;B. ''Philosophie''), folgte aber zugleich der vermutlichen spätantiken Aussprache [{{IPA|f}}]. Im Englischen gilt etwas Paralleles auch für das Verhältnis zwischen Schreibweise und Aussprache des [[Theta]] in griechischen Fremdwörtern (gesprochen [{{IPA|θ}}] gemäß der [[Mittelgriechische Sprache|mittelgriechischen]] Aussprache). Erst Ende des 20.&nbsp;Jahrhunderts fand eine [[Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996|Anpassung der deutschen Orthographie]] in Richtung auf den italienischen (oder skandinavischen oder auch slawischen) Usus statt (z.&nbsp;B. ''Fotografie'', ''Grafik'').
{{Hauptartikel|Kopf (Grammatik)}}


Der ''Kopf'' einer Konstruktion überträgt seine semantischen und grammatischen Eigenschaften<ref name=":0" /> auf das ganze Wort und steht beim Kompositum im Deutschen (und anderen germanischen Sprachen) in der Regel rechts außen (man sagt daher, das Kompositum sei ''rechtsköpfig)''. Bei ''Determinativkomposita'' (siehe im Abschnitt [[#Kompositionstypen|„Kompositionstypen“]]) wird der Kopf auch als das [[Determinatum]] bezeichnet. Für eine ausführliche Darstellung mit Beispielen von Komposita siehe den Hauptartikel.
Neben diesen Plosiven gibt es die [[Nasal (Phonetik)|Nasale]] [{{IPA-Text|[[Stimmhafter bilabialer Nasal|m]]}}] ({{lang|grc|μ}}) und [{{IPA-Text|[[Stimmhafter alveolarer Nasal|n]]}}] ({{lang|grc|ν}}), letzteren mit der Variante [{{IPA-Text|[[Stimmhafter velarer Nasal|ŋ]]}}] vor velaren Konsonanten (geschrieben {{lang|grc|γ}}), den lateralen [[Approximant]]en [{{IPA-Text|[[Stimmhafter lateraler alveolarer Approximant|l]]}}] ({{lang|grc|λ}}) und den [[Vibrant]]en [{{IPA-Text|[[Stimmhafter alveolarer Vibrant|r]]}}] ({{lang|grc|ρ}}), letzteren mit der Variante [{{IPA|r̥}}] oder [{{IPA|rʰ}}], die später {{lang|grc|ῥ}} geschrieben wurde und in deutschen Fremdwörtern noch als ''rh'' erscheint, sowie den [[Frikativ]] [{{IPA-Text|[[Stimmloser alveolarer Frikativ|s]]}}] ({{lang|grc|σ}}). Im Anlaut gab es außerdem [{{IPA-Text|[[Stimmloser glottaler Frikativ|h]]}}], das etwa ab dem 3.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr., durch den ''[[Spiritus asper]]'' ({{lang|grc|῾}}) über dem betreffenden Vokal wiedergegeben wurde. Der ''[[Spiritus lenis]]'' ({{lang|grc|᾽}}) wurde als graphisches Äquivalent für „kein [h]“ neu erfunden und stand ebenfalls über dem Anlaut (sofern dieser vokalisch war). Teilweise wird die Theorie vertreten, dass es für den [[Glottisschlag]] [{{IPA-Text|ʔ}}] stand, jedoch nur von einer Minderheit; es ist also davon auszugehen, dass ein vokalischer Anlaut gebunden wurde.


=== Fuge und Fugenelement (im Deutschen) ===
=== Tonalität und Akzent ===
{{Hauptartikel|Fugenlaut}}
Der altgriechische Akzent war weniger (wie im heutigen Deutsch) durch größere Schallfülle (Lautstärke) gekennzeichnet als vielmehr durch die Tonhöhe, er war also [[Dezentralisierender Akzent|dezentralisierend]]. Ein Akzent fiel im Altgriechischen auf eine der drei letzten [[Mora (Einheit)|Moren]] eines Wortes, hob diese aber nicht lautstärkemäßig hervor. Akzentuierte Moren wurden mit einem höheren Ton als die umgebenden Einheiten gesprochen. Moren sind Einheiten, denen eine kurze/leichte Silbe entspricht, während eine lange Silbe (mit einem langen Vokal oder einem postvokalischen Konsonanten) zwei Moren enthalten. Altgriechisch kann damit zu den [[Tonakzentsprache]]n gezählt werden.


Die Nahtstelle zwischen den Wortstämmen, die die Glieder eines Kompositums bilden, wird [[Wortfuge|Fuge]] oder Kompositionsfuge genannt. Diese kann durch ein spezielles Fugenelement gekennzeichnet sein.<ref name="kürschner_2003_S70">Kürschner: ''Grammatisches Kompendium''. 4. Auflage, 2003, ISBN 3-8252-1526-1, S. 70.</ref>
Als der dezentralisierende Akzent einem zentralisierenden wich (etwa im 3.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr.), begann man, durch diakritische Zeichen die Tonalität des Altgriechischen durch Akzente zu konservieren ([[Aristophanes von Byzanz]]): Der [[Akut]], welcher auf den letzten drei Silben eines Wortes stehen kann, bezeichnete den Hochton, der [[Zirkumflex]], welcher auf den letzten zwei Silben eines Wortes stehen kann, bezeichnete bei langen Silben den hoch beginnenden, dann fallenden Ton, der [[Gravis (Typografie)|Gravis]] (der sich nur in betonten Endsilben im Kontext findet) war vermutlich ein fallender Ton, wofür es allerdings keine Belege gibt. Aus einer Zusammenstellung der wichtigsten antiken und byzantinischen Grammatikerbelege von [[Axel Schönberger]] (2016) scheint hervorzugehen, dass der Gravis gar kein Akzent war, sondern lediglich angab, dass eine Silbe, die bei isoliertem Vorkommen des Wortes oder am Ende eines phonetischen Wortes betont würde, innerhalb eines phonetischen Wortes ihren ursprünglichen Akzent proklitisch verlor und somit unbetont gesprochen wurde.


Als Fugenelemente erscheinen im [[Deutsche Sprache|Deutschen]] hauptsächlich ''-(e)s-, -e-, -(e)n-'' und ''-er-'' wie in ''Liebe'''s'''lied, nötig'''en'''falls, Wart'''e'''zimmer'' und ''gewiss'''er'''maßen.'' Die Fugenelemente im Deutschen sind aus [[Flexion]]s&shy;endungen oder andernorts geschwundenen Teilen des Wortstamms entstanden, wurden aber später zusätzlich auch in [[Analogie (Sprachwissenschaft)|Analogie]] dazu gebildet. Man unterscheidet „paradigmatische Fugenelemente“, d.&nbsp;h. Laute oder Lautverbindungen, die dem Flexionsparadigma des Erstglieds entsprechen, z.&nbsp;B. Genitiv-/Plural-Morphologie (''Geist'''es'''blitz, Geist'''er'''fahrer, Autor'''en'''honorar'') und unparadigmatische Fugen, die nicht zum Flexionsparadigma des Erstglieds gehören, z.&nbsp;B. ''Liebe'''s'''brief, Beobachtung'''s'''satellit''.<ref>Altmann, Kemmerling, 2005.</ref> Auch bei äußerlicher Gleichheit zählen Fugenelemente jedoch in keinem Fall als Flexion, da sie keine grammatischen Merkmale ausdrücken. Sie erfordern also keine Ausnahme zu der Regel, dass im Inneren von Komposita keine Flexionsformen vorkommen.
Die gesamte altgriechische (Vers-)Dichtung und [[Versmaß|Metrik]] beruht nicht wie im Deutschen auf dem Kontrast zwischen betonten und unbetonten Silben, sondern ausschließlich auf der Länge oder Kürze der jeweiligen Silben, den Moren.


Vollständige Regeln für ihr Auftreten gibt es nicht. Ein regelmäßiges Muster ist, dass bestimmte Derivations-[[Suffix]]e das Anhängen eines Fugen-s verlangen, wenn sie das Erstglied des Kompositums abschließen, so etwa bei ''-keit, -heit, -schaft, -ung, -ut, -ion, -ität, -tum.''
: ''Hinweis: '' Die [[Schulaussprache des Altgriechischen]] der verschiedenen Lehrtraditionen weicht in allen Fällen von der mittlerweile erforschten Phonologie der Sprache erheblich ab.
;Beispiele: Freiheit'''s'''liebe; Landschaft'''s'''gärtnerin; Meinung'''s'''bildung, Komposition-s-fuge
;Ausnahme ohne Fugen-s: ''Stellungnahme''.


=== Komplexe Komposita ===
== Morphologie ==
Wenn ein Kompositum als Verbindung zweier Stämme definiert wird, kann jeder beteiligte Stamm in sich zusammengesetzt sein. Es kann also wiederum ein Kompositum als Erst- oder Zweitglied auftreten oder jede andere Art von Wortbildung enthalten sein. Damit entsteht in der Komposition eine Möglichkeit der [[Rekursion]], wie sie sonst eher der Syntax zugesprochen wird.
Das Altgriechische ist eine stark [[Flektierender Sprachbau|flektierende Sprache]]; bedeutungstragende Wortstämme sind vielseitigen Wandlungen unterworfen. Sowohl der Vokal-[[Ablaut]] als auch insbesondere der Konsonantenwandel im [[Auslaut]] von Wortstämmen sind bei [[Deklination (Grammatik)|Deklination]] und [[Konjugation (Grammatik)|Konjugation]] häufig, ebenso wie in der Wortableitung und -bildung. Sie stellen für den Griechischlernenden ein großes Pensum an Lernstoff dar.


'''Beispiele:'''
Beispiele:
* Die griechische [[Wurzel (Linguistik)|Wurzel]] '''''bal''''' gibt den Begriff des Werfens wieder. Sie bildet das Verb {{lang|grc|βάλλειν|'''ball'''ein}} („werfen“), das in der [[Konjugation (Grammatik)|Konjugation]] Formen wie {{lang|grc|ἔβαλον|e'''bal'''on}} („ich warf“), {{lang|grc|βέβληκα|be'''blē'''ka}} („ich habe geworfen [und es liegt dort]“, [[Perfekt]]form) bildet; von der Wurzel leiten sich Wörter ab wie {{lang|grc|βέλος|'''bel'''os}} („Wurfgeschoss“) und {{lang|grc|βολή|'''bol'''ē}} („Wurf“).
* Von der Wurzel '''''lab''''' „nehmen“ werden gebildet: {{lang|grc|λαμβάνω|'''lamb'''anō}} („ich nehme“), {{lang|grc|ἔλαβον|e'''lab'''on}} („ich nahm“), {{lang|grc|λήψομαι|'''lēps'''omai}}, („ich werde mir nehmen“), {{lang|grc|ληφθήσομαι|'''lēph'''thēsomai}} („ich werde genommen werden“) und {{lang|grc|εἴλημμαι|ei'''lēm'''mai}} („ich bin genommen“).
* Die Wurzel '''''pod''''' mit der Bedeutung „Fuß“, im [[Genitiv]] {{lang|grc|ποδός|'''pod'''os}} zu erkennen, verschmilzt in der [[Nominativ]]form zu {{lang|grc|πούς|'''pous'''}} (aus ''*pods''), bildet eine [[Dativ]]-Pluralform {{lang|grc|ποσί|'''pos'''i}} (aus ''*podsi''); davon abgeleitet sind {{lang|grc|πηδόν|'''pēd'''on}} („Schiffsfuß, Steuerruder“) und {{lang|grc|τράπεζα|tra'''pez'''a}} (''tra'''ped'''-sa'', „Tisch“).
* Die Wurzel '''''prāg''''' „handeln, tun“ erscheint in der Konjugation des Perfekts [[Medium (Grammatik)|Medium]]/Passiv in vier unterschiedlichen Formen: {{lang|grc|πέπραγμαι|pe'''prag'''mai}} (1. Person Sg.), {{lang|grc|πέπραξαι|pe'''prax'''ai}} (2. Person Sg.), {{lang|grc|πέπρακται|pe'''prak'''tai}} (3. Person Sg.) und {{lang|grc|πέπραχθε|pe'''prach'''the}} (2. Person Pl.).


* ''Töpfereibetriebseröffnung'' = {Töpfereibetrieb} + {s} + {Eröffnung}. Rechtsglied: ''(die) Eröffnung'' ist der Kopf und macht das ganze Wort zu einem Femininum.
Zu dem Stamm treten verschiedene Präfixe und Endungen, die im Sinne eines [[Fusionaler Sprachbau|fusionalen Sprachbaus]] die unterschiedlichen grammatischen Parameter wiedergeben. Besondere Erscheinungen im Griechischen sind:
* ''Töpfereibetrieb'' = {Töpferei} + {Betrieb} (wiederum Komposition)
* das [[Augment]] ([[latein]]isch ''{{lang|la|augmentum}}'' „Zuwachs“), ein die Vergangenheit andeutendes Morphem (meist {{lang|grc|ε-}}), das dem Stamm vorangestellt wird.
* die [[Reduplikation (Sprache)|Reduplikation]]: Der Anlaut des Stammes wird verdoppelt, Beispiel {{lang|grc|θνῄσκω|thnēskō}} („ich liege im Sterben“), {{lang|grc|τέθνηκα|'''te'''thnēka}} („ich bin tot“, Perfektform)
* die Stammerweiterung durch ''/s/'' für den Aorist und das Futur: {{lang|grc|βλέπω|'''blep'''ō}} („ich sehe“), {{lang|grc|ἔβλεψα|e'''bleps'''a}} („ich sah (plötzlich)“), {{lang|grc|βλέψομαι|'''bleps'''omai}} („ich werde gesehen werden“).


[[Wortbildungsmorphem]]e wie das ''-ei'' in ''Töpferei'' sind hier zwar als Bestandteil im Inneren des Erstglieds sichtbar, sind aber als solche nicht am Vorgang der Komposition beteiligt. Die Ableitung von ''Töpferei'' letztlich aus ''Topf'' ist ein Wortbildungsprozess, der insgesamt zur Bildung eines komplexen Wortstamms ''Töpferei'' führt:
Des Weiteren verfügt das Altgriechische über eine Fülle von [[Morphem]]en, welche die grammatischen Kategorien als [[Infix (Linguistik)|Infixe]] und [[Affix (Linguistik)|Affixe]] wiedergeben. Das Altgriechische kommt bei Verben weitestgehend ohne zusammengesetzte Formen aus, das heißt, alle grammatischen Parameter lassen sich durch Anfügungen an die Wurzel bilden und vereinen sich in einem einzigen Wort.
* ''Töpferei'' = {Töpfer} + {-ei} ([[Derivation (Linguistik)|Derivation]] mit [[Suffix|Sufix]] {-ei})
So lässt sich ein so komplexer Ausdruck wie „ich werde mir [etwas] schreiben lassen“, der im Deutschen durch fünf einzelne Wörter ausgedrückt werden muss, im Altgriechischen durch eine einzige Verbform ausdrücken: {{lang|grc|γραφήσομαι|graphēsomai}}.
* ''Töpfer'' = {Topf} + {-er} (Derivation mit Suffix {-er})
Nur der so gebildete komplexe Wortstamm ''Töpferei'' als ganzer wird jedoch von der Kompositionsregel in der Bildung ''Töpferei+betrieb'' benutzt. Die Struktur des komplexen Kompositums ist also folgendermaßen darzustellen: ''<nowiki>[[</nowiki>Töpferei betriebs<nowiki>]</nowiki> eröffnung<nowiki>]</nowiki>''. Dabei ist die innere Struktur der komponierten Stämme nicht berücksichtigt, dies ist Sache eines weiteren Analyseschritts. Die Struktur bedingt die Interpretation der Komposita; so ist ein ''<nowiki>[</nowiki>Stadt <nowiki>[</nowiki>planungs büro<nowiki>]]</nowiki>'' etwas anderes als ein ''<nowiki>[[</nowiki>Stadt planung<nowiki>]</nowiki>s büro<nowiki>]</nowiki>''.


== Kompositionstypen ==
Auch die Wortbildung verfügt über zahlreiche Morpheme, die Ableitungen und Bedeutungsdifferenzierungen ermöglichen, im Griechischen sind ähnliche „Bandwurmwörter“ möglich wie im Deutschen. Berühmtes Beispiel ist das karikierende Endloswort
In der [[Sprachwissenschaft]] werden verschiedene Typen und Arten von Komposita unterschieden.
{{lang|grc|λοπαδο&shy;τεμαχο&shy;σελαχο&shy;γαλεο&shy;κρανιο&shy;λειψανο&shy;δριμ&shy;υποτριμματο&shy;σιλφιο&shy;καραβο&shy;μελιτο&shy;κατακεχυμενο&shy;κιχλεπι&shy;κοσσυφο&shy;φαττο&shy;περιστερ&shy;αλεκτρυον&shy;οπτο&shy;κεφαλλιο&shy;κιγκλο&shy;πελειο&shy;λαγῳο&shy;σιραιο&shy;βαφη&shy;τραγανο&shy;πτερύγων|<!-- wegen der Länge Zeilenumbruch
-->[[Lopadotemachoselachogaleokranioleipsanodrimhypotrimmatosilphiokarabomelitokatakechymenokichlepikossyphophattoperisteralektryonoptokephalliokinklopeleiolagoosiraiobaphetraganopterygon|<!-- wegen der Länge Zeilenumbruch
-->lopado&shy;temacho&shy;selacho&shy;galeo&shy;kranio&shy;leipsano&shy;drim&shy;hypotrimmato&shy;silphio&shy;karabo&shy;melito&shy;katakechymeno&shy;kichlepi&shy;kossypho&shy;phatto&shy;perister&shy;alektryon&shy;opto&shy;kephallio&shy;kinklo&shy;peleio&shy;lagoo&shy;siraio&shy;baphe&shy;tragano&shy;pterygon]]}} („austernschneckenlachsmuränen-essighonigrahmgekröse-butterdrosselnhasenbraten-hahnenkammfasanenkälber-hirnfeldtaubensiruphering-lerchentrüffelngefüllte Schüssel“) aus den ''[[Die Weibervolksversammlung|Ekklesiazusai]]'' des [[Aristophanes]] (Vers&nbsp;1169).


=== Herkömmliche Typisierung ===
== Grammatik ==
Herkömmlich werden Komposita (XY) nach semantischen Kriterien typisiert als:
{{Siehe auch|Altgriechische Flexion}}
Die ersten [[Grammatik]]<nowiki/>lehrbücher des [[Abendland|Abendlandes]] wurden zu [[Hellenismus|hellenistischer]] Zeit in der [[Philologie|philologischen]] Schule von [[Alexandria]] abgefasst. [[Aristarchos von Samothrake|Aristarch von Samothrake]] schrieb eine ''{{lang|grc-Latn|technē grammatikē}}'' des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die ''{{lang|grc-Latn|technē grammatikē}}'' des [[Dionysios Thrax]] (2.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die [[Syntax]] ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des [[Apollonios Dyskolos]] (2.&nbsp;Jahrhundert n.&nbsp;Chr.). Angeblich im Jahre 169/68 „importierten“ die Römer die griechische Grammatiklehre und adaptierten sie.


* '''Determinativkompositum''' (X bestimmt Y näher, z.&nbsp;B. um ''Baum'' näher zu klassifizieren, wird das Kompositum ''Apfelbaum'' gebildet)
Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum [[Latein|Lateinischen]], was [[Partizip|Partizipialkonstruktionen]] und sonstige satzwertige Konstruktionen ([[Accusativus cum infinitivo|AcI]] etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind&nbsp;– und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind bestimmte [[Artikel (Wortart)|Artikel]] im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft&nbsp;– beispielsweise werden die [[Zeitform|Zeitformen]] der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen.
* '''Possessivkompositum''' (X bestimmt Y näher, wobei XY nicht das Benannte Y ist, sondern [[Pars pro toto|pars-pro-toto]] fungiert, z.&nbsp;B. ''Glatzkopf'')
* '''Rektionskompositum''' (X bestimmt Y näher, wobei X sich wie eine Ergänzung verhält, die vom Grundwort verlangt wird, wie bei einem grammatischen Objekt, das von einem Verb [[Rektion|regiert]] wird, z.&nbsp;B. ''Frauenkenner, Autofahrer'')
* '''Kopulativkompositum''' (X und Y sind semantisch gleichwertig, z.&nbsp;B. ''süß-sauer'')


Beim Determinativkompositum bestimmt (determiniert, spezifiziert) ein Wortglied das andere. Possessivkomposita und Rektionskomposita werden dabei als Unterformen von Determinativkomposita verstanden.<ref>{{Internetquelle |autor=Donalies, Elke |url=https://books.google.de/books?id=dZtRgYJoXFcC&pg=PA64&dq=Rektionskompositum&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwiL0822o9frAhVI3aQKHRShDMYQ6AEwA3oECAIQAg#v=onepage&q&f=true |titel=Die Wortbildung des Deutschen |abruf=7. September 2020}}</ref>
Im Westen und auch in diesem Artikel werden oft lateinisch-basierte Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person&nbsp;…) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die (oft) direkte Übersetzungen ([[Lehnübersetzung|Lehnübersetzungen]]) der griechischen Begriffe darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute griechisch-basierte Begriffe aus der ''{{lang|grc-Latn|technē grammatikē}}'' des Dionysios Thrax verwendet.


=== Typenbildung nach Jacob oder Wilhelm Grimm ===
=== Deklination ===
Während die Typenbildung in Determinativ-, Possessiv- und Kopulativkomposita als synchronisch qualifiziert wird,<ref name="bußmann_2002_kompositum">Hadumod Bußmann (Hrsg.): ''Lexikon der Sprachwissenschaft.'' 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-45203-0 (Kompositum).</ref> hat Grimm unter historisch-genetischem Aspekt echte/eigentliche Komposita durch [[Juxtaposition]], Kasuskomposita (uneigentliche/unechte Komposita) und verdunkelte („versteinerte“) Zusammensetzungen unterschieden.<ref>Einzelheiten bei Hadumod Bußmann (Hrsg.): ''Lexikon der Sprachwissenschaft.'' 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-45203-0 (Komposition).</ref>
siehe [[Altgriechische Grammatik/Deklination]]


=== Typisierung nach den beteiligten Wortarten ===
=== Konjugation ===
{{überarbeiten|grund=Inhalt wahrscheinlich fehlerhaft, siehe Diskussionsseite}}
siehe [[Altgriechische Grammatik/Konjugation]]


Die unmittelbaren Konstituenten eines Kompositums können unterschiedlichen [[Wortart]]en angehören. „Fast alle Wortarten können miteinander kombiniert werden.“<ref>Langemann, Felgentreu (Hrsg.): ''Duden, Basiswissen Schule: Deutsch.'' 2. Auflage. 2006, ISBN 3-411-71592-8, S. 111.</ref> Es gibt „grundsätzlich keine Einschränkungen.“<ref>So Reimann Kessel: ''Basiswissen Deutsche Gegenwartssprache.'' 2005, S. 102.</ref> Allerdings kann ein Kompositum auch einer Wortart angehören, die keines seiner Bestandteile hat. So sind Zusammensetzungen mit Präpositionen als zweitem Glied üblicherweise selbst keine Präpositionen („nebenan“).
== Heutige Bedeutung ==
Im deutschsprachigen Raum ist das Griechische neben [[Latein]] seit dem ausgehenden Mittelalter bis heute eine wichtige [[Bildungssprache]].


Beispiele:<ref>Beispiele überwiegend nach Kessel, Reimann: ''Basiswissen Deutsche Gegenwartssprache.'' 2005, S. 102.</ref>
In Deutschland wird vorwiegend an humanistischen [[Gymnasium|Gymnasien]] (meist ab Klasse&nbsp;8 oder&nbsp;9) [[Griechischunterricht]] erteilt, zudem wird dort [[Gräzistik]] im Rahmen der [[Klassische Philologie|Klassischen Philologie]] an zahlreichen Universitäten als Lehrfach angeboten. Auch in [[Österreich]] und der [[Schweiz]] wird Altgriechisch nur an Gymnasien sowie an der Universität gelehrt. Altgriechisch ist neben Latein Pflichtfach im ''[[Liceo Classico]]'' (vergleichbar einem [[Humanistisches Gymnasium|Humanistischen Gymnasium]]) in [[Italien]].


{| class="wikitable"
Für Studiengänge wie [[Latinistik]], [[Theologie]], [[Klassische Archäologie]], [[Alte Geschichte]] und [[Philosophie]] ist das Griechisch-Examen, das sogenannte [[Graecum]], bis heute oft Voraussetzung. Grundlage für das in Schulen gelehrte Altgriechisch bildet das Attische des 5.&nbsp;und 4.&nbsp;Jahrhunderts v.&nbsp;Chr., aber auch Autoren anderer Dialekte werden behandelt.
|- class="hintergrundfarbe6"
! 1.\2. Bestandteil !! [[Substantiv]] !! [[Verb]] !! [[Adjektiv]] !! [[Adverb]] !! [[Präposition]]
|-
| class="hintergrundfarbe6" | '''Substantiv''' || Wort+bildung || seil+tanzen || blitz+schnell || fluss+abwärts || berg+auf
|-
| class="hintergrundfarbe6" | '''Verb''' || Koch+topf || dreh+bohren || klopf+fest || Tauge+nichts || Reiß+aus
|-
| class="hintergrundfarbe6" | '''Adjektiv''' || Blau+helm || rein+waschen || hell+gelb || rund+weg || rund+um
|-
| class="hintergrundfarbe6" | '''Adverb''' || Wieder+wahl || davon+laufen ||immer+grün || immer+fort || außen+vor
|-
| class="hintergrundfarbe6" | '''Präposition''' || Gegen+satz || wider+sprechen || vor+laut || vor+weg || neben+an
|}


Weitere Beispiele:
Griechisch-Gymnasiasten können ihre Fähigkeiten im internationalen [[Exploring the Ancient Greek Language and Culture|Exploring-the-Ancient-Greek-Language-and-Culture]]-Wettbewerb messen.
* (Substantiv + Substantiv; ''N+N-Komposita''): „Fuge+n+element“
* ((Adjektiv + Substantiv) + Substantiv): „Breit+maul+frosch“; „[[Dünnbrettbohrer|Dünn+brett+bohrer]]“
* ([[Pronomen]] + (Verb/Partizip + Substantiv)): „All+heilmittel“, „Ich+bewusstsein“
* ([[Partizip]] + Substantiv): „Bedeckt+samer“, „Lebend+gewicht“


Komposita kann man auch nach der Wortart der Kopfkonstituente einteilen in:<ref name="bußmann_2002_kompositum" />
Zahlreiche deutsche Ausdrücke ([[geflügeltes Wort]], [[Schwanengesang]]) und Sprichwörter („Im Wein liegt Wahrheit“, „Eine Hand wäscht die andere“) stammen ursprünglich aus altgriechischen Quellen und sind [[Lehnübersetzung]]en. Viele exemplarische [[Liste griechischer Phrasen|Redewendungen altgriechischer Autoren]] sind bis heute berühmt und werden vielfach zitiert.


;Substantivkomposita (Nomenkomposita, Nominalkomposita): „Renn+wagen“
Aus dem Altgriechischen entlehnte Wörter finden sich in zahlreichen wissenschaftlichen [[Fachsprache]]n, besonders in Gebieten, die bereits durch altgriechische Autoren bearbeitet wurden. Insbesondere im Bereich der [[Geometrie]], [[Naturwissenschaft]]en, [[Medizin]], [[Philosophie]] und [[Theologie]] sowie [[Rhetorik]] und [[Theaterwissenschaft]] haben [[Liste griechischer Wortstämme in deutschen Fremdwörtern|griechische Wortstämme]] das Fachvokabular geprägt.
;Adjektivkomposita: „himmel+blau“
;Verbkomposita: „zusammen+setzen“: '''Adverbkomposita''': „fluss+abwärts“


== Sonderfälle ==
Anders als etwa ältere Formen des Deutschen in der deutschen Sprache, spielt das Altgriechische auch im aktiven Wortschatz der neugriechischen Sprache eine Rolle: So werden antike Zitate und Redewendungen stets unübersetzt benutzt, Wortneubildungen und zusammengesetzte Wörter sind direkt aus dem Altgriechischen abgeleitet.


=== Zusammenrückungen ===
== Siehe auch ==
Bei den [[Zusammenrückung]]en werden mindestens zwei Wörter nach den Regeln der Syntax gebildet und als ein einziges Wort aufgefasst. Die Wörter werden also, so wie sie sind, zusammengerückt. Als Folge davon können Zusammenrückungen in ihrem Inneren auch Spuren von Flexion der beteiligten Wörter enthalten. Im Gegensatz zu den Komposita bestimmt die zweite Komponente nicht die Wortart des ganzen Ausdrucks (''Vergissmeinnicht, Taugenichts, Tunichtgut, Nichtsnutz''). Außerdem kommen in Komposita sonst keine Flexionselemente vor.<ref>{{Literatur |Autor=Franz Simmler |Titel=Flexions- und Wortbildungsmorphologie |Verlag=Weidler |Ort=Berlin |Datum=1998 |ISBN=3-89693-304-3}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Walter Henzen |Titel=Deutsche Wortbildung |Verlag=Niemeyer |Ort=Tübingen |Datum=1957}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Hilke Elsen |Titel=Komplexe Komposita und Verwandtes |Sammelwerk=Germanistische Mitteilungen |Band=69 |Datum=2009 |Seiten=57-71}}</ref>
* [[Altgriechische Grammatik]]
* [[Phonologie der Koine]]
* [[Polytonische Orthographie]]
* [[Liste griechischer Präfixe]]
* [[Liste griechischer Suffixe]]
* [[Liste von Gräzismen|Liste von Gräzismen (Griechische Lehnwörter in der deutschen Sprache)]]


{{Siehe auch|Synapsie}}
== Literatur ==
=== Geschichte ===
* [[Francisco R. Adrados]]: ''Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute''. Tübingen 2002, ISBN 3-7720-2981-7.
* Egbert Bakker (Hrsg.): ''{{lang|en|A Companion to the Ancient Greek Language}}''. Malden 2010.
* A.-F. Christidis (Hrsg.): ''{{lang|en|A History of Ancient Greek: From the Beginnings to Late Antiquity}}''. Cambridge u.&nbsp;a. 2007 (original Thessaloniki 2001).
* [[Hans Eideneier]]: ''Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute''. Tübingen 1999, ISBN 3-8233-5202-4.
* Lothar Willms: ''Klassische Philologie und Sprachwissenschaft''. Göttingen 2013, ISBN 978-3-8252-3857-5.


=== Autokomposita, Iterativkomposita ===
=== Geschichte und Gliederung der Dialekte ===
Es gibt eine schwach produktive Wortbildungsart, bei der durch Doppelung eines Wortes ein Kompositum gebildet wird.<ref>Andrzej Zdzisław Bzdęga: ''Reduplizierte Wortbildung im Deutschen.'' Praca wydana z zasiłku polskiej akademii nauk, Poznań 1965.</ref> Eine Grundform stellt das sogenannte '''Autokompositum''' ('''Selbstkompositum''') dar. Dass und wie Selbstkomposita interpretierbar sind, hat Günther in Experimenten nachgewiesen.<ref>Hartmut Günther: ''N + N: Untersuchungen zur Produktivität eines deutschen Wortbildungstyps.'' In: Leonard Lipka, Hartmut Günther (Herausgeber): ''Wortbildung.'' Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1981, ISBN 3-534-08128-5, Seite 258–280, Selbstkomposita: Seite 270ff.</ref> Geläufige Beispiele sind ''Helfershelfer'', ''Kindeskind'', ''Zinseszins'', die als Genitivkonstruktionen ''Helfer der Helfer'' etc. interpretiert werden können.<ref>Hilke Elsen: ''Grundzüge der Morphologie des Deutschen.'' De Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-023791-7, Seite 67.</ref> Andere Beispiele dienen unter anderem der Hervorhebung/Intensivierung, z.&nbsp;B. ''Film-Film,'' ''graugraue Hemden.''
* [[Albert Thumb]] u.&nbsp;a.: ''Handbuch der griechischen Dialekte''. Heidelberg. Bd.&nbsp;1: 1932; Bd.&nbsp;2: 1959.
* [[Rüdiger Schmitt (Indogermanist)|Rüdiger Schmitt]]: ''Einführung in die griechischen Dialekte''. Darmstadt 1991, ISBN 3-534-05672-8.
* [[Wolfgang Blümel (Epigraphiker)|Wolfgang Blümel]]: ''Die aiolischen Dialekte. Phonologie und Morphologie der inschriftlichen Texte aus generativer Sicht''. Göttingen 1982, ISBN 3-525-26218-3.
* [[Carl Darling Buck]]: {{lang|en|''The Greek Dialects''. Bristol 1999}}, ISBN 1-85399-556-8 (Reproduktion der Ausgabe Chicago 1928).
* [[Antonín Bartoněk]]: ''{{lang|en|Classification of the West Greek Dialects at the time about 350 B.&nbsp;C.}}'' Amsterdam 1972.
* [[José L. García-Ramón]]: ''{{lang|fr|Les origines postmycéniennes du groupe dialectal éolien}}''. Salamanca 1975.
* [[Yves Duhoux]]: ''{{lang|fr|Introduction aux dialectes grecs anciens}}''. Louvain-La-Neuve 1984, ISBN 2-87077-177-0.
* [[Domenico Musti]] (Hrsg.): ''{{lang|it|Le origini dei greci – Dori e mondo egeo}}''. Rom 1990, ISBN 88-420-3517-3.
* [[Julián Méndez Dosuna]]: ''{{lang|es|Los dialectos Dorios del noroeste. Gramatica y estudio dialectal}}''. Salamanca 1985, ISBN 84-7481-327-1.


Gelegentlich wird dabei der anlautende Konsonant variiert, häufiger aber der [[Stammvokal]] des Ausgangswortes.
=== Etymologische Wörterbücher ===
* [[Alois Vanicek]]: ''Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch''. Wiesbaden 1972 (Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1877). Digitalisate im [[Internet Archive]]: {{Digitalisat|IA=griechischlatei00vanigoog|LT=Band&nbsp;I|SZ=n6}}, {{Digitalisat|IA=griechischlatei01vangoog|LT=Band&nbsp;II|SZ=n8}}.
* [[Hjalmar Frisk]]: ''Griechisches etymologisches Wörterbuch''. Heidelberg 1973 (3&nbsp;Bände). {{archive.org |hjalmar |Digitalisat der Ausgabe von 1960}}; [http://ieed.ullet.net/friskL.html online im HTML-Format] (Achtung, Dateigröße 7,9&nbsp;MB).
* [[Manfred Mayrhofer]]: ''Etymologisches Wörterbuch des Altindoarischen'' (EWAia). I–III. Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1992/1998/2001. ISBN 3-533-03826-2.
* [[Pierre Chantraine]]: ''{{lang|fr|Dictionnaire étymologique de la langue grecque. Histoire des mots}}''. Klincksieck, Paris 2009, ISBN 978-2-252-03681-5.
* Robert Stephen Paul Beekes: ''{{lang|en|Etymological dictionary of Greek}}''. Leiden 2010, ISBN 978-90-04-17420-7 (2&nbsp;Bände).


;Beispiel
=== Wörterbücher ===
: Konsonantenvariation/Reimdoppelung: '''''Sch'''icki'''m'''icki'', '''l'''ari'''f'''ari;
* [[Wilhelm Gemoll]]: ''Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch''. München 2006, ISBN 3-486-13401-9. {{Digitalisat |MDZ=10930493}} ([[Münchener Digitalisierungszentrum]]).
: häufiger ist Vokalvariation/Ablautdoppelung: ''M'''i'''schm'''a'''sch'', ''W'''i'''rrw'''a'''rr'', ''Schn'''i'''ckschn'''a'''ck''.
* [[Langenscheidt]]: Langenscheidts Taschenwörterbuch Altgriechisch, München, ISBN 978-3-468-11032-0 (basierend auf dem [[Hermann Menge#Werke (Auswahl)|Wörterbuch von H. Menge]]).
Diese Beispiele werden oft nicht als Komposita, sondern als Fälle von [[Reduplikation (Sprache)|Reduplikation]] analysiert. Dazu gehören auch '''[[Onomatopoetika]]''' wie ''Kuckuck,'' ''Tamtam,'' ''Wauwau'', da sie nicht aus Wörtern gebildet, sondern lautmalerisch urgeschöpft werden.<ref>[[Helmut Glück]] (Hrsg.): ''Metzler-Lexikon Sprache.'' 4., aktualisierte und überarbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02335-3, Artikel ''Reduplikationsbildung''</ref>
* [[Henry Liddell]], [[Robert Scott (Altphilologe)|Robert Scott]], [[Henry Stuart Jones]] u.&nbsp;a.: ''{{lang|en|[[A Greek-English Lexicon]]}}''. Oxford 1996, ISBN 0-19-864226-1.
* [[Wilhelm Pape]]: ''[[Handwörterbuch der griechischen Sprache]] in 4 Bänden''. ADEVA, Graz 1954 (Nachdruck der Ausgabe Braunschweig 1842).
* Wilhelm Pape: ''Griechisch-Deutsch [Elektronische Ressource]: altgriechisches Wörterbuch.'' Neusatz und Faksimile, [[Directmedia Publishing]], Berlin 2005, ISBN 3-89853-517-7.


=== Phrasenkomposita ===
=== Grammatiken ===
In Phrasenkomposita besteht das Erstglied nicht aus einem Wortstamm, sondern aus einem ganzen selbständigen Ausdruck. Meistens handelt es sich dabei um einen mehr oder weniger geläufigen Ausdruck:
* [[Eduard Bornemann]] und [[Ernst Risch (Altphilologe)|Ernst Risch]]: ''Griechische Grammatik''. Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-425-06850-4.
* [[Herbert W. Smyth]]: ''{{lang|en|Greek Grammar}}''. Cambridge/Mass. 1984, ISBN 0-674-36250-0.
* [[Adolf Kaegi]]: ''Kurzgefasste griechische Schulgrammatik''. Hildesheim 2001, ISBN 3-615-70100-3 (Erstausgabe Berlin 1884).
* [[Raphael Kühner]], [[Friedrich Blass]], [[Bernhard Gerth]]: ''Ausführliche Grammatik der griechischen Sprache''. Darmstadt 2015, ISBN 978-3-534-26732-3 (Erstausgabe Hannover 1890–1892).
* Evert van Emde Boas, Albert Rijksbaron, Luuk Huitink, Mathieu de Bakker: ''The Cambridge Grammar of Classical Greek''. University Printing House, Cambridge 2019, ISBN 978-0-521-12729-5.


seine Alles-oder-nichts-Haltung, die Wer-war-das-Frage
=== Historische Grammatik ===
* [[Eduard Schwyzer]]: ''Griechische Grammatik''. München 1990ff. (3&nbsp;Bände).
* [[Helmut Rix]]: ''Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre''. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1992, ISBN 3-534-03840-1.
* [[Andrew L. Sihler]]: ''{{lang|en|New Comparative Grammar of Greek and Latin}}''. New York 1995, ISBN 0-19-508345-8.


[[Richard Wiese|Wiese]] analysiert solche Komposita als die Verwendung von Zitaten innerhalb der Komposita.<ref>{{Literatur |Autor=Richard Wiese |Titel=Phrasal compounds and the theory of word syntax |Sammelwerk=Linguistic Inquiry |Band=27 |Nummer=1 |Datum=1996 |Seiten=183-193}}</ref> Das Argument dafür ist, dass auch Elemente aus ganz anderen Zeichensystemen, z. B. aus fremden Sprachen, in Phrasenkomposita vorkommen können:
=== Aussprache ===
* W. Sidney Allen: ''{{lang|en|Vox Graeca. A Guide to the Pronunciation of Classical Greek}}''. Cambridge 1968, (Taschenbuchausgabe 1987), ISBN 0-521-33555-8.
* Eric Dieu: ''Traité d’accentuation grecque'' (= ''Innsbrucker Beiträge zur Sprachwissenschaft.'' Band 168). Institut für Sprachwissenschaft der Universität Innsbruck, Innsbruck 2022, ISBN 978-3-85124-755-8.
* Axel Schönberger: ''Zur Behandlung der Akzentuierung des Altgriechischen in ausgewählten deutschen Darstellungen unter kritischer Betrachtung griechischer Quellen des ersten Jahrtausends nach Christus.'' Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-936132-39-7.


diese Rien-ne-va-plus-Behauptung, das @-Zeichen, die No-future-Jugendlichen
=== Lehrbücher ===
* Christophe Rico et al.: ''Polis – Altgriechisch lernen wie eine lebende Sprache''. Übersetzung aus dem Französischen von [[Helmut Schareika]], Helmut Buske Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-87548-571-4.
* Günther Zuntz: ''[[Griechischer Lehrgang]].'' 3&nbsp;Bände, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1983. Als freie PDFs verfügbar.


== Schreibung ==
== Weblinks ==
{{Incubator|Wp/grc|Altgriechisch}}
{{Wiktionary|Altgriechisch}}
{{Wiktionary|Wiktionary:Altgriechisch|Portal:Altgriechisch}}
* {{DNB-Portal|4113791-7}}


=== Deutsche Rechtschreibung ===
=== Wörterbücher ===
In der deutschen Orthografie werden Komposita heute in der Regel zusammengeschrieben. Eine Alternative ist die Trennung der einzelnen Kompositumsbestandteile voneinander mit Bindestrich.
{{Wikisource|Wörterbücher#Altgriechisch|Altgriechische Wörterbücher}}
* Daniel Ackermann, Christiane Schwind: [https://graecum-latinum.de/gr_texte/nike.pdf {{lang|grc|ΝΙΚΗ|NIKE}}&nbsp;– Ein Überlebenswortschatz für das Graecum] (PDF; 1,9&nbsp;MB)
* Wilhelm Gemoll: [https://gemoll.eu/ Griechisch-deutsches Schul- und Handwörterbuch], 1.&nbsp;Auflage 1908
* Egon Gottwein: [https://www.gottwein.de/GrWk/Gr00.php Altgriechisches Online-Wörterbuch griechisch&nbsp;– deutsch&nbsp;– griechisch]
* Wilhelm Pape: [http://www.zeno.org/Pape-1880 Handwörterbuch der griechischen Sprache], 1914
* Hjalma Frisk: [http://ieed.ullet.net/friskL.html Griechisches Etymologisches Wörterbuch] (7,5&nbsp;MB)
* S. C. Woodhouse: [https://artflsrv03.uchicago.edu/efts/woodhouse/woodhouse_search.html {{lang|en|English-Greek Dictionary. A Vocabulary of the Attic Language}}], 1910
* Henry George Liddell, Robert Scott: [http://stephanus.tlg.uci.edu/lsj/#eid=1&context=lsj {{lang|en|The Online Liddell-Scott-Jones Greek-English Lexicon}}], Hrsg. Maria Pantelia&nbsp;/ [[Thesaurus Linguae Graecae]] 2011.
* Perseus Word Study Tool: [http://www.perseus.tufts.edu/hopper/morph?l=&la=greek#lexicon perseus.tufts.edu]: Liddell-Scott-Jones, Middle Liddell, Slater, Authenrieth


Eine Schreibung mit Bindestrich ist vorgesehen bei Komposita mit Einzelbuchstaben (''S-Kurve''), Abkürzungen (''Fußball-WM''), Ziffern (''100-prozentig''), fremdsprachlichen Bildungen (''Make-up''). Auch zur Vermeidung von Missverständnissen oder Leseschwierigkeiten kann ein Bindestrich verwendet werden. So kann das schwer lesbare Wort ''Reihensechszylinderwirbelkammervierventilturbodieselmotor'' auch ''Reihen-Sechszylinder-Wirbelkammer-Vierventil-Turbo-Dieselmotor'' geschrieben werden, niemals aber mit Leerzeichen. Ein [[Leerzeichen in Komposita|Leerzeichen in einem Kompositum]] ist in jedem Fall unzulässig.
=== Sprachlehrgänge ===
* F. J. Mehr: [https://www.instructioneducation.info/inhaltgriech.html ''Online-Kurs Altgriechisch''] (ziemlich umfangreicher Einstiegskurs; kein Unicode, erfordert Installation von Windowsfont)
* Egon Gottwein: [https://www.gottwein.de/grueb/gr000.php ''Sprachkurs für Altgriechisch''] (altgriechischer Online-Sprachkurs in 100 Lektionen)
* [[Günther Zuntz]]: ''[[Griechischer Lehrgang]]'' (Lehrgang in 86 Lektionen, als Download beziehbar, siehe im Artikel)


=== Englische Rechtschreibung ===
=== Bibliographien ===
Im Englischen werden Komposita für gewöhnlich mit Leerzeichen geschrieben, aber deren Bestimmungswörter werden mit Bindestrich kombiniert, wenn sonst das Verständnis beeinträchtigt wäre. Dies betrifft besonders Kombinationen von Zahlen und Substantiven, aber auch Kombinationen aus anderen Wortteilen.
* Wörterbücher, Sprachliche Schlüssel, Grammatiken&nbsp;– {{Webarchiv |url=http://www-user.uni-bremen.de/~wie/texte/books-german.html |text=Liste von Büchern zum Erlernen des Neutestamentlichen Griechisch |wayback=20160518071057}}.
* Archiv Karlo Vegelahn: [http://www.karlo-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie Griechisch] (Wörterbücher/Grammatik)


Traditionell wurden auch viele zweiteilige Komposita mit Bindestrich geschrieben, aber heutzutage werden sie zunehmend entweder getrennt oder zusammengeschrieben, besonders im amerikanischen Englisch. Traditionell wurden neue Begriffe wie ''homepage'' erst lange ''home&nbsp;page'' geschrieben, erst viel später ''home-page'' und nur selten und nach langer Etablierung als ''homepage''.
=== Textsammlungen ===
{{Wikisource|Kategorie:Altgriechisch|Altgriechische Texte bei Wikisource}}
{{Wikiquote|Griechische Sprichwörter}}
* [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html Bibliotheca Graeca], griechische Texte in der [[Bibliotheca Augustana]]
* [https://www.gottwein.de/dicta/dic_00.php Griechische und lateinische Sprichwörter] (private Seite, Egon Gottwein)
* [http://www.chairete.de/ Materialien zum Altgriechischen, Autoren] (private Seite, Jörg Dittmer)


Der ''Reihen-Sechszylinder-Wirbelkammer-Vierventil-Turbo-Dieselmotor'' wäre auf Englisch also theoretisch ein ''inline six-cylinder swirl chamber four-valve turbodiesel engine''. Im Englischen sind jedoch Komposita mit mehr als vier Teilen verpönt; selbst vierteilige werden wenn möglich mit ''of'' oder anderen Präpositionen umformuliert, z.&nbsp;B. ''four-valve turbodiesel engine with (an) inline six-cylinder swirl chamber''.
=== Sonstiges ===
* [https://www.gottwein.de/beta/dictio/converter.php Betacode-Converter zum Schreiben griechischer Texte] (Egon Gottwein)
* [https://spw.uni-goettingen.de/projects/aig/lng-grc.html {{lang|en|glottothèque&nbsp;– Ancient Indo-European Grammars online}}], eine Onlinesammlung von Videos zu altindogermanischen Sprachen, produziert von der Georg-August-Universität Göttingen (englisch)


== Quantitative Aspekte ==
== Einzelnachweise ==
Verschiedene quantitative Überlegungen lassen sich zu Komposita anstellen.<ref>[[Gabriel Altmann]]: ''Hypotheses about compounds.'' In: Rolf Hammerl (Hrsg.): ''Glottometrika 10''. Brockmeyer, Bochum 1989, ISBN 3-88339-700-8, S. 100–107.</ref> Eine geht der Frage nach, aus wie vielen Lexemen Komposita zusammengesetzt sind und wie häufig die verschieden langen Komposita vorkommen.<ref>[[Karl-Heinz Best]]: ''Längen von Komposita im Deutschen.'' In: ''Glottometrics.'' 23, 2012, S.&nbsp;1–6 ([https://www.ram-verlag.eu/wp-content/uploads/2018/08/g23zeit.pdf#page=4 PDF]; 1,82&nbsp;MB).</ref> Eine weitere gilt der Frage, aus Wörtern welcher Wortart die Komposita zusammengesetzt sind. Dazu hat Gnatchuk Untersuchungen an Komposita in englischen Prosa-Texten<ref>Hanna Gnatchuk: ''A quantitative investigation of English compounds in prose texts'', in: ''Glottometrics'' 32, 2015, S. 1–8 (PDF [https://www.ram-verlag.eu/wp-content/uploads/2018/08/g32zeit.pdf#page=4 Volltext])</ref> sowie in englischen wissenschaftlichen Texten durchgeführt.<ref>Hanna Gnatchuk: ''A Quantitative Analysis of English Compounds in Scientific Texts'', in: ''Glottometrics'' 33, 2016, S. 1–7 (PDF [https://www.ram-verlag.eu/wp-content/uploads/2018/08/g33zeit.pdf#page=5 Volltext]).</ref> Weitere Untersuchungen galten den Komposita in einem deutschsprachigen Fachbuch über Wirtschaftsinformatik<ref>Ekaterina Shmidt, Hanna Gnatchuk: ''German Compounds in the Texts of Technical Science'', in: ''Glottometrics'' 35, 2016, S. 1–5 (PDF [https://www.ram-verlag.eu/wp-content/uploads/2018/08/g35zeit.pdf#page=4 Volltext]).</ref> und denen in Büchern zur Computerwissenschaft im Ukrainischen.<ref>Denys Ishutin, Hanna Gnatchuk: ''Ukrainian compounds in the texts of computer science'', in: ''Glottometrics'' 39, S.&nbsp;88–92 (PDF [https://www.ram-verlag.eu/wp-content/uploads/2018/08/g39zeit.pdf#page=91 Volltext])</ref> Die Mittel, mit denen die Übergangsstelle zwischen Kompositionsgliedern gestaltet wird, sind ein zusätzliches Thema Gnatciucs & Gnatchuks am Beispiel eines Buches über Wirtschaftsinformatik.<ref>Anastasia Gnatciuc, Hanna Gnatchuk: ''Linking Elements of German Compounds in the Texts of Technical Science'', in: ''Glottometrics'' 40, 2018, S. 46–50 (PDF [https://www.ram-verlag.eu/wp-content/uploads/2018/01/g40zeit.pdf#page=49 Volltext]).</ref> Noch ein anderer Aspekt besteht darin, dass kürzere Wörter mehr an der Bildung von Komposita beteiligt sind als längere.<ref>Christopher Michels: ''The relationship between word length and compounding activity in English'', in: ''Glottometrics'' 32, 205, S. 88–98 (PDF [https://www.ram-verlag.eu/wp-content/uploads/2018/08/g32zeit.pdf#page=91 Volltext]).</ref> In all diesen Fällen konnte gezeigt werden, dass die beobachteten Verhältnisse mathematischen Modellen genügen.
<references />


== Siehe auch ==
{{Lesenswert|12. Oktober 2007|37763718}}
* [[Kofferwort]]
{{Normdaten|TYP=s|GND=4113791-7|LCCN=sh85057151|REMARK=Ansetzungsform GND: „Griechisch“.}}
 
== Literatur ==
* [[Hadumod Bußmann]] (Hrsg.), Hartmut Lauffer: ''Lexikon der Sprachwissenschaft.'' 4., durchgesehene und bibliographisch ergänzte Auflage. Kröner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-520-45204-7.
* [[Johannes Erben]]: ''Einführung in die deutsche Wortbildungslehre.'' 3., neu bearbeitete Auflage. Schmidt, Berlin 1993, ISBN 3-503-03038-7.
* Elke Donalies: ''Die Wortbildung des Deutschen: Ein Überblick.'' 2., überarbeitete Auflage. Narr-Verlag, Tübingen 2005, ISBN 978-3-8233-6131-2.
* Hilke Elsen: ''Grundzüge der Morphologie des Deutschen.'' 2. Auflage. De Gruyter, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-035893-3.
* Wolfgang Fleischer, Irmhild Barz: ''Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache.'' 4., vollständig neu bearbeitete Auflage. De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-025663-5.
* Rochelle Lieber, Pavol Štekauer: ''The Oxford Handbook of Compounding.'' OUP, New York 2009, ISBN 978-0-19-969572-0.
* Sascha Michel: ''Morphologie.'' Narr, Tübingen 2020, ISBN 978-3-8233-8145-7.
* [[Bernd Naumann (Germanist)|Bernd Naumann]]: ''Einführung in die Wortbildungslehre des Deutschen.'' 3., neu bearbeitete Auflage. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2000, ISBN 978-3-484-25004-8.
* [[George A. Miller]]: ''Wörter. Streifzüge durch die Psycholinguistik.'' Herausgegeben und aus dem Amerikanischen übersetzt von [[Joachim Grabowski]] und [[Christiane Fellbaum]]. Spektrum der Wissenschaft, Heidelberg 1993; Lizenzausgabe: Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1995; 2. Auflage ebenda 1996, ISBN 3-86150-115-5, S. 137–141 (''Zusammengesetzte Wörter'').
* [[Damaris Nübling]], Antje Dammel, Janet Duke, Renata Szczepaniak: ''Historische Sprachwissenschaft des Deutschen. Eine Einführung in die Prinzipien des Sprachwandels'' (= ''Narr Studienbücher''). 5. Auflage. Narr Francke Attempto, Tübingen 2017, ISBN 3-8233-8073-7.
* Susan Olsen: ''Wortbildung im Deutschen. Eine Einführung in die Theorie der Wortstruktur.'' Kröner, Stuttgart 1986, ISBN 3-520-66001-6.
* Susan Olsen: [http://www.degruyter.com/view/j/zfsw.1986.5.issue-1/zfsw.1986.5.1.5/zfsw.1986.5.1.5.xml ''„Argument-Linking“ und unproduktive Reihen bei deutschen Adjektivkomposita.''] In: ''Zeitschrift für Sprachwissenschaft.'' Band 5, Vandenhoeck & Ruprecht, 1986, ISSN 0721-9067, S.&nbsp;5–24.
* Lorelies Ortner, Elgin Müller-Bollhagen u.&nbsp;a.: ''Substantivkomposita. (Komposita und kompositionsähnliche Strukturen 1).'' De Gruyter, Berlin 1991, ISBN 3-11-012444-0.
* Maria Pümpel-Mader, Elsbeth Gassner-Koch, Hans Wellmann unter Mitarbeit von Lorelies Ortner: ''Adjektivkomposita und Partizipialbildungen. (Komposita und kompositionsähnliche Strukturen 2).'' De Gruyter, Berlin 1992, ISBN 3-11-012445-9.
* Elisabeth O. Selkirk: ''The syntax of words.'' 2. Auflage. MIT Press, Cambridge, Mass. 1982, ISBN 0-262-19210-1 / ISBN 0-262-69079-9.
* [[Ludwig Tobler]]: ''Über die psychologische Bedeutung der Wortzusammensetzung mit Bezug auf nationale Charakteristik der Sprachen.'' In: ''Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft.'' Band 5, 1868, S.&nbsp;205–232.
* [[Ralf Methling]]: ''Warum die Wörter im Deutschen so lang sind. Von Bandwurmwörtern und skurrilen Wortschöpfungen.'' Dudenverlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-411-77182-0.
 
== Weblinks ==
{{Wiktionary|Determinativkompositum}}
{{Wiktionary|Komposition}}
{{Wiktionary|Kopulativkompositum}}
{{Wiktionary|Zusammensetzung}}
* [http://fak1-alt.kgw.tu-berlin.de/call/linguistiktutorien/morphologie/morphologie%20k3.html#kompo Wortbildung I: Komposition], TU Berlin > Fakultät I > Institut für Sprache und Kommunikation
* {{Webarchiv | url=http://www.institut1.de/602_Komposita_zusammengesetzte_Woerter.html | wayback=20080315180452 | text=Komposita – zusammengesetzte Wörter – aus Verben und Substantiven, die neue Adjektive ergeben}}
 
== Einzelnachweise ==
(Kurzzitate beziehen sich auf die Titel in der obigen Literaturliste)
<references responsive />


[[Kategorie:Wortart]]
[[Kategorie:Altgriechische Sprache| ]]
[[Kategorie:Linguistische Morphologie]]
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[[Kategorie:Sprachstufe]]
[[Kategorie:Korpussprache]]
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Aktuelle Version vom 15. Juli 2026, 09:54 Uhr

Altgriechisch
Zeitraum etwa 800 bis 300 v. Chr. (literarisch bis 600 n. Chr.)

Ehemals gesprochen in

zunächst südliche Balkanhalbinsel, dann östlicher Mittelmeerraum und griechische Kolonien
Linguistische
Klassifikation

indogermanische Sprachen, vielleicht Balkanindogermanisch (mit Armenisch und Albanisch)

  • Altgriechisch
Sprachcodes
ISO 639-1

–

ISO 639-2

grc (historische griechische Sprache bis 1453)

ISO 639-3

grc (historische griechische Sprache bis 1453)

Altgriechisch (altgriechische Eigenbezeichnung: ἡ ἑλληνική [γλῶσσα] hē hellēnikḗ [glṓssa] (Anm.) „die griechische Sprache“; neugriechisch αρχαία ελληνική [γλώσσα] archéa ellinikí [glóssa]) ist die antike Sprachstufe der griechischen Sprache, einer indogermanischen Sprache im östlichen Mittelmeerraum, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt, möglicherweise über eine balkanindogermanische Zwischenstufe.

Unter dem Begriff Altgriechisch werden Sprachformen und Dialekte zusammengefasst, die zwischen der Einführung der griechischen Schrift (etwa 800 v. Chr.) und dem Beginn der hellenistischen Ära (etwa 300 v. Chr.)[1] und zumindest in der Literatur noch sehr viel länger, nämlich bis zum Ende der Antike (um 600 n. Chr.), verwendet wurden. Als Norm für das klassische Altgriechisch gilt der literarische attische Dialekt des 5. und 4. Jahrhunderts vor Christus, die Sprache von Sophokles, Platon und Demosthenes. Die Sprachstufe vor dem Altgriechischen war das mykenische Griechisch, das zwischen 1600 und 1100 v. Chr. belegt ist, die Sprachstufe nach dem Altgriechischen, zwischen etwa 600 und 1453 (Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen), wird gemeinhin als Mittelgriechisch oder byzantinisches Griechisch bezeichnet; das darauf folgende Neugriechische, die Amtssprache des modernen Griechenland und der Republik Zypern, hat sich nachvollziehbar kontinuierlich aus dem Alt- beziehungsweise Mittelgriechischen entwickelt.

Die altgriechische Sprache hat einerseits durch die Vermittlung durch das Lateinische, die wesentlichste Bildungssprache im westlichen Europa bis ins 19. Jahrhundert, andererseits durch die exemplarische erhaltene Literatur vor allem in den Bereichen Philosophie, Naturwissenschaft, Geschichtsschreibung, Dichtung, Musik und Theater eine herausragende Bedeutung für das gesamte Abendland. Hinzu kommt ihre Bedeutung als Sprache des Neuen Testaments für Religion und Theologie des Christentums. Auch hat sie durch diesen Einfluss die anderen europäischen Sprachen geprägt: Eine Vielzahl von Lehnübersetzungen, Lehn- und Fremdwörtern hat in europäische Sprachen Eingang gefunden und wird in diversen Fachsprachen verwendet.

Der Sprachcode nach ISO 639 für Alt- und Mittelgriechisch (bis 1453) ist grc.[2]

(Anm.) 
attisch: γλῶττα glṓtta statt γλῶσσα glṓssa

Textprobe

(1) Originaltext: πεπεισμένος δὲ πειρῶμαι καὶ τοὺς ἄλλους πείθειν ὅτι τούτου τοῦ κτήματος
(2) Transkription: pepeisménos dè peirōmai kaì toùs állous peíthein hóti toútou toū ktḗmatos
(3) IPA: pepeːzménos dè peːrɔ̂ːmai̯ kaì̯ tùːs álːuːs péːtʰeːn hóti túːtuː tûː ktɛː́matos
(4) Interlinear: überzeugt also versuche-ich auch die anderen zu-überzeugen dass dieses des Besitzes
(1) τῇ ἀνθρωπείᾳ φύσει συνεργὸν ἀμείνω Ἔρωτος οὐκ ἄν τις ῥᾳδίως λάβοι.
(2) tē anthrōpeia physei synergon ameinō Erōtos ouk an tis rhadiōs laboi.
(3) tɛ̂ː(i̯) antʰrɔːpéːaː(i̯) pʰýseː synergòn améːnɔː érɔːtos uːk án tis rʰaː(i̯)díɔːs láboi̯
(4) für-die menschliche Natur Helfer besseren (als-die)-Liebe nicht wer mühelos bekommen-kann

Übersetzung: „Selbst überzeugt, versuche ich, auch die anderen zu überzeugen, dass man zur Erlangung dieses Guts einen besseren Helfer für die menschliche Natur als die Liebe schwerlich finden kann.“

(Platon: Symposion 212B)[3]

Klassifikation

Das Altgriechische lässt sich als indogermanische Sprache klassifizieren, leitet sich also vom Ur-Indogermanischen ab, das sich wahrscheinlich im 4. Jahrtausend v. Chr. in verschiedene Primärzweige aufspaltete. Einer davon wird oft als Balkanindogermanisch bezeichnet, aus dem sich später unter anderem das Altgriechische und das Phrygische entwickelt haben. Lautbestand und Vokabular des Altgriechischen weichen jedoch von allen anderen Sprachen der indogermanischen Sprachfamilie so erheblich ab, dass man von einer starken Substratwirkung der „vorgriechischen“ Sprachstufen auf die griechischen Idiome ausgeht.[4]

Den Ursprung vieler nicht-indogermanischer Wörter des Griechischen (etwa θάλασσα thalassa „Meer“ und νῆσος nēsos „Insel“) vermuten Forscher in der Sprache oder den Sprachen der Bewohner Griechenlands vor Ankunft der indogermanischen Völker um 2000 v. Chr., die auch als ägäische Sprachen bezeichnet werden. Die vorgriechische Bevölkerung hieß im Altgriechischen unter anderem Πελασγοί Pelasgoi „Pelasger“.[5] Sicher haben auch das Minoische und Eteokretische, vorgriechische Sprachen auf Kreta, das Vokabular des frühen Griechisch beeinflusst.[3]

Geschichte

Die ältesten Schriftzeugnisse des Griechischen sind in Linear B abgefasst und stammen aus dem 14. Jahrhundert bis frühen 12. Jahrhundert v. Chr.[6] Die damit in der mykenischen Kultur (1600–1050 v. Chr.) geschriebene Sprache wird als mykenisches Griechisch bezeichnet und als frühgriechischer Dialekt, nicht jedoch als direkter „Vorgänger“ des klassischen Griechisch gesehen.[4] Aus der Zeit zwischen ca. 1200 und 800 v. Chr. gibt es keine schriftlichen Quellen des Griechischen; mit den Epen Homers, die vermutlich zwischen 850 und 700 v. Chr. entstanden, begegnet uns erstmals ein literarisches Werk in altgriechischer Sprache. Die Sprache Homers ist eine künstlich gebildete Literatursprache, die vorwiegend aus ionischen und äolischen Elementen besteht. Zu dieser Zeit muss das Altgriechische in verschiedenen Dialekten im südlichen Balkan und um die Ägäis weit verbreitet gewesen sein.

Die griechischen Dialekte im Kern des griechischen Siedlungsgebiets
Dialekte der Magna Graecia, dem sogenannten Großgriechenland

Nach und nach wurde mit der steigenden kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung der Poleis und ihrer Kolonien im gesamten Mittelmeerraum das Griechische zu einer Weltsprache der Antike. Man schätzt die Zahl der Griechisch-Sprecher zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. auf sieben Millionen Menschen, zur Zeit Alexanders des Großen auf neun Millionen.[4] Als Staatssprache des Reichs Alexanders und seiner Nachfolger verbreitete es sich bis Ägypten und Mittelasien, als Zweitsprache der Oberschichten des Römischen Reiches bis Großbritannien, Spanien und Nordafrika.

Altgriechisch wird in vier Dialektgruppen gegliedert, das Ionisch-Attische, das Arkadisch-Kyprische, das Äolische sowie Westgriechisch, das aus dorischen und nordwestgriechischen Dialekten bestand. Neben diesen epichorisch gesprochenen – also „lokalen“ oder „einheimischen“, d. h. regional verteilten, – Dialekten entwickelten sich auch sogenannte literarische Dialekte: Verschiedene Gattungen der Versdichtung bedienten sich hauptsächlich vierer Varianten der epichorischen Dialekte (Ionisch, Äolisch, Dorisch und Attisch). Die literarische Prosa war zu Beginn von ionisch schreibenden Autoren bestimmt (den Naturphilosophen Thales, Anaximander und Anaximenes; Herodot), doch setzte sich im 5. Jahrhundert v. Chr. das Attische als vorherrschender literarischer Dialekt durch und wurde durch Autoren wie Thukydides, Xenophon und Platon zum klassischen literarischen Vorbild für die gesamte griechische Literatur. Diese Sprachform wurde fortan von den meisten Autoren der Antike als Literatursprache verwendet und gilt bis in die Gegenwart als Norm für das Altgriechische.[4]

Schon zur Zeit des Hellenismus, als Griechisch im Gebiet zwischen Adria und Euphrat zur lingua franca avancierte, begann allerdings ein langsamer Wandel in Hinsicht auf Aussprache, Betonung und Grammatik, der bis zum Ende der Spätantike weitgehend abgeschlossen war. In Abgrenzung zum Mittelgriechischen (ca. 600 bis 1500) und Neugriechischen werden aber auch die hellenistischen (Koine, etwa 300 v. Chr. bis 300 n. Chr.) und spätantiken (etwa 300 bis 600 n. Chr.) Sprachformen noch zum Altgriechischen gezählt. Die einflussreichsten in der Koine verfassten Werke sind dabei fraglos die im Neuen Testament versammelten Texte.

In der weltlichen Literatur bildete hingegen das „klassische“ attische Griechisch in dieser Zeit den Standard, dem sich noch spätantike Autoren wie Libanios (4. Jahrhundert) oder Agathias (um 580) verpflichtet fühlten: Seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. hatte sich in der Oberschicht die Ansicht durchgesetzt, die Koine sei als vulgär abzulehnen. Da sich die Sprache der gebildeten Stände, die sich am attischen Dialekt der Jahrzehnte um 400 v. Chr. orientierte (Attizismus), immer mehr von der der restlichen Bevölkerung zu unterscheiden begann, spricht man ab dieser Zeit von einer ausgeprägten Diglossie im Griechischen. Am Ende der Antike ging aber die Elite, welche die attizistische Sprachform pflegte, unter. Das mittelalterliche Griechisch (etwa 600–1453) des Byzantinischen Reiches wird dann meist als Mittelgriechisch bezeichnet.

Schrift

Anfangverse der Odyssee, eines der ältesten literarischen Zeugnisse des Altgriechischen. Volltext auf Wikisource.

Das heute für die alt- und neugriechische Sprache verwendete Alphabet wurde vermutlich in der Zeit vom späten 9. bis zum mittleren 8. Jahrhundert v. Chr. vom Phönizischen Alphabet abgeleitet. Anfangs gab es mehrere Varianten des Alphabets in Griechenland, aber das ionische (auch „milesische“, nach der Stadt Milet) setzte sich allmählich fast im gesamten griechischsprachigen Raum durch. Dabei wurden ungebräuchliche Buchstaben wie Digamma, Sampi, Qoppa und San aufgegeben. Als Fixpunkt für die Übernahme des ionischen Alphabets wird das Jahr 403 v. Chr. angesehen, als die Stadt Athen es offiziell einführte, da Athen sich zu dieser Zeit zum Zentrum der literarischen Kultur Griechenlands entwickelte. Die griechischen Alphabete wurden bis in klassische Zeit mit den 24 Majuskeln ohne Wortzwischenräume und Satzzeichen geschrieben (scriptio continua), zunächst von rechts nach links, dann furchenwendig, mit der Einführung des milesischen Alphabets in Athen schließlich rechtsläufig, also von links nach rechts. Seit diesem Datum hat sich das griechische Alphabet bis heute nicht verändert, wenn man von der Einführung der Diakritika und Minuskeln absieht.

Das lateinische Alphabet leitete sich nicht vom milesischen, sondern von einem westgriechischen Alphabet ab, in dem beispielsweise χ für [ks] stand, und nicht wie im milesischen für [kʰ], was auch die anderen Unterschiede zwischen beiden Schriften erklärt.

Mit den phonologischen Veränderungen in der Zeit des Hellenismus wurden verschiedene diakritische Zeichen eingeführt, um den schwindenden Lautbestand des Griechischen und den tonalen Akzent, die für das Verständnis der klassischen Dichtung entscheidend sind, zu konservieren. Es handelt sich um die drei Akzente Akut (ἡ ὀξεῖα hē oxeia „die Schärfe“), Gravis (ἡ βαρεῖα hē bareia „die Schwere“) und Zirkumflex (ἡ περισπωμένη hē perispōmenē „die Umgebogene“), die den tonalen Akzent des Altgriechischen wiedergeben, sowie die beiden Spiritūs – Spiritus asper (ἡ δασεῖα hē daseia „die Raue“) und Spiritus lenis (ἡ ψιλή hē psilē „die Leichte“) – die bei mit Vokal oder /r/ beginnenden Wörtern die Behauchung bzw. das Fehlen einer solchen anzeigen. Näheres zu den Diakritika siehe unter Polytonische Orthographie.

In byzantinischer Zeit kam das Iota subscriptum („untergeschriebenes Iota“) hinzu, das ursprünglich der zweite Buchstabe der Langdiphthonge ηι, ωι und ᾱι war, aber schon im 8. Jahrhundert v. Chr. verstummt war. Da aber die Kennzeichnung dieser Langvokale zur Distinktion grammatischer Kategorien nötig ist, wurde das Iota unter den übrigen Vokal gesetzt. Bei Majuskeln wird es als Iota adscriptum neben den Vokal gesetzt (adscriptum: „daneben geschrieben“, Beispiel: ῾Άιδης Hadēs).

Die griechischen Minuskeln wurden vermutlich in Syrien im 9. Jahrhundert n. Chr. entwickelt. Die heute für das Altgriechische gebrauchten Satzzeichen wurden zur selben Zeit eingeführt: Komma, Punkt und Kolon (:) werden wie im Deutschen gebraucht. Das Semikolon (;) schließt anders als in der lateinischen Schrift einen Fragesatz ab, die Funktion des Semikolons erfüllt der Hochpunkt (·).

Die Gräzistik der Neuzeit verwendet zur Kennzeichnung der langen und kurzen Phoneme von α, ι und υ auch die diakritischen Zeichen Breve und Makron (ᾰ/ᾱ – ῐ/ῑ – ῠ/ῡ). Außerhalb der Fachliteratur werden sie jedoch kaum verwendet.

Phonologie

Unterschiede zur indogermanischen Ursprache

Das Altgriechische unterscheidet sich im Lautbestand von der indogermanischen Ursprache und anderen Sprachen der Familie erheblich. So kann ein Wort im Altgriechischen beispielsweise nur mit einem Vokal oder den Konsonanten /n/, /r/, und /s/ enden; dies betrifft sowohl griechische Suffixe als auch beispielsweise suffixlose Nominativformen, vergleiche ἔφερον epheron („sie trugen“) gegenüber lateinisch 'ferebant' oder den Nominativ γάλα gala mit dem Genitiv γάλακτος galaktos („Milch“). Weitere Lautentwicklungen aus dem Indogermanischen sind insbesondere:

  • Indogermanisch /j/ im Anlaut entspricht griechisch /h/ oder /z(d)/: lateinisch 'iugum', deutsch Joch, griechisch ζυγόν z(d)ygon. Im Wortinnern fällt /j/ ganz weg.
  • Indogermanisch /s/ im Anlaut entspricht griechisch /h/: lateinisch 'sex', deutsch sechs, griechisch ἕξ hex.
  • Wegfall des indogermanischen und frühaltgriechischen Lautes /w/ (und des entsprechenden Graphems Digamma): alte Form ϝεργον wergon wurde zu attisch ἔργον ergon, vergleiche deutsch Werk.
  • Die indogermanischen Labiovelare, noch im mykenischen Griechisch erhalten, gehen verloren; so wird das Phonem /kʷ/, das im Lateinischen /qu/ und im Althochdeutschen /(h)w/ entspricht, im Griechischen der klassischen Zeit zu /p/ oder /t/: lateinisch 'quo', deutsch wo, griechisch πού pou.
  • Den indogermanischen behauchten stimmhaften Plosiven /bh/, /dh/ und /gh/, die sich in den modernen indoarischen Sprachen erhalten haben, entsprechen die griechischen Laute [pʰ] (φ), [tʰ] (θ) und [kʰ] (χ).[3]

Vokale

Das Altgriechische kennt sieben Vokale, deren Länge bedeutungsunterscheidend ist. Zwei Vokale kommen jedoch nur in Langform vor, so dass insgesamt zwölf Phoneme bestehen. Bei [a], [i] und [y] wird die Länge nicht bezeichnet, lässt sich aber in betonten Silben (ab etwa 300 v. Chr.) durch die Akzente erschließen. Die neuzeitliche Gräzistik kennzeichnet in Wörterbüchern und Grammatiken den Unterschied durch Breve (˘) für kurze und Makron (¯) für lange Vokale.

Phonem [a] [aː] [o] [oː] [ɔː] [e] [eː] [ɛː] [i] [iː] [y] [yː]
Graphem α / ᾰ α / ᾱ ο ου ω ε ει η ι / ῐ ι / ῑ υ / ῠ υ / ῡ

Aus den Vokalen bilden sich zahlreiche Diphthonge, die stets in [i̯] oder [u̯] enden, wobei letzteres aus einer früheren Sprachform durch das υ wiedergegeben wird: [ai̯] (αι), [oi̯] (οι), [yi̯] (υι), [au̯] (αυ), [eu̯] (ευ), [ɛːu̯] (ηυ). Bei den drei i̯-Diphthongen mit langem Anlaut ([aːi̯], [ɛːi̯], [ɔːi̯]) schwand ungefähr zu klassischer Zeit der [i̯]-Laut, die Herkunft dieser Vokale aus Diphthongen wird seit byzantinischer Zeit jedoch durch das sogenannte Iota subscriptum angezeigt: (ᾳ, ῃ, ῳ).

Konsonanten

Die Plosive erscheinen, wie noch heute im Armenischen, in Dreierreihen (stimmhaft, stimmlos, stimmlos-behaucht). Hinzu kommen drei Affrikaten aus den stimmlosen Plosiva und /s/, die auch in der Flexion (etwa π > ψ) eine Rolle spielen. Die Aussprache des ζ (Zeta) in klassischer Zeit ist nicht vollständig geklärt, sie war jedenfalls nicht [ts]. Dionysios Thrax beschreibt es als eine Verbindung von σ und δ, was die Aussprache sd (beides stimmhaft, also [zd]) nahelegt; die beiden Laute könnten aber auch umgekehrt (also ds, [dz]) angeordnet gewesen sein.

Traditioneller Name Phonetische Beschreibung Bilabial Alveolar Velar
Ψιλά Psilá, Tenues stimmlos [p] π [t] τ [k] κ
Μέσα Mésa, Mediae stimmhaft [b] β [d] δ [ɡ] γ
Δασέα Daséa, Aspirata aspiriert und stimmlos [pʰ] φ [tʰ] θ [kʰ] χ
Διπλά Diplá, Affrikata stimmlos + /s/ [ps] ψ ([dz] ζ) [ks] ξ

Erst in nachklassischer Zeit wandelte sich die Aussprache der Aspirata <φ> <θ>, <χ> hin zu stimmlosen Frikativen ([f], [θ], [x]). So transkribierte man in den griechischen Lehnwörtern des Lateinischen das Phi zunächst mit <ph>. Erst seit dem ersten Jahrhundert findet sich auch die Transkribierung mit <f>, wodurch „Philippus“ zu „Filippus“ werden konnte. Gewissermaßen in Fortschreibung dieser Entwicklung haben griechische Fremdwörter im Italienischen, die auf Wörter mit <φ> zurückgehen, durchgehend <f>, etwa in la fisica „Physik“ oder sfera „Sphäre“; gleiches gilt für das Spanische. Im Französischen, Englischen und Deutschen blieb man demgegenüber – bis auf individuelle Ausnahmen – bei der konservativen Schreibweise (z. B. Philosophie), folgte aber zugleich der vermutlichen spätantiken Aussprache [f]. Im Englischen gilt etwas Paralleles auch für das Verhältnis zwischen Schreibweise und Aussprache des Theta in griechischen Fremdwörtern (gesprochen [θ] gemäß der mittelgriechischen Aussprache). Erst Ende des 20. Jahrhunderts fand eine Anpassung der deutschen Orthographie in Richtung auf den italienischen (oder skandinavischen oder auch slawischen) Usus statt (z. B. Fotografie, Grafik).

Neben diesen Plosiven gibt es die Nasale [m] (μ) und [n] (ν), letzteren mit der Variante [ŋ] vor velaren Konsonanten (geschrieben γ), den lateralen Approximanten [l] (λ) und den Vibranten [r] (ρ), letzteren mit der Variante [r̥] oder [rʰ], die später ῥ geschrieben wurde und in deutschen Fremdwörtern noch als rh erscheint, sowie den Frikativ [s] (σ). Im Anlaut gab es außerdem [h], das etwa ab dem 3. Jahrhundert v. Chr., durch den Spiritus asper (῾) über dem betreffenden Vokal wiedergegeben wurde. Der Spiritus lenis (᾽) wurde als graphisches Äquivalent für „kein [h]“ neu erfunden und stand ebenfalls über dem Anlaut (sofern dieser vokalisch war). Teilweise wird die Theorie vertreten, dass es für den Glottisschlag [ʔ] stand, jedoch nur von einer Minderheit; es ist also davon auszugehen, dass ein vokalischer Anlaut gebunden wurde.

Tonalität und Akzent

Der altgriechische Akzent war weniger (wie im heutigen Deutsch) durch größere Schallfülle (Lautstärke) gekennzeichnet als vielmehr durch die Tonhöhe, er war also dezentralisierend. Ein Akzent fiel im Altgriechischen auf eine der drei letzten Moren eines Wortes, hob diese aber nicht lautstärkemäßig hervor. Akzentuierte Moren wurden mit einem höheren Ton als die umgebenden Einheiten gesprochen. Moren sind Einheiten, denen eine kurze/leichte Silbe entspricht, während eine lange Silbe (mit einem langen Vokal oder einem postvokalischen Konsonanten) zwei Moren enthalten. Altgriechisch kann damit zu den Tonakzentsprachen gezählt werden.

Als der dezentralisierende Akzent einem zentralisierenden wich (etwa im 3. Jahrhundert v. Chr.), begann man, durch diakritische Zeichen die Tonalität des Altgriechischen durch Akzente zu konservieren (Aristophanes von Byzanz): Der Akut, welcher auf den letzten drei Silben eines Wortes stehen kann, bezeichnete den Hochton, der Zirkumflex, welcher auf den letzten zwei Silben eines Wortes stehen kann, bezeichnete bei langen Silben den hoch beginnenden, dann fallenden Ton, der Gravis (der sich nur in betonten Endsilben im Kontext findet) war vermutlich ein fallender Ton, wofür es allerdings keine Belege gibt. Aus einer Zusammenstellung der wichtigsten antiken und byzantinischen Grammatikerbelege von Axel Schönberger (2016) scheint hervorzugehen, dass der Gravis gar kein Akzent war, sondern lediglich angab, dass eine Silbe, die bei isoliertem Vorkommen des Wortes oder am Ende eines phonetischen Wortes betont würde, innerhalb eines phonetischen Wortes ihren ursprünglichen Akzent proklitisch verlor und somit unbetont gesprochen wurde.

Die gesamte altgriechische (Vers-)Dichtung und Metrik beruht nicht wie im Deutschen auf dem Kontrast zwischen betonten und unbetonten Silben, sondern ausschließlich auf der Länge oder Kürze der jeweiligen Silben, den Moren.

Hinweis: Die Schulaussprache des Altgriechischen der verschiedenen Lehrtraditionen weicht in allen Fällen von der mittlerweile erforschten Phonologie der Sprache erheblich ab.

Morphologie

Das Altgriechische ist eine stark flektierende Sprache; bedeutungstragende Wortstämme sind vielseitigen Wandlungen unterworfen. Sowohl der Vokal-Ablaut als auch insbesondere der Konsonantenwandel im Auslaut von Wortstämmen sind bei Deklination und Konjugation häufig, ebenso wie in der Wortableitung und -bildung. Sie stellen für den Griechischlernenden ein großes Pensum an Lernstoff dar.

Beispiele:

Zu dem Stamm treten verschiedene Präfixe und Endungen, die im Sinne eines fusionalen Sprachbaus die unterschiedlichen grammatischen Parameter wiedergeben. Besondere Erscheinungen im Griechischen sind:

Des Weiteren verfügt das Altgriechische über eine Fülle von Morphemen, welche die grammatischen Kategorien als Infixe und Affixe wiedergeben. Das Altgriechische kommt bei Verben weitestgehend ohne zusammengesetzte Formen aus, das heißt, alle grammatischen Parameter lassen sich durch Anfügungen an die Wurzel bilden und vereinen sich in einem einzigen Wort. So lässt sich ein so komplexer Ausdruck wie „ich werde mir [etwas] schreiben lassen“, der im Deutschen durch fünf einzelne Wörter ausgedrückt werden muss, im Altgriechischen durch eine einzige Verbform ausdrücken: γραφήσομαι graphēsomai.

Auch die Wortbildung verfügt über zahlreiche Morpheme, die Ableitungen und Bedeutungsdifferenzierungen ermöglichen, im Griechischen sind ähnliche „Bandwurmwörter“ möglich wie im Deutschen. Berühmtes Beispiel ist das karikierende Endloswort λοπαδο­τεμαχο­σελαχο­γαλεο­κρανιο­λειψανο­δριμ­υποτριμματο­σιλφιο­καραβο­μελιτο­κατακεχυμενο­κιχλεπι­κοσσυφο­φαττο­περιστερ­αλεκτρυον­οπτο­κεφαλλιο­κιγκλο­πελειο­λαγῳο­σιραιο­βαφη­τραγανο­πτερύγων lopado­temacho­selacho­galeo­kranio­leipsano­drim­hypotrimmato­silphio­karabo­melito­katakechymeno­kichlepi­kossypho­phatto­perister­alektryon­opto­kephallio­kinklo­peleio­lagoo­siraio­baphe­tragano­pterygon („austernschneckenlachsmuränen-essighonigrahmgekröse-butterdrosselnhasenbraten-hahnenkammfasanenkälber-hirnfeldtaubensiruphering-lerchentrüffelngefüllte Schüssel“) aus den Ekklesiazusai des Aristophanes (Vers 1169).

Grammatik

Die ersten Grammatiklehrbücher des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samothrake schrieb eine 'technē grammatikē' des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die 'technē grammatikē' des Dionysios Thrax (2. Jahrhundert v. Chr.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jahrhundert n. Chr.). Angeblich im Jahre 169/68 „importierten“ die Römer die griechische Grammatiklehre und adaptierten sie.

Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige satzwertige Konstruktionen (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind bestimmte Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen.

Im Westen und auch in diesem Artikel werden oft lateinisch-basierte Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person …) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die (oft) direkte Übersetzungen (Lehnübersetzungen) der griechischen Begriffe darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute griechisch-basierte Begriffe aus der 'technē grammatikē' des Dionysios Thrax verwendet.

Deklination

siehe Altgriechische Grammatik/Deklination

Konjugation

siehe Altgriechische Grammatik/Konjugation

Heutige Bedeutung

Im deutschsprachigen Raum ist das Griechische neben Latein seit dem ausgehenden Mittelalter bis heute eine wichtige Bildungssprache.

In Deutschland wird vorwiegend an humanistischen Gymnasien (meist ab Klasse 8 oder 9) Griechischunterricht erteilt, zudem wird dort Gräzistik im Rahmen der Klassischen Philologie an zahlreichen Universitäten als Lehrfach angeboten. Auch in Österreich und der Schweiz wird Altgriechisch nur an Gymnasien sowie an der Universität gelehrt. Altgriechisch ist neben Latein Pflichtfach im Liceo Classico (vergleichbar einem Humanistischen Gymnasium) in Italien.

Für Studiengänge wie Latinistik, Theologie, Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Philosophie ist das Griechisch-Examen, das sogenannte Graecum, bis heute oft Voraussetzung. Grundlage für das in Schulen gelehrte Altgriechisch bildet das Attische des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr., aber auch Autoren anderer Dialekte werden behandelt.

Griechisch-Gymnasiasten können ihre Fähigkeiten im internationalen Exploring-the-Ancient-Greek-Language-and-Culture-Wettbewerb messen.

Zahlreiche deutsche Ausdrücke (geflügeltes Wort, Schwanengesang) und Sprichwörter („Im Wein liegt Wahrheit“, „Eine Hand wäscht die andere“) stammen ursprünglich aus altgriechischen Quellen und sind Lehnübersetzungen. Viele exemplarische Redewendungen altgriechischer Autoren sind bis heute berühmt und werden vielfach zitiert.

Aus dem Altgriechischen entlehnte Wörter finden sich in zahlreichen wissenschaftlichen Fachsprachen, besonders in Gebieten, die bereits durch altgriechische Autoren bearbeitet wurden. Insbesondere im Bereich der Geometrie, Naturwissenschaften, Medizin, Philosophie und Theologie sowie Rhetorik und Theaterwissenschaft haben griechische Wortstämme das Fachvokabular geprägt.

Anders als etwa ältere Formen des Deutschen in der deutschen Sprache, spielt das Altgriechische auch im aktiven Wortschatz der neugriechischen Sprache eine Rolle: So werden antike Zitate und Redewendungen stets unübersetzt benutzt, Wortneubildungen und zusammengesetzte Wörter sind direkt aus dem Altgriechischen abgeleitet.

Siehe auch

Literatur

Geschichte

  • Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen 2002, ISBN 3-7720-2981-7.
  • Egbert Bakker (Hrsg.): 'A Companion to the Ancient Greek Language'. Malden 2010.
  • A.-F. Christidis (Hrsg.): 'A History of Ancient Greek: From the Beginnings to Late Antiquity'. Cambridge u. a. 2007 (original Thessaloniki 2001).
  • Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999, ISBN 3-8233-5202-4.
  • Lothar Willms: Klassische Philologie und Sprachwissenschaft. Göttingen 2013, ISBN 978-3-8252-3857-5.

Geschichte und Gliederung der Dialekte

Etymologische Wörterbücher

Wörterbücher

Grammatiken

  • Eduard Bornemann und Ernst Risch: Griechische Grammatik. Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-425-06850-4.
  • Herbert W. Smyth: 'Greek Grammar'. Cambridge/Mass. 1984, ISBN 0-674-36250-0.
  • Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Hildesheim 2001, ISBN 3-615-70100-3 (Erstausgabe Berlin 1884).
  • Raphael Kühner, Friedrich Blass, Bernhard Gerth: Ausführliche Grammatik der griechischen Sprache. Darmstadt 2015, ISBN 978-3-534-26732-3 (Erstausgabe Hannover 1890–1892).
  • Evert van Emde Boas, Albert Rijksbaron, Luuk Huitink, Mathieu de Bakker: The Cambridge Grammar of Classical Greek. University Printing House, Cambridge 2019, ISBN 978-0-521-12729-5.

Historische Grammatik

Aussprache

  • W. Sidney Allen: 'Vox Graeca. A Guide to the Pronunciation of Classical Greek'. Cambridge 1968, (Taschenbuchausgabe 1987), ISBN 0-521-33555-8.
  • Eric Dieu: Traité d’accentuation grecque (= Innsbrucker Beiträge zur Sprachwissenschaft. Band 168). Institut für Sprachwissenschaft der Universität Innsbruck, Innsbruck 2022, ISBN 978-3-85124-755-8.
  • Axel Schönberger: Zur Behandlung der Akzentuierung des Altgriechischen in ausgewählten deutschen Darstellungen unter kritischer Betrachtung griechischer Quellen des ersten Jahrtausends nach Christus. Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-936132-39-7.

Lehrbücher

  • Christophe Rico et al.: Polis – Altgriechisch lernen wie eine lebende Sprache. Übersetzung aus dem Französischen von Helmut Schareika, Helmut Buske Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-87548-571-4.
  • Günther Zuntz: Griechischer Lehrgang. 3 Bände, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1983. Als freie PDFs verfügbar.
Wiktionary: Altgriechisch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Portal:Altgriechisch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Wörterbücher

Sprachlehrgänge

Bibliographien

Textsammlungen

Sonstiges

Einzelnachweise

  1. ↑ Norbert Fries, Jessica Ammer: Altgriechisch. In: Helmut Glück, Michael Rödel (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. 6. Auflage. Metzler, Stuttgart 2024, S. 31.
  2. ↑ Library of Congress: ISO 639-2 Language Code List; SIL International: 639 Identifier Documentation: grc; Ethnologue: Ancient Greek
  3. ↑ a b c Heinz F. Wendt: Das Fischer Lexikon – Sprachen. Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-596-24561-3.
  4. ↑ a b c d Christos Karvounis: Griechisch (Altgriechisch, Mittelgriechisch, Neugriechisch). In: Miloš Okuka, Gerald Krenn (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens (= Wieser-Enzyklopädie des europäischen Ostens. Band 10). Wieser Verlag, Klagenfurt/Celovec 2002, ISBN 3-85129-510-2, S. 21–46 (aau.at [PDF; 977 kB]).
  5. ↑ Fritz Schachermeyer: Die vorgriechischen Sprachreste. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Band XXII, 1494 ff.; F. Lochner-Hüttenbach: Die Pelasger. Arbeiten aus dem Institut für vergleichende Sprachwissenschaft in Graz, Wien 1960.
  6. ↑ Jan Driessen: Chronology of the Linear B-Texts. In: Yves Duhoux, Anna Morpurgo Davies (Hrsg.): A Companion to Linear B. Band 1, Dudley, Louvain-la-Neuve 2008, S. 69–79, bes. S. 75 f.