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Universalienproblem

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Das Universalienproblem (auch Universalienstreit, Universalienfrage, Nominalismusstreit, selten auch Realienstreit) ist eines der zentralen Themen der Philosophie und betrifft die Frage, ob es ein Allgemeines wirklich gibt oder ob Allgemeinbegriffe menschliche Konstruktionen sind.

Als Universalien werden Allgemeinbegriffe wie beispielsweise „Mensch“ und „Menschheit“ oder mathematische Entitäten wie „Zahl“, „Relation“ und „Klasse“ bezeichnet. Ein Allgemeinbegriff bezieht sich auf Merkmale, die mehrere Gegenstände gemeinsam haben, etwa deren rote Farbe, oder erfasst eine gemeinsame Gattung von Individuen, wie etwa „Lebewesen“. In der Philosophie wird seit der Antike eine grundlegende Diskussion darüber geführt, ob Universalien eine ontologische Existenz beigemessen werden kann (Realismus) oder ob es sich um rein verstandesmäßige Begriffsbildungen handelt (Nominalismus). Diese Kontroverse fand in der mittelalterlichen Scholastik einen Höhepunkt und reicht bis in die Gegenwart.

Grundproblem

Begriff der Universalien

Ideenlehre in der Antike

Scholastik

Starker Realismus

Starker Nominalismus

Konzeptualismus

Gemäßigter Realismus

Natura Communis bei Duns Scotus

Semantischer Nominalismus

Neuzeit

Moderne

Literatur

  • David Malet Armstrong: Universals: an Opinionated Introduction. Westview Press, Boulder/Colorado 1989.
  • Innocentius Bochenski, Alonzo Church, Nelson Goodman: The Problem of Universals. A Symposium. University of Notre Dame Press, Notre Dame, Ind. 1956.
  • Joseph Maria Bocheński: Zum Universalienproblem. In: ders.: Logisch-philosophische Studien. Alber, Freiburg und München 1959, S. 142–144.
  • Pierre Bourdieu: Meditationen. Zur Kritik der scholastischen Vernunft. Suhrkamp, Frankfurt am Main, 2. Aufl. 2004, ISBN 3-518-29295-1.
  • Carl Friedrich Gethmann: Art. „Allgemeinheit“. In: Handbuch philosophischer Grundbegriffe, herausgegeben von Hermann Krings, Hans Michael Baumgarten und Christoph Wild. Kösel, München 2. Aufl. 2003 (CD-Ausgabe).
  • Carl Friedrich Gethmann: Art. Universalien, Universalienstreit und Universalienstreit, moderner. In: Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie, herausgegeben von Jürgen Mittelstraß, Band 4. Metzler, Stuttgart 1996.
  • Richard Hönigswald: Abstraktion und Analysis. Kohlhammer, Stuttgart 1961 [Manuskript: New York 1946, postum herausgegeben von Karl Bärtlein und Gerd Wolandt].
  • Guido Küng: Ontologie und logistische Analyse der Sprache. Eine Untersuchung zur zeitgenössischen Universaliendiskussion. Springer-Verlag, Wien 1963.
  • Wolfgang Künne: Abstrakte Gegenstände. Semantik und Ontologie. Klostermann, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-465-04032-3.
  • Alain de Libera: La querelle des universaux, 1996; deutsche Übersetzung: Der Universalienstreit. Von Platon bis zum Ende des Mittelalters. Fink, München 2005, ISBN 3-7705-3727-0.
  • James Porter Moreland: Universalien. Eine philosophische Einführung. Ontos, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-86838-055-2.
  • Wolfgang Stegmüller: Glauben, Wissen und Erkennen. Das Universalienproblem einst und jetzt. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 3. Aufl. 1974, ISBN 3-534-03322-1.
  • Wolfgang Stegmüller (Hrsg.): Das Universalien-Problem Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1978 [Sammelband mit einer Einleitung von Stegmüller und wichtigen Aufsätzen unter anderem von Russell, Ramsey, Quine (4×), Church (3×), Goodman, Dummett und Carnap].
  • Peter Frederick Strawson: Einzelding und logisches Subjekt. Reclam, Stuttgart, 3. Aufl. 1983, ISBN 3-15-009410-0.
  • Hans-Ulrich Wöhler (Hrsg.): Texte zum Universalienstreit, 2 Bände. Akademieverlag, Berlin 1992, Band 1: ISBN 3-05-001792-9; Band 2: ISBN 3-05-001929-8.

Einzelnachweise

  1. ↑ Vgl. Petrus Abaelardus: Das Universalienproblem. In: Kurt Flasch (Hrsg.): Geschichte der Philosophie in Text und Darstellung. Bd. 2: Mittelalter. Stuttgart 1982, S. 233–262.
  2. ↑ Andrea Grigoleit, Jilline Bornand: Philosophie: abendländisches Denken im historischen Überblick, Compendio Bildungsmedien AG, 2004, 57; siehe auch: Der Ausdruck „Der Name der Rose“ bei Peter Abaelard (abgerufen am 19. Mai 2011; PDF; 109 kB).
  3. ↑ Thomas von Aquin: Summa contra gentiles, I, 65, 3 m
  4. ↑ Summa Logicae I, 15, 2. Wilhelm von Ockham: Texte zur Theorie der Erkenntnis und der Wissenschaft, übersetzt und herausgegeben von Rudi Imbach, Stuttgart 1986.
  5. ↑ Richard Heinzmann: Philosophie des Mittelalters, 2. Auflage, Stuttgart 1998, S. 254–257.
  6. ↑ Summa logicae, I, 14.
  7. ↑ Summa Logicae I, 15, 10.
  8. ↑ Marten J.F.M. Hoenen, Kontroversen in der Philosophie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 5. Vorlesung am 22. November 2010, 1:05 – 1:20.
  9. ↑ Vgl. Thomas Hobbes, Leviathan (1651) I,4
  10. ↑ Thomas Hobbes: Elemente der Philosophie I: Vom Körper, Kap 11, Abschn. 3
  11. ↑ Vgl. John Locke, An Essay concerning Humane Understanding (1690) III, S. 3 und ebd. IV, S. 21
  12. ↑ John Locke: An Essay concerning Human Understanding, III, S. 3, 11
  13. ↑ Vgl. George Berkeley, A treatise concerning the principles of human knowledge (1710)
  14. ↑ Vgl. David Hume, A treatise of human nature (1740)
  15. ↑ Spinoza, Ethica, ordine geometrico demonstrata (1677) II
  16. ↑ Descartes, Principia philosophiae (1644) I
  17. ↑ Leibniz, Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand (1704) III
  18. ↑ Vgl. den Abschnitt „Von den logischen Verstandesbegriffen“ in der Kritik der reinen Vernunft, B, S. 92ff
  19. ↑ KrV B 180
  20. ↑ Vgl. Wissenschaftslehre
  21. ↑ Phänomenologie des Geistes, S. 19
  22. ↑ Stegmüller, Das Universalienproblem einst und jetzt, S. 78
  23. ↑ Arthur Schopenhauer, ‘‘Die Welt als Wille und Vorstellung‘‘, drittes Buch, 52 online
  24. ↑ Charles S. Peirce: Naturordnung und Zeichenprozess, hrsg. und eingeleitet von Helmut Pape, Suhrkamp, Frankfurt 1998, S. 378–399 (MS 439 von 1898), hier: Fußnote von Pape, S. 393
  25. ↑ Peirce, ebd.
  26. ↑ Peirce, ebd. S. 395
  27. ↑ Peirce, ebd. S. 399
  28. ↑ Peirce, ebd. S. 396
  29. ↑ Husserl, Logische Untersuchungen, Band II, 1. Teil, Halle 1928, S. 189
  30. ↑ Husserl, Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie, erstes Buch 1913, S. 14
  31. ↑ Nicolai Hartmann: Zur Grundlegung der Ontologie, Berlin 1935, S. 38.
  32. ↑ Bertrand Russell: Probleme der Philosophie, Suhrkamp, Frankfurt 1967
  33. ↑ Bertrand Russell: Probleme der Philosophie, Suhrkamp, Frankfurt 1967, S. 85
  34. ↑ Bertrand Russell: Unser Wissen von der Außenwelt (nach den Lowell Lectures von 1914), hrsg. und eingeleitet von Michael Otte, Meiner, Hamburg 2004
  35. ↑ Theodor W. Adorno, Max Horkheimer: Dialektik der Aufklärung, in: Adorno: Gesammelte Schriften, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1997, Bd. 3 S. 79.
  36. ↑ Vgl. David M. Armstrong: Universals – An Opinionated Introduction, Westview Press, Boulder 1989, S. 139
  37. ↑ Vgl. Roderick Chisholm: A Realistic Theorie of Categories – An Essay on Ontology, Cambridge University Press, Cambridge 1996
  38. ↑ Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen, § 67
  39. ↑ Vgl. die grundlegenden Aufsätze Quines in Wolfgang Stegmüller (Hrsg.): Das Universalien-Problem: „Über Universalien“ (1947), „Was es gibt“ (1948), „Semantik und abstrakte Gegenstände“ (1951), „Logik und die Verdinglichung von Universalien“ (1953) und „Bezeichnung und Modalität“ (1953)
  40. ↑ Quine in Stegmüller, Logik und Verdinglichung von Universalien, S. 158
  41. ↑ Strawson: Einzelding und logisches Subjekt, insbesondere Kapitel 8 (Logische Subjekte und Existenz)
  42. ↑ Vilém Flusser: Die Schrift. Hat Schreiben Zukunft?, Göttingen: European Photography, 5. Aufl. 2002, S. 51
  43. ↑ Michael Hagemeister. Florenskij Rezeption. Abgerufen am 4. Januar 2022.