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| <p>Der '''deutsche Adel''' war bis 1919 eine gesellschaftlich [https://de.wikipedia.org/wiki/Privileg privilegierte] [https://de.wikipedia.org/wiki/Bev%C3%B6lkerungsgruppe Bevölkerungsgruppe]. Insbesondere übten Angehörige des [https://de.wikipedia.org/wiki/Adel Adels] in den meisten deutschen [https://de.wikipedia.org/wiki/Territorium Territorien] die Herrschaft aus oder waren maßgeblich an ihr beteiligt. Der deutsche Adel<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-1 [A 1]]</sup> war aufgrund der territorialen Zersplitterung sehr heterogen. Eine Darstellung bzw. Beschreibung einer einheitlichen „nationalen Adelsgeschichte“ ist daher nicht möglich.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-2 [1]]</sup></p><p>Ab dem 11./12. Jahrhundert war der Adel im rechtlich-sozialen Sinne ständisch organisiert<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-3 [2]]</sup> und Teil der [https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndeordnung Ständeordnung]. Nicht-Adlige konnten im [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter Mittelalter] als [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritter Ritter], ab dem 14. Jahrhundert durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Nobilitierung Nobilitierung] in den Adel aufsteigen. Bis zum Ende des [https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_R%C3%B6misches_Reich Heiligen Römischen Reichs] 1806 war der deutsche Adel eng mit diesem verbunden, da Erhebungen in den Adelsstand für das Reichsgebiet den [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_Kaiser römisch-deutschen Kaiser] und Königen vorbehalten waren. Nach 1806 waren alle [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_F%C3%BCrsten_im_Deutschen_Bund deutschen Bundesfürsten] zur Nobilitierung berechtigt; das änderte sich auch nicht durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Reichsgr%C3%BCndung Gründung] des [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesstaat_(f%C3%B6deraler_Staat) bundesstaatlich] organisierten [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Kaiserreich Deutschen Kaiserreichs] im Jahre 1871.</p><p>Nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Novemberrevolution Novemberrevolution] von 1918/19 wurden mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Verfassung Weimarer Reichsverfassung] vom 11. August 1919 die „öffentlich-rechtliche(n) Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes“ aufgehoben.<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-4 [3]]</sup><sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-5 [A 2]]</sup> Der deutsche Adel, das heißt die Nachfahren des historischen Adels, stellt oftmals dennoch bis heute eine relativ geschlossene [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Schicht Gesellschaftsschicht] mit eigenen Lebensformen, Umgangsweisen und differenziertem Standesethos dar.<sup id="cite_ref-Beispiele_6-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-Beispiele-6 [A 3]]</sup><sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-7 [4]]</sup><sup id="cite_ref-Wienfort_8-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-Wienfort-8 [A 4]]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2">
| | [[deutsch|deutscher]] [[Adel]] |
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| | Der '''deutsche Adel''' war bis 1919 eine gesellschaftlich [[privilegiert|privilegierte]] [[Bevölkerungsgruppe]]. Insbesondere übten Angehörige des [[Adel|Adels]] in den meisten deutschen [[Territorien]] die Herrschaft aus oder waren maßgeblich an ihr beteiligt. Der deutsche Adel<ref group="A"><span class="reference-text">Die Zuweisung „deutsch“ ist zunächst nur nachträglich geographisch, mit der Zeit auch kulturell und sprachlich, sowie schließlich politisch und staatsrechtlich zu sehen.</span></ref> war aufgrund der territorialen Zersplitterung sehr heterogen. Eine Darstellung bzw. Beschreibung einer einheitlichen „nationalen Adelsgeschichte“ ist daher nicht möglich.<ref><span class="reference-text">„Der deutsche Adel erscheint im europäischen Vergleich besonders vielfältig und segmentiert. Nationale Adelsgeschichte zu schreiben, ist daher – zumindest derzeit – weder möglich noch angemessen. Stattdessen kommen sowohl für das 19. als auch für das 20. Jahrhundert primär Untersuchungen unterschiedlicher Adelsgruppen (Standesherren, Militäradel, Adelsverbände usw.) in Betracht.“ Eckart Conze, Monika Wienfort: ''Einleitung – Themen und Perspektiven historischer Adelsforschung zum 19. und 20. Jahrhundert.'' In: Eckart Conze, Monika Wienfort: ''Adel und Moderne – Deutschland im europäischen Vergleich im 19. und 20. Jahrhundert.'' Böhlau, Köln 2004, S. 1.</span></ref><p>Ab dem 11./12. Jahrhundert war der Adel im rechtlich-sozialen Sinne ständisch organisiert<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Demel_(Historiker) Walter Demel]: ''Die Spezifika des europäischen Adels – Erste Überlegungen zu einem globalhistorischen Thema.'' In: ''Zeitenblicke'' ([https://web.archive.org/web/20111120005733/http://www.zeitenblicke.de/2005/3/Demel/index_html#d49988e147 Archivierte Kopie] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Web-Archivierung#Begrifflichkeiten <span class="webarchiv-memento">Memento</span>] vom 20. November 2011 im ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Archive Internet Archive]''))</span></ref> und Teil der [[Ständeordnung]]. Nicht-Adlige konnten im [[Mittelalter]] als [[Ritter]], ab dem 14. Jahrhundert durch [[Nobilitierung]] in den Adel aufsteigen. Bis zum Ende des [[heiliges römisches Reich|Heiligen Römischen Reichs]] 1806 war der deutsche Adel eng mit diesem verbunden, da Erhebungen in den Adelsstand für das Reichsgebiet den [[römisch-deutscher Kaiser|römisch-deutschen Kaiser]] und Königen vorbehalten waren. Nach 1806 waren alle [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_F%C3%BCrsten_im_Deutschen_Bund deutschen Bundesfürsten] zur Nobilitierung berechtigt; das änderte sich auch nicht durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Reichsgr%C3%BCndung Gründung] des [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesstaat_(f%C3%B6deraler_Staat) bundesstaatlich] organisierten [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Kaiserreich Deutschen Kaiserreichs] im Jahre 1871.</p><p>Nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Novemberrevolution Novemberrevolution] von 1918/19 wurden mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Verfassung Weimarer Reichsverfassung] vom 11. August 1919 die „öffentlich-rechtliche(n) Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes“ aufgehoben.<ref><span class="reference-text">Verfassung des Deutschen Reiches, Artikel 109, in: [https://de.wikisource.org/wiki/Verfassung_des_Deutschen_Reichs_(1919)#Artikel_109 Verfassung des Deutschen Reichs (1919)#Artikel 109]</span></ref> <ref group="A"><span class="reference-text">In Österreich dagegen wurde der [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichischer_Adel österreichische Adel] durch das [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsaufhebungsgesetz Adelsaufhebungsgesetz] komplett aufgehoben und die Verwendung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelspr%C3%A4dikat Adelsprädikaten] und Titeln in den Namen verboten.</span></ref>Der deutsche Adel, das heißt die Nachfahren des historischen Adels, stellt oftmals dennoch bis heute eine relativ geschlossene [[Gesellschaftsschicht]] mit eigenen Lebensformen, Umgangsweisen und differenziertem Standesethos dar.<ref group="A"><span class="reference-text">Als ''Adel'' oder ''adelig'' werden in vielen nichtständischen Gesellschaften Europas die Angehörigen der Familien bezeichnet, die zu Ständezeiten qua Gesetz den Adel bildeten.</span> |
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| | <span class="reference-text">'''Beispiele''':</span> |
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| | '''I.''' Die „Definition des Adels“ verschiebt sich „von rechtlichen zu soziokulturellen Merkmalen“. ([https://de.wikipedia.org/wiki/Monika_Wienfort Monika Wienfort]: ''Der Adel in der Moderne.'' Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, S. 9.) |
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| | '''II.''' „In der Gegenwart besitzen Adelige [in Deutschland] keine rechtlichen oder politischen Privilegien mehr. Trotzdem gehören überproportional viele Adelige zu den politischen oder wirtschaftlichen, zu den regionalen oder lokalen Eliten.“ (Ebenda, S. 10.) |
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| | '''III.''' „Nach vorsichtigen Schätzungen beträgt der Anteil des Adels an der deutschen Bevölkerung heute nicht mehr als 0,1 %.“ (Ebenda, S. 159.) |
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| | '''IV.''' „Das Ende der Geschichte des deutschen Adels war dies aber nicht. Vielmehr gilt, wie Wienfort im Anschluss an Weber ausblickend urteilt, dass »der Adel auch im 21. Jahrhundert weiter besteht, solange er Glauben für seine Adelsqualität findet – in den eigenen Reihen und in der massenmedialen Öffentlichkeit«. Insofern bleibt der Adel auch ein Thema für die Zeitgeschichte. Zumindest in zweierlei Hinsicht eröffnet eine Geschichte des Adels in der Bundesrepublik Erkenntnischancen: zum einen als wesentlicher Bestandteil einer bundesrepublikanischen Elitengeschichte, zum anderen als geradezu Webersche Versuchsanordnung.“ ([http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2007-2-127 M. Wienfort: ''Adel in der Moderne.''Göttingen 2006.] Rezensiert von Martin Kohlrausch, DHI Warschau. In: ''H-Soz-u-Kult'', 31. Mai 2007. Seite abgerufen am 26. Mai 2011.) |
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| | '''V.''' „Auch die Geschäftspolitik der jungen Bundesrepublik erleichterte die Eingliederung des Adels in die sozialpolitische Ordnung. Denn auf der Linie einer honorigen Traditionsbildung wurde zu einer Zeit, als die Verschwörer des 20. Juli 1944 vielfach noch als «Landesverräter» stigmatisiert wurden, der auffällig große Anteil von Adligen an dieser Opposition anerkannt, damit aber auch der Adel insgesamt als widerstandsfähige Formation gewürdigt. Auch diese Einstellung versöhnte den Adel mit den neuen sozialpolitischen Bedingungen.“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Ulrich_Wehler Hans-Ulrich Wehler]: ''Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Fünfter Band – Bundesrepublik und DDR 1949–1990.''C. H. Beck, München 2008, S. 166 f.) |
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| | '''VI.''' „Politisch optierte der Adel im allgemeinen für die CDU/CSU, allenfalls die Freidemokraten gewannen einige adlige Außenseiter.“ (Ebenda, S. 168.) |
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| | '''VII.''' „Bekanntlich war ein Drittel der in diesem Zusammenhang hingerichteten Gegner des Nationalsozialismus adelig. […] Die mentale Ankunft des Adels in der Bundesrepublik verdankt sich damit auch einer standesbezogenen Geschichtspolitik, die einen als adelig definierten Tugendkanon mit der Bereitschaft zum aktiven Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Verbindung brachte.“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Eckart_Conze Eckart Conze]/Monika Wienfort: ''Einleitung – Themen und Perspektiven historischer Adelsforschung zum 19. und 20. Jahrhundert.'' In: Eckart Conze/Monika Wienfort: ''Adel und Moderne – Deutschland im europäischen Vergleich im 19. und 20. Jahrhundert.'' Böhlau, Köln 2004, S. 4.) |
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| | '''VIII.''' „Und gewährt nicht ein Blick auf den Adel nach 1945 auch Einsichten in die Sozialstruktur der Bundesrepublik? […] Und wenn man sich für diese Prozesse und Mechanismen interessiert, wird man auch das Jahr 1945 nicht als Endpunkt von Adelsgeschichte betrachten dürfen.“ (Ebenda, S. 12) |
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| | '''IX.''' „Überlegungen wie die Schulenburgs oder Einsiedels, bei näherem Betrachten jedoch auch diejenigen Moltkes, verweisen auf die Fortwirkung eines spezifisch adeligen Selbstverständnisses, aber auch auf die Verknüpfung, wenn nicht die Identität von Standesethos und Eliteideal, von Dienstideologie und Herrschaftsanspruch. In dieser Perspektive gewinnt auch das Widerstandsdenken und -handeln des Attentäters selbst, von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, eine adelshistorisch relevante Dimension.“ (Eckart Conze: ''Adel und Adeligkeit im Widerstand des 20. Juli 1944.'' In: Heinz Reif (Hrsg.): ''Adel und Bürgertum in Deutschland II.''Akademieverlag, Berlin 2001, S. 282 f.) |
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| | '''X.''' Michael Seelig, M.A., Projektbeschreibung: [http://www.uni-marburg.de/fb06/ng/mitarbeiter/eckart_conze/Dissertationen/Seelig/projektseelig ''Der ostelbische Adel in der Bundesrepublik Deutschland 1945/49-1974.''][https://de.wikipedia.org/wiki/Dissertation Dissertation]sprojekt an der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philipps-Universit%C3%A4t_Marburg Philipps-Universität Marburg]. Seite abgerufen am 26. Mai 2011. |
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| | '''XI.''' Eckart Conze: ''Der Edelmann als Bürger? Standesbewußtsein und Wertewandel im Adel der frühen Bundesrepublik.'' In: Manfred Hettling, Bernd Ulrich (Hrsg.): ''Bürgertum nach 1945.'' Hamburg 2005, S. 347–371. |
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| | [https://de.wikipedia.org/wiki/Monika_Wienfort Monika Wienfort] spricht von einem „spezifisch adeligen Wertekanon[s] im Kontext von Begriffen wie Ehre, Pflicht und Opfer, der als Gegenmodell zu »bürgerlichen« Vorstellungen von individueller Leistungsbereitschaft entwickelt wurde.“ (Monika Wienfort: ''Der Adel in der Moderne.'' Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, S. 11.) |
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| | [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Ulrich_Wehler Hans-Ulrich Wehler] spricht in Anlehnung an [https://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Dahrendorf Lord Ralf Dahrendorf] vom Adel als einer „Prestige-Oberschicht“ und einer „geschlossenen Gesellschaft“, „die sich mit eigenen Ritualen, ihrem spezifischen Ehrenkodex, ständischen Prinzipien der Lebensführung, ihrem Abstammungsprestige und dem exklusiven gesellschaftlichen Verkehr von ihrer bürgerlichen Umwelt abhob.“ (Hans-Ulrich Wehler: ''Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Fünfter Band – Bundesrepublik und DDR 1949–1990.'' C. H. Beck, München 2008, S. 167.)</ref><ref><span class="reference-text">Ijoma Mangold: ''[http://www.zeit.de/2010/41/DOS-Adel/komplettansicht Eine Klasse für sich]''. In: Die Zeit 41, 7. Oktober 2010, S. 17–19.</span></ref><ref name=":0" group="A"><span class="reference-text">Beispiele: Friedrich-Johann Graf von Alvensleben-Erxleben, Hermann Graf von Arnim-Muskau, [https://de.wikipedia.org/wiki/Sigismund_von_Bibra Sigismund Freiherr von Bibra], [https://de.wikipedia.org/wiki/Vicco_von_B%C3%BClow-Schwante Vicco von Bülow-Schwante], Goerg von Conta, Friedrich den Delius, [https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_zu_Dohna-Schlobitten_(1899%E2%80%931997) Alexander Fürst zu Dohna-Schlobitten], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hasso_von_Etzdorf Hasso von Etzdorf], [https://de.wikipedia.org/wiki/C%C3%A9cil_von_Renthe-Fink_(Diplomat) Cécil von Renthe-Fink], [https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_von_und_zu_Gilsa Adolf von und zu Gilsa], Bernhard von Grünberg, Alfred von Hake, Daniel von Hoenning O’Carroll, Leo von Jena, Fritz-Adolf von Kriesgheim, Frederick von La Trobe, [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Christian_zur_Lippe-Wei%C3%9Fenfeld Karl Christian Prinz zur Lippe-Weißenfeld], [https://de.wikipedia.org/wiki/Curt_Loeffelholz_von_Colberg Curt Freiherr Loeffelholz von Colberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Georg_von_Mackensen Hans-Georg von Mackensen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ewald_von_Massow Ewald von Massow], [https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_von_Oppen Joachim von Oppen], Wilhelm von Oswald, Albrecht von Ploetz, [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Pochhammer_(Diplomat) Wilhelm von Pochhammer], Joachim Siegfried Edler Herr und Freiherr von Plotho-Wiese, [https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_von_Poser_und_Gro%C3%9F-Naedlitz Victor von Poser und Groß-Naedlitz], [https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_von_Richthofen Herbert Freiherr von Richthofen], Wichard Freiherr von Rochow, Carl Freiherr von Seckendorff-Adebar, [https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_von_Sybel Walter von Sybel], Hermann Freiherr von Tessin, Curt von Quednow, Max Freiherr Varnbüler von und zu Hemmingen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Wedel_(Polizeipr%C3%A4sident) Wilhelm Graf von Wedel], Reinhard von Westrem und Gutacker [https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_von_Wiese_und_Kaiserswaldau Walter von Wiese und Kaiserswaldau], Rudolf von Wülfing-Leuthen, Andreas von Zeschau-Lampertswalde etc.</span></ref><ref name=":0" group="A" /> </p><div class="mw-heading mw-heading2"> |
| == Geschichte == | | == Geschichte == |
| </div><div class="mw-heading mw-heading3"> | | </div><div class="mw-heading mw-heading3"> |
| === Entstehung === | | === Entstehung === |
| </div><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Arch%C3%A4ologie Archäologie] kennt früheste Herrschaftszeugnisse vor allem aus Grabfunden und Resten ehemaliger Villen und Burgen, die als solche „adeligen Lebens“ gedeutet werden<sup id="cite_ref-9" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-9 [5]]</sup>, ohne dass sichere Aussagen über die soziale Struktur von Gemeinschaften gemacht werden können, zu denen keine schriftlichen Zeugnisse vorliegen.<sup id="cite_ref-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-10 [6]]</sup> [https://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Iulius_Caesar Caesars] Schrift ''[https://de.wikipedia.org/wiki/De_bello_Gallico De bello Gallico]'' (52/51 v. Chr.) und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Germania_(Tacitus) ''Germania''] des [https://de.wikipedia.org/wiki/Tacitus Tacitus] frühestens aus dem Jahre 98 n. Chr.<sup id="cite_ref-11" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-11 [7]]</sup> werden oft als erster Beleg für die Existenz eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Germanen germanischen] Adels aufgefasst. Diese Deutung ist nach neueren Forschungen jedoch nicht haltbar: Sie steht im Kontext eines inzwischen überholten Germanenbegriffs im Rahmen einer „durch das Bedürfnis nach einer nationalkulturellen Identitätsbestimmung motivierten Geschichtsforschung“<sup id="cite_ref-12" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-12 [8]]</sup> in Deutschland im 19./20. Jahrhundert.</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Iulius_Caesar Caesar] bezeichnete germanische Führer in seiner in den Jahren 52/51 v. Chr. verfassten Schrift [https://de.wikipedia.org/wiki/De_bello_Gallico De bello Gallico] als ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Rex_(Titel) reges]'', ebenso [https://de.wikipedia.org/wiki/Tacitus Tacitus] in der frühestens 98 n. Chr. in Rom erschienenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Germania_(Tacitus) ''Germania'']. Ob dies tatsächlich bedeutet, dass es bei den Germanen [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nig Könige] gab, wird in der neueren Forschung bezweifelt.<sup id="cite_ref-13" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-13 [9]]</sup> Es wird auch von ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Dux_(Titel) duces]'' im Sinne von Heerführern, ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Princeps principes]'' und deren ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Comes comites]'' berichtet. Letztere Bezeichnung wurde erst ab dem Frühmittelalter für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Graf Grafen] benutzt, während bei Tacitus damit einfach eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Gefolge Gefolgschaft] gemeint ist. Innerhalb des Gefolges gab es Rangstufen, deren Bezeichnungen Tacitus nicht mitteilt, zumal sie im Belieben des jeweiligen Anführers standen (die Bezeichnung germanischer Führer als „König“, weil einige von den lateinischen Autoren den Titel ''rex'' zugesprochen bekamen, ist ein Missverständnis). Eine besonders vornehme Herkunft sicherte laut Tacitus selbst sehr jungen Männern einen hohen Rang innerhalb des Gefolges (cap. 13). Ebenso wurden Stammes- oder Heerführer wegen ihrer Herkunft aus angesehenen Familien, vor allem aber wegen ihrer Tüchtigkeit gewählt (cap. 7). Inwieweit diese Strukturen, wie sie Caesar und Tacitus beschrieben, schon längere Zeit bestanden, inwieweit sie die Verhältnisse bei den Germanen adäquat wiedergaben bzw. inwieweit es sich um eine Uminterpretation aus römischer Sicht handelt, ist umstritten. Eine Kontinuität von den germanischen Herrschaftstrukturen zum späteren feudalen [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehnswesen Lehnswesen] und zur [https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndegesellschaft Ständegesellschaft] mit Vorherrschaft des Adels gibt es nach heutigem Forschungsstand jedenfalls nicht. Ebenso wenig ist aus den überlieferten Nachrichten zu den [https://de.wikipedia.org/wiki/Merowinger Merowingern] abzuleiten, dass es dort einen Geburtsadel gab.<sup id="cite_ref-14" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-14 [10]]</sup></p><p>Erste Hinweise auf das Entstehen einer erblichen Aristokratie stammen aus der Zeit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Karolinger Karolinger] und beziehen sich zunächst auf die [https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsen_(Volk) Sachsen]. Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Franken_(Volk) fränkische] Abt [https://de.wikipedia.org/wiki/Nithard Nithard], ein Enkel [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_der_Gro%C3%9Fe Karls des Großen], schreibt 842 im IV. Buch (cap. 2) seiner Geschichte, dass die Sachsen in drei Stände geteilt seien, wobei sie den ersten Stand in ihrer Sprache ''edhilingui'' nennen würden, was Nithard mit dem lateinischen ''nobiles''gleichsetzt. Diese Edelinge hätten Anspruch auf ein dreifaches [https://de.wikipedia.org/wiki/Wergeld Wergeld], müssten aber auch Verstöße mit dreifacher Buße sühnen. 967/68 berichtet der Mönch [https://de.wikipedia.org/wiki/Widukind_von_Corvey Widukind von Corvey] in seinen ''Res gestae Saxonicae'' von der Stammessage der Sachsen. Er berichtet von Heerführern (''duces''), die jeweils 1000 Mann befehligten, wobei 100 davon als Gefolge und Leibgarde dienten, und Fürsten (''principes''), die jeweils den drei sächsischen Teilstämmen [https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsen_(Volk)#Westfalen Westfalen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Angrivarier Engern] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Ostfalen Ostfalen] vorstanden. Ihr Vorrang beschränkte sich nach Widukinds Angaben aber im Wesentlichen auf kriegerische Auseinandersetzungen, wobei das Kommando unter ihnen ausgelost wurde, wenn der ganze Sachsenstamm sich gegen einen Feind vereinigte.</p><p>In Bayern gab es früher als in Sachsen ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Stammesherzogtum Stammesherzogtum]. Nach der ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Lex_Baiuvariorum Lex Baiuvariorum]'', angeblich im späten 6. oder 7. Jahrhundert durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Merowinger merowingische Könige] erlassen, hatten die [https://de.wikipedia.org/wiki/Agilolfinger Agilolfinger] einen Erbanspruch auf die Herzogswürde. 788 wurde [https://de.wikipedia.org/wiki/Tassilo_III. Tassilo III.] als letzter Herzog dieser Sippe gestürzt. Zu dieser Zeit unterschied man ähnlich wie in Sachsen zwischen ''nobiles et liberi et servi''. Die Angehörigen der Adelssippen [https://de.wikipedia.org/wiki/Huosi Huosi], [https://de.wikipedia.org/wiki/Trozza Trozza], [https://de.wikipedia.org/wiki/Fagana Fagana], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hahilinga Hahilinga] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Anniona Anniona] wurden in der ''Lex Baiuvariorum'' ebenfalls besonders privilegiert; ihre Spur verliert sich aber im Frühmittelalter. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass es im 9. Jahrhundert im [https://de.wikipedia.org/wiki/Karolingerreich Karolingerreich] Familien gab, die eine hervorgehobene Stellung beanspruchten; ein abgeschlossener Erbadel existierte hingegen offenbar noch nicht, sondern die soziale Mobilität war weiterhin hoch.</p><div class="mw-heading mw-heading3"> | | </div><p>Die Archäologie kennt früheste Herrschaftszeugnisse vor allem aus Grabfunden und Resten ehemaliger Villen und Burgen, die als solche „adeligen Lebens“ gedeutet werden<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Ament Hermann Ament]: ''Germanen: Unterwegs zu höherer Zivilisation.'' In: [http://www.novaesium.de/artikel/germanen5.htm#2 Archäologische Zeugnisse adligen Lebens.]</span></ref>, ohne dass sichere Aussagen über die soziale Struktur von Gemeinschaften gemacht werden können, zu denen keine schriftlichen Zeugnisse vorliegen.<ref><span class="reference-text">Siehe dazu insbesondere den Abschnitt ''Probleme der Erforschung gesellschaftlicher Strukturen in vor- und frühgeschichtlicher Zeit.'' In: Stefanie Dick: ''Der Mythos vom „germanischen“ Königtum''. Berlin/New York 2008, S. 114–124</span></ref> [[Gaius Iulius Caesar|Caesars]] Schrift ''[[De bello Gallico]]'' (52/51 v. Chr.) und die ''[[Germania (Tacitus)|Germania]]'' des [[Tacitus]] frühestens aus dem Jahre 98 n. Chr.<ref><span class="reference-text">Publius Cornelius Tacitus: ''Germania – Übersetzung von Manfred Fuhrmann.'' Reclam, Stuttgart 1971 und öfter, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3150007267 ISBN 3-15-000726-7].</span></ref> werden oft als erster Beleg für die Existenz eines [[germanischer Adel|germanischen Adels]] aufgefasst. Diese Deutung ist nach neueren Forschungen jedoch nicht haltbar: Sie steht im Kontext eines inzwischen überholten Germanenbegriffs im Rahmen einer „durch das Bedürfnis nach einer nationalkulturellen Identitätsbestimmung motivierten Geschichtsforschung“<ref><span class="reference-text">Dick S. 2. Dazu grundlegend: Ernst Wolfgang Böckenförde: ''Die deutsche verfassungsgeschichtliche Forschung im 19. Jahrhundert''. Berlin 1961; Klaus von See: ''Deutsche Germanen-Ideologie vom Humanismus bis zur Gegenwart''. Frankfurt am Main 1970; Ders.: ''Barbar, Germane, Arier''. Heidelberg 1994.</span></ref> in Deutschland im 19./20. Jahrhundert.</p><p>Caesar bezeichnete germanische Führer in seiner in den Jahren 52/51 v. Chr. verfassten Schrift ''De bello Gallico'' als ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Rex_(Titel) reges]'', ebenso Tacitus in der frühestens 98 n. Chr. in Rom erschienenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Germania_(Tacitus) ''Germania'']. Ob dies tatsächlich bedeutet, dass es bei den Germanen [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nig Könige] gab, wird in der neueren Forschung bezweifelt.<ref><span class="reference-text">Vgl. dazu die Analyse beider Schriften durch Dick S. 43–67</span></ref> Es wird auch von ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Dux_(Titel) duces]'' im Sinne von Heerführern, ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Princeps principes]'' und deren ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Comes comites]'' berichtet. Letztere Bezeichnung wurde erst ab dem Frühmittelalter für die [[Grafen]] benutzt, während bei Tacitus damit einfach eine [[Gefolgschaft]] gemeint ist. Innerhalb des [[Gefolge|Gefolges]] gab es Rangstufen, deren Bezeichnungen Tacitus nicht mitteilt, zumal sie im Belieben des jeweiligen Anführers standen (die Bezeichnung germanischer Führer als „König“, weil einige von den lateinischen Autoren den Titel ''[[rex]]'' zugesprochen bekamen, ist ein Missverständnis). Eine besonders vornehme Herkunft sicherte laut Tacitus selbst sehr jungen Männern einen hohen Rang innerhalb des Gefolges (cap. 13). Ebenso wurden Stammes- oder Heerführer wegen ihrer Herkunft aus angesehenen Familien, vor allem aber wegen ihrer Tüchtigkeit gewählt (cap. 7). Inwieweit diese Strukturen, wie sie Caesar und Tacitus beschrieben, schon längere Zeit bestanden, inwieweit sie die Verhältnisse bei den Germanen adäquat wiedergaben bzw. inwieweit es sich um eine Uminterpretation aus römischer Sicht handelt, ist umstritten. Eine Kontinuität von den germanischen Herrschaftstrukturen zum späteren feudalen [[Lehnswesen]] und zur [[Ständegesellschaft]] mit Vorherrschaft des Adels gibt es nach heutigem Forschungsstand jedenfalls nicht. Ebenso wenig ist aus den überlieferten Nachrichten zu den [[Merowinger|Merowingern]] abzuleiten, dass es dort einen Geburtsadel gab.<ref><span class="reference-text">Heike Gran-Hoek: ''Die fränkische Oberschicht im 6. Jahrhundert. Studien zu ihrer rechtzlichen und politischen Stellung''. Sigmaringen 1976.</span></ref></p><p>Erste Hinweise auf das Entstehen einer erblichen [[Aristokratie]] stammen aus der Zeit der [[Karolinger]] und beziehen sich zunächst auf die [https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsen_(Volk) Sachsen]. Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Franken_(Volk) fränkische] Abt [https://de.wikipedia.org/wiki/Nithard Nithard], ein Enkel [[Karl der Große|Karls des Großen]], schreibt 842 im IV. Buch (cap. 2) seiner Geschichte, dass die Sachsen in drei Stände geteilt seien, wobei sie den ersten Stand in ihrer Sprache ''[[edhilingui]]'' nennen würden, was Nithard mit dem lateinischen ''[[nobiles]]'' gleichsetzt. Diese [[Edelinge]] hätten Anspruch auf ein dreifaches [https://de.wikipedia.org/wiki/Wergeld Wergeld], müssten aber auch Verstöße mit dreifacher Buße sühnen. 967/68 berichtet der Mönch [https://de.wikipedia.org/wiki/Widukind_von_Corvey Widukind von Corvey] in seinen ''Res gestae Saxonicae'' von der Stammessage der Sachsen. Er berichtet von Heerführern (''duces''), die jeweils 1000 Mann befehligten, wobei 100 davon als Gefolge und Leibgarde dienten, und Fürsten (''principes''), die jeweils den drei sächsischen Teilstämmen [https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsen_(Volk)#Westfalen Westfalen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Angrivarier Engern] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Ostfalen Ostfalen] vorstanden. Ihr Vorrang beschränkte sich nach Widukinds Angaben aber im Wesentlichen auf kriegerische Auseinandersetzungen, wobei das Kommando unter ihnen ausgelost wurde, wenn der ganze Sachsenstamm sich gegen einen Feind vereinigte.</p><p>In Bayern gab es früher als in Sachsen ein [[Stammesherzogtum]]. Nach der ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Lex_Baiuvariorum Lex Baiuvariorum]'', angeblich im späten 6. oder 7. Jahrhundert durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Merowinger merowingische Könige] erlassen, hatten die [[Agilolfinger]] einen Erbanspruch auf die Herzogswürde. 788 wurde [https://de.wikipedia.org/wiki/Tassilo_III. Tassilo III.] als letzter Herzog dieser Sippe gestürzt. Zu dieser Zeit unterschied man ähnlich wie in Sachsen zwischen ''nobiles et liberi et servi''. Die Angehörigen der Adelssippen [https://de.wikipedia.org/wiki/Huosi Huosi], [https://de.wikipedia.org/wiki/Trozza Trozza], [https://de.wikipedia.org/wiki/Fagana Fagana], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hahilinga Hahilinga] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Anniona Anniona] wurden in der ''Lex Baiuvariorum'' ebenfalls besonders privilegiert; ihre Spur verliert sich aber im Frühmittelalter. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass es im 9. Jahrhundert im [https://de.wikipedia.org/wiki/Karolingerreich Karolingerreich] Familien gab, die eine hervorgehobene Stellung beanspruchten; ein abgeschlossener [[Erbadel]] existierte hingegen offenbar noch nicht, sondern die soziale Mobilität war weiterhin hoch.</p><div class="mw-heading mw-heading3"> |
| === Frühmittelalter === | | === Frühmittelalter === |
| </div><p>Laut [https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsenspiegel Sachsenspiegel] waren die [https://de.wikipedia.org/wiki/Edelfrei Edelfreien] (auch ''Edelinge'' oder ''Hochfreie'' genannt) Grundbesitzer, die sich von anderen [https://de.wikipedia.org/wiki/Freie Freien] (Bauern oder Großbauern) dadurch unterschieden, dass sie das dreifache [https://de.wikipedia.org/wiki/Wergeld Wergeld] zu zahlen hatten. Es handelte sich also um besonders große Grundbesitzer. Sie wurden zu einem landrechtlichen [https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndegesellschaft Stand], der seinen Adel nicht aufgrund eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale Dienst]- oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehnswesen Lehnsverhältnisses] hatte, sondern mit seinem [https://de.wikipedia.org/wiki/Allod Allodbesitz] nur dem [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_K%C3%B6nig König] bzw. [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_Kaiser Kaiser] unterstand.</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_der_Gro%C3%9Fe Karl der Große] zog alle waffenfähigen freien Grundbesitzer jeden Sommer während einiger Monate zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Heeresfolge Heerfahrt] heran, d. h. zu Feldzügen im Rahmen der Reichskriege in verschiedenen Teilen Europas. Um dieses gewaltige [https://de.wikipedia.org/wiki/Aufgebot_(Milit%C3%A4r) Aufgebot] zu organisieren, wurde der [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerbann Heerbann] nach dem Rang der Pflichtigen in sieben Klassen oder sogenannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerschild Heerschilde] geteilt. Die einzelnen Heerschilde hatten unterschiedliche lehnsrechtliche Pflichten und Rechte. Die Feldzüge, welche mit Hilfe des Heerbannes ausgekämpft wurden, hießen Heerfahrten, die Teilnahme der Vasallen [https://de.wikipedia.org/wiki/Heeresfolge Heeresfolge].</p><p>Als Karl der Große die fränkische [https://de.wikipedia.org/wiki/Grafschaftsverfassung Grafschaftsverfassung] auf den größten Teil des heutigen Deutschlands ausweitete und damit bestimmten Personen Aufgaben übertrug, indem er sie zum Verwalter einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Grafschaft Grafschaft] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_(Territorium) Mark] ernannte, entstanden Berufsbezeichnungen, die bald erblich wurden und aus denen sich die späteren Adelsränge bildeten: Die Heerführer wurden in den Quellen ''dux'' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Herzog Herzog]) oder ''legatus''genannt, [https://de.wikipedia.org/wiki/Markgraf Markgrafen] ''legatus'', ''praeses'' oder später ''marchio'', [https://de.wikipedia.org/wiki/Graf Grafen] ''comes''. Die Grafen wurden mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigsbann Königsbann] belehnt und leiteten das Königsgericht in dessen Namen, während den Markgrafen darüber hinausgehende Befugnisse zustanden, da sie die Reichsgrenze zu verteidigen hatten. Erst spät und langsam, etwa ab dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Kreuzzug Ersten Kreuzzug], bildete sich unter dem Einfluss des Christentums das adlige Ideal des [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritter Ritters] ''(miles)'' aus. Während die Edelfreien ihren Stand vererbten, bedurfte der Aufstieg zum Ritter bestimmter Voraussetzungen sowie des Ritterschlags, eröffnete aber auch weniger begüterten Freien und sogar [https://de.wikipedia.org/wiki/Unfreie Unfreien] Aufstiegsmöglichkeiten.</p><p>Adlige Familien leisteten durch ihre Teilnahme an der Regierung, durch die Gründung von Städten, die Stiftung oder Förderung von Klöstern und Domschulen dauerhafte Beiträge zur Kultur des Mittelalters, vor allem die dynastischen Geschlechter, welche aus dem Edelfreien- oder Reichsministerialenstand zu Grafen und Fürsten aufstiegen und den späteren [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochadel Hochadel] bildeten. Dieser Aufstieg regional bedeutender Geschlechter begann schon zur Zeit der Karolinger und verstärkte sich nach der Jahrtausendwende. Die einzigen späteren (und bis heute blühenden) deutschen Dynastien, die urkundlich einwandfrei (und nicht nur legendenhaft oder vermutungsweise) in der Zeit vor der ersten Jahrtausendwende nachgewiesen sind, sind die [https://de.wikipedia.org/wiki/Welfen Welfen] (das Haus Hannover), die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reginare Reginare] (das Haus Hessen) und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Wettiner Wettiner] (das Haus Sachsen). Die anderen später bedeutenden Häuser, [https://de.wikipedia.org/wiki/Wittelsbach Wittelsbacher], [https://de.wikipedia.org/wiki/Habsburger Habsburger], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hohenzollern Hohenzollern], [https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%A4hringer Zähringer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Obodriten_(Adel) Obodriten] u. a. erscheinen sämtlich erst nach dem Jahr 1000 in der für das frühmittelalterliche Deutschland nur sehr dünnen schriftlichen Überlieferung.</p><div class="mw-heading mw-heading3"> | | </div><p>Laut [[Sachsenspiegel]] waren die [[Edelfreie|Edelfreien]] (auch ''Edelinge'' oder ''Hochfreie'' genannt) Grundbesitzer, die sich von anderen [https://de.wikipedia.org/wiki/Freie Freien] (Bauern oder Großbauern) dadurch unterschieden, dass sie das dreifache [[Wergeld]] zu zahlen hatten. Es handelte sich also um besonders große Grundbesitzer. Sie wurden zu einem landrechtlichen [https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndegesellschaft Stand], der seinen Adel nicht aufgrund eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale Dienst]- oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehnswesen Lehnsverhältnisses] hatte, sondern mit seinem [https://de.wikipedia.org/wiki/Allod Allodbesitz] nur dem [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_K%C3%B6nig König] bzw. [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_Kaiser Kaiser] unterstand.</p><p>[[Karl der Große]] zog alle waffenfähigen freien Grundbesitzer jeden Sommer während einiger Monate zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Heeresfolge Heerfahrt] heran, d. h. zu Feldzügen im Rahmen der Reichskriege in verschiedenen Teilen Europas. Um dieses gewaltige [https://de.wikipedia.org/wiki/Aufgebot_(Milit%C3%A4r) Aufgebot] zu organisieren, wurde der [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerbann Heerbann] nach dem Rang der Pflichtigen in sieben Klassen oder sogenannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerschild Heerschilde] geteilt. Die einzelnen Heerschilde hatten unterschiedliche lehnsrechtliche Pflichten und Rechte. Die Feldzüge, welche mit Hilfe des Heerbannes ausgekämpft wurden, hießen Heerfahrten, die Teilnahme der Vasallen [https://de.wikipedia.org/wiki/Heeresfolge Heeresfolge].</p><p>Als Karl der Große die fränkische [https://de.wikipedia.org/wiki/Grafschaftsverfassung Grafschaftsverfassung] auf den größten Teil des heutigen Deutschlands ausweitete und damit bestimmten Personen Aufgaben übertrug, indem er sie zum Verwalter einer [[Grafschaft]] oder [[Mark (Territorium)|Mark]] ernannte, entstanden Berufsbezeichnungen, die bald erblich wurden und aus denen sich die späteren Adelsränge bildeten: Die Heerführer wurden in den Quellen ''dux'' ([[Herzog]]) oder ''legatus'' genannt, [[Markgraf|Markgrafen]] ''legatus'', ''praeses'' oder später ''marchio'', [[Graf|Grafen]] ''comes''. Die Grafen wurden mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigsbann Königsbann] belehnt und leiteten das Königsgericht in dessen Namen, während den Markgrafen darüber hinausgehende Befugnisse zustanden, da sie die Reichsgrenze zu verteidigen hatten. Erst spät und langsam, etwa ab dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Kreuzzug Ersten Kreuzzug], bildete sich unter dem Einfluss des Christentums das adlige Ideal des [[Ritter|Ritters]] ''(miles)'' aus. Während die Edelfreien ihren Stand vererbten, bedurfte der Aufstieg zum Ritter bestimmter Voraussetzungen sowie des Ritterschlags, eröffnete aber auch weniger begüterten [[Freie|Freien]] und sogar [[Unfreie|Unfreien]] Aufstiegsmöglichkeiten.</p><p>Adlige Familien leisteten durch ihre Teilnahme an der Regierung, durch die Gründung von Städten, die Stiftung oder Förderung von Klöstern und Domschulen dauerhafte Beiträge zur Kultur des Mittelalters, vor allem die dynastischen Geschlechter, welche aus dem Edelfreien- oder Reichsministerialenstand zu Grafen und Fürsten aufstiegen und den späteren [[Hochadel]] bildeten. Dieser Aufstieg regional bedeutender Geschlechter begann schon zur Zeit der Karolinger und verstärkte sich nach der Jahrtausendwende. Die einzigen späteren (und bis heute blühenden) deutschen Dynastien, die urkundlich einwandfrei (und nicht nur legendenhaft oder vermutungsweise) in der Zeit vor der ersten Jahrtausendwende nachgewiesen sind, sind die [https://de.wikipedia.org/wiki/Welfen Welfen] (das Haus Hannover), die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reginare Reginare] (das Haus Hessen) und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Wettiner Wettiner] (das Haus Sachsen). Die anderen später bedeutenden Häuser, [https://de.wikipedia.org/wiki/Wittelsbach Wittelsbacher], [https://de.wikipedia.org/wiki/Habsburger Habsburger], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hohenzollern Hohenzollern], [https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%A4hringer Zähringer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Obodriten_(Adel) Obodriten] u. a. erscheinen sämtlich erst nach dem Jahr 1000 in der für das frühmittelalterliche Deutschland nur sehr dünnen schriftlichen Überlieferung.</p><div class="mw-heading mw-heading3"> |
| === Lehnswesen === | | === Lehnswesen === |
| </div><p>Der Stand der Edelfreien bekam durch das [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehnswesen Lehnswesen] eine rechtliche und soziale Gliederung. Die Anfänge des Lehnswesen könnten in der germanischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Gefolge Gefolgschaft] zu suchen sein, was indes umstritten ist. Nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Marc_Bloch Marc Blochs] grundlegendem Werk ''Die Feudalgesellschaft'' (1939) gab es zwar schon im [https://de.wikipedia.org/wiki/Merowinger merowingischen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Karolinger karolingischen] Frühmittelalter einen grundbesitzenden Adel, etwa die Großen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%A4nkisches_Reich Fränkischen Reichs] (z. B. die [https://de.wikipedia.org/wiki/Robertiner Robertiner] als Ahnen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kapetinger Kapetinger]), die Inhaber karolingischer [https://de.wikipedia.org/wiki/Graf Grafenämter] (etwa die [https://de.wikipedia.org/wiki/Welfen Welfen]), viele davon vermutlich Aufsteiger in höfischem oder kirchlichem Dienst, im Ursprung wohl oft auch fränkische, sächsische, bairische oder alemannische großbäuerliche Häuptlingssippen; sehr zweifelhaft ist, ob die Kontinuität tatsächlich bis zu den Anführern germanischer Gefolgschaftsbanden der [https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerwanderung Völkerwanderungszeit] zurückgeht, was gelegentlich behauptet wurde. Politisch wuchs das Gewicht dieses Adels (ebenso wie das der Kirche und des Königtums) zunächst auch zu Lasten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Freie Freien]. Im Heeresaufgebot der Karolinger, das teilweise Funktionen der Volksversammlung übernahm, in der Verwaltung und Gerichtsbarkeit der Franken dominierte zusehends der aus germanischem Geblütsadel und romanischem Landadel zusammenwachsende Adelsstand.<sup id="cite_ref-15" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-15 [11]]</sup></p><p>Dieser ältere Adel sei – nach Bloch – jedoch in der Zeit des Zusammenbruchs der staatlichen Ordnung in Europa während der räuberischen Anstürme durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikinger Wikinger], [https://de.wikipedia.org/wiki/Sarazenen Sarazenen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Ungarneinf%C3%A4lle Magyaren] ab etwa 800 bis kurz nach 1000 n. Chr. durch einen spontan entstandenen, wehrhaften Schwertadel (teils unfrei-bäuerlicher, teils freier oder edelfreier Herkunft) abgelöst worden, der es auf sich nahm, die bäuerliche Bevölkerung zu verteidigen und dafür von ihr ernährt und mit (damals kostspieligen) [https://de.wikipedia.org/wiki/Hauspferd Pferden] und Waffen sowie Kriegsknechten ausgerüstet wurde. Als die äußeren Gefahren abgewehrt waren, brachen in der Kriegerkaste Rivalitäten aus. Deshalb entwickelte sich innerhalb dieses frühen Adels ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Vasall Vasallensystem], in dem entweder der Mächtigere seinen Gefolgsleuten die Mittel und Verantwortung für ihren eigenen Unterhalt (Land und Leute) übertrug oder – häufiger – die Schwächeren ihren Beschützern umgekehrt ihre Ländereien übergaben und diese als [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehen Lehen]zurückerhielten, um sodann den mit Geld- oder Naturalabgaben und Ackerfronen belasteten Grund und Boden den [https://de.wikipedia.org/wiki/Hintersassen Hintersassen] zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Ackerbau Ackerbau] zu überlassen.</p><p>Das Lehnsgut wurde dem Vasallen ursprünglich nur zur Nutzung überlassen, später wurde er auch Untereigentümer; der Lehnsherr behielt aber stets noch Rechte an dem Lehnsgut, insbesondere das [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffnungsrecht Öffnungsrecht] sowie den Lehnsheimfall beim Aussterben des [https://de.wikipedia.org/wiki/Mannesstamm Mannesstammes]der Lehnsnehmerfamilie. Ferner hatte er Anspruch auf die Lehnspflichten des Vasallen, vor allem den Kriegsdienst mit einer bestimmten Anzahl von Männern und Pferden. Lehnsnehmer und Lehnsherr leisteten sich wechselseitig den [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehnseid Lehnseid]. Schließlich entwickelte sich die Vererbbarkeit des Lehnsgutes, doch formeller Obereigentümer blieb weiter der Lehnsherr. Die Erblichkeit der Lehen und die Zulässigkeit des Weitervergebens als [https://de.wikipedia.org/wiki/Afterlehen Afterlehen] wurden 1037 von Kaiser [https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_II._(HRR) Konrad II.] mit der ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Constitutio_de_feudis Constitutio de feudis]'' festgelegt.</p><p>So kam es, dass im 12. Jahrhundert bereits alle [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum Herzogtümer] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Graf Grafschaften] als Lehen vom Reich vergeben waren, dazu die [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochstift Erz- und Hochstifte]. Innerhalb dieser einzelnen weltlichen und geistlichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Territorialisierung Territorien] bestand aber wiederum ein vielgliedriges Lehnswesen. Erst im 13. Jahrhundert ging die Bedeutung des Lehnswesens zurück, da anstelle von Vasallen nun Dienstmannen („[https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale Ministeriale]“) eingestellt wurden, die entweder bereits Söhne von [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritter Rittern] waren oder sich durch kriegerische oder administrative Fähigkeiten auszeichneten und aufgrund ihrer Stellung, z. B. als [https://de.wikipedia.org/wiki/Burgmann Burgmannen], bald die [https://de.wikipedia.org/wiki/Schwertleite Schwertleite] oder den [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritterschlag Ritterschlag] erhielten. Auch diese untere, eigentlich unfreie Gruppe begann sich seit der Mitte des 12. Jahrhunderts auf Grund ständischen Bewusstseins selbst abzuschließen. Diese Abschließung wurde in Deutschland 1186 in der ''Constitutio contra incendiarios'' durch Kaiser [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_I._(HRR) Friedrich I. Barbarossa] als Reichsgesetz verkündet. Darin war auch vorgeschrieben, dass das bei Rechtsstreitigkeiten ([https://de.wikipedia.org/wiki/Fehde Fehden]) vorgesehene Beweisrecht des Zweikampfes (also des Siegs mit göttlicher Hilfe) nur dem „durch Geburt echten Ritter“ zugesprochen wurde, der ebenbürtig war, weil seine Eltern bereits von ritterlicher Abkunft waren. In anderen Ländern wird dieser Abschluss der Rittergesellschaft erst für das 13. Jahrhundert bezeugt. Freilich konnten einzelne Tüchtige, die eine ritterliche Lebensweise führten und aufgrund Kriegsdienstes mit dem Anlegen von Schwertgurt und Sporen zu Rittern erhoben wurden, nach wie vor auch in den erblichen Ritterstand aufsteigen,<sup id="cite_ref-16" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-16 [12]]</sup> denn wenn sie sodann Frauen aus ritterlichen Geschlechtern heirateten, wurde ihren Nachkommen ab der dritten Generation der Ritterstand erblich („Ritterbürtigkeit“). Schwertleite oder Ritterschlag waren dann zwar für den Einzelnen immer noch erforderlich, um Ritter zu werden, doch die Söhne gehörten dann bereits zu den ritterbürtigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Schildknappe Edelknappen] und die Töchter waren für Ritter [https://de.wikipedia.org/wiki/Ebenb%C3%BCrtigkeit ebenbürtige] Partien. Die meisten Geschlechter des deutschen Uradels ''(siehe unten)'' haben in dieser Phase und auf diese Weise ihren Aufstieg genommen, nur wenige zählen zum älteren Stand der Edelfreien.</p><p>Viele Edelfreie nahmen zur Verbreiterung ihrer wirtschaftlichen Basis neben ihrem [https://de.wikipedia.org/wiki/Allod Allodialbesitz] Lehen von mächtigeren Edelfreien an und begaben sich damit faktisch auf die Ebene von deren Ministerialen (Dienstmannen), auch wenn sie in Namenslisten auf Urkunden stets vor diesen erscheinen, also einen gewissen Vorrang behielten. Aus den mächtigeren Edelfreien entwickelten sich die Herren, Grafen und Fürsten, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsunmittelbar reichsunmittelbar] blieben, also nur dem [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_K%C3%B6nig römisch-deutschen König] unterstanden. Ihre sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Fahnenlehen Fahnenlehen] (die Herrschaft über bestimmte [https://de.wikipedia.org/wiki/Territorialisierung Territorien]) gingen direkt vom Reich. Teile der Fahnenlehen, aber auch Allodialgut der Reichsfürsten, wurden von diesen wiederum zu Lehen an Grafen und andere Edelfreie ausgegeben, die nach dem gleichen Prinzip weiter verfuhren. So entstand eine Lehnspyramide, deren Stufen als [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerschild Heerschilde] bezeichnet wurden. Wer von einem, der mit ihm auf der gleichen Stufe der Heerschildordnung stand, ein Lehen nahm, verlor zwar nicht seinen edelfreien Stand nach dem Landrecht, minderte aber seinen Heerschild. Letztere Regelung erwies sich für die weltlichen Reichsfürsten als ein Problem, als es ab dem 11. Jahrhundert immer mehr geistlichen Reichsfürsten (Erzbischöfen, Bischöfen sowie Äbten und Äbtissinnen von reichsunmittelbaren Klöstern und Stiften) gelang, für ihre Kirchen ehemals reichsunmittelbare Grafschaften oder Herzogtümer bzw. wesentliche Bestandteile solcher zu erhalten. Die weltlichen Reichsfürsten mussten sich mit diesen Lehen nunmehr von den geistlichen Fürsten statt vom König belehnen lassen, wodurch sie vom zweiten in den dritten Heerschild gerieten. Aus den Edelfreien des dritten und vierten Heerschilds entstanden im Spätmittelalter und in der Neuzeit die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsf%C3%BCrst Reichsfürsten] (die nach dem Ende des Heiligen Römischen Reichs 1806 ihre Unabhängigkeit meist verloren und dann als [https://de.wikipedia.org/wiki/Standesherr_(Deutscher_Bund) Standesherren]bezeichnet wurden). Soweit ein Fürst niemandem [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehnspflicht lehnspflichtig] war und nur Allodialgut besaß, wurde er in der Überlieferung als ein ''Fürst besonderer Freiheit'' genannt. Nach der Überlieferung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Welfen Welfen] war ihr Ahnherr ein Fürst besonderer Freiheit, was vermutlich nur im Frühmittelalter vorkam; tatsächlich waren sie zunächst karolingische [https://de.wikipedia.org/wiki/Gaugraf Gaugrafen].</p><div class="mw-heading mw-heading3"> | | </div><p>Der Stand der Edelfreien bekam durch das [[Lehnswesen]] eine rechtliche und soziale Gliederung. Die Anfänge des Lehnswesen könnten in der germanischen [[Gefolge|Gefolgschaft]] zu suchen sein, was indes umstritten ist. Nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Marc_Bloch Marc Blochs] grundlegendem Werk ''Die Feudalgesellschaft'' (1939) gab es zwar schon im [https://de.wikipedia.org/wiki/Merowinger merowingischen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Karolinger karolingischen] Frühmittelalter einen grundbesitzenden Adel, etwa die Großen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%A4nkisches_Reich Fränkischen Reichs] (z. B. die [https://de.wikipedia.org/wiki/Robertiner Robertiner] als Ahnen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kapetinger Kapetinger]), die Inhaber karolingischer [https://de.wikipedia.org/wiki/Graf Grafenämter] (etwa die [https://de.wikipedia.org/wiki/Welfen Welfen]), viele davon vermutlich Aufsteiger in höfischem oder kirchlichem Dienst, im Ursprung wohl oft auch fränkische, sächsische, bairische oder alemannische großbäuerliche Häuptlingssippen; sehr zweifelhaft ist, ob die Kontinuität tatsächlich bis zu den Anführern germanischer Gefolgschaftsbanden der [https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerwanderung Völkerwanderungszeit] zurückgeht, was gelegentlich behauptet wurde. Politisch wuchs das Gewicht dieses Adels (ebenso wie das der Kirche und des Königtums) zunächst auch zu Lasten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Freie Freien]. Im Heeresaufgebot der Karolinger, das teilweise Funktionen der Volksversammlung übernahm, in der Verwaltung und Gerichtsbarkeit der Franken dominierte zusehends der aus germanischem Geblütsadel und romanischem Landadel zusammenwachsende Adelsstand.<ref><span class="reference-text">Fleckenstein, Josef: Grundlagen und Beginn der deutschen Geschichte. (Deutsche Geschichte 1). Göttingen 1988, S. 40.</span></ref></p><p>Dieser ältere Adel sei – nach Bloch – jedoch in der Zeit des Zusammenbruchs der staatlichen Ordnung in Europa während der räuberischen Anstürme durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikinger Wikinger], [https://de.wikipedia.org/wiki/Sarazenen Sarazenen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Ungarneinf%C3%A4lle Magyaren] ab etwa 800 bis kurz nach 1000 n. Chr. durch einen spontan entstandenen, wehrhaften Schwertadel (teils unfrei-bäuerlicher, teils freier oder edelfreier Herkunft) abgelöst worden, der es auf sich nahm, die bäuerliche Bevölkerung zu verteidigen und dafür von ihr ernährt und mit (damals kostspieligen) [https://de.wikipedia.org/wiki/Hauspferd Pferden] und Waffen sowie Kriegsknechten ausgerüstet wurde. Als die äußeren Gefahren abgewehrt waren, brachen in der Kriegerkaste Rivalitäten aus. Deshalb entwickelte sich innerhalb dieses frühen Adels ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Vasall Vasallensystem], in dem entweder der Mächtigere seinen Gefolgsleuten die Mittel und Verantwortung für ihren eigenen Unterhalt (Land und Leute) übertrug oder – häufiger – die Schwächeren ihren Beschützern umgekehrt ihre Ländereien übergaben und diese als [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehen Lehen] zurückerhielten, um sodann den mit Geld- oder Naturalabgaben und Ackerfronen belasteten Grund und Boden den [https://de.wikipedia.org/wiki/Hintersassen Hintersassen] zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Ackerbau Ackerbau] zu überlassen.</p><p>Das Lehnsgut wurde dem Vasallen ursprünglich nur zur Nutzung überlassen, später wurde er auch Untereigentümer; der Lehnsherr behielt aber stets noch Rechte an dem Lehnsgut, insbesondere das [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffnungsrecht Öffnungsrecht] sowie den Lehnsheimfall beim Aussterben des [https://de.wikipedia.org/wiki/Mannesstamm Mannesstammes]der Lehnsnehmerfamilie. Ferner hatte er Anspruch auf die Lehnspflichten des Vasallen, vor allem den Kriegsdienst mit einer bestimmten Anzahl von Männern und Pferden. Lehnsnehmer und Lehnsherr leisteten sich wechselseitig den [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehnseid Lehnseid]. Schließlich entwickelte sich die Vererbbarkeit des Lehnsgutes, doch formeller Obereigentümer blieb weiter der Lehnsherr. Die Erblichkeit der Lehen und die Zulässigkeit des Weitervergebens als [https://de.wikipedia.org/wiki/Afterlehen Afterlehen] wurden 1037 von Kaiser [https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_II._(HRR) Konrad II.] mit der ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Constitutio_de_feudis Constitutio de feudis]'' festgelegt.</p><p>So kam es, dass im 12. Jahrhundert bereits alle [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum Herzogtümer] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Graf Grafschaften] als Lehen vom Reich vergeben waren, dazu die [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochstift Erz- und Hochstifte]. Innerhalb dieser einzelnen weltlichen und geistlichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Territorialisierung Territorien] bestand aber wiederum ein vielgliedriges Lehnswesen. Erst im 13. Jahrhundert ging die Bedeutung des Lehnswesens zurück, da anstelle von Vasallen nun Dienstmannen („[https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale Ministeriale]“) eingestellt wurden, die entweder bereits Söhne von [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritter Rittern] waren oder sich durch kriegerische oder administrative Fähigkeiten auszeichneten und aufgrund ihrer Stellung, z. B. als [https://de.wikipedia.org/wiki/Burgmann Burgmannen], bald die [https://de.wikipedia.org/wiki/Schwertleite Schwertleite] oder den [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritterschlag Ritterschlag] erhielten. Auch diese untere, eigentlich unfreie Gruppe begann sich seit der Mitte des 12. Jahrhunderts auf Grund ständischen Bewusstseins selbst abzuschließen. Diese Abschließung wurde in Deutschland 1186 in der ''Constitutio contra incendiarios'' durch Kaiser [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_I._(HRR) Friedrich I. Barbarossa] als Reichsgesetz verkündet. Darin war auch vorgeschrieben, dass das bei Rechtsstreitigkeiten ([https://de.wikipedia.org/wiki/Fehde Fehden]) vorgesehene Beweisrecht des Zweikampfes (also des Siegs mit göttlicher Hilfe) nur dem „durch Geburt echten Ritter“ zugesprochen wurde, der ebenbürtig war, weil seine Eltern bereits von ritterlicher Abkunft waren. In anderen Ländern wird dieser Abschluss der Rittergesellschaft erst für das 13. Jahrhundert bezeugt. Freilich konnten einzelne Tüchtige, die eine ritterliche Lebensweise führten und aufgrund Kriegsdienstes mit dem Anlegen von Schwertgurt und Sporen zu Rittern erhoben wurden, nach wie vor auch in den erblichen Ritterstand aufsteigen,<ref><span class="reference-text">Eberhard Otto: ''Abschließung des Ritterstandes.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Arno_Borst Arno Borst] (Hrsg.): ''Das Rittertum im Mittelalter.'' Darmstadt 1976, S. 106–129.</span></ref> denn wenn sie sodann Frauen aus ritterlichen Geschlechtern heirateten, wurde ihren Nachkommen ab der dritten Generation der Ritterstand erblich („Ritterbürtigkeit“). Schwertleite oder Ritterschlag waren dann zwar für den Einzelnen immer noch erforderlich, um Ritter zu werden, doch die Söhne gehörten dann bereits zu den ritterbürtigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Schildknappe Edelknappen] und die Töchter waren für Ritter [https://de.wikipedia.org/wiki/Ebenb%C3%BCrtigkeit ebenbürtige] Partien. Die meisten Geschlechter des deutschen Uradels ''(siehe unten)'' haben in dieser Phase und auf diese Weise ihren Aufstieg genommen, nur wenige zählen zum älteren Stand der Edelfreien.</p><p>Viele Edelfreie nahmen zur Verbreiterung ihrer wirtschaftlichen Basis neben ihrem [https://de.wikipedia.org/wiki/Allod Allodialbesitz] Lehen von mächtigeren Edelfreien an und begaben sich damit faktisch auf die Ebene von deren Ministerialen (Dienstmannen), auch wenn sie in Namenslisten auf Urkunden stets vor diesen erscheinen, also einen gewissen Vorrang behielten. Aus den mächtigeren Edelfreien entwickelten sich die Herren, Grafen und Fürsten, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsunmittelbar reichsunmittelbar] blieben, also nur dem [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_K%C3%B6nig römisch-deutschen König] unterstanden. Ihre sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Fahnenlehen Fahnenlehen] (die Herrschaft über bestimmte [https://de.wikipedia.org/wiki/Territorialisierung Territorien]) gingen direkt vom Reich. Teile der Fahnenlehen, aber auch Allodialgut der Reichsfürsten, wurden von diesen wiederum zu Lehen an Grafen und andere Edelfreie ausgegeben, die nach dem gleichen Prinzip weiter verfuhren. So entstand eine Lehnspyramide, deren Stufen als [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerschild Heerschilde] bezeichnet wurden. Wer von einem, der mit ihm auf der gleichen Stufe der Heerschildordnung stand, ein Lehen nahm, verlor zwar nicht seinen edelfreien Stand nach dem Landrecht, minderte aber seinen Heerschild. Letztere Regelung erwies sich für die weltlichen Reichsfürsten als ein Problem, als es ab dem 11. Jahrhundert immer mehr geistlichen Reichsfürsten (Erzbischöfen, Bischöfen sowie Äbten und Äbtissinnen von reichsunmittelbaren Klöstern und Stiften) gelang, für ihre Kirchen ehemals reichsunmittelbare Grafschaften oder Herzogtümer bzw. wesentliche Bestandteile solcher zu erhalten. Die weltlichen Reichsfürsten mussten sich mit diesen Lehen nunmehr von den geistlichen Fürsten statt vom König belehnen lassen, wodurch sie vom zweiten in den dritten Heerschild gerieten. Aus den Edelfreien des dritten und vierten Heerschilds entstanden im Spätmittelalter und in der Neuzeit die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsf%C3%BCrst Reichsfürsten] (die nach dem Ende des Heiligen Römischen Reichs 1806 ihre Unabhängigkeit meist verloren und dann als [https://de.wikipedia.org/wiki/Standesherr_(Deutscher_Bund) Standesherren]bezeichnet wurden). Soweit ein Fürst niemandem [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehnspflicht lehnspflichtig] war und nur Allodialgut besaß, wurde er in der Überlieferung als ein ''Fürst besonderer Freiheit'' genannt. Nach der Überlieferung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Welfen Welfen] war ihr Ahnherr ein Fürst besonderer Freiheit, was vermutlich nur im Frühmittelalter vorkam; tatsächlich waren sie zunächst karolingische [https://de.wikipedia.org/wiki/Gaugraf Gaugrafen].</p><div class="mw-heading mw-heading3"> |
| === Ministerialität === | | === Ministerialität === |
| </div><div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale Ministeriale]''</div><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Leibeigenschaft Unfreie] verwalteten im Auftrag ihrer edelfreien Herrn als [https://de.wikipedia.org/wiki/Meier Meier] deren Wirtschaftshöfe (sogenannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Fronhof Fronhöfe]), zogen von den abhängigen Bauern die Abgaben ein, leisteten Kriegsdienste, verwalteten Burgen und im Einzelfall ganze Grafschaften. Aus dieser Oberschicht der Unfreien bildete sich die Dienstmannschaft des Reiches (die Reichsministerialität) und der Reichsfürsten, bis im Hochmittelalter selbst kleine Grafen, Herren oder Klöster eigene Ministeriale hatten.</p><p>Die soziale Stellung der Ministerialität verstärkte sich, als kleinere Edelfreie ihren Stand aufgaben, um in die Dienstmannschaft eines Reichsfürsten einzutreten. Teilweise mussten sie ihr [https://de.wikipedia.org/wiki/Allod Allodialgut] als Folge einer für sie unglücklich verlaufenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Fehde Fehde] übergeben, um es als Dienstlehen zurückzuerhalten, oder sie verbesserten ihre wirtschaftliche Lage, indem sie neben ihrem in der Regel kleinen Eigengut (Allod) eine neue Burg als Lehen erhielten bzw. auf neubelehntem Land bauen durften. Dabei gab es Vereinbarungen, dass sie und/oder ihre Nachkommen persönlich frei blieben. Umgekehrt stiegen unfreie Ministeriale, vor allem die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale#Entstehung_der_Reichsministerialit%C3%A4t Reichsministerialen], die unmittelbar im Dienst des Königs standen, gelegentlich in den Grafenstand auf. Das früheste bekannte Beispiel ist [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_von_Stade Friedrich von Stade], der um 1095 von den Markgrafen der Nordmark, den sogenannten Udonen, mit der Verwaltung ihrer alten Grafschaft Stade beauftragt worden war. Er verbündete sich mit dem sächsischen Herzog und späteren König bzw. Kaiser [https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_III._(HRR) Lothar III.] gegen seine Herrn, erkaufte sich die Freilassung, um schließlich durch Erzbischof [https://de.wikipedia.org/wiki/Adalbero_von_Bremen Adalbero von Hamburg-Bremen] selbst mit der Grafschaft Stade belehnt zu werden. Auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Markward_von_Annweiler Markward von Annweiler], bis 1195 ein einfacher unfreier Dienstmann, wurde von Kaiser [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_VI._(HRR) Heinrich VI.] freigelassen und mit Markgrafschaften und Herzogtümern in Italien belehnt.</p><p>Weil durch den König häufig Erzbischöfe und Bischöfe von außerhalb ihrer Diözese eingesetzt wurden, um die Vormacht des örtlichen Adels zu brechen, waren diese in besonderem Maße auf die Loyalität der Dienstmannschaft ihres [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochstift Hochstifts] angewiesen. Das führte zu einer rechtlichen Stärkung der Ministerialität, die in ein eigenes Recht mündete, nach welchem über Verfehlungen und sonstige Streitigkeiten in einem Hof- oder Lehnsgericht unter Mitwirkung ihrer Standesangehörigen entschieden wurde. Ähnliche Entwicklungen zeigten sich in den weltlichen Fürstentümern. Während der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsenspiegel Sachsenspiegel] um 1235 noch davon ausging, dass Ministeriale Unfreie seien, die von ihren Fürsten beliebig verschenkt und vertauscht werden konnten, versuchte [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Johannes_von_Buch&action=edit&redlink=1 Johannes von Buch] in seiner Glosse zum Sachsenspiegel etwa 100 Jahre später zu begründen, dass ein Ritter, auch wenn er ein Dienstlehen hatte, damit nicht automatisch unfrei sei. Allerdings gab es auch für Johannes von Buch noch unfreie Ministerialen. Auf ihrem Lehnsgrund errichteten sich die Ministerialen meist eigene kleine Burgen, die typischen Formen waren die [https://de.wikipedia.org/wiki/Motte_(Burg) Motte] (Turmhügelburg) und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wohnturm Wohnturm]; bisweilen wurden diese im Spätmittelalter zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Festes_Haus Festen Häusern] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg Burgen] erweitert.</p><div class="mw-heading mw-heading4"> | | </div><div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale Ministeriale]''</div><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Leibeigenschaft Unfreie] verwalteten im Auftrag ihrer edelfreien Herrn als [https://de.wikipedia.org/wiki/Meier Meier] deren Wirtschaftshöfe (sogenannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Fronhof Fronhöfe]), zogen von den abhängigen Bauern die Abgaben ein, leisteten Kriegsdienste, verwalteten Burgen und im Einzelfall ganze Grafschaften. Aus dieser Oberschicht der Unfreien bildete sich die Dienstmannschaft des Reiches (die Reichsministerialität) und der Reichsfürsten, bis im Hochmittelalter selbst kleine Grafen, Herren oder Klöster eigene Ministeriale hatten.</p><p>Die soziale Stellung der Ministerialität verstärkte sich, als kleinere Edelfreie ihren Stand aufgaben, um in die Dienstmannschaft eines Reichsfürsten einzutreten. Teilweise mussten sie ihr [https://de.wikipedia.org/wiki/Allod Allodialgut] als Folge einer für sie unglücklich verlaufenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Fehde Fehde] übergeben, um es als Dienstlehen zurückzuerhalten, oder sie verbesserten ihre wirtschaftliche Lage, indem sie neben ihrem in der Regel kleinen Eigengut (Allod) eine neue Burg als Lehen erhielten bzw. auf neubelehntem Land bauen durften. Dabei gab es Vereinbarungen, dass sie und/oder ihre Nachkommen persönlich frei blieben. Umgekehrt stiegen unfreie Ministeriale, vor allem die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale#Entstehung_der_Reichsministerialit%C3%A4t Reichsministerialen], die unmittelbar im Dienst des Königs standen, gelegentlich in den Grafenstand auf. Das früheste bekannte Beispiel ist [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_von_Stade Friedrich von Stade], der um 1095 von den Markgrafen der Nordmark, den sogenannten Udonen, mit der Verwaltung ihrer alten Grafschaft Stade beauftragt worden war. Er verbündete sich mit dem sächsischen Herzog und späteren König bzw. Kaiser [https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_III._(HRR) Lothar III.] gegen seine Herrn, erkaufte sich die Freilassung, um schließlich durch Erzbischof [https://de.wikipedia.org/wiki/Adalbero_von_Bremen Adalbero von Hamburg-Bremen] selbst mit der Grafschaft Stade belehnt zu werden. Auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Markward_von_Annweiler Markward von Annweiler], bis 1195 ein einfacher unfreier Dienstmann, wurde von Kaiser [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_VI._(HRR) Heinrich VI.] freigelassen und mit Markgrafschaften und Herzogtümern in Italien belehnt.</p><p>Weil durch den König häufig Erzbischöfe und Bischöfe von außerhalb ihrer Diözese eingesetzt wurden, um die Vormacht des örtlichen Adels zu brechen, waren diese in besonderem Maße auf die Loyalität der Dienstmannschaft ihres [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochstift Hochstifts] angewiesen. Das führte zu einer rechtlichen Stärkung der Ministerialität, die in ein eigenes Recht mündete, nach welchem über Verfehlungen und sonstige Streitigkeiten in einem Hof- oder Lehnsgericht unter Mitwirkung ihrer Standesangehörigen entschieden wurde. Ähnliche Entwicklungen zeigten sich in den weltlichen Fürstentümern. Während der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsenspiegel Sachsenspiegel] um 1235 noch davon ausging, dass Ministeriale Unfreie seien, die von ihren Fürsten beliebig verschenkt und vertauscht werden konnten, versuchte [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Johannes_von_Buch&action=edit&redlink=1 Johannes von Buch] in seiner Glosse zum Sachsenspiegel etwa 100 Jahre später zu begründen, dass ein Ritter, auch wenn er ein Dienstlehen hatte, damit nicht automatisch unfrei sei. Allerdings gab es auch für Johannes von Buch noch unfreie Ministerialen. Auf ihrem Lehnsgrund errichteten sich die Ministerialen meist eigene kleine Burgen, die typischen Formen waren die [https://de.wikipedia.org/wiki/Motte_(Burg) Motte] (Turmhügelburg) und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wohnturm Wohnturm]; bisweilen wurden diese im Spätmittelalter zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Festes_Haus Festen Häusern] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg Burgen] erweitert.</p><div class="mw-heading mw-heading4"> |
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| </div><p>Regional unterschiedlich entwickelte sich im [https://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tmittelalter Spätmittelalter] und zu Beginn der [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuzeit Neuzeit] aus der [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsritterschaft Ritterschaft] vieler – aber nicht aller – reichsunmittelbaren geistlichen und weltlichen Herrschaften ein eigener Stand, dessen Mitglieder nicht mehr Eigentum des Landesherrn waren, sondern mit denen er über Kriegsdienste und Steuern verhandeln musste.</p><div class="mw-heading mw-heading4"> | | </div><p>Regional unterschiedlich entwickelte sich im [https://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tmittelalter Spätmittelalter] und zu Beginn der [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuzeit Neuzeit] aus der [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsritterschaft Ritterschaft] vieler – aber nicht aller – reichsunmittelbaren geistlichen und weltlichen Herrschaften ein eigener Stand, dessen Mitglieder nicht mehr Eigentum des Landesherrn waren, sondern mit denen er über Kriegsdienste und Steuern verhandeln musste.</p><div class="mw-heading mw-heading4"> |
| ==== Nobilitierungen ==== | | ==== Nobilitierungen ==== |
| </div><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelstitel Adelstitel] entwickelten sich teils aus ursprünglichen Amts- oder Funktionsbezeichnungen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Herzog Herzog], [https://de.wikipedia.org/wiki/Markgraf Markgraf], [https://de.wikipedia.org/wiki/Graf Graf], [https://de.wikipedia.org/wiki/Vizegraf Vizegraf]), die erblich geworden waren, teils aus Bezeichnungen für eine Rechtsstellung ([https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrst Fürst], [https://de.wikipedia.org/wiki/Freiherr Freiherr] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Baron Baron]). Durch jeweiliges [https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsrecht_(Deutschland) Staatsrecht] bestimmte Funktionsbezeichnungen blieben die Ämter der [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nig Könige] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurf%C3%BCrst Kurfürsten] (später auch der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fherzog Großherzöge]), während der [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_Kaiser Kaiser] als Reichsoberhaupt im [https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_R%C3%B6misches_Reich Alten Reich] ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahlmonarchie Wahlmonarch] war.</p><p>Die Verleihung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelstitel Adelstiteln] begann in Deutschland in der Zeit Kaiser [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_IV._(HRR) Karls IV.] durch die Erhebung von Beamten (vor allem Juristen) in die Adelsklasse. Der älteste bekannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsbrief Adelsbrief] wurde von Kaiser Karl IV. für [https://de.wikipedia.org/wiki/Wicker_Frosch Wyker Frosch], [https://de.wikipedia.org/wiki/Scholaster Scholaster] an der [https://de.wikipedia.org/wiki/St._Stephan_(Mainz) Stephanskirche] zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Mainz Mainz], am 30. September 1360 ausgestellt. Familien, die nicht schon im Mittelalter ritterbürtig waren, sondern erst in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuzeit Neuzeit] durch Adelsbrief in den Adel aufgenommen wurden, werden als Briefadel bezeichnet.</p><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_R%C3%B6misches_Reich Heiligen Römischen Reich] war die Nobilitierung – ebenso wie die Rangerhöhung – bis zum Ende des Reichs 1806 ein Vorrecht des [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_Kaiser römisch-deutschen Kaisers] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_K%C3%B6nig Königs]. Allerdings erlangten im Laufe der Zeit auch einige der Territorialfürsten dieses Recht:</p> | | </div><p>[[Nobilitierungen]]</p><div class="mw-heading mw-heading4"> |
| *die [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_B%C3%B6hmen Könige von Böhmen] (die auch Kurfürsten des Reichs waren), mit Beschränkung der Gültigkeit von Titeln auf ihr Königreich,
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| *die [https://de.wikipedia.org/wiki/Erzherzog Erzherzöge] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Erzherzogtum_%C3%96sterreich Österreich] (ab 1453 nach rechtlicher Anerkennung des gefälschten [https://de.wikipedia.org/wiki/Privilegium_Maius Privilegium Maius]),
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| *die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurf%C3%BCrstentum_Bayern Kurfürsten von Bayern], der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurpfalz Pfalz] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurf%C3%BCrstentum_Sachsen Sachsen] als [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsvikar Reichsvikare] in Zeiten des [https://de.wikipedia.org/wiki/Interregnum Interregnums],
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| *die [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Herz%C3%B6ge_von_Lothringen Herzöge von Lothringen] (im 14. Jh.) als Reichsvikar für [https://de.wikipedia.org/wiki/Burgund Burgund],
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| *der [https://de.wikipedia.org/wiki/Erzbischof Erzbischof] von [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrsterzbistum_Salzburg Salzburg], der dieses Recht als [https://de.wikipedia.org/wiki/Primas_Germaniae Primas Germaniae] für sich in Anspruch nahm,
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| *die [https://de.wikipedia.org/wiki/Bischof Bischöfe] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Bistum_Metz Metz] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Bistum_Toul Toul] (als Ergebnis des [https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Chambord Vertrags von Chambord 1552])
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| *die [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nig_von_Preu%C3%9Fen Könige in Preußen] (ab 1702) in ihrem [https://de.wikipedia.org/wiki/Ostpreu%C3%9Fen (ost)preußischen] Königreich, dessen Gebiet (im Gegensatz zu ihrem weitaus größeren [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurf%C3%BCrstentum_Brandenburg Kurfürstentum Brandenburg]) dem Römisch-Deutschen Reich nicht zugehörte, da es kein Reichslehen, sondern ein Lehen der polnischen Krone war.
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| <p>Seit 1806 konnten die Fürsten der deutschen [https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinbund Rheinbundstaaten] und nach 1815 alle deutschen [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_F%C3%BCrsten_im_Deutschen_Kaiserreich Bundesfürsten] Standeserhebungen vornehmen. Dies galt auch nach der Entstehung des [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Kaiserreich Deutschen Kaiserreiches] am 18. Januar 1871, der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Kaiser Kaiser] konnte Adelstitel nur als König von Preußen verleihen.</p><p>Von Anfang an gab es aber innerhalb des Adels und mit dem städtischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Patrizier Patriziat] Rangstreitigkeiten, die ab dem Spätmittelalter zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsprobe Adelsproben] für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritter Ritterbürtigkeit] bzw. [https://de.wikipedia.org/wiki/Ebenb%C3%BCrtigkeit Ebenbürtigkeit], sogar zu langwierigen Rechtsstreitigkeiten wie dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Erbm%C3%A4nner Erbmännerstreit] führten. Bis in die heutige Zeit wird daher innerhalb des Adels zwischen altem Adel bzw. Uradel und späterem Briefadel unterschieden (siehe unten).</p><div class="mw-heading mw-heading4">
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| ==== Wirtschaftliche Grundlagen ==== | | ==== Wirtschaftliche Grundlagen ==== |
| </div><p>Die Ursprünge des [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehenswesen Lehenswesens] waren bereits im [https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%A4nkisches_Reich Fränkischen Reich] entstanden, um dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritter Ritterstand] die ihm obliegende Verpflichtung zu Ritterdiensten als [https://de.wikipedia.org/wiki/Panzerreiter Panzerreiter] wirtschaftlich zu ermöglichen. Damit verbunden waren auch Befreiungen von den sonst auf ländlichem Grundbesitz haftenden Steuern und bäuerlichen Lasten. Die Ritter waren als [https://de.wikipedia.org/wiki/Vasall Vasallen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale Ministeriale] dem Lehnsherren zum Kriegsdienst zu Pferde und später alternativ zu Geldleistungen („Ritterpferdgeldern“) verpflichtet, die teils noch im [https://de.wikipedia.org/wiki/Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger_Krieg Dreißigjährigen Krieg] und danach eingetrieben wurden. Die Blütezeit des Adels und der Ritterkultur (mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg Burgenbau] in ganz Europa, [https://de.wikipedia.org/wiki/Turnier Turnieren], [https://de.wikipedia.org/wiki/Minnesang Minnesang] und kulturell ertragreichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzzug Orientkreuzzügen]) war das 13. Jahrhundert. In dieser Zeit verfiel mit dem Untergang der [https://de.wikipedia.org/wiki/Staufer Staufer] und dem darauffolgenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Interregnum_(HRR) Interregnum] auch die (ohnehin schwache) königliche Herrschaftsgewalt, wodurch die Macht des [https://de.wikipedia.org/wiki/Hoher_Adel Hohen Adels] zunahm. Dieser, bestehend aus den [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurf%C3%BCrst Kurfürsten] und anderen Territorialherren ([https://de.wikipedia.org/wiki/Herzog Herzöge], [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrst Fürsten], [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstbischof Fürstbischöfe], [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichspr%C3%A4lat Reichsprälaten], regierende [https://de.wikipedia.org/wiki/Graf Grafen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Herr_(Titel) Herren]), hielt sich immer größere Dienstmannschaften an Ministerialen, die ihrerseits durch ritterliche Lebensweise aufstiegen und – gemeinsam mit den lehnsabhängig gewordenen Edelfreien – zu einem Niederen Adel heranwuchsen.</p><p>Seit dem 14. Jahrhundert wurden jedoch die alten [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehen Lehensheere] durch [https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%B6ldner Söldnertruppen] ersetzt, was zum Ende des Ritterdienstes führte und damit im [https://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tmittelalter Spätmittelalter] und in der frühen [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuzeit Neuzeit] zu einem wirtschaftlichen Niedergang des Adels. Die anstelle der Kriegsdienste nunmehr an den Lehnsherrn zu zahlenden „Ritterpferdgelder“ waren kostspielig, während Sold und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsbeute#Mittelalter Kriegsbeute] nun in andere Taschen flossen, vor allem in die der (adligen) [https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%B6ldner#Historische_S%C3%B6ldnerf%C3%BChrer Söldnerführer], die sich große Vermögen erwarben. Die Besitze zersplitterten sich oft und kinderreiche Familien rückten in wenigen Generationen auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Ganerbenburg Ganerbenburgen] eng zusammen. Noch mehr jüngere Kinder als zuvor wurden in Klöster gesteckt, um ihre Versorgung sicherzustellen; für adlige Töchter wurden eigens [https://de.wikipedia.org/wiki/Frauenstift Frauenstifte] eingerichtet, aus denen sie auch wieder austreten konnten, wenn sich ein Bräutigam fand, der sie ohne Mitgift nahm. Außerdem war es üblich, dass sich adlige Witwen in ein klösterliches Stift einkauften, um dort ihren Lebensabend im Anschluss an die Klostergemeinschaft der Ordensfrauen, aber ohne Ablegung der Gelübde zu verbringen. Seltener traten auch verwitwete Männer, die ihre Besitzungen zu Lebzeiten übergeben hatten, in geistliche Orden ein.</p><figure class="mw-default-size">[https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Heilig_Geist-Eselsgesellschaft4214.jpg ]<figcaption>Wappenfries der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_mit_dem_Esel Gesellschaft mit dem Esel] (einer ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsgesellschaft Adelsgesellschaft]'') in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliggeistkirche_(Heidelberg) Heiliggeistkirche] in Heidelberg</figcaption></figure><p>Eine weitere Möglichkeit der Abhilfe war für jüngere Söhne die Auswanderung in unterentwickelte, dünn besiedelte Gegenden im Rahmen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Ostsiedlung Deutschen Ostsiedlung], wo noch reichlich Lehnsbesitz zu erlangen war. Wiederum eine andere Geldquelle sorgte für erhebliche Interessenkonflikte: Die tradierte Zollerhebung durch die Ministerialen im Auftrag ihrer [https://de.wikipedia.org/wiki/Landesherr Landesherren], welche das [https://de.wikipedia.org/wiki/Zollregal Zollregal] als Lehen oder Pfand vom Reich erhalten hatten. Während die Zölle an Flüssen oft durch landesherrliche [https://de.wikipedia.org/wiki/Zollburg Zollburgen] und in Städten an [https://de.wikipedia.org/wiki/Stadttor Stadttoren] kassiert wurden, waren auf den ländlichen Strecken meist die dort ansässigen Adligen mit dem Recht von ''Zoll und Geleit'' (lat. ''conductus et theloneum'') beauftragt, hatten die Straßen und Brücken instand zu halten und durften dafür einen Anteil für sich behalten. Die wirtschaftliche Not trieb nun manche – bei weitem nicht alle – Adligen dazu, ihre Aufgaben weiter auszulegen als bisher, indem sie die Zölle erhöhten oder bislang unkontrollierte Strecken zollpflichtig machten. Dies widersprach den Interessen der Städte (insbesondere ihrer Fernhandel treibenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Patrizier Patrizier]) sowie der Landesherren, da beide von einem möglichst reibungslosen Warenverkehr profitierten. Weil zum Zoll- und Geleitrecht auch das ''Recht des freien Niederwurfs'' (also der Beschlagnahme) bei Verweigerung gehörte, kam es zu Konflikten mit den Handelszügen. Die Städte bewerteten das Treiben des Adels als [https://de.wikipedia.org/wiki/Raubritter Raubrittertum], während dieser sich auf seine Zollaufgaben berief. Der Übergang vom Zoll zum Raub war daher gleitend.<sup id="cite_ref-17" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-17 [13]]</sup> Zwar kam auch reine [https://de.wikipedia.org/wiki/Wegelagerei Wegelagerei] vor, doch hätten die beteiligten Adligen den Vorwurf des gemeinen Straßenraubs in den meisten Fällen entrüstet von sich gewiesen. Der Begriff „Raubritter“ ist daher missverständlich und wird im wissenschaftlichen Diskurs zunehmend vermieden.<sup id="cite_ref-18" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-18 [14]]</sup> Städte und Landesherren unternahmen häufig Strafexpeditionen, während die Adligen sich in [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsgesellschaft Adelsgesellschaften] zusammenschlossen (in Schwaben etwa der ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Sankt_J%C3%B6rgenschild Gesellschaft mit Sankt Jörgenschild]''), um sich gegen die Expansionspolitik von Fürsten und Städten zu wehren. Einige von ihnen führten auch größere [https://de.wikipedia.org/wiki/Fehde Fehden], etwa die ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Martinsv%C3%B6gel Martinsvögel]'', der ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Sternerbund Sternerbund]'', die ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Bengler_(Ritterbund) Bengler]'' oder der ''[https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6wenbund Löwenbund]''. Auch innerhalb des Adels nahmen die Fehden zu, wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_von_Hutten Ulrich von Hutten] es in seinem Brief an [https://de.wikipedia.org/wiki/Willibald_Pirckheimer Willibald Pirckheimer] aus dem Jahr 1518 anschaulich beschreibt:</p><div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote><p>„Sodann müssen wir uns dem Dienst irgendeines Fürsten verdingen, von dem wir uns Schirmherrschaft erhoffen; wenn ich das nicht tue, glaubt jeder, daß er sich mir gegenüber alles erlauben dürfe, und auch wenn ich es tue, ist diese Zuversicht mit Gefahr und täglicher Furcht verbunden. Denn wenn ich aus dem Haus gehe, muß ich fürchten, denen in die Hände zu fallen, mit denen mein Fürst, mag er sein, wer er will, Händel oder Fehde hat. An seiner Stelle überfallen sie mich und schleppen mich fort; wenn einen das Mißgeschick trifft, zahlt man leicht die Hälfte seines Vermögens als Lösegeld; und so erwächst mir Feindschaft, wovon ich mir Schutz erhofft hatte. Daher halten wir uns zu diesem Zweck Pferde, schaffen Waffen an und umgeben uns mit zahlreichen Gefolge, alles unter großen und drückenden Kosten. Bisweilen reiten wir wohl sogar nicht zwei Morgen weit ohne Waffen aus...“<sup id="cite_ref-19" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-19 [15]]</sup></p></blockquote></div></div><p>Auf den [https://de.wikipedia.org/wiki/Rittergut Rittergütern] selbst bestanden die Einnahmen hauptsächlich aus den Abgaben der [https://de.wikipedia.org/wiki/Erbuntert%C3%A4nigkeit Erbuntertänigen] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Hintersassen Hintersassen] ([https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6riger Hörige] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundhold Grundholde]), zum geringeren Teil auch aus Eigenversorgung mit Hilfe von [https://de.wikipedia.org/wiki/Knecht Knechten] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Magd Mägden]. Diese Einkünfte waren oft relativ bescheiden, denn die Bauern waren meist arm. So schildert Hutten in seinem Brief auch eindringlich die beengten, kargen und sorgenvollen Zustände auf der heimatlichen Burg.<sup id="cite_ref-20" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-20 [16]]</sup> Obwohl die [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg Burgen] nur spärlich möbliert waren, legten ihre adligen Bewohner aber doch Wert darauf, dass neben den erforderlichen Kriegs- und Jagdwaffen ([https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCstung_(Schutzkleidung) Rüstungen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Schwert Schwerter] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Schild_(Schutzwaffe) Schilde], [https://de.wikipedia.org/wiki/Pfeil_(Geschoss) Pfeile] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Bogen_(Waffe) Bogen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Pech_(Stoff) Pech], [https://de.wikipedia.org/wiki/Steinb%C3%BCchse Steinbüchsen], Kugeln und [https://de.wikipedia.org/wiki/Schie%C3%9Fpulver Schießpulver]) stets auch einige standesgemäße Ausstattungsstücke vorhanden waren (wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Wandteppich Wandteppiche], Silberwaren, hochwertiges Steingut, Elfenbeinkämme oder andere Importwaren). Gastmähler für angereiste Standesgenossen mussten stets reichhaltig sein, mit vielen Gängen und gutem Wein, und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Esskultur_im_Mittelalter Esskultur im Mittelalter] kannte strenge Tischsitten. Auch hatte die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kleidung_im_Mittelalter Kleidung im Mittelalter] den noblen Status zu repräsentieren. Im Alltagsleben fielen Bekleidung und Mahlzeiten auf den Burgen des niederen Adels hingegen bescheidener aus, während sie beim [https://de.wikipedia.org/wiki/Hoher_Adel Hohen Adel] und seinem [https://de.wikipedia.org/wiki/Hofstaat Hofstaat] – ebenfalls aus Repräsentationsgründen – stets aufwändig zu sein hatten.<sup id="cite_ref-21" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-21 [17]]</sup></p><p>Die Besitzer einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundherrschaft Grundherrschaft] hatten zumeist die [https://de.wikipedia.org/wiki/Niedere_Gerichtsbarkeit Niedere Gerichtsbarkeit] inne, in selteneren Fällen auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Hohe_Gerichtsbarkeit Hohe Gerichtsbarkeit]. Sie übten damit – bis zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Bauernbefreiung Bauernbefreiung] und teilweise noch bis ins 20. Jahrhundert – zugleich obrigkeitliche und rechtsprechende Funktionen aus. Zur Verteidigung ihrer politischen Rechte organisierten sie sich im Spätmittelalter in vielen Regionen in Verbänden, den sogenannten ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Ritterschaft Ritterschaften]'', Korporationen aller Rittergüter eines Landes, die dort immatrikuliert waren. Diese übten politische Mitbestimmungsrechte in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_(historisch) Landtagen] aus, wo die [https://de.wikipedia.org/wiki/Rittergut Rittergutsbesitzer] die Ritterschaft innerhalb der [https://de.wikipedia.org/wiki/Landst%C3%A4nde Landstände] bildeten. Die nicht einem Landesherrn, sondern dem Kaiser direkt unterstehende [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsritterschaft Reichsritterschaft] organisierte sich ebenfalls, in drei sogenannten „Ritterkreisen“. Ab etwa dem 16. Jahrhundert konnten Rittergüter und die damit verbundenen Realrechte auch von Bürgerlichen erworben werden.<sup id="cite_ref-22" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-22 [18]]</sup> Die städtischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Patrizier Patrizier] hatten schon seit dem Spätmittelalter Grundherrschaften aufgekauft.</p><p>Je nach Region und Epoche wurde der Besitz teils nur an den jeweils Ältesten vererbt ([https://de.wikipedia.org/wiki/Primogenitur Primogenitur]), teils – sofern möglich – zwischen Brüdern aufgeteilt ([https://de.wikipedia.org/wiki/Realteilung Realteilung]). Dies galt nicht nur für Rittergüter, sondern auch für Fürstentümer. Im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit (Renaissancezeit) tendierte der Adel zur Erbaufteilung, während er in der Barockzeit – parallel zum monarchischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Absolutismus Absolutismus] – eher das Primogeniturprinzip anwendete, welches den ''splendor familiae'' besser und dauerhafter gewährleistete. Mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Familienfideikommiss Familienfideikommiss] wurde dieses Prinzip schließlich zum Rechtsinstitut. Die Tradition des ungeteilten Erbes hat sich im deutschen Adel (anders als etwa im [https://de.wikipedia.org/wiki/Italienischer_Adel italienischen Adel]) bis heute erhalten, zumal sie oft die einzige Möglichkeit darstellt, ein land- oder forstwirtschaftliches Gut über mehrere Generationen in der Familie zu halten.</p><p>Während im Früh- und noch im Hochmittelalter die [https://de.wikipedia.org/wiki/Landesherr Landesherren] für ihre Regierungsgeschäfte fast ausschließlich Geistliche einsetzten, da diese der lateinischen Sprache und des Schreibens kundig waren, stellten sie ab dem 15., vor allem aber im 16. und 17. Jahrhundert zunehmend lateinkundige bürgerliche [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtswissenschaft Rechtsgelehrte] als höhere Staatsbeamte ein, die auch die Aufgabe hatten, die Macht des ständischen Adels zugunsten der Landesherren zu beschneiden, was im Zeitalter des [https://de.wikipedia.org/wiki/Absolutismus Absolutismus] teils mehr, teils weniger gelang. Allerdings stiegen diese Karrierebeamten oft ihrerseits durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsbrief Adelsbriefe] in den Adel auf, blieben aber als „Briefadel“ meist unter sich, sofern es ihnen nicht gelang, ebenfalls Grundherrschaften zu erwerben, was die Voraussetzung für eine Anerkennung durch den Alten Adel (und für Einheiraten in diesen) war. Die Käuflichkeit von Adelstiteln war ein Phänomen der jüngeren Neuzeit seit dem 17. Jahrhundert ''(siehe: [https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#K%C3%A4uflichkeit Käuflichkeit von Adelstiteln])''.</p><p>Wichtig für den Unterhalt des Adels war auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Katholische_Kirche katholische Kirche] mit ihren [https://de.wikipedia.org/wiki/Pfr%C3%BCnde Pfründen]. Oft traten bis auf den ältesten alle anderen Söhne in [https://de.wikipedia.org/wiki/Klerus klerikalen] Dienst, etwa wenn der Grundbesitz für Erbteilungen nicht ausreichte. Besonders beliebt war die Stellung eines [https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4kularkanoniker Säkularkanonikers], weil in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Kollegiatstift Kollegiatstiften] keine [https://de.wikipedia.org/wiki/Ordensgel%C3%BCbde Ordensgelübde] abgelegt werden mussten. [https://de.wikipedia.org/wiki/Chorherr Chorherren] etwa behielten ihr Privatvermögen und konnten ihr Stift jederzeit verlassen. Starb dann der vorgesehene Erbe kinderlos bzw. ohne Sohn, wechselte der Nächstjüngere wieder in den Laienstand und heiratete. Dies war auch der Grund, warum in der Regel [https://de.wikipedia.org/wiki/Niedere_Weihen Niedere Weihen] vorgezogen wurden und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Priesterweihe Priesterweihe] samt [https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%B6libat Zölibatsgelübde] hinausgezögert wurde, nicht selten sogar bis über eine Bischofswahl hinaus.<sup id="cite_ref-23" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-23 [19]]</sup> Dennoch wurden Adlige auch oft [https://de.wikipedia.org/wiki/Regularkanoniker Regularkanoniker] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6nchtum Mönche]. Dadurch starben viele Adelsgeschlechter mit Zölibatären im [https://de.wikipedia.org/wiki/Mannesstamm Mannesstamm] aus; andere durch Kinderlosigkeit, hohe [https://de.wikipedia.org/wiki/Kindersterblichkeit Kindersterblichkeit] oder gefallene Söhne, was jeweils die Einziehung der Lehen durch den Lehnsherrn zur Folge hatte. Anders als in Südeuropa (im [https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#Spanien spanischen] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Italienischer_Adel süditalienischen Adel]) gingen Lehen im übrigen europäischen Raum, der von der ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Lex_Salica Lex Salica]''geprägt war, in aller Regel nicht in weiblicher Erbfolge („[https://de.wikipedia.org/wiki/Kunkellehen Kunkellehen]“) über, aufgrund des vom Lehnsrecht erforderten Waffendienstes des Lehnsträgers – einem Prinzip, an dem die Lehnsgeber auch festhielten, nachdem längst Zahlungen den physischen Waffendienst abgelöst hatten. Ein Erblehen blieb nur solange im Besitz einer Familie wie dessen Mannesstamm existierte, da nur die männlichen Mitglieder mitbelehnt waren. Der Übergang eines Lehnsgutes auf Schwiegersöhne erforderte hingegen die Zustimmung des Lehnsherren und war damit von dessen Gunst abhängig.</p><p>Adlige, die in die Aufgaben eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundherrschaft Grundherren] hineingewachsen waren, erschienen auch zur Verwaltung kirchlicher Ländereien befähigt, ob als [https://de.wikipedia.org/wiki/Vogt Vögte], [https://de.wikipedia.org/wiki/Domherr Domherren], [https://de.wikipedia.org/wiki/Abt Äbte] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Bischof Bischöfe], bis hinauf zu regierenden [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstbischof Fürstbischöfen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurf%C3%BCrst Kurfürsten]. Solche [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenf%C3%BCrst Kirchenfürsten] verschafften ihren Angehörigen (im Wege des [https://de.wikipedia.org/wiki/Nepotismus Nepotismus]) dann wiederum neue Domherrenstellen oder hohe Verwaltungsämter im [https://de.wikipedia.org/wiki/Laie_(Religion) Laiendienst], mit beträchtlichen Einnahmen, sowie häufig auch neue Lehnsgüter. Um Einfluss bei Hofe oder in [https://de.wikipedia.org/wiki/Domkapitel Domkapiteln] zu gewinnen, unterhielt der sogenannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Stiftsadel Stiftsadel] häufig auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtpalais Stadtpalais], vor allem in fürstbischöflichen Residenzen wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Mainz Mainz] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnster Münster]. Unverheiratete Töchter traten als [https://de.wikipedia.org/wiki/Nonne Nonnen] in Klöster ein oder wurden [https://de.wikipedia.org/wiki/Stiftsdame Stiftsdamen] in einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Frauenstift Frauenstift]; in beiden Fällen konnten sie zur Äbtissin oder Priorin aufsteigen. Einige Klöster und Chorherrenstifte, auch Frauenklöster und Damenstifte, waren [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsunmittelbarkeit reichsunmittelbar] und unterstanden direkt dem [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_Kaiser Kaiser]. Ihre [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstabt Fürstäbte und -äbtissinnen] gehörten zu den regierenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichspr%C3%A4lat Reichsprälaten] und waren im [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstag_(HRR) Reichstag] vertreten. Der höhere Kirchendienst stellte zwar ein adliges Netzwerk dar, doch bot er, ebenso wie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Hofstaat Hofdienst], auch talentierten Bürgerlichen die Möglichkeit zum Aufstieg in hohe Positionen; im 18. Jahrhundert war bereits ein erheblicher Teil der Reichsprälaten bürgerlicher Herkunft.</p><p>Die Ideale der [https://de.wikipedia.org/wiki/Aufkl%C3%A4rung Aufklärung] stellten nicht nur die Macht der Kirche, sondern auch die des monarchischen Absolutismus und des Adelsstandes in Frage. Während die [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Revolution Französische Revolution] 1789 diese Macht – zumindest vorübergehend – radikal beendete, indem das aufstrebende [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgertum Bürgertum] sie an sich riss, erreichten ihre Wellen auch das Alte Reich und seine Nachfolgestaaten und bewirkten dort eine allmähliche Beschneidung von Macht und Einfluss des Adels. Wirtschaftlich setzte die [https://de.wikipedia.org/wiki/Bauernbefreiung Bauernbefreiung] im 19. Jahrhundert der [https://de.wikipedia.org/wiki/Feudalherrschaft Feudalherrschaft] ein Ende; der landbesitzende Adelige lebte nun nicht mehr überwiegend von Diensten und Abgaben, sondern musste sich als [https://de.wikipedia.org/wiki/Landwirtschaft landwirtschaftlicher]Unternehmer versuchen. Mit dem Aufkommen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Kapitalismus Kapitalismus] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Industrialisierung Industrialisierung] erwies sich [https://de.wikipedia.org/wiki/Bildungsb%C3%BCrgertum bürgerliche Bildung] nicht nur im Verwaltungsdienst, sondern auch in Wissenschaft und Industrie als konkurrenzfähiger, im Vergleich zu den traditionell adligen Berufsbildern (Offizier, Staatsbeamter, Diplomat, Land- und Forstwirt oder Geistlicher) und der darauf ausgerichteten Erziehung. Der Zugang zu hohen Ämtern in Militär und Verwaltung war nun zwar nicht mehr ein Monopol des Adels, blieb aber bis zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Novemberrevolution Novemberrevolution] von 1918 vergleichsweise privilegiert.</p><p>Im 19. Jahrhundert kam es zur Nobilitierung zahlreicher Beamten-, Professoren- und Offiziersfamilien, die nicht über Großgrundbesitz verfügten; erfolgreiche Industrielle wurden ebenfalls gelegentlich geadelt (siehe unten, Geldadel). Es entstand die sogenannte „[https://de.wikipedia.org/wiki/Zweite_Gesellschaft Zweite Gesellschaft]“. Bisweilen betätigten sich auch ältere Adelsgeschlechter erfolgreich in der Wirtschaft, etwa in der Viehzucht oder Holzproduktion für expandierende Märkte aufgrund des Bevölkerungswachstums der Städte durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Industrialisierung Industrialisierung] und dank der neuen Transportmöglichkeiten mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Eisenbahn Eisenbahn]. Bismarcks [https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzzollpolitik Schutzzollpolitik] ab 1877 diente nicht zuletzt den Interessen der Großagrarier. In seltenen Fällen wurden Altadlige in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCnderzeit Gründerzeit] sogar zu Großindustriellen, besonders in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Oberschlesisches_Industriegebiet oberschlesischen Kohlerevieren], wie etwa die Grafen [https://de.wikipedia.org/wiki/Henckel_von_Donnersmarck Henckel von Donnersmarck] oder die Grafen [https://de.wikipedia.org/wiki/Ballestrem_(Adelsgeschlecht) Ballestrem]; andere wie Graf [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Ulrich_von_Schaffgotsch_(Industrieller) Hans Ulrich Schaffgotsch] erheirateten sich bürgerliche Industrievermögen. Es kam aber auch zu spektakulären Zusammenbrüchen durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Dandy dandyhaften] Lebensstil, wie bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Waldbott_von_Bassenheim Graf Hugo Waldbott]. In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Republik Weimarer Republik] führte ab Ende der 1920er Jahre die [https://de.wikipedia.org/wiki/Weltwirtschaftskrise Weltwirtschaftskrise] zum Verlust vieler alter Grundbesitze, insbesondere wenn diese überschuldet waren.</p><div class="mw-heading mw-heading3"> | | </div><p>[[Adel wirtschaftliche Grundlagen]]</p><div class="mw-heading mw-heading3"> |
| === Vererbbarkeit von adeligen Titeln und Privilegien === | | === Vererbbarkeit von adeligen Titeln und Privilegien === |
| </div><p>Die weitaus häufigste Erscheinungsform des deutschen Adels war der Erbadel und der mit ihm verbundene Erbadelsstand. Ausnahmen hiervon bildeten der persönliche, nicht vererbbare Adel, vor allem der Amts- und oft auch der Ordensadel, bei welchen der Adelstitel an die Person oder das jeweilige Amt gebunden war.</p><p>Erbadel und die damit gegebenenfalls verbundenen Titel wurde typischerweise „im Mannesstamm“ in gerader Linie und gleichermaßen an alle ehelichen Kinder eines adeligen Mannes weitervererbt, sofern es sich nicht um einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Primogenitur Primogeniturtitel] (oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Erstgeburtstitel Erstgeburtstitel]) handelte, welcher im Allgemeinen nur auf den ältesten Sohn bzw. das älteste Kind überging. Allerdings fanden sich in den meisten deutschen Staaten Einschränkungen dahingehend, dass die Ehepartnerin eines adeligen Mannes nicht von niederer Geburt sein durfte ([https://de.wikipedia.org/wiki/Ebenb%C3%BCrtigkeit Ebenbürtigkeit]). Das Preußische Landrecht von 1794 sprach hier von einer ''Ehe zur rechten Hand''. Diese konnte von einem adeligen Mann nur geschlossen werden mit Frauen, welche mindestens dem gehobenen Bürgerstande angehörten. Kinder eines adeligen Mannes aus einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Ehe_zur_linken_Hand Ehe zur linken Hand] waren demgegenüber nichtadelig und waren auch nicht zur Führung von Adelsnamen und -titeln des Vaters berechtigt. Ehefrauen, welche nicht per Geburt aus dem Erbadelsstand stammten, konnten zudem durch eine Ehe zur rechten Hand mit einem adeligen Mann die ''äußeren Rechte des Adels'' erlangen ''(PrALR 1794, Tit. 1, §§ 30, 31; Tit. 9, §§ 3, 8)''.<sup id="cite_ref-PrALR_24-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-PrALR-24 [20]]</sup> Die Ebenbürtigkeitsregeln für den [https://de.wikipedia.org/wiki/Hoher_Adel Hohen Adel] waren strenger als für den Niederen Adel. [https://de.wikipedia.org/wiki/Bastard Bastarde] erbten hingegen weder das [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelspr%C3%A4dikat Adelsprädikat] „von“ noch [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelstitel Adelstitel], konnten solche allerdings verliehen bekommen.</p><div class="mw-heading mw-heading3"> | | </div><p>[[Vererbbarkeit von adeligen Titeln und Privilegien]]</p><div class="mw-heading mw-heading3"> |
| === Adelsverlust === | | === Adelsverlust === |
| </div><p>Es kam hin und wieder vor, dass adlige Familien ihren [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundherrschaft grundherrschaftlichen] Gutsbesitz, der für eine Mitgliedschaft in der jeweiligen Landes[https://de.wikipedia.org/wiki/Ritterschaft ritterschaft] erforderlich war, nicht halten konnten, infolge von Überschuldung, Kriegsereignissen, Wirtschaftskrisen, Erbteilungen oder anderem, und sich auch nicht in Hof- oder Militärdiensten „im Stande“ zu halten vermochten, sondern sich gezwungen sahen, in eine Stadt zu ziehen und dort einem bürgerlichen Erwerbsberuf (z. B. Handwerker oder Kaufmann) nachzugehen, was schon im Mittelalter den Standesverlust nach sich zog. [https://de.wikipedia.org/wiki/Handwerker Handwerker] konnten in Deutschland grundsätzlich nicht den [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritter Ritterschlag] erhalten – anders als in Italien, worüber sich schon [https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_von_Freising Otto von Freising] in seinen ''Gesta Friderici'' erstaunte.<sup id="cite_ref-25" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-25 [21]]</sup> Andere bewirtschafteten infolge übermäßiger Erbteilungen oder anderweitiger wirtschaftlicher Schwierigkeiten nur noch Resthöfe und sanken in den Bauernstand ab. Aufgrund der Privilegien des Adels bestand aber in Fällen der Verarmung, die keineswegs selten waren, zumeist die Möglichkeit, im Militär oder in der Verwaltung bzw. bei Hofe besoldete Ämter zu erlangen und bei nächster Gelegenheit durch Heirat wieder Grundbesitz zu erwerben, was allerdings in der Regel [https://de.wikipedia.org/wiki/Ebenb%C3%BCrtigkeit ebenbürtige] Eheschließungen voraussetzte. Wenn Verarmung mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Mesalliance Mesalliance] einherging, war der Abstieg oft besiegelt. Doch kam ein solcher Standesverlust, der ja auch ein Privilegienverlust war, weitaus seltener vor, als es heute von vermeintlichen Adelsnachfahren oft behauptet wird. Der Dichter (und Gastwirt) [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Jakob_Christoffel_von_Grimmelshausen Grimmelshausen] ist ein Beispiel für solchen „verlorenen Adel“.</p><p>Die Zugehörigkeit zum Adelsstand konnte in den deutschen Königreichen der Neuzeit sowie später in Österreich-Ungarn auch entzogen werden, wenn ein Mitglied des Adels gegen Gesetze oder andere Regeln seines Standes verstieß. Dieser sogenannte Adelsverlust, in Österreich-Ungarn Adels''entsetzung'', galt zum Beispiel in Preußen ab 1794 mit der Einführung des ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fisches_Allgemeines_Landrecht Preußischen Allgemeinen Landrechts]'' und in Bayern seit 1812 mit dem ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Strafgesetzbuch_f%C3%BCr_das_K%C3%B6nigreich_Bayern Strafgesetzbuch für das Königreich Bayern]''.<sup id="cite_ref-BayrStrafrecht_26-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-BayrStrafrecht-26 [22]]</sup> Erst mit der Justizreform zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Reichsgr%C3%BCndung Reichsgründung 1871] wurde im Deutschen Reich der Adelsverlust wieder abgeschafft, während er in Österreich-Ungarn noch bis 1919 verhängt werden konnte.<sup id="cite_ref-AdelÖsterr_27-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-Adel%C3%96sterr-27 [23]]</sup>Verschiedenartige Regelverletzungen, wie unter anderem die Ausübung bürgerlicher Gewerbe oder die Mitgliedschaft in einer Handwerkszunft unter Verschweigung des Adelstitels, führten nach dem Landrecht wenn nicht zu einer dauerhaften, dann zumindest zu einer zeitweiligen Entziehung des Adelsstandes, bis dieses Fehlverhalten beendet wurde. Jedoch betraf dies in der Praxis nur besonders augenfällig Verarmte, deren sozialer Abstieg sich auch beruflich manifestiert hatte, denn Armut an sich war keine Seltenheit. Die Witwen gefallener adliger Offiziere etwa litten oft Not und mussten mit ihren Kindern in Invalidenhäusern unterkommen<sup id="cite_ref-28" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-28 [24]]</sup> oder von Verwandten ausgehalten werden, im Dreißigjährigen Krieg ebenso wie in den folgenden Jahrhunderten, ohne dass dies einen Standesverlust bewirkte.</p><p>Ein dauerhafter Adelsverlust kam dagegen immer in Betracht bei einem groben Verstoß gegen die allgemeinen Strafgesetze ''(vgl. PrALR 1794, Tit. 9, §§ 81, 89)''<sup id="cite_ref-PrALR_24-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-PrALR-24 [20]]</sup>, sowie ferner bei einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Fahnenflucht Desertation] aus dem Militärdienst in Kriegszeiten. Der dahingehend Bestrafte musste seine Adelstitel und adligen Namensbestandteile ablegen, verlor seine adligen Standesprivilegien und wurde auf Lebenszeit vom Adelsstand ausgeschlossen. Berufungen gegen eine solche Entscheidung oder Gnadengesuche beim Landesherrn waren selten erfolgreich. Der Adelsverlust betraf dabei stets nur die Person des Verurteilten, nicht jedoch dessen Familie, dessen Ehefrau bei vorheriger Eheschließung und vor dem Adelsverlust geborene eheliche Kinder. Aus der Zeit [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen) Friedrichs II.] sind zwar zahlreiche adlige Deserteure bekannt, jedoch ist ein Adelsentzug bisher nicht nachweisbar, sodass anzunehmen ist, dass die (der Abschreckung dienenden) Gesetze nicht immer konsequent angewendet wurden.<sup id="cite_ref-29" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-29 [25]]</sup></p><p>Hiervon abzugrenzen ist der regelmäßige Adelsverlust einer adlig geborenen Frau, welche durch Heirat mit einem nichtadeligen Mann nach überlieferten [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsrecht adelsrechtlichen] Grundsätzen die Zugehörigkeit zum Adelsstand verlor; deren Kinder waren dann ebenfalls nichtadelig.</p><div class="mw-heading mw-heading3"> | | </div><p>[[Adelsverlust]]</p><div class="mw-heading mw-heading3"> |
| === Aufhebung der Adelsvorrechte in der Weimarer Republik === | | === Aufhebung der Adelsvorrechte in der Weimarer Republik === |
| </div><p>In Deutschland wurde das letzte Adelsprädikat am 12. November 1918 durch den Fürsten [https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_IV._(Lippe) Leopold IV.] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Lippe_(Land) Lippe] dem Geheimrat [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_von_Kleefeld Kurt von Kleefeld] verliehen. Die Ausrufung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Republik Weimarer Republik] und die Abdankungen von Kaiser [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_II._(Deutsches_Reich) Wilhelm II.] aus dem Haus [https://de.wikipedia.org/wiki/Hohenzollern Hohenzollern] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesf%C3%BCrsten Bundesfürsten] im November 1918 beendeten das Zeitalter der Monarchien in Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt gehörten ca. 60.000 Menschen dem Adel an, was etwa 0,1 % der Bevölkerung entsprach.</p><p>Mit dem Inkrafttreten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Verfassung Weimarer Reichsverfassung] am 14. August 1919 wurden alle Standesvorrechte des Adels abgeschafft (Artikel 109 Abs. 3 WRV).<sup id="cite_ref-30" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-30 [26]]</sup><sup id="cite_ref-31" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-31 [27]]</sup><sup id="cite_ref-32" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-32 [28]]</sup> Alle Bürger wurden vor dem Gesetz gleichgestellt, Männer und Frauen erhielten grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten, öffentlich-rechtliche Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes wurden aufgehoben, Titel durften nur noch verliehen werden, wenn sie ein Amt oder einen Beruf bezeichnen. Die bisherigen Adelsbezeichnungen durften als Teil des Nachnamens verwendet, aber nicht mehr verliehen werden. Damit wurde der Adel als bevorrechtigter Stand abgeschafft, auch wenn sich in der verfassunggebenden Versammlung am 15. Juli 1919 eine Mehrheit nicht für die weitergehende Formulierung in Artikel 109 „Der Adel ist abgeschafft“ entscheiden konnte und diese abgelehnt wurde.<sup id="cite_ref-33" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-33 [29]]</sup> In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Nationalversammlung Weimarer Nationalversammlung], die die neue Verfassung ausarbeitete, wirkten auch republikanisch gesinnte Adlige mit, etwa der Staatsrechtler [https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Graf_zu_Dohna-Schlodien Alexander Graf zu Dohna-Schlodien].</p><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fische_Landesversammlung verfassunggebende preußische Landesversammlung] verabschiedete am 23. Juni 1920 das ''Preußische Gesetz über die Aufhebung der Standesvorrechte des Adels und die Auflösung des Hausvermögens''.<sup id="cite_ref-34" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-34 [30]]</sup> Mit diesem „Adelsgesetz“, das andere Länder des Deutschen Reiches in ähnlicher Form übernahmen, wurde der Adel rechtlich als privilegierte gesellschaftliche Gruppe in Deutschland abgeschafft. Weiterhin bestimmte dieses Gesetz, dass die Adelstitel in der Form, die bisher von den nicht durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Primogenitur Primogenitur] besonders bevorrechtigten Familienmitgliedern geführt wurde, zukünftig als Teil des bürgerlichen Familiennamens galten, wobei nach einer Entscheidung des [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsgericht Reichsgerichts] vom 10. März 1926 (RGZ 113, 107 ff.) weiterhin die geschlechtsspezifischen Varianten verwendet werden konnten (Graf/Gräfin, Herzog/Herzogin usw.).<sup id="cite_ref-35" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-35 [31]]</sup> Diejenigen Personen, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Weimarer Reichsverfassung einen Primogeniturtitel führten (also z. B. Fürst statt Prinz), durften diesen persönlich auf Lebzeit beibehalten. Das betraf insbesondere die [https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschertitel Herrschertitel] ehemals regierender Häuser.</p><p>Die ererbten Vermögen durften die Adelsfamilien behalten. Ein 1926 von der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Deutschlands Kommunistischen Partei Deutschlands] (KPD) initiierter Versuch, durch den ''Volksentscheid zur [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstenenteignung Fürstenenteignung]'' wenigstens die ehemals regierenden Häuser „[https://de.wikipedia.org/wiki/Konfiskation entschädigungslos zu enteignen]“, scheiterte.</p><div class="mw-heading mw-heading3"> | | </div><p>[[Aufhebung der Adelsvorrechte in der Weimarer Republik]]</p><div class="mw-heading mw-heading3"> |
| === Adel zur Zeit des Nationalsozialismus === | | === Adel zur Zeit des Nationalsozialismus === |
| </div><div class="mw-heading mw-heading4"> | | </div>[[Adel zur Zeit des Nationalsozialismus]]<div class="mw-heading mw-heading4"> |
| ==== Hoffnung auf nationales Wiedererstarken ====
| | ==== Adel in der Bundesrepublik ==== |
| </div><p>Von der Mehrheit des deutschen Adels wurde die [https://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Republik Weimarer Republik] rigoros abgelehnt. Der Adel unterstützte deshalb weiterhin die konservativen deutschnationalen Strömungen in der Gesellschaft und hoffte auf die Wiederherstellung einer monarchischen Staatsform. Jedoch stellte der deutsche Adel von jeher keine [https://de.wikipedia.org/wiki/Homogenit%C3%A4t_(Soziologie) homogene] Gruppe dar und war geprägt von der jeweiligen Landschaft und der dort vorherrschenden Konfession. Angehörige des historischen Adels fanden sich auf der Seite der begeisterten Unterstützer des Nationalsozialismus ebenso wie später auf der Seite des offenen Widerstandes, der oft mit dem Tod endete. Zudem herrschte auch eine weit verbreitete ambivalente Haltung vor.</p><p>Einerseits bediente sich der Nationalsozialismus konservativer Begriffe und forderte das Wiedererstarken der deutschen Nation, die auch vom Adel erwünscht war. Der Nationalsozialismus fand so auch viele adelige Anhänger insbesondere bei den jüngeren, protestantisch und preußisch geprägten Vertretern der ostelbischen Junker. Zudem war die von den Nationalsozialisten betriebene Rassenideologie des „reinen Stammbaums“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Ariernachweis Ariernachweis]) dem heute noch angewandten „Nachweisprinzip des Adels“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsprobe Adelsprobe], [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsrecht Adelsrecht]) entlehnt. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkische_Bewegung völkisch]bis [https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus rassistisch] geprägte [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Adelsgenossenschaft Deutsche Adelsgenossenschaft] (DAG), die größte Vereinigung deutscher Adeliger im Deutschen Reich, repräsentierte aber nicht alle deutschen Adeligen. Die DAG – deren Prüfstelle für Abstammungsfragen noch heute im sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adelsrechtsausschu%C3%9F Deutschen Adelsrechtsausschuss] besteht – hatte bereits 1920 den Ariernachweis als erweiterten Teil der Adelsprobe eingeführt. Adelige wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_von_Hirsch Karl Freiherr von Hirsch], der später im [https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Theresienstadt Konzentrationslager Theresienstadt] umkam, waren damit aus dem Verband des deutschen Adels ausgeschlossen worden. Viele führende [https://de.wikipedia.org/wiki/Rassentheorie Rassentheoretiker] waren Angehörige des Adels, so etwa [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_von_Gruber Max von Gruber], [https://de.wikipedia.org/wiki/Otmar_von_Verschuer Otmar Freiherr von Verschuer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_von_Behr Karl von Behr] und besonders [https://de.wikipedia.org/wiki/Egon_von_Eickstedt Egon Freiherr von Eickstedt] (nach seiner „rassendiagnostischen Formel“ wurden die [https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCrnberger_Gesetze Nürnberger Gesetze] angewandt). Welche Wirkung die Ideologie des [https://de.wikipedia.org/wiki/Herrenmensch Herrenmenschtums] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_de_Gobineau Arthur de Gobineau] auf so manche deutsche Adelige hatte, kann nur vermutet werden. Als Beispiel der aktiv am Regime beteiligten Adeligen mit einer solchen Gesinnung sei [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Pfeffer_von_Salomon Franz Pfeffer von Salomon]genannt. [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Himmler Heinrich Himmler], ein ausgesprochener Verehrer des alten deutschen Adels, beispielsweise beabsichtigte mit seiner [https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensborn Lebensborn]-Organisation die Heranziehung des erweiterten „Adels der Zukunft“.<sup id="cite_ref-36" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-36 [32]]</sup></p><p>Andererseits lehnten viele Adelige trotz Befürwortung von paternalistischem sozialem Engagement die egalitäre Seite des National''sozialismus'' und auch die proletischen Schlägertrupps der SA ab. Sie standen aufgrund einer überwiegend religiösen und politisch konservativen Grundhaltung der neuen Bewegung des Nationalsozialismus skeptisch gegenüber. Obwohl solche Kreise der NSDAP deshalb eher nicht beitraten und deren rassistische Ideologie ablehnten, galten auch sie oft als Sympathisanten des nationalsozialistischen Programms einer nationalen Erhebung und Wiederaufrüstung. Bei katholisch geprägten west- und süddeutschen, insbesondere auch bayerischen Adeligen, konnte der Nationalsozialismus aber durchaus auch auf heftige Ablehnung stoßen, insbesondere bei den Vertretern der älteren Generation.<sup id="cite_ref-37" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-37 [33]]</sup> Es gab große Vorbehalte gegenüber radikalen, 'antiadligen' und sozialistischen Aspekten des Nationalsozialismus. In adligen Führungseliten und im noch vom Adel stark geprägten Offizierskorps stand man dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Parven%C3%BC Parvenü] und „Gefreiten Hitler“ ebenfalls oft eher skeptisch gegenüber.</p><p>Der bayerische Adel insbesondere wollte die Rückkehr zur Monarchie, notfalls unter Abspaltung Bayerns vom Deutschen Reich, und hatte mit Kronprinz [https://de.wikipedia.org/wiki/Rupprecht_von_Bayern Rupprecht von Bayern] auch einen wesentlich kompetenteren Thronprätendenten zu bieten als etwa im Vergleich dazu das Haus Hohenzollern mit dem deutschen Kronprinzen [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Preu%C3%9Fen_(1882%E2%80%931951) Wilhelm von Preußen], der Hitler offenherzig bewunderte.</p><div class="mw-heading mw-heading4">
| | </div><p>[[Adel in der Bundesrepublik]]</p><div class="mw-heading mw-heading3"> |
| ==== Ambivalentes Verhalten während der Weimarer Republik ====
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| </div><p>Nach der Niederschlagung des [https://de.wikipedia.org/wiki/Hitlerputsch Hitler-Ludendorff-Putsches] im Jahr 1923 nutzte der deutsch-nationale Reichswehrchef [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_von_Seeckt Hans von Seeckt] seine Amtsmacht, um sowohl die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Deutschlands KPD] als auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Deutsche_Arbeiterpartei NSDAP] zu verbieten.</p><p>Zu den einflussreichen Förderern [https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler Adolf Hitlers] gehörte bereits ab 1922 der frühere Herzog [https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Eduard_(Sachsen-Coburg_und_Gotha) Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha]. Später machten Organisationen wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Harzburger_Front Harzburger Front] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Hugenberg Alfred Hugenberg] mit Unterstützung von Reichswehrgeneral a. D. Hans von Seeckt und dem Kaisersohn und [https://de.wikipedia.org/wiki/Sturmabteilung SA-Gruppenführer] [https://de.wikipedia.org/wiki/August_Wilhelm_von_Preu%C3%9Fen_(1887%E2%80%931949) August Wilhelm Prinz von Preußen] in Deutschland Adolf Hitler ab 1931 in den konservativen deutschnationalen Kreisen salonfähig. Dieses geschah, obwohl [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_II._(Deutsches_Reich) Wilhelm II.], wie er später im niederländischen Exil einräumte, der Annäherung dieses Sohnes an den Nationalsozialismus ablehnend gegenüber stand.<sup id="cite_ref-38" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-38 [34]]</sup> Dennoch gilt diese Salonfähigmachung als großer Schritt zur späteren [https://de.wikipedia.org/wiki/Machtergreifung Machtergreifung].</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Reichspr%C3%A4sident Reichspräsident] [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_von_Hindenburg Paul von Hindenburg] sah weiterhin auf die Nationalsozialisten und den „[https://de.wikipedia.org/wiki/Broumov#Kuriosum böhmischen Gefreiten]“ Hitler herab und versuchte, so lange es ihm möglich schien, sie von der Macht fernzuhalten. Als die NSDAP und die KPD die Mehrheiten im [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstag_(Weimarer_Republik) Reichstag] seit 1932 dominierten, erwogen die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichskanzler Reichskanzler] der Präsidialkabinette [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Papen Franz von Papen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_von_Schleicher Kurt von Schleicher] sogar mit Hilfe der Reichswehr eine Machtergreifung dieser Parteien zu verhindern. Der Chef der [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichswehrministerium Heeresleitung] [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_von_Hammerstein-Equord Kurt von Hammerstein-Equord] und der Leiter des Ministeramts im [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichswehrministerium Reichswehrministerium] [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_von_Bredow Ferdinand von Bredow] befürworteten ein militärisches Vorgehen gegen Hitler.</p><p>Die einzige Alternative schien eine Einbindung der Nationalsozialisten in eine von der DNVP geführte Regierung. Eine Vizekanzlerschaft lehnte Hitler ab, und die Spaltung der NSDAP scheiterte. In dieser kritischen Phase der Partei schrieb Hitlers Propagandachef [https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Goebbels Goebbels] in sein Tagebuch:</p><div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote><p>„Spät nachts entwickelt der Führer noch im Kaiserhof seine Gedanken über den Adel. Auch hier wie immer originell und einfallsreich. Der Adel hat nur dann einen Sinn, wenn er nicht nur auf ''Vorrechten'', sondern auch auf ''Vorpflichten'' beruht. Fordern, aber nicht leisten, das gilt nicht.“</p></blockquote></div><div class="cite">– <span class="Person h-card">[https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Goebbels Joseph Goebbels]</span>: <cite>Tagebücher, 10. September 1932</cite><sup id="cite_ref-39" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-39 [35]]</sup></div></div><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_Malinowski Stephan Malinowski] wies indes darauf hin, dass viele Mitglieder der adeligen Familien schon vor der [https://de.wikipedia.org/wiki/Machtergreifung Machtergreifung] Mitglieder der [https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Deutsche_Arbeiterpartei NSDAP]waren. Er betont, dass es signifikant mehr Parteimitglieder als später Widerstandskämpfer gab (allerdings gilt dies auch für die übrige Bevölkerung). Malinowski kommt zu dem Schluss, dass „der Adel in der NSDAP bereits 1933 eindeutig überproportional vertreten gewesen“ sei.<sup id="cite_ref-40" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-40 [36]]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading4">
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| ==== Adelige NSDAP-Mitglieder ====
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| </div><p>Der Jurist und Diplomat [https://de.wikipedia.org/wiki/Erhard_Graf_von_Wedel Erhard Graf von Wedel] trat am 1. Dezember 1931 der NSDAP bei und äußerte sich in seinen Schriften des Öfteren sehr positiv, zum Teil begeistert über den Nationalsozialismus und stand mit dieser Einstellung stellvertretend für viele seiner sozialen Schicht.<sup id="cite_ref-41" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-41 [37]]</sup> Gemäß einer Überprüfung von 350 Adelsfamilien durch Stephan Malinowski ergaben sich 3600 Adelige mit Parteibuch. Die Zahl ist jedoch nicht einfach zu interpretieren, da sie nicht alle Adeligen erfasst, die in der NSDAP-Mitglieder waren und zudem nicht ins Verhältnis gesetzt ist zur Anzahl aller Personen, die dem historischen Adel im Deutschen Reich damals zuzurechnen waren. Unterscheidet man die Konfession, so fällt auf, dass katholische Adelige z. B. in Bayern, Rheinland und Westfalen weniger anfällig für den Nationalsozialismus waren. Die NSDAP übte entsprechenden Druck aus und verlieh auch ohne Parteieintritt ihr Goldenes Parteiabzeichen 1937 u. a. an die Minister [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Ludwig_Graf_Schwerin_von_Krosigk Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_von_Eltz-R%C3%BCbenach Paul von Eltz-Rübenach], was letzterer als Katholik beim Festakt ablehnte, so dass Hitler unter Protest den Raum verließ. Jedenfalls fanden sich in den Reihen der NSDAP etwa 41 [https://de.wikipedia.org/wiki/Schulenburg_(Adelsgeschlecht) Schulenburg], 52 [https://de.wikipedia.org/wiki/Schwerin_(mecklenburgisch-pommersches_Adelsgeschlecht) Schwerin], 27 [https://de.wikipedia.org/wiki/Hardenberg_(nieders%C3%A4chsisches_Adelsgeschlecht) Hardenberg], 34 [https://de.wikipedia.org/wiki/Bismarck_(Adelsgeschlecht) Bismarck], 53 [https://de.wikipedia.org/wiki/Arnim_(Adelsgeschlecht) Arnim], 37 [https://de.wikipedia.org/wiki/Goltz_(Adelsgeschlecht) Goltz], 70 [https://de.wikipedia.org/wiki/Osten_(Adelsgeschlechter) Osten], 38 [https://de.wikipedia.org/wiki/Puttkamer Puttkamer], 40 [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BClow_(Adelsgeschlecht) Bülow], 43 [https://de.wikipedia.org/wiki/Kleist_(Adelsgeschlecht) Kleist], 48 [https://de.wikipedia.org/wiki/Winterfeld_(Adelsgeschlecht) Winterfeld] und 78 [https://de.wikipedia.org/wiki/Wedel_(Adelsgeschlecht) Wedel];<sup id="cite_ref-42" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-42 [38]]</sup> die Auflistung ließe sich lange fortführen. Zwar findet man viele dieser Namen auch im [https://de.wikipedia.org/wiki/Widerstand_gegen_den_Nationalsozialismus militärischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus] wieder, was allerdings damit zu erklären ist, dass dieser aus der Führungsebene der Wehrmacht und des NS-Regimes heraus erwuchs.<sup id="cite_ref-43" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-43 [39]]</sup></p><p>Aus den Fürstenhäusern traten 80 Mitglieder vor der [https://de.wikipedia.org/wiki/Machtergreifung Machtergreifung] 1933 in die NSDAP ein, bis 1941 wuchs die Zahl auf 270.<sup id="cite_ref-44" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-44 [40]]</sup> Einige namhafte Vertreter des Hochadels mit einer Mitgliedschaft in der NSDAP stammten aus dem Haus Hessen. Es waren dies [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Karl_von_Hessen Friedrich Karl Landgraf von Hessen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_von_Hessen Richard Prinz von Hessen] [https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_von_Hessen_(Politiker) Philipp Landgraf von Hessen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_von_Hessen Christoph Prinz von Hessen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Hessen-Philippsthal-Barchfeld_(1905%E2%80%931942) Wilhelm Prinz von Hessen-Philippsthal-Barchfeld], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_von_Hessen Wolfgang Prinz von Hessen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Donatus_von_Hessen-Darmstadt Georg Donatus Erbgroßherzog von Hessen-Darmstadt] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_von_Hessen_und_bei_Rhein Ludwig Prinz und Landgraf von Hessen und bei Rhein].</p><p>Auch aus dem ernestinischen Zweig des Geschlechts der Wettiner gab es einige Prominenz in der Partei. Es waren dies neben dem schon genannten Carl Eduard Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha zudem [https://de.wikipedia.org/wiki/Hubertus_von_Sachsen-Coburg_und_Gotha Hubertus Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha], [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Leopold_von_Sachsen-Coburg_und_Gotha Johann Leopold Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_von_Sachsen-Coburg_und_Gotha Rainer Prinz von Sachsen-Coburg-Koháry], [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Sachsen-Meiningen_(1892%E2%80%931946) Georg Herzog von Sachsen-Meiningen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_II._(Sachsen-Altenburg) Ernst Herzog von Sachsen-Altenburg].</p><p>Weitere Vertreter des Hochadels in der NSDAP<sup id="cite_ref-45" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-45 [41]]</sup> waren zum Beispiel auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Ernst_von_Anhalt Joachim Ernst Herzog von Anhalt], der bereits erwähnte [https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_zu_Bentheim-Tecklenburg Adolf Fürst zu Bentheim-Tecklenburg], des Weiteren [https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_F%C3%BCrst_von_Bismarck Otto (III.) Fürst von Bismarck], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_von_Bismarck-Sch%C3%B6nhausen Gottfried Graf von Bismarck-Schönhausen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_zu_Castell-Castell_(Offizier,_1897) Carl Friedrich Fürst zu Castell-Castell], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_zu_Dohna-Finckenstein Hermann Burggraf und Graf zu Dohna-Finckenstein], [https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_zu_Erbach-Erbach Alexander Graf zu Erbach-Erbach], [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wend_zu_Eulenburg Friedrich Wend Fürst zu Eulenburg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Botho-Wendt_zu_Eulenburg Botho-Wendt Graf zu Eulenburg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Egon_II._zu_F%C3%BCrstenberg Max Egon Fürst zu Fürstenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Egon_V._zu_F%C3%BCrstenberg Karl Egon Prinz, seit 1941 Fürst zu Fürstenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_Egon_zu_F%C3%BCrstenberg Maximilian Egon Prinz zu Fürstenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Egon_F%C3%BCrst_zu_F%C3%BCrstenberg Joachim Egon Prinz zu Fürstenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Graf_Henckel_von_Donnersmarck Georg Graf Henckel von Donnersmarck], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_II._zu_Hohenlohe-Langenburg Ernst Fürst zu Hohenlohe-Langenburg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_zu_Hohenlohe-Langenburg Gottfried Prinz zu Hohenlohe-Langenburg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Karl_III._zu_Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsf%C3%BCrst Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst], [https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Prinz_von_Hohenzollern Albrecht Prinz von Hohenzollern], [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Joseph_von_Hohenzollern-Emden Franz Joseph Prinz von Hohenzollern-Emden], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Karl_von_Isenburg Wilhelm Karl Prinz von Isenburg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Emich_zu_Leiningen Emich Fürst zu Leiningen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_zu_Leiningen Hermann Prinz zu Leiningen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_zu_Leiningen_(1898%E2%80%931946) Karl Fürst zu Leiningen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Leopold_Prinz_zur_Lippe Ernst Leopold Prinz zur Lippe], [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Christian_zur_Lippe-Wei%C3%9Fenfeld Karl Christian Prinz zur Lippe-Weißenfeld], [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Franz_Herzog_zu_Mecklenburg Friedrich Franz Herzog zu Mecklenburg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Oldenburg Nikolaus Herzog von Oldenburg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_von_Quadt_zu_Wykradt_und_Isny Eugen Graf von Quadt zu Wykradt und Isny], [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_XLV._(Reu%C3%9F_j%C3%BCngere_Linie) Heinrich Erbprinz von Reuß], [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_XXXIII._Reu%C3%9F_zu_K%C3%B6stritz Heinrich Prinz Reuß zu Köstritz], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolrad_zu_Schaumburg-Lippe Wolrad Fürst zu Schaumburg-Lippe], [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Christian_zu_Schaumburg-Lippe Friedrich Christian Prinz zu Schaumburg-Lippe] (seit 1929 NSDAP-Mitglied, Adjutant von Joseph Goebbels), [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_zu_Schaumburg-Lippe Max Prinz zu Schaumburg-Lippe], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ernstotto_zu_Solms-Laubach Ernstotto Graf zu Solms-Laubach], [https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_zu_Stolberg-Wernigerode_(Historiker) Otto Graf zu Stolberg-Wernigerode], [https://de.wikipedia.org/wiki/Roderich_Graf_von_Thun_und_Hohenstein Roderich Graf von Thun und Hohenstein], [https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_von_Urach Albrecht Fürst von Urach], [https://de.wikipedia.org/wiki/Josias_zu_Waldeck_und_Pyrmont Josias Erbprinz zu Waldeck und Pyrmont], [https://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_zu_Wied Viktor Prinz zu Wied] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Ferdinand_von_%C3%96sterreich-Toskana Heinrich Ferdinand von Österreich-Toskana]. An dieser Stelle sei auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_zur_Lippe-Biesterfeld Bernhard zur Lippe-Biesterfeld] erwähnt, der Prinzgemahl der späteren niederländischen Königin Juliana, der freilich im Vorfeld seiner im Januar 1937 erfolgten Hochzeit aus der Partei austrat.</p><p>Auch einige namhafte Frauen aus dem Hochadel zog es in die Partei, wie etwa [https://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Auguste_von_Anhalt Marie Auguste Prinzessin von Anhalt], [https://de.wikipedia.org/wiki/Clementine_zu_Castell-R%C3%BCdenhausen Clementine Gräfin zu Castell-Rüdenhausen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Margarethe_von_Preu%C3%9Fen Margarethe Landgräfin von Hessen-Kassel], die jüngste Schwester von Kaiser Wilhelm II., [https://de.wikipedia.org/wiki/Alexandra_von_Sachsen-Coburg_und_Gotha Alexandra Fürstin zu Hohenlohe-Langenburg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Sophie_Charlotte_von_Oldenburg Sophie Charlotte Prinzessin von Preußen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Magdalene_Gr%C3%A4fin_zu_Stolberg-Wernigerode Magdalene Gräfin zu Stolberg-Wernigerode] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Pauline_von_W%C3%BCrttemberg_(1877%E2%80%931965) Pauline Fürstin zu Wied].</p><p>Allein schon wegen ihrer Prominenz haben diese Vertreter des Hochadels – ganz überwiegend protestantischer Konfession – durch die Mitgliedschaft in der Partei dem NS-Regime erheblichen Vorschub geleistet. Die meisten Angehörigen des Adels übersahen, dass Hitler weder den Adel in seine alten Rechte wieder einsetzen wollte noch dessen Werte teilte. Im Grunde machten Hitler und seine Entourage den Adel für die Niederlage im Ersten Weltkrieg mit verantwortlich. Viele Adelige durchschauten nicht, dass sie nur als nützliche Handlanger und Reklameträger für die Sache der Nazis herhalten sollten. Auch einer der prominentesten des Hochadels in den Reihen der Nazis, der Kaisersohn August Wilhelm Prinz von Preußen, begriff dies nicht.<sup id="cite_ref-46" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-46 [42]]</sup> Wenn auch der Adel in der NSDAP überrepräsentiert war, so ist dennoch davon auszugehen, dass es stets mehr Adelige außerhalb als innerhalb der Partei gab.<sup id="cite_ref-DS118_47-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-DS118-47 [43]]</sup> Dienstältestes adeliges SS-Mitglied war nach den Unterlagen des ehemaligen [https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin_Document_Center Berlin Document Center] Hubertus Karl Graf von Schimmelmann.</p><p>Die Motive für den Partei-Eintritt waren vielfältig, einige Adlige waren ideologisch überzeugt, andere versprachen sich eine Überwindung ihres Status- und Machtverlusts von 1918, wieder andere teilten die – auch im Bürgertum sehr verbreitete – Angst vor einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Bolschewisierung Bolschewisierung]Deutschlands und Europas, viele hofften (ebenso wie im [https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinb%C3%BCrgertum Kleinbürgertum] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Proletariat Arbeiterschaft]) auf einen wirtschaftlichen Aufschwung nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Weltwirtschaftskrise Weltwirtschaftskrise], manche versprachen sich (nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Machtergreifung Machtergreifung]) Karrieremöglichkeiten in Diplomatie und Militär, wieder andere versuchten, sich trotz innerlich ablehnender Haltung durch ein Parteibuch vor Denunziation zu schützen und zugleich ihren Besitz vor Konfiskation (wie etwa [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Hasso_von_Veltheim Hans-Hasso von Veltheim]-Ostrau).<sup id="cite_ref-48" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-48 [44]]</sup></p><p>Jedoch war dieser Prozess durch vielfältige Repression und auch Verfolgung jener Adeliger begleitet, die eine Kooperation verweigerten, so wurden z. B. Angehörige der katholischen Adelshäuser [https://de.wikipedia.org/wiki/Wittelsbach Wittelsbach] (wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Bayern Franz von Bayern]) und [https://de.wikipedia.org/wiki/Habsburg Habsburg] (wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_Hohenberg Maximilian Hohenberg]) mit ihren Geschwistern in KZ-[https://de.wikipedia.org/wiki/Sippenhaft Sippenhaft] genommen. Ebenso erging es den Familien adeliger Widerstandskämpfer, z. B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Nina_Schenk_Gr%C3%A4fin_von_Stauffenberg Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg] und des Generals [https://de.wikipedia.org/wiki/Walther_von_Seydlitz-Kurzbach Walther von Seydlitz-Kurzbach].</p><p>Zur Situation des österreichischen Adels in dieser Zeit siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichischer_Adel#%C3%96sterreichs_ehemaliger_Adel_und_der_Nationalsozialismus Österreichs ehemaliger Adel und der Nationalsozialismus].</p><div class="mw-heading mw-heading4">
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| ==== Weg in die Diktatur ====
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| </div><p>Werden die Verhältnisse des Adels auf der Ebene des Reichstags beleuchtet, so waren im Jahre 1932 sogar 15 Reichstagsabgeordnete der NSDAP adeliger Abstammung.<sup id="cite_ref-49" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-49 [45]]</sup> Das war bei dieser Wahl der höchste Anteil aller Parteien und lag somit bei rund 7 Prozent, wohingegen der Adel bezogen auf die Gesamtbevölkerung nur bei rund einem Promille lag. Hier sticht also die überproportionale Vertretung des Adels bei den Nazis mit dem ungefähren Faktor 70 sehr deutlich hervor. Auch auf der Ebene des späteren [https://de.wikipedia.org/wiki/Kabinett_Hitler Kabinetts Hitler] gab es einen relevanten Anteil Adliger, allerdings war der Anteil niedriger als im erwähnten [https://de.wikipedia.org/wiki/Kabinett_Papen Kabinett von Papen], das auch explizit als „Kabinett der Barone“ galt und von der Absicht getragen war, die Nationalsozialisten von der Macht fernzuhalten.</p><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kamarilla Kamarilla] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Meissner Otto Meissner], [https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_von_Hindenburg Oskar von Hindenburg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Elard_von_Oldenburg-Januschau Elard von Oldenburg-Januschau], [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Papen Franz von Papen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_von_Schleicher Kurt von Schleicher], Alfred Hugenberg und bedingt auch [https://de.wikipedia.org/wiki/August_von_Mackensen August von Mackensen]) um Paul von Hindenburg trieb nun zur Unterstützung einer national ausgerichteten Regierung die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler voran. Anfangs hofften Hindenburg und Teile des Adels, den Nationalsozialismus so unter Kontrolle zu bringen. An der Regierung waren demgemäß nur zwei nationalsozialistische Minister beteiligt. Zu Beginn der „[https://de.wikipedia.org/wiki/Machtergreifung Machtergreifung]“ stützte sich Adolf Hitler auf die noch immer zahlreichen Offiziere des Adels in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichswehr Reichswehr] (General [https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_von_Blomberg Werner von Blomberg] von 1933 bis 1938 [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichswehrministerium Reichswehrminister] bzw. seit 1935 Reichskriegsminister und 1936 der erste [https://de.wikipedia.org/wiki/Generalfeldmarschall Generalfeldmarschall] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmacht Wehrmacht]).</p><p>Im Jahre 1933 hatte [https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_zu_Bentheim-Tecklenburg Adolf Fürst zu Bentheim-Tecklenburg-Rheda], der Adelsmarschall und Vorsitzende der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG), gelobt, dass der Adel an der Seite Hitlers für seine Sache eintreten und sie gewinnen würde oder mit ihm untergehen solle. Er sorgte dafür, dass alle Mitglieder der DAG ausgeschlossen wurden, die nicht bis mindestens zurück bis zum Jahr 1750 den Nachweis nichtjüdischer Vorfahren führen konnten. Die DAG unterstützte somit die Nazis ganz wesentlich in ihrem Antisemitismus. Die DAG hatte zu der Zeit rund 17.000 Mitglieder. Bentheim sprach also für etwa 20 Prozent des gesamten deutschen Adels. Er hatte dem Wunsch entsprochen, dass erhebliche Teile des Adels mit dem Regime kollaborieren wollten. Mit der propagandistischen Inszenierung des [https://de.wikipedia.org/wiki/Tag_von_Potsdam Tags von Potsdam] am 21. März 1933 sollte die preußisch-deutsche Militärelite gleich zu Beginn des NS-Herrschaft umgarnt und für die Sache Hitlers vereinnahmt werden. Allerdings gab es schon früh Spannungen mit der nicht vollkommen gleichgeschalteten Wehrmacht und ihren Offizieren, die häufig aus Adelsfamilien stammten. Insbesondere als SS-Offiziere, jedoch auch als Offiziere in der Wehrmacht, waren zahlreiche Adelige später dann aber direkt in die Verbrechen und den Völkermord der Nazis verstrickt.</p><div class="mw-heading mw-heading4">
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| ==== Gleichschaltung der Wehrmacht und Verfolgung kritischer Offiziere ==== | |
| </div><p>1934 wurden der ehemalige Reichskanzler und General [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_von_Schleicher Kurt von Schleicher], dessen Frau [https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_von_Schleicher Elisabeth von Schleicher] sowie der General [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_von_Bredow Ferdinand von Bredow] im Rahmen nationalsozialistischer „Säuberungen“ nach dem [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6hm-Putsch Röhm-Putsch] umgebracht. Die Säuberungen dienten zur Abwehr eines vorgeblich geplanten Putsches durch die SA. Dabei wurden auch die dem Adel entstammenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Sturmabteilung SA-Führer] [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_von_Heydebreck Peter von Heydebreck] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Erwin_von_Spreti-Weilbach Hans Erwin Graf von Spreti-Weilbach] getötet sowie aus der Umgebung Papens [https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_von_Bose Herbert von Bose]. Mit der Ermordung des ehemaligen [https://de.wikipedia.org/wiki/Bayerischer_Ministerpr%C3%A4sident bayerischen Ministerpräsidenten] [https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_von_Kahr Gustav Ritter von Kahr] im [https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Dachau KZ Dachau] begannen damals auch Verfolgungen von Adeligen aus Politik und Kirche. Weitere namentlich bekannte Opfer der Mordaktion, die aus dem Adel stammten, waren [https://de.wikipedia.org/wiki/Veit_Ulrich_von_Beulwitz Veit Ulrich von Beulwitz], Ferdinand von Bredow, [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Detten_(SA-Mitglied) Georg von Detten], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Joachim_von_Falkenhausen Hans-Joachim von Falkenhausen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_von_Kessel Eugen von Kessel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_von_Krau%C3%9Fer Fritz von Kraußer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_von_Mohrenschildt Walter von Mohrenschildt]und [https://de.wikipedia.org/wiki/Eberhard_von_Wechmar Eberhard Carl Freiherr von Wechmar]. Von den rund 90 bekannten Todesopfern dieser von Hitler angeordneten Aktion entstammten demnach 14 aus dem Adel.</p><p>Der greise Generalfeldmarschall [https://de.wikipedia.org/wiki/August_von_Mackensen August von Mackensen] und der Freund Schleichers, Generaloberst z. V. [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_von_Hammerstein-Equord Kurt von Hammerstein-Equord], versuchten während der Mordtage vergeblich Hindenburg zu erreichen. Darauf hofften sie durch eine Denkschrift den Reichspräsidenten aufzuklären. Die Schrift trug zwar zu einer kritischen Haltung des Offizierskorps bei, dessen Angehörige überwiegend eine Untersuchung wollten, sie erreichte Hindenburg aber nie. Die Furcht vor Verfolgung veranlasste jedoch nun auch viele Angehörige der oberen Gesellschaftsschicht aus Adel und [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgertum Bürgertum], die weder zu den Überzeugten noch zu den frühen Opportunisten gehört hatten, zu einem angepassten Verhalten gegenüber den neuen Machthabern.</p><p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Blomberg-Fritsch-Krise Blomberg-Fritsch-Krise] 1938 gelang es Hitler, im Rahmen teilweise konstruierter Affären den [https://de.wikipedia.org/wiki/Oberkommando_des_Heeres Oberbefehlshaber des Heeres] [https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_von_Fritsch Werner von Fritsch] und Kriegsminister [https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_von_Blomberg Werner von Blomberg] abzusetzen, die gewagt hatten, gegen seine aggressive Außenpolitik Einspruch zu erheben. 1938 wurde der Diplomat und Attaché Papens [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Freiherr_von_Ketteler Wilhelm Freiherr von Ketteler] ermordet, der bereits damals ein Attentat auf Adolf Hitler plante.<sup id="cite_ref-50" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-50 [46]]</sup></p><p>Im Rahmen der sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Septemberverschw%C3%B6rung Septemberverschwörung] bildete sich 1938 bereits ein Widerstandskreis im [https://de.wikipedia.org/wiki/Abwehr_(Nachrichtendienst) Amt Ausland/Abwehr], der für den Fall einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Mobilmachung Mobilmachung] Kommandeure für Staatsstreichspläne in Berlin gewinnen konnte, u. a. [https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_von_Witzleben Erwin von Witzleben] (Kommandierender General und Befehlshaber des [https://de.wikipedia.org/wiki/Wehrkreis_III_(Berlin) Wehrkreises III]), [https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_von_Brockdorff-Ahlefeldt Walter Graf von Brockdorff-Ahlefeldt], [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_von_Hase_(Widerstandsk%C3%A4mpfer) Paul von Hase], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolf-Heinrich_von_Helldorff Wolf-Heinrich Graf von Helldorff]([https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Polizeipr%C3%A4sident_in_Berlin Polizeipräsident von Berlin]), [https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz-Dietlof_von_der_Schulenburg Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg]. Auch der neu ausgewählte und vermeintlich regimetreue Nachfolger als Oberbefehlshaber des Heeres [https://de.wikipedia.org/wiki/Walther_von_Brauchitsch Walther von Brauchitsch] scheint an den Verschwörungsplänen aktiv beteiligt gewesen zu sein. Auch als er von diesen Abstand nahm, deckte er diese Pläne nicht auf. Nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnchner_Abkommen Münchner Konferenz] wurde den Plänen zunächst der Boden entzogen. Auf Grund seines aktiven Widerstands wurde der ehemalige Stabsoffizier, [https://de.wikipedia.org/wiki/NSDAP NSDAP]- und [https://de.wikipedia.org/wiki/Sturmabteilung SA]-Mitglied [https://de.wikipedia.org/wiki/Malte_zu_Putbus Malte zu Putbus] ausgeschlossen, verfolgt und 1945 (wahrscheinlich) im [https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Sachsenhausen KZ Sachsenhausen] ermordet. Das gleiche Schicksal am gleichen Ort erlitt [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Georg_Karl_Anton_von_Ribbeck Hans von Ribbeck-Ribbeck].</p><div class="mw-heading mw-heading4">
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| ==== Austritt aus dem Johanniterorden ====
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| </div><p>Gemäß dem so genannten ''Heß-Erlass'' vom Februar 1938 war die Doppelmitgliedschaft von NSDAP und – evangelischem – [https://de.wikipedia.org/wiki/Johanniterorden Johanniterorden]untersagt. Ausgehend von der letztmals im Frühjahr 1931 publizierten Mitgliederliste der Kongregation, gesamte Mitgliederzahl im In- und Ausland: 4760 (bestehend aus Ehrenritter, Rechtsritter, höhere Ordensmitglieder)<sup id="cite_ref-51" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-51 [47]]</sup> und den ''Nachweisungen'' der Austritte in den Johanniter-Ordensblättern bis 1939<sup id="cite_ref-52" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-52 [48]]</sup> verließen etwa zehn Prozent den Orden. Darunter waren zuerst Polizeioffiziere wie [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_von_Kamptz Jürgen von Kamptz], sehr viele Juristen sowie Diplomaten und Grundbesitzer.<sup id="cite_ref-53" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-53 [A 5]]</sup> Des Weiteren befanden sich einige höhere SA-Führer unter dieser Gruppe, der Reichssportführer [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_von_Tschammer_und_Osten Hans von Tschammer und Osten], der Rektor [https://de.wikipedia.org/wiki/Achim_von_Arnim_(Rektor) Achim von Arnim], [https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Humboldt_(SA-Mitglied) Alexander Freiherr von Humboldt-Dachroeden] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Neufville Georg von Neufville], ebenso mittlere NSDAP-Funktionäre, aber auch Beamte der Ritterschaft (Landschaft), hier [https://de.wikipedia.org/wiki/Wedego_von_Wedel Wedego Graf von Wedel], und ein Domherr, wie der letzte Kuratur der Brandenburger Ritterakademie, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Wichard_von_Rochow Hans von Rochow-Stülpe]. Nach Kriegsende galt die Auflage, diese Personen nicht wieder aufzunehmen. Es gibt aber nachweislich zwei Ausnahmen, jeweils aus den Familien von Plotho und von Zeschau.</p><div class="mw-heading mw-heading4">
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| ==== Verstrickung des Adels in die Verbrechen des Regimes ====
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| </div><p>Angesichts der langen und respektablen Liste von Adeligen im Widerstand entstand in der Öffentlichkeit, insbesondere in den westlichen Nachkriegsmedien, vielfach der Eindruck, der gesamte Adel wäre im Widerstand gegen das NS-Regime gewesen. Dies entspricht jedoch keineswegs der Realität. Die meisten Angehörigen des Adels leisteten wie auch die Mehrheit der Bevölkerung keinen Widerstand. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 waren jedoch auch viele Nazis der Meinung, dass der Adel insgesamt Verrat begangen habe. So forderte [https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Ley Robert Ley] in einer öffentlichen Rede Ende Juli 1944 die Ausrottung der alten Adelsfamilien. Joseph Goebbels war allerdings strikt dagegen, denn er war von der Loyalität der überwiegenden Mehrheit der adeligen Offiziere in der Wehrmacht und der Waffen-SS nach wie vor überzeugt und wusste, dass das Regime sich auf sie verlassen konnte, sogar weiterhin dringend auf sie angewiesen war. Nach Rücksprache mit Hitler untersagte Goebbels am 26. Juli 1944 eine allgemeine Adelshetze und zwang Ley nach einer Unterredung, sich öffentlich für seine Ausfälle gegen den Adel zu entschuldigen.<sup id="cite_ref-54" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-54 [49]]</sup></p><p>Angehörige des Adels, die aktiv zu den Verbrechen des Regimes beigetragen haben, gab es sehr viele. Wie in der gesamten Wehrmacht spielte dabei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Fahneneid Fahneneid] gegenüber Hitler eine Rolle sowie strikter Gehorsam gemäß der preußischen Militärtradition. Insbesondere ostelbische Adelige fanden offenbar die Idee der Ausdehnung des deutschen [https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensraum_im_Osten Lebensraums im Osten] sehr attraktiv, um ihrem vermeintlichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Volk_ohne_Raum Volk ohne Raum] neue Siedlungsgebiete zu erschließen. Es wurde dabei in Kauf genommen, dass damit die Unterdrückung und Entrechtung der dort heimischen slawischen Bevölkerung einhergehen sollte. Auch das brutale Vorgehen gegen politisch andersdenkende, „Bolschewisten“ und Partisanen, sowie die Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Bewohner, wurde von Angehörigen des Adels in Wehrmacht, SS und Polizei entweder hingenommen oder aktiv vorangetrieben.</p><p>Die aus altem Adel stammenden Generale [https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_von_Manstein Erich von Manstein] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_von_Rundstedt Gerd von Rundstedt] waren beim Überfall auf Polen 1939 und der Sowjetunion 1941 führend beteiligt und hatten somit erheblichen Anteil an den [https://de.wikipedia.org/wiki/Verbrechen_der_Wehrmacht Verbrechen der Wehrmacht]. [https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_von_Reichenau Walter von Reichenau] propagierte im Krieg gegen die Sowjetunion als überzeugter Parteigänger Hitlers den „Weltanschauungskrieg“ gegen „Bolschewisten“ und Juden. Als Befehlshaber der 6. Armee duldete er die Massaker in seinem Bereich.<sup id="cite_ref-Klußmann165_55-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-Klu%C3%9Fmann165-55 [50]]</sup> Weitere Generale, die dem Adel entstammten und an den Kriegsverbrechen ihren Anteil hatten, waren die Generalfeldmarschälle [https://de.wikipedia.org/wiki/Fedor_von_Bock Fedor von Bock], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ewald_von_Kleist_(Generalfeldmarschall) Ewald von Kleist], [https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnther_von_Kluge Günther von Kluge], [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_K%C3%BCchler Georg von Küchler], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfram_von_Richthofen Wolfram Freiherr von Richthofen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_von_Weichs Maximilian von Weichs] sowie die Generalobersten [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-J%C3%BCrgen_von_Arnim Hans-Jürgen von Arnim], [https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Falkenhorst Nikolaus von Falkenhorst] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Eberhard_von_Mackensen Eberhard von Mackensen]. Die Generalfeldmarschälle [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Ritter_von_Leeb Wilhelm Ritter von Leeb] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Ritter_von_Greim Robert Ritter von Greim] sowie der Generaloberst [https://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Ritter_von_Schobert Eugen Ritter von Schobert] stammten aus bayerischen Offiziersfamilien und erhielten während des Ersten Weltkriegs durch die Verleihung des [https://de.wikipedia.org/wiki/Milit%C3%A4r-Max-Joseph-Orden Militär-Max-Joseph-Ordens] das Recht, einen persönlichen Adelstitel zu führen.</p><p>Der Anteil adliger Offiziere bei der SS war weit überdurchschnittlich im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. Er betrug 1938 8 % der Standartenführer, 9 % der Gruppenführer und 19 % der Obergruppenführer.<sup id="cite_ref-Klußmann165_55-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-Klu%C3%9Fmann165-55 [50]]</sup></p><p>Die adeligen SS-Obergruppenführer waren [https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_von_dem_Bach-Zelewski Erich von dem Bach-Zelewski], [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Karl_von_Eberstein Friedrich Karl Freiherr von Eberstein], [https://de.wikipedia.org/wiki/Curt_von_Gottberg Curt von Gottberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolf-Heinrich_von_Helldorff Wolf-Heinrich Graf von Helldorff] (''pro forma''), [https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_von_Herff Maximilian von Herff], Jürgen von Kamptz, [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Maur Heinrich von Maur], [https://de.wikipedia.org/wiki/Josias_zu_Waldeck_und_Pyrmont Josias Erbprinz zu Waldeck und Pyrmont] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Udo_von_Woyrsch Udo von Woyrsch]. Die adeligen SS-Gruppenführer waren [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludolf-Hermann_von_Alvensleben Ludolf-Hermann von Alvensleben], [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg-Henning_von_Bassewitz-Behr Georg-Henning Graf von Bassewitz-Behr], [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_von_Behr Max von Behr], [https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_von_Bomhard Adolf von Bomhard], [https://de.wikipedia.org/wiki/Leo_von_Jena Leo von Jena], [https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_von_Oelhafen Otto von Oelhafen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Friedrich_von_P%C3%BCckler-Burghauss Carl Friedrich Graf von Pückler-Burghauss], [https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_von_Scholz Fritz von Scholz] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_von_Fischer-Treuenfeld Karl von Fischer-Treuenfeld].</p><p>Sie machten sich schwerster Kriegsverbrechen schuldig. Ludolf-Hermann von Alvensleben, zeitweiliger Adjutant des Reichsführers SS Heinrich Himmler, ließ Massenexekutionen auf der Halbinsel Krim durchführen. Udo von Woyrsch verantwortete die Erschießung tausender Zivilisten im besetzen Generalgouvernement Polen, in der besetzten Ostukraine desgleichen Georg-Henning von Bassewitz-Behr.</p><p>Offiziere der Wehrmacht und der SS, die wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden, waren [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Freiherr_von_Bothmer Karl Freiherr von Bothmer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Digeon_von_Monteton Albrecht Digeon von Monteton], [https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_von_Helmersen Erwin von Helmersen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hartwig_von_Ludwiger Hartwig von Ludwiger], [https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Oberkamp Carl von Oberkamp], [https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Adrian_von_Renteln Theodor Adrian von Renteln], [https://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_von_Sa%C3%9F Eduard von Saß], [https://de.wikipedia.org/wiki/Erwein_von_Thun_und_Hohenstein Erwein von Thun und Hohenstein] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Eckart_von_Tschammer_und_Osten Eckart von Tschammer und Osten]. Der zum Tode verurteilte [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_von_Ditfurth Wolfgang von Ditfurth]starb vermutlich vor der Vollstreckung 1946.</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Michel_von_T%C3%BC%C3%9Fling Karl Michel Freiherr von Tüßling] ist ein klassisches Beispiel, wie sich die Täter nach dem verlorenen Krieg durch gelungene Vertuschung einer Strafverfolgung für ihre Beteiligung an den Verbrechen der NS-Zeit entziehen konnten.</p><p>Ebenso blieb der Freiherr [https://de.wikipedia.org/wiki/Wernher_von_Braun Wernher von Braun] ''unangetastet''.</p><div class="mw-heading mw-heading4">
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| ==== Widerstandskreise ====
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| </div><p>Viele namhafte Adelige, die den verbrecherischen Charakter des Regimes durchschauten und als Patrioten essentielle nationale Interessen verletzt sahen, spielten eine führende Rolle beim geistig-politischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Widerstand_gegen_den_Nationalsozialismus Widerstand], darunter insbesondere Offiziere der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmacht Wehrmacht] (siehe oben und siehe unten etwa beim [https://de.wikipedia.org/wiki/Attentat_vom_20._Juli_1944 20. Juli]). Sie übernahmen aber auch innerhalb kirchlicher, völkischer und bürgerlicher Widerstandskreise die Führung.</p><p>Schon vor der eigentlichen Machtergreifung Hitlers bildeten überwiegend katholisch-[https://de.wikipedia.org/wiki/Jungkonservative jungkonservative] Gegner des [https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialismus Nationalsozialismus] in Berlin ab 1931 den sogenannten Jordan-Kreis (auch Jordan-Halem-Gruppe), siehe insbesondere [https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Jordans Carl von Jordans], [https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Christoph_von_Halem Nikolaus Christoph von Halem] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_von_Lehndorff Hans Graf von Lehndorff]. Daraus entwickelte sich 1934, nach dem [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6hm-Putsch Röhm-Putsch], unter den Mitarbeitern von Hitlers Vizekanzler und Botschafter in Wien, [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Papen Franz von Papen] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Edgar-Jung-Kreis Edgar-Jung-Kreis], darunter der Diplomat [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Freiherr_von_Ketteler Wilhelm Freiherr von Ketteler], der bereits 1938 die Erschießung [https://de.wikipedia.org/wiki/Hitler Hitlers] beim Einmarsch in Wien plante und daraufhin ermordet wurde.<sup id="cite_ref-56" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-56 [51]]</sup></p><p>Auf katholisch-kirchlicher Seite hielt der Bischof von Münster, [https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_August_Graf_von_Galen Clemens August Graf von Galen] bereits ab 1934 seine weit verbreiteten Predigten gegen die [https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialismus Nazi-Ideologie] und später gegen die [https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Rassenhygiene Euthanasie]. Ihn unterstützte darin ab 1941 in der Reichshauptstadt der Berliner Bischof [https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Graf_von_Preysing Konrad Graf von Preysing]. 1944 wurden als katholische Staatsbeamte z. B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_von_L%C3%BCninck_(Oberpr%C3%A4sident) Ferdinand Freiherr von Lüninck] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Christoph_von_Halem Nikolaus Christoph von Halem] vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Volksgerichtshof Volksgerichtshof] [https://de.wikipedia.org/wiki/Todesstrafe zum Tode verurteilt] und [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4ngen erhängt]. Das gleiche Schicksal erlitt auch der Diplomat [https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_von_Hassell Ulrich von Hassell], obwohl er nicht zum engeren Kreis des Widerstands gehörte. Wegen seiner Hilfe für einen jüdischen Landrat verstarb [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_von_Francken-Sierstorpff_(M%C3%A4rtyrer) Johannes von Francken-Sierstorpff (Märtyrer)] beim Abtransport aus dem Zuchthaus. Infolge Schwächung in einem Gestapo-Gefängnis starb [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Mathias_von_Leers Kurt Mathias von Leers].</p><p>Zum Widerstand der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bekennende_Kirche Bekennenden Kirche] zählten Adelige wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_von_Bodelschwingh_der_J%C3%BCngere Friedrich von Bodelschwingh], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hannah_von_Bredow Hannah von Bredow], [https://de.wikipedia.org/wiki/Constantin_von_Dietze Constantin von Dietze], [https://de.wikipedia.org/wiki/Anni_von_Gottberg Anni von Gottberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ewald_von_Kleist-Schmenzin Ewald von Kleist-Schmenzin], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ruth_von_Kleist-Retzow Ruth von Kleist-Retzow], [https://de.wikipedia.org/wiki/Stephanie_Mackensen_von_Astfeld Stephanie Mackensen von Astfeld], [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_von_Rabenau Friedrich von Rabenau], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_von_Soden Hans von Soden], [https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_von_Thadden_(Widerstandsk%C3%A4mpferin) Elisabeth von Thadden] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Reinold_von_Thadden Reinhold von Thadden-Trieglaff]. Wegen seiner Verbindung mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Dietrich_Bonhoeffer Dietrich Bonhoeffer] wurde [https://de.wikipedia.org/wiki/Randolph_von_Breidbach-B%C3%BCrresheim Randolph von Breidbach-Bürresheim] im KZ Sachsenhausen umgebracht. Der reformierte Jurist [https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_von_Harnier_(Widerstandsk%C3%A4mpfer) Adolf von Harnier (Widerstandskämpfer)] wurde nach 1939 u. a. wegen Verteidigung von NS-Gegnern zu einer Zuchthausstrafe verurteilt, die er nicht überlebte.</p><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Freiburger_Kreis_(NS-Zeit) Freiburger Kreis], mit ökumenisch-[https://de.wikipedia.org/wiki/Ordoliberalismus ordoliberalen] Vorstellungen, spielte neben R. Eucken der Volkswirt [https://de.wikipedia.org/wiki/Constantin_von_Dietze Constantin von Dietze] eine besondere Rolle (vgl. auch die Vorgängerorganisation ‚[https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsgemeinschaft_Erwin_von_Beckerath Arbeitsgemeinschaft Erwin von Beckerath]‘). Die Richtung lehnte sowohl [https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralverwaltungswirtschaft Zentralverwaltungswirtschaft] als auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Laissez-faire Laissez-faire]-[https://de.wikipedia.org/wiki/Kapitalismus Kapitalismus] ab und leistete Vorarbeiten für die in der Bundesrepublik später entwickelte [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Marktwirtschaft soziale Marktwirtschaft].</p><p>Im von liberalen und konservativen Eliten getragenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Solf-Kreis Solf-Kreis] mit Verbindungen zum Auswärtigen Amt spielten etwa [https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Graf_von_Bernstorff Albrecht Graf von Bernstorff] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Mumm_von_Schwarzenstein Herbert Mumm von Schwarzenstein] wichtige Rollen.</p><p>Anfang der vierziger Jahre bildete sich der politische Widerstand des [https://de.wikipedia.org/wiki/Kreisauer_Kreis Kreisauer Kreises] auf Initiative der Adeligen [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmuth_James_Graf_von_Moltke Helmuth James Graf von Moltke], [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Graf_Yorck_von_Wartenburg Peter Graf Yorck von Wartenburg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Dietrich_von_Trotha Carl Dietrich von Trotha], [https://de.wikipedia.org/wiki/Horst_von_Einsiedel Horst von Einsiedel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Adam_von_Trott_zu_Solz Adam von Trott zu Solz], [https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Graf_von_Matuschka Michael Graf von Matuschka], (auch die spätere Chefredakteurin der »Zeit«, [https://de.wikipedia.org/wiki/Marion_Gr%C3%A4fin_D%C3%B6nhoff Marion Gräfin Dönhoff], stand dem Kreis nahe).</p><p>Einzelne Personen aus dem Adel, welche in aller Regel mit ihrer sozialen Herkunft gebrochen hatten, waren im Widerstand der [https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeiterbewegung Arbeiterbewegung] aktiv, so zum Beispiel [https://de.wikipedia.org/wiki/Waldemar_von_Knoeringen Waldemar von Knoeringen], der das Grenzsekretariat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sopade Sopade] in [https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BDrsko Nýrsko] und ein Widerstandsnetzwerk der Gruppe [https://de.wikipedia.org/wiki/Neu_Beginnen Neu Beginnen] leitete oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Eberhard Fritz Eberhard] (Geburtsname Helmut von Rauschenplat), der 1933 untertauchen musste und 1934–1937 die illegale Arbeit des [https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Sozialistischer_Kampfbund ISK] koordinierte.</p><div class="mw-heading mw-heading4">
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| ==== Zweiter Weltkrieg und führende Beteiligung von Adligen bei mehreren Attentaten auf Hitler ====
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| </div><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Weltkrieg Zweiten Weltkrieg] verloren die adeligen Offiziere mehr und mehr an Einfluss, da Hitler ihnen als gesellschaftlicher Gruppe zunehmend misstrauisch gegenüberstand. Diese durchschauten im Krieg zunehmend Hitlers Lügen und militärische Fehlentscheidungen. Deshalb baute z. B. in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Stalingrad Schlacht von Stalingrad] General [https://de.wikipedia.org/wiki/Walther_von_Seydlitz-Kurzbach Walther von Seydlitz-Kurzbach] Widerstand gegen Hitlers Befehle auf und setzte sich in sowjetischer Kriegsgefangenschaft für die Aufstellung eines Korps aus gefangenen deutschen Soldaten ein, das auf Seiten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Hitler-Koalition Anti-Hitler-Koalition] kämpfen sollte. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, oft auch aufgrund des Wissens um Gräueltaten an der Ostfront, beteiligten sich viele adelige Stabsoffiziere und teilweise auch Frontoffiziere am verdeckten und dann offenen Widerstand gegen Adolf Hitler. So ermöglichte z. B. Generalfeldmarschall [https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_von_Weichs Maximilian von Weichs] die Verteilung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett Sonette] des pazifistischen Dichters [https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhold_Schneider Reinhold Schneider]<sup id="cite_ref-57" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-57 [52]]</sup>. Auch an der Mehrzahl der Attentatsversuche auf Hitler seit 1940 waren Personen aus adligen Familien meist führend mit beteiligt ([https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Attentate_auf_Adolf_Hitler Liste der Attentate auf Adolf Hitler]). Seit Mitte 1942 versuchte von Tresckow Anschläge auf Hitler zu organisieren. 1943 versuchten [https://de.wikipedia.org/wiki/Henning_von_Tresckow Henning von Tresckow] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Fabian_von_Schlabrendorff Fabian von Schlabrendorff] ein Sprengstoffattentat auf das Flugzeug von Hitler. Der Versuch scheiterte aber wegen einer fehlerhaften Zündung. Daraufhin überzeugte Tresckow [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf-Christoph_Freiherr_von_Gersdorff Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff], der Zugang zu Hitler hatte, zu einem Sprengstoff-Selbstmordattentat in einem Museum. Wegen geänderter Pläne Hitlers musste dieser Attentatsversuch abgebrochen werden, und Gersdorff gelang es im letzten Moment, den Säurezünder unbemerkt zu entschärfen. Weitere erfolglose Versuche, Hitler zu töten, unternahmen [https://de.wikipedia.org/wiki/Axel_von_dem_Bussche von dem Bussche], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ewald-Heinrich_von_Kleist-Schmenzin von Kleist-Schmenzin] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Eberhard_von_Breitenbuch von Breitenbuch].</p><p>Diese Versuche mündeten in das am [https://de.wikipedia.org/wiki/Attentat_vom_20._Juli_1944 20. Juli 1944] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Claus_Schenk_Graf_von_Stauffenberg Claus Schenk Graf von Stauffenberg] durchgeführte Bombenattentat im [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChrerhauptquartier_Wolfsschanze Führerhauptquartier Wolfsschanze].<sup id="cite_ref-58" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-58 [53]]</sup> Trotz Zündung der Bombe überlebte Hitler dieses Attentat nur leicht verletzt. Die Verschwörer versuchten dennoch, die ausgearbeiteten Umsturzpläne umzusetzen (siehe auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmen_Walk%C3%BCre Unternehmen Walküre]). Dadurch wird das Attentat am 20. Juli 1944 zum größten Widerstandsereignis, das aus der deutschen Bevölkerung gegen die nationalsozialistische Regierung hervorging. An diesen Ereignissen waren viele Personen des Adels unter Lebensgefahr beteiligt oder ließen ihr Leben (etwa: [https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Graf_von_Bernstorff Albrecht Graf von Bernstorff], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-J%C3%BCrgen_Graf_von_Blumenthal Hans-Jürgen Graf von Blumenthal], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hasso_von_Boehmer Hasso von Boehmer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Freiherr_von_Boeselager Georg Freiherr von Boeselager], [https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Freiherr_von_Boeselager Philipp Freiherr von Boeselager], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_von_Dohnanyi Hans von Dohnanyi], [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Ulrich_Graf_von_Drechsel Max Ulrich Graf von Drechsel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Horst_von_Einsiedel Horst von Einsiedel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Ludwig_Freiherr_von_und_zu_Guttenberg Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Bernd_von_Haeften Hans Bernd von Haeften], [https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_von_Haeften Werner von Haeften], [https://de.wikipedia.org/wiki/Carl-Hans_Graf_von_Hardenberg Carl-Hans Graf von Hardenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_von_Hase_(Widerstandsk%C3%A4mpfer) Paul von Hase], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_von_Hassell Ulrich von Hassell], [https://de.wikipedia.org/wiki/Caesar_von_Hofacker Caesar von Hofacker], [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Graf_von_Lehndorff-Steinort Heinrich Graf von Lehndorff-Steinort], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolf-Heinrich_von_Helldorff Wolf-Heinrich von Helldorff], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wessel_Freytag_von_Loringhoven Wessel Freytag von Loringhoven], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_von_Leonrod_(Widerstandsk%C3%A4mpfer) Ludwig von Leonrod], [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmuth_James_Graf_von_Moltke Helmuth James Graf von Moltke], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Ulrich_von_Oertzen Hans-Ulrich von Oertzen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Margarethe_von_Oven Margarethe von Oven], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_von_Plettenberg Kurt von Plettenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Mertz_von_Quirnheim Albrecht Mertz von Quirnheim], [https://de.wikipedia.org/wiki/Alexis_von_Roenne Alexis von Roenne], [https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz-Dietlof_von_der_Schulenburg Fritz-Dietlof von der Schulenburg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Wilhelm_Graf_Schwerin_von_Schwanenfeld Ulrich Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld], [https://de.wikipedia.org/wiki/Carl-Heinrich_von_St%C3%BClpnagel Carl-Heinrich von Stülpnagel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Henning_von_Tresckow Henning von Tresckow], [https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Dietrich_von_Trotha Carl Dietrich von Trotha], [https://de.wikipedia.org/wiki/Adam_von_Trott_zu_Solz Adam von Trott zu Solz], [https://de.wikipedia.org/wiki/Berthold_Schenk_Graf_von_Stauffenberg Berthold Schenk Graf von Stauffenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Graf_von_%C3%9Cxk%C3%BCll-Gyllenband Nikolaus Graf von Üxküll-Gyllenband], [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Graf_Yorck_von_Wartenburg Peter Graf Yorck von Wartenburg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Alexander_von_Voss Hans-Alexander von Voss], [https://de.wikipedia.org/wiki/Job-Wilhelm_Georg_Erwin_von_Witzleben Job-Wilhelm Georg Erwin von Witzleben]).<sup id="cite_ref-59" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-59 [54]]</sup></p><p>Andere Adelige, z. B. der als „Retter von Paris“ bezeichnete General [https://de.wikipedia.org/wiki/Dietrich_von_Choltitz Dietrich von Choltitz] und der als „Retter von Gotha“ bezeichnete [https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_von_Gadolla Josef von Gadolla], konnten im Krieg wenigstens sinnloses Blutvergießen und Zerstörungen verhüten, indem sie Führerbefehle nicht befolgten. Generalfeldmarschall [https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_von_Weichs Maximilian von Weichs] z. B. organisierte im Herbst 1944 die Räumung Griechenlands und Jugoslawiens von deutschen Truppen während der sowjetischen Belgrader Operation entgegen den Befehlen Hitlers, indem er planmäßige Rückzugsbewegungen in den Lagemeldungen an das OKW als durch feindliche Angriffe bedingt darstellte. In den letzten Kriegstagen befreite [https://de.wikipedia.org/wiki/Wichard_von_Alvensleben_(Offizier) Wichard von Alvensleben] als Hauptmann der Wehrmacht in Südtirol in der Nähe des [https://de.wikipedia.org/wiki/Pragser_Wildsee#Geschichte Pragser Wildsees] einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Befreiung_der_SS-Geiseln_in_S%C3%BCdtirol Transport 139 prominenter Sonderhäftlinge], deren SS-Wachmannschaft den Befehl hatte, diese Häftlinge nicht lebend in Feindeshand fallen zu lassen. Zu diesen Häftlingen gehörten u. a. der ehemalige österreichische Bundeskanzler [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Schuschnigg Kurt Schuschnigg], der mehrfache französische Premierminister [https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A9on_Blum Léon Blum], der Theologe [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Niem%C3%B6ller Martin Niemöller], [https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Thyssen Fritz Thyssen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bogislaw_von_Bonin Bogislaw von Bonin], [https://de.wikipedia.org/wiki/Fabian_von_Schlabrendorff Fabian von Schlabrendorff], [https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Falkenhausen_(General) Alexander von Falkenhausen], die Kabarettistin, Filmschauspielerin und spätere Ordensschwester [https://de.wikipedia.org/wiki/Isa_Vermehren Isa Vermehren] sowie [https://de.wikipedia.org/wiki/Sippenhaftung#Nationalsozialismus Sippenhäftlinge] des 20. Juli 1944, wie etwa die Familie [https://de.wikipedia.org/wiki/Stauffenberg_(Adelsgeschlecht) von Stauffenberg].</p><p>Aus der Haft im März 1945 wieder entlassen, nach dem Stand der Forschung durch Konnexionen zum schwedischen Königshaus, wurde der Grundbesitzer [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_zu_Solms-Baruth_(1886%E2%80%931951) Friedrich Fürst zu Solms-Baruth].</p><div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Adel in der Bundesrepublik ===
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| </div><p>Bundesweit gibt es nach Schätzungen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigung_der_Deutschen_Adelsverb%C3%A4nde Vereinigung der Deutschen Adelsverbände] rund 80.000 Nachkommen des historischen Adels. Das sind etwa 0,1 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung.<sup id="cite_ref-60" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-60 [55]]</sup> In der Bundesrepublik Deutschland sind anknüpfend an die Verfassung der Weimarer Republik keinerlei Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes vorgesehen. Auch in der Bundesrepublik gibt es deshalb keinen Adel im bis 1919 verstandenen Sinne des Wortes, also als erblicher [https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndegesellschaft Stand] mit [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentliches_Recht öffentlich-rechtlicher] Wirkung. Dass dies häufig in den Medien nicht klar genug dargestellt wird, hat verschiedene zum Teil auch nur rein pragmatische Gründe. Der Artikel 109 Absatz 3 Satz 2 der Weimarer Verfassung gilt gemäß <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_123.html Art. 123]</span> Abs. 1 des Grundgesetzes bezüglich der namensrechtlichen Behandlung von Adelsbezeichnungen als einfaches [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesrecht_(Deutschland) Bundesrecht] fort. Danach gelten Adelsbezeichnungen „nur als Teil des Namens und dürfen nicht mehr verliehen werden.“<sup id="cite_ref-61" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-61 [56]]</sup><sup id="cite_ref-62" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-62 [57]]</sup> Wenn also im Folgenden von „Adel“ die Rede ist, dann lediglich in dem Sinne, dass es Personen gibt, die einen an den Adel erinnernden Namen tragen. Wenn ein solcher Name geführt wird, dann stehen solche Personen häufig, jedoch aus verschiedenen Gründen [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsrecht#Ende_des_Adelsrechts_1919_und_Rezeption nicht zwingend] in einer genealogisch-familiären Tradition zum ''historischen Adel''. Das traditionelle Adelsmilieu unterscheidet sich bis heute von anderen [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Milieu sozialen Milieus] in mancherlei Hinsicht: vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Bildungsb%C3%BCrgertum Bildungsbürgertum] durch das Landleben, land- und forstwirtschaftliche sowie [https://de.wikipedia.org/wiki/Jagd jagdliche] Interessen, vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fb%C3%BCrgertum Großbürgertum] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bourgeoisie Bourgeoisie] durch relativ seltene unternehmerische Betätigungen in anderen wirtschaftlichen oder industriellen Sektoren, vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinb%C3%BCrgertum Kleinbürgertum] durch den Stil, der sich auch bei vielen Vertretern, die heute bürgerlichen Berufen nachgehen, bis heute tradiert hat. Er kommt zum Ausdruck in bestimmten Ritualen wie dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Handkuss Handkuss], einer auf Außenstehende bisweilen etwas förmlich wirkenden Verhaltens- und Ausdrucksweise, bei gleichzeitiger lockerer Vertrautheit untereinander. Charakteristisch sind Selbstbewusstsein und Haltung. Von anderen Milieus unterscheidet sich dieses durch verbreitetes Interesse an [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte Geschichte] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Genealogie Genealogie]. Es herrscht eine insgesamt eher [https://de.wikipedia.org/wiki/Konservatismus konservative] Weltanschauung vor, obgleich es auch durchaus [https://de.wikipedia.org/wiki/Liberalismus liberale] und vereinzelt sogar [https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Linke linke] Vertreter gab und gibt. Es werden in diesem Milieu noch gemeinsame Werte und Verhaltensweisen gepflegt, die für Außenstehende exklusiv wirken können.<sup id="cite_ref-63" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-63 [58]]</sup></p><p>Die Voraussetzungen am Beginn der Bundesrepublik Deutschland waren völlig andere als zum Beginn der Weimarer Republik. Ein Großteil der Nachkommen des ostelbischen Adels (und auch des Adels, dessen Gebiete westlich der Elbe in der späteren DDR lagen) hatte durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Flucht_und_Vertreibung_Deutscher_aus_Mittel-_und_Osteuropa_1945%E2%80%931950 Flucht, Vertreibung] und entschädigungslose Enteignung durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenreform_in_Deutschland#Bodenreform_in_der_Sowjetischen_Besatzungszone_ab_1945 Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone 1945] die Grundlagen der einstigen wirtschaftlichen Existenz verloren und musste sich, zumeist in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland_1945_bis_1949 westlichen Besatzungszonen], ein neues Leben aufbauen.<sup id="cite_ref-DS120_64-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-DS120-64 [59]]</sup>Wesentlich günstigere wirtschaftliche Voraussetzungen hatten die Nachkommen des Adels, die überwiegend in den westlichen Besatzungszonen beheimatet waren. Trotzdem mussten auch sie in den Nachkriegsjahren zunächst befürchten, von den Bestrebungen der Westalliierten zu einer Bodenreform betroffen zu sein. Da jedoch die Bodenreform in den Westzonen nur in Verbindung mit Entschädigungszahlungen vorgesehen war, wurde sie von den westdeutschen Politikern vielerorts so lange verschleppt, bis das Besatzungsstatut beendet war.<sup id="cite_ref-DS122_65-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-DS122-65 [60]]</sup> Somit endete die vorgesehene Bodenreform in den Westzonen zum größten Teil als Makulatur. Wo sie tatsächlich durchgeführt wurde, wie in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schleswig-Holsteinische_Ritterschaft Schleswig-Holsteinischen Ritterschaft], führten die Landabgaben nicht zum gewünschten wirtschaftlichen Erfolg, da nur eine geringe Anzahl von Flüchtlingen Landzuteilungen erhalten konnte, deren kleine Betriebe außerdem unwirtschaftlich blieben. Insgesamt konnten die in der Bundesrepublik landgesessenen Familien ihre Besitzungen weitestgehend bis heute erhalten. Aufgrund des [https://de.wikipedia.org/wiki/Primogenitur Primogeniturprinzips] ist jedoch nur ein kleiner Prozentsatz der Angehörigen dieser Familien noch in der Land- und Forstwirtschaft tätig. Die Familien des [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochadel Hochadels] in Süd- und Westdeutschland bewahrten vielfach großen Besitz an Vermögen, Immobilien, Inventar, Ländereien und Wäldern, die aber ebenfalls nur in eine Hand vererbt werden.</p><p>Der politische Einfluss der Netzwerke des Adels war anderes als in der Weimarer Republik nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs praktisch vollständig zum Erliegen gekommen. Auch in den Westzonen lag etwa die Möglichkeit einer Restauration der Monarchie, anders als zu Zeiten der Weimarer Republik, völlig außer Frage. Abgesehen von Bayern hatten praktisch alle noch bis 1918 monarchisch regierten deutschen Länder aufgehört zu existieren und wurden in den Nachkriegsjahren auf die von den Besatzungsmächten neu umrissenen Länder verteilt. Bestrebungen zu einer Restauration der Monarchie in Bayern wurden vom amerikanischen Militärgouverneur explizit verboten.<sup id="cite_ref-DS122_65-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-DS122-65 [60]]</sup> Die Westmächte unterstellten dem deutschen Adel eine erhebliche Mitschuld am Untergang der Weimarer Republik und misstrauten deshalb dessen Vertretern. Auch Konrad Adenauer war in einer 1946 gemachten Verlautbarung von der politischen Nähe eines großen Teils des Adels zum Nationalsozialismus überzeugt und tief empört.<sup id="cite_ref-DS121_66-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-DS121-66 [61]]</sup> Anders als 1918 konnte nach 1945 niemand auf die Idee einer neuen [https://de.wikipedia.org/wiki/Dolchsto%C3%9Flegende Dolchstoßlegende] kommen, da die Schuld an der totalen Niederlage ganz offenbar nicht bei den demokratisch gesinnten Politikern lag. Die 1949 erfolgte Gründung der Bundesrepublik Deutschland auf dem Gebiet der westlichen Besatzungszonen empfanden auch viele Angehörige des Adels als Zeichen der Hoffnung auf eine allmählich wieder bessere Zukunft. Unter dem Eindruck des Kalten Kriegs, der politischen Verhältnisse in der DDR und des Wirtschaftswunders im Westen akzeptierte ein Großteil der westdeutschen Bevölkerung und somit auch allmählich die meisten Angehörigen des Adels den neuen demokratischen Rechtsstaat mehr oder weniger vorbehaltslos.<sup id="cite_ref-DS123_67-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-DS123-67 [62]]</sup> Dies führte dazu, dass sich auch Angehörige des Adels in vielen Bereichen der Gesellschaft wieder aktiv und zunehmend konstruktiv engagierten.</p><p>Nachfolgend seien ein paar Beispiele für prominente Personen aus Familien mit adligem Hintergrund genannt, die wichtige Rollen spielten, so in Politik (z. B.: [https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_von_Weizs%C3%A4cker Richard von Weizsäcker], [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Brentano Heinrich von Brentano], [https://de.wikipedia.org/wiki/Jutta_Ditfurth Jutta Ditfurth] (eigentlich ''von Ditfurth''), [https://de.wikipedia.org/wiki/Constantin_Heereman_von_Zuydtwyck Constantin Heereman von Zuydtwyck], [https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Graf_Lambsdorff Otto Graf Lambsdorff], [https://de.wikipedia.org/wiki/Botho_Prinz_zu_Sayn-Wittgenstein-Hohenstein Botho Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Otto_Solms Hermann Otto Solms] (''Prinz zu Solms-Hohensolms-Lich'')), Publizistik (z. B.: [https://de.wikipedia.org/wiki/Marion_Gr%C3%A4fin_D%C3%B6nhoff Marion Gräfin Dönhoff], [https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Graf_von_Krockow Christian Graf von Krockow], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hoimar_von_Ditfurth Hoimar von Ditfurth], [https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_von_Lucke Albrecht von Lucke]), Wissenschaft (z. B.: [https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Friedrich_von_Weizs%C3%A4cker Carl Friedrich von Weizsäcker], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wernher_von_Braun Wernher von Braun], [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_August_von_Hayek Friedrich August von Hayek]), Wirtschaft (z. B.: [https://de.wikipedia.org/wiki/Verlagsgruppe_Georg_von_Holtzbrinck Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck]), Unterhaltung (z. B.: Vicco von Bülow, alias [https://de.wikipedia.org/wiki/Loriot Loriot]), Musik (z. B.: [https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_von_Karajan Herbert von Karajan], [https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Harnoncourt Nikolaus Harnoncourt], [https://de.wikipedia.org/wiki/Enoch_zu_Guttenberg Enoch zu Guttenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hortense_von_Gelmini Hortense von Gelmini]) oder Militär (z. B.: [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Adolf_Graf_von_Kielmansegg Johann Adolf Graf von Kielmansegg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Peter_von_Kirchbach Hans-Peter von Kirchbach], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Henning_von_Sandrart Hans-Henning von Sandrart], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_von_Senger_und_Etterlin Ferdinand von Senger und Etterlin], [https://de.wikipedia.org/wiki/Henning_von_Ondarza Henning von Ondarza]).</p><p>Empirische Untersuchungen deuten darauf hin, dass Adelige in Bezug auf ihren geringen Anteil von etwa einem Promille an der Gesamtbevölkerung in leitenden Funktionen etwas überrepräsentiert sind, insbesondere in der Wirtschaft und im Verbandswesen.<sup id="cite_ref-D122_68-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-D122-68 [63]]</sup> In den 1960er Jahren soll der Anteil des Adels bei leitenden Personen der Wirtschaft bei rund 2 Prozent gelegen haben.<sup id="cite_ref-69" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-69 [64]]</sup> Obwohl es also noch immer reiche und einflussreiche Adelige gibt, ist die einstige Macht und das einstige Vermögen im Verlauf des 20. Jahrhunderts für weite Teile des Adels deutlich eingebrochen.<sup id="cite_ref-D122_68-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-D122-68 [63]]</sup> Die einflussreich gebliebenen Familien bemühen sich um die Wahrung der Identität in Adelsvereinen und durch die Veranstaltung von regelmäßig stattfindenden Familientagen.<sup id="cite_ref-D123_70-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-D123-70 [65]]</sup> Feste und Freizeiten für die adelige Jugend verstehen sich in dem Zusammenhang auch als [https://de.wikipedia.org/wiki/Heiratskreis Heiratskreise]. Wenn in der Regenbogenpresse über Adelshochzeiten, Geburten oder Sterbefälle berichtet wird, so handelt es sich bezogen auf den Adel in Deutschland in der Regel nur noch um einige wenige besonders prominent und vermögend gebliebene Familien des historischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochadel Hochadels].<sup id="cite_ref-DS124_71-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-DS124-71 [66]]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3"> | |
| === Adel in der DDR === | | === Adel in der DDR === |
| </div><p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetische_Besatzungszone Sowjetischen Besatzungszone] galt der preußische „[https://de.wikipedia.org/wiki/Junker_(Preu%C3%9Fen) Junker]“ als zentrales ideologisches Feindbild. Beginnend mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenreform_in_Deutschland Bodenreform] ab September 1945 wurde die ökonomische Grundlage des [https://de.wikipedia.org/wiki/Landadel Landadels] und damit dessen gesellschaftliche Führungsrolle in ländlichen Gebieten systematisch zerstört. Adelige wurden unter der Parole „Junkerland in Bauernhand“ in der Regel vollständig und entschädigungslos enteignet und aus ihren Heimatkreisen verbannt. Viele flohen in den Folgejahren nach Westdeutschland. Meist blieben nur wenige Angehörige, nach den Genealogischen Handbüchern des Adels zumeist Frauen, der oft weitverzweigten Adelsfamilien in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Demokratische_Republik DDR]. Sie konnten mit ihren im Westen lebenden Verwandten nur schwer Kontakt halten; auch den dort wieder entstandenen Adelsverbänden konnten sie nicht beitreten.<sup id="cite_ref-72" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-72 [67]]</sup>In der DDR verbliebene Adelige standen generell unter dem Verdacht politischer Opposition und waren daher verschiedenen Schikanen und Benachteiligungen ausgesetzt. Sie wurden manchmal, insbesondere auch im Rahmen von „Junkerland in Bauernhand“, sogar auch ohne Verstrickung in den Nationalsozialismus oder sogar bei kritischer Haltung zum Nationalsozialismus in Lager (wie etwa ins [https://de.wikipedia.org/wiki/Speziallager_Nr._2_Buchenwald Speziallager Nr. 2 Buchenwald]) verbracht, wie etwa [https://de.wikipedia.org/wiki/Rembert_von_M%C3%BCnchhausen Rembert von Münchhausen] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Ernst_von_Anhalt Joachim Ernst von Anhalt].<sup id="cite_ref-73" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-73 [68]]</sup> Ein Sonderfall zwischen Regimennähe und ständiger Nachteile in der eigenen literarischen Arbeit stellt der ehemalige Diplomat [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Gans_zu_Putlitz_(Diplomat) Wolfgang Gans zu Putlitz] dar, der im Westen wiederum als Renegat galt. Auch der einstmals einflussreiche Kanzler des Johanniterordens, [https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_von_Baudissin Theodor Graf von Baudissin], entschied sich für seinen alten Wohnsitz in Zeitz.</p><p>Allerdings blieben [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelspr%C3%A4dikat Adelsprädikate] auch in der DDR als Teil des Namens erhalten, mit einzelnen Ausnahmen bei Neuausgaben von Pass-Dokumenten. Einige Aristokraten gelangten auch im „Arbeiter- und Bauern-Staat“ in prominente Positionen: Besonders zu nennen sind etwa der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistische_Einheitspartei_Deutschlands SED]-Agitator [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Eduard_von_Schnitzler Karl-Eduard von Schnitzler], der Sportfunktionär [https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_von_Brauchitsch Manfred von Brauchitsch] und der Forscher [https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_von_Ardenne Manfred von Ardenne]. Manche regimetreuen Adeligen legten ihre Prädikate ab, wie etwa der Diplomat [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Thun_(Diplomat) Ferdinand Thun (Ferdinand Graf von Thun und Hohenstein)]. Es wird berichtet, dass Schnitzler von [https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Ulbricht Walter Ulbricht] persönlich verboten wurde, sein Adelsprädikat abzulegen, da der SED-Chef der aristokratischen Herkunft des Journalisten einen propagandistischen Wert beimaß:</p><div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote><p>„Du bist wohl verrückt geworden! Die Leute sollen wissen, von woher überall man zu uns kommen kann!“</p></blockquote></div><div class="cite">– <cite>[https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Ulbricht Walter Ulbricht] zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Eduard_von_Schnitzler Karl-Eduard von Schnitzler], als dieser vorschlug, sein Adelsprädikat abzulegen</cite><sup id="cite_ref-74" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-74 [69]]</sup></div></div><p>Nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Wiedervereinigung Wiedervereinigung], die im Oktober 1990 vollzogen wurde, konnten 1945 durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenreform_in_Deutschland Bodenreform] enteignete Großgrundbesitzer, darunter auch Angehörige ehemaliger Adelsfamilien, frühere Besitzungen in den neuen Bundesländern teilweise oder ganz zurückkaufen oder pachten ([https://de.wikipedia.org/wiki/Wiedereinrichter Wiedereinrichter]), wobei zuvor häufig [https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenreform_in_Deutschland#Kontroversen_und_Vorg%C3%A4nge_nach_der_Wiedervereinigung Rechtsstreitigkeiten mit dem deutschen Staat] auszutragen waren. Der Soziologe [https://de.wikipedia.org/wiki/Ulf_Matthiesen Ulf Matthiesen] bezeichnete die rückkehrenden Adeligen in den oft strukturschwachen Regionen als wichtige wirtschaftliche und kulturelle Impulsgeber, denen allerdings noch immer gelegentlich Ressentiments aus DDR-Zeiten entgegengebracht würden.<sup id="cite_ref-75" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-75 [70]]</sup> Im Zusammenhang mit den Konsequenzen der Bodenreform im Jahr 1945 in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetische_Besatzungszone Sowjetischen Besatzungszone] wurden in jüngster Vergangenheit die [https://de.wikipedia.org/wiki/Entsch%C3%A4digungsforderungen_der_Hohenzollern Entschädigungsforderungen der Hohenzollern] in den Medien stark thematisiert.</p><div class="mw-heading mw-heading2"> | | </div><p>[[Adel in der DDR]]</p><div class="mw-heading mw-heading2"> |
| == Nachfolgeorganisationen des deutschen Adels == | | == Nachfolgeorganisationen des deutschen Adels == |
| </div><p>Die Angehörigen des deutschen Adels gründeten nach dem Verlust ihrer [https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsrecht_(Deutschland) staatsrechtlichen] Privilegien durch die Weimarer Verfassung [https://de.wikipedia.org/wiki/Privatrecht privatrechtlich] organisierte [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsverband Adelsverbände]. Die Mitgliedschaft in den einzelnen regionalen Adelsverbänden und damit deren Dachorganisation, der [https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigung_der_Deutschen_Adelsverb%C3%A4nde Vereinigung der Deutschen Adelsverbände] e. V. (VdDA), können grundsätzlich nur Personen des „historischen Adels“ erwerben, d. h. sie müssen in direkter Folge seit 1918 von einem adeligen Vater in rechtsgültiger Ehe abstammen (siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsrecht Adelsrecht]). Die Mitgliedschaft in diesen Verbänden wird also auf der Grundlage der Bedingungen gewährt, die für die Zugehörigkeit zum Adel unter der abgeschafften Ständeordnung gültig waren; zur Unterscheidung des „historischen Adels“ von sonstigen Trägern adeliger Nachnamen werden die zur Zeit der Monarchie geltenden Regeln angewendet (vgl. etwa [https://de.wikipedia.org/wiki/Lex_Salica Salische Erbfolge], [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsprobe Adelsprobe]).</p><p>Andere Träger eines adeligen Nachnamens, die diesen durch uneheliche Geburt oder Adoption, durch Übernahme des adeligen Namens der Ehefrau oder durch Geburt in einer Ehe, deren adeliger Familienname von der Ehefrau stammt, erhalten haben, gelten nicht als adelig. Obwohl das geltende deutsche Namensrecht sie zur Führung des Namens berechtigt, wurden sie bis 2015 nicht in das [https://de.wikipedia.org/wiki/Genealogisches_Handbuch_des_Adels Genealogische Handbuch des deutschen Adels (GHdA)] aufgenommen. Dies gilt ebenfalls für das seit 2015 erscheinende [https://de.wikipedia.org/wiki/Gothaisches_Genealogisches_Handbuch Gothaische Genealogische Handbuch]. In Zweifelsfällen entscheidet über die Aufnahme in die Vereine oder den „Gotha“ der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adelsrechtsausschu%C3%9F Deutsche Adelsrechtsausschuss]. Der Deutsche Adelsrechtsausschuss gewährt auf Antrag und in besonderen Fällen auch Ausnahmen von den adelsrechtlichen Regeln, wie nicht zu beanstandende Adoptionen (meist innerhalb des historischen Adels). Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde von der Möglichkeit dieser sogenannten ''adelsrechtlichen Nichtbeanstandung'' etwa 50-mal Gebrauch gemacht.<sup id="cite_ref-76" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-76 [71]]</sup></p><p>Anlass für die Einführung dieser Vereinsregeln war ein in den 1970er-Jahren blühender Handel mit adeligen Namen, der sich der Möglichkeiten der Adoption durch adelige Namensträger bediente (bekannt ist vor allem der Fall des [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Hermann_Weyer Consul Weyer], eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Titelhandel Titelhändlers], der zahlreiche Adoptionen vermittelte). Kommerziell motivierte Namensübertragungen dieser Art werden als missbräuchlich betrachtet. Die vereinsseitige Aufsicht über die Konzipierung und Anwendung dieser Regeln führt der Deutsche Adelsrechtsausschuss. Die Absicht des Ausschusses ist es, die soziale Abgeschlossenheit des „historischen Adels“ zu erhalten und mit den von ihm überwachten Handbüchern Informationsquellen über die „legitimen“ Angehörigen der historischen Adelsfamilien sowie über ihre genealogische Abstammung bereitzustellen.<sup id="cite_ref-77" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-77 [72]]</sup></p><p>Das am historischen Adelsbegriff orientierte Selbstverständnis der Adelsverbände und ihrer Angehörigen sowie eine entsprechende Berichterstattung, vor allem in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Regenbogenpresse Regenbogenpresse], aber auch in seriösen Medien, haben bewirkt, dass „der Adel“ in weiten Kreisen der Bevölkerung als fortbestehende soziale Gruppierung wahrgenommen wird und die Begriffe „Adel“ bzw. „Adelige“ auch im heutigen Sprachgebrauch noch für die Angehörigen dieser Familien Verwendung finden. So veröffentlichte etwa der Feuilletonist [https://de.wikipedia.org/wiki/Jens_Jessen_(Journalist) Jens Jessen]anlässlich der 100-jährigen „Abschaffung“ des Adels im Jahr 2018 eine essayistische Betrachtung über dessen Fortleben und verbliebene Aspekte seiner Verschiedenheit vom [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgertum Bürgertum].<sup id="cite_ref-78" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-78 [73]]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2"> | | </div><p>[[Nachfolgeorganisationen des deutschen Adels]]</p><div class="mw-heading mw-heading2"> |
| == Heutige Praxis der Anrede == | | == Heutige Praxis der Anrede == |
| </div><p>Nach der Abschaffung der Adelsprivilegien hat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Freistaat_Preu%C3%9Fen Freistaat Preußen] 1920 entschieden, dass auch in der Anrede kein Unterschied zwischen Bürgern und ehemaligen Adeligen zu machen sei. Diese Regelung wurde von der Bundesrepublik Deutschland übernommen; sie ergibt sich aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichheitssatz Gleichheitsgrundsatz] in <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_3.html Art. 3]</span> Abs. 1 des [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundgesetz_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland Grundgesetzes]. Nach heutigem deutschen [https://de.wikipedia.org/wiki/Diplomatisches_Protokoll diplomatischen Protokoll] haben deutsche Staatsbürger mit Namensbestandteilen, die auf ehemaligen Adelstiteln beruhen, daher keinen Anspruch auf Besonderheiten in der Anrede und im Schriftverkehr. Für ausländische Adelige aus Ländern, in denen der Adel und seine Vorrechte nicht abgeschafft sind, gilt diese Regelung nicht. Ihnen steht nach deutschem Protokoll eine besondere Anrede je nach Titel zu.<sup id="cite_ref-protokoll_79-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-protokoll-79 [74]]</sup><sup id="cite_ref-protokoll2_80-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-protokoll2-80 [75]]</sup></p><p>Besondere Anreden für Deutsche mit einer Abstammung vom historischen Adel werden auf freiwilliger Basis noch aus Gründen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Tradition Tradition]oder Höflichkeit benutzt, auch für ehemalige [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelstitel Adelstitel], die nicht zum Namensbestandteil geworden sind, insbesondere die [https://de.wikipedia.org/wiki/Erstgeburtstitel Erstgeburtstitel]. Viele Angehörige ehemals adeliger Familien, vor allem des [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochadel Hochadels], führen diese namensrechtlich nicht mehr existenten „primogenen“ Adelstitel auch in der Öffentlichkeit weiter (wie z. B. „Seine Durchlaucht Fürst“ Alexander zu Schaumburg-Lippe oder „Seine Durchlaucht Fürst“ Alfred-Ernst zu [https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6wenstein-Wertheim-Freudenberg Löwenstein-Wertheim-Freudenberg]) oder verwenden sie als Namensbestandteile („Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe“ statt der amtlichen Form [https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Prinz_zu_Schaumburg-Lippe Alexander Prinz zu Schaumburg-Lippe]<sup id="cite_ref-81" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-81 [76]]</sup>). Diese Personen werden vielfach auch in den Medien so bezeichnet (z. B. „Fürstin Gloria“ statt korrekt [https://de.wikipedia.org/wiki/Gloria_von_Thurn_und_Taxis Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis]). Ferner ist es in Familien ehemals regierender Herrscherhäuser üblich, dasjenige lebende Familienmitglied, welches nach den historischen Erbfolgeregelungen zur Thronfolge berechtigt gewesen wäre, als „Chef des Hauses“ zu bezeichnen (z. B. „Chef des Hauses [https://de.wikipedia.org/wiki/Wittelsbach Wittelsbach]“). Diese familieninterne Stellung hat zwar keine öffentlich-rechtliche Bedeutung, mit ihr sind aber meist Funktionen in der Verwaltung des Familienvermögens und die Repräsentation der Familie nach außen verknüpft; so führt beispielsweise der Chef des Hauses Wittelsbach den Vorsitz im Verwaltungsrat des [https://de.wikipedia.org/wiki/Wittelsbacher_Ausgleichsfonds Wittelsbacher Ausgleichsfonds].</p><div class="mw-heading mw-heading2"> | | </div><p>[[Adel Heutige Praxis der Anrede]]</p><div class="mw-heading mw-heading2"> |
| == Rangstufen und Begriffe == | | == Rangstufen und Begriffe == |
| </div><div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelstitel Adelstitel]''</div><p>Beim deutschen Adel unterschied man zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Hoher_Adel Hochadel] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsunmittelbarkeit reichsunmittelbare] [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrst Fürsten] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Graf Grafen])<sup id="cite_ref-82" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-82 [77]]</sup> und dem niederen Adel (übrige Grafen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Freiherr Freiherren], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritter Ritter], „[https://de.wikipedia.org/wiki/Edler Edle]“ und untitulierter Adel).<sup id="cite_ref-83" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-83 [78]]</sup> Diese Aufteilung hatte sich ursprünglich aus der mittelalterlichen Aufteilung in [https://de.wikipedia.org/wiki/Edelfreie Edelfreie] (nobiles) und abhängige Dienstmannschaft ([https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale Ministeriale]) entwickelt. Da einerseits schon im Hochmittelalter manche Edelfreie in die Ministerialität von Reichsfürsten eintraten und andererseits der Status der Un[https://de.wikipedia.org/wiki/Freie freien] unter den Rittern sich im Spätmittelalter auflöste, variierten die Rangstufen im Laufe der Jahrhunderte. Neue Adelsbezeichnungen wurden geschaffen, ältere verschwanden, etwa die der regierenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Herr_(Titel) Herren], die in der frühen Neuzeit meist zu Grafen und Fürsten aufstiegen. Bei den Grafen gibt es einige (wenige) Häuser fürstlichen Ranges (nur die bis 1806 reichsunmittelbaren); alle übrigen sind Titulargrafen, von denen sich einige (inoffiziell) auch als [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsgraf Reichsgrafen] bezeichneten, weil sie ihren Titel vom Kaiser mit Gültigkeit im ganzen Reich erhalten hatten, was sie aber im Rang nicht höher stellte als etwa preußische oder böhmische Titulargrafen. Die meisten Grafen zählen also nicht zum Hochadel.</p><p>Im ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Genealogisches_Handbuch_des_Adels Genealogischen Handbuch des Adels]'' wird zwischen „Fürstlichen Häusern“ (eingeteilt in drei Abteilungen, einschließlich der vormals reichsunmittelbaren Fürsten und Grafen in „Abteilung II“), „Gräflichen Häusern“, „Freiherrlichen Häusern“ und untituliertem oder einfachem Adel unterschieden. Zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Hoher_Adel Hochadel] gehörten die weltlichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurf%C3%BCrst Kurfürsten], [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzog Herzöge], [https://de.wikipedia.org/wiki/Landgraf Land-], [https://de.wikipedia.org/wiki/Pfalzgraf Pfalz-] und teilweise die [https://de.wikipedia.org/wiki/Markgraf Markgrafen], [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrst Fürsten], sowie die „[https://de.wikipedia.org/wiki/Erlaucht erlauchten]“, ursprünglich reichsunmittelbaren, nach 1806 [https://de.wikipedia.org/wiki/Standesherr_(Deutscher_Bund) standesherrlichen] Grafen. Ranggleich waren im [https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_R%C3%B6misches_Reich Alten Reich] auch die geistlichen Fürsten ([https://de.wikipedia.org/wiki/Erzbischof Erzbischöfe], [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstbischof Fürstbischöfe] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichspr%C3%A4lat Fürstäbte]). [https://de.wikipedia.org/wiki/Kardinal Kardinäle] gelten protokollarisch bis heute als ranggleich mit den europäischen Fürsten.</p><p>Die nachstehenden Rangstufen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Adelstitel Adelstitel]) traten teilweise nicht zeitgleich auf:</p>
| | </div><p>[[Adel Rangstufen und Begriffe]]</p><div class="mw-heading mw-heading2"> |
| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Kurf%C3%BCrst Kurfürst]<sup id="cite_ref-84" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-84 [79]]</sup>
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Erzherzog Erzherzog]
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fherzog Großherzog]
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Herzog Herzog]<sup id="cite_ref-85" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-85 [80]]</sup>
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Pfalzgraf Pfalzgraf]
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Landgraf Landgraf]
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Markgraf Markgraf]<sup id="cite_ref-86" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-86 [81]]</sup>
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrst Fürst]<sup id="cite_ref-87" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-87 [82]]</sup>
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Graf Graf]<sup id="cite_ref-88" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-88 [83]]</sup>
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Freiherr Freiherr] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Baron Baron])<sup id="cite_ref-89" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-89 [84]]</sup>
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Ritter Ritter] (süddeutscher Titel<sup id="cite_ref-90" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-90 [85]]</sup> – im Genealogischen Handbuch des Adels als eigenständiger Titel nicht aufgeführt)
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Edler Edler] (Bayern und Österreich, kein Adelsprädikat, sondern ein „Ehrentitel“<sup id="cite_ref-Collegium_91-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-Collegium-91 [86]]</sup>)
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| *„von“, „von der“, „von dem“, „zu“, „zur“ [https://de.wikipedia.org/wiki/Landmann_(Adel) Landmann]
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| <p>In Großbritannien, Belgien und Frankreich gibt es mit Viscount bzw. burggraaf / [https://de.wikipedia.org/wiki/Vicomte Vicomte] noch eine Rangstufe zwischen dem Freiherrn bzw. Baron und dem Grafen. In Deutschland kam der Vizegraf im Mittelalter nur als Funktionsbezeichnung vor, wenn sich ein Graf – insbesondere im Grafengericht – vertreten ließ.</p><p>Neben der rangmäßigen Einteilung gibt es weitere Begriffe zur Differenzierung:</p><div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Edelfreie ===
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| </div><p>Als „[https://de.wikipedia.org/wiki/Edelfrei edelfrei]“ (''Edelfreie'' oder ''Edelinge'') wurden ursprünglich diejenigen Grundbesitzer bezeichnet, die sich von anderen [https://de.wikipedia.org/wiki/Freie Freien] (Bauern oder Großbauern) dadurch unterschieden, dass sie das dreifache [https://de.wikipedia.org/wiki/Wergeld Wergeld] zu zahlen hatten.<sup id="cite_ref-92" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-92 [87]]</sup> Die Edelfreien waren ein landrechtlicher [https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndegesellschaft Stand] und hatten ihren Adel nicht aufgrund eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale Dienst]- oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehnswesen Lehnsverhältnisses]. Sie waren also keinen anderen [https://de.wikipedia.org/wiki/Dynastie Dynastien] untergeordnet (abgesehen vom [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_K%C3%B6nig König] bzw. [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_Kaiser Kaiser]) und unterstanden mit ihrem [https://de.wikipedia.org/wiki/Allod Allod] (Eigengut) keinem Lehnsherrn. Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerschild Heerschild] standen sie unter den weltlichen Fürsten und bildeten eine Mittelstufe zwischen diesen (den [https://de.wikipedia.org/wiki/Stammesherzog Stammesherzögen] sowie den Besitzern wirklicher alter [https://de.wikipedia.org/wiki/Gaugrafschaft Gaugrafschaften]) und den bloß [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritter ritterbürtigen] ''Mittelfreien''. Nach dem Verfall der alten [https://de.wikipedia.org/wiki/Gau Gauverfassung] im 11. Jahrhundert galten ihre Territorien als ''reichsfrei'', ''königsfrei''oder ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsunmittelbarkeit reichsunmittelbar]''. Ihre Titel waren meist nur [https://de.wikipedia.org/wiki/Herr Herr], gelegentlich [https://de.wikipedia.org/wiki/Freiherr Freier Herr] (''[https://de.wikipedia.org/wiki/Baron liber baro]'', im ursprünglichen Sinne des Titels). Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsenspiegel Sachsenspiegel] und im [https://de.wikipedia.org/wiki/Schwabenspiegel Schwabenspiegel] werden sie als ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Semperfrei Semperfreie]'' bezeichnet, deren Gerichtsstand nicht das Schöffengericht der vom König eingesetzten Grafen, sondern das geistliche [https://de.wikipedia.org/wiki/Sendgericht Sendgericht] der Bischöfe war. Sie waren damit dem fürstenmäßigen hohen Adel gleichgestellt. Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tmittelalter Spätmittelalter] oder in der frühen [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuzeit Neuzeit] erlangten viele von ihnen den [https://de.wikipedia.org/wiki/Graf Grafenstand].</p><p>Aus den weltlichen Fürsten und denjenigen Edelfreien, denen es längerfristig gelang reichsunmittelbar zu bleiben, entwickelte sich im Lauf des 12. Jahrhunderts im [https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_R%C3%B6misches_Reich Heiligen Römischen Reich] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Hoher_Adel Hohe Adel], im Gegensatz zum Niederen Adel, der sich im Kern aus dem ursprünglich unfreien Dienstadel, den sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale Ministerialen] (aus dem Bauernstand aufgestiegene Dienstmannen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Burgmann Burgmannen]) zusammensetzte. Die meisten Edelfreien traten allerdings aus wirtschaftlichen Gründen oder auf Druck mächtigerer Herren früher oder später ebenfalls in Dienstmannschaften ein, oft unter weiterer (urkundlicher) Betonung ihres ursprünglichen Status, während in manchen Fällen auch nicht-adlige, aber [https://de.wikipedia.org/wiki/Freie freie] Großbauern („Königszinser“) und in Einzelfällen sogar unfreie Dienstleute, die am Königshof Karriere gemacht hatten, in die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale#Entstehung_der_Reichsministerialit%C3%A4t Reichsministerialität] aufstiegen (so etwa der 1195 „freigelassene“ und mit Herzogtümern belehnte [https://de.wikipedia.org/wiki/Markward_von_Annweiler Markward von Annweiler]). Reichsministeriale, die später zum Hohen Adel gehörten, waren etwa die Häuser [https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Reu%C3%9F Reuß], [https://de.wikipedia.org/wiki/Erbach_(Adelsgeschlecht) Erbach] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Waldburg Waldburg]. Kleinere reichsunmittelbare Herren waren seit dem Spätmittelalter die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsritter Reichsritter], die bisweilen ebenfalls ursprünglich edelfrei gewesen, manchmal aber auch anfangs als Ministeriale belehnt worden waren, deren Lehnsherren aber dann ausstarben, sodass ihre Lehnsherrschaft an den König fiel.</p><p>Da in Deutschland das „[https://de.wikipedia.org/wiki/Morganatische_Ehe Recht der ärgeren Hand]“ galt, konnte nur der edelfrei sein, der ehelich geboren war und dessen beide Eltern ihrerseits edelfrei waren. Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter Mittelalter] bedeutete edel- oder hochfrei somit, dass jemand von allen vier Großeltern her dynastischer Herkunft war ''(barones et dynastii)''. Soweit er nicht als Graf mit dem Königsbann belehnt war und ''comes'' genannt wurde, wurde er als Zeuge unter den ''Nobiles'' aufgeführt und ansonsten in den Urkunden auch als ''Senior'', ''Vir nobilis'' (Edelmann) oder ''Domicellus'' (Junggraf, Junker) bezeichnet.</p><p>Edelfreie Familien waren nach dem Landrecht untereinander, aber auch im Verhältnis zu den Reichsfürsten gleichrangig. So konnte z. B. ein einfacher Edelfreier, [https://de.wikipedia.org/wiki/Egeno_I._von_Konradsburg Egeno von Konradsburg], 1070 vor dem Königsgericht in Goslar den Herzog von Bayern, [https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_von_Northeim Otto von Northeim], des Hochverrats beschuldigen und zum gerichtlichen Zweikampf herausfordern, und weil dieser das Duell verweigerte, wurde ihm sein Herzogtum entzogen.</p><p>Der heutige Begriff ''Uradel'' darf nicht mit dem älteren Begriff ''edelfrei'' verwechselt werden, denn die meisten der Familien, die zum Uradel zählen, waren zum Zeitpunkt ihrer Ersterwähnung unfreie Ministeriale.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Uradel / Alter Adel ===
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| </div><p>Zum Uradel zählen nach dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Genealogisches_Handbuch_des_Adels Genealogischen Handbuch des Adels] (GHdA) [https://de.wikipedia.org/wiki/Adel Häuser] bzw. Familien, deren Geschlecht nachweislich spätestens um 1400 dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritter ritterbürtigen] Adel angehört hat. Eine frühere, strengere Einordnung verlangte eine Adelszugehörigkeit bereits ab dem 13. Jahrhundert.<sup id="cite_ref-93" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-93 [88]]</sup> Ritterbürtigkeit setzte im Mittelalter in der Regel mindestens drei Generationen ritterlicher Lebensweise sowie standesgemäßer Eheschließungen voraus, sodass auch die erst spät (nach 1350) urkundlich erwähnten ritterbürtigen Familien in aller Regel schon seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts diesem Stand als zugehörig angesehen werden dürfen. Das zeitliche Hineinwachsen in den ritterbürtigen Landadel ist nur in den seltensten Fällen urkundlich genau nachzuvollziehen. In der Regel erscheinen Ritterbürtige in zeitgenössischen Urkunden oft mit der Bezeichnung ''miles'' (Ritter), höhere Adlige bereits mit Titeln wie ''comes'' (Graf); auch die Reihenfolge in Zeugenlisten erfolgte nach Rang, woraus sich vergleichende Rückschlüsse (etwa zur Unterscheidung ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Edelfrei Edelfrei]'' oder ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale Ministeriale]'') ziehen lassen. Die zeitliche Anforderung für den ersten urkundlichen Nachweis wurde von der Schriftleitung aber sukzessive vom 13. Jahrhundert nach hinten gerückt bis 1399, da es vom Zufall abhängt, ob Urkunden erhalten geblieben sind.<sup id="cite_ref-94" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-94 [89]]</sup></p><p>Die Adelshandbücher unterscheiden generell nach adeligen, freiherrlichen, gräflichen und fürstlichen Häusern. Die ehemalige zusätzliche Unterscheidung in die ''Reihe A'' für Uradel und ''Reihe B'' für den jüngeren Adel und Briefadel wurde allerdings aus redaktionellen Gründen sukzessive aufgegeben (1976 bei den gräflichen Häusern, 1986 bei den freiherrlichen Häusern und 2008 bei den adeligen Häusern), an der Unterscheidung im Grundsatz jedoch festgehalten.<sup id="cite_ref-95" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-95 [90]]</sup> Bei den fürstlichen Häusern ([https://de.wikipedia.org/wiki/Hoher_Adel Hoher Adel]) wird ferner nach der Dauer der Souveränität in die Abteilungen I und II unterschieden sowie die nicht-souveränen Häuser in Abteilung III. Die Fürstenhäuser gehören ohnehin mit wenigen Ausnahmen (z. B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Fugger Fugger], [https://de.wikipedia.org/wiki/Biron_von_Curland Biron von Curland], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wrede_(bayerisches_Adelsgeschlecht) Wrede]) dem Uradel an.</p><p>Die seit [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_IV._(HRR) Kaiser Karl IV.] verstärkt nach französischem Vorbild durch Diplom in den Adelsstand Erhobenen werden im Unterschied dazu als ''Briefadel'' bezeichnet ''(siehe unten)''.<sup id="cite_ref-96" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-96 [91]]</sup> Viele uradlige Familien schrieben sich bis etwa 1650 ohne das adelige Prädikat ''von'' (oder ''zu''), und zwar diejenigen, die sich nicht nach einer Stammburg, sondern nach ihrem Wappensymbol<sup id="cite_ref-97" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-97 [92]]</sup> oder einer sonstigen Eigenschaft<sup id="cite_ref-98" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-98 [93]]</sup> benannt hatten, wobei auch häufig eine Kombination von Wappen- und Stammsitzbezeichnung vorkommt<sup id="cite_ref-99" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-99 [94]]</sup> ''(siehe unten: Adelsnamen, Namensursprünge)''.</p><p>Nach österreichischer Meinung handelte es sich bei der Bezeichnung „Uradel“ um eine Erfindung des preußischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Heroldsamt Heroldsamtes]; sie konnte sich deshalb nur in Deutschland durchsetzen.<sup id="cite_ref-Collegium_91-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-Collegium-91 [86]]</sup> Für den [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichischer_Adel Österreichischen Adel] wurde diese Bezeichnung schon früh von allerhöchster Stelle, also vom Kaiser, abgelehnt. Dort sprach man vom „alten Adel“. Damit wurden die in [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreich-Ungarn Österreich-Ungarn] seit langem üblichen und zahlreichen Nobilitierungen durch Adelsbrief, einschließlich inflationärer Standeserhöhungen, aufgefangen, die zwar nicht dem konkret ausgelegten Begriff „Uradel“ gerecht werden können, aber zumindest einem weniger definierten Begriff „alter Adel“ zuordenbar sind, also den Briefadel bis ins 16. oder 17. Jahrhundert einschließen.</p><p>Die ältesten noch blühenden Familien des deutschen Uradels dürften die [https://de.wikipedia.org/wiki/Welfen Welfen] (das [https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Hannover Haus Hannover]) und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reginare Reginare] (das [https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Hessen Haus Hessen]) sein, die im Übrigen zusammen mit den [https://de.wikipedia.org/wiki/Wettiner Wettinern] wohl auch die einzigen sind, die urkundlich einwandfrei (und nicht nur legendenhaft oder vermutungsweise) in der Zeit vor der ersten Jahrtausendwende nachgewiesen sind. Die anderen später großen Dynastien, [https://de.wikipedia.org/wiki/Wittelsbach Wittelsbacher], [https://de.wikipedia.org/wiki/Habsburger Habsburger], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hohenzollern Hohenzollern], [https://de.wikipedia.org/wiki/Askanier Askanier], [https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Oldenburg Oldenburger], [https://de.wikipedia.org/wiki/Obodriten_(Adel) Obotriten], [https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%A4hringer Zähringer] u. a., erscheinen sämtlich erst nach dem Jahr 1000 in der schriftlichen Überlieferung. In Italien, wo die lateinische [https://de.wikipedia.org/wiki/Annalen Annalen]- und Urkundstradition der Antike ungebrochen fortbestand, gibt es noch häufiger Adelsgeschlechter mit vergleichbarer „Reichweite“ ''(siehe: [https://de.wikipedia.org/wiki/Italienischer_Adel Italienischer Adel])''.<sup id="cite_ref-100" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-100 [95]]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Briefadel ===
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| </div><p>Zum Briefadel zählen adelige Häuser, die, im Unterschied zum Uradel, ursprünglich bürgerlicher oder bäuerlicher Herkunft waren und in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuzeit Neuzeit] durch einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsbrief Adelsbrief] (auch Adelsdiplom genannt), meist mit Verleihung eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Familienwappen Wappens] (soweit nicht schon vorhanden, sonst unter Hinzusetzung einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Rangkrone Rangkrone]), in den Adelsstand erhoben wurden. Adelsbriefe oder -anerkennungen wurden auch ausländischem Adel verliehen, der dadurch in den inländischen aufgenommen (inkorporiert) wurde. Dabei wurde der „Status“ der „ausländischen“ Familien, die zum Teil dem „alten Adel“ (Uradel) angehörten, meist entsprechend berücksichtigt. Die Geschlechter des Briefadels wurden in Deutschland in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Genealogisches_Handbuch_des_Adels Adelshandbüchern] (siehe oben) der Reihe B (Briefadel) geführt, ebenfalls unterschieden nach untitulierten, freiherrlichen und gräflichen Häusern.</p><p>Die Verleihung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelstitel Adelstiteln] begann in Deutschland in der Zeit Kaiser [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_IV._(HRR) Karls IV.] in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts nach französischem Vorbild durch die Erhebung von Beamten (vor allem Juristen) in den Adelsstand. Erhebungen in den Adelsstand ([https://de.wikipedia.org/wiki/Nobilitierung Nobilitierungen]) waren – und sind in den Ländern, in denen der Brauch noch geübt wird – dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsoberhaupt Staatsoberhaupt] vorbehalten. Jedoch gab es fürstliche Familien oder Einzelpersonen, die das Recht (großes oder kleines [https://de.wikipedia.org/wiki/Palatinat Palatinat]) vom Kaiser erhielten, andere im Namen des Kaisers in den Adelsstand zu erheben. In Deutschland war die Nobilitierung im [https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_R%C3%B6misches_Reich Heiligen Römischen Reich], also bis 1806, ein Vorrecht des Kaisers; Kurfürsten und Fürsten mussten bei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichshofkanzlei Reichshofkanzlei] um Erhebungen ihrer Günstlinge nachsuchen, während die [https://de.wikipedia.org/wiki/Erzherzog Erzherzöge von Österreich] oder die [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Preu%C3%9Fen preußischen Könige] auch eigene, vom Reich unabhängige Titel verliehen.</p><p>Der älteste bekannte deutsche Adelsbrief wurde von Kaiser Karl IV. für [https://de.wikipedia.org/wiki/Wicker_Frosch Wicker Frosch], [https://de.wikipedia.org/wiki/Scholaster Scholaster] an der [https://de.wikipedia.org/wiki/St._Stephan_(Mainz) Stephanskirche] zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Mainz Mainz], am 30. September 1360 ausgestellt. Bis zum 16./17. Jahrhundert war der Erwerb eines landtagsfähigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Rittergut Ritterguts] faktisch oft die Voraussetzung für eine Erhebung in den Adelsstand. Dem lag eine noch immer [https://de.wikipedia.org/wiki/Landst%C3%A4nde landständisch] geprägte Auffassung vom Adel zugrunde. Da solche alten Adelsgüter oft nicht in ausreichender Zahl erhältlich waren, durften auch neue errichtet werden, indem der Adelsbewerber landwirtschaftlichen Grund und Boden (ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Urbar_(Verzeichnis) Urbar]) erwarb und mit einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Festes_Haus#Feste_H%C3%A4user_in_der_Fr%C3%BChen_Neuzeit Festen Haus] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Herrenhaus_(Geb%C3%A4ude) Herrenhaus] (einem ''Castrum'') versah. Da in dieser Zeit von Privatleuten aber keine neuen Burgen oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Festung Festungsanlagen] mehr erbaut werden durften und für größere [https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_(Architektur) Schlossbauten] die Mittel der Aufsteigerfamilien zumeist nicht ausreichten, waren diese Häuser bescheidener dimensioniert; da viele Neuadlige ihren neugewonnenen Status aber auch überzeugend nach außen tragen wollten, orientierten sich die Herrenhäuser und Ansitze im 16./17. Jahrhundert – ähnlich den zeitgleichen Neubauten auf Altgütern – in ihrer Formensprache an den mittelalterlichen Vorgängerbauten des Adels, etwa durch Wassergräben, Türme, Zier[https://de.wikipedia.org/wiki/Zinne zinnen], dekorative [https://de.wikipedia.org/wiki/Erker Erkerchen], nachgeahmte [https://de.wikipedia.org/wiki/Pechnase Pechnasen], Ringmauern, Eckquader oder Quadermalereien. Die förmliche Aufwertung zum Adelssitz, insbesondere durch steuerliche [https://de.wikipedia.org/wiki/Freiung Freiung], bedurfte alsdann eines landesherrlichen Rechtsakts und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritterschaft Ritterschaft] musste den neuen Sitz immatrikulieren. Ebenso wie im nördlichen Deutschland die Rittergüter, mussten in Bayern und Österreich neu geschaffene [https://de.wikipedia.org/wiki/Hofmark Hofmarken] und in Tirol die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ansitz Ansitze] durch den Landesherrn genehmigt und die Besitzer in die [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsmatrikel Adels- oder Rittermatrikel]aufgenommen werden. Den Neuaufgenommenen kam allerdings, anders als den alten [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundherrschaft Grundherrschaften], keine Landesunmittelbarkeit mehr zu, da sie zwar eine Steuerbefreiung von den bäuerlichen Gemeindelasten, aber keine [https://de.wikipedia.org/wiki/Gerichtsherrschaft Gerichtsherrschaft] mehr erhielten (also keine [https://de.wikipedia.org/wiki/Exemtion Exemtion] vom Zugriff des Ortsgerichtes); auch besaßen sie keine [https://de.wikipedia.org/wiki/Leibeigenschaft Leibeigenen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Erbuntert%C3%A4nigkeit Erbuntertänigen] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Hintersassen Hintersassen] ([https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6riger Hörige] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundhold Grundholde]) wie die alten Adelsgüter.</p><p>Bis 1806 – in [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreich Österreich] bis 1918 – herrschte die Sitte, den Namen des Neu-Geadelten durch den Namen seines neu erworbenen Adelssitzes oder eines nach ihm selbst benannten Neubaus (z. B. Sigmund Gerstl zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Ansitz_Gerstburg Gerstburg]) oder – sofern er keinen hatte – durch einen (Pseudo-)Ortsnamen zu ergänzen (z. B. „Hofmann von Hofmannsthal“), wie es auch in Großbritannien bei nicht-erblichen Erhebungen zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Lord Lord] bis heute gebräuchlich ist. Der (zumeist nicht großgrundbesitzende) Beamten-, Offiziers-, Professoren- oder Kommerzienratsadel des 19. Jahrhunderts wurde, insbesondere in Österreich, als [https://de.wikipedia.org/wiki/Zweite_Gesellschaft Zweite Gesellschaft] bezeichnet, da er [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsrecht adelsrechtlich] zwar dem Adelsstand, [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie soziologisch] aber eher dem gehobenen Bürgertum zuzurechnen war. Unter den nobilitierten Geschäftsleuten waren nicht selten auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Juden Juden]wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Rothschild_(Familie) Rothschild], [https://de.wikipedia.org/wiki/Auspitz_(Familie) Auspitz], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ignaz_von_Ephrussi Ephrussi], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_von_Eskeles Eskeles], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Gutmann Gutmann], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hirsch_auf_Gereuth Hirsch] oder getaufte Juden wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Mendelssohn_(Familie) Mendelssohn], [https://de.wikipedia.org/wiki/Oppenheim_(K%C3%B6lner_Familie) Oppenheim], [https://de.wikipedia.org/wiki/Eichthal_(Adelsgeschlecht) Eichthal] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Erlanger_%26_S%C3%B6hne#Stammliste_derer_von_Erlanger Erlanger].</p><p>In neueren Adelshandbüchern wurde das „von“ immer mit „v.“ abgekürzt (noch nicht in den „Gothas“), um Namen nichtadeliger Familien mit „von“ (wie „von der Forst“, „von Recklinghausen“) von adeligen Namen zu unterscheiden. Dies folgte dem Gebrauch in den Ranglisten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fische_Armee königlich preußischen Armee]. Es lässt sich auf unterschiedlichen Sprachgebrauch im Nieder- und Oberdeutschen zurückführen. Im Niederdeutschen und Niederländischen bezeichnete ein „van“ nicht unbedingt den adeligen Stand, sondern häufig lediglich die örtliche Herkunft. Bei der „Verhochdeutschung“ der Familiennamen konnte so der Eindruck adeliger Herkunft entstehen, was in Süddeutschland kaum vorkam.</p><p>Nur sehr vereinzelt sind in der nachmittelalterlichen Neuzeit Geschlechter aus dem Bürgerstand bis in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Hoher_Adel Hohen Adel] emporgestiegen, sogar auf Kaiser- und Königsthrone, so die [https://de.wikipedia.org/wiki/Stammliste_der_Bonaparte Bonaparte] und ihre Anhänger (darunter die [https://de.wikipedia.org/wiki/Bernadotte Bernadotte]) oder auf dem Balkan die Häuser [https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Kara%C4%91or%C4%91evi%C4%87 Karađorđević], [https://de.wikipedia.org/wiki/Petrovi%C4%87_(Dynastie_in_Montenegro) Njegoš] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Zogu Zogu]. Ansonsten gehören die (regierenden oder vormals regierenden) Häuser der ''Ersten Abteilung'' des Hohen Adels Europas sämtlich dem Uradel an und zählten zumeist bereits im Hochmittelalter zu den führenden Dynastengeschlechtern. In der ''Zweiten Abteilung'' (den [https://de.wikipedia.org/wiki/Mediatisierung mediatisierten] deutschen Fürsten) befinden sich als einziges briefadeliges Geschlecht die [https://de.wikipedia.org/wiki/Fugger_von_der_Lilie Fugger] (vergleichbar waren die ebenfalls aus dem Bürgerstand aufgestiegenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Eggenberg_(Adelsgeschlecht) Eggenberg] bis zu ihrem Erlöschen Anfang des 18. Jahrhunderts reichsunmittelbar). In der ''Dritten Abteilung'' (bei den Titularfürsten) gibt es etwas mehr Beispiele, neben den schon erwähnten [https://de.wikipedia.org/wiki/Biron_von_Curland Biron von Curland] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Wrede_(bayerisches_Adelsgeschlecht) Wrede] etwa die österreichischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Paar_(Adelsgeschlecht) Paar], die italienischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Torlonia_(Adelsgeschlecht) Torlonia] oder die russischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Demidow_(Adelsgeschlecht) Demidow].</p><div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Hochadel ===
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| </div><div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Hoher_Adel Hoher Adel]''</div><div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Stiftsadel ===
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| </div><div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Stiftsadel Stiftsadel]''</div><p>Als Stiftsadel werden diejenigen (in aller Regel uradligen) Geschlechter bezeichnet, die in einem geistlichen Territorium, etwa einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochstift Hochstift], zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Landsasse landsässigen] Adel zählten und die ''Stiftsfähigkeit'' besaßen, also den Zugang zu den – an der [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstbischof fürstbischöflichen] Regierung beteiligten – [https://de.wikipedia.org/wiki/Domkapitel Domkapiteln] und ihren Pfründen.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Amtsadel ===
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| </div><p>Bei manchen Ämtern war mit ihrer Erlangung automatisch der Erwerb des Adels bzw. eines bestimmten Adelstitels verbunden. Derartiger Amtsadel entstand entweder durch ausdrückliche Verleihung (z. B. an den [https://de.wikipedia.org/wiki/Erzbistum_Prag Erzbischof von Prag], der dadurch zum [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstbischof Fürsterzbischof] wurde) oder kraft [https://de.wikipedia.org/wiki/Observanz_(Recht) Observanz] (z. B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Bistum_Chiemsee Fürstbischof von Chiemsee]). Solchen Amtsadel gab es häufiger für Kirchenfürsten in habsburgischen Landen, wobei es sowohl römisch-deutsche als auch österreichische und böhmische Verleihungen gab. Auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichshofrat Reichshofräte] dürften im 18. Jahrhundert den Amtsadel erworben haben. Das [https://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fisches_Allgemeines_Landrecht Preußische Allgemeine Landrecht] ging davon aus, dass es Ämter gab, mit deren Innehabung der Adel verbunden war. In Württemberg war der persönliche Adel für Inländer mit den Staatsämtern der obersten vier Rangstufen verbunden (aufgehoben 1913). Der Amtsadel war gleichzeitig ein persönlicher Adel.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Ordensadel ===
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| </div><p>Die Verleihung gewisser [https://de.wikipedia.org/wiki/Verdienstorden Orden] (insbesondere der [https://de.wikipedia.org/wiki/Hausorden Hausorden] und höchster Tapferkeitsorden) war häufig mit einer Nobilitierung verbunden. Der auf diese Weise erlangte Adel konnte erblich oder ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#Pers%C3%B6nlicher_Adel persönlicher] sein. So hatte in Österreich bis 1884 jeder Ritter des [https://de.wikipedia.org/wiki/Orden_der_Eisernen_Krone_(%C3%96sterreich) Ordens der Eisernen Krone] Anspruch auf Erhebung in den erblichen Ritterstand, der [https://de.wikipedia.org/wiki/Milit%C3%A4r-Maria-Theresien-Orden Militär-Maria-Theresien-Orden] hingegen brachte dem Träger bis 1918 automatisch den [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#Pers%C3%B6nlicher_Adel persönlichen Adel] als „Ritter von“, auf Ansuchen aber den erblichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Freiherr Freiherrenstand] ein. Ähnliche Gepflogenheiten bestanden im Falle der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fkreuz Großkreuzinhaber] des [https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsen-Ernestinischer_Hausorden Sachsen-Ernestinischen Hausordens], des preußischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer-Adler-Orden Schwarzer-Adler-Ordens] und einiger anderer Orden der deutschen Teilstaaten.</p><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Bayern Königreich Bayern] brachten die Verleihung des [https://de.wikipedia.org/wiki/Milit%C3%A4r-Max-Joseph-Orden Militär-Max-Joseph-Ordens] sowie des [https://de.wikipedia.org/wiki/Verdienstorden_der_Bayerischen_Krone Zivilverdienstordens der Bayerischen Krone] den [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#Pers%C3%B6nlicher_Adel persönlichen Adel] mit dem Titel „Ritter von“ ein (z. B. Ritter von Epp). Ähnliche Regelungen bestanden in Württemberg für den [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrichsorden Friedrichsorden] (bis 1856) und den [https://de.wikipedia.org/wiki/Orden_der_W%C3%BCrttembergischen_Krone Orden der Württembergischen Krone] wie auch für den päpstlichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Orden_vom_Goldenen_Sporn Orden vom Goldenen Sporn] (z. B. Ritter von [https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Willibald_Gluck Gluck]).</p><div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Schwertadel ===
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| </div><p>Als von [https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Theresia Maria Theresia] in den [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreich-Ungarn habsburgisch regierten Ländern] eingeführtes Standesvorrecht konnte jeder [https://de.wikipedia.org/wiki/Offizier Offizier] [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgertum bürgerlicher] Herkunft zwischen 1757 und 1918 unter bestimmten Bedingungen einen Rechtsanspruch auf Erhebung in den erblichen [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichischer_Adel Adelsstand] erwerben. Wichtigste Voraussetzung hierfür war eine dreißigjährige und einwandfreie Militärdienstzeit, später wurde zusätzlich die Teilnahme an einem Feldzug gefordert. Ab 1896 konnten Offiziere ohne Kampferfahrung auch nach einer Dienstzeit von 40 Jahren in diesen ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Systemm%C3%A4%C3%9Figer_Adel systemmäßigen Adel]''erhoben werden.</p><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Kaiserreich Deutschen Kaiserreich] (1871 bis 1918) wurden Offiziere erst ab Erreichen eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Division_(Milit%C3%A4r) Divisionskommandos] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Generalleutnant Generalleutnant]) – dann aber quasi automatisch – geadelt.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Adelsnamen mit oder ohne Prädikat, Namensursprünge ===
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| </div><p>Die Familiennamen uradliger Geschlechter sind häufig Namen von [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg Burgen] und damit [https://de.wikipedia.org/wiki/Wohnst%C3%A4ttenname Wohnstättennamen], auch wenn sich später die Schreibweisen manchmal auseinanderentwickelten. Meist waren die Burgen nach älteren Orten benannt, bisweilen erhielten sie aber auch neue, programmatische Namen von ihren Bauherren, die sich dann selbst wiederum nach ihnen benannten (wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Scharfenberg_(Donzdorf) Burg Scharfenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wehrburg_(Prissian) Wehrburg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Spitzemberg Spitzemberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Streitberg_(Adelsgeschlecht) Streitberg]). In lateinischen Urkunden des Mittelalters wird das ''von'' als ''de'' oder ''ab'' übersetzt und kennzeichnet sowohl eine örtliche Herkunft als auch eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Allod allodiale] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Feudalismus feudale] Besitzanzeige; Letzteres beim Erbauer oder Erben einer Burg, Ersteres bei den ''weichenden Erben'', also meist jüngeren Söhnen; bei ihnen mutierte der Besitzername zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Herkunftsname Herkunftsnamen] bzw. Sippennamen.</p><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BChmittelalter Frühmittelalter] waren Familiennamen noch kaum vorhanden, und in Urkunden werden meist nur [https://de.wikipedia.org/wiki/Vorname Vornamen] genannt, was eine Sippenzuordnung oft erschwert oder nur anhand von [https://de.wikipedia.org/wiki/Leitname Leitnamen] ermöglicht. Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochmittelalter Hochmittelalter] hatte der Status eines Burgherren mehr Prestige als die bloße Herkunft von einer Burg, die Verwandten gehörte. Daher wechselten mit Erwerb eines neuen Besitzes die adligen Träger von Herkunftsnamen häufig auch ihren Namen. [https://de.wikipedia.org/wiki/Genealogie Genealogen] des 19. Jahrhunderts prägten dafür den Ausdruck „Namen sind Schall und Rauch“. So wurden aus ''Grafen von Arnstein'' die ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Grafen_von_Barby Grafen von Barby]'', als diese die Herrschaft über die Burg Barby übernahmen; Brüder, die verschiedene Burgen besaßen, führten folglich oft verschiedene Namen. Jüngere Linien wechselten auf diese Weise den Namen, sodass es zahlreiche Beispiele<sup id="cite_ref-101" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-101 [Anmerkung 1]]</sup> für bis heute bestehende Uradelsgeschlechter gemeinsamen Stammes und Wappens, jedoch verschiedenen Namens gibt.</p><p>Erst im [https://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tmittelalter Spätmittelalter] entwickelten sich die von allen Angehörigen beibehaltenen Geschlechternamen, da nun auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehen Belehnungen] mit Gütern meist nicht mehr ''ad personam'' erfolgten, sondern „zur gesamten Hand“ eines Geschlechts, sodass eine Einziehung durch den Lehnsherrn erst nach Aussterben der gesamten Sippe erfolgen durfte. Die dadurch entstehenden Geschlechternamen dienten also nicht nur dem Zusammenhalt der Familie, sondern auch der Besitzwahrung. Je länger die Stammbäume und je älter die Traditionen ritterbürtiger Familien wurden, desto mehr entwickelte sich auch ein Familien- und Adelsstolz. Um dennoch mehrere Linien einer Familie (oder verschiedene gleichnamige Familien) zu unterscheiden, hängte man manchmal dem ursprünglichen Namen den Namen eines weiteren Besitzes an ''([https://de.wikipedia.org/wiki/Altenstein_(Adelsgeschlecht) „von“ Stein „zum“ Altenstein], [https://de.wikipedia.org/wiki/Stein_zu_Liebenstein Stein zu Liebenstein], [https://de.wikipedia.org/wiki/Stein_zu_Lausnitz Stein zu Lausnitz], [https://de.wikipedia.org/wiki/Stein_zu_Nassau Stein zu Nassau] etc.)''. Erst im Laufe der frühen [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuzeit Neuzeit], parallel zur Entstehung moderner Familiennamen, wurde das „von“ zu einem vom Besitz unabhängigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelspr%C3%A4dikat Adelsprädikat], während das „zu“ lange Zeit vom Besitz abhängig blieb, es heute aber nicht mehr ist. Seltenere Varianten sind „von der“, „von dem“, „zum“, „zur“, „auf“ usw., die allerdings auch bei bäuerlichen bzw. bürgerlichen Familiennamen vorkommen.</p><p>Es gab aber häufig auch adelige Familien aus dem Mittelalter, die kein [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelspr%C3%A4dikat Adelsprädikat] „von“ im Namen führten, eben weil sich ihr Name nicht von einer Grundherrschaft und damit von einem Ortsnamen herleitete, sondern von ihrer Wappenfigur oder – seltener – einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Hofamt Hofamt] oder einer persönlichen Eigenschaft. In der Regel stammten sie aus der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale Ministerialität]. Bisweilen verknüpften sie ihren Familiennamen später mit dem Namen eines Besitzes (z. B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Fuchs_(Adelsgeschlecht) Fuchs von Bimbach], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gans_zu_Putlitz Gans zu Putlitz], [https://de.wikipedia.org/wiki/Riedesel Riedesel zu Eisenbach], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rabe_von_Pappenheim Rabe von Pappenheim]); einen kuriosen Namen gaben sich die [https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrriegel_von_Riegelstein Türriegel von Riegelstein], welche sich selbst und die von ihnen erbaute Burg nach ihrer Dienstmannenpflicht benannten. Sofern keine solchen „von-Zusätze“ gewählt wurden, führten Adlige, deren Name sich nicht von einem Ort herleitete, einfach ihren Vor- und Nachnamen ohne weiteres Prädikat z. B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Levin_Ludwig_I._Hahn Levin Ludwig Hahn], Philipp [https://de.wikipedia.org/wiki/Rode_(Adelsgeschlecht) Rode]. Die niedersächsischen Freiherren [https://de.wikipedia.org/wiki/Knigge_(Adelsgeschlecht) Knigge] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Grote_(nieders%C3%A4chsisches_Adelsgeschlecht) Grote] führen bis heute kein „von“ im Namen. Die alten landsässigen Rittergeschlechter in Schleswig und Holstein, die ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Equites_Originarii Equites Originarii]'', ließen teilweise in der urkundlichen und gesellschaftlichen Namensführung – nach skandinavischem Vorbild – das Adelsprädikat „von“ bis um das Jahr 1800 weg, selbst wenn sich ihre Familiennamen von einem Herkunftsort (Stammsitz) herleiteten und somit in mittelalterlichen Urkunden das „von“ (oder lateinisch ''de'' oder ''ab'') genannt worden war.<sup id="cite_ref-102" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-102 [96]]</sup> In lateinischen Urkunden wurde dann oft der Zusatz ''miles'' oder ''equus'' (Ritter) verwendet. In deutschen Urkunden wurde neben dem Rittertitel auch die Bezeichnung [https://de.wikipedia.org/wiki/Edelknecht Edelknecht] ''(armiger)'', bisweilen auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Schildknappe Schildknappe] ''(scutiger)'', für jene Personen verwendet, die zwar ritterlicher Abkunft waren, aber selbst (noch) nicht den [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritterschlag Ritterschlag] erhalten hatten. In anderen Texten wurden die Begriffe „rittermäßig“, „zum Schild geboren“, „Ehrbare Mannschaft“ oder „Ritter und Knechte“ verwendet, um die Ritterbürtigkeit der nachfolgend genannten Personen zu bezeichnen. In der frühen Neuzeit verloren manche dieser Familien am unteren sozialen Rand des Adels ihren spätmittelalterlichen Adelsstatus wieder, insbesondere wenn sie nicht zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Landsasse Landsassen]geworden waren, also eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundherrschaft Grundherrschaft] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Lehen Lehen] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Allod Allod]) erworben hatten.<sup id="cite_ref-103" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-103 [97]]</sup></p><p>Häufig entwickelten sich die Namen der ritterbürtigen Familien aus einem Beinamen, der sich von der gewählten [https://de.wikipedia.org/wiki/Wappenfigur Wappenfigur] (oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Figur gemeinen Figur]) oder auch von der [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmzier Helmzier] herleitete; insofern könnte der Begriff „[https://de.wikipedia.org/wiki/Redendes_Wappen redendes Wappen]“ den irreführenden Eindruck erwecken, dass zuerst der Name und dann das Wappen da war (was auch gelegentlich vorkam, zumal beim späteren Briefadel), während in den meisten Fällen umgekehrt der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritter Ritter] nach dem Erkennungszeichen, das er auf seinem [https://de.wikipedia.org/wiki/Schild_(Schutzwaffe) Schild] aufmalen ließ oder als [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmkleinod Helmkleinod] auf seinem [https://de.wikipedia.org/wiki/Helm#Hochmittelalterliche_Helme Helm] anbrachte, benannt wurde (z. B. die schon genannten Tiernamen: Fuchs, Gans, Rabe oder auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Behr_(Adelsgeschlecht) Behr], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hahn_(Adelsgeschlecht) Hahn], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hundt_zu_Lautterbach Hundt], [https://de.wikipedia.org/wiki/Katte_(Adelsgeschlecht) Katte], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ochs_von_Gunzendorf Ochs], [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCdt_von_Collenberg Rüdt], [https://de.wikipedia.org/wiki/Schweinichen_(Adelsgeschlecht) Schweinichen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolff_von_Gudenberg Wolff], nach anderen Wappenmotiven: [https://de.wikipedia.org/wiki/Nagel_(Adelsgeschlecht) Nagel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Pflugk Pflugk], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ketelhodt Ketelhodt]) oder aus einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Hofamt Hofamt], das die Familie erblich ausübte, etwa das des [https://de.wikipedia.org/wiki/Marschall Marschalls], des [https://de.wikipedia.org/wiki/Schenk_(Adelstitel) Mundschenken] oder des [https://de.wikipedia.org/wiki/Truchsess_(Hofamt) Truchsessen] bzw. [https://de.wikipedia.org/wiki/Drost Drosten], welche zahlreiche Familien des niederen Adels an den Höfen der Fürsten, Grafen und Bischöfe ausübten und die dadurch zum Familiennamen wurden (siehe etwa: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Schenk_(Adelstitel)#Liste_der_den_Schenkentitel_als_Bestandteil_des_Familiennamens_f%C3%BChrenden_Familien Liste der den Schenkentitel als Bestandteil des Familiennamens führenden Familien]''). Beispiele sind die [https://de.wikipedia.org/wiki/Schenck_zu_Schweinsberg Schenck zu Schweinsberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Stauffenberg_(Adelsgeschlecht) Schenk von Stauffenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Marschall_(th%C3%BCringisches_Adelsgeschlecht) Marschall von Altengottern], [https://de.wikipedia.org/wiki/Marschall_von_Bieberstein Marschall von Bieberstein], [https://de.wikipedia.org/wiki/Marschalk_von_Ostheim Marschalk von Ostheim], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Truchse%C3%9F_von_Wetzhausen Truchseß von Wetzhausen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Droste_zu_Vischering Droste zu Vischering] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Droste_zu_H%C3%BClshoff Droste zu Hülshoff]. Auch andere Amtsfunktionen, die nicht zu den klassischen Hofämtern gehörten, konnten in den Familiennamen übergehen, etwa bei den [https://de.wikipedia.org/wiki/Forstmeister_von_Gelnhausen Forstmeister von Gelnhausen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Forstmeister_(Adelsgeschlecht) Forstmeister von Lebenhan] oder den [https://de.wikipedia.org/wiki/Vogt_von_Elspe Vogt von Elspe] und zahlreichen weiteren [https://de.wikipedia.org/wiki/Vogt#Vogtsamt_als_Familienname Vogtsfamilien]. Seltener leiten sich uradelige Familiennamen auch von einer persönlichen Eigenschaft eines Ahnherrn ab, wie etwa [https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9F_von_Trockau Groß] – im Niederdeutschen: [https://de.wikipedia.org/wiki/Grote_(nieders%C3%A4chsisches_Adelsgeschlecht) Grote]–, [https://de.wikipedia.org/wiki/Quadt Quadt] („der Quade“ = der Schlimme), [https://de.wikipedia.org/wiki/Landschad_von_Steinach Landschad], [https://de.wikipedia.org/wiki/Thumb_von_Neuburg Thumb], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ungeloube Ungeloube], [https://de.wikipedia.org/wiki/Unruh_(Adelsgeschlecht) Unruh], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wackerbarth_(Adelsgeschlecht) Wackerbarth] (= „die wackere Barte/Streitaxt“) oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Zorn_(Adelsgeschlecht) Zorn].</p><p>Während das einzelne Familienmitglied z. B. Wolderich Lappe hieß, wurde die Adelssippe dann insgesamt im [https://de.wikipedia.org/wiki/Plural Plural] als die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ritter_von_der_Lappe Lappen], die Groten, die Füchse, die Gänse, die Raben, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Schilling_(Adelsgeschlecht) Schillinge] usw. bezeichnet; für Frauen wurden sogar weibliche Formen gebildet („Füchsin von Bimbach“, „[https://de.wikipedia.org/wiki/Trott_zu_Solz_(Adelsgeschlecht) Trottin zu Solz]“ usw.); bei zwei rheinischen Uradelsgeschlechtern ist dieses altertümliche „Gendern“ des Nachnamens sogar bis heute gebräuchlich geblieben: Bei den [https://de.wikipedia.org/wiki/Eltz_(Adelsgeschlecht) Eltz] und den [https://de.wikipedia.org/wiki/Ingelheim_(Adelsgeschlecht) Ingelheim] heißen die Damen: ''Gräfin und Edle Frau (bzw. Edle Tochter) von und zu Eltz, genannt Faust'''in''' von Stromberg'' bzw. ''Gräfin von Ingelheim genannt Echter'''in''' von und zu Mespelbrunn''.</p><p>Im bayerischen und österreichischen Raum war es im 14., 15. und 16. Jahrhundert üblich, den Herkunftsnamen auch von Adelsfamilien, die sich nach einer Burg benannt hatten, [https://de.wikipedia.org/wiki/Adjektiv adjektivistisch] zu benutzen, anstatt ihm das [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelspr%C3%A4dikat Prädikat] ''von'' zu geben, also ''Heinrich Königsfelder'' (statt Heinrich [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigsfeld_(Adelsgeschlecht,_Bayern) von Königsfeld]), Friedrich [https://de.wikipedia.org/wiki/Haunsperger_(Adelsgeschlecht) Haunsperger] (statt von Haunsperg), Albrecht Lerchenfelder (statt [https://de.wikipedia.org/wiki/Lerchenfeld_(Adelsgeschlecht) von Lerchenfeld]) oder ''Ulrich der Pervaller'' (statt Ulrich [https://de.wikipedia.org/wiki/Perfall_(Adelsgeschlecht) von Perfall]).</p><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Genanntname „Genannt-Namen“] entstanden teils schon im Spätmittelalter durch Überlagerung eines ursprünglichen Familiennamens durch einen anderen; in späterer Zeit entstanden sie oft durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Adoption Adoptionen]. Die alltägliche Namensführung wird bei solchen Kombinationen unterschiedlich gehandhabt.</p><p>Sippenbezeichnungen wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Ottonen Ottonen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Welfen Welfen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Billunger Billunger], [https://de.wikipedia.org/wiki/Brunonen Brunonen] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Knutonen Knutonen] sind hingegen meist erst in der Neuzeit von Geschichtsforschern eingeführt worden, um frühmittelalterliche Sippen, die noch keine Nachnamen führten, durch ihre [https://de.wikipedia.org/wiki/Leitname Leitnamen] zu erfassen.</p><p>Ab etwa 1650 gingen aber auch die „prädikatlosen“ Uradelsfamilien dazu über, das Prädikat ''von'' zu führen, um ihren Adelsstand, der zuvor allein schon durch Kleidung, Waffen, Lebensweise usw. klar erkennbar gewesen war ''(„[https://de.wikipedia.org/wiki/Kleider_machen_Leute Kleider machen Leute]“)'', gegenüber dem wohlhabender werdenden Bürgertum und dem aus ihm aufsteigenden Neuadel zu verdeutlichen. Briefadeligen wurde hingegen ihre Namensführung (ebenso wie das Wappen) im Adelsdiplom ausdrücklich vorgegeben, entweder ein schlichtes „von“ vor ihrem angestammten Familiennamen oder die Kombination mit einem erworbenen Grundbesitz oder – vor allem im 19. Jahrhundert – auch mit einem Phantasie-Ortsnamen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Mayer_von_Mayerfels Mayer von Mayerfels], Schmid von Schmidsfelden, [https://de.wikipedia.org/wiki/Schneider_von_Dillenburg Schneider von Dillenburg], Schuster von Bonnott u. ä.), in seltenen Fällen auch mit ihrem Wappensymbol (z. B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Schmid_(Patrizierfamilie) Schmid von der Kugel]).</p><div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Prädikat „von“ ohne Zugehörigkeit zum Adel; Bastarde ===
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| </div><p>Andererseits muss ein „von“ (oder „von der“, „von dem“, „zu“, „zum“, „zur“, „auf“, „vom und zum“) in einem Familiennamen nicht zwangsläufig auf eine adelige Herkunft hindeuten. Gerade im norddeutschen und niederländischen, aber auch im deutsch-schweizerischen Raum kann es sich um eine bloße Herkunftsbezeichnung handeln, die insbesondere in Städten vom Lande hinzugezogene Familien kennzeichnete (in Norddeutschland gelegentlich als „Hamburger Gemüseadel“ bezeichnet).</p><p>Kinder aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Ebenb%C3%BCrtigkeit unebenbürtigen] Ehen des niederen Adels gehörten – mit Genehmigung des Landesherrn – zumeist dem Adel an, uneheliche Kinder (sogenannte „[https://de.wikipedia.org/wiki/Bastard Bastarde]“) jedoch nur sehr selten, und zwar wenn sie durch Adelsbrief ausdrücklich geadelt wurden. Ansonsten führten sie entweder den Familiennamen der Mutter oder den des Vaters ohne Adelsprädikat; gelegentlich führten sie jedoch auch den Namen des Vaters mit einem ''von'' davor, ohne dass sie in den Adel aufgenommen waren, sodass dieser Namensbestandteil (wie bei den bäuerlichen Herkunftsnamen) kein Adelsprädikat darstellt. Beim [https://de.wikipedia.org/wiki/Hoher_Adel Hohen Adel] war es hingegen oft üblich, dass der Vater beim Kaiser um Nobilitierung seiner unehelichen Abkömmlinge nachsuchte und sie diese (mit Titeln des niederen Adels) auch erhielten, wie etwa die ''[https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCneburg_(Adelsgeschlecht) Herren von Lüneburg]''als Bastarde eines Braunschweig-Lüneburger Herzogs, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Holnstein_(Adelsgeschlecht) ''Grafen von Holnstein aus Bayern''] eines bayerischen Kurfürsten (und späteren deutschen Kaisers) oder die ''Grafen von [https://de.wikipedia.org/wiki/Waldersee_(Adelsgeschlecht) Waldersee]'' eines Fürsten von Anhalt-Dessau.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Persönlicher Adel ===
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| </div><p>Persönlicher Adel war ein lebenslanger Titel, der an die begünstigte Person gebunden und daher auch nicht vererblich war. So war der Verdienstadel als Personaladel in Bayern schon seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar. In [https://de.wikipedia.org/wiki/Britischer_Adel Großbritannien] heute der Normalfall, trat er in Deutschland in zwei Arten auf:</p>
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| #Häufig kam er als Ordensadel vor, der mit bestimmten [https://de.wikipedia.org/wiki/Orden_und_Ehrenzeichen Ordensverleihungen] automatisch verbunden war; diesen gab es in [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Bayern Bayern], [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Hannover Hannover], [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Preu%C3%9Fen Preußen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochstift_W%C3%BCrzburg Würzburg] und [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_W%C3%BCrttemberg Württemberg].
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| #Ein weiterer Fall des persönlichen Adels war der Amtsadel.<sup id="cite_ref-104" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-104 [98]]</sup> Der persönliche Adel wurde in Bayern der Ehefrau mit verliehen, nicht jedoch in Württemberg. Im Königreich Bayern gab es außerdem von 1812 bis 1818 als Stufe zwischen dem persönlichen und dem erblichen Adel den sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Transmissionsadel Transmissionsadel].
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| <div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Geldadel ===
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| </div><p>Der Geldadel ist umgangssprachlich die Gruppe der Personen, die aufgrund ihres Vermögens in Sphären des gesellschaftlichen Lebens aufgerückt sind, die materiell denen des früheren Hochadels entsprechen. Die Bezeichnung wurde bereits im 19. Jahrhundert für Großindustrielle verwendet, deren finanzielle Mittel ihnen ein Leben ähnlich dem eines barocken Fürsten ermöglichten. Manche dieser Personen wurden geadelt und zählen damit nicht nur zum „Geldadel“, sondern auch zum historischen Adel, z. B. die Familien [https://de.wikipedia.org/wiki/Boch_(Adelsgeschlecht) von Boch], [https://de.wikipedia.org/wiki/Krupp_(Familie) Krupp von Bohlen und Halbach], [https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_von_Metzler_(Bankier,_1839) von Metzler], [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Arnold_Mumm von Mumm], [https://de.wikipedia.org/wiki/Opel_(Familie) von Opel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rothschild_(Familie) von Rothschild], [https://de.wikipedia.org/wiki/Siemens_(Adelsgeschlecht) von Siemens], [https://de.wikipedia.org/wiki/Stumm_(Montanunternehmer) von Stumm], [https://de.wikipedia.org/wiki/Thyssen_(Unternehmerfamilie) Thyssen] usw. Diese Familien haben ihren Adel zumeist nicht gekauft, sondern ihn für ihre Verdienste um Industrie und Wirtschaft erhalten. Weniger Erfolgreiche haben allerdings oft Möglichkeiten gefunden, sich Adelstitel zu erwerben ''(siehe: [https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#K%C3%A4uflichkeit Käuflichkeit des Adels])''.</p><p>Interessanterweise suchten Familien des Geldadels, die ihren Reichtum oft technischen Innovationen verdankten, ihre Selbstdarstellung durch Rückgriff auf Attribute des historischen Adels zu untermauern, wie dem Erwerb von [https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Landsberg_(Ratingen) Schloss Landsberg] durch die Thyssens oder dem Bau der [https://de.wikipedia.org/wiki/Villa_H%C3%BCgel_(Essen) Villa Hügel], der an die Pracht fürstlicher Residenzen anknüpfen sollte, durch die Krupps.</p><p>Die spöttischen Bezeichnungen „[https://de.wikipedia.org/wiki/Schlotbaron Schlotbaron]“ oder „[https://de.wikipedia.org/wiki/Graf_Koks Graf Koks]“ beziehen sich nicht notwendig auf geadelte Familien, sondern werden umgangssprachlich für angeberische [https://de.wikipedia.org/wiki/Neureich Neureiche] verwendet oder ganz allgemein für Personen, die vornehmer tun als sie sind.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Reichsadel ===
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| </div><p>Der Begriff des Reichsadels umfasst mehrere Adelsgruppen unterschiedlicher Standesqualität. Allen gemeinsam war, dass sie direkt dem deutschen König bzw. Kaiser des Heiligen Römischen Reichs unterstellt waren.</p><p>Den weltlichen Reichsfürsten wurden vom König Fahnen verliehen, die ihr jeweiliges Reichslehen (auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Fahnlehen Fahnlehen] genannt) symbolisierten. Zeitweise hatte die Fahne eine derart hohe Bedeutung, dass schon ihr Verlust zur Aberkennung des Lehens führen konnte. Geistliche Reichsfürsten erhielten ein Zepter. Die Spitze der Reichsfürsten bildeten im Spätmittelalter die sieben [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurf%C3%BCrst Kurfürsten]. Mit der Kurwürde waren die [https://de.wikipedia.org/wiki/Erzamt Reichserzämter] verbunden. Die Erzbischöfe von [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurmainz Mainz], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurk%C3%B6ln Köln] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurtrier Trier] waren die Erzkanzler für Deutschland, Italien und Burgund. Der König von [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6hmen Böhmen] war [https://de.wikipedia.org/wiki/Mundschenk Mundschenk], der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurf%C3%BCrstentum_Sachsen Herzog von Sachsen] [https://de.wikipedia.org/wiki/Marschall Marschall], der [https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Brandenburg Markgraf von Brandenburg] [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%A4mmerer Kämmerer] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurpfalz Pfalzgraf bei Rhein]war [https://de.wikipedia.org/wiki/Truchsess_(Hofamt) Truchsess] des Reichs.</p><p>Da es Grafschaften gab, die entweder vom Reich, einem Erz- oder Hochstift, einem Herzogtum oder einer Pfalz-, Mark- oder Landgrafschaft zu Lehen gingen, waren die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsgraf Reichsgrafen] innerhalb der Grafen die vornehmste Gruppe und im Wesentlichen den Reichsfürsten gleichgestellt. Nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schedelsche_Weltchronik Schedelschen Weltchronik] von 1493 soll es vier Reichsgrafengeschlechter gegeben haben, obwohl wesentlich mehr Grafschaften reichsunmittelbar waren.</p><p>Während die Belehnung mit wichtigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsburg Reichsburgen] zu reichsunmittelbaren Burggrafengeschlechtern führte, wurden kleinere Edelfreie mit königlichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Burgward Burgwarden] und ähnlichen Lehen belehnt. Außerdem verfügte der König über eigene [https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale#Entstehung_der_Reichsministerialit%C3%A4t Reichsministeriale], deren Einfluss und Reichtum teilweise edelfreie Familien weit übertreffen konnte. Geistliche Mitglieder der Reichsministerialität wurden vom König gern als Bischöfe und Erzbischöfe eingesetzt, um die Macht einheimischer Adelssippen zu schwächen bzw. zu brechen. Einige Reichsministerialen stiegen zu Grafen und damit später zu den Reichsständen auf, etwa die Häuser [https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Reu%C3%9F Reuß] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Waldburg Waldburg], andere bildeten, gemeinsam mit den Reichsburggrafen, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsritterschaft Reichsritterschaft].<sup id="cite_ref-105" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-105 [99]]</sup> In diese gelangten auch Lehnsnehmer von ausgestorbenen Reichsfürstenhäusern, deren Territorien an das Reich [https://de.wikipedia.org/wiki/Heimfall heimgefallen] waren.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Adoptierter Adel ===
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| </div><p>Neben den geborenen Namensträgern gibt es auch noch adoptierte Namensträger adelig klingender Namen. Sie können bereits im Kindesalter adoptiert worden und von den Adoptiveltern aufgezogen worden sein, wie bei Adoptionen üblich. Doch zumeist handelt es um [https://de.wikipedia.org/wiki/Adoption#Vollj%C3%A4hrigenadoption Volljährigenadoptionen]. Eine Besonderheit ist hier, dass man im Normalfall lediglich mit dem Adoptivvater und/oder mit der Adoptivmutter verwandt ist, nicht jedoch mit dessen bzw. deren Verwandten. Auch bleibt die Verwandtschaft zu den leiblichen Eltern bestehen. Der Adoptierte erhält jedoch den neuen Familiennamen wie beispielsweise ''Prinz von Anhalt''.</p><p>Da das Adoptionsrecht in Deutschland relativ liberal ist, konnten Titelhändler wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Hermann_Weyer Hans-Hermann Weyer] solche Volljährigenadoptionen kommerziell vermitteln. Besonders betroffen davon ist die Familie [https://de.wikipedia.org/wiki/Askanier#Namenstr%C3%A4ger_durch_Erwachsenenadoption Anhalt], aus der heraus eine erste Adoption (des häufig in den Medien präsenten [https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%A9d%C3%A9ric_von_Anhalt Frédéric Prinz von Anhalt] durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Auguste_von_Anhalt Marie Auguste Prinzessin von Anhalt]) erfolgte. Anschließend gab der nicht zur Familie der Askanier gehörige Adoptierte deren Familiennamen durch eine Reihe von kommerziellen Volljährigenadoptionen an andere Personen weiter, die teilweise ihrerseits neue Adoptionsketten in Gang setzten, sodass es heute etwa 60 Träger des Namens ''Prinz/essin von Anhalt'' gibt.<sup id="cite_ref-106" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-106 [100]]</sup></p><p>Eine Eintragung von Namensträgern, die aufgrund von Kindes- oder Volljährigenadoptionen ihre Nachnamen erlangt haben, in das [https://de.wikipedia.org/wiki/Gothaisches_Genealogisches_Handbuch Gothaische Genealogische Handbuch] erfolgt jedoch nur dann, wenn die adoptierte Person aufgrund ihrer Geburt selbst die Eintragungsvoraussetzungen erfüllt.<sup id="cite_ref-107" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel?wprov=srpw1_1#cite_note-107 [101]]</sup> Da bei kommerziellen Volljährigenadoptionen die Zugehörigkeit zum „historischen Adel“ nach dem historischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsrecht Adelsrecht] oft nicht gegeben ist, gelten die betreffenden Personen nicht als adelig und damit nicht als eintragungsfähig.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
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| === Rangkronen ===
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| </div><div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Rangkrone Rangkrone]''</div><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmkrone Helmkrone] als [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmzier Helmzier] bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Heraldik#Wappenelemente Adelswappen] (frz. ''couronne de noblesse'', eng. ''crown, coronet'') symbolisiert seit den Wappen des 15. Jahrhunderts den Rang von Adels- und [https://de.wikipedia.org/wiki/Patrizier Patrizierfamilien].</p><div class="mw-heading mw-heading2">
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| == Literatur == | | == Literatur == |
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Andermann Kurt Andermann], [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Johanek Peter Johanek] (Hrsg.): ''Zwischen Nicht-Adel und Adel.'' In: Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte: ''Vorträge und Forschungen''; Band 53, Thorbecke, Stuttgart 2001, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3799566538 ISBN 3-7995-6653-8].
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| *Johanna Maria van Winter: ''Rittertum. Ideal und Wirklichkeit.'' München 1965.; 2. Auflage, DTV, München 1979, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3423043253 ISBN 3-423-04325-3].
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| *Werner Paravicini: ''Die ritterlich-höfische Kultur des Mittelalters.'' In: ''Enzyklopädie deutscher Geschichte'', Band 32, 1. Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 1994, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/348655008X ISBN 3-486-55008-X]. Nachauflage, München 1998, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3486564129 ISBN 3-486-56412-9].
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| *Horst Conrad: ''Der lange Abschied von der Macht. Adel in Westfalen 1800-1970.'' Ardey, Münster 2021, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783870234638 ISBN 978-3-87023-463-8].
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Eckart_Conze Eckart Conze]: ''Von deutschem Adel. Die Grafen von Bernstorff im zwanzigsten Jahrhundert.'' DVA, Stuttgart 2000, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3421053448 ISBN 3-421-05344-8].
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| *Eckart Conze, Monika Wienfort (Hrsg.): ''Adel und Moderne – Deutschland im europäischen Vergleich im 19. und 20. Jahrhundert.'' Köln 2004, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3412186031 ISBN 3-412-18603-1].
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| *Eckart Conze, Alexander Jendorff, [https://de.wikipedia.org/wiki/Heide_Wunder Heide Wunder]: ''Adel in Hessen. Herrschaft, Selbstverständnis und Lebensführung vom 15. bis ins 20. Jahrhundert.'' In: Veröffentlichungen der Historische, Kommission für Hessen, Band 70, Marburg 2010, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783942225007 ISBN 978-3-942225-00-7].
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| *Eckart Conze (Hrsg.): ''Kleines Lexikon des Adels. Titel, Throne, Traditionen.'' 2. Auflage, C. H. Beck, München 2012, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783406510700 ISBN 978-3-406-51070-0].
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| *Alander Freiherr von Dachenhausen: ''Genealogisches Taschenbuch des Uradels.'' Brünn 1891–1893 ([http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-467190 Digitalisat])
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Demel_(Historiker) Walter Demel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Sylvia_Schraut Sylvia Schraut]: ''Der deutsche Adel. Lebensformen und Geschichte'' (= ''C. H. Beck, Wissen.'' Band 2832), Beck, München 2014, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/340666704X ISBN 3-406-66704-X].
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Fehrenbach Elisabeth Fehrenbach], Elisabeth Müller-Luckner: ''Adel und Bürgertum in Deutschland 1770–1848.'' Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1994, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3486560271 ISBN 3-486-56027-1] ([http://books.google.at/books?id=SDv8sWEtREwC Digitalisat]).
| |
| *''[https://de.wikipedia.org/wiki/Genealogisches_Handbuch_des_Adels Genealogisches Handbuch des Adels] – [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelslexikon Adelslexikon].'' Limburg an der Lahn 1972–2008. <span class="plainlinks-print">[https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN] [https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220435-2408%22&key=cql 0435-2408]</span>
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| *''[https://de.wikipedia.org/wiki/Gothaisches_Genealogisches_Taschenbuch Gothaisches Genealogisches Taschenbuch].'' Aufteilung, in: ''Fürstliche, Gräfliche, Freiherrliche und Adelige Häuser (Uradel; Briefadel).''Verlag Justus Perthes, Gotha 1763–1942.
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| *Marcus D. Ernst: ''Der Bayerische Adel und das Moderne Bayern. Die Gesetzgebung und Debatte über die persönlichen Privilegien des in Bayern immatrikulierten Adels (1808–1818).'' Dissertation, Universität Passau 2002 [http://www.opus-bayern.de/uni-passau/volltexte/2007/84/ (Digitalisat)]
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| *William D. Godsey jr.: ''Noble Survival and Transformation at the Beginning of the Late Modern Era. The Counts Coudenhove from Rhenish Cathedral Canons to Austrian Priests, 1750–1850.'' In: ''German History''. 19/2001, S. 499–524.<span class="plainlinks-print">[https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN] [https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220266-3554%22&key=cql 0266-3554]</span>
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| *Philipp Heck: ''Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsenspiegel Sachsenspiegel] und die Stände der Freien.'' Halle 1905.
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| *Mark Hengerer, [https://de.wikipedia.org/wiki/Elmar_Kuhn Elmar Kuhn] (Hrsg.): ''Adel im Wandel. Oberschwaben von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart.'' Thorbecke Verlag, Ostfildern 2006, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3799502165 ISBN 3-7995-0216-5].
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| *Dieter Hertz-Eichenrode: ''Wilhelminischer Neuadel? Zur Praxis der Adelsverleihung in Preußen vor 1914.'' In: ''Historische Zeitschrift.''282/2006, S. 645–679. <span class="plainlinks-print">[https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN] [https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220018-2613%22&key=cql 0018-2613]</span>
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| *Iris Freifrau v. Hoyningen-Huene: ''Adel in der Weimarer Republik. Die rechtlich-soziale Situation des reichsdeutschen Adels 1918–1933.''C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1992, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3798006903 ISBN 3-7980-0690-3].
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| *Wolfgang Jahn, Margot Hamm, Evamaria Brockhoff (Hrsg.): ''Adel in Bayern, Ritter, Grafen, Industriebarone.'' Lizenzausgabe für die Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Augsburg 2008.
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Marcelli_Janecki Marcelli Janecki] (Red. zug.): [https://de.wikipedia.org/wiki/Jahrbuch_des_Deutschen_Adels Jahrbuch des Deutschen Adels]. W. T. Bruer’s Verlag, Berlin. 3 Bände (1896–1899). (Neudruck 1996–1997 im Schmidt Verlag).
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| *Larry E. Jones: ''Catholic Conservatives in the Weimar Republic. The Politics of the Rhenish-Westphalian Aristocracy, 1918–1933.'' In: ''German History.'' 18/2000, S. 61–85. <span class="plainlinks-print">[https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN] [https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220266-3554%22&key=cql 0266-3554]</span>
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Katrin_Keller Katrin Keller], [https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Matzerath Josef Matzerath] (Hrsg.): ''Geschichte des sächsischen Adels.'' Böhlau, Köln / Weimar / Wien 1997, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3412163961 ISBN 3-412-16396-1].
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Heinrich_Kneschke Ernst Heinrich Kneschke]: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_allgemeines_Deutsches_Adels-Lexicon Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon]''. Friedrich Voigt, Leipzig 1859 ff.
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Frank-Lothar_Kroll Frank-Lothar Kroll]: ''Fürsten ohne Thron. Schicksale deutscher Herrscherhäuser im 20. Jahrhundert''. BeBra Verlag, Berlin 2022, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783898092036 ISBN 978-3-89809-203-6].
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| *Detlev Freiherr von Linsingen: Die Kgl. westphälischen Baronate und die Entstehung und Entwicklung des Adels. Ein Beitrag zu aktuellen Themen des historischen deutschen Adels, Augsburg 2012.
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_Malinowski Stephan Malinowski]: ''Vom König zum Führer. Sozialer Niedergang und politische Radikalisierung im deutschen Adel zwischen Kaiserreich und NS-Staat.'' Akademie Verlag, Berlin 2003, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/305004070X ISBN 3-05-004070-X].
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| *Josef Matzerath: ''Adelsprobe an der Moderne. Sächsischer Adel 1763 bis 1866. Entkonkretisierung einer traditionalen Sozialformation.''Steiner, Stuttgart 2006, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3515085963 ISBN 3-515-08596-3].
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| *Johannes Rogalla von Bieberstein: ''Adelsherrschaft und Adelskultur in Deutschland.'' C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1998, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3798006865 ISBN 3-7980-0686-5].
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Hansmartin_Schwarzmaier Hansmartin Schwarzmaier]: ''Adel – I. Mittelalter''. In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Theologische_Realenzyklop%C3%A4die Theologische Realenzyklopädie]'' (TRE). Band 1, de Gruyter, Berlin / New York 1977, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/311006944X ISBN 3-11-006944-X], S. 437–446.
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_Skalweit Stephan Skalweit]: ''Adel – II. Reformationszeit''. In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Theologische_Realenzyklop%C3%A4die Theologische Realenzyklopädie]'' (TRE). Band 1, de Gruyter, Berlin / New York 1977, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/311006944X ISBN 3-11-006944-X], S. 446–452.
| |
| *Martin Schmidt: ''Adel – III. Adel und Kirche 17. bis 20. Jahrhundert''. In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Theologische_Realenzyklop%C3%A4die Theologische Realenzyklopädie]'' (TRE). Band 1, de Gruyter, Berlin / New York 1977, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/311006944X ISBN 3-11-006944-X], S. 452–454.
| |
| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Karina_Urbach Karina Urbach]: ''Go-Betweens for Hitler''. Oxford University Press, Oxford 2015, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9780198703679 ISBN 978-0-19-870367-9].
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| **deutsch: ''Hitlers heimliche Helfer. Der Adel im Dienste des Hakenkreuzes''. Theiss, Darmstadt 2016, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783806233834 ISBN 978-3-8062-3383-4].
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_W%C3%BCst Wolfgang Wüst]: ''Adeliges Selbstverständnis im Umbruch? Zur Bedeutung patrimonialer Gerichtsbarkeit 1806–1848.'' In: Walter Demel, [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Kramer_(Historiker) Ferdinand Kramer] (Hrsg.): ''Adel und Adelskultur in Bayern.'' In: ZBLG, Beiheft 32, München 2008, S. 349–376. [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783406106736 ISBN 978-3-406-10673-6].
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| == Weitere Literatur ==
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Friedrich_Rauer Karl Friedrich Rauer]: ''Alphabetischer Nachweis (Adressbuch) des in den Preussischen Staaten mit Rittergütern angesessenen Adels''. Selbstverlag, Berlin 1857. ([http://books.google.de/books?id=4rFAAAAAcAAJ&printsec=frontcover Digitalisat])
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| *Karl Friedrich Rauer: ''Hand-Matrikel der in sämmtlichen Kreisen des Preussischen Staats auf Kreis- und Landtagen vertretenen Rittergüter''. Selbstverlag, Berlin 1857. ([http://books.google.de/books?id=ZpZpAAAAcAAJ&pg=PR1 Digitalisat])
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| *Handbücher des Grundbesitzes: ([https://www.digi-hub.de/viewer/image/BV042501629/5/LOG_0003/ Posen 1884]), ([https://martin-opitz-bibliothek.de/de/elektronischer-lesesaal?action=book&bookId=0469865-2-1892#lg=1&slide=4 Schlesien 1892]), ([https://martin-opitz-bibliothek.de/de/elektronischer-lesesaal?action=book&bookId=0469866-3-1899#lg=1&slide=6 Sachsen 1899]), ([https://martin-opitz-bibliothek.de/de/elektronischer-lesesaal?action=book&bookId=0469895-4-1903#lg=1&slide=4 Ostpreußen 1903]), ([https://martin-opitz-bibliothek.de/de/elektronischer-lesesaal?action=book&bookId=0427420-4-1910#lg=1&slide=8 Pommern 1910]), ([https://books.google.de/books?id=NqYrAQAAIAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false Mecklenburg 1924]);
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| *General-Adressbücher und Güter-Adressbücher (ältere Ausgaben): 1871 Ostpreußen, Norddeutschland 1872, Brandenburg 1879, ([https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN560056257 Mecklenburg 1896])
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| *Güter-Adressbücher (Niekammer): ([https://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/image/PPN777098679/4/LOG_0002/ Westpreussen 1903]), ([https://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/7073030 Westfalen 1909]), ([https://www.dilibri.de/rlb/content/pageview/1070263 Rheinprovinz 1914]), ([https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/95957/13 Provinz Sachsen 1922]), Hannover 1922, Bayern 1923, Anhalt 1924, Württemberg 1926, Schleswig-Holstein 1927, Mecklenburg 1928, ([https://martin-opitz-bibliothek.de/de/elektronischer-lesesaal?action=book&bookId=0010141-4-1929#lg=1&slide=6 Brandenburg 1929]), ([https://dlibra.bibliotekaelblaska.pl/dlibra/publication/1404/edition/1350/content Ostpreußen 1932]); ([http://www.bibliotekacyfrowa.eu/dlibra/show-content/publication/940/edition/1109/ Pommern 1939])
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| *Theodor Häbich: ''Deutsche Latifundien. Bericht und Mahnung''. 3. Auflage. W. Kohlhammer, Stuttgart 1947.
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| == Weblinks == | | == Weblinks == |
| </div><div class="sisterproject"><div class="noresize noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span class="mw-default-size"><span title="Commons">[[file:12px-Commons-logo.svg.png|12x16px]]</span></span></div>'''<span class="plainlinks">[https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Nobility_of_Germany?uselang=de <span lang="en">Commons</span>: Deutscher Adel]</span>''' – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div> | | </div><div class="mw-heading mw-heading2"> |
| *[http://books.google.de/books?id=M6U_AAAAYAAJ&printsec=frontcover&dq=Adelslexicon&as_brr=1&cd=3#v=onepage&q&f=false Gauhe: Des Heil. Röm. Reichs Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon]
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| *[http://books.google.de/books?id=NKFAAAAAcAAJ&printsec=frontcover&dq=Adelslexicon&as_brr=1&cd=4#v=onepage&q&f=false Gauhe: Des Heil. Röm. Reichs Genealogisch-Historischen Adels-Lexici zweiter und letzter Theil]
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| *[http://books.google.de/books?id=0c4EAAAAIAAJ&printsec=frontcover&dq=wappen&as_brr=1&source=gbs_book_similarbooks#v=onepage&q=wappen&f=false Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon]
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| *[https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_von_Ledebur_(Historiker) Ledebur]: [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelslexicon_der_Preu%C3%9Fischen_Monarchie Adelslexicon der Preußischen Monarchie]
| |
| *[http://books.google.de/books?id=-U95WFbX7g0C&printsec=frontcover&dq=wappen&as_brr=1&source=gbs_book_similarbooks#v=onepage&q=wappen&f=false Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon]
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| *[https://www.adelsquellen.de/adelsforschung/lex87.htm Institut Deutsche Adelsforschung]
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| *Ralf Möbius: [https://web.archive.org/web/20130502011617/http://fachanwalt-fuer-it-recht.blogspot.de/2010/06/wiederbelebung-des-deutschen-adels-in.html ''Wiederbelebung des „deutschen Adels“ in Wikipedia – Online-Enzyklopädie als Speerspitze gegen die Verfassung?'']([https://de.wikipedia.org/wiki/Web-Archivierung#Begrifflichkeiten <span class="webarchiv-memento">Memento</span>] vom 2. Mai 2013 im ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Archive Internet Archive]''), [https://de.wikipedia.org/wiki/Blog Blog]-Artikel vom 2. Juni 2010 zu rechtlichen Fragen und Anwendungen von Adels-Titeln, mit weiterführenden Dokumenten
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| == Anmerkungen == | | == Anmerkungen == |
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| #<span class="reference-text">Die Zuweisung „deutsch“ ist zunächst nur nachträglich geographisch, mit der Zeit auch kulturell und sprachlich, sowie schließlich politisch und staatsrechtlich zu sehen.</span>
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| #<span class="reference-text">In Österreich dagegen wurde der [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichischer_Adel österreichische Adel] durch das [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsaufhebungsgesetz Adelsaufhebungsgesetz] komplett aufgehoben und die Verwendung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelspr%C3%A4dikat Adelsprädikaten] und Titeln in den Namen verboten.</span>
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| #<span class="reference-text">Als ''Adel'' oder ''adelig'' werden in vielen nichtständischen Gesellschaften Europas die Angehörigen der Familien bezeichnet, die zu Ständezeiten qua Gesetz den Adel bildeten.<br>'''Beispiele''':</span>
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| #*'''I.''' Die „Definition des Adels“ verschiebt sich „von rechtlichen zu soziokulturellen Merkmalen“. ([https://de.wikipedia.org/wiki/Monika_Wienfort Monika Wienfort]: ''Der Adel in der Moderne.'' Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, S. 9.)
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| #*'''II.''' „In der Gegenwart besitzen Adelige [in Deutschland] keine rechtlichen oder politischen Privilegien mehr. Trotzdem gehören überproportional viele Adelige zu den politischen oder wirtschaftlichen, zu den regionalen oder lokalen Eliten.“ (Ebenda, S. 10.)
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| #*'''III.''' „Nach vorsichtigen Schätzungen beträgt der Anteil des Adels an der deutschen Bevölkerung heute nicht mehr als 0,1 %.“ (Ebenda, S. 159.)
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| #*'''IV.''' „Das Ende der Geschichte des deutschen Adels war dies aber nicht. Vielmehr gilt, wie Wienfort im Anschluss an Weber ausblickend urteilt, dass »der Adel auch im 21. Jahrhundert weiter besteht, solange er Glauben für seine Adelsqualität findet – in den eigenen Reihen und in der massenmedialen Öffentlichkeit«. Insofern bleibt der Adel auch ein Thema für die Zeitgeschichte. Zumindest in zweierlei Hinsicht eröffnet eine Geschichte des Adels in der Bundesrepublik Erkenntnischancen: zum einen als wesentlicher Bestandteil einer bundesrepublikanischen Elitengeschichte, zum anderen als geradezu Webersche Versuchsanordnung.“ ([http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2007-2-127 M. Wienfort: ''Adel in der Moderne.'' Göttingen 2006.] Rezensiert von Martin Kohlrausch, DHI Warschau. In: ''H-Soz-u-Kult'', 31. Mai 2007. Seite abgerufen am 26. Mai 2011.)
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| #*'''V.''' „Auch die Geschäftspolitik der jungen Bundesrepublik erleichterte die Eingliederung des Adels in die sozialpolitische Ordnung. Denn auf der Linie einer honorigen Traditionsbildung wurde zu einer Zeit, als die Verschwörer des 20. Juli 1944 vielfach noch als «Landesverräter» stigmatisiert wurden, der auffällig große Anteil von Adligen an dieser Opposition anerkannt, damit aber auch der Adel insgesamt als widerstandsfähige Formation gewürdigt. Auch diese Einstellung versöhnte den Adel mit den neuen sozialpolitischen Bedingungen.“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Ulrich_Wehler Hans-Ulrich Wehler]: ''Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Fünfter Band – Bundesrepublik und DDR 1949–1990.'' C. H. Beck, München 2008, S. 166 f.)
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| #*'''VI.''' „Politisch optierte der Adel im allgemeinen für die CDU/CSU, allenfalls die Freidemokraten gewannen einige adlige Außenseiter.“ (Ebenda, S. 168.)
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| #*'''VII.''' „Bekanntlich war ein Drittel der in diesem Zusammenhang hingerichteten Gegner des Nationalsozialismus adelig. […] Die mentale Ankunft des Adels in der Bundesrepublik verdankt sich damit auch einer standesbezogenen Geschichtspolitik, die einen als adelig definierten Tugendkanon mit der Bereitschaft zum aktiven Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Verbindung brachte.“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Eckart_Conze Eckart Conze]/Monika Wienfort: ''Einleitung – Themen und Perspektiven historischer Adelsforschung zum 19. und 20. Jahrhundert.'' In: Eckart Conze/Monika Wienfort: ''Adel und Moderne – Deutschland im europäischen Vergleich im 19. und 20. Jahrhundert.'' Böhlau, Köln 2004, S. 4.)
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| #*'''VIII.''' „Und gewährt nicht ein Blick auf den Adel nach 1945 auch Einsichten in die Sozialstruktur der Bundesrepublik? […] Und wenn man sich für diese Prozesse und Mechanismen interessiert, wird man auch das Jahr 1945 nicht als Endpunkt von Adelsgeschichte betrachten dürfen.“ (Ebenda, S. 12)
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| #*'''IX.''' „Überlegungen wie die Schulenburgs oder Einsiedels, bei näherem Betrachten jedoch auch diejenigen Moltkes, verweisen auf die Fortwirkung eines spezifisch adeligen Selbstverständnisses, aber auch auf die Verknüpfung, wenn nicht die Identität von Standesethos und Eliteideal, von Dienstideologie und Herrschaftsanspruch. In dieser Perspektive gewinnt auch das Widerstandsdenken und -handeln des Attentäters selbst, von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, eine adelshistorisch relevante Dimension.“ (Eckart Conze: ''Adel und Adeligkeit im Widerstand des 20. Juli 1944.'' In: Heinz Reif (Hrsg.): ''Adel und Bürgertum in Deutschland II.'' Akademieverlag, Berlin 2001, S. 282 f.)
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| #*'''X.''' Michael Seelig, M.A., Projektbeschreibung: [http://www.uni-marburg.de/fb06/ng/mitarbeiter/eckart_conze/Dissertationen/Seelig/projektseelig ''Der ostelbische Adel in der Bundesrepublik Deutschland 1945/49-1974.''][https://de.wikipedia.org/wiki/Dissertation Dissertation]sprojekt an der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philipps-Universit%C3%A4t_Marburg Philipps-Universität Marburg]. Seite abgerufen am 26. Mai 2011.
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| #*'''XI.''' Eckart Conze: ''Der Edelmann als Bürger? Standesbewußtsein und Wertewandel im Adel der frühen Bundesrepublik.'' In: Manfred Hettling, Bernd Ulrich (Hrsg.): ''Bürgertum nach 1945.'' Hamburg 2005, S. 347–371.
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| #*[https://de.wikipedia.org/wiki/Monika_Wienfort Monika Wienfort] spricht von einem „spezifisch adeligen Wertekanon[s] im Kontext von Begriffen wie Ehre, Pflicht und Opfer, der als Gegenmodell zu »bürgerlichen« Vorstellungen von individueller Leistungsbereitschaft entwickelt wurde.“ (Monika Wienfort: ''Der Adel in der Moderne.'' Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, S. 11.)
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| #*[https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Ulrich_Wehler Hans-Ulrich Wehler] spricht in Anlehnung an [https://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Dahrendorf Lord Ralf Dahrendorf] vom Adel als einer „Prestige-Oberschicht“ und einer „geschlossenen Gesellschaft“, „die sich mit eigenen Ritualen, ihrem spezifischen Ehrenkodex, ständischen Prinzipien der Lebensführung, ihrem Abstammungsprestige und dem exklusiven gesellschaftlichen Verkehr von ihrer bürgerlichen Umwelt abhob.“ (Hans-Ulrich Wehler: ''Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Fünfter Band – Bundesrepublik und DDR 1949–1990.'' C. H. Beck, München 2008, S. 167.)
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| #<span class="reference-text">Beispiele: Friedrich-Johann Graf von Alvensleben-Erxleben, Hermann Graf von Arnim-Muskau, [https://de.wikipedia.org/wiki/Sigismund_von_Bibra Sigismund Freiherr von Bibra], [https://de.wikipedia.org/wiki/Vicco_von_B%C3%BClow-Schwante Vicco von Bülow-Schwante], Goerg von Conta, Friedrich den Delius, [https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_zu_Dohna-Schlobitten_(1899%E2%80%931997) Alexander Fürst zu Dohna-Schlobitten], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hasso_von_Etzdorf Hasso von Etzdorf], [https://de.wikipedia.org/wiki/C%C3%A9cil_von_Renthe-Fink_(Diplomat) Cécil von Renthe-Fink], [https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_von_und_zu_Gilsa Adolf von und zu Gilsa], Bernhard von Grünberg, Alfred von Hake, Daniel von Hoenning O’Carroll, Leo von Jena, Fritz-Adolf von Kriesgheim, Frederick von La Trobe, [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Christian_zur_Lippe-Wei%C3%9Fenfeld Karl Christian Prinz zur Lippe-Weißenfeld], [https://de.wikipedia.org/wiki/Curt_Loeffelholz_von_Colberg Curt Freiherr Loeffelholz von Colberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Georg_von_Mackensen Hans-Georg von Mackensen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ewald_von_Massow Ewald von Massow], [https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_von_Oppen Joachim von Oppen], Wilhelm von Oswald, Albrecht von Ploetz, [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Pochhammer_(Diplomat) Wilhelm von Pochhammer], Joachim Siegfried Edler Herr und Freiherr von Plotho-Wiese, [https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_von_Poser_und_Gro%C3%9F-Naedlitz Victor von Poser und Groß-Naedlitz], [https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_von_Richthofen Herbert Freiherr von Richthofen], Wichard Freiherr von Rochow, Carl Freiherr von Seckendorff-Adebar, [https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_von_Sybel Walter von Sybel], Hermann Freiherr von Tessin, Curt von Quednow, Max Freiherr Varnbüler von und zu Hemmingen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Wedel_(Polizeipr%C3%A4sident) Wilhelm Graf von Wedel], Reinhard von Westrem und Gutacker [https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_von_Wiese_und_Kaiserswaldau Walter von Wiese und Kaiserswaldau], Rudolf von Wülfing-Leuthen, Andreas von Zeschau-Lampertswalde etc.</span>
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| #<span class="reference-text">Beispiele für Uradelsgeschlechter gemeinsamen Stammes und Wappens, jedoch verschiedenen Namens sind etwa: [https://de.wikipedia.org/wiki/Eichstedt_(Adelsgeschlecht) Eichstedt]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Rundstedt_(Adelsgeschlecht) Rundstedt]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Lindstedt_(Adelsgeschlecht) Lindstedt]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Itzenplitz_(Adelsgeschlecht) Itzenplitz]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Brunn_(Adelsgeschlecht) Brunn]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Kameke_(Adelsgeschlecht) Kameke]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Bonin_(Adelsgeschlecht) Bonin]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Bennigsen_(Adelsgeschlecht) Bennigsen]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Jeinsen_(Adelsgeschlecht) Jeinsen]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Kleist_(Adelsgeschlecht) Kleist]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Woedtke_(Adelsgeschlecht) Woedtke]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Schaffgotsch_(Adelsgeschlecht) Schaffgotsch]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Dallwitz_(Adelsgeschlecht) Dallwitz]; [https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6ler_von_Ravensburg Göler von Ravensburg]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Helmstatt Helmstatt]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_von_Mentzingen Mentzingen]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Freiherren_von_Gemmingen Gemmingen]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Massenbach_(Adelsgeschlecht) Massenbach]; [https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%B6lnitz Pölnitz]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Metzsch Metzsch].</span>
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| == Einzelnachweise == | | == Einzelnachweise == |
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deutscher Adel
Der deutsche Adel war bis 1919 eine gesellschaftlich privilegierte Bevölkerungsgruppe. Insbesondere übten Angehörige des Adels in den meisten deutschen Territorien die Herrschaft aus oder waren maßgeblich an ihr beteiligt. Der deutsche Adel[A 1] war aufgrund der territorialen Zersplitterung sehr heterogen. Eine Darstellung bzw. Beschreibung einer einheitlichen „nationalen Adelsgeschichte“ ist daher nicht möglich.[1]
Ab dem 11./12. Jahrhundert war der Adel im rechtlich-sozialen Sinne ständisch organisiert[2] und Teil der Ständeordnung. Nicht-Adlige konnten im Mittelalter als Ritter, ab dem 14. Jahrhundert durch Nobilitierung in den Adel aufsteigen. Bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs 1806 war der deutsche Adel eng mit diesem verbunden, da Erhebungen in den Adelsstand für das Reichsgebiet den römisch-deutschen Kaiser und Königen vorbehalten waren. Nach 1806 waren alle deutschen Bundesfürsten zur Nobilitierung berechtigt; das änderte sich auch nicht durch die Gründung des bundesstaatlich organisierten Deutschen Kaiserreichs im Jahre 1871.
Nach der Novemberrevolution von 1918/19 wurden mit der Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919 die „öffentlich-rechtliche(n) Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes“ aufgehoben.[3] [A 2]Der deutsche Adel, das heißt die Nachfahren des historischen Adels, stellt oftmals dennoch bis heute eine relativ geschlossene Gesellschaftsschicht mit eigenen Lebensformen, Umgangsweisen und differenziertem Standesethos dar.[A 3][4][A 4][A 4]
Geschichte
Entstehung
Die Archäologie kennt früheste Herrschaftszeugnisse vor allem aus Grabfunden und Resten ehemaliger Villen und Burgen, die als solche „adeligen Lebens“ gedeutet werden[5], ohne dass sichere Aussagen über die soziale Struktur von Gemeinschaften gemacht werden können, zu denen keine schriftlichen Zeugnisse vorliegen.[6] Caesars Schrift De bello Gallico (52/51 v. Chr.) und die Germania des Tacitus frühestens aus dem Jahre 98 n. Chr.[7] werden oft als erster Beleg für die Existenz eines germanischen Adels aufgefasst. Diese Deutung ist nach neueren Forschungen jedoch nicht haltbar: Sie steht im Kontext eines inzwischen überholten Germanenbegriffs im Rahmen einer „durch das Bedürfnis nach einer nationalkulturellen Identitätsbestimmung motivierten Geschichtsforschung“[8] in Deutschland im 19./20. Jahrhundert.
Caesar bezeichnete germanische Führer in seiner in den Jahren 52/51 v. Chr. verfassten Schrift De bello Gallico als reges, ebenso Tacitus in der frühestens 98 n. Chr. in Rom erschienenen Germania. Ob dies tatsächlich bedeutet, dass es bei den Germanen Könige gab, wird in der neueren Forschung bezweifelt.[9] Es wird auch von duces im Sinne von Heerführern, principes und deren comites berichtet. Letztere Bezeichnung wurde erst ab dem Frühmittelalter für die Grafen benutzt, während bei Tacitus damit einfach eine Gefolgschaft gemeint ist. Innerhalb des Gefolges gab es Rangstufen, deren Bezeichnungen Tacitus nicht mitteilt, zumal sie im Belieben des jeweiligen Anführers standen (die Bezeichnung germanischer Führer als „König“, weil einige von den lateinischen Autoren den Titel rex zugesprochen bekamen, ist ein Missverständnis). Eine besonders vornehme Herkunft sicherte laut Tacitus selbst sehr jungen Männern einen hohen Rang innerhalb des Gefolges (cap. 13). Ebenso wurden Stammes- oder Heerführer wegen ihrer Herkunft aus angesehenen Familien, vor allem aber wegen ihrer Tüchtigkeit gewählt (cap. 7). Inwieweit diese Strukturen, wie sie Caesar und Tacitus beschrieben, schon längere Zeit bestanden, inwieweit sie die Verhältnisse bei den Germanen adäquat wiedergaben bzw. inwieweit es sich um eine Uminterpretation aus römischer Sicht handelt, ist umstritten. Eine Kontinuität von den germanischen Herrschaftstrukturen zum späteren feudalen Lehnswesen und zur Ständegesellschaft mit Vorherrschaft des Adels gibt es nach heutigem Forschungsstand jedenfalls nicht. Ebenso wenig ist aus den überlieferten Nachrichten zu den Merowingern abzuleiten, dass es dort einen Geburtsadel gab.[10]
Erste Hinweise auf das Entstehen einer erblichen Aristokratie stammen aus der Zeit der Karolinger und beziehen sich zunächst auf die Sachsen. Der fränkische Abt Nithard, ein Enkel Karls des Großen, schreibt 842 im IV. Buch (cap. 2) seiner Geschichte, dass die Sachsen in drei Stände geteilt seien, wobei sie den ersten Stand in ihrer Sprache edhilingui nennen würden, was Nithard mit dem lateinischen nobiles gleichsetzt. Diese Edelinge hätten Anspruch auf ein dreifaches Wergeld, müssten aber auch Verstöße mit dreifacher Buße sühnen. 967/68 berichtet der Mönch Widukind von Corvey in seinen Res gestae Saxonicae von der Stammessage der Sachsen. Er berichtet von Heerführern (duces), die jeweils 1000 Mann befehligten, wobei 100 davon als Gefolge und Leibgarde dienten, und Fürsten (principes), die jeweils den drei sächsischen Teilstämmen Westfalen, Engern und Ostfalen vorstanden. Ihr Vorrang beschränkte sich nach Widukinds Angaben aber im Wesentlichen auf kriegerische Auseinandersetzungen, wobei das Kommando unter ihnen ausgelost wurde, wenn der ganze Sachsenstamm sich gegen einen Feind vereinigte.
In Bayern gab es früher als in Sachsen ein Stammesherzogtum. Nach der Lex Baiuvariorum, angeblich im späten 6. oder 7. Jahrhundert durch merowingische Könige erlassen, hatten die Agilolfinger einen Erbanspruch auf die Herzogswürde. 788 wurde Tassilo III. als letzter Herzog dieser Sippe gestürzt. Zu dieser Zeit unterschied man ähnlich wie in Sachsen zwischen nobiles et liberi et servi. Die Angehörigen der Adelssippen Huosi, Trozza, Fagana, Hahilinga und Anniona wurden in der Lex Baiuvariorum ebenfalls besonders privilegiert; ihre Spur verliert sich aber im Frühmittelalter. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass es im 9. Jahrhundert im Karolingerreich Familien gab, die eine hervorgehobene Stellung beanspruchten; ein abgeschlossener Erbadel existierte hingegen offenbar noch nicht, sondern die soziale Mobilität war weiterhin hoch.
Frühmittelalter
Laut Sachsenspiegel waren die Edelfreien (auch Edelinge oder Hochfreie genannt) Grundbesitzer, die sich von anderen Freien (Bauern oder Großbauern) dadurch unterschieden, dass sie das dreifache Wergeld zu zahlen hatten. Es handelte sich also um besonders große Grundbesitzer. Sie wurden zu einem landrechtlichen Stand, der seinen Adel nicht aufgrund eines Dienst- oder Lehnsverhältnisses hatte, sondern mit seinem Allodbesitz nur dem König bzw. Kaiser unterstand.
Karl der Große zog alle waffenfähigen freien Grundbesitzer jeden Sommer während einiger Monate zur Heerfahrt heran, d. h. zu Feldzügen im Rahmen der Reichskriege in verschiedenen Teilen Europas. Um dieses gewaltige Aufgebot zu organisieren, wurde der Heerbann nach dem Rang der Pflichtigen in sieben Klassen oder sogenannte Heerschilde geteilt. Die einzelnen Heerschilde hatten unterschiedliche lehnsrechtliche Pflichten und Rechte. Die Feldzüge, welche mit Hilfe des Heerbannes ausgekämpft wurden, hießen Heerfahrten, die Teilnahme der Vasallen Heeresfolge.
Als Karl der Große die fränkische Grafschaftsverfassung auf den größten Teil des heutigen Deutschlands ausweitete und damit bestimmten Personen Aufgaben übertrug, indem er sie zum Verwalter einer Grafschaft oder Mark ernannte, entstanden Berufsbezeichnungen, die bald erblich wurden und aus denen sich die späteren Adelsränge bildeten: Die Heerführer wurden in den Quellen dux (Herzog) oder legatus genannt, Markgrafen legatus, praeses oder später marchio, Grafen comes. Die Grafen wurden mit dem Königsbann belehnt und leiteten das Königsgericht in dessen Namen, während den Markgrafen darüber hinausgehende Befugnisse zustanden, da sie die Reichsgrenze zu verteidigen hatten. Erst spät und langsam, etwa ab dem Ersten Kreuzzug, bildete sich unter dem Einfluss des Christentums das adlige Ideal des Ritters (miles) aus. Während die Edelfreien ihren Stand vererbten, bedurfte der Aufstieg zum Ritter bestimmter Voraussetzungen sowie des Ritterschlags, eröffnete aber auch weniger begüterten Freien und sogar Unfreien Aufstiegsmöglichkeiten.
Adlige Familien leisteten durch ihre Teilnahme an der Regierung, durch die Gründung von Städten, die Stiftung oder Förderung von Klöstern und Domschulen dauerhafte Beiträge zur Kultur des Mittelalters, vor allem die dynastischen Geschlechter, welche aus dem Edelfreien- oder Reichsministerialenstand zu Grafen und Fürsten aufstiegen und den späteren Hochadel bildeten. Dieser Aufstieg regional bedeutender Geschlechter begann schon zur Zeit der Karolinger und verstärkte sich nach der Jahrtausendwende. Die einzigen späteren (und bis heute blühenden) deutschen Dynastien, die urkundlich einwandfrei (und nicht nur legendenhaft oder vermutungsweise) in der Zeit vor der ersten Jahrtausendwende nachgewiesen sind, sind die Welfen (das Haus Hannover), die Reginare (das Haus Hessen) und die Wettiner (das Haus Sachsen). Die anderen später bedeutenden Häuser, Wittelsbacher, Habsburger, Hohenzollern, Zähringer, Obodriten u. a. erscheinen sämtlich erst nach dem Jahr 1000 in der für das frühmittelalterliche Deutschland nur sehr dünnen schriftlichen Überlieferung.
Lehnswesen
Der Stand der Edelfreien bekam durch das Lehnswesen eine rechtliche und soziale Gliederung. Die Anfänge des Lehnswesen könnten in der germanischen Gefolgschaft zu suchen sein, was indes umstritten ist. Nach Marc Blochs grundlegendem Werk Die Feudalgesellschaft (1939) gab es zwar schon im merowingischen und karolingischen Frühmittelalter einen grundbesitzenden Adel, etwa die Großen des Fränkischen Reichs (z. B. die Robertiner als Ahnen der Kapetinger), die Inhaber karolingischer Grafenämter (etwa die Welfen), viele davon vermutlich Aufsteiger in höfischem oder kirchlichem Dienst, im Ursprung wohl oft auch fränkische, sächsische, bairische oder alemannische großbäuerliche Häuptlingssippen; sehr zweifelhaft ist, ob die Kontinuität tatsächlich bis zu den Anführern germanischer Gefolgschaftsbanden der Völkerwanderungszeit zurückgeht, was gelegentlich behauptet wurde. Politisch wuchs das Gewicht dieses Adels (ebenso wie das der Kirche und des Königtums) zunächst auch zu Lasten der Freien. Im Heeresaufgebot der Karolinger, das teilweise Funktionen der Volksversammlung übernahm, in der Verwaltung und Gerichtsbarkeit der Franken dominierte zusehends der aus germanischem Geblütsadel und romanischem Landadel zusammenwachsende Adelsstand.[11]
Dieser ältere Adel sei – nach Bloch – jedoch in der Zeit des Zusammenbruchs der staatlichen Ordnung in Europa während der räuberischen Anstürme durch Wikinger, Sarazenen und Magyaren ab etwa 800 bis kurz nach 1000 n. Chr. durch einen spontan entstandenen, wehrhaften Schwertadel (teils unfrei-bäuerlicher, teils freier oder edelfreier Herkunft) abgelöst worden, der es auf sich nahm, die bäuerliche Bevölkerung zu verteidigen und dafür von ihr ernährt und mit (damals kostspieligen) Pferden und Waffen sowie Kriegsknechten ausgerüstet wurde. Als die äußeren Gefahren abgewehrt waren, brachen in der Kriegerkaste Rivalitäten aus. Deshalb entwickelte sich innerhalb dieses frühen Adels ein Vasallensystem, in dem entweder der Mächtigere seinen Gefolgsleuten die Mittel und Verantwortung für ihren eigenen Unterhalt (Land und Leute) übertrug oder – häufiger – die Schwächeren ihren Beschützern umgekehrt ihre Ländereien übergaben und diese als Lehen zurückerhielten, um sodann den mit Geld- oder Naturalabgaben und Ackerfronen belasteten Grund und Boden den Hintersassen zum Ackerbau zu überlassen.
Das Lehnsgut wurde dem Vasallen ursprünglich nur zur Nutzung überlassen, später wurde er auch Untereigentümer; der Lehnsherr behielt aber stets noch Rechte an dem Lehnsgut, insbesondere das Öffnungsrecht sowie den Lehnsheimfall beim Aussterben des Mannesstammesder Lehnsnehmerfamilie. Ferner hatte er Anspruch auf die Lehnspflichten des Vasallen, vor allem den Kriegsdienst mit einer bestimmten Anzahl von Männern und Pferden. Lehnsnehmer und Lehnsherr leisteten sich wechselseitig den Lehnseid. Schließlich entwickelte sich die Vererbbarkeit des Lehnsgutes, doch formeller Obereigentümer blieb weiter der Lehnsherr. Die Erblichkeit der Lehen und die Zulässigkeit des Weitervergebens als Afterlehen wurden 1037 von Kaiser Konrad II. mit der Constitutio de feudis festgelegt.
So kam es, dass im 12. Jahrhundert bereits alle Herzogtümer und Grafschaften als Lehen vom Reich vergeben waren, dazu die Erz- und Hochstifte. Innerhalb dieser einzelnen weltlichen und geistlichen Territorien bestand aber wiederum ein vielgliedriges Lehnswesen. Erst im 13. Jahrhundert ging die Bedeutung des Lehnswesens zurück, da anstelle von Vasallen nun Dienstmannen („Ministeriale“) eingestellt wurden, die entweder bereits Söhne von Rittern waren oder sich durch kriegerische oder administrative Fähigkeiten auszeichneten und aufgrund ihrer Stellung, z. B. als Burgmannen, bald die Schwertleite oder den Ritterschlag erhielten. Auch diese untere, eigentlich unfreie Gruppe begann sich seit der Mitte des 12. Jahrhunderts auf Grund ständischen Bewusstseins selbst abzuschließen. Diese Abschließung wurde in Deutschland 1186 in der Constitutio contra incendiarios durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa als Reichsgesetz verkündet. Darin war auch vorgeschrieben, dass das bei Rechtsstreitigkeiten (Fehden) vorgesehene Beweisrecht des Zweikampfes (also des Siegs mit göttlicher Hilfe) nur dem „durch Geburt echten Ritter“ zugesprochen wurde, der ebenbürtig war, weil seine Eltern bereits von ritterlicher Abkunft waren. In anderen Ländern wird dieser Abschluss der Rittergesellschaft erst für das 13. Jahrhundert bezeugt. Freilich konnten einzelne Tüchtige, die eine ritterliche Lebensweise führten und aufgrund Kriegsdienstes mit dem Anlegen von Schwertgurt und Sporen zu Rittern erhoben wurden, nach wie vor auch in den erblichen Ritterstand aufsteigen,[12] denn wenn sie sodann Frauen aus ritterlichen Geschlechtern heirateten, wurde ihren Nachkommen ab der dritten Generation der Ritterstand erblich („Ritterbürtigkeit“). Schwertleite oder Ritterschlag waren dann zwar für den Einzelnen immer noch erforderlich, um Ritter zu werden, doch die Söhne gehörten dann bereits zu den ritterbürtigen Edelknappen und die Töchter waren für Ritter ebenbürtige Partien. Die meisten Geschlechter des deutschen Uradels (siehe unten) haben in dieser Phase und auf diese Weise ihren Aufstieg genommen, nur wenige zählen zum älteren Stand der Edelfreien.
Viele Edelfreie nahmen zur Verbreiterung ihrer wirtschaftlichen Basis neben ihrem Allodialbesitz Lehen von mächtigeren Edelfreien an und begaben sich damit faktisch auf die Ebene von deren Ministerialen (Dienstmannen), auch wenn sie in Namenslisten auf Urkunden stets vor diesen erscheinen, also einen gewissen Vorrang behielten. Aus den mächtigeren Edelfreien entwickelten sich die Herren, Grafen und Fürsten, die reichsunmittelbar blieben, also nur dem römisch-deutschen König unterstanden. Ihre sogenannten Fahnenlehen (die Herrschaft über bestimmte Territorien) gingen direkt vom Reich. Teile der Fahnenlehen, aber auch Allodialgut der Reichsfürsten, wurden von diesen wiederum zu Lehen an Grafen und andere Edelfreie ausgegeben, die nach dem gleichen Prinzip weiter verfuhren. So entstand eine Lehnspyramide, deren Stufen als Heerschilde bezeichnet wurden. Wer von einem, der mit ihm auf der gleichen Stufe der Heerschildordnung stand, ein Lehen nahm, verlor zwar nicht seinen edelfreien Stand nach dem Landrecht, minderte aber seinen Heerschild. Letztere Regelung erwies sich für die weltlichen Reichsfürsten als ein Problem, als es ab dem 11. Jahrhundert immer mehr geistlichen Reichsfürsten (Erzbischöfen, Bischöfen sowie Äbten und Äbtissinnen von reichsunmittelbaren Klöstern und Stiften) gelang, für ihre Kirchen ehemals reichsunmittelbare Grafschaften oder Herzogtümer bzw. wesentliche Bestandteile solcher zu erhalten. Die weltlichen Reichsfürsten mussten sich mit diesen Lehen nunmehr von den geistlichen Fürsten statt vom König belehnen lassen, wodurch sie vom zweiten in den dritten Heerschild gerieten. Aus den Edelfreien des dritten und vierten Heerschilds entstanden im Spätmittelalter und in der Neuzeit die Reichsfürsten (die nach dem Ende des Heiligen Römischen Reichs 1806 ihre Unabhängigkeit meist verloren und dann als Standesherrenbezeichnet wurden). Soweit ein Fürst niemandem lehnspflichtig war und nur Allodialgut besaß, wurde er in der Überlieferung als ein Fürst besonderer Freiheit genannt. Nach der Überlieferung der Welfen war ihr Ahnherr ein Fürst besonderer Freiheit, was vermutlich nur im Frühmittelalter vorkam; tatsächlich waren sie zunächst karolingische Gaugrafen.
Ministerialität
Unfreie verwalteten im Auftrag ihrer edelfreien Herrn als Meier deren Wirtschaftshöfe (sogenannte Fronhöfe), zogen von den abhängigen Bauern die Abgaben ein, leisteten Kriegsdienste, verwalteten Burgen und im Einzelfall ganze Grafschaften. Aus dieser Oberschicht der Unfreien bildete sich die Dienstmannschaft des Reiches (die Reichsministerialität) und der Reichsfürsten, bis im Hochmittelalter selbst kleine Grafen, Herren oder Klöster eigene Ministeriale hatten.
Die soziale Stellung der Ministerialität verstärkte sich, als kleinere Edelfreie ihren Stand aufgaben, um in die Dienstmannschaft eines Reichsfürsten einzutreten. Teilweise mussten sie ihr Allodialgut als Folge einer für sie unglücklich verlaufenen Fehde übergeben, um es als Dienstlehen zurückzuerhalten, oder sie verbesserten ihre wirtschaftliche Lage, indem sie neben ihrem in der Regel kleinen Eigengut (Allod) eine neue Burg als Lehen erhielten bzw. auf neubelehntem Land bauen durften. Dabei gab es Vereinbarungen, dass sie und/oder ihre Nachkommen persönlich frei blieben. Umgekehrt stiegen unfreie Ministeriale, vor allem die Reichsministerialen, die unmittelbar im Dienst des Königs standen, gelegentlich in den Grafenstand auf. Das früheste bekannte Beispiel ist Friedrich von Stade, der um 1095 von den Markgrafen der Nordmark, den sogenannten Udonen, mit der Verwaltung ihrer alten Grafschaft Stade beauftragt worden war. Er verbündete sich mit dem sächsischen Herzog und späteren König bzw. Kaiser Lothar III. gegen seine Herrn, erkaufte sich die Freilassung, um schließlich durch Erzbischof Adalbero von Hamburg-Bremen selbst mit der Grafschaft Stade belehnt zu werden. Auch Markward von Annweiler, bis 1195 ein einfacher unfreier Dienstmann, wurde von Kaiser Heinrich VI. freigelassen und mit Markgrafschaften und Herzogtümern in Italien belehnt.
Weil durch den König häufig Erzbischöfe und Bischöfe von außerhalb ihrer Diözese eingesetzt wurden, um die Vormacht des örtlichen Adels zu brechen, waren diese in besonderem Maße auf die Loyalität der Dienstmannschaft ihres Hochstifts angewiesen. Das führte zu einer rechtlichen Stärkung der Ministerialität, die in ein eigenes Recht mündete, nach welchem über Verfehlungen und sonstige Streitigkeiten in einem Hof- oder Lehnsgericht unter Mitwirkung ihrer Standesangehörigen entschieden wurde. Ähnliche Entwicklungen zeigten sich in den weltlichen Fürstentümern. Während der Sachsenspiegel um 1235 noch davon ausging, dass Ministeriale Unfreie seien, die von ihren Fürsten beliebig verschenkt und vertauscht werden konnten, versuchte Johannes von Buch in seiner Glosse zum Sachsenspiegel etwa 100 Jahre später zu begründen, dass ein Ritter, auch wenn er ein Dienstlehen hatte, damit nicht automatisch unfrei sei. Allerdings gab es auch für Johannes von Buch noch unfreie Ministerialen. Auf ihrem Lehnsgrund errichteten sich die Ministerialen meist eigene kleine Burgen, die typischen Formen waren die Motte (Turmhügelburg) und der Wohnturm; bisweilen wurden diese im Spätmittelalter zu Festen Häusern oder Burgen erweitert.
Schloss- und Burggesessene
In den neu besiedelten und kolonisierten slawischen, östlich der Elbe gelegenen Regionen galten vielfach die herkömmlichen Regeln aus den alten westlichen und südlichen Reichsteilen nicht. Dort entwickelte sich wohl auch aufgrund der slawischen Einflüsse ein eigenständiges Reglement, das vorwiegend ein Vasallentum förderte. Das eher auf einer freiwilligen Vasallenschaft beruhende System erleichterte dem Vasallen, sich auch für einen anderen Landesherren zu engagieren, was zeitweise zu einem erheblichen Fehdeunwesen führte. Das ging so weit, dass sich die Vasallen verselbständigten und sich nicht zuletzt auch gegen den Landesherren wandten und dabei ihre eigene Position erheblich stärkten und die des Landesherren entsprechend schwächten. In diesen Ländern, wie z. B. Brandenburg, Mecklenburg, Pommernund Ostpreußen, kannte man keine Unterscheidung zwischen Edelfreien und Ministerialen, sondern vielmehr zwischen den Schloss- und Burggesessenen sowie eximierten Geschlechtern, die sich als höherer Adel aus der überwiegenden Zahl der anderen Adelsgeschlechter heraushoben.
Spätmittelalter und Neuzeit
Regional unterschiedlich entwickelte sich im Spätmittelalter und zu Beginn der Neuzeit aus der Ritterschaft vieler – aber nicht aller – reichsunmittelbaren geistlichen und weltlichen Herrschaften ein eigener Stand, dessen Mitglieder nicht mehr Eigentum des Landesherrn waren, sondern mit denen er über Kriegsdienste und Steuern verhandeln musste.
Nobilitierungen
Nobilitierungen
Wirtschaftliche Grundlagen
Adel wirtschaftliche Grundlagen
Vererbbarkeit von adeligen Titeln und Privilegien
Vererbbarkeit von adeligen Titeln und Privilegien
Adelsverlust
Adelsverlust
Aufhebung der Adelsvorrechte in der Weimarer Republik
Aufhebung der Adelsvorrechte in der Weimarer Republik
Adel zur Zeit des Nationalsozialismus
Adel zur Zeit des Nationalsozialismus
Adel in der Bundesrepublik
Adel in der Bundesrepublik
Adel in der DDR
Adel in der DDR
Nachfolgeorganisationen des deutschen Adels
Nachfolgeorganisationen des deutschen Adels
Heutige Praxis der Anrede
Adel Heutige Praxis der Anrede
Rangstufen und Begriffe
Adel Rangstufen und Begriffe
Siehe auch
Literatur
Weblinks
Anmerkungen
Einzelnachweise
- ↑ „Der deutsche Adel erscheint im europäischen Vergleich besonders vielfältig und segmentiert. Nationale Adelsgeschichte zu schreiben, ist daher – zumindest derzeit – weder möglich noch angemessen. Stattdessen kommen sowohl für das 19. als auch für das 20. Jahrhundert primär Untersuchungen unterschiedlicher Adelsgruppen (Standesherren, Militäradel, Adelsverbände usw.) in Betracht.“ Eckart Conze, Monika Wienfort: Einleitung – Themen und Perspektiven historischer Adelsforschung zum 19. und 20. Jahrhundert. In: Eckart Conze, Monika Wienfort: Adel und Moderne – Deutschland im europäischen Vergleich im 19. und 20. Jahrhundert. Böhlau, Köln 2004, S. 1.
- ↑ Walter Demel: Die Spezifika des europäischen Adels – Erste Überlegungen zu einem globalhistorischen Thema. In: Zeitenblicke (Archivierte Kopie (Memento vom 20. November 2011 im Internet Archive))
- ↑ Verfassung des Deutschen Reiches, Artikel 109, in: Verfassung des Deutschen Reichs (1919)#Artikel 109
- ↑ Ijoma Mangold: Eine Klasse für sich. In: Die Zeit 41, 7. Oktober 2010, S. 17–19.
- ↑ Hermann Ament: Germanen: Unterwegs zu höherer Zivilisation. In: Archäologische Zeugnisse adligen Lebens.
- ↑ Siehe dazu insbesondere den Abschnitt Probleme der Erforschung gesellschaftlicher Strukturen in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. In: Stefanie Dick: Der Mythos vom „germanischen“ Königtum. Berlin/New York 2008, S. 114–124
- ↑ Publius Cornelius Tacitus: Germania – Übersetzung von Manfred Fuhrmann. Reclam, Stuttgart 1971 und öfter, ISBN 3-15-000726-7.
- ↑ Dick S. 2. Dazu grundlegend: Ernst Wolfgang Böckenförde: Die deutsche verfassungsgeschichtliche Forschung im 19. Jahrhundert. Berlin 1961; Klaus von See: Deutsche Germanen-Ideologie vom Humanismus bis zur Gegenwart. Frankfurt am Main 1970; Ders.: Barbar, Germane, Arier. Heidelberg 1994.
- ↑ Vgl. dazu die Analyse beider Schriften durch Dick S. 43–67
- ↑ Heike Gran-Hoek: Die fränkische Oberschicht im 6. Jahrhundert. Studien zu ihrer rechtzlichen und politischen Stellung. Sigmaringen 1976.
- ↑ Fleckenstein, Josef: Grundlagen und Beginn der deutschen Geschichte. (Deutsche Geschichte 1). Göttingen 1988, S. 40.
- ↑ Eberhard Otto: Abschließung des Ritterstandes. In: Arno Borst (Hrsg.): Das Rittertum im Mittelalter. Darmstadt 1976, S. 106–129.
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