„Homonym“ – Versionsunterschied
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[[homo-]] | [[homo-]][[-nym]] "Gleichname", {{Wrtdtng}} Benennung von Umterschiedlichen mit dem gleichen Namen, also bei gleicher Benennung je eine andere Bedeutung und – je nach Lehrmeinung – zumeist auch eine andere Wortherkunft hat; | ||
* vgl. [[Homonym]]-[[Homöonym]]-[[Äquivokation]] | |||
* im 19. Jahrhundert von lat. ''[[homonymus]]'' entlehnt, | |||
** das auf griechisch ὁμώνυμος ''[[homōnymos]]''‚ "gleichnamig" zurückgeht; dieses zusammengesetzt aus ὁμός ''[[homós]]'' ‚gleich‘ und ὄνομα [[ónoma]], bzw. dessen Nebenform ὄνυμα [[onyma]] ‚Name‘ | |||
Gegenwörter: | Gegenwörter: | ||
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= Homonym = | = Homonym = | ||
{{Begriffsklärungshinweis|Siehe auch [[Homonym (Taxonomie)]]}} | |||
Ein '''Homonym''' (griechisch „gleichnamig“) ist ein Ausdruck aus einer Gruppe von Ausdrücken, die äußerlich gleich sind, aber für verschiedene [[Begriff (Philosophie)|Begriffe]] stehen. Ein Beispiel ist „Tau“, das ein [[Tauwerk|Seil]], den [[Tau (Niederschlag)|morgendlichen Niederschlag]] oder einen [[Tau (Buchstabe)|Buchstaben des griechischen Alphabets]] bedeuten kann. Wie diese Beispiele zeigen, können grammatisches Geschlecht („das Tau“ / „der Tau“) und Wortformen (Plural „die Taue“ nur für die erste Variante) sich dennoch unterscheiden. Bei Homonymen handelt es sich also trotz einer (partiellen) äußerlichen Gleichheit um verschiedene Wörter (im Sinne von [[Lexem]]en).<ref>Vgl. Helmut Glück, Michael Rödel (Hrsg.): ''Metzler Lexikon Sprache.'' 5. Auflage. Verlag J. B. Metzler, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-476-02641-5. Lemma: „Homonymie“ S. 273.</ref> | |||
Die erstmalige Verwendung des Wortes ''homonym'' findet sich am Anfang der [[Kategorien]]schrift von [[Aristoteles]]: „Homonym heißt, was nur dem Wort nach gleich ist, dem Wesen nach aber verschieden.“<ref>Aristoteles, Kategorien 1, 1–2a).</ref> | |||
{{Stammbaum Äquivokation}} | |||
Der Begriff '''Homonymie''' ist ein [[Antonym|Gegenbegriff]] zum Begriff der [[Synonymie]]: Bei der ''Homonymie'' werden zwei verschiedene Begriffe durch gleichlautende Ausdrücke bezeichnet, bei der ''Synonymie'' stehen verschiedene sprachliche Ausdrücke für denselben Begriff. Vor allem in der Philosophie spricht man auch von '''Äquivokation'''. | |||
Das Homonym ist nicht zu verwechseln mit dem [[Homöonym]]. | |||
== Begriff == | == Begriff == | ||
=== Etymologie === | === Etymologie === | ||
Zu ''Homonym'' gehört das Adjektiv ''homonym''. [[Etymologie]]: {{grcS|ὁμώνυμος|homónymos}}, aus {{lang|grc|ὁμός|homós}} „gleich“ und {{lang|grc|ὄνυμα|ónyma}} „Name“. Zu ''Äquivokation'' gehört das Adjektiv ''äquivok''; Etymologie: [[spätlatein]]isch {{lang|la|aequivocus}} „gleichlautend, mehrdeutig“, aus {{lang|la|aequus}} „gleich“ und {{lang|la|vocare}} „nennen, lauten“. | |||
=== Mehrdeutigkeit === | === Mehrdeutigkeit === | ||
Klassisch spricht man von ''Homonymie in [[Wortschatz|lexikalischer]] Hinsicht''.<ref name="bkkw">Bauer, Knape, Koch, Winkler: ''Dimensionen der Ambiguität.'' In: ''Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik.'' 158, 2010, S. 7 (47).</ref> Mitunter spricht man auch von ''Homonymie in morphematisch-grammatikalischer Hinsicht''.<ref name="bkkw" /> Im Folgenden geht es nur um die lexikalische Homonymie. | |||
Der Ausdruck ''Homonymie'' ist selbst [[Mehrdeutigkeit|mehrdeutig]]. Zum einen hängt seine Bedeutung von der Bestimmung seines Verhältnisses zum Begriff der [[Polysemie]] ab, zum anderen von den Verhältnissen zu Homophonie und Homographie. | |||
=== Abgrenzung zur Polysemie === | === Abgrenzung zur Polysemie === | ||
Die Begriffe Homonymie und Polysemie werden verschieden voneinander abgegrenzt. Klassisch wird die Homonymie der Polysemie entgegengesetzt. Ob überhaupt eine Abgrenzung sinnvoll ist, ist umstritten. Die Kritik an der Trennung führt terminologisch dazu, entweder von Homonymie als Oberbegriff für Polysemie und für die Homonymie im klassischen Sinn auszugehen oder dazu, in der Homonymie einen Sonderfall der Polysemie zu sehen. Es gibt daher insofern drei [[Bedeutung]]en des Ausdrucks: | |||
:[1] Homonymie als [ | |||
:[2] Homonymie als [ | : [1] Homonymie als [[Gegenbegriff]] zu Polysemie; | ||
:[3] Homonymie als Sonderfall bzw. [ | : [2] Homonymie als [[Oberbegriff]] für Polysemie und Homonymie im Sinne von [1]; | ||
: [3] Homonymie als Sonderfall bzw. [[Unterbegriff]] der Polysemie. | |||
Die wohl noch vorherrschende Entgegensetzung von Homonymie und Polysemie sieht in der Homonymie einen Fall zufälliger lexikalischer Mehrdeutigkeit,<ref>Vgl. Piroska Kocsány: ''Grundkurs Linguistik: ein Arbeitsbuch für Anfänger.'' Fink, Paderborn 2010, S. 61: ''zufällig''.</ref> den Fall der Polysemie als Fall motivierter Mehrdeutigkeit. Für die Polysemie wird dann zumeist eine etymologische Verwandtschaft der verschiedenen Bedeutungen verlangt.<ref>Z. B. bei Helmut Rehbock: ''Homonymie.'' In: [[Helmut Glück]] (Hrsg.): ''Metzler Lexikon Sprache.'' 4. Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2010.</ref> Nicht unbedingt in einem anderen, aber auch nicht zwingend im gleichen Sinn stellen andere auf einen „inneren Zusammenhang“ ab<ref>Michael Bogdal: ''BA-Studium Germanistik: ein Lehrbuch.'' Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 126: „Homonyme lassen sich also als Wörter bestimmen, bei denen zwei (oder mehr) Bedeutungen mit derselben Laut- oder Schriftgestalt keinen inneren Zusammenhang haben, bei denen also kein inhaltliches Merkmal der einen Bedeutung mit einem der anderen übereinstimmt.“</ref> oder referieren als Erfordernis eine „inhaltliche Ähnlichkeit“ der Bedeutungen.<ref>Reiner Arntz, Heribert Picht, Felix Mayer: ''Einführung in die Terminologiearbeit.'' 6. Auflage. Olms, Hildesheim / Zürich / New York 2009, ISBN 978-3-487-11553-5, S. 130 f.</ref> Es ist unklar beziehungsweise kann unterschiedlich gehandhabt werden, ob man dabei eine [[Synchronie|synchrone]] oder [[Diachronie|diachrone]] Sicht, eine objektive oder nur eine subjektive oder übliche Sicht zugrunde legt, ob man also das Expertenwissen des Linguisten über etymologische Zusammenhänge oder die des üblichen Sprachverwenders zugrunde legt. Teilweise wird gefordert, für die Unterscheidung ''Polysemie'' – ''Homonymie'' „strikt auf das in einem bestimmten Zeitabschnitt (typischerweise einer Generation) zur Verfügung stehende Alltagswissen von Sprechern“ abzustellen. Das heißt, was gestern Polysemie war, kann heute oder morgen Homonymie sein.<ref>Volker Harm: ''Einführung in die Lexikologie.'' WBG, Darmstadt 2015 (Einführung Germanistik), ISBN 978-3-534-26384-4, S. 22.</ref> | |||
Dies macht die [[Unterscheidung]] zwischen Homonymie und Polysemie „unsicher“<ref name="apm-131">Reiner Arntz, Heribert Picht, Felix Mayer: ''Einführung in die Terminologiearbeit.'' 6. Auflage. Olms, Hildesheim / Zürich / New York 2009, S. 131.</ref> und zufällig. Daher wird vorgeschlagen, die Homonymie als einen Sonderfall der Polysemie zu definieren,<ref name="apm-131" /> oder es wird unter Aufgabe der Unterscheidung der Ausdruck „Homonymie“ als Oberbegriff von Polysemie und Homonymie (im traditionellen) Sinn vorgeschlagen.<ref>So DIN 2330 (in der Fassung 1992), referiert in Arntz, Picht, Mayer: ''Terminologiearbeit.'' 6. A. 2009, S. 130.</ref> | |||
=== Uneigentliche Homonymie, Homographie, Homophonie === | === Uneigentliche Homonymie, Homographie, Homophonie === | ||
==== Uneigentliche Homonymie ==== | ==== Uneigentliche Homonymie ==== | ||
Im Fall der ''eigentlichen'' Homonymie stimmen neben der Schreibung und der lautlichen Gestalt auch [[Flexion]] und [[Genus]] des Wortes überein. Davon zu unterscheiden ist die sogenannte partielle oder ''uneigentliche Homonymie'', bei der eine Identität der Schreibweise und der Lautung, nicht aber der Flexion (Bsp.: ''Bank'', Plural ''Bänke/Banken'') oder des Genus (Bsp.: ''der/die Kiefer'') besteht.<ref>Vgl. Volker Harm: ''Einführung in die Lexikologie.'' WBG, Darmstadt 2015 (Einführung Germanistik), ISBN 978-3-534-26384-4, S. 48 f.</ref> | |||
==== Homographie ==== | ==== Homographie ==== | ||
Gleich geschriebene Wörter, die verschieden gesprochen werden, heißen [[Homograph]]e; das entsprechende Phänomen wird Homographie genannt. | |||
*Beispiel: sie rasten (ruhen) – sie rasten (fuhren schnell) | |||
* Beispiel: sie rasten (ruhen) – sie rasten (fuhren schnell) | |||
(Weitere Beispiele siehe [[#Homographe mit verschiedener Aussprache|unten]].) | |||
==== Homophonie ==== | ==== Homophonie ==== | ||
Gleich gesprochene, jedoch verschieden geschriebene Ausdrücke nennt man [[Homophon]]e, das Phänomen Homophonie. | |||
*Beispiel: ''malen – mahlen''< | |||
* Beispiel: ''malen – mahlen''<ref>Nach Angelika Linke, Markus Nussbaumer, Paul R. Portmann: ''Studienbuch Linguistik.'' 5. Auflage. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2004, S. 160.</ref> | |||
(Weitere Beispiele siehe [[#Homophone mit verschiedener Schreibweise|unten]].) | |||
==== Terminologie ==== | ==== Terminologie ==== | ||
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! Schreibung ||colspan="2"| Aussprache | |||
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| gleich | | gleich | ||
| unterschiedlich | | unterschiedlich | ||
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| gleich | | style="background:#E6E6E6" | gleich | ||
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| unterschiedlich | | style="background:#E6E6E6" | unterschiedlich | ||
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| colspan="3" | [ | |colspan="3"| [[Datei:Solid blue.svg|10px]] Homonym [[Datei:Solid red.svg|10px]] [[Homophon]] [[Datei:Solid orange.svg|10px]] [[Homograph]] | ||
|} | |} | ||
Ob man Homographen oder Homophone zu den Homonymen zählt, ist eine Frage [[terminologisch]]er Festsetzung, die unterschiedlich gehandhabt wird. | |||
Zählt man sie dazu, sind es Sonderfälle der Homonymie. Da es auch den (Normal-)Fall der Homonymie ohne gleichzeitiges Vorliegen einer Homophonie oder Homographie gibt, empfiehlt es sich, für den Normalfall eine eigene [[Benennung]] einzuführen. Vorgeschlagen wird dafür der Ausdruck ''volle Homonymie''.<ref>So DIN 2330, nach Arntz, Picht, Mayer: ''Terminologiearbeit,'' 6. A. 2009, S. 130.</ref> | |||
Zur [[Veranschaulichung]] dieser terminologischen Position mag die rechtsstehende Grafik dienen: | |||
Heute wird vielfach aber nur dann von einem Homonym gesprochen, wenn sowohl gleiche Schreibweise als auch gleiche [[Aussprache]] vorliegt.<ref>z. B.: [[Hadumod Bußmann]]: ''Lexikon der Sprachwissenschaft'' (= ''[[Kröners Taschenausgabe]].'' Band 452). 2., völlig neu bearbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 1990, ISBN 3-520-45202-2, S. 314; oder ''Metzler Lexikon der Sprache.'' 2. Auflage. 2000, S. 280, wo Homonymie definiert wird als „die Bedeutungsbeziehung zweier sprachlicher Zeichen, die bei Nichtübereinstimmung ihres Inhalts ausdrucksseitig, und zwar phon. und graph. identisch sind“. Der Gegenbeleg für eine Synonymie von Homonymie mit Homophonie, der sich in ''Duden Band 5. Fremdwörterbuch''. 2. Auflage. Bibliographisches Institut, Mannheim 1966, S. 278 fände, wird jedenfalls aufgehoben durch ''Duden – Das große Fremdwörterbuch,'' 4. Auflage. Mannheim 2007 [CD-ROM]: „1.b) (früher) Wort, das ebenso wie ein anderes lautet u. geschrieben wird, aber einen deutlich anderen Inhalt [u. eine andere Herkunft] hat“. Das angegebene Beispiel ''Schloss'' (Türschloss und Gebäude) ist allerdings irreführend, da eindeutig nicht von anderer Herkunft (Adelung, Grimm, Kluge, Pfeifer).</ref> | |||
== Beispiele == | == Beispiele == | ||
{{Siehe auch|Liste von Wortwiederholungen}} | |||
=== Polyseme === | === Polyseme === | ||
* ''abgebrüht'' (mit heißem Wasser behandelt), ''abgebrüht'' (abgestumpft, gefühllos) | |||
*''abgebrüht'' (mit heißem Wasser behandelt), ''abgebrüht'' (abgestumpft, gefühllos) | * die ''Erde'' ([[Blumenerde]]), die ''[[Erde]]'' (Planet) | ||
*die ''Erde'' ([ | * der ''Geist'' (übernatürliches Wesen, [[Gespenst]]), der ''[[Geist]]'' (Intellekt), der ''Geist'' (Gesinnung), der ''Geist'' ([[Spirituosen#Brand, Wasser oder Geist|Weingeist, Destillate mazerisierter Früchte]]) | ||
*der ''Geist'' (übernatürliches Wesen, [ | * der ''Heide'' (Person, die dem [[Heidentum]] angehört), die [[Heide (Landschaft)]] | ||
*der ''Heide'' (Person, die dem [ | * der ''[[Himmel (planetar)|Himmel]]'' (astronomischer Ort), der ''[[Himmel (Religion)|Himmel]]'' (religiöser Ort, das Jenseits), ''[[Autohimmel|Himmel]]'' ([[Baldachin]], z. B. innenseitiger Bezug des Daches beim Kraftfahrzeug) | ||
*der ''[ | * die ''[[Länge]]'' (räumlich ausgedehnt), ''Länge'' (zeitlich ausgedehnt) | ||
*die ''[ | * die ''[[Berufsausbildung|Lehre]]'' (Berufsausbildung), die ''[[Lehre]]'' (wissenschaftliche Erkenntnisse oder ein Dogma), die ''[[Lehre (Technik)]]'' (Prüfinstrument) | ||
*die ''[ | * die ''[[Leiter]]'' (Steighilfe), der ''Leiter'' (Chef), der ''Leiter'' (physikalischer Leiter) | ||
*die ''[ | * die ''[[Mutter (Begriffsklärung)|Mutter]]'' (eines Kindes), die ''Mutter'' (Hohlschraube) | ||
*die ''[ | * das [[Schild (Zeichen)]], der [[Schild (Schutzwaffe)]] | ||
*das [ | * die ''[[Steuer (Begriffsklärung)|Steuer]]'' (Abgabe an den Staat), das ''Steuer'' (Lenkvorrichtung) | ||
*die ''[ | * die ''[[Stimme]]'' (Sprachfähigkeit), die ''Stimme'' (Wahlstimme, Votum), ''stimme'' (Form des Verbs ''stimmen'') | ||
*die ''[ | * der ''[[Strom (Gewässerart)]]'', der ''[[Elektrischer Strom|Strom (elektrische Größe)]]'' | ||
*der ''[ | * der [[Einkommen|Verdienst (Einkommen)]], das [[Verdienst]] (anerkennenswerte Leistung) | ||
*der [ | |||
=== Homonyme mit gleicher Schreibweise und Aussprache === | === Homonyme mit gleicher Schreibweise und Aussprache === | ||
==== Eigentliche Homonyme mit gleicher Schreibweise und Aussprache ==== | ==== Eigentliche Homonyme mit gleicher Schreibweise und Aussprache ==== | ||
* der ''[[Ball]]'' (kugelförmiges Spielgerät), der'' [[Tanzball|Ball]]'' (Tanzveranstaltung) | |||
*der ''[ | * die ''[[Birnen|Birne]]'' (Obst), die ''[[Glühlampe|Birne]]'' (Glühbirne) | ||
*die ''[ | * die [[Decke (Textilie)|Decke]] (Stoffstück zum Bedecken eines Tisches oder Bettes), die [[Decke (Bauteil)|Decke]] (obere Begrenzung eines Raumes) | ||
*die [ | * das ''[[Gericht (Speise)|Gericht]]'' (als Mahlzeit zubereitete Speise), das ''[[Gericht]]'' (öffentliche Institution) | ||
*das ''[ | * der ''[[Wasserhahn|Hahn]]'' (Wasserhahn), der ''[[Haushuhn|Hahn]]'' (männliches Huhn) | ||
*der ''[ | * der ''[[Strauße (Gattung)|Strauß]]'' (Laufvogel), der ''[[Blumenstrauß|Strauß]]'' (Blumengebinde) | ||
*der ''[ | * das ''[[Schloss (Technik)|Schloss]]'' (Türschloss), das ''[[Schloss (Architektur)|Schloss]]'' (Bauwerk) | ||
*das ''[ | * die ''[[Weiden (Gattung)|Weide]]'' (Baum, Strauch), die ''[[Weide (Tierhaltung)|Weide]]'' (landwirtschaftliche Fläche für Nutztiere) | ||
*die ''[ | |||
===== Eigentliche Homonyme mit gleicher Schreibweise und Aussprache und gegenteiliger Bedeutung ===== | |||
Autoantonyme (auch [[Januswort]]e genannt) sind eigentliche Homonyme mit gleicher Schreibweise und Aussprache und gegenteiliger Bedeutung. | |||
* ''abdecken'' (mit einer Bedeckung versehen), ''abdecken'' (die Bedeckung entfernen) | |||
* ''anhalten'' (einen Vorgang fortsetzen), ''anhalten'' (einen Vorgang beenden) | |||
* ''[[Untiefe]]'' (geringe Tiefe), ''Untiefe'' (große Tiefe) | |||
==== Uneigentliche Homonyme mit gleicher Schreibweise und Aussprache ==== | ==== Uneigentliche Homonyme mit gleicher Schreibweise und Aussprache ==== | ||
===== Substantive mit unterschiedlichem Genus ===== | ===== Substantive mit unterschiedlichem Genus ===== | ||
* der ''Bauer'' ([[Landwirt]]), das ''Bauer'' ([[Vogelkäfig]]) | |||
*der Bauer ( | * die ''[[Kiefern|Kiefer]]'' (Nadelbaum), der ''[[Kiefer (Anatomie)|Kiefer]]'' (Teil des Gesichtsschädels) | ||
*die ''[ | * das ''[[Laster]]'', der ''Laster'' (umgangssprachlich für [[Lastkraftwagen]]) | ||
*der ''[ | * der ''[[Otter]]'' (Unterfamilie der Marder), die ''Otter'' ([[Vipern|Viper]]) | ||
*der ''[ | * der ''[[Tau (Niederschlag)|Tau]]'' (Niederschlag), das ''[[Tauwerk|Tau]]'' (Seil), das ''[[Tau (Buchstabe)|Tau]]'' (griechischer Buchstabe) | ||
*das ''[ | * das ''[[Tor (Architektur)|Tor]]'' (breite Tür, Einfahrt, Fußballtor, Zugang im übertragenen Sinne etc.), der ''[[Torheit|Tor]]'' (törichter Mensch) | ||
===== Substantive mit unterschiedlichem Numerus ===== | ===== Substantive mit unterschiedlichem Numerus ===== | ||
* die Bank (Möbel) (Sitzbank), Bank (Untiefe im Meer) → Plural: die Bänke; die Bank (Geldinstitut) → Plural: die Banken | |||
*die Bank (Möbel) (Sitzbank), Bank (Untiefe im Meer) → Plural: die Bänke; die Bank (Geldinstitut) → Plural: die Banken | * die Mutter (eines Kindes) → Plural: die Mütter, die Mutter (einer Schraube) → Plural: die Muttern | ||
*die Mutter (eines Kindes) → Plural: die Mütter, die Mutter (einer Schraube) → Plural: die Muttern | * der ''[[Reif]]'' (Ring) → Plural: die Reife; der ''Reif'' (Eiskristalle) → Plural: nicht existent | ||
*der ''[ | * das ''[[Tauwerk|Tau]]'' (Seil) → Plural: die Taue, das ''[[Tau (Buchstabe)|Tau]]'' (griechischer Buchstabe) → Plural: die Taus | ||
*das ''[ | * die ''Schotten'' (Bewohner [[Schottland]]s) → Singular: der Schotte; die ''[[Schott]]en'' (Trennwand eines Fahrzeugs) → Singular: das Schott | ||
===== Substantive mit | ===== Substantive mit Übereinstimmung in nur einem Kasus ===== | ||
* dem ''[[Plan (Darstellung)|Plane]]'' (Dativ zu ''der Plan''), die ''[[Plane (Abdeckung)|Plane]]'' (Nominativ zu ''die Plane'') | |||
* den ''[[Pol (Geomagnetismus)|Polen]]'' (Dativ Plural zu ''der Pol''), den ''Polen'' (Dativ Plural zu ''der Pole'' (Mensch mit [[Polen|polnischer]] Staatsbürgerschaft)) | |||
* dem ''[[Hausrind|Rinde]]'' (Dativ zu Rind), der [[Rinde]] (Dativ zu Baumrinde) | |||
* die [[Schale (Gefäß)|Schale]] (Nominativ Singular zu ''Schale''), dem / die [[Schal]]e (Dativ Singular / Nominativ Plural 2 zu ''Schal'') | |||
* dem ''[[Schrank]]e'' (Dativ zu Schrank), der ''[[Schranke]]'' (Dativ zu Schranke) | |||
* dem ''[[Wind]]e'' (Dativ Singular zu ''der Wind''), der ''[[Winde (Mechanik)|Winde]]'' (Dativ Singular zu ''die Winde'') | |||
===== Verben mit Übereinstimmung in unterschiedlichen Konjugationen ===== | |||
* führe (1. Person Singular Präsens zu ''führen''), führe (1. Person Singular Konjunktiv 2 zu ''fahren'') | |||
===== Wortartenunterschiedliche uneigentliche Homonyme ===== | ===== Wortartenunterschiedliche uneigentliche Homonyme ===== | ||
Bei strenger Auslegung der Definition von Homonymie sind Groß- und Kleinschreibung bei der Homonymie zu unterscheiden. Die strenge Auslegung verliert jedoch ihre Bedeutung bei [[Majuskelschrift]] (Großbuchstabenschrift) oder bei [[Kleinschreibung]]. In diesen Fällen sind Verben und Substantive jeweils exakt gleich geschrieben (z. B. ''MACHT'', ''BUCHEN'' oder ''macht'', ''buchen''). | |||
*die ''[ | * die ''[[Buche]]n'' (Laubbaum), ''buchen'' (eine Reise ''buchen'') | ||
*das ''[ | * das ''[[Gen]]'', ''gen'' (Kurzform zu ''gegen'') | ||
*''laut'' (geräuschvoll), ''laut'' (gemäß, zufolge) | * ''laut'' (geräuschvoll), ''laut'' (gemäß, zufolge) | ||
*''Rügen'' (Plural von ''[ | * die ''[[Macht]]'', ''macht'' (3. Person, Singular, Präsenz von ''machen'') | ||
*''[ | * ''Rügen'' (Plural von ''[[Rüge]]''), ''[[Rügen]]'' (Name einer Insel) | ||
*''[ | * ''[[Sein]]'' (Verb und Substantiv), ''sein'' (Possessivpronomen) | ||
* ''[[Sieben]]'' (Zahlwort), ''sieben'' (durch ein [[Sieb]] schütteln) | |||
*''weiß'' (Farbe), ''weiß'' (Verbform von ''wissen'') | * ''[[Stahl]]'' (Eisen), ''stahl'' (von [[wikt:stehlen|stehlen]]) | ||
* ''weiß'' (Farbe), ''weiß'' (Verbform von ''wissen'') | |||
=== Homographe === | === Homographe === | ||
==== Homographe mit verschiedener Aussprache ==== | ==== Homographe mit verschiedener Aussprache ==== | ||
Hinweis zur Aussprache: Für einen betonten kurzen Vokal steht zum Beispiel á, für einen betonten langen Vokal ā. | |||
*''Collāgen'' | * ''Collāgen'' {{IPA|[koˈlaːʒən]}} (Plural von ''[[Collage]]''), das ''[[Kollagen|Collagēn]]'' (Strukturprotein im Bindegewebe) | ||
*das ''[ | * Erstehe: ''die Érst[[ehe]]'' (die ''erste Ehe''), ''erstēhe'' (1. Person Singular Präsens von ''erstehen'') | ||
*der ''[ | * das ''[[Sternbild|Gestern]]'' (Sternbild), ''gestern'' (der Tag vor heute) | ||
*die ''[ | * der ''[[Jammer]]'', der ''[[Jam (Hip-Hop)|Jammer]]'' (Musiker der Richtung Jam) | ||
* | * die ''[[Loge (Zuschauerraum)|Logen]]'' (Zuschauerräume), sie ''logen'' (sagten nicht die Wahrheit) | ||
*''Mōntage'' (Plural von ''Montag''), die ''[ | * die ''[[Masse (Physik)|Masse]]'', die ''[[Maß|Masse]]'' (in der [[Schweizer Hochdeutsch#Schriftliche Verwendung|Schweiz]] wird das ''[[ß]]'' durch ''ss'' ersetzt, wodurch ''Masse'' (mit langem ''a'') der Plural zu ''Mass'' ist) | ||
*das oder der ''[ | * ''Mōntage'' (Plural von ''Montag''), die ''[[Montage (Produktion)|Montāge]]'' {{IPA|[mɔnˈtaːʒə]}} (Zusammenbau, Einbau) | ||
*rásten (ruhen), rāsten (Präteritum 3. Person Plural zu ''rasen'') | * das oder der ''[[Revers (Kleidung)|Revērs]]'' {{IPA|[ʁeˈveːʁ]}} (umgeschlagener Kragen), der [[Revers (Recht)|Revérs]] {{IPA|[ʁeˈveʁs]}} (schriftliche Verpflichtung) | ||
*das ''Réntier'' oder ''Rēntier'' (Hirschart), der ''Rentiēr'', frz. | * rásten (ruhen), rāsten (Präteritum 3. Person Plural zu ''rasen'') | ||
* das ''Réntier'' oder ''Rēntier'' (Hirschart), der ''Rentiēr'', frz. {{IPA|[ʀɑ̃ˈtjeː]}} (Rentner) | |||
* der ''[[Russe]]'', die ''[[Ruß|Russe]]'' (in der [[Schweizer Hochdeutsch#Schriftliche Verwendung|Schweiz]] wird das ''[[ß]]'' durch ''ss'' ersetzt, wodurch ''Russe'' (mit langem ''u'') der Plural zu ''Russ'' ist) | |||
==== Homographe von Nominalkomposita ==== | ==== Homographe von Nominalkomposita ==== | ||
Das Zeichen ¬ dient als Hervorhebung einer Worttrennung in einem [[Nominalkompositum]]. | |||
*''die Rutschendekomposition'': ''Rutschen¬[ | |||
*''Saugarten'': ''der Sau¬garten'' (ein [ | * ''Hörnerversatz'': ''[[Hörnerv]]¬[[Prothese|ersatz]]'' (Ersatz eines gestörten Hörnervs), ''Hörner¬versatz'' (Versatz von [[Lenkerhörnchen|Hörner]]n) | ||
*''Schiffstau'': ''das Schiffs¬[ | |||
*''der Vorabendspurt'': ''Vorab¬[ | * ''die Rutschendekomposition'': ''Rutschen¬[[Modell|dekomposition]]'' (Zerlegung einer [[Rutsche]]), ''Rutsch¬ende¬komposition'' (die Zusammensetzung verschiedener Vorgänge während der Beendigung eines Rutschvorgangs) | ||
*''die Wachstube'': ''Wachs¬tube'' (mit [ | * ''Saugarten'': ''der Sau¬garten'' (ein [[Garten]] für Säue), ''die Saug¬arten'' ([[Art (Philosophie)|Arten]] des Saugens) | ||
*''der Wachtraum'': ''Wach¬traum'' (auch: [ | * ''Schiffstau'': ''das Schiffs¬[[Tauwerk|tau]]'' (Seil auf Schiffen), ''der Schiff¬[[Verkehrsstau|stau]]'' (Stockung auf Wasserstraßen) – kein Homograph im [[Fraktursatz]] | ||
* das ''[[Holzspan|Spanende]]'' (Ende eines Spans), ''spanende'' (Adjektiv zu [[Zerspanen]]) | |||
* die ''Staubecken'': im Plural gleich dekliniert. Die ''Stau¬[[Staubecken|becken]]'' (Becken zum Stauen von Flüssigkeiten), die ''Staub¬ecken'' (Eckenabschluss, der das Ablagern von Staub in Ecken verhindert und die überdies Reinigung vereinfacht. ''Staub¬ecken'' werden insbesondere bei Treppenecken verwendet.) | |||
* ''der Vorabendspurt'': ''Vorab¬[[endspurt]]'' (noch nicht der finale Endspurt), ''der [[Vorabend]]¬spurt'' (Spurt am Vorabend) | |||
* ''die Wachstube'': ''Wachs¬tube'' (mit [[Wachs]] gefüllte [[Tube (Behälter)|Tube]]), Wach¬[[stube]] (Aufenthaltsraum einer [[Bewachung|wachhabenden Einheit]]) – kein Homograph im Fraktursatz, vergleiche [[:Datei:Wachstube.svg|Abbildung]] | |||
* ''der Wachtraum'': ''Wach¬traum'' (auch: [[Tagtraum]]), ''Wacht¬raum'' (Raum für eine [[Bewachung|Wache]]) | |||
==== Homographe mit verschiedener Betonung ==== | ==== Homographe mit verschiedener Betonung ==== | ||
Hinweis zur Aussprache: Für einen betonten kurzen Vokal steht zum Beispiel á, für einen betonten langen Vokal ā. | |||
*''[ | * ''[[August (Name)|Áugust]]'' (männlicher Vorname), der ''[[August|Augúst]]'' (Monat) | ||
*die ''Hóchzeit'' (Vermählung), die ''Hōchzeit'' (Höhepunkt) | * die ''Hóchzeit'' (Vermählung), die ''Hōchzeit'' (Höhepunkt) | ||
*der ''Humōr'' (Spaß), der ''Hūmor'' (medizinisch für [ | * der ''Humōr'' (Spaß), der ''Hūmor'' (medizinisch für [[Humoralpathologie|Körpersaft]]) | ||
*die ''[ | * die ''[[Konstante (Logik)|Konstánz]]'' (Beständigkeit), ''Kónstanz'' (Stadt am Bodensee) | ||
*die ''Láche'' (Art des Lachens), die ''Láche'' oder ''Lāche'' (Pfütze) | * die ''Láche'' (Art des Lachens), die ''Láche'' oder ''Lāche'' (Pfütze) | ||
*das ''Laufende'' (das Ende eines Laufs), laufende (Adjektiv abgeleitet vom Verb ''laufen'') | * das ''Laufende'' (das Ende eines Laufs), laufende (Adjektiv abgeleitet vom Verb ''laufen'') | ||
*das ''Lautende'' (das Ende eines Lauts), lautende (Adjektiv abgeleitet vom Verb ''lauten'') | * das ''Lautende'' (das Ende eines Lauts), lautende (Adjektiv abgeleitet vom Verb ''lauten'') | ||
*''mōdern'' (verrotten), ''modérn'' (neumodisch, neuzeitlich) | * ''mōdern'' (verrotten), ''modérn'' (neumodisch, neuzeitlich) | ||
*Sie ''rāsten'' (fuhren schnell) über die Autobahn – Hier könnten wir ''rásten'' (ausruhen) | * Sie ''rāsten'' (fuhren schnell) über die Autobahn – Hier könnten wir ''rásten'' (ausruhen) | ||
*der [ | * der [[Roman|Romān]] (Literaturgattung), Rōman (Jungenname) | ||
*''schōn'' (Imperativ Singular zu ''schonen''), ''schon'' (bereits) | * ''schōn'' (Imperativ Singular zu ''schonen''), ''schon'' (bereits) | ||
*das Spielende (Ende des Spiels), der oder die Spielende (Person, die spielt) | * das Spielende (Ende des Spiels), der oder die Spielende (Person, die spielt) | ||
*der ''Tenōr'' (Stimmlage und Sänger), der ''Tēnor'' (Grundhaltung) | * der ''Tenōr'' (Stimmlage und Sänger), der ''Tēnor'' (Grundhaltung) | ||
*''übersétzen'' (in eine andere Sprache übertragen, [ | * ''übersétzen'' (in eine andere Sprache übertragen, [[Kraftübertragung|Kraftübersetzung]] durch Zahnräder), ''ǖbersetzen'' (einen Fluss überqueren) | ||
*der ''Wēg'' (Straße), ''wég'' (z. B. weit weg) | * der ''Wēg'' (Straße), ''wég'' (z. B. weit weg) | ||
*''úmfahren'' (etwas mit einem fahrenden Fahrzeug zu Fall bringen), ''umfāhren'' (einem Hindernis aus dem Weg gehen) | * ''úmfahren'' (etwas mit einem fahrenden Fahrzeug zu Fall bringen), ''umfāhren'' (einem Hindernis aus dem Weg gehen) | ||
*''úmgehen'' (z. B. mit einer fordernden Person oder einem Gegenstand), ''umgēhen'' (Schwierigkeiten, Hindernissen aus dem Weg gehen) | * ''úmgehen'' (z. B. mit einer fordernden Person oder einem Gegenstand), ''umgēhen'' (Schwierigkeiten, Hindernissen aus dem Weg gehen) | ||
=== Homophone mit verschiedener Schreibweise === | === Homophone mit verschiedener Schreibweise === | ||
==== Homophone mit gleicher Buchstabenfolge und Aussprache ==== | ==== Homophone mit gleicher Buchstabenfolge und Aussprache ==== | ||
Hier sind Homophone aufgeführt, die bis auf Groß- und Kleinschreibung gleiche Buchstaben und Buchstabenreihung besitzen. (Vergleiche hierzu auch den Abschnitt ''uneigentliche Homonyme''.) | |||
*der ''Arm'' (Körperteil), ''arm'' (mittellos) | * der ''Arm'' (Körperteil), ''arm'' (mittellos) | ||
*der ''[ | * der ''[[Elfen|Elf]]'' (Märchengestalt), ''elf'' (Zahl) | ||
*das ''Fest'' (Feier), ''fest'' (beständig, hart) | * das ''Fest'' (Feier), ''fest'' (beständig, hart) | ||
*''Lose'' (Plural von ''Los''), ''lose'' (nicht angebunden) | * ''Lose'' (Plural von ''Los''), ''lose'' (nicht angebunden) | ||
*der ''[ | * der ''[[Rasen]]'' (Rasen im Garten), ''rasen'' (schnell fahren) | ||
*der ''[ | * der ''[[Ring (Schmuck)|Reif]]'' (Ring; Niederschlag), ''reif'' (voll entwickelt) | ||
==== Homophone mit gleicher Buchstabenfolge und Leerzeichen ==== | ==== Homophone mit gleicher Buchstabenfolge und Leerzeichen ==== | ||
Diese homophonen Ausdrücke bestehen aus einem oder zwei Wörtern. | |||
*die kranken Schwestern, die Krankenschwestern (im [ | * die kranken Schwestern, die Krankenschwestern (im [[Genitiv]] gibt es eine weitere Bedeutung: der kranken Schwestern, der Krankenschwestern, der Kranken Schwestern [= die Schwestern der Kranken]) | ||
*die blinden Hunde, die Blindenhunde | * die blinden Hunde, die Blindenhunde | ||
==== Homophone mit unterschiedlichen Buchstaben ==== | ==== Homophone mit unterschiedlichen Buchstaben ==== | ||
* die ''Ahle'' (Werkzeug), ''Aale'' (Fische) | |||
*die ''Ahle'' (Werkzeug), ''Aale'' (Fische) | * die ''[[Beet]]e'', ''bete'' (1. Person Singular Präsens von ''beten'') | ||
*die ''[ | * der Berg ruft (Lied von [[K2 (deutsche Band)]]), der Bär groovt (Mix eines Liedes von [[K2 (deutsche Band)]]), der Berg groovt (Mix eines Liedes von [[K2 (deutsche Band)]]) | ||
* | * das [[Boot]], ''bot'' (Präteritum von ''bieten'') | ||
*das '' | * das ''Corps'' (Verbindung), der ''Chor'' (Gruppe von Sängern) | ||
*''das'' (Artikel oder Begleiter), ''dass'' (Konjunktion) | * ''das'' (Artikel oder Begleiter), ''dass'' (Konjunktion) | ||
*der | * der ''Endlauf'' (Figur im Tanz Quickstep (engl.: running finish)), ''entlauf'' (Imperativ Singular zum Verb ''entlaufen'') | ||
* der [[Einheitspreis]], der Einheizpreis (Preis des Einheizens) | |||
*'' | * die ''[[Fase]]'' (abgeschrägte Kante), [[Phase]] (Entwicklungsstand), | ||
*der ''Föhn'' (warmer Fallwind), der ''Fön'' (Haartrockner) | * ''fliehst'' (2. Person Singular von ''fliehen''), ''fliest'' (2. Person Singular von ''fliesen''), ''fließt'' (2. Person Singular von ''fließen'') | ||
*die ''[ | * der ''Föhn'' (warmer Fallwind), der ''Fön'' (Haartrockner) | ||
*die [ | * die ''[[Frist]]'', er ''frisst'' (2. und 3. Person Singular Präsens zu ''fressen'') | ||
*''heute'' (am heutigen Tag), ''Häute'' (Plural von ''Haut'') | * die [[Gans]], ''ganz'' | ||
*die [ | * ''heute'' (am heutigen Tag), ''Häute'' (Plural von ''Haut'') | ||
*der ''[ | * die [[Küste]], ''küsste'' (Präteritum von ''küssen'') | ||
*die ''Lärche'' (Nadelbaum), die ''Lerche'' (Singvogel) | * der ''[[Lachse|Lachs]]'', des ''[[Lack]]s'' (Genetiv zu Lack), ''lax'' (nachlässig), | ||
*der ''Leib'' (Körper), der ''Laib'' (Brot) | * die ''Lärche'' (Nadelbaum), die ''Lerche'' (Singvogel) | ||
*die ''[ | * der ''Leib'' (Körper), der ''Laib'' (Brot) | ||
*die ''Lehre'' (Unterricht, wissenschaftliche Theorie), die ''Leere'' (Zustand des Leerseins) | * die ''[[Leiche]]n'', ''[[laich]]en'' (Eier ablegen) | ||
*den ''[ | * die ''Lehre'' (Unterricht, wissenschaftliche Theorie), die ''Leere'' (Zustand des Leerseins) | ||
*das ''Lid'' (Augenlid), das ''Lied'' (Musikstück) | * den ''[[Leute]]n'', das ''[[Mittagsläuten|Läuten]]'' | ||
*''malen'' (abbilden), ''mahlen'' (zerreiben) | * das ''Lid'' (Augenlid), das ''Lied'' (Musikstück) | ||
*das ''[ | * ''malen'' (abbilden), ''mahlen'' (zerreiben) | ||
*die [ | * das ''[[Meer]]'' (Gewässer), ''mehr'' (Gegensatz von weniger) | ||
*das ''[ | * die [[Mehrheit]]skosten<ref>Vgl. https://www.dzonline.de/muensterland/furcht-vor-mehr-staus-in-munsters-innenstadt-2043601</ref>, die Mehr[[Heizkostenabrechnung|heizkosten]]<ref>Vgl. https://rabüro.de/vermieter-haftet-fuer-mehrheizkosten-fuer-durch-einbau-einer-besonders-unwirtschaftlich-arbeitenden-anlage/</ref> | ||
*''rächte'' (1. Person Singular Präteritum zu ''rächen''), ''Rechte'' | * das ''[[Rad]]'', der ''[[Ratschlag|Rat]]'' | ||
*der ''[ | * ''rächte'' (1. Person Singular Präteritum zu ''rächen''), ''Rechte'' | ||
*der ''[ | * der ''[[Reis]]'', ''reiß'' (Imperativ Singular zu ''reißen'') | ||
*''seh'' (Verbform von ''sehen''), die ''[ | * der ''[[Rhein]]'' (Fluss), der ''[[Feldrain|Rain]]'' (Feldrain), ''rein'' (sauber), ''rein'' (kurz für ''herein'') | ||
*die ''Seite'' (linke Seite, Buchseite etc.), die ''Saite'' (Teil eines Musikinstruments) | * ''seh'' (Verbform von ''sehen''), die ''[[Meer|See]]'', der ''[[See]]'' | ||
*die [ | * die ''Seite'' (linke Seite, Buchseite etc.), die ''Saite'' (Teil eines Musikinstruments) | ||
*die ''Terme'' (Plural von [ | * die [[Stelle]], die [[Stall|Ställe]] (Plural von [[Stall]]) | ||
*den ''Umsätzen'' (Dativ Plural zu [ | * die ''Terme'' (Plural von [[Term]]), die ''[[Therme]]'' (öffentliches Bad) | ||
*der ''[ | * den ''Umsätzen'' (Dativ Plural zu [[Erlös|Umsatz]]), ''umsetzen'' | ||
*der ''Vorname'', die ''Vornahme'' (von ''vornehmen'') | * der ''[[Vetter]]'' (Cousin), ''fetter'' (Komparativ zu ''fett'') | ||
*die ''[ | * der ''Vorname'', die ''Vornahme'' (von ''vornehmen'') | ||
*die ''[ | * die ''[[Wagen]]'' (Fahrzeuge), die ''[[Waage]]n'' (Geräte zur Gewichtsbestimmung), ''vagen'' (Deklination von ''vage''), etwas ''wagen'' (riskieren) | ||
*''wer'', das [ | * die ''[[Waise]]'' (elternloses Kind), die ''Weise'' (Art, Methode) | ||
*die ''Ware'' (käufliche Gegenstände), ''wahre'' (gebeugte Form von ''wahr'') | * ''wer'', das [[Wehr (Wasserbau)]], ''wär'' (Kurzform des Konjunktiv von ''sein'') | ||
*die ''Wände'' (Mauern), die ''Wende'' (Umkehr) | * die ''Ware'' (käufliche Gegenstände), ''wahre'' (gebeugte Form von ''wahr'') | ||
*die ''[ | * die ''Wände'' (Mauern), die ''Wende'' (Umkehr) | ||
*''bewerten'' (einschätzen), ''bewehrten'' (Beton mit Stahleinlage ''bewehren''), ''bewährten'' (erproben, Verb zu [ | * die ''[[Welle]]'', die ''[[Wallanlage|Wälle]]'' | ||
* ''bewerten'' (einschätzen), ''bewehrten'' (Beton mit Stahleinlage ''bewehren''), ''bewährten'' (erproben, Verb zu [[Strafaussetzung zur Bewährung|Bewährung]]) | |||
*''weist'' (2. Person Singular zu ''weisen''), ''weißt'' (2. Person Singular zu ''weißen'' und zu ''wissen'') | * der [[Gastwirt|Wirt]], ''wird'' (3. Person Singular zu ''werden'') | ||
* ''weist'' (2. Person Singular zu ''weisen''), ''weißt'' (2. Person Singular zu ''weißen'' und zu ''wissen'') | |||
== Die Bedeutung der Homonymie in der Lexikographie == | == Die Bedeutung der Homonymie in der Lexikographie == | ||
Die Unterscheidung zwischen verschiedenen Arten von Signifikantenidentität für mehrere Signifikate ist insbesondere für die [[Lexikografie]] (Wörterbucherstellung) von Bedeutung, zum Beispiel, wenn es darum geht, ob ein neues Lemma eingerichtet werden muss oder nur Unterpunkte der Bedeutung oder Unterunterpunkte der subbedeutungsspezifischen semantischen Merkmale, Aussprachen und grammatischen Variierbarkeiten (z. B. spezifische Satzbaupläne oder Idiome). Man betrachte hierzu im Großen Wörterbuch der deutschen Sprache (Duden) das Lemma „Zug“. Es enthält für den Schweizer Kanton und zusammen für die 16 Polysemien dieses Signifikanten je ein eigenes Lemma (also insgesamt zwei Lemmata<ref>so in: ''Duden – Das große Wörterbuch der deutschen Sprache, 4. Auflage. Mannheim 2012 [CD-ROM]'' Vgl. die Gliederung dazu [https://www.duden.de/rechtschreibung/Zug_Wagenreihe_Kolonne_Kraft bei Duden online.]</ref>). | |||
== Entstehen und Verschwinden von Homonymen == | == Entstehen und Verschwinden von Homonymen == | ||
=== Entstehung von Homonymen === | === Entstehung von Homonymen === | ||
Homonyme sind oft aus ursprünglich differenten [[Morphem]]en entstanden, die im Lauf der Zeit gleichlautend wurden. Ein Beispiel dafür ist das [[Mittelhochdeutsche Sprache|mittelhochdeutsche]] Wort ''kiver'' für den [[Kiefer (Anatomie)|Kiefer]] (Teil des Schädels) und das [[Althochdeutsche Sprache|althochdeutsche]] Wort ''kienforha'' für die [[Kiefern|Kiefer]] (Baum). | |||
Gehen die mehrdeutigen Wörter jedoch auf eine gemeinsame [[Etymologie|etymologische]] Wurzel zurück, handelt es sich nicht um Homonyme, sondern um ''Polyseme''. Bei der [[Polysemie]] wird die Bedeutung eines Wortes im Lauf der Zeit aufgeteilt, z. B. bezeichnet das Wort ''Schloss'' heute sowohl das Türschloss als auch ein herrschaftliches Gebäude. Man beachte die Argumentation bei Adelung [Bd. 3, Sp. 1539.]: „Bey den Pferden ist das Schloß das Ende der Nase, wodurch die bey den Nasenlöcher abgesondert werden; vielleicht weil sich hier die Nase schließet oder endiget. An den Kunstgestängen ist das Schloß derjenige Ort, wo zwey Gestänge an einander schließen, und daher selbst mit Ringen und Schrauben verwahret sind. 4) Ein eingeschlossener, d. i. wider den Anfall eines Feindes verwahrter Ort, da es denn Spuren gibt, daß ehedem auch befestigte Städte so wohl Bürge, als Schlösser und Castelle genannt worden. Jetzt werden nur noch befestigte und mit gewissen Hoheitsrechten begabte Wohnsitze der Fürsten, Herren und Dynasten Schlösser genannt; ehedem hießen sie Bürge. Ein königliches Schloß, ein fürstliches Schloß. Ein Bergschloß, wenn es auf einem Berge liegt, ein Raubschloß, so fern es zur Sicherheit der Räuber befestiget ist, oder Räubereyen aus demselben geschehen. Schlösser in die Luft bauen, unmögliche Entwürfe aushecken.“<ref>[http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=Adelung&mode=Vernetzung&hitlist=&patternlist=&lemid=DS02027 online im Wörterbuchnetz.]</ref> | |||
Unabhängig von solchen historischen Vorgängen können sehr viele Wörter je nach Verwendung unterschiedliche Bedeutungen annehmen. Unterscheiden sich dann bestimmte semantische Merkmale wie zum Beispiel die Pluralbildung oder das Geschlecht werden aus einem polysemischen Wort homonyme Wörter, die im Lexikon als eigene (durchnummerierte) Stichwörter auftreten. | |||
{{Siehe auch|Mehrdeutigkeit|Homograph#Veränderung von Homographen durch die Rechtschreibreform}} | |||
=== Verschwinden von Homonymen === | === Verschwinden von Homonymen === | ||
Homonymie kann eine Ursache für das Verschwinden von Wörtern sein (Homonymenkonflikt durch Mehrdeutigkeit).<ref>Den Homonymenkonflikt als – häufig fälschlich angesehenen – Auslöser für den Wortschatzwandel hat [[Joachim Grzega]] darzulegen versucht: vgl. Joachim Grzega: ''Über Homonymenkonflikt als Auslöser von Wortuntergang''. In: Joachim Grzega: ''Sprachwissenschaft ohne Fachchinesisch''. Shaker Verlag, Aachen 2001, ISBN 3-8265-8826-6, S. 81–98.<br /> Joachim Grzega: ''Bezeichnungswandel: Wie, Warum, Wozu?'' Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2004, ISBN 3-8253-5016-9.</ref> | |||
*Wenn ein Wort sehr viele Bedeutungen hat, es also mehrdeutig wird, verschwinden oft einige Bedeutungen, manchmal auch das ganze Wort, zum Beispiel weil auf andere Bezeichnungen ausgewichen wird. | |||
*Wenn ein Wort in der sprachlichen Ebene sinkt, werden gleich- oder ähnlich lautende andere Wörter oft ebenfalls verdrängt: „[ | Beispiele | ||
*Im Japanischen ist die Zahl „vier“ homophon mit dem Wort für „Tod“ ''(shi)''. Daher gibt es eine zweite Aussprache ''(yon)'' für „vier“, die in Kontexten gebraucht wird, wo durch die Homophonie eine Mehrdeutigkeit mit negativer Konnotation entstehen könnte. | * Wenn ein Wort sehr viele Bedeutungen hat, es also mehrdeutig wird, verschwinden oft einige Bedeutungen, manchmal auch das ganze Wort, zum Beispiel weil auf andere Bezeichnungen ausgewichen wird. | ||
* Wenn ein Wort in der sprachlichen Ebene sinkt, werden gleich- oder ähnlich lautende andere Wörter oft ebenfalls verdrängt: „[[Hosentasche#Bezeichnungen in regionalen Varietäten und Dialekten des Deutschen|Ficke]]“ (als Ausdruck für „[[Kleidertasche]]“) wurde unüblich wegen „[[ficken]]“, einem als obszön betrachteten Wort. Gegenbeispiel: Wenn sich die Kontexte klar unterscheiden, können Homophone auf der normalen Sprachebene auch neben der niedrigeren bestehen bleiben: Das vulgäre ''to jack off'' (masturbieren) im Englischen hat z. B. keinen Einfluss auf die anderen Lesarten von „jack / to jack / Jack-of-all-trades“. | |||
* Im Japanischen ist die Zahl „vier“ homophon mit dem Wort für „Tod“ ''(shi)''. Daher gibt es eine zweite Aussprache ''(yon)'' für „vier“, die in Kontexten gebraucht wird, wo durch die Homophonie eine Mehrdeutigkeit mit negativer Konnotation entstehen könnte. | |||
Ähnliche Begriffe mit unterschiedlicher Bedeutung in verschiedenen Dialekten einer Sprache sind [[Paronym]]e. | |||
== Verwendung von Homonymen == | == Verwendung von Homonymen == | ||
=== Vermeidung durch Homonymzusätze === | === Vermeidung durch Homonymzusätze === | ||
Die Homonymproblematik kann in vielen Fällen durch das Ausweichen auf andere Bezeichnungen gelöst werden. So kann beispielsweise festgelegt werden, dass eine Bank zum Sitzen immer „Sitzbank“ genannt werden sollte. | |||
*<code>Absatz</code> für den Absatz von Waren, weil dies innerhalb des Einsatzzweckes der SWD (Literaturverschlagwortung) die häufigste Verwendungsform ist | |||
*<code>Absatz | In kontrollierten Sprachen werden zur Unterscheidung von Homonymen [[Namensraum|Namensräume]] oder [[Qualifikator]]en als Homonymzusätze hinzugefügt. In Wörterbüchern dienen dazu üblicherweise hochgestellte Zahlen, während in [[Thesaurus|Thesauri]] Zusätze in Klammern angehängt werden. In den Regeln für den Schlagwortkatalog (RSWK) der [[Schlagwortnormdatei]] (SWD) werden dafür auch Winkelklammern {{Graphem| und }} benutzt. Für ''Absatz'' gibt es in der SWD zum Beispiel drei Einträge: | ||
*<code>Absatz | |||
* <code>Absatz</code> für den Absatz von Waren, weil dies innerhalb des Einsatzzweckes der SWD (Literaturverschlagwortung) die häufigste Verwendungsform ist | |||
* <code>Absatz {{Graphem|Text}}</code> | |||
* <code>Absatz {{Graphem|Schuh}}</code> wobei die Bezeichnung ''Schuhabsatz'' vorzuziehen ist | |||
Die Homonymzusätze selbst sollten möglichst eindeutig definierte und überschaubare Begriffe sein. Zum Beispiel kann festgelegt werden, dass die Homonymzusätze einzelne Fachgebiete oder Fachsprachen bezeichnen sollen (Ring {{Graphem|Umgangssprache}}, Ring {{Graphem|Mathematik}}, Ring {{Graphem|Astronomie}}…) | |||
=== Absichtliche und unabsichtliche Verwendung === | === Absichtliche und unabsichtliche Verwendung === | ||
Die durch Homonyme mitunter entstehende Verwirrung wird besonders deutlich in der rhetorischen Figur der [[Kolligation]]. | |||
In Rätselgedichten wird gerne ein Homonym als Lösungswort verwendet, das im Rätselgedicht mit seinen verschiedenen Bedeutungen umschrieben wird. | |||
Homonyme Wörter, die als Adjektiv wie auch als Substantiv verwendet werden, bilden manchmal schöne Wortpaare, zum Beispiel die „taube Taube“, die „laute Laute“, und „mit Preisen preisen“. | |||
{{Siehe auch|Liste von Wortwiederholungen}} | |||
=== Trivia === | === Trivia === | ||
Das bekannte Spiel „[[Teekesselchen]]“ basiert auf dem Erraten von Homonymen. | |||
== Siehe auch == | == Siehe auch == | ||
* [[Heteronym]]e – Wörter, die gleich geschrieben, aber unterschiedlich ausgesprochen werden | |||
*[ | * [[Falscher Freund]] – ein Wort das einem Wort aus einer anderen Sprache ähnelt, jedoch mit anderer Bedeutung | ||
*[ | * [[Univok]] – eindeutige sprachliche Ausdrücke, die mit gleichem Bedeutungssinn verwendet werden | ||
== Literatur == | == Literatur == | ||
* Angela Linke, Markus Nussbaumer, Paul R. Portmann: ''Studienbuch Linguistik''. Max Niemeyer, Tübingen 2004, ISBN 3-484-31121-5, S. 141 f. | |||
*Angela Linke, Markus Nussbaumer, Paul R. Portmann: ''Studienbuch Linguistik''. Max Niemeyer, Tübingen 2004, | |||
== Weblinks == | == Weblinks == | ||
{{Wiktionary}} | |||
{{Wiktionary|Homonymie}} | |||
{{Wiktionary|äquivok}} | |||
{{Wiktionary|Äquivokation}} | |||
{{Wiktionary|Verzeichnis:Deutsch/Homophone}} | |||
{{Wiktionary|Verzeichnis:Deutsch/Homonyme}} | |||
{{Wiktionary|Verzeichnis:Deutsch/Homographe}} | |||
* [http://www.phonetik-buero.de/lernmaterial/lernmaterial.htm Liste von Homographen, Homonymen und Homophonen im Deutschen] von Jürgen Trouvain | |||
* [http://www.homonyme.de/ Liste von (teilweise nicht ganz ernst gemeinten) Homographen, die keine Homophone sind] | |||
== Einzelnachweise == | |||
<references /> | |||
{{Normdaten|TYP=s|GND=4160606-1|LCCN=sh85061773}} | |||
[[Kategorie:Semantik]] | |||
[[Kategorie:Dokumentation]] | |||
[[Kategorie:Sprachphilosophie]] | |||
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Version vom 13. Juli 2026, 08:06 Uhr
homo--nym "Gleichname", Wrtdtng: Benennung von Umterschiedlichen mit dem gleichen Namen, also bei gleicher Benennung je eine andere Bedeutung und – je nach Lehrmeinung – zumeist auch eine andere Wortherkunft hat;
- vgl. Homonym-Homöonym-Äquivokation
- im 19. Jahrhundert von lat. homonymus entlehnt,
Gegenwörter:
- [1] Polysem, Synonym
Beispiele:
- [1] Die Wortform „Kiel“ (Teil einer Vogelfeder oder Teil eines Schiffes) steht für zwei Homonyme, das heißt für zwei Wörter, da beide Bedeutungen nichts miteinander zu tun haben.
- [1] „schlingen“ in der Bedeutung ‚(ineinander)winden, verflechten, verknüpfen‘ und „schlingen“ in der Bedeutung ‚schlucken, gierig und schnell essen‘ sind Homonyme, da zum einen ihre Bedeutungen weit auseinanderliegen und zum andern das erstgenannte Wort auf althochdeutsch slingan, mittelhochdeutsch slingen,das zweite jedoch auf althochdeutsch slintan, mittelhochdeutsch slindenzurückgeht.
- [1] „Ausgangspunkt des Witzes in Sachsen sind zunächst Homonyme, die durch den mundartlichen Zusammenfall schriftsprachlich getrennter Formen entstehen.“
- [1] „Allerdings könnten auch die schon zu DDR-Zeiten üblich gewesenen Gegenlosungen, die ja mit Homonymen spielen, bereits als Sprachspiele betrachtet werden.“
- [1] „Besonders kniffelig wird es bei Homonymen, die zwar das gleiche grammatische Geschlecht haben, aber eine unterschiedliche Pluralbildung.“
Wortbildungen:
- homonym, Homonymie, Homonymunterscheidung, homonymisch
Homonym
Ein Homonym (griechisch „gleichnamig“) ist ein Ausdruck aus einer Gruppe von Ausdrücken, die äußerlich gleich sind, aber für verschiedene Begriffe stehen. Ein Beispiel ist „Tau“, das ein Seil, den morgendlichen Niederschlag oder einen Buchstaben des griechischen Alphabets bedeuten kann. Wie diese Beispiele zeigen, können grammatisches Geschlecht („das Tau“ / „der Tau“) und Wortformen (Plural „die Taue“ nur für die erste Variante) sich dennoch unterscheiden. Bei Homonymen handelt es sich also trotz einer (partiellen) äußerlichen Gleichheit um verschiedene Wörter (im Sinne von Lexemen).[1]
Die erstmalige Verwendung des Wortes homonym findet sich am Anfang der Kategorienschrift von Aristoteles: „Homonym heißt, was nur dem Wort nach gleich ist, dem Wesen nach aber verschieden.“[2]
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| Äquivokation, Homonymie und Polysemie im Verhältnis | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Der Begriff Homonymie ist ein Gegenbegriff zum Begriff der Synonymie: Bei der Homonymie werden zwei verschiedene Begriffe durch gleichlautende Ausdrücke bezeichnet, bei der Synonymie stehen verschiedene sprachliche Ausdrücke für denselben Begriff. Vor allem in der Philosophie spricht man auch von Äquivokation.
Das Homonym ist nicht zu verwechseln mit dem Homöonym.
Begriff
Etymologie
Zu Homonym gehört das Adjektiv homonym. Etymologie: altgriechisch ὁμώνυμος homónymos, aus ὁμός homós „gleich“ und ὄνυμα ónyma „Name“. Zu Äquivokation gehört das Adjektiv äquivok; Etymologie: spätlateinisch aequivocus „gleichlautend, mehrdeutig“, aus aequus „gleich“ und vocare „nennen, lauten“.
Mehrdeutigkeit
Klassisch spricht man von Homonymie in lexikalischer Hinsicht.[3] Mitunter spricht man auch von Homonymie in morphematisch-grammatikalischer Hinsicht.[3] Im Folgenden geht es nur um die lexikalische Homonymie.
Der Ausdruck Homonymie ist selbst mehrdeutig. Zum einen hängt seine Bedeutung von der Bestimmung seines Verhältnisses zum Begriff der Polysemie ab, zum anderen von den Verhältnissen zu Homophonie und Homographie.
Abgrenzung zur Polysemie
Die Begriffe Homonymie und Polysemie werden verschieden voneinander abgegrenzt. Klassisch wird die Homonymie der Polysemie entgegengesetzt. Ob überhaupt eine Abgrenzung sinnvoll ist, ist umstritten. Die Kritik an der Trennung führt terminologisch dazu, entweder von Homonymie als Oberbegriff für Polysemie und für die Homonymie im klassischen Sinn auszugehen oder dazu, in der Homonymie einen Sonderfall der Polysemie zu sehen. Es gibt daher insofern drei Bedeutungen des Ausdrucks:
- [1] Homonymie als Gegenbegriff zu Polysemie;
- [2] Homonymie als Oberbegriff für Polysemie und Homonymie im Sinne von [1];
- [3] Homonymie als Sonderfall bzw. Unterbegriff der Polysemie.
Die wohl noch vorherrschende Entgegensetzung von Homonymie und Polysemie sieht in der Homonymie einen Fall zufälliger lexikalischer Mehrdeutigkeit,[4] den Fall der Polysemie als Fall motivierter Mehrdeutigkeit. Für die Polysemie wird dann zumeist eine etymologische Verwandtschaft der verschiedenen Bedeutungen verlangt.[5] Nicht unbedingt in einem anderen, aber auch nicht zwingend im gleichen Sinn stellen andere auf einen „inneren Zusammenhang“ ab[6] oder referieren als Erfordernis eine „inhaltliche Ähnlichkeit“ der Bedeutungen.[7] Es ist unklar beziehungsweise kann unterschiedlich gehandhabt werden, ob man dabei eine synchrone oder diachrone Sicht, eine objektive oder nur eine subjektive oder übliche Sicht zugrunde legt, ob man also das Expertenwissen des Linguisten über etymologische Zusammenhänge oder die des üblichen Sprachverwenders zugrunde legt. Teilweise wird gefordert, für die Unterscheidung Polysemie – Homonymie „strikt auf das in einem bestimmten Zeitabschnitt (typischerweise einer Generation) zur Verfügung stehende Alltagswissen von Sprechern“ abzustellen. Das heißt, was gestern Polysemie war, kann heute oder morgen Homonymie sein.[8]
Dies macht die Unterscheidung zwischen Homonymie und Polysemie „unsicher“[9] und zufällig. Daher wird vorgeschlagen, die Homonymie als einen Sonderfall der Polysemie zu definieren,[9] oder es wird unter Aufgabe der Unterscheidung der Ausdruck „Homonymie“ als Oberbegriff von Polysemie und Homonymie (im traditionellen) Sinn vorgeschlagen.[10]
Uneigentliche Homonymie, Homographie, Homophonie
Uneigentliche Homonymie
Im Fall der eigentlichen Homonymie stimmen neben der Schreibung und der lautlichen Gestalt auch Flexion und Genus des Wortes überein. Davon zu unterscheiden ist die sogenannte partielle oder uneigentliche Homonymie, bei der eine Identität der Schreibweise und der Lautung, nicht aber der Flexion (Bsp.: Bank, Plural Bänke/Banken) oder des Genus (Bsp.: der/die Kiefer) besteht.[11]
Homographie
Gleich geschriebene Wörter, die verschieden gesprochen werden, heißen Homographe; das entsprechende Phänomen wird Homographie genannt.
- Beispiel: sie rasten (ruhen) – sie rasten (fuhren schnell)
(Weitere Beispiele siehe unten.)
Homophonie
Gleich gesprochene, jedoch verschieden geschriebene Ausdrücke nennt man Homophone, das Phänomen Homophonie.
- Beispiel: malen – mahlen[12]
(Weitere Beispiele siehe unten.)
Terminologie
| Schreibung | Aussprache | |
|---|---|---|
| gleich | unterschiedlich | |
| gleich | ||
| unterschiedlich | ||
Ob man Homographen oder Homophone zu den Homonymen zählt, ist eine Frage terminologischer Festsetzung, die unterschiedlich gehandhabt wird.
Zählt man sie dazu, sind es Sonderfälle der Homonymie. Da es auch den (Normal-)Fall der Homonymie ohne gleichzeitiges Vorliegen einer Homophonie oder Homographie gibt, empfiehlt es sich, für den Normalfall eine eigene Benennung einzuführen. Vorgeschlagen wird dafür der Ausdruck volle Homonymie.[13]
Zur Veranschaulichung dieser terminologischen Position mag die rechtsstehende Grafik dienen:
Heute wird vielfach aber nur dann von einem Homonym gesprochen, wenn sowohl gleiche Schreibweise als auch gleiche Aussprache vorliegt.[14]
Beispiele
Polyseme
- abgebrüht (mit heißem Wasser behandelt), abgebrüht (abgestumpft, gefühllos)
- die Erde (Blumenerde), die Erde (Planet)
- der Geist (übernatürliches Wesen, Gespenst), der Geist (Intellekt), der Geist (Gesinnung), der Geist (Weingeist, Destillate mazerisierter Früchte)
- der Heide (Person, die dem Heidentum angehört), die Heide (Landschaft)
- der Himmel (astronomischer Ort), der Himmel (religiöser Ort, das Jenseits), Himmel (Baldachin, z. B. innenseitiger Bezug des Daches beim Kraftfahrzeug)
- die Länge (räumlich ausgedehnt), Länge (zeitlich ausgedehnt)
- die Lehre (Berufsausbildung), die Lehre (wissenschaftliche Erkenntnisse oder ein Dogma), die Lehre (Technik) (Prüfinstrument)
- die Leiter (Steighilfe), der Leiter (Chef), der Leiter (physikalischer Leiter)
- die Mutter (eines Kindes), die Mutter (Hohlschraube)
- das Schild (Zeichen), der Schild (Schutzwaffe)
- die Steuer (Abgabe an den Staat), das Steuer (Lenkvorrichtung)
- die Stimme (Sprachfähigkeit), die Stimme (Wahlstimme, Votum), stimme (Form des Verbs stimmen)
- der Strom (Gewässerart), der Strom (elektrische Größe)
- der Verdienst (Einkommen), das Verdienst (anerkennenswerte Leistung)
Homonyme mit gleicher Schreibweise und Aussprache
Eigentliche Homonyme mit gleicher Schreibweise und Aussprache
- der Ball (kugelförmiges Spielgerät), der Ball (Tanzveranstaltung)
- die Birne (Obst), die Birne (Glühbirne)
- die Decke (Stoffstück zum Bedecken eines Tisches oder Bettes), die Decke (obere Begrenzung eines Raumes)
- das Gericht (als Mahlzeit zubereitete Speise), das Gericht (öffentliche Institution)
- der Hahn (Wasserhahn), der Hahn (männliches Huhn)
- der Strauß (Laufvogel), der Strauß (Blumengebinde)
- das Schloss (Türschloss), das Schloss (Bauwerk)
- die Weide (Baum, Strauch), die Weide (landwirtschaftliche Fläche für Nutztiere)
Eigentliche Homonyme mit gleicher Schreibweise und Aussprache und gegenteiliger Bedeutung
Autoantonyme (auch Janusworte genannt) sind eigentliche Homonyme mit gleicher Schreibweise und Aussprache und gegenteiliger Bedeutung.
- abdecken (mit einer Bedeckung versehen), abdecken (die Bedeckung entfernen)
- anhalten (einen Vorgang fortsetzen), anhalten (einen Vorgang beenden)
- Untiefe (geringe Tiefe), Untiefe (große Tiefe)
Uneigentliche Homonyme mit gleicher Schreibweise und Aussprache
Substantive mit unterschiedlichem Genus
- der Bauer (Landwirt), das Bauer (Vogelkäfig)
- die Kiefer (Nadelbaum), der Kiefer (Teil des Gesichtsschädels)
- das Laster, der Laster (umgangssprachlich für Lastkraftwagen)
- der Otter (Unterfamilie der Marder), die Otter (Viper)
- der Tau (Niederschlag), das Tau (Seil), das Tau (griechischer Buchstabe)
- das Tor (breite Tür, Einfahrt, Fußballtor, Zugang im übertragenen Sinne etc.), der Tor (törichter Mensch)
Substantive mit unterschiedlichem Numerus
- die Bank (Möbel) (Sitzbank), Bank (Untiefe im Meer) → Plural: die Bänke; die Bank (Geldinstitut) → Plural: die Banken
- die Mutter (eines Kindes) → Plural: die Mütter, die Mutter (einer Schraube) → Plural: die Muttern
- der Reif (Ring) → Plural: die Reife; der Reif (Eiskristalle) → Plural: nicht existent
- das Tau (Seil) → Plural: die Taue, das Tau (griechischer Buchstabe) → Plural: die Taus
- die Schotten (Bewohner Schottlands) → Singular: der Schotte; die Schotten (Trennwand eines Fahrzeugs) → Singular: das Schott
Substantive mit Übereinstimmung in nur einem Kasus
- dem Plane (Dativ zu der Plan), die Plane (Nominativ zu die Plane)
- den Polen (Dativ Plural zu der Pol), den Polen (Dativ Plural zu der Pole (Mensch mit polnischer Staatsbürgerschaft))
- dem Rinde (Dativ zu Rind), der Rinde (Dativ zu Baumrinde)
- die Schale (Nominativ Singular zu Schale), dem / die Schale (Dativ Singular / Nominativ Plural 2 zu Schal)
- dem Schranke (Dativ zu Schrank), der Schranke (Dativ zu Schranke)
- dem Winde (Dativ Singular zu der Wind), der Winde (Dativ Singular zu die Winde)
Verben mit Übereinstimmung in unterschiedlichen Konjugationen
- führe (1. Person Singular Präsens zu führen), führe (1. Person Singular Konjunktiv 2 zu fahren)
Wortartenunterschiedliche uneigentliche Homonyme
Bei strenger Auslegung der Definition von Homonymie sind Groß- und Kleinschreibung bei der Homonymie zu unterscheiden. Die strenge Auslegung verliert jedoch ihre Bedeutung bei Majuskelschrift (Großbuchstabenschrift) oder bei Kleinschreibung. In diesen Fällen sind Verben und Substantive jeweils exakt gleich geschrieben (z. B. MACHT, BUCHEN oder macht, buchen).
- die Buchen (Laubbaum), buchen (eine Reise buchen)
- das Gen, gen (Kurzform zu gegen)
- laut (geräuschvoll), laut (gemäß, zufolge)
- die Macht, macht (3. Person, Singular, Präsenz von machen)
- Rügen (Plural von Rüge), Rügen (Name einer Insel)
- Sein (Verb und Substantiv), sein (Possessivpronomen)
- Sieben (Zahlwort), sieben (durch ein Sieb schütteln)
- Stahl (Eisen), stahl (von stehlen)
- weiß (Farbe), weiß (Verbform von wissen)
Homographe
Homographe mit verschiedener Aussprache
Hinweis zur Aussprache: Für einen betonten kurzen Vokal steht zum Beispiel á, für einen betonten langen Vokal ā.
- Collāgen (Plural von Collage), das Collagēn (Strukturprotein im Bindegewebe)
- Erstehe: die Érstehe (die erste Ehe), erstēhe (1. Person Singular Präsens von erstehen)
- das Gestern (Sternbild), gestern (der Tag vor heute)
- der Jammer, der Jammer (Musiker der Richtung Jam)
- die Logen (Zuschauerräume), sie logen (sagten nicht die Wahrheit)
- die Masse, die Masse (in der Schweiz wird das ß durch ss ersetzt, wodurch Masse (mit langem a) der Plural zu Mass ist)
- Mōntage (Plural von Montag), die Montāge (Zusammenbau, Einbau)
- das oder der Revērs (umgeschlagener Kragen), der Revérs (schriftliche Verpflichtung)
- rásten (ruhen), rāsten (Präteritum 3. Person Plural zu rasen)
- das Réntier oder Rēntier (Hirschart), der Rentiēr, frz. (Rentner)
- der Russe, die Russe (in der Schweiz wird das ß durch ss ersetzt, wodurch Russe (mit langem u) der Plural zu Russ ist)
Homographe von Nominalkomposita
Das Zeichen ¬ dient als Hervorhebung einer Worttrennung in einem Nominalkompositum.
- Hörnerversatz: Hörnerv¬ersatz (Ersatz eines gestörten Hörnervs), Hörner¬versatz (Versatz von Hörnern)
- die Rutschendekomposition: Rutschen¬dekomposition (Zerlegung einer Rutsche), Rutsch¬ende¬komposition (die Zusammensetzung verschiedener Vorgänge während der Beendigung eines Rutschvorgangs)
- Saugarten: der Sau¬garten (ein Garten für Säue), die Saug¬arten (Arten des Saugens)
- Schiffstau: das Schiffs¬tau (Seil auf Schiffen), der Schiff¬stau (Stockung auf Wasserstraßen) – kein Homograph im Fraktursatz
- das Spanende (Ende eines Spans), spanende (Adjektiv zu Zerspanen)
- die Staubecken: im Plural gleich dekliniert. Die Stau¬becken (Becken zum Stauen von Flüssigkeiten), die Staub¬ecken (Eckenabschluss, der das Ablagern von Staub in Ecken verhindert und die überdies Reinigung vereinfacht. Staub¬ecken werden insbesondere bei Treppenecken verwendet.)
- der Vorabendspurt: Vorab¬endspurt (noch nicht der finale Endspurt), der Vorabend¬spurt (Spurt am Vorabend)
- die Wachstube: Wachs¬tube (mit Wachs gefüllte Tube), Wach¬stube (Aufenthaltsraum einer wachhabenden Einheit) – kein Homograph im Fraktursatz, vergleiche Abbildung
- der Wachtraum: Wach¬traum (auch: Tagtraum), Wacht¬raum (Raum für eine Wache)
Homographe mit verschiedener Betonung
Hinweis zur Aussprache: Für einen betonten kurzen Vokal steht zum Beispiel á, für einen betonten langen Vokal ā.
- Áugust (männlicher Vorname), der Augúst (Monat)
- die Hóchzeit (Vermählung), die Hōchzeit (Höhepunkt)
- der Humōr (Spaß), der Hūmor (medizinisch für Körpersaft)
- die Konstánz (Beständigkeit), Kónstanz (Stadt am Bodensee)
- die Láche (Art des Lachens), die Láche oder Lāche (Pfütze)
- das Laufende (das Ende eines Laufs), laufende (Adjektiv abgeleitet vom Verb laufen)
- das Lautende (das Ende eines Lauts), lautende (Adjektiv abgeleitet vom Verb lauten)
- mōdern (verrotten), modérn (neumodisch, neuzeitlich)
- Sie rāsten (fuhren schnell) über die Autobahn – Hier könnten wir rásten (ausruhen)
- der Romān (Literaturgattung), Rōman (Jungenname)
- schōn (Imperativ Singular zu schonen), schon (bereits)
- das Spielende (Ende des Spiels), der oder die Spielende (Person, die spielt)
- der Tenōr (Stimmlage und Sänger), der Tēnor (Grundhaltung)
- übersétzen (in eine andere Sprache übertragen, Kraftübersetzung durch Zahnräder), ǖbersetzen (einen Fluss überqueren)
- der Wēg (Straße), wég (z. B. weit weg)
- úmfahren (etwas mit einem fahrenden Fahrzeug zu Fall bringen), umfāhren (einem Hindernis aus dem Weg gehen)
- úmgehen (z. B. mit einer fordernden Person oder einem Gegenstand), umgēhen (Schwierigkeiten, Hindernissen aus dem Weg gehen)
Homophone mit verschiedener Schreibweise
Homophone mit gleicher Buchstabenfolge und Aussprache
Hier sind Homophone aufgeführt, die bis auf Groß- und Kleinschreibung gleiche Buchstaben und Buchstabenreihung besitzen. (Vergleiche hierzu auch den Abschnitt uneigentliche Homonyme.)
- der Arm (Körperteil), arm (mittellos)
- der Elf (Märchengestalt), elf (Zahl)
- das Fest (Feier), fest (beständig, hart)
- Lose (Plural von Los), lose (nicht angebunden)
- der Rasen (Rasen im Garten), rasen (schnell fahren)
- der Reif (Ring; Niederschlag), reif (voll entwickelt)
Homophone mit gleicher Buchstabenfolge und Leerzeichen
Diese homophonen Ausdrücke bestehen aus einem oder zwei Wörtern.
- die kranken Schwestern, die Krankenschwestern (im Genitiv gibt es eine weitere Bedeutung: der kranken Schwestern, der Krankenschwestern, der Kranken Schwestern [= die Schwestern der Kranken])
- die blinden Hunde, die Blindenhunde
Homophone mit unterschiedlichen Buchstaben
- die Ahle (Werkzeug), Aale (Fische)
- die Beete, bete (1. Person Singular Präsens von beten)
- der Berg ruft (Lied von K2 (deutsche Band)), der Bär groovt (Mix eines Liedes von K2 (deutsche Band)), der Berg groovt (Mix eines Liedes von K2 (deutsche Band))
- das Boot, bot (Präteritum von bieten)
- das Corps (Verbindung), der Chor (Gruppe von Sängern)
- das (Artikel oder Begleiter), dass (Konjunktion)
- der Endlauf (Figur im Tanz Quickstep (engl.: running finish)), entlauf (Imperativ Singular zum Verb entlaufen)
- der Einheitspreis, der Einheizpreis (Preis des Einheizens)
- die Fase (abgeschrägte Kante), Phase (Entwicklungsstand),
- fliehst (2. Person Singular von fliehen), fliest (2. Person Singular von fliesen), fließt (2. Person Singular von fließen)
- der Föhn (warmer Fallwind), der Fön (Haartrockner)
- die Frist, er frisst (2. und 3. Person Singular Präsens zu fressen)
- die Gans, ganz
- heute (am heutigen Tag), Häute (Plural von Haut)
- die Küste, küsste (Präteritum von küssen)
- der Lachs, des Lacks (Genetiv zu Lack), lax (nachlässig),
- die Lärche (Nadelbaum), die Lerche (Singvogel)
- der Leib (Körper), der Laib (Brot)
- die Leichen, laichen (Eier ablegen)
- die Lehre (Unterricht, wissenschaftliche Theorie), die Leere (Zustand des Leerseins)
- den Leuten, das Läuten
- das Lid (Augenlid), das Lied (Musikstück)
- malen (abbilden), mahlen (zerreiben)
- das Meer (Gewässer), mehr (Gegensatz von weniger)
- die Mehrheitskosten[15], die Mehrheizkosten[16]
- das Rad, der Rat
- rächte (1. Person Singular Präteritum zu rächen), Rechte
- der Reis, reiß (Imperativ Singular zu reißen)
- der Rhein (Fluss), der Rain (Feldrain), rein (sauber), rein (kurz für herein)
- seh (Verbform von sehen), die See, der See
- die Seite (linke Seite, Buchseite etc.), die Saite (Teil eines Musikinstruments)
- die Stelle, die Ställe (Plural von Stall)
- die Terme (Plural von Term), die Therme (öffentliches Bad)
- den Umsätzen (Dativ Plural zu Umsatz), umsetzen
- der Vetter (Cousin), fetter (Komparativ zu fett)
- der Vorname, die Vornahme (von vornehmen)
- die Wagen (Fahrzeuge), die Waagen (Geräte zur Gewichtsbestimmung), vagen (Deklination von vage), etwas wagen (riskieren)
- die Waise (elternloses Kind), die Weise (Art, Methode)
- wer, das Wehr (Wasserbau), wär (Kurzform des Konjunktiv von sein)
- die Ware (käufliche Gegenstände), wahre (gebeugte Form von wahr)
- die Wände (Mauern), die Wende (Umkehr)
- die Welle, die Wälle
- bewerten (einschätzen), bewehrten (Beton mit Stahleinlage bewehren), bewährten (erproben, Verb zu Bewährung)
- der Wirt, wird (3. Person Singular zu werden)
- weist (2. Person Singular zu weisen), weißt (2. Person Singular zu weißen und zu wissen)
Die Bedeutung der Homonymie in der Lexikographie
Die Unterscheidung zwischen verschiedenen Arten von Signifikantenidentität für mehrere Signifikate ist insbesondere für die Lexikografie (Wörterbucherstellung) von Bedeutung, zum Beispiel, wenn es darum geht, ob ein neues Lemma eingerichtet werden muss oder nur Unterpunkte der Bedeutung oder Unterunterpunkte der subbedeutungsspezifischen semantischen Merkmale, Aussprachen und grammatischen Variierbarkeiten (z. B. spezifische Satzbaupläne oder Idiome). Man betrachte hierzu im Großen Wörterbuch der deutschen Sprache (Duden) das Lemma „Zug“. Es enthält für den Schweizer Kanton und zusammen für die 16 Polysemien dieses Signifikanten je ein eigenes Lemma (also insgesamt zwei Lemmata[17]).
Entstehen und Verschwinden von Homonymen
Entstehung von Homonymen
Homonyme sind oft aus ursprünglich differenten Morphemen entstanden, die im Lauf der Zeit gleichlautend wurden. Ein Beispiel dafür ist das mittelhochdeutsche Wort kiver für den Kiefer (Teil des Schädels) und das althochdeutsche Wort kienforha für die Kiefer (Baum).
Gehen die mehrdeutigen Wörter jedoch auf eine gemeinsame etymologische Wurzel zurück, handelt es sich nicht um Homonyme, sondern um Polyseme. Bei der Polysemie wird die Bedeutung eines Wortes im Lauf der Zeit aufgeteilt, z. B. bezeichnet das Wort Schloss heute sowohl das Türschloss als auch ein herrschaftliches Gebäude. Man beachte die Argumentation bei Adelung [Bd. 3, Sp. 1539.]: „Bey den Pferden ist das Schloß das Ende der Nase, wodurch die bey den Nasenlöcher abgesondert werden; vielleicht weil sich hier die Nase schließet oder endiget. An den Kunstgestängen ist das Schloß derjenige Ort, wo zwey Gestänge an einander schließen, und daher selbst mit Ringen und Schrauben verwahret sind. 4) Ein eingeschlossener, d. i. wider den Anfall eines Feindes verwahrter Ort, da es denn Spuren gibt, daß ehedem auch befestigte Städte so wohl Bürge, als Schlösser und Castelle genannt worden. Jetzt werden nur noch befestigte und mit gewissen Hoheitsrechten begabte Wohnsitze der Fürsten, Herren und Dynasten Schlösser genannt; ehedem hießen sie Bürge. Ein königliches Schloß, ein fürstliches Schloß. Ein Bergschloß, wenn es auf einem Berge liegt, ein Raubschloß, so fern es zur Sicherheit der Räuber befestiget ist, oder Räubereyen aus demselben geschehen. Schlösser in die Luft bauen, unmögliche Entwürfe aushecken.“[18]
Unabhängig von solchen historischen Vorgängen können sehr viele Wörter je nach Verwendung unterschiedliche Bedeutungen annehmen. Unterscheiden sich dann bestimmte semantische Merkmale wie zum Beispiel die Pluralbildung oder das Geschlecht werden aus einem polysemischen Wort homonyme Wörter, die im Lexikon als eigene (durchnummerierte) Stichwörter auftreten.
Verschwinden von Homonymen
Homonymie kann eine Ursache für das Verschwinden von Wörtern sein (Homonymenkonflikt durch Mehrdeutigkeit).[19]
Beispiele
- Wenn ein Wort sehr viele Bedeutungen hat, es also mehrdeutig wird, verschwinden oft einige Bedeutungen, manchmal auch das ganze Wort, zum Beispiel weil auf andere Bezeichnungen ausgewichen wird.
- Wenn ein Wort in der sprachlichen Ebene sinkt, werden gleich- oder ähnlich lautende andere Wörter oft ebenfalls verdrängt: „Ficke“ (als Ausdruck für „Kleidertasche“) wurde unüblich wegen „ficken“, einem als obszön betrachteten Wort. Gegenbeispiel: Wenn sich die Kontexte klar unterscheiden, können Homophone auf der normalen Sprachebene auch neben der niedrigeren bestehen bleiben: Das vulgäre to jack off (masturbieren) im Englischen hat z. B. keinen Einfluss auf die anderen Lesarten von „jack / to jack / Jack-of-all-trades“.
- Im Japanischen ist die Zahl „vier“ homophon mit dem Wort für „Tod“ (shi). Daher gibt es eine zweite Aussprache (yon) für „vier“, die in Kontexten gebraucht wird, wo durch die Homophonie eine Mehrdeutigkeit mit negativer Konnotation entstehen könnte.
Ähnliche Begriffe mit unterschiedlicher Bedeutung in verschiedenen Dialekten einer Sprache sind Paronyme.
Verwendung von Homonymen
Vermeidung durch Homonymzusätze
Die Homonymproblematik kann in vielen Fällen durch das Ausweichen auf andere Bezeichnungen gelöst werden. So kann beispielsweise festgelegt werden, dass eine Bank zum Sitzen immer „Sitzbank“ genannt werden sollte.
In kontrollierten Sprachen werden zur Unterscheidung von Homonymen Namensräume oder Qualifikatoren als Homonymzusätze hinzugefügt. In Wörterbüchern dienen dazu üblicherweise hochgestellte Zahlen, während in Thesauri Zusätze in Klammern angehängt werden. In den Regeln für den Schlagwortkatalog (RSWK) der Schlagwortnormdatei (SWD) werden dafür auch Winkelklammern ⟨ und ⟩ benutzt. Für Absatz gibt es in der SWD zum Beispiel drei Einträge:
Absatzfür den Absatz von Waren, weil dies innerhalb des Einsatzzweckes der SWD (Literaturverschlagwortung) die häufigste Verwendungsform istAbsatz ⟨Text⟩Absatz ⟨Schuh⟩wobei die Bezeichnung Schuhabsatz vorzuziehen ist
Die Homonymzusätze selbst sollten möglichst eindeutig definierte und überschaubare Begriffe sein. Zum Beispiel kann festgelegt werden, dass die Homonymzusätze einzelne Fachgebiete oder Fachsprachen bezeichnen sollen (Ring ⟨Umgangssprache⟩, Ring ⟨Mathematik⟩, Ring ⟨Astronomie⟩…)
Absichtliche und unabsichtliche Verwendung
Die durch Homonyme mitunter entstehende Verwirrung wird besonders deutlich in der rhetorischen Figur der Kolligation.
In Rätselgedichten wird gerne ein Homonym als Lösungswort verwendet, das im Rätselgedicht mit seinen verschiedenen Bedeutungen umschrieben wird.
Homonyme Wörter, die als Adjektiv wie auch als Substantiv verwendet werden, bilden manchmal schöne Wortpaare, zum Beispiel die „taube Taube“, die „laute Laute“, und „mit Preisen preisen“.
Trivia
Das bekannte Spiel „Teekesselchen“ basiert auf dem Erraten von Homonymen.
Siehe auch
- Heteronyme – Wörter, die gleich geschrieben, aber unterschiedlich ausgesprochen werden
- Falscher Freund – ein Wort das einem Wort aus einer anderen Sprache ähnelt, jedoch mit anderer Bedeutung
- Univok – eindeutige sprachliche Ausdrücke, die mit gleichem Bedeutungssinn verwendet werden
Literatur
- Angela Linke, Markus Nussbaumer, Paul R. Portmann: Studienbuch Linguistik. Max Niemeyer, Tübingen 2004, ISBN 3-484-31121-5, S. 141 f.
Weblinks
- Liste von Homographen, Homonymen und Homophonen im Deutschen von Jürgen Trouvain
- Liste von (teilweise nicht ganz ernst gemeinten) Homographen, die keine Homophone sind
Einzelnachweise
- ↑ Vgl. Helmut Glück, Michael Rödel (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. 5. Auflage. Verlag J. B. Metzler, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-476-02641-5. Lemma: „Homonymie“ S. 273.
- ↑ Aristoteles, Kategorien 1, 1–2a).
- ↑ a b Bauer, Knape, Koch, Winkler: Dimensionen der Ambiguität. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik. 158, 2010, S. 7 (47).
- ↑ Vgl. Piroska Kocsány: Grundkurs Linguistik: ein Arbeitsbuch für Anfänger. Fink, Paderborn 2010, S. 61: zufällig.
- ↑ Z. B. bei Helmut Rehbock: Homonymie. In: Helmut Glück (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. 4. Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2010.
- ↑ Michael Bogdal: BA-Studium Germanistik: ein Lehrbuch. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 126: „Homonyme lassen sich also als Wörter bestimmen, bei denen zwei (oder mehr) Bedeutungen mit derselben Laut- oder Schriftgestalt keinen inneren Zusammenhang haben, bei denen also kein inhaltliches Merkmal der einen Bedeutung mit einem der anderen übereinstimmt.“
- ↑ Reiner Arntz, Heribert Picht, Felix Mayer: Einführung in die Terminologiearbeit. 6. Auflage. Olms, Hildesheim / Zürich / New York 2009, ISBN 978-3-487-11553-5, S. 130 f.
- ↑ Volker Harm: Einführung in die Lexikologie. WBG, Darmstadt 2015 (Einführung Germanistik), ISBN 978-3-534-26384-4, S. 22.
- ↑ a b Reiner Arntz, Heribert Picht, Felix Mayer: Einführung in die Terminologiearbeit. 6. Auflage. Olms, Hildesheim / Zürich / New York 2009, S. 131.
- ↑ So DIN 2330 (in der Fassung 1992), referiert in Arntz, Picht, Mayer: Terminologiearbeit. 6. A. 2009, S. 130.
- ↑ Vgl. Volker Harm: Einführung in die Lexikologie. WBG, Darmstadt 2015 (Einführung Germanistik), ISBN 978-3-534-26384-4, S. 48 f.
- ↑ Nach Angelika Linke, Markus Nussbaumer, Paul R. Portmann: Studienbuch Linguistik. 5. Auflage. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2004, S. 160.
- ↑ So DIN 2330, nach Arntz, Picht, Mayer: Terminologiearbeit, 6. A. 2009, S. 130.
- ↑ z. B.: Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft (= Kröners Taschenausgabe. Band 452). 2., völlig neu bearbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 1990, ISBN 3-520-45202-2, S. 314; oder Metzler Lexikon der Sprache. 2. Auflage. 2000, S. 280, wo Homonymie definiert wird als „die Bedeutungsbeziehung zweier sprachlicher Zeichen, die bei Nichtübereinstimmung ihres Inhalts ausdrucksseitig, und zwar phon. und graph. identisch sind“. Der Gegenbeleg für eine Synonymie von Homonymie mit Homophonie, der sich in Duden Band 5. Fremdwörterbuch. 2. Auflage. Bibliographisches Institut, Mannheim 1966, S. 278 fände, wird jedenfalls aufgehoben durch Duden – Das große Fremdwörterbuch, 4. Auflage. Mannheim 2007 [CD-ROM]: „1.b) (früher) Wort, das ebenso wie ein anderes lautet u. geschrieben wird, aber einen deutlich anderen Inhalt [u. eine andere Herkunft] hat“. Das angegebene Beispiel Schloss (Türschloss und Gebäude) ist allerdings irreführend, da eindeutig nicht von anderer Herkunft (Adelung, Grimm, Kluge, Pfeifer).
- ↑ Vgl. https://www.dzonline.de/muensterland/furcht-vor-mehr-staus-in-munsters-innenstadt-2043601
- ↑ Vgl. https://rabüro.de/vermieter-haftet-fuer-mehrheizkosten-fuer-durch-einbau-einer-besonders-unwirtschaftlich-arbeitenden-anlage/
- ↑ so in: Duden – Das große Wörterbuch der deutschen Sprache, 4. Auflage. Mannheim 2012 [CD-ROM] Vgl. die Gliederung dazu bei Duden online.
- ↑ online im Wörterbuchnetz.
- ↑ Den Homonymenkonflikt als – häufig fälschlich angesehenen – Auslöser für den Wortschatzwandel hat Joachim Grzega darzulegen versucht: vgl. Joachim Grzega: Über Homonymenkonflikt als Auslöser von Wortuntergang. In: Joachim Grzega: Sprachwissenschaft ohne Fachchinesisch. Shaker Verlag, Aachen 2001, ISBN 3-8265-8826-6, S. 81–98.
Joachim Grzega: Bezeichnungswandel: Wie, Warum, Wozu? Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2004, ISBN 3-8253-5016-9.